Eine Kritik der Journalismuskritik

…wer ist eigentlich Auftraggeber dieses Kommentars?

Halten Sie den Kopp Verlag, Compact, KenFM, Russia Today, Deutsche Wirtschafts Nachrichten und irgendwelche Youtube-Kanäle für wahrhaftige, ehrliche, unabhängige und neutrale Berichterstatter und vor allem für die letzten tapferen Hüter der Presse- und Meinungsfreiheit? Ja? Dann leiden Sie vermutlich an Paranoia und sollten sich dringend vom Computer fernhalten und einen Eimer Globuli einnehmen.

Von Martin Oswald

Morgen Martin OswaldWenn sich Verlagshäuser, Tages- und Wochenzeitungen, Magazine, Rundfunkanstalten, Online-Medien, Reichsbürgerinnen, Truther und allerlei andere Verschwörungstheoretiker, Friedensmahnwachteln und überhaupt irgendwie alle auf ein Urteil einigen müssten, wäre es dieses: Es steht nicht gut um den Journalismus. Die Motivlagen und Begründungen wären bzw. sind dabei freilich völlig unterschiedlich, aber die diffuse Sorge um Bestand, Qualität und Glaubwürdigkeit teilen viele, selbst die Verrücktesten unter ihnen. Über den Zustand der Medien und des Journalismus ist längst eine breite, teils allgemeine, teils spezifisch geführte Debatte im Gange (z. B. hier, hier und hier). Da wird man ja wohl auch seinen Senf dazu geben dürfen. 

Die Sorge um die Medienlandschaft ist in Teilen ja sogar berechtigt, nur sollte man mit allzu überstürzten Urteilen vorsichtig sein und bei medialer Berichterstattung wie auch ihrer Kritik stets genauer hinschauen. Das allerdings ist gar nicht so einfach und bequem ist es erst recht nicht, zumal die Schubladen und Stempel in der Regel schnell verteilt sind. 

Fangen wir also bei Ihnen an…

Fangen wir also bei Ihnen persönlich an, liebe Leserin und lieber Leser: Welche Namen geben Sie Ihren bevorzugt konsumierten Medien über die Sie sich am meisten echauffieren? Gekaufter Journalismus“, „Gutmenschenpresse“, „Systemmedien“, „Kriegstreiberoder wahlweise Anzeigenblatt? Regen Sie sich auch so über GEZ-Gebühren auf, weil Sie damit Günther Jauchs Salär und Lügen-Nachrichten direkt aus der Regierungsstube bezahlen? Halten Sie den Kopp Verlag, Compact, KenFM, Russia Today, Deutsche Wirtschaft Nachrichten und irgendwelche Youtube-Kanäle für wahrhaftige, ehrliche, unabhängige und neutrale Berichterstatter und vor allem für die letzten tapferen Hüter der Presse- und Meinungsfreiheit? Ja? Dann leiden Sie vermutlich an Paranoia und sollten sich dringend vom Computer fernhalten und einen Eimer Globuli einnehmen.

 „Gegenmedien“ verfolgen eine viel strammere politische Linie als alle „Mainstreammedien“

Es zeugt von großer Absurdität, dass so einige Leute – und vor allem im Netz scheinen sie sich ungebremst zu vermehren – Medien, die jeweils mehr oder weniger unverhohlen eine Agenda verfolgen für unabhängig und objektiv halten. Die Funktionsweise dieser Presseorgane und ihrer Rezeption ist dabei so einfach wie gefährlich: jedes vermeintliche Argument gegen den vermeintlichen Mainstream muss allein schon dadurch wahr sein, weil es gegen den Mainstream gerichtet ist. Punkt. Dass dabei diese Gegenmedieneine viel strammere politische Linie verfolgen als alle Mainstreammedienzusammen, scheint unerheblich zu sein. Man möchte ja sein Weltbild verständlicherweise nicht unnötig verkomplizieren.

Wie ist nun eigentlich mit Pauschalurteilen, die sich derzeit gehäuft über die etablierten, aber auch andere, Medien wie ein Scheißekübel ergießen und ihnen grundsätzliche Käuflichkeit, Kriegstreiberei, Parteinahme und Verlogenheit attestieren, umzugehen? Es ist fast ein alter Hut, klingt langweilig und wahnsinnig abgedroschen, aber Differenziertheit“ heißt hier das Zauberwort. Pauschalurteile sind einfach und bequem und nur selten gut begründet oder hinreichend begründbar. Zwar können sie zuweilen eine wichtige Funktion für Diskurse haben, weil sie Widerrede einfordern und damit zur Klärung von Zusammenhängen beitragen können. An dieser Stelle setzts bei vielen aus. 

Der Vorwurf der Abhängigkeit

 

Ganz beliebt ist z. B. der Vorwurf der Abhängigkeit, der die informative Glaubwürdigkeit im Wesenskern angreift. Es wird im Gegenzug also Unabhängigkeit gefordert. Aber wovon? Unabhängigkeit von Interessen, Meinungen, Geld, Politik, Geheimdienst oder sonstigen heimlichen Einflussnahmen? Der Vorwurf von Abhängigkeit trifft jede Berichterstattung hart und doch ist kein Journalismus unabhängig. In der Unabhängigkeitserwartung liegt ein Anspruch an Objektivität, der nicht erfüllbar ist. Denn bestimmte Quellen, Informationen, Erfahrungen, Perspektiven, Haltungen, Einsichten und sind grundsätzlich nicht objektivierbar. Für den pauschalisierenden Rezipienten ist jede Interpretation von Geschehnissen anrüchig, sofern sie sich nicht mit dem eigenen Weltbild deckt. Wenn sie das doch tut, dann ist alles in Ordnung.

Der Wahn, in jeder Zeile Gut und Böse benennen zu müssen

 

Ja, aber?! Darf man jetzt überhaupt nichts mehr sagen, oder was? Gibt es nicht etwa Skandale, Käuflichkeiten und andere Begünstigungen, Befangenheiten und unredliche Interessenlagen, Vertuschung, Verharmlosung, Beschönigung und Übertreibung? Ja. Und weil es sie eben gibt, ist eine umso differenziertere Auseinandersetzung mit präsentierten Fakten, Meinungen, Hintergründen und Beschreibungen nötig. Pauschalisierungen und der ihnen immanente Wahn, in jeder Zeile Gut und Böse benennen zu müssen, verstellen den Blick auf die vorliegenden Zusammenhänge und schwächen die Urteilskraft, um wirklich bodenlose Journalistinnen und Journalisten von redlichen und gut recherchierenden unterscheiden zu können. Kritik an Journalismus fängt erst da an, wo die aus Versatzstücken weltanschaulichen Wirrwarrs zusammengebraute und wieder ausgekotzte Medienschelte die Gelegenheit zur Widerrede bietet.

Ach, liebe Leserin und lieber Leser, halten Sie das etwa auch für allzu pauschal? Na dann, herzlich willkommen in der Welt der Kommentarspalten.

Bitte unterstützen Sie eine unabhängige Berichterstattung in Regensburg.

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (49)

  • J.R.

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    Also bei regensburg-digital.de geht nun wirklich keiner davon aus, dass irgendein Artikel gekauft sein könnte. Da bestimmt die Nachfrage das Angebot :-)

  • bürgerblick

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    Die Macht der Information.
    Die Mächtigen haben die „Medienvielfalt“ gekauft und bestimmen seit langem bereits das „Gut“ und „Böse“.
    Die Kommentatoren (Bürger) im Internet reiben sich an diesen festgeschriebenen Bestimmungen. Der Journalismus wird von den Mächtigen finanziert (ob über Werbung oder anderweitig direkt). Die Recherche ist nicht mehr „finanzierbar“ bzw. nicht mehr gewollt, weil das Tagesereignis mit immer höherer Darstellungsgeschwindigkeit an den Mann (Frau) gebracht werden soll, damit die Infomeinungsrichtung sich schon zum Zeitpunkt des Ereignisses festmacht.
    Allen Bloom (Amerikaner) schreibt in seinem Buch( „Niedergang des amerikanischen Geistes“) bereits 1988 davon: Wer die Medien beherrscht- beherrscht die Politik- bzw. kann die Gesellschaften steuern. ( Beispele sind : Nordafrikanische Revolution )
    Wir sind mitten drin und keiner kann daran was ändern. Der Journalist ist einer von uns.

  • Florianf

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    Naja nicht gekauft ,aber das hier eindeutig auch ein gewisser Standpunkt der Linksgerichteten Liberalen sehr oft vertreten wird ist auch ausfällig nennen wir es nicht Gekauft nennen wir es die Persöhnliche Politische Einstellung des Herausgebers die wie in den oben erwähnten Medien auch hier einen nicht wirklich Neutralen Blickwinkel wiederspiegeln .
    Keiner ist frei von Meinung aber im bezug auf den Journalissmus wünsche ich mir mehr Fakten weniger Interpretation durch die jenigen die sich für ihn verantwortlich zeichnen.
    Denn die Deutungsgewalt sollte beim Leser liegen und nicht vorgefertigt werden oder manipuliert durch eine Gekonnte und damit meist auch Gewollte nicht objektive darstellung aus sicht des Verfassers .
    Was zählt ist mehr denn je nur die Fakten und nicht deren Auslegung .

  • Bernd Henneberg

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    Das Problem sind doch nicht ein paar verbohrte Wünsch-Dir-Was Journalisten bei den genannten Blogs, sondern das Ziel der Meinungsmache der etablierten Zeitungen. Diese wollen doch z. B. mit aller Gewalt den neoliberalen Austeritätswahn dieser unseligen Regierung hochschreiben. Und das setzt Oswald nun die Krone auf und will alle, die sich nicht damit abfinden wollen, als Spinner und Fantasten abtun. Damit sitzt er mitten in der Falle. Er unterstellt den Blogs Unredlichkeit und übersieht, daß diese Blogs nicht die Weisheit gefressen haben, sondern in Sorge um diesen Staat stehen. Eine Sorge, die er offensichtlich nicht hat!

  • Teilzeitparanoiker_aus_Überzeugung

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    „..ja? Dann leiden Sie vermutlich an Paranoia . “

    sorry, wer mir schon so kommt , und sich anmaßt, meine eigene emotionale Befindlichkeit besser einschätzen zu können als ich, hat verspielt und kann im Anschluß schreiben was er will.

  • semmeldieb

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    die geballte und gut sortierte sammlung an links zu den brandigen themen der gegenwart und deren aufarbeitung durch viele der grössten medien finde ich generell bei „indymedia.linksunten“ und „pi-news“. was scheren einen denn die kommentarspalten und die darin enthaltenen rückstände menschlicher befindlichkeiten unterm strich wirklich??

    links wie rechts fluten diesen „öffentlichen raum“ unter den artikeln gleichermaßen mit ihrem senft. und vielleicht – oder sogar sehr vielleicht – üben sich da manch manipulateure.
    aber das sollte man ertragen können.

    auf jeden fall sparen einem beide genannten portale enorm viel recherchezeit.

  • Bernd Henneberg

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    Da würde ich eher „Nachdenkseiten.de“ empfehlen

  • WernerF

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    Das wäre ja was ganz neues, wenn man alle Journalisten kaufen müsste, um eine mediale Lufthoheit zu erhalten. Jedes Netzwerk kann eine Attraktion ausüben und hat kostenlose Zuarbeiter. In Lobby-Organisationen wie Atlantikbrücke oder Aspen-Institut und viele andere kommt man sogar nur auf Einladung rein. Leute wie Claus Kleber und Josef Joffe, um zwei bekannte Beispiele zu benennen, sind natürlich Günstlinge, sie sind aber auch Vorbilder, zumindest für einige und sie sind in Machtpositionen. Victoria Nuland sprach am 13.12.2013 von 5 Milliarden Dollar Kosten seit 1991 für den Regimechange in der Ukraine, hinzu kommen Adenauerstiftung und andere „gemeinnützige“ Organisationen: „We have invested more than 5 billion dollars to help Ukraine to achieve these and other goals.“ Also, Budget ist vorhanden und kein vernünftiger Mensch wird erwarten, dass jeder Artikel bezahlt wird. Wenn genügend Hass gesät wurde, bekommt das System irgendwann ohnehin eine Eigendynamik und die Logorrhoe nimmt freien Lauf: da wird dann beispielsweise von Wahnwichteln und Paranioa gefaselt und Globoli kübelweise verordnet. Lassen wir die Kirche im Dorf, wer würde für solchen Schmarrn schon Geld ausgeben?
    http://www.heise.de/tp/news/Realsatiriker-Josef-Joffe-gibt-Zugabe-2412743.html

  • Dietmar

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    Ich gebe dem Artikel im Kern natürlich recht.
    Wenn man aber hier Aufklärung und Überzeugungsarbeit leisten will, kann man dies nur durch Fakten und nicht durch einen pauschalen Kommentar tun.

    Allerdings gibt es sicher angenehmeres und sinmvolleres für einen Journalisten, als Tag ein, Tag aus KenFM und Konsorten zu widerlegen…

  • Dolittle

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    Differenziertheit empfiehlt der Autor in der Mediendebatte. Man kann das auch Aufklärung nennen. Oder Vernunft. Das ist anstrengend. Aber es hilft.

    Verschwörungstheorien werden den komplexen Ursache-Wirkungsbeziehungen in der Berichterstattung wahrlich nicht gerecht. Wer den Ideologen der einen oder anderen Seite auf den Leim geht, wer nicht in der Lage ist, bezahlte oder interessengeleitete Berichterstattung zu entlarven, der nutzt nicht die Möglichkeiten, die eine liberale Gesellschaft dem mündigen Bürger zur Verfügung stellt. Wer der Propaganda des „Handelsblattes“ glaubt, ist genauso dämlich, wie der werte Leser der „Jungen Welt“, die schon immer wusste, wo Gut und Böse stehen.

    Wenn es doch so einfach wäre. Ich erwarte von gutem Journalismus, dass er mir etwas erklärt: Entweder, was wo passiert. Oder warum der geneigte Beobachter der Vorgänge eine bestimmte Meinung dazu hat. Und vor allem auch, wenn der Beobachter Dinge nicht weiß. Oder er keine feste Meinung hat. Redlichkeit also. Dafür muss dann der Journalist auch nicht meine Meinung vertreten. Aber mich vielleicht neugierig auf seine Meinung machen. Dafür muss er Schwächen zugeben, Nichtwissen zugeben, Fragen stellen – und nicht sogleich beantworten. Das war einmal klassischer Ethos der BBC – und ich finde es auch heute noch im Deutschlandradio, in manchen Artikeln in der Qualitätspresse, in manchen Beiträgen des öffentlich-rechtlichen TV, nicht selten in Blogs und Onlinemedien.

  • Roland Hornung

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    Natürlich hat der (sehr gute) Artikel im Kern recht. Danke dafür. „Verschwörungstheorien“ a la Kopp-Verlag, KenFM und Co. sind eigentlich lächerlich. Viele dieser (dümmlichen) Verschwörungstheorien wenden sich gegen „die Juden“ und „gegen Israel“. Obwohl kundige und aufgeklärte Leser eigentlich solche Verschwörungstheorien meist schnell erkennen und entlarven, babbeln leider doch erschreckend viele solchen dummen Mist nach und verhelfen diesem Quatsch, leider oft auch mit antisemitischem Inhalt, somit zur Verbreitung. Gerade jetzt in den „Aktionswochen gegen Antisemitismus“ (www.aktionswochen-gegen-antisemitismus.de) sollte man derartiger Hetze, derartiger Menschenfeindlichkeit einen deutlichen Riegel vorschieben und solchen Schund in den Abfalleimer der Geschichte entsorgen.

  • Alfons Dieterle

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    Henneberg hat gleich mal vorgeführt, was Martin Oswald vollkommen zu recht als Paranoia bezeichnete.

    Sein Satz „..Meinungsmache der etablierten Zeitungen. Diese wollen doch z. B. mit aller Gewalt den neoliberalen Austeritätswahn dieser unseligen Regierung hochschreiben.“ beinhaltet den kompletten Wahnsinn der Leserkommentierung.

  • Mathilde Vietze

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    Obwohl zu diesem Thema auf RD teilweise
    haarsträubender Unsinn gepostet wurde,
    steht doch fest, daß „regensburg-digital“
    n i c h t zu dieser Spezies von Medien ge-
    hört. Und das muß deutlch hervorgehoben
    werden.

  • Strelo

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    Schön, dass es noch Menschen gibt, die an das Gute glauben. Vermutlich auch eine Verschwörungstheorie… die Verschwörung des Guten gegen das Böse (George Bush und andere Gutmenschen lassen Grüßen)

  • Jürgen

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    Was für ein launiger Artikel. Solche Beiträge nennt man „anbiederndes Schleimen“; soll diese Herabwürdigung der kritischen Leser ein Karriere-Sprungbrett sein? Selbst die Springerpresse würde nicht solchen Müll schreiben, und das sollte uns zu denken geben. Leser, die nicht jeden Blödsinn, den man ihnen unisono offeriert glauben, sind also paranoid. Hey Oswald, wach auf!

  • DaW

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    Herr Oswald, Sie schreiben:

    „Für den pauschalisierenden Rezipienten ist jede Interpretation von Geschehnissen anrüchig, sofern sie sich nicht mit dem eigenen Weltbild deckt. Wenn sie das doch tut, dann ist alles in Ordnung.“

    … und haben damit sowas von recht. Ein gutes Beispiel ist die Rezeption des NDR-Magazins „zapp“: Die gleichen Leute, die es vor wenigen Monaten wegen seines Interviews mit Gabriele Krone-Schmalz abfeierten, bewerfen es nun mit Schmutz, weil es doch tatsächlich RT Deutsch kritisiert hat.

  • W. Schmidt

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    Sehr geehrter Herr Oswald, ist Ihnen auf Ihrem hohen Ross schon einmal in den Sinn gekommen, dass Sie vielleicht ebenso Versatzstücke weltanschaulichen Wirrwarrs zusammenbrauen und wieder auskotzten? Aber beschimpfen Sie die Leser ruhig weiter, Sie haben nichts verstanden.

  • Marita

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    Ich halte die Journaille nicht für verkauft, sondern schlicht und ergreifend für einfältig und faul. Mit dem Internet ist das mehr als augenfällig geworden. Es wird nur noch abgeschrieben. Ein einigermaßen reputiertes Medium setzt eine Meldung in die Welt, und alle stürzen sich drauf, hauen in dieselbe Kerbe, und keiner fragt nach, ob die Meldung auch nur plausibel ist. Kritisches Nachfragen, Recherchieren und Analysen sind absolut Fehlananzeige. Deshalb ist es gut, dass es „Kopp Verlag, Compact, KenFM, Russia Today, Deutsche Wirtschaft Nachrichten“ gibt. Da kann man sich ein Bild machen, wie es auch sein könnte und seine eigenen Schlüsse ziehen. Die Wahrheit gepachtet hat nämlich niemand. Und schon gar nciht die angeblich „Guten“ im Westen.

  • Helmut

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    „Dann leiden Sie vermutlich an Paranoia und sollten sich dringend vom Computer fernhalten und einen Eimer Globuli einnehmen.“
    Herr Oswald, dann lesen Sie mal das neueste Buch von Herrn Ulfkotte über den gekauften Journalismus in Deutschland. Die dort aufgeführten Fakten kann auch Ihre „anbiedernde Schleimerei“ in o.g. Artikel nicht widerlegen. Es hat den Anschein, dass das Einzige was Sie wirklich erreichen wollen Ihre eigene Kariere ist. Solche Typen wie Sie werden als „Qualitätsjournalisten“ gesucht.

  • kleitos

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    Ich würde mir wünschen seitens der Medien mit nachprüfbaren Informationen versorgt zu werden. Interpretieren kann ich diese dann alleine. Das ist nicht die Aufgabe von Journalisten. Das kann jeder in irgendwelchen Kommentaren tun – auch Journalisten.

    Angesichts der Reaktion von Jörg Schönenborn und Tom Buhrow („westlichen Positionen zu verteidigen“) auf die Kritik des Publikumbeirats der ARD bzgl. der Berichterstattung zur Ukraine den kritischen Rezipienten eine fehlende Differenziertheit zu unterstellen ist jedoch schon starker Tobak …

  • meykosoft

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    Dazu eventuell ein paar „länger gereifte“ Medieneinschätzungen von Medienfachleuten:

    „Es ist kein Spaß, sich mit dem Kartell aller großen Häuser anzulegen. Wer will Springer, Burda, »Süddeutsche«, »FAZ«, DuMont und die »WAZ«-Gruppe gegen sich haben? Natürlich sagen Mathias Döpfner, Frank Schirrmacher oder Hubert Burda ihren Redakteuren nicht, was sie schreiben sollen. Das wissen die schon von allein.“ (Jakob Augstein / Spiegel 23.06.2011) ( http://bit.ly/1zps00K l)

    „Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten“. (Zitat des Gründungsherausgebers der FAZ, Paul Sethe, in einem Leserbrief im Spiegel vom 5. Mai 1965)

    „Wesentlich an einer Zeitung ist zunächst und vor allem, was sie bringt, und was sie nicht bringt. Niemand wird annehmen, dass täglich stets grade so viel geschieht, wie in sechzehn Seiten hineingeht – aber fast jeder wird annehmen, dass da das Wesentlichste, gewissermaßen der Extrakt aller täglichen Geschehnisse, zu lesen sei. Ich glaube nicht, dass das der Fall ist. Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen – und von dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch. Jede Zeitung hat eine Reihe Personen, Dinge, Interessensphären, die tabu sind – von ihnen wird niemals, weder im guten noch im bösen Sinne, gesprochen.“(Kurt Tucholsky /Die Weltbühne, 13.10.1921)

    “Bis zum heutigen Tag gibt es so etwas wie eine unabhängige Presse in der Weltgeschichte nicht. Sie wissen es und ich weiß es. Es gibt niemanden unter ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben und wenn er es tut, weiß er im Voraus, dass sie nicht im Druck erscheint. Ich werde jede Woche dafür bezahlt, meine ehrliche Meinung aus der Zeitung herauszuhalten, bei der ich angestellt bin. Andere von Ihnen werden ähnlich bezahlt für ähnliche Dinge und jeder von Ihnen, der so dumm wäre, seine ehrliche Meinung zu schreiben, stünde auf der Straße. Wenn ich meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung veröffentlichen würde, wäre ich meine Stellung innerhalb von 24 Stunden los. Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des Mammon zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr tägliches Brot. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Strippen und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Fähigkeiten und unser ganzes Leben sind Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte.”
    (John Swinton, ehemaliger Chefredakteur der New York Times im Jahre 1889)

    Ach ja, und noch`n alter Haudegen:
    „Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse, in Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten. Überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.“ (Johann Wolfgang von Goethe/ http://bit.ly/Rh3nD1)

  • Mr. T

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    Wirklich schön, wie die Koppianer hier anspringen. Genau die und ahnlichen Geistes Kinder sind gemeint in diesem guten Kommentar. Nicht umsonst heute geadelt vom bildblog.

  • WernerF

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    Die Argumentationsmuster in dem Kommentar sind nicht „sehr gut“, wie jemand irrtümlich meint. Die Argumentation hat beispielsweise folgende Struktur: Inhalte interessieren gar nicht, weil XY dies sagt und XY Verschwörungstheoretiker, krank , Antisemit oder sonst was ist. Also, es werden die Urheber nicht die Inhalte kritisiert, das ist gefährlich und widerlich.

    Natürlich kann man es gut finden, dass derjenige der im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die Nachrichten serviert, ein Günstling der Atlantik-Brücke ist, sind aber deshalb jene, die das nicht so sehen krank? Die sinnvolle Forderung nach Differenziertheit wird so zur Waffe deren Funktion es ist, den anderen ohne Beweise Undifferenziertheit zu unterstellen.

    Ähnlich, obschon noch eine Stufe tiefer, ist die Behauptung, dass journalistische Objektivität und Unabhängigkeit unerfüllbar seien und der „pauschalierende Rezipient“ mit dieser grundlegenden Erkenntnis überfordert sei. Hier spricht ein Blinder von Farben, und es liefert einen Erkenntnisgewinn, wenn er dafür Zuspruch aus dem eigenen Lager bekommt.

  • hhaien

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    Man sollte nur der Berichterstattung der großen Medien vertrauen. Wenn die berichten, das sich die Sonne um die Erde dreht, dann ist das so und man sollte anderen »Verschwörungstheorien« verbreitenden Medien nicht trauen.
    Der Irak hatte schließlich Massenvernichtungswaffen – auch wenn keine gefunden wurden, Syrien setzte Chemiewaffen ein – obwohl keine Beweise dafür erbracht wurden, Russlands Truppen strömen mit samt Panzern und Fahrzeugen ununterbrochen in die Ukraine ein und gelegentlich auch wieder raus. Mittlerweile sollte sich vermutlich die gesamte russische Armee dort befinden, Selbst die beste NATO-Technik konnte sie zwar weder beim Einmarsch entdecken, noch beim Kämpfen, noch beim teilweisen Abzug, aber wenn die deutschen Hauptmedien das bestätigen, dann ist das so. Jeder der auf anderen Seiten eine andere Ansicht verbreitet, ist entweder ein Verschwörungstheoretiker, oder von Russland bezahlt.

    Natürlich glaube ich nicht zu 100 % allen Berichte aus alternativen Quellen, aber ich bilde mir eine eigene Meinung und immer öfter stimmt sie mit anderen überein. Es ist ja so, je öfter den sog. Mainstream-Medien, inkl. GEZ-Medien, eine unwahre Berichterstattung oder Propaganda nachgewiesen wird, desto weniger glaubt man ihnen. selbst wenn sie »aus Versehen« mal was Wahres berichten. Seit dem damaligen Russland-Georgien Konflikt, wo Russland anfangs auch wieder der Hauptschuldige war, habe ich mir angewöhnt, bei Berichten über Russland von deutscher Seite aus, mich auch noch aus den russischen (deutschsprachigen) Medien zu informieren. Die angebliche Schwulen.Verfolgung in Russland war ja schon extreme Propaganda. Nach meiner Meinung ist die derzeitige (aus diesem Jahr) Anti-Russland/Putin Propaganda sogar noch schlimmer, als die Anti-westliche Propaganda damals in der DDR. Karl-Eduard mit seinem Schwarzen Kanal war dagegen noch harmlos.

  • Aleksandar

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    Ich frage mich ja: Wie kommt das eigentlich, dass unter jedem Artikel, der mal wagt zu bemerken, dass die vermeintliche „Medienkritik“ in Wahrheit größtenteils ein Haufen (in diesem Fall tatsächlich) gleichgeschalteter Hass-triefend.rechtslastiger Dünnschiss ist, die Kommentarspalten sich sofort mit den (in diesem Fall tatsächlich) Gleichgeschalteten Hass-triefenden-Dünnschiss-Peroduzenten anfüllt? Es ist ein Phänomen.

    Und Herr Oswald: Sie haben es bisher mit am schönsten Ausgedrückt. Nützt ja nur nichts.
    Ich persönlich denke übrigens, dass mit unseren Medien im allgemeinen alles in Ordnung ist, unsere real existierende Pressefreiheit sorgt schon ziemlich gut für Fehlerkorrekturen und kritische Berichterstattung, auch unter den Medien über die Medien. Das ist ja genau der Grund, warum das Klientel, dass nur eine Meinung zulässt, nämlich die eigene, so wild kreischt. Das hätten sie auch schon immer getan, nur endlich haben sie mit dem Internet ein Megaphon bekommen. Ich glaube eher: Weil so viele Trottel, wie auch in dieser Kommentarspalte wieder, so laut jaulen in ihrer Sehnsucht nach „Die Ausländer sind unser Unglück“-Schlagzeilen und Verschwörungs-Nonsens in der Tagesschau, wird nach dem „irgendwas muss ja dran sein“ eine Mediensorge vermutet, die viel weniger akkut und berechtigt ist, als manche annehmen.

  • Sebastian M.

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    Am Beispiel Russland-Ukraine-Berichterstattung:
    Es stört mich nicht etwa das negativ über Russland berichtet wird. Es gibt viele gute Gründe negativ über Russland zu berichten (so wie es bei allen Möglichen gute Möglichkeiten gibt negatives hervorzuheben). Es stört mich das schlecht recherchierter Sensationsjournalismus betrieben wird über die vermutlich unsichtbarste Invasion der Kriegsgeschichte und das damit einhergehend mein Glaube an guten Journalismus zumindest bröckelt.
    Wenn bei diesem Thema so berichtet wird wo jeder von uns mit ein bisschen Grips selbst recherchieren kann wo z.b. ein Bild wirklich aufgenommen wurde und ob die russischen Truppen nicht beim russischen Donetzk stehen statt wie behauptet beim ukranischen – wie ist es dann mit den Themen wo ich keine Ahnung habe um die Informationen zu validieren?

    Warum habe ich überhaupt das Bedürfnis die Informationen zu validieren? Vermutlich weil ich mehr als einmal zuviel Artikel gelesen habe die bei näherem Lesen oder im Nachhinein durch Recherchen Dritter als Unwahrheiten herausgestellt hatten. Für mich erfüllen die Journalisten nicht mehr die Rolle desjenigen der für mich die Fakten recherchiert und mich informiert. Sie stoßen mich eher auf Themen über die ich mich dann selbst informieren möchte und oft genug ist es nicht möglich mich soweit zu informieren wie es nötig ist um meinen Wissensdurst zu befriedigen. DAS ist für mich die Frustration mit der aktuellen Situation und ich sehe nicht das es auf kurz oder lang anders wird.

  • meykosoft

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    „Der Mythos, um den sich die mediale Darstellung des Ukraine-Konflikts gruppiert, lautet: „Eine demokratische Opposition verteidigt sich gegen einen autokratischen Herrscher.“ “

    Weitere Überlegungen zur „Produktion von Mainstream“:

    http://bit.ly/1xTb9nM

  • Mr. T

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    @Aleksandar: full ACK

    Das Problem mit den Verschwörungsfuzzies ist eben, dass alles was Ihr mehr oder weniger irres Bild bestätigt, sie belegt, und alles, was gegenteilig ist, erst recht beweist, dass sie Recht haben. Somit bestätigt Martin Oswald die Existenz der gleichgeschalteten Systempresse ;)

  • lupe

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    „Dann leiden Sie vermutlich an Paranoia und sollten sich dringend vom Computer fernhalten und einen Eimer Globuli einnehmen.“

    Oha, dann bin ich vermutlich seit fast zehn Jahren krank.

  • Seriöser Kritiker

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    Es wird im Artikel nicht klar, inwieweit der Autor von aggressiven Kommentaren betroffen ist. Warum die gesamte Journalistenschaft in Schutz nehmen, einschließlich des Teils, der das nicht verdient, statt einfach seine Arbeit im kleinen gut zu machen? Oder wenigstens besser zu differenzieren. Es gibt nicht nur „Kopp Verlag, Compact, KenFM, Russia Today, Deutsche Wirtschaft Nachrichten“, die Medienkritik reicht weit ins seriöse Lager hinein, Beispiel: Nachdenkseiten, oder sind die jetzt auch VT-ler?

    Es ist nun mal so – die Vielzahl alternativer Quellen im Internet macht es deutlich – von den Leitmedien wird man häufig schlecht informiert, die Beispiele journalistischer „Ausrutscher“ will ich jetzt nicht alle aufzählen. Wenn selbst seriöse und wohlmeinende Kritiker journalistischen Fehlverhaltens wie Stefan Niggemeier von den Kritisierten als Spinner in die Ecke gestellt werden, dann ist zu befürchten, dass die Fehlentwicklungen (Kritiklosigkeit gegenüber eigner Regierung, Einseitigkeit in der Berichterstattung, Intransparenz bei Quellen, fehlende Richtigstellungen bei Falschmeldungen, Treibjagden etc.) nicht mehr zu korrigieren sind.

    Und dann kommt eben Konkurrenz ins Spiel, und die ist oft (nicht immer!) laut, aggressiv, unseriös und hat manchmal auch eine unappetitliche Agenda. Wobei Anti-Mainstream-Medien eben auch interessante Sichtweisen bringen können, die von den Hauptmedien vernachlässigt, verschwiegen oder lächerlich gemacht werden (ein aufschlussreiches Beispiel war die RT-Version über den ZAPP-Besuch vor ihrem Studio – Reporter wie jener NDR-Mann bringen ihren Berufsstand in Misskredit).

  • Frank Loizzi

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    Der Autor möge doch bitte seine eigenen Ratschläge anwenden und seinen trotzigen Blick, auf die anhaltenden Zweifel der denkenden Bevölkerung, nicht mit dem üblichen Verschwörungsbrett vor dem Kopf einschränken. Es gibt viele Spinner, es gibt bezahlte Spinner, es gibt Trolle. Doch es gibt auch sehr viele gute und richtige Kommentare. Tatsächlich ist es oftmals interessanter die Kommentare zu einem Artikel zu lesen, als den Artikel selbst.

    Das eigentliche „Problem“, das in den letzten Jahren für die schreibende Zunft erschienen ist, ist doch, den Widerspruch zu den geäusserten Sachverhalten auszuhalten. Gut ein Jahrhundert war es dem Leser nur über Leserbriefe möglich, einen Artikel zu kommentieren. Ein Anspruch auf Veröffentlichung bestand nie. Jetzt kann auch das gemeine Volk die schnodderige Schnautze aufreissen, wobei dabei eben nicht dieses normierte Medienneusprech heraus kommt. Damit zusammenhängend muss jeder Leser die teilweise widersprüchlichen „Fakten“ des einen Autors, mit denen eines anderen Autors sinnvoll verarbeiten. Was im Zeitalter der Verfügbarkeit internationaler Medienquellen einen zunehmenden Vertrauensverlust bewirkt.

    Um es mal deutlich zu formulieren: Man kann euch beim Lügen zuschauen.

    Das man als Nachrichtenkonsument nach Alternativen zu einer gesteuerten Berichterstattung sucht, ist daher ganz natürlich.

  • Terry Pratchett

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    „Welche Namen geben Sie Ihren bevorzugt konsumierten Medien über die Sie sich am meisten echauffieren? „Gekaufter Journalismus“, „Gutmenschenpresse“, „Systemmedien“, „Kriegstreiber“ oder wahlweise „Anzeigenblatt“?“
    nein, nein, nein, ja und ja

    „Regen Sie sich auch so über GEZ-Gebühren auf, weil Sie damit Günther Jauchs Salär und Lügen-Nachrichten direkt aus der Regierungsstube bezahlen?“
    aber sowas von

    „Halten Sie den Kopp Verlag, Compact, KenFM, Russia Today, Deutsche Wirtschaft Nachrichten und irgendwelche Youtube-Kanäle für wahrhaftige, ehrliche, unabhängige und neutrale Berichterstatter und vor allem für die letzten tapferen Hüter der Presse- und Meinungsfreiheit? Ja?“
    nun kommen sie mal, nur weil ich weiter oben 1 – n mal mit „ja“ geantwortet habe, muss ich noch lange nicht bescheuert sein.

    „Dann leiden Sie vermutlich an Paranoia und sollten sich dringend vom Computer fernhalten und einen Eimer Globuli einnehmen.“
    hat doch mein sprüche-kalender heute gesagt: „Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.“

  • olli

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    Auch wenn ich die Ansicht des Autors nicht teile, so bin ich doch für diesen Kommentar dankbar.
    In seiner angriffslustigen Art regt er doch dazu an, die Punkte des Autors zu hinterfragen und die eigenen Positionen und Argumente nochmal durchzudenken. Ein nicht unbedeutender Diskursbeitrag also, der mich mir unter anderem die Frage stellen läßt, was ich eigentlich von „gutem“ Journalismus erwarte. Eine Frage, von der ich glaubte, sie vor der Lektüre des Kommentars ohne zu zögern beantworten zu können. Jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher…
    Von mir deshalb ein ernstgemeintes „guter Beitrag“!

  • Jeanette Kamrowski

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    Ein Gedanke den ich neulich zum Thema Medien gelesen habe, nicht mein Eigener finde nur die Aussage darin zum Nachdenken.
    „Auf seinen Job ist jeder Repoeter, Nachrichtensprecher, Moderator, Ressorleiter, Chefredakteur usw. angewiesen (Amnerkung von mir: Wie jeder anderer Arbeiter, Angestellt usw. auch) und hat in der Konsequenz den von oben kommenden Anweisungen Folge zu leisten (Anmekung von mir: oder tut es aus Überzeugung oder denkt nicht darüber nach oder hat eine andere Motivation).
    Im Vergleich zum Eigentümer ist selbst der Vorstandsvorsitzende (Anmerkung von mir: Der weis daß und lässt sich dafür ausreichend entschädigen) eines Medienkonzerns einzig eine kleine Nummer.
    Derjenige, der ausschert, wird mundtot gemacht oder fliegt alternativ raus.“
    (Michael Mross *1958)
    Jetzt kann man sagen diese Aussage stammt von eine Verschwöhrungstheoretiker und hat keine Wert, darf jeder für sich sehen wie er möchte.

  • Helmut

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    Oswalds gewohnt launische Kommentare gehören allerdings auch nur in die Kommentarspalte.

    Mit schwammiger Häme kommt man den von ihm beschriebenen Umtrieben nicht bei. Vor allem ist es kontraproduktiv, wie die zahlreichen Kommentare belegen.

    Der einzige Ansatz ist ‚debunking‘ von Mythen durch Fakten, wie es z.B. ein Niggemeyer macht. Das wäre natürlich mehr Arbeit, unterscheidet aber den seriösen Journalisten vom gemeinen Blogger.

    So könnte man aber vielleicht auch die Zielgruppe erreichen und überzeugen, auf die der Artikel eigentlich abzielt.

  • Itaia Muxaic de Ricart

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    Meine Analyse: Die „Deutsche Welle“ spielt auserhalb der BRD mit TV, Radio, und Pressdienst in 60 – 80 Nationen die Rolle der „Stimme Deutschlands“ – ist aber offensichtlich in geopolitischen Aspekten die „Voice of America“ – und vertritt nur die geopolitischen Interessen der USA. Tatsache ist dass die wichtigsten „Journalisten“ der DW in „Viriginia“ (von wem ?) und in Washington.D.C. von der „Voice of America“ trainiert werden, Die DW erhaelt vom BRD Bund 2014 , Euro 350 Millionen, and hat in BRD und weltweit 3,000 Journalisten und „Mitarbeiter“. (Dazu kommt das die deutschen Schulen, NROs, und „Stiftungen“ weltweit eine unbekannte Anzahl von Deutschen und Auslaendern anstellen ,welche auch sehr eifrig fuer die geopolitischen Ziele der USA wirken…)

  • Dieter Wachholz

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    Was für eine glänzende Gegenrede zu all den „Pauschalurteilen aus dem Scheißkübel“ über den deutschen Journalismus – z.B. aus dem berüchtigten Kopp-Verlag, von Ulfkotte und anderen Dreckschleudern. Der junge Autor Martin Oswald wird jetzt wohl einen Shitstorm der diversen Trolle ernten. Von hier aus aber: nur Lob, Dank und Respekt:)

  • Susanne Dumont

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    Trefflich anlaysiert und gut geschrieben.
    Schönste Grüße aus Wien :), Susanne

  • Nazienkel

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    Regensburg-digital wurde ja zu Artikeln über die Wahnmacher, welche sich auch hier im Kommentstrang „kritische Bürger“ nennen, schon geflutet. Da war der kritische Geist der Aluhüte schon zu bewundern.

    Die können es sich eben nicht vorstellen, dass jemand gegen diese Meisterwerke an regressiver Aufkrung sein kann, ohne wahlweise von CIA, Hasbara oder Homolobby finanziert zu werden…

    Dagegen bei Ken Jebsen, Elsässer, rtdeutsch und Konsorten natürlich die Wahrheit zu finden. Eigentlich konsumieren und glauben die Leute diesen Stuss aber, weil sie sich in ihren Ressentiments bestätigt fühlen…

    Vielen Dank für diesen Artikel!

  • Samira

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    Der Glaube versetzt Berge, sagte Jesus und lasst doch den Leuten ihr Globuli, Paracetamol ist auch schädlich. Kleinlich ist der, der andere verurteilt und helfen kann man sowieso nicht.

  • Gerhard Brouwer

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    Interessant, sich querbeet über die unterschiedlichsten Meinungen und Erfahrungen mit der Presse (ein Bekannter von mir regt sich schon darüber auf, wenn die gedruckten Medien Presse genannt werden), mit der Presse also konfrontiert zu sehen. Über Journalismus online und offline nachzudenken, wurde bei mir dringlich bei der Ukraineberichterstattung (inklusive TV). Selten mich so nach Nachdenkseiten gesehnt zu haben!

  • Lel

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    Sorry, aber ein Kommentar zum Thema Meinungsmache ausgerechnet von euch als linkes Blättchen? Selten so gelacht, danke!

  • Egbert

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    Hallo Herr Oswald,

    ich glaube, es geht diesen Medien gar nicht darum, immer recht zu haben oder den Mainstreamlournalismus schlecht zu machen. Jedoch wird mal das Pferd von anderen Seiten aufgezäumt, nicht nur am Schwanz, dort sind nämlich kaum noch Haare. Selber denken ist nach wie vor unerlässlich.

    Und machen wir uns nix vor; gerade die Hauptmedien haben in den letzten Monaten so viele eklatante Fehlinformationen verbreitet, haben es geschafft innerhalb kürzester Zeit ein gutes Verhältnis zu Rußland komplett zu vernichten, ohne auch nur ansatzweise, außer in kleinsten Nischen als Kommentare oder Dokus getarnt, mal Objektivität in die Sache zu bringen. Kluge Kommentare und auch gute Argumentationen werden kaum bis gar nicht reflektiert, man setzt sich einfach nicht damit auseinander, stattdessen versucht man durch attakieren und denunzieren derjenigen Person, die nicht medienkonform argumentiert, diese unglaubwürdig zu machen, was letztlich wieder seinen trasurigen Höhepunkt erreichte, als man Gabriele Krohne Schmalz in der Burda (Focus) Presse Huffington versuchte madig zu machen. So etwas empfinde ich als eine Entmündigung und Beleidigung des Intelligenzbürgertums, von anderen Propagandaformaten kann ich nicht mehr berichten, da ich es inzwischen vermeide mir das Weltgeschehen NACHgeRICHTET anzusehen.
    Die „großen“ sollten einfach die Leserschaft wieder ernst nehmen, es soll auch Leute geben, die gerne selber denken. Ich will nicht Claus Klebers Gedanken wissen, die sind mir wirklich egal. Neutralität in der Berichterstattung ist sowieso seit Jahren ein weitentferntes Ziel, dann doch mind. 2 Seiten der Propaganda….;-)

  • Jonas Stolz

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    Vielen Dank für die Einladung zu Kommentar schreiben. Ja ich halte diesen Artikel tatsächlich für zu Pauschal und möchte daher gerne zur Differenzierung beitragen. Die Montagsmahnwachen sind eine Komplexe Bewegung die in sich nicht homogen ist. Der gemeinsam Konsens ist die Forderung nach einer friedlicheren Politik. Es gibt dabei zwilichtige Gestalten wie Jürgen Elsässer, es gibt etwas unberechenbare emotionale Redner wie Ken Jebsen und es gibt relativ klassische linke friedens aktivisten die stets auf ein Gewaltfrei Kommunaktion achten wie Pedram Shahyar. Ken Jebsen vereinigt die vielfalt in gewissem maße in einer Person. Es gibt Reden von ihm die aggressiv und irgendwie auch hetzerisch sind und es gibt andererseits auch Hervorragende Reden von ihm in denen er die Sachen auf den Punkt bringt ohne dabei aggressiv aufzutreten. Bei KenFM gibt es viele tolle Beiträge. Beispielsweise gibt es ein 2 Stunden langes Interview mit Jürgen Grässlin Autor des Buches „Schwarzbuch Waffenhandel“. Auch die Behauptungen Ken Jebsens das es gezielte Diffamierungskampagnen gegen unbequeme Journalisten gibt. Man muss sich nur mal die Umstände anschauen unter denen er aus seinem ehemaligen Sender geflogen ist. Zu diesem Zeitpunkt war jeglicher Antisemitismusvorwurf völlig aus der Luft gegriffen. Das kam im nachhinein auch raus aber da war es schon zu spät. Es gibt diese versuche Menschen mundtot zu machen die auch häufig erfolgreich sind.
    Ich finde man muss die Montagsmahnwachen trotz eines gewissen Anteils an Spinnern ernst nehmen. Das meiste was dort gesagt wird hat seine berechtigung. Ist vielleicht teilweise etwas überspitzt formuliert aber im Kern richtig. Ein Differenzierte Kritik an den Mahnwachen ist zu begrüßen. Leider überwiegen pauschalurteile und generelle Diffamierung. Die schlimmesten diffamierungen kommen übrigens zugegebenermaßen nicht aus den Mainstream Medien sondern ebenfalls aus dem Internet. Ich gebe dem Autor recht, dass Kritische Mainsteam Medien die einzig zufriedenstellende Lösung sind. Randerscheinungen im Internet können diese nicht ersetzen. Nicht jeder verfügt über einen Kritischen Geist und kann zwischen hetze und berechtigter Kritik unterscheiden. Wenn sich aber die Mainsteam Medien zu weit von und dann auch noch einseitig von der Wahrheit entfernen, dann hat man keine Wahl als im Internet sein Glück zu versuchen. Wenn die Mainstream Medien so unglaubwürdig werden, dass selbst die leichtgläubigen sich von ihnen abwenden wird es gefährlich, denn diese laufen dann häufig direkt dem nächsten Demagogen in die Arme.
    Ich sehe die Montagsmahnwachen dabei eher als einen Ramen welchem sich Spinner wieder etwas mäßigen können. Das eigentlich Problem kann aber nur gelöst werden wenn die Mainstream Medien unabhängiger und ausgewogener werden.

  • Dieter

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    Geschickt getarnt, dieser Russentroll Egbert, aber nicht gut genug… Die Erkenntnis, die deutschen Medien hätte das „gute Verhältnis zu Russland komplett vernichtet“ ist so haarsträubend´- exklusiv sowieso – dass sich für sich und gegen den Urheber spricht. Genau so trommelt der Propagandasender Russia TV, genau so klingt es von den immer und alles auf Basis ihres eigenen wirren Weltbilds pauschalisierenden Ulfkottes der Republik. Aber eine stabile Demokratie kommt zum Glück auch mit diesen Verirrten, Verwirrten zu Recht.

  • Dieter

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    P.S. Von den Opfern Putins mal ganz zu schweigen, die Ansichten wie jene von Egbert beleidigen.

  • WernerF

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    Nachdem die Frage gestellt wurde, welches Lager den Kommentar gut findet, habe ich mir die Personen und Trolls angeschaut und die Anmerkungen zugeordnet. Wer unterstützt den Kommentar? Welche Unterstützerstrategien fallen auf? Es werden Menschen Gruppen und Medien nach gewissen Stigmata beurteilt und es wird deren gesellschaftliche Isolation gefordert bzw. deren Reichweite beklagt, Arzneimittel verordnet, den angegriffenen wird keine Menschenwürde entgegengebracht, sie werden der Lächerlichkeit preisgegeben. Eine inhaltliche Diskussion über Leistungen und Fehlleistungen der Presse findet seitens der Unterstützer nicht statt und das Stigma der Stigmatisierten wird von dem „Lager“, das wie eine Ratingagentur agiert , selbst vergeben: Friedensmahnwachteln, pauschalierender Rezipient, paranoid, Verschwörungsfuzzies, Hass-triefende Dünnschiss-Produzenten, Dreckschleudern, Wahnmacher, Antisemiten (indirekter Vorwurf), Koppianer, Trottel, der kritische Geist der Aluhüte, Russentroll.

    Neben der menschenverachtenden Sprache fällt eine Kritiklosigkeit gegenüber den politischen Akteuren auf, die „Aleksander“ auf den Punkt bringt: „Ich persönlich denke übrigens, dass mit unseren Medien im allgemeinen alles in Ordnung ist, unsere real existierende Pressefreiheit sorgt schon ziemlich gut für Fehlerkorrekturen und kritische Berichterstattung“ Soviel Zufriedenheit kann man nur ausstrahlen, wenn man im, warmen Nest der Mächtigen sitzt.

  • MarioF

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    Wenn, gerade aus dem juvenilen Alter entschlüpfte, Provinzjournalisten ihren Berufsstand verteidigen wollen und die Erweiterung und Informationsvielfalt des Internets eher als zweitklassiges Geschwurbel abtun möchten: dann bestätigt es das stets abnehmende Niveau der Medien. Karl Kraus, der scharfe Kritiker der Presse und des Hetzjournalismus, prägte nicht umsonst den Begriff Journallie – als Analyst der Kriegshetze, die zum ersten Weltkrieg führte. Einem Martin Oswald, mit Pauschalisierungen fix, fehlt sichtbar das politische Verständnis. Schon im ersten Semester lernt jeder Journalistikstudent eines: das Journalismus Stimme des Zeitgeistes ist – und nur im BESTEN Fall profunden Sachverstand erfordert. Es ist so leicht(sinnig) seine Leser mit Moralkeulen von der Suche nach besserer Information abhalten zu wollen. Zum Glück zeigen die Verkaufszahlen für Springer & Konsorten rapide nach unten. Und zum Glück gibt es durch das Internet ein Korrektiv gegen diesen Meinungskot, der eben zunehmend auch in den Leitmedien z.B. davon faselt, dass es „keine Alternativen“ gäbe – zu Kriegen wie Libyen, Irak, Syrien, Jemen. Na, gehöre ich jetzt zu den Aluhüten? Die GOLDENE Pappnase für den Artikel geht auf jeden Fall an: Oswald . . .

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