Kandidatenkür der SPD mit Misstönen

Wilds Wahl und Wolbergs‘ Watschen

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Bei der Aufstellung der SPD-Direktkandidaten für die Landtags- und Bezirkstagswahl hatten am Freitag Margit Wild und Sebastian Koch die Nase vorn. Für Verstörung sorgt ein Auftritt von Joachim Wolbergs. Dessen Kandidat Markus Panzer kegelt Fraktionschef Klaus Rappert aus dem Rennen.

Betretene Gesichter: Wolbergs Wahlempfehlung sorgt für Zwischenrufe, sein Dank an Norbert Hartl ist eine Watschn für die ganze Versammlung.

Betretene Gesichter: Wolbergs Wahlempfehlung sorgt für Zwischenrufe, sein Dank an Norbert Hartl ist eine Watschn für die ganze Versammlung.

„Ihr braucht von mir keine Fotos zu machen. Von mir gibt es genug Fotos. Fotografiert die Kandidaten, aber nicht mich.“ Es ist ein wenig verstörend, wenn jemand sich bei einer öffentlichen Wahlveranstaltung mit einem kontroversen Wortbeitrag an die Öffentlichkeit wendet, sich dann aber hörbar angesäuert dagegen ausspricht, im Licht dieser Öffentlichkeit zu stehen. Doch bei Joachim Wolbergs scheint mittlerweile kaum mehr etwas überraschend zu sein. Am Freitag ist der suspendierte Oberbürgermeister in den Prüfeninger Schlossgarten gekommen. Er ist Delegierter bei der Wahl der Kandidaten für die Bezirks- und Landtagswahl, die der SPD-Unterbezirk Regensburg (Stadt und Landkreis) heute durchführt.

„Lieber Joachim, schön, das Du da bist.“

Schon im Vorfeld der Wahlen wurde parteiintern über Wolbergs‘ Rolle dabei diskutiert. Einer der drei Bewerber für die Direktkandidatur um das Bezirkstagsmandat ist Markus Panzer, ein enger Freund und politischer Weggefährte von Wolbergs. Und seine Kandidatur galt vielen als ein klares Statement derjenigen, die Wolbergs für unschuldig halten und sich gegen die Parteispitze um die Stadtvorsitzende Margit Wild und Fraktionschef Klaus Rappert wenden, weil diese sich politisch von ihm distanziert haben. Als Wolbergs am Freitag kommt und sich in eine der vordersten Reihen setzt, sorgt dies bei einigen durchaus für Gemurmel und Geraune.

Da mag es ein Versuch sein, die Situation etwas zu entspannen, wenn Bezirkschef und Versammlungsleiter MdL Franz Schindler Wolbergs als ersten – noch vor der Regensburger Vorsitzenden und Landtagsabgeordneten Margit Wild – begrüßt. „Es freut mich, dass Joachim Wolbergs da ist. Lieber Joachim, schön, dass Du gekommen bist.“ Vielleicht es aber auch ein klares Bekenntnis des Strafverteidigers und eingefleischten Sozialdemokraten, der den Grundsatz der Unschuldsvermutung qua Beruf mit der Muttermilch aufgesogen hat und für den zudem gilt: Genossen dürfen sich – egal, was ist – nicht im Stich lassen. Zuletzt jedenfalls hatte sich Schindler, der sich mit Wolbergs in der Vergangenheit oft alles andere als grün war, als parteiinterner Verteidiger des 46jährigen gezeigt.

„Die haben nicht so ausgesehen wie der Joachim.“

All das wird aber am Freitag nicht offen ausgesprochen, wenngleich es wie eine graue Wolke im Raum schwebt. Schindler stimmt seine Parteifreunde stattdessen mit einer kämpferischen und kurzweiligen Rede auf den bevorstehenden Wahlkampf ein. Er geißelt die CSU, die wieder einmal dabei sei, einen ihrer Parteivorsitzenden „zu meucheln“, spricht von seiner Scham dafür, dass die AfD insbesondere in seinem Wahlkreis Schwandorf ein so gutes Ergebnis bei der Bundestagswahl erzielt habe und beschwört die Geschichte der SPD, derer man sich besinnen müsse. „Wir sind die einzige Partei, die 1933 den Freistaat Bayern verteidigt hat. Für diese Partei kämpfen wir.“ Und eine Chance habe man bei der kommenden Wahlkampfauseinandersetzung mit der CSU durchaus, glaubt Schindler. Landtagswahlen, das habe man in Niedersachsen gesehen, hätten ihre eigenen Gesetze.

Die anschließende Wahl der Direktkandidatin für den Landtag bringt ein durchwachsenes Ergebnis für Margit Wild. In ihrer soliden Vorstellungsrede – Schwerpunkt Bildungspolitik und Inklusion – hat auch sie an die lange Tradition der SPD erinnert. Daran, dass der Freistaat vom Sozialdemokraten Kurt Eisner gegründet worden sei. Damals da hätten die politischen Aktivisten „nicht so ausgesehen wie der Joachim“, sondern hätten langes Haar und rauschende Bärte, „wie Hippies“, gehabt. Der Angesprochene nimmt den Scherz ausdruckslos zur Kenntnis, ebenso wie der neben ihm sitzende Stadtrat Hans Holler Wilds Erinnerung an einen Schulbesuch in Schwabelweis, „mit Dir, lieber Hans“. Einzig Altoberbürgermeisterin Christa Meier, die später den als Wolbergs-Kandidaten geltenden Markus Panzer zum Bezirk vorschlägt, reagiert mit einem Lächeln, als Wild sie erwähnt und ihr ein Buch überreicht.

Ab und an gibt es freundlichen Applaus für die Landtagsabgeordnete. Am Ende erhält sie 35 von 51 Stimmen. Ein Ergebnis, das Wild, auch wenn es nicht berauschend ist, sichtlich erfreut zur Kenntnis nimmt – angesichts verschiedener Störfeuer im Vorfeld (unter anderem ein lancierter Artikel in einem Anzeigenblatt mit einem verzerrenden Zitat aus ihrer polizeilichen Vernehmung anlässlich der Ermittlungen gegen Joachim Wolbergs) hatte sie wohl mit noch weniger Stimmen gerechnet. Listenkandidatin wird Dr. Carolin Wagner, die sich unter anderem mit dem Satz vorstellt: „Wir wollen den Kapitalismus überwinden. Er schafft Ungleichheit und gefährdet Frieden und Freiheit.“

Für die Kandidatur zum Bezirkstag – die Nachfolge des in der Korruptionsaffäre beschuldigten Ex-Fraktionschefs Norbert Hartl, den die SPD erst kürzlich von seinen Aufsichtsratposten abberufen hat – gibt es drei Bewerber: Sebastian Koch, Unterbezirksvorsitzender und Bürgermeister von Wenzenbach, Fraktionschef Dr. Klaus Rappert und – wie erwähnt – Markus Panzer.

Der Programmatische, der ohne Amt und der Ausgleichende

Koch bewirbt sich mit einer betont programmatischen Rede. Er wolle nicht wegen des Proporzes aus Stadt und Land gewählt werden. Ihm gehe es darum, die Bezirksmillionen zur Eingliederung von Behinderten an den richtigen Stellen auszugeben, gegen den Fachkräftemangel bei der Medbo anzugehen und für bezahlbare Wohnungen für Auszubildende dort zu sorgen. Immer wieder bekommt Koch Applaus, auch wenn sein Vortrag stellenweise etwas steif wirkt. Inhaltlich präsentiert er sich als Kenner der Materie und lässt an den richtigen Stellen Zahlen, Daten und Namen von Vertretern aus Politik, Gewerkschaft und Verbänden fallen, mit denen er sich über dieses oder jenes Thema ausgetauscht habe.

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Er wolle dafür sorgen, dass die Arbeit des Bezirkstags transparenter und dessen Aufgaben und Möglichkeiten in der Bevölkerung bekannter gemacht würden. Angesichts der „Harmonie unter altersmilden Landräten und Bürgermeistern“ leide das Gremium derzeit an einem Mangel an politischer Ideenkraft und führe „ein Dasein unter der Wahrnehmungsschwelle“. Am Ende stellt Koch gar den Gewinn des Direktmandats in den Raum. „Die CSU wird nicht unbezwingbar sein“, glaubt er.

„Unser Zugpferd ist momentan gehandicapt.“

Markus Panzer präsentiert sich dagegen als denjenigen, der sich den Aufgaben als Bezirksrat mit voller Kraft widmen könne. Im Gegensatz zu „einem hervorragenden Fraktionsvorsitzenden“ Rappert und einem „schillernden Bürgermeister“ Koch habe er weder Amt noch Mandat. Bei ihm gebe es keine Interessenskonflikte. Und man brauche schließlich alle Kräfte zum gemeinsamen Kämpfen. „Unser Zugpferd ist ja derzeit gehandicapt. Alle wissen, was ich meine“, so Panzer mit Blick auf Joachim Wolbergs, ohne diesen zu erwähnen.

Dass es bei der Kandidatur um eine Lagerbildung gehe bestreitet Panzer. Er habe einfach lange Jahre im Bezirksjugendring mitgearbeitet und damals gegen die Pläne der CSU zur Abschaffung des Bezirkstags gekämpft, sagt er. Eine Äußerung, die für eine längere Kontroverse mit Altbürgermeister Walter Annuß sorgt, der einwirft, dass das doch nicht stimme. Die ersten Pläne dafür seien von der SPD gekommen. Panzer gibt zurück, dass er das besser wisse. „Ich habe doch damals mit Stoiber persönlich diskutiert.“ Am Ende tritt Annuß ans Podium und gibt eine Empfehlung für „Dorfbürgermeister“ Koch ab.

Dann tritt Klaus Rappert ans Podium. Er wiederum stellt sich als den Ausgleichenden vor, der es geschafft habe, die SPD nach der Verhaftung von Joachim Wolbergs und dem Rücktritt von Norbert Hartl wieder in ruhiges Fahrwasser zu bekommen. Er sei es – das brauche man im Bezirkstag – angesichts der bunten Koalition gewohnt, über Parteigrenzen hinweg zusammenzuarbeiten und Sachpolitik in den Mittelpunkt zu stellen. „Die SPD ist nach wie vor die bestimmende politische Kraft in Regensburg“, lautet das Fazit seiner Arbeit. Für die Wahl solle man zuversichtlich in die Zukunft schauen, Flagge zeigen und klare Werte und Positionen vertreten, lauten seine lächelnd vorgetragenen Schlussworte an die Delegierten. „Lasst uns engagiert und lustvoll Wahlkampf machen.“

Margit Wild zieht mit Listenkandidatin Carolin Wagner in den landtagswahlkampf, Sebastian Koch bewirbt sich mit Heinrich Kielhorn für den Bezirk.

Margit Wild zieht mit Listenkandidatin Carolin Wagner in den Landtagswahlkampf, Sebastian Koch bewirbt sich mit Heinrich Kielhorn für den Bezirk.

Auch Rappert bekommt freundlichen Applaus – und im anschließenden Wahlgang das schlechteste Ergebnis aller drei Bewerber. Koch verfehlt mit 24 Stimmen knapp die absolute Mehrheit, gefolgt von Panzer mit 16 und Rappert mit elf Stimmen. Im zweiten Wahlgang wird schließlich Koch mit 33 Stimmen zum Direktkandidaten gekürt. Als Listenkandidat bestimmt die Versammlung per Akklamation den Juso-Vorsitzenden Heinrich Kielhorn.

Ein Dank für Norbert Hartl

Joachim Wolbergs ist schon weg, als sich die Gewählten für ein gemeinsames Gruppenfoto postieren.

Er war zuvor noch vor dem ersten Wahlgang ans Podium getreten, hat über Flüchtlinge gesprochen und davon, dass man hier klar Haltung zeigen müsse und nicht einknicken dürfe. Außerdem sei er verwundert „und das sage ich jetzt einfach, auch wenn es keinem passt“, warum sich keiner für die jahrzehntelange gute Arbeit von Norbert Hartl bedankt habe. „Das gehört zur Ehrlichkeit dazu.“ Stattdessen bedankt sich nun Wolbergs. Eine Watschn für alle Anwesenden – der Name Hartl ist bis dahin nicht gefallen und er hat kaum noch Verteidiger in der SPD. Als an dieser Stelle einige Kameras zu klicken anfangen, verweist Wolbergs die Medienvertreter zurück auf ihre Plätze („Ihr müsst von mir keine Fotos machen.“).

Der Bürgermeisterin platzt der Kragen

Mehrfach spielt Wolbergs mit der Rolle des in der SPD Verfemten, als er schließlich seine Empfehlung für Panzer ausspricht. Mit diesem sei er befreundet, „aber so etwas ist ja heutzutage gefährlich“.

Außerdem habe Panzer große Erfahrung mit den Strukturen des Bezirks und eben auch weder Amt noch Mandat – im Gegensatz zu Koch und Rappert. Da müsse man doch Panzer wählen, „wenn man mir immer wieder Ämterhäufung vorgeworfen hat“. An dieser Stelle platzt schließlich Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer der Kragen. „Du hast Dich damals ja für alles zur Wahl gestellt“, sagt sie deutlich vernehmlich von der Seite. Auch aus dem Publikum gibt es Zwischenrufe. Wolbergs war zeitweilige Fraktionschef, Unterbezirksvorsitzender und Stadtverbandsvorsitzender in einer Person. Noch im Herbst 2016 hatte er sich für eine Bezirkstagskandidatur ins Gespräch gebracht.

Von den Zwischenrufen lässt er sich am Freitag nicht beirren. Nochmals empfiehlt er Panzer. Nochmals erwähnt er, dass es „eher schlecht“ sei, „wenn ich für jemanden das Wort ergreife“, setzt sich dann wieder hin, wählt und ordert die Rechnung, um dann nach Bekanntgabe der Ergebnisse den Saal zu verlassen.

Beratungen am Tresen

Als alle Fotos geschossen sind, Wolbergs schon lange weg ist und die meisten Delegierten den Saal verlassen haben, sitzt noch ein kleines Grüppchen an der Theke des Prüfeninger Schlossgartens. Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Franz Schindler, Stadträtin Margot Neuner und ein paar andere beraten über den Wolbergs-Auftritt. „Das hat der Partei sicher nicht genutzt“, sagt eine(r). Denn erneut steht nicht die SPD, sondern Wolbergs im Zentrum der Aufmerksamkeit.

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Kommentare (28)

  • Herr Karl

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    Frage: Besteht für Herrn W. nicht immer noch ein Kontaktverbot gegenüber bestimmten Personen und ein Verbot der politischen Betätigung in Regensburg? Und hat eine Nichtbeachtung irgendwelche Konsequenzen?

  • mkv

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    System überwinden

    Leider bleibt der Satz von Frau Dr. Carolin Wagner einsam:
    „Wir wollen den Kapitalismus überwinden. Er schafft Ungleichheit und gefährdet Frieden und Freiheit.“

    Um dieses wichtige Thema, das offenbar an diesem Abend keine Rolle spielte, etwas zu befeuern, verlinke ich zu:

    „Das „System“ überwinden – eine wirre Vorstellung, die das linke Lager auf Dauer von der Macht fernhalten wird.“

    Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/?p=40775

  • Mr. T

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    Uwe Gold, wer bestreitet denn, dass die Unschuldsvermutung gilt? Aber all die Fakten, die auf dem Tisch liegen, machen ein „weiter so“ mit Wolbergs unmöglich. Auch wenn er juristisch nicht zu belangen wäre. Er hat leider den Teil seiner Arbeit, die er sehr gut gemacht hat, mit anderem selber kaputt gemacht. Das selbe gilt für Hartl. Deswegen ist es ja befremdlich, wenn man ihm für seine gute Arbeit dankt, ohne dass man das erwähnt, was er nicht gut gemacht hat. Beim Fußball geht man für ein grobes Faul auch vom Platz, obwohl man den Rest vom Spiel fair gespielt hat.

  • mkv

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    Kommentar gelöscht. Bitte bleiben Sie beim Thema.

  • Regensburg Challenge

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    „Wir wollen Wolbergs überwinden“

  • Giesinger

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    Zitat:
    Listenkandidatin wird Dr. Carolin Wagner, die sich unter anderem mit dem Satz vorstellt: „Wir wollen den Kapitalismus überwinden. Er schafft Ungleichheit und gefährdet Frieden und Freiheit.“
    ——————————————————————————————
    Was soll das denn? Ist das noch SPD?
    Eher doch SED, wenn schon über Geschichte gesprochen wird. Wollen die Sozen jetzt „die linke Flanke“ sichern, indem sie sich diese Dame ins sinkende Boot holen? Lachhaft, diese Bezirktags und Landtagsebene Ebene der SPD.
    Zugpferd Wolbergs? Der Zug ist schon lange abgefahren. Ihr Sozen schnallt es nur nicht und laßt euch stattdessen von Wolbergs auch noch abwatschen? (Kopfschüttel). Sieht mir schon sehr nach Spaltung aus, da braucht Herr Schindler gar nicht mit der CSU ablenken.

    Den obigen Beitrag vom
    13. November 2017 um 00:59 | #
    von Regensburg Challenge
    „Wir wollen Wolbergs überwinden“

    hätte sich eine geschlossene Partei vielleicht an die Tür nageln sollen.

    Oder aber z.B. eine Empfehlung von mir:

    Schal(l)platte muß leider draußen bleiben!

  • Mr. T

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    Regensburg Challenge, das ist wohl ein Vertipper. In dem Fall muss es „überwintern“ heißen!

  • Regensburger

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    Kommentar gelöscht.

  • buergerbegehren korruptionssumpf schaidinger/wolbergs

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    Nachdem Sie ansonsten schon nichts für das gemeine Volk getan hat, repräsentiert die SPD sich nun als letzte Bastion gegen die Rechtsradikalen wie anno 1933.Wie lächerlich , dafür sollte sich Schindler schämen, da hat auch die SPD ihren Beitrag zur AfD geleistet.
    Nun also wieder die PRO- und CONTRA-Wolbergs-Furzologen mit dem ewig gleichen Gelabere von schuldig/unschuldig…Derweil gäb es einiges zu tun in dieser Stadt.Am selben Tag letzte Woche, als die MZ titelte ,Wolbergs kehrt in Politik zurück‘, war im Lomalteil zu lesen ,dass über 18000 Menschen in Regensburg arm sind . Da gäb es sozialpolitisch viel zu tun, ihr Schwatzer alle.

  • Jürgen

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    Vorverurteilungen sind schnell ausgesprochen, besonders wenn es um Politiker geht. Sieht man sich den Skandal um die „Paradise Papers“ an, erkennt man, dass es dem Volk völlig wurscht ist, wenn die Konzerne uns nach Stich und Faden betrügen. In der Politik reicht schon der Verdachtsfall aus um alles in Frage zu stellen.
    In der Regensburger SPD gibt es, wie in jeder Partei unterschiedliche Lager. Die einen befürworten einen Kandidaten, die anderen eine zweite oder dritte Atlernative.
    Statt sich darüber zu freuen, dass es innerhalb der SPD demokratisch zu geht, wird das unter vorgehaltener Hand als Schwäche ausgelegt. Ich finde es gut wenn sich drei Kandidaten zur Wahl stellen und die Posten nicht vorher im stillen Kämmerlein verabredet wurden. Bei den meisten anderen Parteien wird so häufig verfahren und ihnen als „Einigkeit und Stärke“ ausgelegt.
    Ein letztes Wort zu Norbert Hartl. Wenn ich mich recht erinnere, ist er schon seit ca. 20 Jahren umstritten. Die SPD hat es nur selten oder nie ausgesprochen, da Hartl in seinem Wahlkreis sich einer sehr hoher Beliebtheit erfreuen konnte und genau deswegen einige Ämter bekleidete und noch bekleidet. Ich möchte da eine Partei sehen, die so eine Persönlichkeit aus die Ämter kegelt. Außerdem ist, soweit ich das beurteilen kann, Hartl ein gefürchteter Redner im Stadtrat (gewesen). Diplomatie war (ist) m.E. nicht seine Stärke, Klartext war (ist) da schon eher seine Sache. Damit schafft man sich nicht nur Freunde.
    Bei Wolbergs sollte man abwarten wie die ganze Angelegenheit aus geht. Eine politische Bewertung steht mir nicht zu.
    Wie wurde bereits von anderer Seite geschrieben (sinngemäß): „Hat Wolbergs mit seinem Video Recht, ist es der größte Justizskandal der letzten Jahrzehnte. Hat die Anklage Recht, sind Wolbergs Aussagen eher einem totalen Realitätsverlust zu zuordnen.“
    Es bleibt spannend.

  • buergerbegehren korruptionssumpf schaidinger/wolbergs

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    @ veits :
    Da ich ansonsten ihre Beiträge schätze: Das ist für mich ein wirrer Artikel in den nachdenkseiten, der nicht s anderes empfiehlt, ,als die Linken möchten eine ernstzunehmende SPD werden , indem sie auf das Ziel Kapitalismus-Überwindung verzichten

  • EX REGENSBURGER

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    Beiträge wie von Jürgen sind bei dem Gehetze überaus erfreulich. Wie die „paradise papers“ etc. und auch die Zustände in anderen Ländern zeigen, wäre selbst bei einer gewissen Vorteilsgewährung gegenüber Wolbergs das Ganze wirklich nur PEANUTS. Da aber de Lokalpolitik-Skandal nicht so kompliziert ist wie der ganz große Beschiss, schießt man sich gerne auf solche Personalien ein.

  • Ruhig Blut

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    Hatte Wolbergs nicht angekündigt, seine Parteiämter bis zur Klärung der Vorwürfe ruhen lassen zu wollen. Die Wahrnehmung des Teilnahme- und Rederechts auf einer Vorstandssitzung sowie des Rede- und Wahlrechts als Delegierter auf dieser Versammlung ist nicht gerade ein Ruhenlassen seiner Ämter….

  • mkv

    |

    @ buergerbegehren korruptionssumpf schaidinger/wolbergs

    Mein Input, auf den Sie abheben, wurde von Herrn Aigner in seiner Vollständigkeit nicht zugelassen; natürlich bestimmt er den Inhalt dieser Seite, wenn er meint, ich hätte das Thema, soweit das fragliche Zitat von Frau Dr. Wagner in Rede steht, zu sehr erweitert.

    Das ist schade. Denn die Frage des Neoliberalismus, die Frage, ob die EU, in deren Verträgen diese „Religon“ des „Raubtierkapitalismus“ (Helmut Schmidt) zwingend verankert ist (Dazu: Fisahn, „Die halbierte Demokratie“, Seite 101 ff), einer Revison zugänglich ist oder von neu auf, etwa in Gestalt eines „Europas der Regionen“, zu gründen sei, ist seit der Arbeit von Ulrike Guérot und Robert Menasse in aller Munde.

    Sie werden umfänglich fündig, wenn Sie auf den NDS oben rechts in die Suchfunktion „System überwinden“ eingeben und dann auf den Beitrag vom „6. November 2017 um 8:37 Uhr“ klicken. Auch beim FREITAG.

  • Dieter

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    @Jürgen: „Sieht man sich den Skandal um die „Paradise Papers“ an, erkennt man, dass es dem Volk völlig wurscht ist, wenn die Konzerne uns nach Stich und Faden betrügen. In der Politik reicht schon der Verdachtsfall aus um alles in Frage zu stellen.“

    Das ist allerdings falsch. Es gab schon genügend Skandale in der Politik, die mehr oder weniger ohne großen Aufschrei vom Volk oder Konsequenzen unter den Teppich gekehrt oder vergessen wurden.
    Politiker werden zudem demokratisch vom Volk gewählt, Konzerne werden dies nicht.
    Die Kontrollinstanzen bezüglich der Wirtschaft sollten Politik und Justiz sein. Ich als Bürger kann lediglich diese Konzerne oder Stars, die in den Paradise Papers auftauchen, mit meinem finanziellen Boykott bestrafen. Ein Aufschrei würde diese absolut nicht interessieren. Wie bei den Panama Papers sind hier Konsequenzen von höchster, auch internationaler, Stelle gefragt. Passiert dies nicht, kann man eigentlich nur resignieren. Diese Leute oder Stellen sind für mich auf jeden Fall nicht greifbar.

    Hier allerdings handelt es sich um Verstrickungen zwischen regionalen Politikern und Wohnbauunternehmen – da kann man als Bürger schon eher Druck aufbauen als bei Bono oder Twitter. Zudem sind das auch keine „Peanuts“, das ganze hat landesweit System und betrifft uns alle.
    Eine politische und moralische Wertung nehme ich mir auf Grund der Faktenlage (nicht alles sind in der Causa Wolbergs nur Vermutungen, z.B. die Spendenstückelungen) und vor allem des Umgangs der Beteiligten und auch der Parteien mit dieser Faktenlage sehr wohl heraus. Eine rechtliche Wertung hingegen überlasse ich den Gerichten, hier und nur hier greift auch die Unschuldsvermutung.

  • Giesinger

    |

    Mir wird langsam klar, es gibt in Nach-Wolbergs-Regensburg tatsächlich noch ein kleines knallrotes Wespennest.
    Puhhh…Bloß net neistochern, leck mi am Ar.ch!

    Aber so lernt man immerhin die Kommentatoren kennen..hehe!

  • blauäugig

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    @Giesinger Sie meinen, den Regensburger enttarnt zu haben?

  • Giesinger

    |

    @blauäugig

    Nein, nicht doch den Regensburger Meier. Der ist mir doch wurscht.
    (Am besten keine Energie verschwenden und nicht antworten).

    Ich krieg nur langsam so ein Gefühl, wer wohl insgeheim gerne die „Internationale“ vor sich hinträllert.
    Ich würde als „Witz“ ja glatt inbrünstig mitsingen, da Text und Melodie eigentlich genial sind. Aber da sind mir die roten hardliner zu humorlos. Das macht dann keinen Spaß mit denen zusammen.
    Aber beim Autofahren, je nach Absurdität der Nachrichtenlage, gebe ich sie durchaus zum Besten (wenn keiner zuhört).

  • Giesinger

    |

    @mkv
    Sie beglücken uns immer mit zum Teil aufschlußreichen Links.

    Hier jetzt mal einer für Sie:

  • Lothgaßler

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    Wie schön, die SPD fängt an sich zu zerlegen. Wohin geht die Reise? Ich tippe auf 17 Prozent.

  • victor lustig

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    Was um alles in der Welt muß denn noch passieren, bis die Regensburger SPD endlich klare Worte findet, sich eindeutig von Hartl distanziert und Wolbergs nahelegt, von seinen Ämtern zurückzutreten.

  • mkv

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    UNS Giesinger

    Für wen schreiben Sie noch, verehrter Giesinger?

    Gerne: Freude als Lebenselixir. Extra für Euch noch einen LINK
    https://www.onaris.de/lust-auf-lebensfreude/

    Fisahns Buch empfehle ich Euch bis zum Sonntag. Ich komme darauf zurück. Freue mich schon auf den Gedankenaustausch – mit allen.

    Euer mkv

  • Andreas C. Obermair

    |

    Werte ehemaligen Genossen,
    von nordwest Niedersachsen aus gesehen gibt der Unterbezirk Regensburg ein so dermaßen peinliches Bild ab, dass die Schwarte kracht.
    Offenbar wollt ihr Euer Problem erst dann wahrnehmen, wenn ihr bei 15% Wählerstimmen angelangt seit.
    Wenn Wolbergs und seine Gönner zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden sind.
    Wie irre: vorm Abgrund noch mal mit vollen Schmackes Anlauf nehmen.

  • R.G.

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    Bin ich der einzige Mensch, der es wunderbar findet, wenn der momentan gesunkene Star Wolbergs aus dem Off scheinbar aufmüpfig die Idyllen stört?

    Von mir aus dürfte er überall auftauchen, von Preisverleihungen bis zu Grünflächen – Entmistungsaktionen im Gefolge des Herrn Frowein ( vorausgesetzt, der hält ihn aus! ), und bis zu freiwilligen Besuchsdiensten in der Aussiger.

    DIe Kompetenz einer angeblich sozial-demokratisch oder christlich – sozial gesinnten Bewegung zeigt sich im Umgang mit Schwächeren, Kränkeren, Gefallenen, Verdächtigten, Abgedankten, und jedweden im Augenblick nicht Leistungsfähigen, etc.

    Ich wünsche mir von meiner Partei – welche es auch sei – unter anderem ein superordentliches Benehmen gegenüber in Ungnade gefallenen Kollegen, denn meiner Meinung nach gedeihen gröbere Grenzüberschreitungen auf Dauer ohnehin nur da, wo eine breite Duldung für die Überhöhung der Macht, und eine allgemein zu große Nähe zu einzelnen Vorteilsnutzern gegeben war.

    Die publik gemachten Probleme als reine Verfehlungen Einzelner zu kommunizieren, ist die sicherste Garantie dafür, dass sich so gut wie gar nichts ändern wird, an einem insgesamt …… gewesenen System, und die aufstrebenden Sterne von heute folglich selbst in absehbarer Zeit fallen könnten.

  • blauäugig

    |

    @Lothgaßler, Obermair
    Die SPD wäre froh gewesen, wenn sie bei der Bundestagswahl in Regensburg noch 15% der Zweitstimmen bekommen hätte. Warum sollte sie bis zur Landtagswahl erstarken, oder auch bis zur Kommunalwahl 2020?

  • Günther Herzig

    |

    Andreas C. Obermair sagt:

    Zitat (das mir verziehen werden möge) des Beitrags Andreas C. Obermair:
    ———————————————————————————————————————————
    „Werte ehemaligen Genossen,
    von nordwest Niedersachsen aus gesehen gibt der Unterbezirk Regensburg ein so dermaßen peinliches Bild ab, dass die Schwarte kracht.
    Offenbar wollt ihr Euer Problem erst dann wahrnehmen, wenn ihr bei 15% Wählerstimmen angelangt seit.
    Wenn Wolbergs und seine Gönner zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden sind.
    Wie irre: vorm Abgrund noch mal mit vollen Schmackes Anlauf nehmen.“
    ——————————————————————————————————————————–
    Ich habe überlegt, was ich, weil es eine Wiederholung bedeutet, an dem Zitat kürzen sollte. Es fiel mir nichts ein!

  • Mac

    |

    @R.G., da haben Sie mal super-recht.
    Tut mir trotzdem leid für die SPD insgesamt.

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