Zuschüsse und Parteifreunde

„Wir bekommen das, was jeder Verein von der Stadt bekommt – ein Drittel der zuschussfähigen Kosten.“ Das hatte der Legionäre-Vorstand und Schwabelweiser CSU-Chef Armin Zimmermann noch im April unserer Zeitung mitgeteilt, nachdem wir die bereits damals angekündigten Zuschüsse zum Stadion-Umbau etwas kritischer beleuchtet hatten. Ein Drittel? Die Wahrheit sieht etwas anders aus. Die Stadt soll plötzlich mehr als die Hälfte der Kosten schultern. Insgesamt 657.000 Euro. Oberbürgermeister Hans Schaidinger hatte seinem Parteifreund Zimmermann unmittelbar nach dem Wahlkampf schließlich großzügige Unterstützung zugesagt. „Natürlich nur im Rahmen der Sportförderungsrichtlinen“, hieß es damals vom OB. Aber das ist lange her. Heute gelten der Stadt sämtliche Kosten als zuwendungsfähig (im Gegensatz zum Bayerischen Landessportverband), heute gibt es obendrein noch einen Zusatzzuschuss von einer Viertelmillion Euro. Und nach der WM steht ein weiterer Bauabschnitt in der Armin-Wolf-Arena an, für den wohl wieder Zuschüsse fließen werden. Das ist wirklich großzügig – wenn man bedenkt, dass anlässlich der lange bekannten und etwas billigeren Umbauten im alten Jahn-Stadion noch so getan wurde, als stünde die Stadt deshalb kurz vor der Pleite. Das ist generös – wenn man bedenkt, dass ansonsten mantraartig die Notwendigkeit zu sparen ins Feld geführt wird. Das ist Verschwendung – wenn man bedenkt, wie bei anderer Gelegenheit und weitaus geringeren Summen – etwa bei den freiwilligen Leistungen für freie Träger der Jugendarbeit – geknausert wurde. Wo werden wohl die 657.000 Euro eingespart, die man am Donnerstag so großzügig für eine Nischensportart ausgeben will? Vielleicht sollte man das vorab klären und dann noch einmal über so viel Großzügigkeit nachdenken! Nichts gegen Baseball – ein schöner Sport, ein wichtiger Sport, ein interessanter Sport. In Deutschland aber offenbar kein sponsorenträchtiger Sport, oder? Wäre die Weltmeisterschaft ein so herausragendes Ereignis, wie es einem die Legionäre und auch die Beschlussvorlage für Donnerstag glauben machen wollen, dürften die Schwabelweiser Baseballer keinerlei Probleme haben, entsprechende Sponsoren zu finden. Bei Großereignissen wirbt es sich gut! Ohnehin: Wie viel Resonanz die WM tatsächlich auslösen wird, bleibt abzuwarten. Der beste Baseball wird nach wie vor in der Major League Baseball in den USA gespielt – voraussichtlich sogar während der Baseball-Weltmeisterschaft in Regensburg. Insofern sollte der Stadtrat beherzigen, was schon Armin Zimmermann im April formuliert hat. Es gibt das, was jeder Verein bekommt – ein Drittel der zuschussfähigen Kosten und keinen Pfennig mehr! (Ent)spannende Lektüre!

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Kommentare (2)

  • Markus

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    also ich freue mich rießig auf die Baseball-WM.
    Nicht nur weil ich ein großer Fan von diesem Sport bin, sondern auch, da ich zu 100% hinter den Aussagen von Legionäre-Vorstand Armin Zimmermann stehe. Die Werbung für die Stadt Regensburg ist enorm. Immer wieder die USA herangezogen. Aber es gibt Länder, in denen National-Baseball weitaus mehr Interesse hervorruft als in den Staaten!.
    Das Länderspiel letzten Monat hat außerdem gezeigt, dass wirklich viel Potenzial an Zuschauern da ist. Dieses gilt es natürlich zu wecken.

    Desweiteren kann man nach dem Umbau das Baseball-Stadion auch für andere Zwecke verwenden. Schonmal an Open-Airs, Konferenzen etc. gedacht?

    Ich will nicht weiter ausholen, aber wie schwer es ist in Regensburg Sponsoren zu finden, hat sich wohl auch bei den Eisbären gezeigt.

    Auch wenn ich ein absoluter Anti-Fußballer bin, bin ich dennoch 100% dafür, dass wir ein neues Fußball-Stadion bekommen (um zum Artikel zurückzukommen). Denn dieses braucht eine Stadt wie Regensburg unbedingt!!!

  • Piotr

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    @Markus

    „also ich freue mich rießig auf die Baseball-WM“
    –Also dann viel Spaß, bei der Weltmeisterschaft – in Rom.

    „Schonmal an Open-Airs, Konferenzen etc. gedacht?“
    –und dafür werden die Legionäre dann auch ihr Baseball-Stadion (selbstverständlich kostenfrei, denn bezahlt hat ja dann der Steuerzahler) gerne ohne Wenn und Aber zur Verfügung stellen.

    „aber wie schwer es ist in Regensburg Sponsoren zu finden“
    — wundert mich auch, wo doch an vier Spieltagen während des Vorspiels zur WM in Italien 7 Mio. € die Stadt überschwemmen werden.

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