Hohes Polizeiaufgebot

Volkstrauertag im „tödlichen Deutschland“

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Ohne Zwischenfälle, aber mit hohem Polizeiaufgebot gingen am Volkstrauertag zwei völlig gegensätzliche Veranstaltungen über die Bühne.

Von Stefan Aigner und David Liese

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„Wie die ausschauen. Grün, rot, blau. Total durcheinander. Und wie der eine schon daher geschlurft kommt.“ Es ist kurz nach elf Uhr, als die Menschen langsam beim Kriegerdenkmal im Regensburger Stadtpark eintrudeln. Und es sind nicht etwa irgendwelche Punks, über die sich ein älterer Herr empört, während er auf den Beginn der städtischen Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag wartet. Es sind die Kopfbedeckungen der Soldaten, die gerade Aufstellung nehmen, die ihn aufregen. „Ich war früher auch bei der Bundeswehr. Aber so etwas hätten wir heimgeschickt.“

„Gleichmachende deutschen Gedenkpolitik“

Etwa zur selben Zeit, ein paar hundert Meter entfernt, beim Krankenhaus Barmherzige Brüder. Hier sammeln sich langsam die Demonstranten, die dem Aufruf des linken Bündnisses „Deutschland ist tödlich“ gefolgt sind. Ihnen ist der Volkstrauertag ein Graus. „Wie kaum ein anderer Gedenktag“ öffne er „dem deutschen Geschichtsrevisionismus und Revanchismus Tür und Tor“, heißt es im Aufruf, der auch zum Auftakt nochmal verlesen wird. Deutsche Täter, die Millionen Menschen ausrotteten, stünden angesichts der „gleichmachende deutschen Gedenkpolitik“ am Volkstrauertag „in einer Reihe mit den Mauertoten, den gefallenen Alliierten und den deutschen Opfern“.

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Ursprünglich sollte die Demonstration am Stadtpark vorbei führen, wo auf Höhe der städtischen Gedenkveranstaltung eine Zwischenkundgebung abgehalten werden sollte, aber die Stadt Regensburg ordnete in ihrem Bescheid eine weiträumige Verlegung der Route an. Für eine 500 Meter entfernte Zwischenkundgebung wurden „elektronische Tonverstärker“ und andere „lärmerzeugende Gegenstände“ untersagt. Eine Klage des Bündnisses gegen diese Auflagen wurde am Samstag vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof abgewiesen. Und so wird die Demonstration neben einem großen Polizeiaufgebot – mindestens sieben Polizeibusse und mehrere Streifenfahrzeuge sind rund um den Demozug im Einsatz – auch von Beamten des städtischen Ordnungsdienstes begleitet, die den Lautstärkepegel kontrollieren.

Beamte vom städtischen Ordnungsdienst mussten den Lautsprecherwagen der Demo die ganze Strecke über begleiten. Fotos: ld/ as

Beamte vom städtischen Ordnungsdienst mussten den Lautsprecherwagen der Demo die ganze Strecke über begleiten. Fotos: ld/ as

Im Stadtpark ist um kurz vor zwölf Oberbürgermeister Joachim Wolbergs eingetroffen. Soldaten und Feuerwehr haben ebenso Aufstellung genommen wie Vertreter des Volksbundes Kriegsgräberfürsorge oder des Roten Kreuzes. Zwischen den meist älteren Besucherinnen und Besuchern und Honoratioren aus Stadtrat und Landtag haben sich auch ein paar Burschenschaftler in Wichs haben sich eingefunden. Etwa 200 Menschen sind es, die gekommen sind. Umrahmt wird das Ganze von einem Kinderchor der Domspatzen und einem Blasorchester, das die von Polizei und Feldjägern „beschützte“ Veranstaltung mit dem Fanfaren-Stück „Honorisia“ eröffnet.

„Dass ihr überhaupt hier demonstrieren dürft, ist eine Schande.“

Die Gegendemonstration bewegt sich zu diesem Zeitpunkt schon weit abseits auf der Augustenstraße. Gassen, über die man den Stadtpark erreichen könnte, werden durch Polizeibusse abgesperrt. Es ist recht ruhig. Nur vereinzelt werden Sprechchöre aus den Reihen der etwa 40 Demonstranten laut. Oft sind es nur einzelne Personen, die „Stalingrad – Normandie, Sieger war’n die Deutschen nie“, „Oma, Opa und Hans Peter, keine Opfer sondern Täter“ oder ähnliches rufen.

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Auf die Frage, ob die Polizei angesichts der Vielzahl an Einsatzkräften mit mehr Teilnehmern gerechnet hat, meint Einsatzleiter Wolfgang Mache: „Nein. Das wäre doch alles Kaffeesatzleserei.“ Als die Demo am Arnulfsplatz vorbei kommt, beschwert sich ein älterer Herr bei der Bereitschaftspolizei und ruft: „Dass ihr überhaupt hier demonstrieren dürft, ist eine Schande.“

„Bundeswehr führt keinen Eroberungsfeldzug mehr.“

Flucht und Vertreibung ist ein Schwerpunkt, unter den Oberbürgermeister Joachim Wolbergs seine Rede im Stadtpark stellt. Er erinnert an die Deutschen, die nach dem II. Weltkrieg aus Osteuropa flüchten mussten oder vertrieben wurden. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Hans Schaidinger erspart Wolbergs den Zuhörerinnen und Zuhörern aber weitgehend irgendwelche Zahlenspiele, zumindest die umstrittene Behauptung von „15 Millionen Vertriebenen“ hat er kurzfristig aus seiner Rede gestrichen. Verschiedene Historiker bemängeln, dass es sich dabei um eine Propaganda-Zahl des „Bundes der Vertriebenen“ handle.

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Stattdessen betont Wolbergs, wie viele Menschen damals nach Regensburg kamen und sagt: „Daran sollten wir uns erinnern, wenn uns die täglichen Meldungen über das Schicksal von Flüchtlingen aus Krisengebieten in aller Welt erreichen. Nicht nur das Gebot der Mitmenschlichkeit sollte uns bewegen, diesen Menschen eine neue Heimat zu geben.“ Und während Wolbergs vermittels eines Einstein-Zitats dem Wunsch Ausdruck verleiht, dass „das Denken der Zukunft Kriege unmöglich machen“ müsse, legt er aber auch Wert auf seine Einschätzung, derzufolge alle aktuellen Bundeswehr-Einsätze „von dem Willen geführt“ seien, „Frieden oder Stabilität in eine Region zu bringen“. Deutschland führe „keinen Eroberungsfeldzug mehr“ (die komplette Rede). Wenig später ist die Veranstaltung im Stadtpark beendet.

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Die Gegendemonstration braucht etwas länger um ihren letzten Stopp in Stadtamhof zu erreichen. Vor dem Gedenkstein für die Opfer des Faschismus legen die Teilnehmer einen Kranz nieder. „Deutsche Täter sind keine Opfer“, betont hier noch einmal Luise Gutmann den Anlass dieser Demonstration. Die Vorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes äußert in ihrer Rede Genugtuung darüber, dass Aktivisten aus dem Bündnis am Vortag an die sowjetischen Kriegsgefangen in Regensburg erinnert und im Stadtteil Hohes Kreuz einige weiße Rosen niedergelegt haben. Dort befand sich im Nationalsozialismus das „Arbeitskommando 306“. Über 700 sowjetische Kriegsgefangene waren hier unter erbärmlichsten Bedingungen untergebracht. In regelmäßigen Abständen wurden diejenigen von ihnen, die nicht mehr arbeitsfähig waren, „aussortiert“, ins KZ Flossenbürg deportiert und dort erschossen. Das Arbeitskommando ist ein weitgehend blinder Fleck in der Regensburger Stadtgeschichte und Erinnerungskultur.

Luise Gutmann: „Deutsche Täter sind keine Opfer.“

Luise Gutmann: „Deutsche Täter sind keine Opfer.“

Gutmann erinnert beispielhaft an Grigorij Mishchenko. Er wurde am 14. Oktober 1941 von der Regensburger Gestapo als „unbrauchbar ausgesondert“ und noch am selben Tag in Flossenbürg exekutiert. Vor zehn Jahren hat Gutmann Mishchenkos Neffen geholfen, dieses Schicksal seines Onkels aufzuklären. Eine vorangegangene Anfrage Mishchenkos an die Stadt Regensburg war erfolglos geblieben. Es gab lediglich die Auskunft, dass „sehr viele sowjetische Kriegsgefangene (…) gerade in den Jahren 1941 – 1942 höchstwahrscheinlich wegen schlechter Ernährung und schwerer Arbeit gestorben sind“.

„…wie die schon ausschauen“

 

Mishchenko ist einer von 25 bis 30 Millionen Toten, die die Sowjetunion nach dem Krieg zu beklagen hatte. „Die eindeutige Mehrheit der Opfer finden wir in der Zivilbevölkerung und bei den Kriegsgefangenen“, so Luise Gutmann. „Diese Opfer werden noch immer im Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit als Opfer des Krieges gesehen, bedauernswert und mitleiderregend wie auch die gefallenen Soldaten.“ Das diese Toten in der Mehrheit „Opfer einer rassistischen Ideologie wurden“, sei „immer noch nicht Teil unserer Vorstellung von den Schrecken der nationalsozialistischen Herrschaft“. Vor dem Hintergrund, dass zum Volkstrauertag 2014 eine neue Erinnerungsdebatte gefordert werde, um einen Ehrenhain oder ein ähnliches Zeichen für im Einsatz getötete Bundeswehrsoldaten durchzusetzen, sei es umso notwendiger darauf hinzuweisen.

Als Luise Gutmann gerade zum Ende ihrer Rede kommt, flaniert eine Touristengruppe an der kleinen Kundgebung vorbei. Ein paar der älteren Herrschaften echauffieren sich und murren lautstark – es geht um die Transparente und um die anwesenden Punks – „wie die schon ausschauen“.

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Kommentare (28)

  • Sissi Perl

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    Hat der neue OB auch einen neuen Ghostwriter?

  • Mediator

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    Ich danke den Autoren für diese Glanzstunde des „Journalismus“.
    Wohl nicht ausreichend für den Deutschen Comedy Preis, aber schon nah daran.

    Die Sympathien der Autoren sind deutlich zu erkennen und aus vergangenen Artikeln ist klar, dass mit einem Seitenhieb auf die Bundeswehr zu rechnen ist.
    In bekannter Manier werden immer wieder ein paar flotte Zitate von Passanten eingestreut. Passanten die der Autor schon sehr zielgerichtet gesucht haben muss, wenn man die Einseitigkeit der „zitierten“ Aussagen heranzieht.

    Etwas mehr Sachlichkeit wäre schön gewesen. Soldaten wissen, dass Vorgesetzte denen es (noch) an Sachwissen fehlt, gerne die Anzugsordnung bemängeln. Leider scheint es Ihnen aber selbst an Kenntnissen über dieses Thema zu mangeln.

    Die hier angetretenen Soldaten waren Reservisten der Bundeswehr.
    Also Soldaten die von der Bundeswehr tatsächlich schon „nach Hause geschickt wurden“, weil ihre Dienstzeit vorüber war. Nun engagieren sich diese Reservisten freiwillig für die Bundeswehr und ihre Mitmenschen.
    Unter anderem war genau diese Einheit beim Hochwasser 2013 daran beteiligt, die A92 im Raum Deggendorf wieder befahrbar zu machen. Die Deggendorfer haben sich nicht daran gestört, dass verschiedenste Truppengattungen zusammenarbeiteten, was die Erklärung für die unterschiedlichen Farben der Barette ist.

    Freuen Sie sich doch einfach über etwas weniger „Uniformierung“. Ich dachte dies ist ein Anliegen von Ihnen.

    Zum Rest des Artikels muss ich sagen:
    Gerne können Sie den Schwerpunkt der Trauer woanders sehen, aber ihre Trennung in „gute“ und „schlechte“ Opfer ist mir zu wieder. Um jeden Toten trauerten hoffentlich Menschen und für diese Trauer war es unerheblich, ob es sich um einen Soldaten der Wehrmacht oder einen sowjetischen Kriegsgefangenen handelte.

    Zu der Gegendemonstration, der sich ihr Artikel im Schwerpunkt widmet, fällt mir spontan ein Zitat aus Henry V von Shakespeare ein:
    „The fewer men, the greater share of honour“

    Ohne die Transparente hätte man dieses Grüppchen glatt übersehen können. Schade ist nur, dass diese Wenigen so hohe Kosten verursacht haben. Mit etwas mehr Dialog und weniger Provokation wären doch gut zwei Veranstaltungen nebeneinander möglich gewesen, ohne dass es Polizei benötigt, um den würdevollen Ablauf der offiziellen Veranstaltung der Stadt zu gewährleisten.

  • joey

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    was sollen die präsentierten Waffen bei einer Gedenkveranstaltung (angeblich) gegen Krieg? Da hätte ich mir von Wolbergs mehr Taktgefühl erwartet.

    In vielen Dörfern hat man das Schießzeug längst weggelassen, da geht’s also aufgeklärter zu als in der „großen“ Stadt. Eine Gedenkveranstaltung sollte glaubwürdig sein.

  • Mediator

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    Was haben den bitte „Waffen“ mit Aufklärung und „Glaubwürdigkeit“ zu tun?

    Es handelt sich hier um einen Ehrenzug der Bundeswehr. Wenn Sie so wollen entspricht dieser einem festen Zeremoniell. Die Waffen sind Bestandteil davon.

    Mit diesem Zeremoniell erweist die Bundeswehr und auch unser Staat traditionell seine Hochachtung. In diesem Fall vor den Opfern von Krieg und Gewalt.

    Sie müssen das nicht mögen, aber sollten für die Hintergründe doch Verständnis aufbringen.

    Ich kann nicht sagen wie es auf den Dörfern zugeht, aber dort steht in der Regel kein Ehrenzug der Bundeswehr. Wie die lokalen Vereine dort ihr Gedenken gestalten, ist ihnen überlassen.

    Weiterhin suggerieren die Fotos der Gedenkfeier, dass das Militär im Vorderund stand.
    Die Feierlichkeit wurde unter anderem durch die musikalische Begleitung verschiedenster Akteure erreicht. Den Augenblick der Kranzniederlegung und Nationalhymne, in dem die Waffen präsentiert wurden in den Mittelpunkt zu stellen verzerrt das Gesamtbild.

  • David

    |

    @Mediator:

    Der Kommentar zu den Kopfbedeckungen stammt laut Artikel von einem Passanten und nicht vom Autor selbst. Dass die auf verschiedene Truppenteile zurückzuführen sind, kann sich jeder denken, die Bundeswehr ist schließlich nicht bekannt dafür, lasche Kleidung durchgehen zu lassen. Da war fand ich kein Kommentar vonseiten des Autors nötig.

    Der Artikel teilt nicht in „gute“ und „schlechte“ Opfer ein, sondern verweist darauf, dass in Deutschland gerne so getan wird, als hätte es damals im zweiten Weltkrieg halt leider viele Kriegsopfer gegeben, obwohl es schon zwei ganz verschiedene Paar Stiefel sind, ob jemand mit der Waffe in der Hand fällt oder ob er eingepfercht und erschossen oder ausgehungert wird. Dass man um die einen oder die anderen nicht trauern darf, steht nirgends im Artikel.

    Und schließlich: Mir ist schon klar, dass die Bundeswehr bei ihren Veranstaltungen Waffen zu tragen pflegt. Ich will trotzdem kein Kriegsgerät in meiner Stadt. Und wenn die Bundeswehr ihre Waffen unbedingt dabei haben muss, dann will ich eben auch die Bundeswehr nicht in meiner Stadt haben. Das ist meine Meinung, und die steht mir zu, ebenso wie Joey. Da sind weder bestehende Gepflogenheiten der Bundeswehr ein Argument, noch hat das irgendwas mit Dorf oder Stadt zu tun. Es geht hier nicht darum, dass wir die Bundeswehr nicht verstehen oder dass wir uns mit der Bundeswehr nicht auskennen. Es geht darum, dass uns dieser Aufzug nicht passt. Das können Sie gerne doof finden, aber bitte tun Sie nicht so, als wären das dumme Meinungen, die nur durch Ignoranz bedingt sind. Gerade jemand, der sich „Mediator“ nennt, sollte sich sowas nicht leisten.

  • Mr. T

    |

    Waffen und Uniformen sind natürlich mehr als unappetitlich bei einem Gedenken an Kriegsopfer. Darauf könnte man sicherlich auch bei der BW verzeichten. Wolbergs hat aber damit wohl nix zu tun. Ich glaube nicht, dass er ein bewaffnetes Erscheinen der BW angeordnet hat.

  • joey

    |

    @mediator
    Hochachtung… der Tag heißt nicht Hochachtungstag.
    Trauer hat was mit Liebe zu tun. Hier wird der Kriegstoten gedacht, sie sollen hier nicht verurteilt oder pauschal zum Helden werden. Das ist eine Sache der Einzelfallprüfung im jeweiligen zeitlichen Hintergrund.

    Militärpatriotischer Höhepunkt des Jahres? Darüber sind wir hinaus, Stärke eine Landes mißt sich nicht mehr in der Zahl seiner Panzer oder der Größe seines Gebiets. Das haben noch nicht alle begriffen, will aber hier keinen Putinthread aufmachen, gilt für den roten Platz wie für die Champs Elysees.

    Ich war bei der Bundeswehr in einem Geist von Recht und Freiheit. Waffen (leider) ja, dann auch gut geölt und eingeschossen. Wir sollten aber damit an so einem Tag nicht grimmig herumparadieren, sogar die Feuerwehr hatte hier den Helm auf!
    Unsere Bundes-Nationalhymne braucht auch keine Sturmgewehre, die bayerische handelt von schöner Natur (und ihrer Erhaltung), wunderbaren Städten und dem Wunsch nach Gottes Segen. Ein guter Text, den ich gerne mitsinge.

  • hf

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    So lange man Volkstrauertag und Holocaustgedenktag (9.11.) getrennt „abfeiert“ – und dabei die toten deutschen Soldaten eher „unsere Opfer“ sind als Juden, Sinti und Roma, Lebensunwerte oder Politische Opfer, läuft doch was ganz grundsätzliches daneben. Das eine ist ein stiller Feiertag, bei dem ganze Dörfer auf die Beine kommen, das andere läuft nebenher im Fernsehen vor der Party zur Maueröffnung…
    Die Krieger- und Reservistenverbände landauf-landab müssen sich wirklich fragen lassen, ob sie ihre „guten Kameraden“ so wirklich ehren oder nicht vielmehr verhöhnen. Gedenken ohne Mitzudenken, das kanns ja auch nicht sein. Vielleicht springt man in Regensburg nächstes Jahr über diesen Schatten und legt zusammen, was zusammen gehört.

  • Frank Hummel

    |

    Der Artikel ist nicht objektiv geschrieben, daher eigentlich gar keinen Kommentar wert.
    Wer die Bundeswehr nicht mag, braucht ja nicht an der Gedenkveranstaltung teilzunehmen. Aber eine Gegenveranstaltung zu organisieren, welche eine Gedenkveranstaltung an die Opfer der Weltkriege – nicht nur Soldaten, sondern auch alle anderen – lautstark stören soll, ist schon unterhalb jeglichen Niveaus und somit disqualifizieren sich die Organisatoren der Gegendemonstration bereits selbst. Vielleicht stören sie in Zukunft auch Beerdigungen oder Gottesdienste?
    Hätte der Autor des obigen Artikels auch nur die geringste Ahnung von der Bundeswehr, wüßte er, daß die angetretenen Reservisten der Streitkräftebasis unterstellt sind, in welcher Soldaten aus Marine, Luftwaffe, Heer und Sanitätsdienst vereint sind, so daß fast jede Uniform anders aussieht. Sollten Sie natürlich lieber das Wachbataillon sehen wollen, müssen Sie dies bei der Bundeswehr beantragen, dann tragen auch alle die gleiche Uniform und die gleiche Barettfarbe.
    Ob es diesen Kommentar eines älteren Herrn wirklich gab, wage ich stark zu bezweifeln. Es ist eine einfache Methode, unbekannte Fremde zu zitieren, wenn man zu feige ist, selbst eine Aussage zu tätigen.
    Ein ehrlicher, respektvoller gegenseitiger Dialog zwischen Bundeswehr und Bundeswehrgegnern wäre mehr als angebracht. Im Endeffekt wollen nämlich alle nur eins: Frieden. Ob man das durch lautstarkes Gegröle, durch Paraden oder am besten durch Gespräche oder andere Maßnahmen erreicht, sollte man diskutieren. Und daß eine Mahnung gegen Krieg und ein Gedenken an alle Toten der Kriege regelmäßig stattfinden sollte, um solche Katastrophen in Zukunft zu vermeiden und die nachfolgenden Generationen dafür zu sensibilisieren , da sind sich wohl auch alle einig.

  • Jeanette Kamrowski

    |

    @ David
    „Und schließlich: Mir ist schon klar, dass die Bundeswehr bei ihren Veranstaltungen Waffen zu tragen pflegt. Ich will trotzdem kein Kriegsgerät in meiner Stadt. Und wenn die Bundeswehr ihre Waffen unbedingt dabei haben muss, dann will ich eben auch die Bundeswehr nicht in meiner Stadt haben. Das ist meine Meinung, und die steht mir zu, ebenso wie Joey. Da sind weder bestehende Gepflogenheiten der Bundeswehr ein Argument, noch hat das irgendwas mit Dorf oder Stadt zu tun. Es geht hier nicht darum, dass wir die Bundeswehr nicht verstehen oder dass wir uns mit der Bundeswehr nicht auskennen. Es geht darum, dass uns dieser Aufzug nicht passt. Das können Sie gerne doof finden, aber bitte tun Sie nicht so, als wären das dumme Meinungen, die nur durch Ignoranz bedingt sind. Gerade jemand, der sich “Mediator” nennt, sollte sich sowas nicht leisten.“

    Wissen Sie warum wir eine Demokratie in Deutschlad haben und das Recht auf Meinungsfreiheit besitzen?
    Weil es „diese Bundeswehr“, die Sie nicht in IHRER STADT, KOSMOS oder EIGENEN WELT haben wollen, verteidigt.
    Toleranz sollte jeder leben und nicht nur fordern, ist zwar einfacher hilft nur nix.
    Die Bundeswehr ist kein Folkloreverein.

  • Dubh

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    Hummel: „und somit disqualifizieren sich die Organisatoren der Gegendemonstration bereits selbst. Vielleicht stören sie in Zukunft auch Beerdigungen oder Gottesdienste?“

    „Ob es diesen Kommentar eines älteren Herrn wirklich gab, wage ich stark zu bezweifeln. Es ist eine einfache Methode, unbekannte Fremde zu zitieren, wenn man zu feige ist, selbst eine Aussage zu tätigen.“

    Sie scheinen permanent von sich auf andere zu schließen, und Ihr Niveau ist unterste Straßenkante……………

    „da sind sich wohl auch alle einig.“

    Wie kommen Sie auf diese Idee?
    Ich bin in nichts mit ihnen einig, ich bin ja nicht blöd!

  • ein Schelm, der böses denkt..

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    interessant , wie die RD-kritischen Stimmen plötzlich, seit dem „Machtwechsel“ im Rathaus, die Kommentarfunktion für sich entdeckt haben.. hehe.
    .. besser zu spät als gar ned. wenn sie sie nun auch noch in ihrer ursprünglich gedachten Funktionsweise nutzen könnten, anstatt zu versuchen, jeden Artikel zu verreissen, dann könnte man fast glauben, gewisse Gruppen hätten aus der letzen Wahl auch was gelernt. So aber glaube ich, dass besagte Gruppe lediglich eine PR-Agentur angeheuert hat, die in der gleichen unsäglich arroganten und ignoranten Art und Weise weitermacht in deren Sinne wie bisher.

  • Mediator

    |

    @Dubh 17. November 2014 um 18:41

    Wenn Sie den Beitrag von „Frank Hummel“, der sachlich informierend und auf Ausgleich ausgerichtet war, als „unterste Straßenkante“ bezeichnen, dann gibt es mit Ihnen wohl keine Möglichkeit in einen Dialog einzutreten.

    Eigentlich Schade wenn Sie vorgeben, dass auch sie ein Interesse am Frieden haben.

    Den Zweifeln von Frank Hummel an der Authentizität und vor allem der Repräsentativität einiger im Artikel genannter Zitate schließe ich mich an. Zu gut passen die Zitate in den Tenor der vom Autor für gewöhnlich gemachten Aussagen zum Thema Bundeswehr.

    Die Stilmittel von David Liese scheinen begrenzt zu sein. Anscheinend „schlurfen“ und „schleichen“ Soldaten in seinen Artikeln gewohnheitsmäßig. (siehe Artikel – Militärischer Schutz für Gottesdienst)

    Auch passende Zitate sind immer schnell zu Hand, die das aufrechte Häuflein der Mahner gegen den Militarismus als „Dreckige Zigeuner!“ oder „Linksfaschisten“ (siehe Artikel – Militärischer Schutz für Gottesdienst) beschimpfen. Konfrontiert mit diesen anscheinend ewig Gestrigen wird das eigene Engagement zum Widerstand und zur gesellschaftlichen Notwendigkeit hochstilisiert.
    Natürlich verteidigt man auch das Demonstrationsrecht tapfer, den wieder ist ein Zitat im Sinne von „„Dass ihr überhaupt hier demonstrieren dürft, ist eine Schande.““, schnell zur Hand.

    Inkonsequent wird es erst zum Schluß, den ich glaube nicht, dass der Autor eine Brücke zum Anfang seines Artikels bauen wollte.

    Wieder wettern, natürlich ältere Herrschaften „„wie die schon ausschauen““. Gemeint sind hier aber irgendwelche Punks und nicht die angetretenen Soldaten. Über letztere darf man nach Ansicht des Autors anscheinend lästern, während eine geäußerte Kritik am Aussehen der „Punks“ als Zeichen von Intoleranz gewertet wird.

    Fazit:
    Wie „Frank Hummel“ schon geschrieben hat ist der Artikel in keinster Weise objektiv gehalten.
    Er vermischt Information mit gezielten Dosen an Manipulation, Desinformation und der Herabsetzung mißliebiger Gruppen.

  • Mr. T

    |

    Wann wäre der Artikel denn objektiv? Wenn er die Ansicht eines bestimmten Personenkreises bestätigt? Dann kann er nie für alle objektiv sein. Und den Autoren Lüge zu unterstellen, nur weil einem die Zitate nicht so in den Kram passen, ist schon äußerst dreist. Wissen Sie es denn besser? Belegbar? Sicher nicht!

  • Mediator

    |

    @Mr T:

    Zunächst einmal muss sich ein „Journalist“ entscheiden, ob er Informationen weitergibt oder seine eigene Meinung zu einem Thema.
    Den Leser darüber im unklaren zu lassen ist kein guter Stil.

    Wenn der Autor einen knackigen Kommentar abgeben will, dann steht ihm dies natürlich frei. Diesen Kommentar dann allerdings als neutrale Nachricht zu tarnen bezeichne ich als Täuschung. Die Mehrheit der Leser wird bei dem Ereignis nicht dabei gewesen sein und muss sich auf den Journalisten verlassen.

    Warum ich die Zitate anzweifle habe ich ausführlich erläutert. Diese Argumentationskette ist für mich schlüssig. Weiterhin war ich auf mehreren Veranstaltungen, die hier vom Autor beschrieben wurden, anwesend. Die von ihm dabei gemachten Konotationen zum jeweiligen Ereignis waren beim besten Willen nicht nachvollziehbar.

    Möchte der Autor neben der reinen Nachricht eine weitere Botschaft vermitteln, dann soll er dies bitte in seinem eigenen Namen tun und sie nicht irgendwelchen „Passanten“ in den Mund legen.

    Nur Mut! Bereits Cato ist diesen Weg gegangen hat den Erfolg dieser Methode mit der Zerstörung Karthagos bewiesen.

  • Hinweiser

    |

    Wer glaubt es gäbe einen neutralen und objektiven Jornalismus, der glaubt auch was in der Bild steht. Es gibt ihn nicht, es kann ihn nicht geben, weil immer ein Mensch mit einer Meinung dahinter steht.
    BEMÜHEN tun sich hier weder Artikel noch Autor um eine objektive Berichterstattung, aber es sollte einen schon fast beruhigen, dass dies so ist.

  • Andreas Eigenstetter

    |

    Persönlich habe ich kein Problem mit der Demonstration des Bündnisses „Deutschland ist tödlich“.
    Meinungsfreiheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung sind „hohe Güter“ in unserem Land. Aus meiner Sicht war die Genehmigung dieser Kundgebung die richtige Entscheidung. Für friedlichen Protest muss in unserer Gesellschaft immer Platz sein!

    Die Bundeswehr ist allerdings auch eine Säule unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung und somit ein Garant dieser Meinungsfreiheit. Das muss bei aller Kritik immer beachtet werden!

    Unsere Freiheit und unser Wohlstand sind keine Selbstverständlichkeit, ein Blick in die Welt zeigt uns das täglich überdeutlich.

    Die Bundeswehr muss immer tief in der Gesellschaft verankert sein. Wer die Soldaten aus der Öffentlichkeit verbannt, riskiert nur die Entwicklung einer Parallelgesellschaft mit all ihren Schattenseiten. Fehlentwicklungen werden nur aufgedeckt, wenn die Bundeswehr Bestandteil des öffentlichen Lebens bleibt. Gerade nach der Aussetzung der Wehrpflicht sind die Reservisten das entscheidende Bindeglied zwischen der Armee und der breiten Bevölkerung.

    Vor diesem Hintergrund ist es nur normal, dass die Bundeswehr, kollektiv mit der Bevölkerung, den Volkstrauertag begeht.

    Spott und Häme für das Erscheinungsbild der Ehrenformation halte ich hier für absolut unangebracht!
    Wie von Mediator und Frank Hummel bereits angesprochen handelte es sich um Reservisten. Menschen die sich freiwillig, bei der Feuerwehr, beim THW, oder als Reservist für die Allgemeinheit einsetzen verdienen mehr Respekt.

    Eine objektivere Berichterstattung wäre hier wünschenswehrt!

  • Stefan Aigner

    |

    @mediator

    Zu dem Artikel kann jeder denken, was er will, aber eines möchte ich schon klarstellen: Wir erfinden keine Zitate.

  • Veronika

    |

    @Mediator:

    Sagenwir doch mal so: Dieses ganze Volkstrauer- und Kriegergedenken soll doch letztenendes nur dazu dienen, dass Vertriebene, welche die Kapitulationen des Ersten und Zweiten Weltkriegs noch immer noch verschmerzt und kapiert haben, immer noch Gutes daran finden können, dass Deutschland zwei Weltkriege geführt hatte.
    ————–
    Es wäre einmal an der Zeit sich klarzumachen, dass Kriege keine Lösung sind, schon gar nicht wenn diese als Eroberungsfeldzüge geführt wurden. Was mögen sich die Alliierten denken, die Deutschland 1945 befreiten???

  • Veronika

    |

    Ich möchte noch ergänzen, weil ich sonst wieder „verbale Schläge“ bekomme:

    Ja, die Vertreibungen waren Unrecht und es geschahen auch Morde an Vertriebenen/ zu Vertreibenden. Dies aber nicht in dem Ausmaß, in dem die „Übermenschen“ zig Millionnen unschuldiger Menschen vertrieben und letztendlich ermordet hatten. 1969 war hier die „Restitution“ von Vermögen in Bayern gesetzlich beendet, was heißt dass die Nachkommen Millionen Verstorbener keinen Pfennig des Vermögens, geschweige denn eine Entschädigung für den Verlust von Vätern, Mütter, Kindern, Vermögen erhalten hatten. Unter diesem Aspekt finde ich immer noch hochkommende Restitutionsansprüche Deutscher aus dieser Zeit zum K……! Sorry!

  • liebig

    |

    Mir ist der Volkstrauertag völlig egal. Daher habe ich kein Problem damit, dass die einen trauern und die anderen protestieren. Was mir auffällt ist der Name „Deutschland ist tödlich“. Haben die dortigen Mitglieder schon einmal darüber nachgedacht, dass ihnen Deutschland die Rahmenbedingungen bietet, hier überhaupt protestieren zu können. Habt Ihr Euch schon mal mit der staatlichen „Behandlung“ eines solchen Protests in anderen Ländern beschäftigt? Russland? Arabische Länder? Afrika? Südamerika? China? Und da findet Ihr DEUTSCHLAND TÖDLICH? Entschludigung, da muss ich gerade lachen – wenn es nicht so morbide wäre – insbesondere, wenn ich die halb verdeckten Gesichter hinter dem Banner sehe. Aus der Sicht internationaler Unterdrückter seid Ihr voller Luxusprobleme. Versucht doch mal einer vergewaltigten Frau im Iran, die wegen der Anzeige gegen Ihren Täter im Gefängnis sitzt, zu erklären was genau Euer Problem ist.

    Aber Hauptsache Unruhe stiften… Als Aussenstehender ist es genau das, was ich wahrnehme, Unruhe stiften, Trauer stören, etc. Bemerkenswerteweise ist das, was ich bei solchen Gruppierungen wahrnehme. Ich habe den Eindruck, dass es manchen/einigen/vielen Mitgliedern auf die Sache gar nicht so sehr ankommt, wie Unruhe stiften/Randale machen, etc.

    Just my 2 Cents

  • Mediator

    |

    @Veronika
    Wie sie darauf kommen, dass der Volkstrauertag dazu dienen soll etwas gutes aus dem Leid der Weltkriege herauszuinterpretieren ist mir schleierhaft.

    Die Rückabwicklung von Unrecht in großem Ausmaß, wie es die Weltkriege mit sich brachten, ist ein ding der Unmöglichkeit. Allenfalls symbolische finanzielle Kompensation ist hier möglich. Denn vernichtete Leben und Lebensentwürfe lassen sich nicht finanziell ausgleichen.

    Das Kriege keine politischen Lösungen ersetzen können ist denke ich unseren Politikern und der Bevölkerung klar. Insoweit kann ich auch keinen Militarismus der deutschen Politik erkennen.

  • liebig

    |

    Da man bekanntlich nur etwas kritisieren kann, mit dem man sich auseinandersetzt, war ich so frei und habe das „tödliche Deutschland“ mal gesucht und gefunden:

    http://de.indymedia.org/node/2083

    „[…] Konkret kritisieren wir Folgendes:

    Nationalismus

    Der Begriff der Nation bezieht sich auf einen geographisch abgesteckten Rahmen. Dadurch wird eine kulturelle und oft auch rassische Identität konstruiert. Der Bezug auf eine gemeinsame Nation mit gemeinsamer Sprache und vermeintlich selben Werten schürt ein gruppendynamisches Bewusstsein. Ein Auseinanderdividieren, wie es dadurch geschieht, ein sich dem „Anderen“ als Kollektiv Gegenüberstellen, birgt eine Gefahr von sozialen Konflikten. […]“

    Wtf? Wtf?! WTF!! Was für eine vergeistigte Scheiße, die nichts aber auch gar nichts mit Unterdrückung und Opfern zu tun hat. Klingt wie aus der Diplomarbeit von Hans-Peter abgeschrieben.

    Als jemand, dessen Eltern noch staatenlos auf die Welt gekommen sind und der auch bei aller Kritik weiß, wie wichtig es ist, eine (nationale) Identität zu haben (und ich meine damit nicht die Deutsche), habe ich überhaupt kein Verständnis für unreife Jugendliche, die offensichtlich keinen Schimmer von Verfolgung und Unterdrückung haben. Schon mal darüber nachgedacht, dass es der Deutsche Staat ist, der Euch die Meinungsfreiheit überhaupt ermöglicht? Und das sagt jemand, der nicht als Deutscher auf die Welt gekommen ist. War von Euch auch nur eine(r) in einem Krisengebiet oder musste plötzlich in den Keller laufen, weil der nächste Raketenalarm ertönte?

    Bei so viel ignorantem Mist kann ich gar nicht so viel Essen wie ich kotzen möchte!

    Offensichtlich bin ich zu dumm zu verstehen, was das tödliche Deutschland eigentlich will. Vielleicht ist man ja so gnädig und teilt es mir (uns) mit? Was wollt Ihr eigentlich? Oder ist das alles nur eine hochgestochen formulierte Hülse für Randale?

  • NannyOgg07

    |

    @Jeanette Kamrowsky: hat mit dem Artikel zwar gar nichts zu tun, ist mir aber ein Anliegen, das hier loszuwerden:
    Deutschland hat die Demokratie nicht erfunden, das waren die Griechen ;-) Den Deutschen mussten die Alliierten nach Kriegsende die Demokratie sozusagen einprügeln und damit das nicht vergessen wurde, ließen sie ihre Besatzungstruppen da! Unsere Bundeswehr hat diese in keinster Weise verteidigt, nicht hier und nicht am Hindukusch.
    Ansonsten kann man seiner Toten gedenken wie man will, ich bevorzuge das stille Gedenken an meinen Großvater, einen besonderen Tag dafür braucht es für mich nicht. Aber wie schon gesagt, das sei jedem selbst überlassen.
    Schade dass Herr Wolbergs sich da so weit aus dem Fenster gelehnt hat, Deutschland führe keinen Eroberungskrieg mehr, denn so stimmt das nicht. Heutzutage muss man nur kein Gebiet erobern um ein Land zu erobern, sondern wie ein einstiger Bundespräsident schon richtig bemerkte, es werden Wirtschaftsinteressen verteidigt (nicht die Demokratie, Frau Kamrowski).

  • Mediator

    |

    @NannyOgg07 8:38

    „Demokratie einprügeln und durch Besatzungstruppen sichern“ – sehr plakativ aber nicht ganz zutreffend und irgendwie auch nicht sehr demokratisch.

    Auch in Deutschland gab es bereits demokratische Ansätze vor 1945. Die Frankfurter Paulskirche wäre hier ein Stichwort. Durch die späte nationale Einheit Deutschland haben sich leider erst sehr spät demokratische Ansätze entwickelt.

    Die Besatzungstruppen, wie Sie sie nennen, wurden spätestens mit Aufstellung der Bundeswehr und dem Beitritt zur NATO, unsere Verbündeten.

    Gemeinsam mit ihnen hat die Bundeswehr demonstriert, dass die NATO wehrhaft ist und einer Agression des Warschauer Paktes entgegentreten würde. Das hat nicht wenigen Soldaten das Leben gekostet, den auch im Frieden sind Militärübungen nicht ohne Gefahr.
    Insofern hat die Bundeswehr durchaus unsere Staatsform und Demokratie verteidigt. Ereignisse wie der 17. Juni oder der Prager Frühling zeigten damals, mit welcher Agression die UDSSR ihre Vormachtstellung in Osteuropa aufrechterhalten wollte. Eine Eskalation der Ereignisse lag damals durchaus im Bereich des möglichen.

    Die umstrittene Aussage von Horst Köhler bezüglich der Verteidigung wirtschaftlicher Interessen ist bei genauer Betrachtungsweise gar nicht so skandalös.

    – Seewege und Handelsschiffe gegen Piratenangriffe verteidigen – wer möchte dagegen Einspruch erheben.

    – „regionale Instabilitäten zu verhindern“
    ist aus heutiger Sicht aktueller den je. Wohin Konflikte eskalieren können zeigt der Irak / Syrien momentan sehr gut.

    Deutschland kann und will sicher nicht in jedem Konflikt involvieren. Manche Konflikte betreffen unsere Interessen stärker als andere. Einen Königsweg gibt es nie, den jede Entscheidung hat sowohl negative wie positive Auswirkungen.

    Wer will z.B. den Genozid in Ruanda (Hutuund Tutsi) gegen das Chaos und die Willkürherrschaft des IS abwägen.

    Einfach nur wegschauen und nichts tun macht einen mitunter aber genauso schuldig wie aktives eingreifen.

  • Lothgaßler

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    @ alle Bundeswehr-Fans
    Die Bundeswehr ist nicht Ausrichter der Gedenkveranstaltung, sondern Gast. In diesem Fall ein institutioneller Gast, vertreten durch Gesandte. Wenn diese Gesandten nun Waffen präsentieren, dann entstammt dies einer uralten Militärtradition, bestenfalls noch einer militarisierten aristokratisch-höfischen Tradition, aber keiner demokratischen Tradition (Relikte finden sich heute noch bei Staatsempfängen). Zudem gilt diese Ehrbezeugung traditionell den gefallenen eigenen Kameraden (manchmal auch „gefallenen“ Verteidigunsministern) und den „tapferen“ Feinden. Die Ehrbezeugung galt nie Zivilisten oder Verfolgten, wie z.B. Kriegsdienstverweigerern und Deserteuren. Letztere würden sich die Waffenpräsentation ohnehin verbieten.
    Wenn also diese Ehrengarde der Bundeswehr der Veranstaltung militärischen Glanz verleihen muss, dann grenzt sie im Sinne der Tradition viele aus. Wenn die Bundeswehr nicht im militärischem Sinne den Toten gedenken will, dann muss sie das deutlich machen, indem auf Waffen verzichtet wird. Nachdem jede Ehrendelegation der Bundeswehr faktisch die Bundesrepublik Deutschland vertritt, ist die Waffenschau hier fehl am Platze!

  • Mediator

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    @Lothgaßler
    Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass die Bundeswehr an der Gestaltung des Volkstrauertags beteiligt war. Ein Akteur wie z.B. Schulen und Musikensembles, die von der Stadt zur würdigen Feier dieses Tages eingebunden wurden. Die Bundeswehr hat hier nicht dominiert.
    Anscheinend ist also die Stadt Regensburg mit ihren gewählten Vertretern der Meinung, dass die Teilnahme der Bundeswehr angebracht und dem Anlass entsprechend ist.
    Ich halte fest: Die gewählten Vertreter einer Mehrheit der Bevölkerung teilen nicht ihre Bedenken was die Bundeswehr betrifft.
    Natürlich können Sie anderer Meinung sein, aber das macht ihre Meinung nicht zwangsläufig richtig, oder zur Konsensmeinung des Großteils der Bevölkerung.
    Niemand hindert Sie daran Ihre Meinung zu äußern, aber an manchen Gelegenheiten ist es einfach angebracht die Anderen nicht mit seiner Meinung zu belästigen.
    Wer nicht an Gott glaubt sollte sich z.B. trotzdem nicht dazu hinreißen lassen, die Teilnehmer einer Beerdigung davon überzeugen zu wollen, dass es kein Leben nach dem Tod gibt.
    Der Volkstrauertag ist für viele Menschen ebenfalls eine Trauerfeier und dieser Trauer sollte man mit Respekt begegnen.
    Nur weil etwas in der Vergangenheit bereits angewandt und eventuell missbraucht wurde, macht es per se nicht für gegenwärtige Ereignisse ungeeignet. Es kommt immer auf den Kontext und die Absicht an, mit der man es einsetzt.

  • Rosco Runners

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