Extrem rechtes Kaffeekränzchen

Pegida will in Regensburg aufmarschieren

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Unter Führung eines NPD-Mannes will die extreme Rechte ihr Modell von München nach Regensburg exportieren.

"Kaffeekränzchen" unterm Flatscreen: typisches Bild einer Pegida-Kundgebung in München. Foto: Witzgall

„Kaffeekränzchen“ unterm Flatscreen: typisches Bild einer Pegida-Kundgebung in München. Foto: Witzgall

Karl Richter klingt stolz: „Die Münchner PEGIDA gehört im Augenblick zweifellos zu jenen Organisationen im patriotisch-nationalen Bereich, die über alle Parteigrenzen hinweg Unterstützung verdienen. (…) Vor allem aber hat man in München etwas kapiert, was vielerorts immer noch nicht in die Köpfe geht: (…) Zusammenschluß, nicht Distanziererei und Ausgrenzungswahn sind das Gebot der Stunde.“ Was der NPD-Mann – Richter ist unter anderem Mitarbeiter des NPD-Europaabgeordneten Udo Voigt – damit meint, lässt sich regelmäßig in München beobachten. Hier ist Pegida ein Sammelbecken der extremen Rechten, wie man es in dieser Ausprägung selbst in Dresden nicht findet.

Extrem klein, extrem rechts

„Was Karl Richter hier lobt, ist die Öffnung der ‚besorgte Bürger‘ nach ganz rechts außen“, erklärt Rechtsextremismus-Experte Thomas Witzgall. Auch Vertreter der nationalsozialistischen Kleinstpartei „Der III. Weg“ seien hier willkommen und dürften ans Rednerpult. Zu den Teilnehmern zählt unter anderem der verurteilte Rechtsterrorist Karl-Heinz Statzberger. Zuletzt machte Pegida München Ende Juli mit einer obskuren Kreuzweihe durch einen fundamentalistischen Wanderbischof auf sich aufmerksam.

Heinz Meyer, Wortführer von Pegida München. Foto: Witzgall

Heinz Meyer, Wortführer von Pegida München. Foto: Witzgall

Der Wortführer von Pegida München, Heinz Meyer, wurde Anfang des Jahres zu 140 Tagessätzen wegen Körperverletzung verurteilt, weil er eine alte Frau während einer Pegida-Kundgebung so schubste, dass sie stürzte und ins Krankenhaus gebracht werden musste. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Weil Meyer keine Versammlungsleitung mehr übernehmen darf, aber auch weil die Facebook-Seite von Pegida München wegen diverser Verstöße schon mehrfach gelöscht wurde, gilt seit geraumer Zeit NPD-Mann Richter als wichtigstes Sprachrohr des extrem rechten Bündnisses.

Richter probiert’s immer wieder

Karl Richter bei einer NPD-Kundgebung in Regensburg. Foto: as/ Archiv

Karl Richter bei einer NPD-Kundgebung in Regensburg. Foto: as/ Archiv

Nun hat Richter angekündigt, dieses Modell nach Regensburg zu exportieren. Auf seiner Facebook-Seite bewirbt er für den 9. September eine Kundgebung in der Domstadt. Es geht offenkundig darum, im Vorfeld der Bundestagswahl ordentlich zu provozieren.

UPDATE I: Die Stadt Regensburg teilt auf anfrage mit, dass ihr dazu bislang keine Versammlungsanmeldung für den 9. September vorliegt.

UPDATE II, 28.8., 15.45: Mittlerweile liegt die Anmeldung vor.

Schon in der Vergangenheit war Richter daran beteiligt, wenn es darum ging, Neonazi-Aufmärsche in Regensburg zu organisieren. Mit bescheidenem Erfolg. Unter anderem war er 2012 und 2013 mit dabei, als der „NPD-Truck“, nach eigenen Worten der Partei ihr „Flaggschiff“, in Regensburg absoff. Auf seine aktuelle Ankündigung haben bislang einige wenige Einzelpersonen aus dem Raum Regensburg wohlwollend reagiert und ihre Teilnahme angekündigt.

Ohnehin steht Richters Stolz über den „Zusammenschluss ohne Ausgrenzungswahn“ in gewissem Widerspruch zu den Teilnehmerzahlen. Für München bescheinigt Experte Witzgall den Demos eine Teilnehmerzahl von um die 50, die wöchentlichen stationären Pegida-Kundgebungen erreichten gerade noch die „Größe eines Kaffeekränzchens“. Ungeachtet dessen hatte Mayer jüngst bei einer Kundgebung erklärt, München müsse „wieder Hauptstadt der Bewegung werden“ – ein Titel, den einst Adolf Hitler der Landeshauptstadt verliehen hatte.

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Kommentare (25)

  • Angelika Oetken

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    „Was der NPD-Mann – Richter ist unter anderem Mitarbeiter des NPD-Europaabgeordneten Udo Voigt – damit meint, lässt sich regelmäßig in München beobachten. Hier ist Pegida ein Sammelbecken der extremen Rechten, wie man es in dieser Ausprägung selbst in Dresden nicht findet.“

    Was eint die eigentlich, außer dass es sich um Männer (gibt es da keine Frauen?!?) mit rechtsterroristischer Gesinnung handelt? Ich erinnere an Tino Brandt, über den hier auf Regensburg Digital mehrfach ausgiebig berichtet wurde. Wollen die Neofaschisten, da Brandts Mission Anfang der 90er Jahre dank der Wachsamkeit und Hartnäckigkeit einiger Weniger scheiterte eine Neuauflage? http://www.regensburg-digital.de/regensburger-vorgeschichte-der-nazi-morde/

    Ist überhaupt schon raus, wer den verurteilten Kindesmissbraucher und Menschenhändler Tino Brandt damals überhaupt nach Bayern, respektive Regensburg gelotst hatte?

  • Mathilde Vietze

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    Auf diese „Vaterlands-Retter“ haben wir gerade noch gewartet!

  • joey

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    „Größe eines Kaffeekränzchens“
    das vermute ich auch für Regensburg. Einige Passanten werden vielleicht stehen bleiben und sich das mal anhören. In gewisser Weise ist sowas ja eine Sehenswürdigkeit.

    Die AfD ist nach rechtsextremen Äußerungen und (zu) geringer Distanzierung von Meuthen spontan um 5-10 Prozent abgestürzt. Das zeigt uns die gut demokratische Verankerung der Bürger. Konservativ ist neben Merkel eine große Stelle frei, rechtsextrem nicht.

  • Schwalbe

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    Die AfD liegt aktuell bundesweit bei ca. 10%; dass es vor etwa einem Jahr noch gute 5% mehr waren, zeigt das vorhandene Potenzial; sie liegt jetzt immerhin schon seit einigen Jahren auf diesem Level, dass sie am 24.9. in den Bundestag einzieht, ist sehr zu erwarten. Angesichts dessen finde ich verharmlosende Statements („Kaffeekränzchen“) erstaunlich und unangemessen. Scheinbar will sich die „bürgerliche Mitte“ selbst beruhigen, oder sich für alle Fälle Optionen offen halten.

  • Joachim Datko

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    Zu 28. August 2017 um 17:00 und 28. August 2017 um 20:33
    Die aktuellen Umfragewerte von 7 Instituten findet man tabellarisch unter
    http://www.wahlrecht.de/umfragen/
    Mittelwerte 29.08.17 8:07
    AfD 8,6 %
    zum Vergleich:
    Grüne: 7,4 %
    FDP: 8,9 %
    Linke: 8,9 %

  • joey

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    @Schwalbe
    nochmal: der Absturz war zeitlich direkt nach rechtsextremen Äußerungen von Björn Höcke und einer nicht erfolgten Distanzierung von Meuthen. Die Konservativen tolerieren sowas also nicht.

    Die AfD ist ein instabiler Haufen. Merkel wird nach der Wahl das Asylrecht abschaffen ähm EU tauglich machen und damit das Hauptthema der AfD erledigen. Die AfD wird im gegenseitigen Postengeschacher untergehen. Das ist keine bürgerliche Selbstberuhigung, sondern eine Erfahrung aus der Geschichte der letzteren Kleinparteien, die es mal in ein Parlament geschafft haben. Es hat eben nicht jeder einen Joschka Fischer.

    Mit Tabuisierung oder Dämonisierung kriegt man die AfD oder gar zukünftig „besser geführte“ Typen nicht weg – seid froh über die schlechte AfD, eine FPÖ/D wäre gefährlicher. Nur eine lebendige Demokratie hilft dagegen, wo man bei Wahlen wirkliche Richtungsentscheidungen treffen kann.
    Lebendige Demokratie bedeutet auch „keine Zensur“. Deshalb laßt Pegida und den 3. Weg (es geht doch hier gar nicht um die AfD) demonstrieren. Diese Leute haben es bei der NPD nicht ansatzweise geschafft und sind wohl immer noch selbstentlarvende Krakeeler.

  • Rudolf Winzen

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    Ich habe gestern zufällig die Pegida-Kundgebung am Münchener Marienplatz mitbekommen. Das Wort „Kaffeekränzchen“ ist angemessen angesichts des kleinen Häufchens von Demonstranten, die dort waren (das Foto oben zeigt fast die gesamte eingezäunte Demo-Fläche und etwa 2/3 der Demonstranten). Ringsherum standen deutlich mehr Polizisten als Demonstranten und geschätzt dreimal so viele friedliche Gegendemonstranten. Die ganze Veranstaltung wirkte einfach lächerlich. Das heißt nicht, dass man die Gefährlichkeit solcher Leute nicht ernst nehmen sollte (es wurde kräftig gehetzt!), aber was die Zahl der Demonstranten betrifft, kriegen sie in München gottseidank keinen Fuß auf den Boden.

  • Tobias

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    Abgesehen davon, dass die AfD nicht „instabil“ ist, sondern auf Grund der überall stattfindenden, unter dem Mantel der „Demokratie“ versteckten Diskriminierung (während im öffentlich-rechtlichem TV in zwei Sendungen nach dem G20-Gipfel Linksradikale die Angriffe auf die Polizei, einer Säule der Demokratie!!, ohne Unterbrechung der Moderatoren, ausbreiten durften) sich deren Wähler auch einfach nicht öffentlich äußern – ich tu es, weil wir/ich noch diese Freiheiten haben, und Blau bekommt auch wieder meine Stimmen – , wird es PEGIDA Null schaffen, sich in Regensburg zu etablieren. Dazu ist die Aufbruchstimmung in und um die Stadt einfach zu stark, es geht fast allen gut. Wie viel Arbeitslosigkeit (auch wenn die Statistik geschönt ist)? 3% oder so? Und die wenigen Frustrierten, obwohl sie bereits erkannt haben, dass man für überwiegend illegale Migranten die Kasernen umbaut und Wohnungen anmietet, während Studenten seit Dekaden keine solche Behandlung verdient haben oder frustrierte Bewohner in der Aussiger Straße keine Mittel für ihre Haussanierungen erhalten, werden auch nicht deshalb an einer stark-rechts-Demo mitlaufen, obwohl es doch eben diese Dinge zu hinterfragen gilt.

    Ich empfinde zwar wirklich eine steigende Islamisierung der Stadt – nur, um auf die Kern“aufgabe“ der PEGIDisten zurückzukommen. Auf der Alberstraße laufen immer mehr vollverschleierte Pinguine mit Kinderwägen herum, keine spricht deutsch, man will und braucht es auch nicht, im Ostenviertel lassen sich ja prima Paralellgesellschaften hochziehen – immerhin steht dort auch „die“ quasi-verfassungsfeindliche Moschee. Die Diebstähle in dem Geschäft, in dem ich arbeite, sind nahezu ausschließlich mit dem Wort „Zeißstraße“ in Verbindung zu bringen und trotz sprudelnder Steuereinnahmen wird überall gekürzt, weil die Milliarden für nicht berechtigte, überwiegend muslimische „Bürger“ ja heimlich verteilt werden müssen.

    Aber steigende Abwassergebühren, Müllgebühren, Krankenkassenbeiträge bei gleichzeitiger Senkung der Leistung – trotz angeblich so vielen beitragszahlenden Arbeitnehmern – man ist ja nicht blöd, warum das so ist. Aber es tut in Regensburg noch keinem weh – die öffentlichen Gebäude in Regensburg werden saniert, Schulen fallen eben nicht außeinander, Bauprojekte überall (wenngleich unbezahlbar und durch Korruption entstanden), Straßen sind alle in Ordnung, zwei Feuerwachen gleichzeitig in der Mache, moderne Krankenhäuser, Universität (gut, die fällt außeinander, aber Fördermittel sind ja bereits verplant), Brücken werden saniert und dank Industrie ist hier noch viel Durchschnittseinkommen zu verdienen. Die 3% Neonazis und 3% unzufriedene haben wirklich keinen Einfluss, deshalb scheitert PEGIDA und ihre komischen Ableger hier.

    Die Frage ist allerdings, ob etwa in München, wo z.B. Fahrer des ÖPNV von Arabern zusammengeschlagen wurden (war, glaube ich, am 14.08.), nicht mehr und mehr Leute eben AfD wählen. Im Prinzip also die, die mit „diesen“ Kulturen zusammentreffen. Wegen der vielen „ausländischen“ Diebstähle wählt mein Detektiv auf Arbeit auch AfD. Polizisten in No-Go-Areas wählen mit Sicherheit AfD, dürften dies aber NIE öffentlich kundtun. Angehörige der direkten Terroranschläge oder einfach Leute, die kein Bock mehr auf Volksfeste haben, wenn da Polizisten mit MP5 und LKW-Sperren zwischen Trachten herumlaufen oder „Integrationsbeauftrage“ öffentlich Deutschland Traditionen und Kultur absprechen, dafür das Wahlrecht für Nicht-Bürger einfordern – die wählen vermutlich weniger CDU oder die Seniorenpartei. Das „Potenzial“ ist also weitaus höher. Und es reicht nur ein Terroranschlag oder das Wegfallen der Industrie, bevor auch hier der Verteilungskampf beginnt. Da fragen sich dann mehr und mehr, ob für die „länger hier lebende“ Bevölkerung, die Dekaden eingezahlt hat, noch was übrig ist oder alles für die, die nie eingezahlt haben und auch nie einzahlen werden schon die Mittel erhalten haben..

  • Schwalbe

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    @joey
    Bei allem Respekt, aber auch nur ein bisschen Stöbern in der jüngeren deutschen Geschichte zeigt, dass „die Konservativen“ hierzulande im Zweifelsfall alles tolerieren, dafür müssen sie sich nicht einmal viel versprechen (sofern es von Rechts kommt natürlich, ansonsten können sie durchaus unduldsam sein).
    Womit Sie Recht haben ist der Hinweis auf die FPÖ; die logische Besetzung für Rechtsaußen in diesem Land wäre eigentlich die FDP gewesen, gut möglich, dass wir an dieser Stelle dem unerträglichen Westerwelle dankbar sein sollten.
    Aber einen entscheidenden Punkt an der Sache sprechen Sie erstaunlich gelassen aus: „die Konservativen“ (auch wenn Sie Merkel vielleicht gar nicht als Konservative gelten lassen, auch so ein beliebter bürgerlicher Mythos) setzen die Politik der Rechten um, in der vergeblichen Hoffnung, diese damit zu erledigen; aber zum einen setzt man die Rechten damit erstmal ins Recht, wenn man ihre Themen und, mehr noch, ihre Forderungen übernimmt; und zum anderen findet am Ende „rechte“ Politik statt, wer auch immer sie beschließt.
    Was schlagen Sie denn so vor? Ihre „lebendige Demokratie“ im Sinne einer wirklichen Richtungsentscheidung wird jedenfalls am 24.9. ausfallen müssen; schweigen soll man über die Rechten nicht, das wäre Tabuisierung, man soll sie aber auch nicht für gefährlich halten, dann würde man sie dämonisieren; aber die Aussicht, dass Mama Merkel deren Politik umsetzt finden sie gut; also ehrlich: geht`s noch?

  • dugout

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    @ Tobias:
    So eine Anhäufung von dummen Gewäsch muss man erst mal zustande bringen.

  • joey

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    @Schwalbe
    die linke hat in einigen Punkten völlig Recht. Regierungsfähig ist sie trotzdem nicht. Aber auch Opposition hat guten Wert in einem Parlament, daher wählen sie wohl viele. Ich bin mir sicher, daß viele AfD Wähler keineswegs Gauland in irgendwelchen Ämtern haben wollen.

    Die linke hat ihre SED Vergangenheit erst verdunkeln können, als der Genosse der Bosse auf der linken Seite politisch große Lücken gelassen hat. Joschka hat bei den Grünen die Pazifisten ausgetrieben.

    Der Aufstieg der NS via konservative Duldung und auch Unterstützung ist bei heutigen Konservativen immer noch gut bekannt. Das ist auch der Grund, warum die AfD mit den bekannten Sprüchen nachweislich verliert, da hört der „Spaß“ nämlich klar auf.

    Merkel ist schlicht beliebig – also weder konservativ noch links oder irgendwie ausgewogen. Sie schwankt über das Deck, wo gerade der Wind herkommt, Hauptsache sie ist Chef.
    Ich sehe eine größere Gefahr für die Demokratie in der Dauerkanzlerin und einem sich selbst entwertenden Parlament. AfD und linke sind Hyänen über den Resten, die die „Guten“ übrig lassen – und da ist mittlerweile ein großer Haufen. Wichtige Themen werden einfach nicht öffentlich behandelt, sondern von Merkel „im Dialog mit europäischen Partnern“ ausgemauschelt.

    Eine mögliche Folge ist, daß den Leuten irgendwann schlicht egal ist, ob überhaupt noch Wahlen stattfinden – kommt ja eh immer das Gleiche… Eine andere mögliche Folge ist die Wahl von „lustigen“ Vögeln siehe Trump oder Boris Johnson, Politik als reine Show.
    Dann ist der Boden für jemanden bereitet, der aus irgendeinem Grund die Welt retten muß. Irgendwas, was gerade „existentiell bedroht“ ist: das Klima, der Baum, der richtige Islam (Gott wird sonst alle strafen), das Abendland, das türkische Volk, das ungarische Volk, britische… suchen Sie sich irgendwas aus, mit dem man Leute erschrecken kann….
    Plötzlich hätten wir keine Zeit mehr für Politclowns, dann muß mal eine starke Führung, und alle „halten zusammen“, keiner darf mehr dagegen sein, wir alle sind „FÜR DEN WALD“ oder ist hier jemand gegen Bäume?

  • Angelika Oetken

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    Ich bin fest davon überzeugt, dass die Mehrheit der WählerInnen hierzulande keine ExtremistInnen und Volksverhetzer wählen wird. Aber auch vergleichsweise kleine Häufchen können großen Schaden anrichten.

    Hier wird aktuell ebenfalls eine Debatte zu RechtspopulistInnen und Neonazis geführt http://www.queer.de/detail.php?article_id=29560

  • Ronald McDonald

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    @ Tobias 29.08.2017, 10:42h

    An Sie hat vielleicht unser Hamburger Jung‘ und Mitbürger Malik Karabulut, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, gedacht, als er meinte: „… es hat bislang weltweit kaum ein zweites Volk [wie das deutsche Volk] gegeben, welches Menschen derart verachtet, massakriert und erniedrigt … von diesem/r Hundeclan/Köterrasse … sie [der deutsche Hundclan/die deutsche Köterrasse] haben nur Schweinereien im Sinn …“.
    Wahre Worte eines Leidgeprüften, der unsäglichen schweinesinnigen Anwürfen Ihresgleichen ausgesetzt gewesen sein mußte, um zu dieser erschütternd wahren Einsicht zu kommen, obschon doch „der deutsche Nachwuchs jetzt Mustafa, Giovanni und Ali heißt“ (Cem Özdemir, grüner 90-Bündler) und „Deutsche Nichtmigranten sind, mehr nicht“ (Claudia Roth, grüne 90-Bündlerin).
    Also, Tobias, köterrassiger Hundeclanler, „deutsche Helden“ wie Sie „müßte die Welt, tollwütigen Hunden gleich, einfach totschlagen“ (Josef Martin Fischer, grüner 90-Bündler, Ex-Außenminister und Ex-Vize-Bundeskanzler) – alternativ könnten Sie sich hier in unserer multikulturellen Stadt allerdings auch an den Rat halten, den Frau Stadträtin Dr. phil. Dipl.-Psych. Nargess Eskandari-Grünberg (grüne 90-Bündlerin) seinerzeit Ihresclanigen/-rassekötrigen in Ffm. gegeben hat: „Migration ist [in Rgbg.] eine Tatsache, wenn Ihnen das nicht paßt, müssen Sie woanders hinziehen“.
    Hier jedenfalls im Regensburger Weltkulturintegrationserbe gilt das weltumarmende Renate Schmidtsche (SPD-rote Ex-Familienministerin) Diktum „… die Frage [ob die Deutschen aussterben] … ist mir … verhältnismäßig wurscht“.
    Und, angesichts des von den europäischen weißen Hochkulturvölkern durch kolonisierenden globalen Rohstoffraub ausgelösten Klimawandels gilt: kein „vollverschleierter Pinguin mit Kinderwägen auf der Alberstraße [sic!]“ zu Regensburg ist illegal, denn auch in der Antarktis schmilzt das Gletschereis!

  • Angelika Oetken

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    In meiner Kindheit (60er- und 70er-Jahre im ländlichen Nordwesten Deutschlands) wurden von den Erwachsenen Vorurteile gegenüber Menschen, von einigen älteren Einheimischen immer noch als „Fremdarbeiter“ bezeichnet, verbreitet. Die angstbesetzte Ablehnung richtete sich gegen Griechen, Italiener, Jugoslawen und später Türken, die als GastarbeiterInnen nach Deutschland gekommen waren. Daneben wurde über so genannte „Polacken“ hergezogen. Gemeint waren Flüchtlinge mit slawischen Nachnamen, die z.B. auf „ski“ oder „zek“ endeten. Aber es reichte schon, „nicht von hier“ zu sein, um mit Vorurteilen überzogen zu werden und Ablehnung zu erfahren. Auch wenn Vor- und Nachname biodeutsch klangen und man zwar einen Dialekt sprach, aber Deutsch erkennbar die Muttersprache war. Angeblich war man dann „unsauber“, „unordentlich“, „arbeitsscheu“ und lebte in „Nissenhütten“. Oder, wenn man zu der in den Nachkriegsjahren besonders geförderten Gruppe der so genannten „Vertriebenen“ gehörte, wurde unterstellt, man sei habgierig, egoistisch und betrügerisch.

    Nach und nach starben die, welche der Polemik der Nazizeit direkt ausgesetzt gewesen waren oder sich aktiv daran beteiligt hatten aus. Und die Vorbehalte gegen „Fremde“ lösten sich auf. Zwischendrin schien es, als seien die fremdenfeindlichen Ressentiments ganz verschwunden. Laut der Mitte-Studie haben sich rechtsradikale Einstellungen wie ein Schimmelpilz in unsere Gesellschaft hinein gefressen. Wie stark der Befall ist, werden wir bei der anstehenden Bundestagswahl sehen.

  • kida

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    @ Ronald McDonald
    Selten so einen Schwachsinn gelesen, selten so eine geistlose Anhäufung links-grüner Parolen gelesen. Mein Gott, mehr fällt Ihnen dazu nicht ein? Das ist genau das, was einen an Ihresgleichen ankotzt: Lächerliche, beleidigende Parolen. Aber auch wirklich keinen Deut besser, als die Parolen der Pegida, AFD etc. pp. Selbst wenn diese Aussagen von Ihren Idolen stammen. Aber, nein, Sie sind ja auf der Seite der Guten, der Klugscheißer, der edlen Menschen. Edel, weil links-grün, edel, weil ja linke Gewalt gute Gewalt ist, edel, weil vermeintlich menschenfreundlich. Bewusst schreibe ich „vermeintlich“ menschenfreundlich.

    Und dann „durch kolonisierenden globalen Rohstoffraub ausgelösten Klimawandel“! Haben Sie eigentlich im Entferntesten eine Ahnung? Mein Gott, das ist so platt: „den europäischen Hochkulturvölkern“. Wie sehr müssen Sie sich selbst hassen, gehören Sie doch zu einem „europäischen Hochkulturvolk“. Schon schlimm, oder, selbst zu dieser Köterrasse zu gehören! Das schmerzt. Tragen wir, die Mitglieder dieser verabscheuungswürdigen Rasse, doch die Schuld der ganzen Welt auf unseren Schultern.

    Zuwanderung, aus welchen Kulturen auch immer, kritisch zu sehen, bedeutet noch lange nicht, rechtsextrem zu sein. Probleme, die sich aus Zuwanderung ergeben zu benennen, bedeutet noch lange nicht, rassistisch zu sein. Bestimmte Fakten (mittelalterliche Religion, Kriminalstatistik, Sozialleistungsbetrug, Parallelgesellschaften, aber auch Bevölkerungsexplosion auf dem Afrikanischen Kontinent, dortige Clanstrukturen sowie Korruption) zu erwähnen und aufzuzeigen, bedeutet noch lange nicht, ein Nazi zu sein.
    Nein, es bedeutet, in einem freien Land mit freier Meinungsäußerung zu leben. Ein freiheitlich, demokratischer Rechtsstaat hält so etwas aus. Er hält sogar beleidigende , diffamierende Kommentare, so wie Ihr Kommentar zu @Tobias einer ist, aus.

  • R.G.

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    Aus größerer Entfernung besehen, finde ich die Sammlung von Menschen RechtsRechter Gesinnung unter dem Namen einer neueren Partei nicht sonderlich aufregend.
    Es gibt die Anhänger so oder so.

    Derzeit schimpft man in Deutschland alles, was Meinung abseits von Merkelismus äußert oder Kritik an der von Schlepperkriminalität geförderten Zuwanderung übt, gleich Rechts.

    Das finde ich wirklich gefährlich, denn damit verringert man für sie den Abstand, und drängt sie in die Arme der Rechten.

  • auch_ein_regensburger

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    @ Kida
    Weil ich Ronald McDonalds Ergüsse hier schon länger verfolge, kann ich Sie beruhigen: Mit Kommentaren, die man in irgendeinem Sinna als „links“ bezeichnen könnte, ist er bisher bestimmt nicht aufgefallen. Der Text soll wahrscheinlich witzig sein. Sie können sich den Schaum vor Ihrem Mund also wieder abwischen!

    Und was lächerliche Parolen angeht, sollten Sie sich mal an die eigene Nase fassen. Phänomene wie mittelalterliche Religionsauffassung, Kriminalität, Sozialleistungsbetrug, die Bildung von Parallelgesellschaften oder Korruption gibt es schließlich nicht nur unter Migranten.

  • eingeborener

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    @Kida, ich stufe Sie als Heuchlerin ein, da Sie keinen Unterschied zwischen der Hetze von AfD@Tobias und der Diskussion über die Probleme im Kontext Flüchtlinge sehen wollen. Z.B.
    @Tobias -Hetze gegen voll verschleierte ,Pinguine‘ am Bahnhof.
    Die einzigen Vollverschleierten ,die ich in Regensburg gesehen habe, waren arabische Touristinnen im Schlepptau ihrer Männer.In den Flüchtlingsunterkuenften habe ich das nirgendwo gesehen,obwohl ich da beruflich unterwegs bin.
    Tja, was ist mir mehr zuwider, der Sexismus gegen Frauen, deren nacktes Fleisch zB in der Werbung ständig missbraucht wird , um Männer zum kauf von irgendeinem Dreck zu motivieren, oder eine voll verschleierte Frau ,die nicht als Sex-Objekt taugt ? Beides ist mir zuwider, die Frau würde ich unterstützen, sich zu emanzipieren, den Sexisten auf die Pfoten hauen.

  • kida

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    @auch_ein_regensburg @eingeborener
    Ich habe auch nicht behauptet, dass es diese Phänomene nur unter Migranten gibt. Ich habe lediglich gesagt, dass man diese Punkte im Zuge der Zuwanderung ansprechen darf und muss, und dass man deswegen nicht gleich auf eine rechtsextreme Gesinnung schließen kann. Natürlich gibt es Korruption, Sozialleistungsbetrug, Kriminalität etc. in allen Bevölkerungsschichten und Kulturen, aber in diesem Fall habe ich Bezug genommen auf die Äußerungen von @Tobias.
    Selbst, wenn man sich als AFD-Wähler outet, sagt das noch überhaupt nichts aus.
    Ob jetzt der Begriff des „vollverschleierten Pinguins“, den @Tobias benutzt, zielführend ist, sei dahingestellt. Die „Pinguine“ waren früher im Sprachjargon die Nonnen, oder auch Butler. Da hat sich komischerweise niemand darüber aufgeregt, vor allen Dingen nicht, wenn es um die katholische Kirche ging. Und doch, man sieht Vollverschleierte in Regensburg und das sind nicht nur Touristinnen. Weiß ich auch zufällig aus beruflichen Gründen.
    Aber @Tobias darf seine Meinung äußern, ohne gleich als Mitglied einer Hunde- bzw. Köterrasse beschimpft zu werden. Das ist das, was mich ärgert.

  • R.G.

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    @ kida

    Ich hatte Ihren früheren Beitrag genau so verstanden, als Plädoyer für die Meinungsfreiheit.
    Danke!

  • auch_ein_regensburger

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    @ kida
    Muslimische Frauen als „Pinguine“ lächerlich zu machen, ist nicht nur nicht zielführend, sondern schlicht rassistische Hetze. Ich würde mal sagen, unser lieber Tobias hat Glück, dass ihn keiner hier mehr ernst nimmt, denn so etwas in einem öffentlich zugänglichen Forum zu schreiben, könnte sonst sehr teuer werden.

    Zuwanderung kritisch zu sehen, heißt natürlich nicht, rechtsextrem zu sein. Aber wenn es die o.g. Probleme in allen Bevölkerungsgruppen gibt, wieso muss man sich dann im Kontext „Zuwanderung“ speziell Gedanken dazu machen? Verstehe ich nicht. Für mich klingt das ziemlich xenophob, wenn Ihnen bei Fremden Sachen negativ auffallen, die Ihnen bei Einheimischen offensichtlich egal sind.

    Und den selbsternannten Patrioten von Pegida wünsche ich viel Spaß bei Ihrem Vorhaben. Sollen sie sich lächerlich machen, wenn sie es nicht lassen können!

  • R.G.

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    Zutat:
    „Muslimische Frauen als „Pinguine“ lächerlich zu machen, ist nicht nur nicht zielführend, sondern schlicht rassistische Hetze.“(auch_ein_regensburger)

    Das sehe ich differenzierter.
    Moslems sind keine Sondermenschen.

    Wenn wir es nicht in Ordnung fänden, dass jemand eine Frau wegen ihrer Kleidung als Punguin bezeichnet, dann müssten wir uns gleichzeitig fragen, ob es in Ordnung sein darf, dass Frauenzeitungen nach Veranstaltungen Modekritik üben, wobei sie reale hier lebende Menschen in ihren Kleidern vorstellen und gerne verhöhnen, ein Musikproduzent Castingeilnehmer in etwa im TV als Fettwanst in Schlauchkleid verspottet, oder Leute auf der Straße hörbar abwertende Bemerkungen über Dicke in z.B. Hot Pants machen.

    Man sollte nicht als Rassismus zu bezeichnen, was ortsüblicher, leider schlechter Umgang ist.
    Ja, wir brauchen klar verbindliche Regeln für ALLE unsere hiesigen Bewohner jedweder Herkunft, ob Negativäußerung über ihre Kleidung gestattet ist, und ab wann etwas als strafwürdige Beleidigung gewertet werden soll und darf.

  • Mr. T

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    Die übliche Sache mit der Meinungsfreiheit. Wir Gutmenschen sollen sie gewähren, haben sie aber wohl nicht mit der Gegenrede. Jeder darf im Sinne der Meinungsfreiheit hetzen, sollte aber irgendwie gegen Kritik geschützt werden. Also eine Art selektiver Meinungsfreiheit …

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