Das BUZ in Regensburg Burgweinting: Hier kann man einer Bauruine beim Entstehen zuschauen
„Mehr ein abgehalftertes Finanzprodukt als ein schönes Nahversorgungs- oder Stadtteilzentrum.“ So nennt Stadtrat Jakob Friedl das BUZ in Burgweinting. Ein Besuch vor Ort zeigt: er hat recht. Dabei machte ein Investor vor über zwei Jahren große Versprechungen.

Trostlos: der Innenhof im BUZ. Foto: as
Ein neuer, größerer EDEKA-Markt mit Photovoltaikanlage. Neue Nahversorger – Drogerie, Getränke- und Biomarkt. Die Außenanlagen sollten neu entstehen, der Innenhof zur Multifunktionsfläche werden und ein Willkommenssignal senden.
Mit großen Plänen trat die Hamburger Investment- und Vermögensverwaltung Modulus Real Estate GmbH 2024 an die Stadt Regensburg heran, um das BUZ-Nahversorgungszentrum in Burgweinting wieder auf Vordermann zu bringen.
Das BUZ: schon immer ein Sorgenkind
Die Stadt reagierte am 5. März 2024 mit der Aufstellung des Bebauungsplans. Trotz Bedenken überwog im Stadtrat die Hoffnung, dass aus dem maroden und dysfunktionalen Standort an der Friedrich-Viehbacher-Allee nun endlich etwas werden könne.
Der 2000 eröffnete und 2009 erweiterte Vierkanthof auf 1,8 Hektar hat die Erwartungen nie erfüllt – weder als Stadtteilzentrum noch als Einkaufsstandort.

Die Ballustrade muss durch provisorische Stahlstützen gesichert werde – seit bald zwei Jahren. Foto: as
Das benennt der Aufstellungsbeschluss von 2024 klar:
„Die aufgrund der Bestandsgebäude eingeschränkten Verkaufsflächengrößen, der eingeschränkte Sortimentsmix, die unbefriedigende Parkplatz- und Zugangssituation in Verbindung mit einem nicht mehr zeitgemäßen und in die Jahre gekommenen Gesamterscheinungsbild führen zu einem häufigen Mieterwechsel und zunehmenden Leerständen mit der Gefahr eines Funktionsverfalls des Nahversorgungsstandortes.“
Ziel des Bebauungsplans Nr. 259 sei deshalb die „Umstrukturierung und Aufwertung“ des BUZ.

Seit Jahren nicht nutzbar: der Bürgersaal im BUZ. Foto: as
Frische Mauerbrocken auf dem Boden
Seitdem ist einiges passiert – nur nicht im Sinne dieser Ziele.
Schon vor dem Aufstellungsbeschluss ließ die neue Eigentümer-GmbH einen Großteil der Mülleimer vom Platz entfernen. Wer am Nachmittag den Innenhof des BUZ betritt, sieht das Ergebnis: Kartons, Papier und Plastikverpackungen wirbelt der Wind über den Platz. Verbogene, ausgeblichene Schilder und ein Pflaster, das zur Stolperfalle verkommt, runden das Bild ab.

Ein regelmäßiges Bild: der Beton löst sich und fällt nach unten. Foto: as
Die Außenbalustrade im ersten Stock, wo einige medizinische Dienstleister sitzen, ist so marode, dass sie seit etwa eineinhalb Jahren von unten durch provisorische Stützen gehalten werden muss. Der Beton ist rissig. Beim Rundgang darunter findet man immer wieder frische Brocken, aus dem Mauerwerk gebrochen und herabgefallen. Ein Blick nach oben zeigt: Das passiert hier regelmäßig.
Poller rund um den Platz sollen offenkundig verhindern, dass ein Auto gegen die Stützen fährt und das Provisorium zum Einsturz bringt.
Verwaister Bürgersaal, leeres Parkhaus
Zwar gibt es einen gut sortierten EDEKA-Markt, dazu Lidl und KiK. Auch Friseur, Tierarzt, Eiscafé und Apotheke sind hier angesiedelt. Die Stadt Regensburg hat in dem billig gebauten, schlecht gedämmten Komplex ein Bürgerbüro und eine Stadtteilbibliothek untergebracht. Es gibt eine Sparkasse, deren Zugang von Stützpfeilern gesäumt ist.

Viele Leerstände prägen das Bild. Foto: as
Doch dazwischen immer wieder: leere, verschmutzte Schaufenster mit Aufklebern und alten Plakaten. Im ersten Stock: alte, kaputte Briefkästen, Kabel, die aus der Wand ragen. Der so titulierte „Bürgersaal“ im BUZ ist seit Jahren nicht mehr nutzbar, die benachbarten Räume für eine Gastronomie: leer. Eine Leiter und herumstehendes Werkzeug erwecken den Eindruck, jemand habe das Gebäude überstürzt verlassen. Das Parkhaus, für das Tafeln mit der Aufschrift „kostenlos“ werben, ist so gut wie leer.
Bebauungsplan seit zweieinhalb Jahren in der Warteschleife
Von dem Bebauungsplan 259, mit dem die Stadt Regensburg die Basis schaffen wollte, damit die neuen Eigentümer ihre vollmundigen Ankündigungen umsetzen können, hat man seit bald zweieinhalb Jahren nichts mehr gehört.

Das Pflaster wird zur Stolperfalle. Foto: as
Ebenso wenig von der Modulus GmbH, die im Kern nichts anderes ist als die Vermögensverwaltung für einen englischen Immobilienfonds. Damit reiht sich Modulus ein in eine Riege von Eigentümergesellschaften, meist mit Sitz im Ausland, die seit 2007 das BUZ gekauft und weiterverkauft haben – und es verfallen ließen.
Zu einem ist das BUZ aber gut: Mittlerweile kann man in dem Vierkanthof in Burgweinting live dabei zusehen, wie eine Bauruine entsteht.
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Lilith
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Das BUZ ist so wichtig für die Bevölkerung! Umso unverständlicher ist es, dass die Stadt tatenlos zusieht, wie das Gelände weiterhin verfällt.
Im benachbarten Stadtteil Harting gibt es gar nichts, keine einzige Nahversorgung. Wenn es so weitergeht, verfällt die Nahversorgung in Burgweinting ebenfalls!
RD bitte dranbleiben!!!!!