Busse über den Grieser Steg?

Eine einstige Ersatztrassenvariante: Der Neubau des Grieser Stegs als Busbrücke. Der Plan wurde zwischenzeitlich verworfen. Nun denkt man offenbar dennoch darüber nach, Busse über den Grieser Steg fahren zu lassen. Fotomontage: Stadt RegensburgNoch keine neuen Ergebnisse in Sachen Ersatztrasse kann die Verwaltung am Mittwoch im Planungsausschuss präsentieren. Zwar wird Planungsreferentin Christine Schimpfermann einen ersten Zwischenbericht zum Regionalen Nahverkehrsplan abgeben, der auch Ergebnisse in Sachen Ersatz für die Steinerne bringen soll, allerdings wird das mit „Donauquerung“ überschriebene Thema erst „in einem seperatem Tagesordnungspunkt in einer der nächsten Sitzungen“ behandelt werden. Unterdessen treiben die Überlegungen zu Brücken auf beiden Seiten von Stadtamhof ungeahnte Blüten. Offenbar soll die Verwaltung prüfen, ob es möglich ist, Busse über den Grieser Steg fahren zu lassen. Das verlautet aus Kreisen der großen Koalition. Hintergrund dieser Überlegungen ist wiederum das Provisorium für die Protzenweiherbrücke. Derzeit befinden sich die Stadt und der Bund darüber in Verhandlungen. Insbesondere darüber, wer welche Kosten übernehmen wird. Einsparungen für den Bau des Provisoriums verspricht man sich offenbar durch eine Verkürzung der Busstrecken. Das soll unter anderem durch die Umleitung über den Grieser Steg erreicht werden. Gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung hatte Oberbürgermeister Hans Schaidinger in diesem Zusammenhang geäußert, dass ein Provisorium für die Protzenweiherbrücke umso realistischer werde, je besser der Busverkehr auf möglichst direktem Weg über die Donau in die Altstadt weitergeführt werden könne. Ob damit eine erste Vorentscheidung zur Lage der künftigen Ersatztrasse fällt, bleibt indessen fraglich. Zum Grieser Spitz existiert ein externes Gutachten, das die Stadt Regensburg in Auftrag gegeben hat (Wir berichteten am 13. August). Im Zuge der Planungen für eine Behelfsbrücke/ Provisorium über den Grieser Spitz ließ die Stadt eine „artenschutzrechtliche Prüfung“ vornehmen. Ergebnis: Die Artenvielfalt am Gries könnte durch einen solchen Bau „massiv beeinträchtigt“ werden, so das Gutachten. Es stammt vom Mai 2008. Der Stadtrat wurde – wenigstens offiziell – bis heute nicht über die Ergebnisse dieser artenschutzrechtlichen Prüfung informiert.

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