„Anständiger Lohn für hervorragende Arbeit”

Unterwegs auf Mobilisierungstour: verdi-Chef Frank Bsirske.verdi-Chef Bsirske bei Protesten am Bezirksklinikum Der erste offizielle Besuch von verdi-Chef Frank Bsirske in Regensburg war für ihn ein Heimspiel. Bei der Personalversammlung der städtischen Bediensteten am Vormittag erntete Bsirske immer wieder Applaus, während er die rund 700 Anwesenden auf die bevorstehenden Tarifauseinandersetzungen einstimmte. Ende März stehen Schlichtungsverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften im öffentlichen Dienst an. Viel Beifall erntete Bsirske auch mittags am Bezirksklinikum, wo rund 200 Beschäftigte – in ihrer Mittagspause – lautstark Tarifverträge für alle Angestellten forderten. Gegen die Stimmen der SPD hatte der Bezirkstag beschlossen, dass alle Neueingestellten ab 2006 statt 38,5 nunmehr 40 Stunden arbeiten müssen und keinen gesicherten Anspruch Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld mehr haben. In ihrer Mittagspause machten rund 200 Angestellte des Bezirks am Klinikum ihrem Ärger über fehlende Tarifverträge Luft.	Fotos: AignerVon den 1.300 Angestellten sind derzeit rund 200 von dieser Neuregelung betroffen. „Ich kenne kein kommunales Krankenhaus, das sich Tarifverträgen verweigert”, wetterte Bsirske. Angesichts eines „dicken Plus” des Bezirks – 5,7 Millionen Euro 2006 und 4,5 Millionen 2007 – gebe es keinen vernünftigen Grund, „die Angestellte nicht anständig für ihre hervorragende Arbeit zu bezahlen”. Eine Vergleichsstudie der Unternehmensberatung McKinsey habe ergeben, dass die Krankenhäuser in Deutschland die produktivsten in ganz Europa seien. Bsirskes Forderung: „Acht Prozent mehr Gehalt.” verdi musste in der Vergangenheit einen erheblichen Mitgliederschwund in Kauf nehmen. Bsirske macht dafür insbesondere den Abbau von Stellen im Druckgewerbe und Einzelhandel verantwortlich. Vor allem Discounter übten massiven Druck auf ihre Angestellten aus, um sie davon abzuhalten, Betriebsräte zu gründen.

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