"Keine Ungleichbehandlung der Schwächsten"

Die CSU entdeckt ihr Herz für Obdachlose

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CSU-Stadtrat Josef Troidl engagirt sich seit Jahren ehrenamtlich für den von Spenden getragenen Obdachlosentreff Strohhalm. Im Stadrat ist seine Fraktion bei dem Thema bislang nicht auffällig geworden.

CSU-Stadtrat Josef Troidl engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich für den von Spenden getragenen Obdachlosentreff Strohhalm. Im Stadtrat ist seine Fraktion bei dem Thema bislang nicht auffällig geworden.

Unter der Überschrift „CSU-Fraktion fordert Beendigung der Benachteiligung Obdachloser in Regensburg“ tritt man – ganz neu – für die Belange Obdachloser ein.

Nachdem die Stadt mit dem Kälteschutzhaus in der Wöhrdstrasse 56 einen wichtigen Schritt gemacht getan hat, um Betroffenen im Herbst und Winter mehr als den dürftigen Schutz des Obdachlosenasyls in der Taunusstrassse zu geben, legt nun die CSU nach.

Auf die Ankündigung der Stadt, im Kälteschutzhaus auf die Übernachtungsgebühr von einem Euro zu verzichten, fordert die CSU nun, diese, dort noch obligatorische Gebühr auch im Obdachlosenasyl Taunusstraße zu streichen. „Es kann nicht sein, dass es in Regensburg eine Zwei-Klassen-Behandlung von Obdachlosen gibt“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung. „Es kann nicht sein, dass die Stadt die Schwächsten unserer Gesellschaft ungleich behandelt.“

Daher solle auch im Obdachlosenasyl zukünftig die Übernachtung umsonst sein. Man werde einen entsprechenden Antrag im Stadtrat stellen. Notwendig für die Streichung wäre eine Änderung der Notwohnanlagengebührensatzung der Stadt von 2004, in der diese Gebühr verankert ist. Wer nicht zahlt, muss draußen bleiben.

„Gebührensatzung ist rechtswidrig.“

Rechtsanwalt Otmar Spirk, regelmäßiger Gastautor bei regensburg-digital, erinnert sich im Gespräch mit unserer Redaktion an seinen Streit mit dem Ordnungsamt noch zuständig war, ehe die bunte Koalition diese Aufgabe dem Sozialamt übertrug. Es ging darum, den mittellosen Adriano M. (regensburg-digital hatte mehrfach über dessen Behandlung durch das Jobcenter berichtet) dort umsonst übernachten zu lassen.

„Dieser Paragraph in der Gebührensatzung ist ohnehin rechtswidrig“, sagt Spirk. Er sehe nämlich keine Härtefallregelung vor. „Theoretisch ist zwar das Jobcenter oder das Sozialamt verpflichtet, die Übernachtungsgebühr an den Obdachlosen zurück zu zahlen“, so der Rechtsanwalt. „Praktisch bekommen es viele Betroffene aber gar nicht gebacken, den Antrags- und Nachweiskram zu erfüllen, der für Sozialleistungen erforderlich ist. Viele bekommen deshalb ja auch gar keine Grundsicherung.“

EU-Ausländer, es gibt beispielsweise relativ viele bulgarische Arbeitssuchende in Regensburg, bekommen laut Spirk oft grundsätzlich gar keine Sozialleistungen. „Diese vielen Fälle gänzlich Mittelloser hat der Stadtrat bei dem Satzungsbeschluss seinerzeit einfach ignoriert. Aber wo kein Kläger, da kein Richter.“ Tatsächlich: Das Ordnungsamt lenkte seinerzeit relativ rasch ein, um eine Klage zu vermeiden. 

Wie die grundsätzlich Haltung der Behörde in der Vergangenheit aussah, hört man bisweilen von Streetworkern, die den früheren Ordnungsamtschef und Schaidinger-Adlatus Alfred Santfort mit den Worten zitieren: „Die Stadt ist nicht verpflichtet, eine optimale Lösung zu schaffen, sondern das minimal Notwendige zu tun.“

Mehr als nur ein politisches Spielchen?

Mit Blick auf die aktuelle Pressemitteilung der CSU sagt Spirk: „Sollten die Obdachlosen mehr als ein Mittel für parteipolitische Spielchen sein , dann würde ich im Namen von Menschlichkeit auch bitten, den Obdachlosen in beiden Einrichtungen auch noch ein paar weitere Kleinigkeiten zu gönnen.“ Der Sozialrechtler nennt unter anderem Waschmöglichkeiten für Kleidung und Spinde, in denen die Betroffenen ihr bisschen Hab und Gut vorübergehend unterbringen können. „Diebstahl des Wenigen ist eine der größten Ängste dort.“ Zusätzlich solle das Obdachlosenasyl in der Taunusstraße endlich barrierefrei gemacht werden. Auch brauche es endlich eine sozialpädagogische Betreuung vor Ort, nicht nur Hausmeister oder Security.

An den gesamten Stadtrat gerichtet spricht Spirk eine Reiseempfehlung aus: „Tatsächlich gibt es eine Reihe von Obdachlosenasylen in Deutschland, die wesentlich humaner und integrierender mit Betroffenen umgehen, als dies bisher in Regensburg der Fall ist. Lüneburg oder Rotenburg wären doch sicher mal eine Reise für den Stadtrat wert…“

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Kommentare (7)

  • R.G.

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    Meine Bitte an die Stadtverwaltung: Erfinden sie nicht alles selbst,
    seien Sie sozial lernende Menschen!
    Es soll nicht passieren, dass sie Obdachlose als Objekte des parteipolitischen Hickhacks betrachten. Dabei kommt es leider oft zu einer Abwärtsspirale der Menschlichkeit.

    Sie haben einen großen Schatz zu verwalten, ein hinreißend schöne mittelalterliche Stadt aus Steinen. Die wirkliche Atmosphäre am Ort erzeugt sich aber NUR aus dem Wohlergehen seiner Bürger, und deren Umgang mit noch Schwächeren.

    Durch eine Panne am Computer erhielten Sie nun eine Sozialarbeiter – Schwemme in Ausbildung. Nehmen Sie das als willkommene Chance für Ihre Stadt an!
    Suchen Sie den Kontakt zu den Professoren, geben Sie einige kleine Anerkennungspreise, oder verschenken Sie Eintrittskarten für städtische Einrichtungen an die Gruppen Studierender, die für die brennenden sozialen Probleme der Stadt konkrete Modelle entwirft und vorlebt!
    Regen Sie Diplomarbeiten zu konkreten Problemen an!

    In der Hauptstadt des Nachbarlandes hatte die Kirche in der belebtesten Straße der Innenstadt einen Kelleraum für Schlafgäste ohne Obdach bereitgestellt.
    Es war dann eine Schulklasse, die einmal den Wunsch auslebte, an die Wohnungslosen Schmalzbrote und ein Getränk zu verschenken. Daraus wurde ein tägliches Kochen verschiedenster Freundeskreise und Gruppen für die Obdachlosen in der kirchlichen „Gruft“. Höchst dekorierte Köche engagierten sich inzwischen ebenso bei freiwilligen Kochdiensten, wie Privatmenschen. Sie alle bringen auf eigene Kosten die Zutaten mit.
    https://www.gruft.at/spenden/kochen-fuer-die-gruft/

    Wo ist eigentlich der Beitrag der Kirche in Regensburg?

    Eine Bitte geht an die Lokalinhaber: Viele von Ihnen schenken wahrscheinlich jetzt schon verschämt Almosen an einzelne Bedürftige über die Hintertür aus. Gehen sie einen Schritt weiter, befestigen Sie in Ihrem Gastraum eine Tafel für Spender der Aktion: „Eins genießen, zwei bezahlen“.
    Ein Gast zahlt nicht nur seine Konsumation, sondern spendet eine zweite, die ein Ihnen bekannter wirklich Bedürftiger wieder auf eine nicht entwürdigende Art bestellen kann, weil sie auf einer Tafel angeschrieben ist…

    Liebe Stadtverantwortliche, machen Sie die Bürger zu MItstreitern, organisieren Sie später Treffen dieser Experten des Alltags, um von ihnen mit zu hören, wo sie die nächsten Lösungsmöglichkeiten sehen.

    Noch eine Anmerkung: Es ist mir unerklärklich, weshalb man ein Original wie Herrn Frowein nicht fördert.
    Was München sein Diefenbach,
    https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Wilhelm_Diefenbach
    Wien sein Waluliso,
    https://de.wikipedia.org/wiki/Waluliso
    das hätte Frowein für Regensburg sein können.

    Wenn sich eine Stadt klug als liebens- und lebenswerte Stadt vermarkten will, erkennt sie den Wert ihrer menschlichen Originale.

  • erich

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    nirgendwo anders als in Bayern werden Statistiken so dreist schöngerechnet und verfälscht wie in Bayern um das Versagen der Politik zu vertuschen und um sich selbst wirtschaftlichen Sachverstand zu zu schreiben und das das System des sich bei jeder Gelegenheit die Taschen vollzustopfen zu rechtfertigen (siehe Gröbenzell Rente mit 43 und lesen sie weiter unten***). Die oft mickrigen Altersrenten und die Zunahme der prekären Beschäftigung und die hohe Zahl der „Stillen Reserve“ in ländlichen Regionen sind Beleg für meine Darlegungen!

    Die AWO zeigt mit ihrem Sozialatlas „AWO-Sozialatlas“: In Bayern leben zu viele Menschen am Rand der Gesellschaft. Betroffen sind davon die unterschiedlichsten Gruppen – von jung bis alt.
    Nach der offiziellen Armutsdefinition seien 1,72 Millionen Menschen im reichen Freistaat von Armut gefährdet und tatsächlich arm. Betroffen sind davon die unterschiedlichsten Gruppen – von jung bis alt:

    -Kinder: Rund 120 000 junge Bayern sind noch nicht mal 16 Jahre alt und leben demnach schon von „Hartz IV“.

    – Alleinerziehende: 41 Prozent der 400 000 Alleinerziehenden im Freistaat sind den Zahlen der AWO zufolge von Armut gefährdet. Das wiederum ist für AWO-Vorsitzende Thomas Beyer ein Armutszeugnis: „Eigentlich eine Schande“, kommentierte er diese Zahlen.

    – Rentner: Rosig ist auch die Lage der Durchschnittsrentner und derjenigen, die es bald werden, im Freistaat nicht, wenn man den Zahlen der AWO glaubt. Demnach lag die durchschnittliche Rente für die Erstbezieher im Jahre 2012 bei 723 Euro (Männer: 941, Frauen: 516, Bundesdurchschnitt 757 Euro). Zum Vergleich die griechische Durchschnittsrente im Jahr 2014: 960 Euro. Daher ist jeder vierte Rentner im Freistaat von Armut bedroht. Deswegen fordert die AWO in ihrem Sozialatlas, das Rentenniveau nicht weiter abzusenken und zudem eine Mindestrente zu gewähren.

    – Pflegebedürftige: 34 Prozent der Bewohner von Pflegeheimen sind nach den Zahlen aus den AWO-Heimen auf Sozialhilfe angewiesen.

    – Obdachlose: Wie vielen Menschen in Bayern das Geld nicht mal mehr für ein eigenes Zuhause reicht, wisse man nicht, weil es darüber keine Statistik gebe. Zahlen darüber seien „nicht gewollt“, ist der AWO-Vorsitzende überzeugt.

    -kürzlich war zu lesen „In keinem anderen westlichen Bundesland nehmen sich so viele Menschen das Leben wie in Bayern. Mit 1.727 Suiziden gab es hier im Jahr 2013 mehr Tote als durch Verkehrsunfälle, Drogen, Aids, Mord und Totschlag“ – die Politik wird ihren Anteil daran haben! In Deutschland nehmen sich 11000 bis 13000 Menschen jährlich das Leben (das sind mehr Tote als durch Verkehrsunfälle, illegale Drogen, Gewalttaten und Aids zusammen).

    ***
    Selbstbedienungs-Paradies Bayern: In allen Bundesländern bewilligen sich Politiker selbst viel Geld – „aber der Freistaat treibt es auf die Spitze“, urteilt Verwaltungsrechtler Hans-Herbert von Arnim. Der Verfassungsrechtler Hans Herbert von Arnim prangert die Selbstbedienungsmentalität der bayerischen Politiker an: „Bayern ist Deutscher Meister im gezielten Verstecken verbotener selbstbewilligter Zuwendungen.“ Besonders großzügig ist das bayerische Recht bei den Mitgliedern der Regierung. Sie kassieren das Gehalt als Minister oder Staatssekretär plus einen Teil der Abgeordnetendiät plus einen Teil der steuerfreien Kostenpauschale. Andere Bundesländer verrechnen das viel radikaler: Da gibt’s dann gar keine oder eine stark gekürzte Abgeordnetendiät. Das führt dazu, dass in Bayern schon ein Staatssekretär mit 19.116 Euro im Monat deutlich mehr verdient als der Ministerpräsident von Hessen (16.628 Euro), Niedersachsen (15.660 Euro), Saarland (14.398 Euro) oder gar Schleswig-Holstein (12.558 Euro, jeweils verheiratet ohne Kinderzuschläge).

  • Ronald McDonald

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    Die Capital-Soziale-Union hätte während der Glanzzeiten ihrer Rathausdominanz genügend Gelegenheit gehabt, sich „für die Gleichbehandlung der Schwächsten unserer Stadtgesellschaft“ tatkräftig einzusetzen: z. B. durch die Bildung eines capital-sozial-unionistischen-Herz-Jesu-Stühlerundkreises auf dem die dementsprechend gemütserkrankten, äh, gemütsveranlagten FraktionsmitgliederInnen die Weicheier-Reise-nach-Jerusalem hätten unternehmen können, während der Lebenswirklichkeitsrest ihrer Fraktion sich um die echte politische Bedarfshartlage in unserer Stadt – „gebet dem, der schon hat, noch mehr – aber bitte steuerabzugsfähig!“ – gekümmert hätten, wie geschehen.

    Die Capital-Soziale-Union bräuchte für das „Nicht-sein-können einer Zwei-Klassen-Behandlung von Obdachlosen in Regensburg“ lediglich auf die Öffnung – für Obdachlose, „die schon länger hier leben“, – zweier im Kasernenviertel vorhandener und gut belegter Obdachlosenunterkünfte spezieller Art hinarbeiten, in denen „Obdachlose, die noch nicht so lange hier leben“ ein betreutes und beobdachtes Leben führen dürfen/müssen/sollen, gemäß ihrem Wahlplakat-Motto (Bundestagswahl 24.09.2017) „Integration: Leitkültür leben! Klar für unser Land CSU“ https://pbs.twimg.com/media/DJGecaEWAAA8–J.jpg
    Die Capital-Soziale-Union hätte zur praktischen Durchführung der von ihr – nach dem AfD-Weckruf – geforderten Maßnahmen auch das dafür geeignete Sozialbetreuungspersonal: PhDr. (Uni Prag) Andreas Scheuer (klein-promovierte Streetworker-Fachkraft für fußballspielende und ministrierende Senegalesen) und Dr. dingsbumsis Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Josef Sylvester Buhl-Freiherr [!] von u. zu Guttenberg (derzeit nach Beschäftigung „freiherrlich-buhlend“ und sich „in Stellung bringend“ http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-08/karl-theodor-zu-guttenberg-comeback-kulmbach-bundestagswahl/komplettansicht )
    Was für ein brachliegendes Humankapital hätte die Capital-Soziale-Union hier in Stellung zu bringen, zum Wohle des von ihr plakativ angestrebten „integrativen leitkültürlichen“ Miteinanders von Obdachlosen multi“kültür“licher Herkunft; aber, diesbezüglich „nagt in der CSU der Neid“ http://www.sueddeutsche.de/bayern/karl-theodor-zu-guttenberg-in-der-csu-nagt-der-neid-1.3653759 leider, sehr schade.
    Gerade Karl-Theodor usw. usf. Buhl-Freiherr [!] von u. zu Guttenberg könnte mit einem weiteren familiären Aktivposten freiherrlich-buhlen, seiner liebreizend anzuschauenden Gattin, die „immer noch strahlend schön ist“ http://www.bunte.de/panorama/politik/stephanie-zu-guttenberg-immer-noch-strahlend-schoen-so-sieht-die-frau-von-karl-theodor-heute-aus.html
    Strahlende – hier auch noch blonde – Schönheit, das ist eines der wichtigsten Qualifizierungmerkmale für politische Sozialarbeiter.
    Jedoch mit den strahlend schönen Blondinen in der CSU ist das so eine Sache. Wurde nicht erst kürzlich die strahlend schöne Blondine Dr. Astrid Freudenstein (O-Ton: „Ich möchte die gute Politik von Angela Merkel fortsetzen“, September 2017, Oberisling) zu Gunsten einer dreitagebärtigen Schlafpille abgelöst?
    Ja, wenn „der Neid nicht in der CSU nagen“ würde, was könnte da nicht alles in Regensburg geschaffen werden!
    Und als Animator für gemeinsame „leitkültürliche“ frohe Stunden böte sich das bei der letzten Regensburger OB-Wahl vertitanicte capital-sozial-unionistische Schwergewicht Dipl.-Ing. (TU Mchn.) Christian Schlegl an, ein Sangesfreund besonderer Art: schämte sich öffentlich, vielleicht mal die 1. Strophe unserer Nationalhymne – weingeistselig selbstredend – mitgesungen zu haben.
    Der wäre die dirigative Idealbesetzung an jenen Orten für einen mehrsprachig durcheinander vorgetragenen Kanon über die 2. Strophe des „integrativen leitkültürlichen“ Bekenntnisliedgutes:
    „Dt. Frauen, dt. Dingsda, dt. Wein und dt. Sang sollen in der [einen] Welt behalten ihren alten schönen Klang, uns zu edler Tat begeistern, unser ganzes Leben lang – dt. Frauen, dt. Dingsda, dt. Wein und dt. Sang!“
    Und danach die Bayernhymne – aber mit „integrativ leitkültürlich“ adaptiertem Text, bitte!

  • Ronald McDonald

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    Die „CSU entdeckt ihr Herz für [eine von ihr noch nicht quantifizierte Menge] Obdachlose“, jedoch das Herz für eine (!) zu inhaftierende 84-Jährige Bagatellstraftäterin ging ihr verloren oder sie ist noch auf entdeckender Herz-Jesu-Suchfahrt in dieser Iustitia-bavarica-fiat-et-mundus-bavaricus-pereat-Herzenangelegenheit http://www.bild.de/regional/muenchen/gefaengnis/oma-ingrid-knast-53650754.bild.html und https://youtu.be/gl_iqAcxq9w
    Der derzeitige bayerische Justizminister heißt Prof. Dr. jur. Winfried Bausback.
    CSU-Mitglied, wie kolportiert wird, kann dieser Herr sicherlich nicht sein, eingedenk der neuausgerichteten sozialen Wortschwallpolitik der Regensburger CSU-Sozialvordenker, sonst würde er nicht eine solche pausbäckige Hau-ruck-mir-san-mir-Aktion in seinem Ressort dulden.
    Vielleicht ist er, Minister Bausback, ein AfD – U-Boot im Kabinett Seehofer II, das mit solchen Aktionen Wasser auf die Mühlen der bayerischen AfD zur nächstjährigen Landtagswahl lenken möchte.
    Der bislang größte CSU-Vorsitzende aller Zeiten, im vergangenen September himmlischer Wahlkampfunterstützungsengel Aloisius-Franciscus-Josephus der AfD
    https://www.welt.de/img/regionales/bayern/mobile168590895/1762508867-ci102l-w1024/Strauss-Familie-aergert-sich-ueber-AfD-Plakat.jpg
    würde seinem Parteifreund (?) Winfried Bausback mit altbaierischem Idiom raten: iustitia bavaricia fiat sed respice finem; wenn der denn auf himmlische Eingebungen hörte.

  • Schwalbe

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    Die geplante Einrichtung für Obdachlose ist zweifellos ein richtiger Schritt; ebenso zweifellos ist die Forderung der csu ein schamloser und durchsichtiger Versuch, sich auf dem Rücken von sog. „sozial Schwachen“ zu profilieren, also ausgerechnet in einem Bereich, wo die Glaubwürdigkeit der csu ohnehin gegen Null geht.
    Warum Sie nun gerade Herrn Troidl an dieser Stelle abgebildet und dessen „ehrenamtliches Engagement“ herausgehoben haben, weiß ich nicht. Josef Troidl und sein (dieses sein ist wörtlich zu verstehen) Strohhalm ist nämlich das perfekte Beispiel für die verlogene, an parteipolitischen Überlegungen orientierte Haltung der csu in diesem Bereich. Der Strohhalm wurde seinerzeit aus dem Nichts in ein zentrumsnahes, komplettsaniertes, großzügiges Gebäude einquartiert, weder die Kosten für den Umbau und die Renovierung des Gebäudes noch die laufenden Kosten seither werden aus Mitgliedsbeiträgen aufzubringen sein. Da hat die Stadt tief in die Tasche gegriffen. Das könnte man bis hierher ja noch positiv sehen (vorausgesetzt man stellt keine hohen Ansprüche an die Transparenz), aber was war die Motivation der Stadt? Zum einen konnte man damit den Auftrag der Stadt bezüglich der Obdachlosen erledigen und in bewährte Hände auslagern, zum anderen wurde gleichzeitig jede professionelle Arbeit mit Obdachlosen in Regensburg verhindert; es hätte damals Konzepte und auch Mittel dafür gegeben, die die Stadt nur hätte abrufen brauchen; Josef Troidl ist jedoch ein erklärter Gegner professioneller Sozialarbeit, er bevorzugt das Konzept der Armenfürsorge aus dem 19. Jahrhundert, das ja auch mit christlicher Wohltätigkeit bestens kombinierbar ist. Der Strohhalm spricht konsequentzerweise gerade die Gruppe unter den Obdachlosen wenig an, die qualifizierte Unterstützung am Nötigsten hätten und bei denen dabei auch eine gewisse Aussicht auf Erfolg bestünde, nämlich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit all ihren vielschichtigen Problemen. Überhaupt ist der Begriff Obdachloser, bei aller scheinbaren Klarheit, unscharf und bedürfte der Differenzierung, was hier zu weit führen würde. Aber zurück zum Thema. Leider geht die Stadt die damals eingeschlagene Richtung weiter und gibt lieber Geld für Security aus, statt endlich – vielleicht mit einem bewährten Träger zusammen – ein sinnvolles Konzept für professionelle Obdachlosenarbeit auszuarbeiten und umzusetzen.

  • R.G.

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    @Schwalbe
    Offensichtlich nimmt man die Obdachlosen als zu beaufsichtigendes Problemklientel wahr.

    Trotz allem ist es eine gut gemeinte Sache, die Obdachlosen zentrumsnäher schlafen zu lassen.

    Aufgrund von Ängsten oder z.B. einer Depressionskrankheit , die häufig schon da waren, bevor sich ein Mensch mit Alkohol selbst zu helfen versuchte, kann ein Teil der Obdachlosen keinesfalls in Schlafsäle.

    Diese Versprengten sollten unbedingt mit Schlafsäcken für Extremtemperaturen ausgestattet werden.
    https://www.gruft.at/gruft-winterpaket/
    Im ausland machten sich Architekturleute und Künstler Gedanken, wie ein Tiny House für einen Obdachlosen aussehen muss, sie bauten Prototypen. Ein Jahrgang Sozialarbeiter-Studenten sollte das auch hinkriegen.
    Schaut im Netz unter *tiny house for homeless*.

    Ich spreche hier noch einmal die Regensburger Kirche an: Schämt man sich gar nicht, wenn sich die Christen aus der qualifizierten Betreuung Obdachloser raushalten? Suppenküchen sind zu wenig.

    Das Vinzidorf in Graz, die Gruft in Wien, das alles wurde von Kirchenmenschen begonnen…..

  • Markus Frowein

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    @R.G. (27. Oktober 2017 um 05:12)

    Die Interessen der Stadt Regensburg liegen genau auf der gegenüberliegenden Seite des Herrn Frowein, der in seinem Loch völlig selbstständig und mithilfe weniger Leute einen Treffpunkt, Schlafplatz sowie Aufwärmort für Junks, Obdachlose und sonstige, von der Stadt unerwünschte Personen, geschaffen hat, und das obendrein mitten in der Stadt. Das darf natürlich nicht sein, dass Obdachlose sich selbst oder sogar gegenseitig helfen. Sie müssen abhängig gehalten werden, nicht, dass sie noch auf dumme Ideen kommen und z.B. die vielen leerstehenden Häuser besetzen, die u.a. mitverantwortlich dafür sind, dass der Wohnraum knapper und teurer wird. Stattdessen überfüttert die Stadt einige gierige Bauträger und lässt sie die ganze Stadt mit aus Billigst-Sondermüll gebauten Betonklötzchen verschandeln und für völlig überteuerte Mond-Preise verkaufen. Hier und da blubbert man noch ein paar Dampfwölkchen, um darüber hinwegzutäuschen, mit welcher Menschenverachtung die Stadtverwaltung gesegnet ist. Ich habe schon Polizisten in Regensburg gesehen, die obdachlosen Straßenmusikern ihr Geld wegnahmen. Und die (evangelische) Kirche schmeißt einfach einen Kindergarten raus, weil nebenan der Immo-Hai seine Luxusbuden teurer verkaufen will. Die sitzen sozusagen mit im selben Boot.
    Von solchen „Menschen“ möchte ich in keinster Weise unterstützt werden. Danke. :P

    LG Markus Frowein

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