Universitäre Wahl-Farce

Demokratische Spielwiese gewählt

Mit knapp 50 Mitgliedern ist er fast so groß wie der hiesige Stadtrat: der studentische Konvent der Universität Regensburg. Er wählt den SprecherInnenrat, der anschließend ein Semester lang den stolzen Etat von 20.000 Euro – immerhin ein Euro pro Studierenden – verwalten darf. Der Konvent darf immerhin schlaue Beschlüsse fassen. Interessieren muss das keinen. Und das tut es auch nicht. Vergangene Woche war es nun mal wieder so weit: Die Studierenden durften an die Urne, um ihre VertreterInnen zu wählen: den knapp 50 Köpfe starken Konvent. Am heutigen Montag nun jubiliert der Studentische SprecherInnenrat in einer Pressemitteilung darüber, dass eine „große Mehrheit (…) gegen Studiengebühren und für mehr studentische Mitbestimmung“ votiert hätte. Große Mehrheit? Das ist bei einer Wahl, die von der (studentischen) Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet stattfand, schon etwas gewagt: Gut 86 Prozent haben kein Stimmzettelchen in die Urne geworfen. Das kann man aber, wenn man will, durchaus als Votum für mehr Mitbestimmung, vielleicht als bewussten Boykott, auslegen, denn zu sagen hat dieser Konvent, zu dessen Wahl da vergangene Woche aufgerufen wurde, überhaupt nichts. Null. Nada. Und es ist durchaus erstaunlich, dass man das, was da abläuft, tatsächlich als Demokratie bezeichnet, zumal an einer Universität. Studierende dürfen im Konvent zwar – ganz wie der Regensburger Stadtrat – nach Herzenslust Anträge einbringen, darüber debattieren und Beschlüsse fassen. Die sind aber dann – um etwa den SDS an der Uni zu zitieren – für die Universitätsleitung und Hochschulverwaltung so bindend „wie für den Papst Leserbriefe in der Mittelbayerischen Zeitung“. Will der Studentische SprecherInnenrat von seinem Etat etwas ausgeben, muss er das bei der Hochschulleitung beantragen und sei es der Kauf eines neuen Kugelschreibers. Dass es mit Mittelgenehmigungen für all zu kritische Veranstaltungen schon mal schwierig werden kann, bestätigen Generationen von Teilnehmern auf diesen pseudodemokratischen Spielwiesen des Freistaats Bayern. Im Gegenzug werden Studiengebühren (nicht nur) an der Uni Regensburg entgegen der Empfehlungen des studentischen Konvents verteilt. Der darf dazu zwar etwas sagen, zuhören muss aber keiner. Die „Großen“ in der Hochschulleitung wissen schließlich besser, was für die Studierendenschaft gut ist, als irgend so ein Studi-Gremium, das man doch nur der Form halber ins Gesetz geschrieben hat. Bayern ist das letzte Bundesland ohne verfasste Studierendenschaft und damit ohne Mitbestimmung, die diesen Namen verdient. Das gefährdet den reibungslosen Ablauf einer zunehmend auf Berufsausbildung getrimmten Lehre. Zukünftige Lehrer, Professoren und – wenn es besonders gut läuft – „Entscheider“ soll bitteschön nicht all zu sehr von Demokratie und Mitbestimmung und solchem Gewese behelligt werden. Wer braucht das schon… Ach ja: Die Mehrheit im Konvent hat nach der letzten Wahl übrigens die Bunte Liste. Die sind schon lange gegen Studiengebühren und für mehr Mitbestimmung – das Ergebnis ist bekannt.

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Kommentare (28)

  • Gondrino

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    Es ist traurig wie sich die zukünftige geistige „Elite“ seit Jahrzehnten während ihrer Studienzeit entmündigen läßt. Der stundentische Konvent ist in punkto Mitbestimmung eine komplette Farce und Bayern auch hier kein Vorreiter für fortschrittliche Demokratie.

  • der barbier aus Sevilla

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    Natürlich war das auch ein wichtiger Punkt bei den Unibesetzungen 2009/10! Von Seiten der Uni hieß es, das liege nicht in ihrem Zuständigkeitsbereich. Die Landesregierung hat hingegen angeführt, dass an der Wahlbeteiligung von bayernweit immer so 10-20% anscheinend kein Interesse der Studierenden an einer verfassten Studierendenschaft bestehe. Und Herr Heubisch sagte im besetzten H2 der Uni Regensburg 2009, dass es mit der FDP keine solche ‚Zwangsmitgliedschaft für Studierende‘ geben werde. Die FDP sei schließlich liberal!

    Bei verfassten Studierendenschaften anderer Bundesländer bezahlen die Studierenden pro Semester einen Betrag X. Über die Verwendung dieser Gelder können dann studentische Gremien entscheiden. In Kölln oder Berlin kommen da tatsächlich sechsstellige Summe im Jahr zusammen. Und würden in Regensburg alle Studierenden jedes Semester 5€ bezahlen, währen das im Jahr 200.000€! Damit wären die Studierenden schon allein deshalb eine wichtigere Größe, weil einfach wesentlich mehr Infomaterial gedruckt oder mehr Veranstaltungen abgehalten werden könnten. Das will man in Bayern natürlich nicht. Da könnten ja kritische Stimmen mit Mitteln ausgestattet werden!

    Ich weiß aber auch, dass z.B. Plakate für irgendwelche Aktionen z.B. in NRW gedruckt und bezahlt werden und dann an befreundete Studierenden-Gruppen nach Bayern geschickt werden. Weil alle wissen, dass ‚die Bayer_innen‘ ja kein Geld haben! Armes Bayern!

  • ehem. Besetzer

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    Na ob das den Studenten jetzt hilft, wenn man sagt die eine Form sich für mehr Mitbestimmung einzusetzen ist gut, die andere (in irgendwelchen Gremien) ist vollkommen schlecht. Da spielt man ja genau das Spiel des Wissenschaftsministers mit

  • Student

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    @Gondrino: Wieso „lässt“ sich die Studentenschaft Ihrer Ansicht nach entmündigen?
    Dass die Mitbestimmung weitgehend eine Farce ist, da stimme ich Ihnen zu – die deshalb regelmäßig widerkehrenden Proteste von Studentenseite dürften Ihnen nicht entgangen sein. Widersprechen muss ich daher Ihrer Formulierung, die nahelegt, dass dieser Mangel an Mitbestimmungsrechten durch die Studenten selbst verschuldet oder zumindest geduldet sei; und die ich daher ziemlich daneben finde.

    Ich jedenfalls freue mich, dass die Studenten den RCDS (die „CSU-Hochschulgruppe“) mit weniger als 20 % Stimmenanteil abgestraft haben und die unabhängige (aber ökologisch-links-lastige) Bunte Liste fast 50 % erreicht haben. Dass die gar nichts bewegen könnten stimmt übrigens auch nicht – das Essensangebot für Vegetarier und Veganer in der Mensa wurde in den letzten Jahren erheblich ausgeweitet (durch Vertreter der Bunten Liste) und ich habe schon den Eindruck, dass bei der Wahl dieses Engagement für die Studentenbelange honoriert wurde – auch wenn das nur kleine Dinge sein mögen und das noch keine zufriedenstellende Mitsprache darstellen kann.

    Nochmal @Gondrino: die Piraten sind bei der Wahl gar nicht angetreten – wieso eigentlich? Der Bezirksvorsitzende der Oberpfalz der Piraten ist meines Wissens doch sogar selbst Regensburger Student. Stattdessen standen nur die „Bieraten“ auf dem Wahlzettel – die allerdings (und gottseidank…) keinen Konventssitz erhielten.

  • Martin Oswald

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    @Student:

    1. die Bunte Liste ist nicht unabhängig, zumal VertreterInnen der Grünen Hochschulgruppe zum ersten Mal offen auf derselben Liste kandidiert haben. Das Unabhängigkeitsargument ist zwar alt und war schon immer fraglich, nun ist es durch die Praxis endgültig widerlegt.

    2. (es ärgert mich diesen studentischen „Kleinkrieg“ hier führen zu müssen, aber) ich bin es leid mir immer anhören zu müssen, VertreterInnen der Bunten Liste hätten für die Ausweitung des veganen und vegetarischen Essensangebots gesorgt. Das zu behaupten ist irreführend, unredlich und schlichtweg falsch. Hierfür haben sich Studierende privat beim Verpflegungsleiter des Studentenwerks aus persönlichen Gründen eingesetzt und zwar bevor die Bunte Liste dieses Thema „für sich entdeckt hat“.

    Ich möchte an dieser Stelle gar nicht auf die anderen Dinge eingehen, die sich unter folgendem Link in der Rubrik „Das haben wir schon erreicht“ finden. Nur soviel sei angemerkt: auch hierbei handelt es sich mehr um Augenwischerei und Wunschdenken als um Tatsachen:

    https://u.jimdo.com/www25/o/s24ce329610ea0617/img/ie22db97a8744473b/1338657828/std/unser-inhaltsplakat-2012.jpg

  • Krieger des Leberkas

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    Hätte die bunte liste lieber mal steakwochen eingeführt, dann hätte die wahlbeteiligung sicher auch über 0,24% gelegen.

  • Student

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    @Martin Oswald: Da muss ich Sie korrigieren. Ich war selbst Mitglied im Sprecherrat und zwar so um 2007/08 herum. Deshalb weiß ich ziemlich genau, dass damals auf Initiative eines Sprecherratsmitglieds der Bunten Liste – und sicher nicht von „Privatpersonen“ – das Vegetarier-Angebot deutlich verbessert wurde (der Schriftverkehr von damals belegt das). Zuvor bestand das vegetarische Angebot der Mensa nahezu ausschließlich aus Mehlspeisen (Kaiserschmarrn, Germknödel etc.). Das war damals der erste Schritt und seither wurde das Angebot weiterhin deutlich verbessert.
    Dass die Bunte Liste „das Thema also erst für sich entdeckt hätte“, nachdem Privatpersonen sich an den Verpflegungsleiter gewandt hätten, ist also eine ziemlich dreiste und falsche Behauptung. Aber um das zu wissen, muss man vielleicht ein paar Jahre weiter in die Vergangenheit kucken, als das der Durchschnittsstudent aus eigener Erfahrung kann.

    Und zur Unabhängigkeit: wer zur Grünen Hochschulgruppe gehört, gehört eben zur Grünen Hochschulgruppe und NICHT zur Bunten Liste. Dass die sich inhaltlich nahestehen mögen, das ist eine Sache. Dass sie deswegen in einen Topf zu werfen wären, ist eine Fehlannahme.

    @Krieger des Leberkas: Es waren dann doch etwas mehr als 40 Studenten bei der Wahl…

  • Martin Oswald

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    @Student: Die Hinweise auf die „Errungenschaften“ der Bunten Liste in ihrem Wahlkampf beziehen sich eindeutig auf Änderungen des Essensangebots in den letzten Semestern – als also die jetzigen Listenvorderen aktiv waren und angeblich selbiges entschieden vorangebracht hätten.
    In der Tat hat sich in den vergangenen Monaten das vegetarische und vegane Angebot signifikant verbessert, was aber eben nicht unter die Rubrik „Was wir schon erreicht haben“ fällt. Nein, die Bunte Liste hat das nicht erreicht.
    Um mehr ging es mir im vorherigen Kommentar nicht.

    Im Übrigen können Ihre Behauptungen gar nicht stimmen, da es in Ihrer SprecherInnenratszeit nur eine Bunte Linke Liste, jedoch keine Bunte Liste gab.

  • Student

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    @Martin Oswald: Na, jetzt mal nicht kleinlich werden. Nur weil die Bunte Liste (obwohl sie weiterhin eher links steht) sich nicht mehr wie früher Bunte Linke Liste nennt, ist das personell die gleiche Gruppe – wie Sie sicherlich auch gut wissen.
    Und Ihre Behauptung, sie hätte das Thema „Vegetarisches Mensaangebot“ erst entdeckt, nachdem Studenten sich privat ans Studentenwerk gewandt hätten, eben schlicht unrichtig – deshalb werden Sie es sich noch länger anhören müssen, dass VertreterInnen der Bunten Liste für die Ausweitung des vegetarischen Essensangebots gesorgt haben.

    Und noch etwas: da sie die Unabhängigkeit der Bunten Liste (nicht der GHG!) in Frage stellen: von WEM bitte soll sie denn ihrer Ansicht nach abhängig sein? Da hätte ich gerne mal eine plausible und nachvollziehbare Erklärung, die Sie bisher vermissen lassen.

    Dass Sie Ihrem erfolgreicheren politischen Konkurrenten Neid entgegenbringen kann ich freilich nachvollziehen. Aber der Wahlkampf ist schon gelaufen, es ist nicht nötig, den hier fortzusetzen.

  • Gondrino

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    @Student: Wer soll den für die Mitbestimmungsrechte der Studenten kämpfen, wenn nicht sie selber. Protest allein hat offensichtlich nicht ausgereicht. Die politischen Entscheidungsträger in Bayern sehen sich dadurch wohl auch nicht zum Handeln bewegt.

  • Martin Oswald

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    Nun möchte ich weiterhin kleinlich bleiben:
    Der aktive Personenstamm der Bunte Liste jetzt und ihrer Vorgängerin, der Bunten Linken Liste, weist keinerlei Überschneidungen auf. Es ist personell nicht einmal annähernd die gleiche Gruppe.

    Wenn wir schon ins Kleinliche abgleiten: die Bunte Liste feiert aktuell ihre Errungenschaften hinsichtlich der Ausweitung des veganen Essensangebot.
    In den Wahlkampfunterlagen der Bunten Linken Liste aus Ihrer Zeit kann ich dergleichen nicht finden. Darin geht es ausschließlich um „gesundes und vegetarisches Essen“.

    Mit der Ausweitung des veganen Angebots hat dies zunächst herzlich wenig zu tun und ich bleibe dabei: hierbei war die Initiative von Studierenden ohne Amt und Würden entscheidender als diejenige der gewählten VertrterInnen.

    Wenn Sie mir Einblick in Ihre Identität gewähren würden, könnten wir diese Angelegenheit auch außerhalb der Kommentarfunktion bei regensburg-digital klären, was für die LeserInnen möglicherweise angenehmer und der Wahrheit dienlicher wäre.

    Die GHG weist eine unleugbare Nähe zur Partei Bündnis 90/Die Grünen auf.

  • Student

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    @Martin Oswald:

    Gerne versuche ich weiterhin, Ihrer Kleinlichkeit beizukommen: Sind Sie also auch der Ansicht, dass die SPD heute eigentlich nicht wirklich ihren Namen verdienen würde, denn ihre aktiven Mitglieder hätten personell ja überhaupt keine Überschneidung mehr mit jenen Leuten, die sie gegründet hätten?
    Bitte machen Sie sich nicht lächerlich, angesichts des hohen „Durchsatzes“ an Studenten (aufgrund des Bachelors bleibt ja kaum ein Student heute noch länger als 5 Jahre an der Uni, wenn überhaupt) ist ja wohl kaum zu erwarten, dass heute noch die gleichen Personen aktiv sein können wie vor fünf Jahren. Ihr Argument, es würde sich „personell nicht einmal annähernd um die gleich Gruppe“ handeln, geht also ins Leere. Denn gleiches gilt für alle anderen Hochschulgruppen auch – die Namen der Aktiven mögen heute andere sein, aber die Gruppen und ihre politischen Einstellungen sind die gleichen. Und das ist es ja, was zählt.

    Ihre Behauptung, dass es „keinerlei personelle Überschneidung gäbe“, ist übrigens sogar trotzdem unwahr: war Angelika Frey nicht auch bei den diesjährigen Hochschulwahlen auf dem Wahlzettel der Bunten Liste? Schon 2007/08 saß sie für die Bunte (Linke) Liste in Konvent und Sprecherrat und später im Senat. Auch sie hatte übrigens Anteil an der Ausweitung des vegetarischen Mensa-Angebots.

    Dass die GHG eine Nähe zu den Grünen aufweist leugne ich nicht. Von der ist von meiner Seite aber überhaupt nicht die Rede, also lassen Sie die bitte außen vor.
    Wir reden hier ausschließlich von der Bunten Liste, ja? Eine Erläuterung, weshalb die nicht unabhängig sein soll, bleiben sie weiterhin schuldig. Bitte entweder plausibel erläutern oder die Behauptung zurückziehen.

    Ich habe übrigens kein gesteigertes Interesse daran, diese Diskussion außerhalb der Kommentarfunktion von Regensburg-Digital fortzusetzen. Wen das nicht interessiert, der braucht es ja nicht zu lesen. Und diejenigen, die Interesse an Hintergrundinformationen haben, bevorzugen sicherlich eine öffentliche Diskussion, wie wir sie hier führen.

    Zu meiner Identität: Ich lege keinen großen Wert darauf, hier meinen Namen wiederzugeben, aber da Sie ja einige Einblicke in die Regensburger Studierendenpolitik der letzten Jahre haben, dürften Sie unschwer erraten können, wer ich bin, wenn ich Ihnen sage, dass ich in den letzten Jahren das wohl einzige Sprecherratsmitglied war, das je aus den Reihen der Liberalen Hochschulgruppe gewählt wurde (wenngleich ich noch während meiner Legislaturperiode aus dieser Gruppierung austrat).

  • Student

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    @Gondrino:

    Gut, sie bleiben also dabei, dass die Studierenden – trotz ihrer Protestaktionen – selbst Schuld seien an ihrer Situation.

    „Protest allein hat nicht ausgereicht“

    Was wäre aus Ihrer Sicht denn dann – über Protest hinaus -erforderlich? Was wäre denn ein REALISTISCHER, gangbarer Weg, der von den Studenten nicht schon beschritten worden wäre? Als Politiker (ich erlaube mir, sie mal als solchen zu bezeichnen) werden Sie sich doch hoffentlich wohl nicht damit zufrieden geben, über Probleme zu jammern, ohne VERWIRKLICHBARE Lösungswege aufzuzeigen.

  • anderer Student

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    Auch Alex Oppitz, Afssun Kaviany, Veronika Zeichinger, Natalie Farokhpey, Eva König, Sandra Schwarzer und Natalie Möllmann, die 2008 für die „Bunte Linke Liste“ antraten traten 2009 für die „Bunte Liste“ an.

  • Martin Oswald

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    Nun gut, ich gebe mich geschlagen:

    Veganes Essen ist ausschließlich der Bunten Liste zu verdanken. Gut, dass sie im Konvent sitzt und dort meine Interessen vertritt.
    Ich bin ihr für dieses Engagement zutiefst dankbar .

    Bevor ich in dieser Diskussion nun endgültig untergehe, nur soviel:

    – die GHG kandidierte für den Konvent geschlossen auf der Bunten Liste. Sie war also bedeutender Teil der diesjährigen Bunten Liste.

    – die tonangebenden Personen der Bunten Liste heute und der Bunten Linken Liste früher sind nicht annähernd identisch. Dass natürlich „alte“ Leute solange sie immatrikuliert sind, stets die jeweiligen Listen auffüllen, um Stimmen zu „fangen“, ist schlichtweg gewöhnlicher Brauch, hat mit der politischen Ausrichtung der Liste allerdings wenig zu tun.

    P.S.: In der Tat bin ich der Meinung, dass die SPD ihren Namen nicht mehr verdient.

  • marion schmid

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    wie schon im artikel gesagt wurde: „der konvent darf schlaue beschlüsse fassen. interessieren muss das keinen.“ und das bringt es auf den punkt.
    es geht für mich überhaupt nicht darum, wann die bl oder die bll die glorreiche idee hatte, sich mal für vegetarisches essen einzusetzen. für mich geht’s eher darum, dass es jedem und jeder möglich ist, sich dafür einzusetzen und dafür brauche ich weder eine liste noch einen konvent. und es ist eine frechheit, sich irgendwelche errungenschaften auf die fahnen zu schreiben, ohne diese tatsache zu erwähnen.

  • gondrino

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    @Student: Ich sage nicht, dass die Studenten selbst an diesem Zustand schuld sind. Ich würde mir hier nur eine politsch engagiertere Studentenschaft wünschen, die Ihre Interessen mit mehr Nachdruck vertritt. Da böten sich viele Möglichkeiten an. Z. B. Gründung bzw. Engagement in außerparlamentarischen Gruppen, die auf dieses Problem aufmerksam machen, oder aktive Mitarbeit in Parteien, damit sich diese dem Problem annehmen, Petitionen,…

    Wesentlich ist es hier nicht einfach zu resignieren, sondern weiter aktiv zu arbeiten.

    Btw. ich bin kein Politiker, bin nur politisch aktiv (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Politiker).

  • Student

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    @Gondrino:

    Gut, da bin ich froh, dass Sie klarstellen, dass die Studenten nicht selbst die Verantwortung für diesen Zustand tragen. Hier klang das für mich nämlich noch anders:
    „Es ist traurig wie sich die zukünftige geistige “Elite” seit Jahrzehnten während ihrer Studienzeit entmündigen läßt.“

    Eine stärkere Politisierung (ob unter den Studierenden oder auch anderswo in der Gesellschaft) wäre natürlich in der Tat wünschenswert, da sind wir uns einig.

    @Martin Oswald:

    Schön, dass Sie sich geschlagen geben: das erspart es mir, erneut auf ihre (nicht schlüssiger werdende) Argumentation einzugehen. Inwiefern Ihre Interessen sich mit denen der Bunten Liste decken ist mir zwar nicht bekannt, gewisse Zweifel, ob das so stimmt, bleiben mir aber.

    @Marion Schmid:

    Ich kann Ihre Aufgebrachtheit nicht nachvollziehen: Selbstverständlich kann jeder Student auch außerhalb der – wie sie zutreffenderweise anmerken – relativ bedeutungslosen offiziell gewählten Gremien für seine Interessen aktiv werden. Und da dies eine absolute SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT ist, kann ich nicht verstehen, dass sie sich darüber zu ärgern scheinen, dass die studentischen Hochschulgruppen darauf nicht auch noch gesondert hinweisen.
    Aufgabe der Hochschulgruppen ist es, die Interessen der Studierenden über ihre gewählten Mandatsträger zu vertreten – dabei hat jede Gruppe eine unterschiedliche Ausrichtung und unterschiedliche Ziele und für diese werben sie. Das ist doch legitim und kann man doch niemandem zum Vorwurf machen.

    Ich habe mich übrigens – gemeinsam mit Angelika Frey und David Ogrodnik, damals für die BLL im Sprecherrat – persönlich (und erfolgreich) bei Frau Dietl für die Ausweitung des vegetarische Angebots in der Uni-Mensa eingesetzt – vermutlich sogar schon, bevor Sie überhaupt studiert haben. Und ich befürworte es, dass die BL sich dieses Engagement auf die Fahnen schreibt. Weder Vertreter der Jusos noch des RCDS oder des SDS hatten sich damals dafür eingesetzt, zumindest ist mir das nicht bekannt – und ich denke nicht, dass mir das entgangen wäre.

  • marion schmid

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    @ Student

    vielleicht ist es eben nicht für jedeN studierendeN eine selbstverständlichkeit. aber vermutlich können Sie das nicht nachvollziehen, weil Sie gar nicht mehr studieren.
    dass Sie meine aufgebrachtheit nicht nachvollziehen können, wundert mich überhaupt nicht. beweist mir nur einmal mehr, dass (ehemalige) mandatsträgerInnen sich besonders durch ihr kritikresistentes verhalten auszeichnen. auf die immer gleichen fragen und aussagen folgen die immer gleichen antworten. vermutlich ändern sich die zustände auch deswegen nicht.

  • Student

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    @Marion Schmid

    Ich bin zwar noch ein kleines Weilchen immatrikuliert (bis Semesterende), es ist aber richtig, dass meine beiden Studiengänge incl. Promotion nach knapp 30 Semestern nun abgeschlossen sind. Insofern glaube ich, noch nah genug am Universitätsbetrieb dran zu sein (und über viele Jahre aus vielen verschiedenen Blickwinkeln Einblick in selbigen gehabt zu haben), um diesen sowie seine Entwicklung beurteilen zu können. Vielleicht sogar besser als Sie.

    Ich gebe Ihnen aber Recht, dass ich NICHT nachvollziehen kann und auch nicht will, dass es KEINE Selbstverständlichkeit sein soll, persönlich für seine eigenen Interessen aktiv werden zu können. Geben Sie etwa nur einmal alle paar Jahre bei Parlamentswahlen ihren Wahlzettel ab und schlucken dann kommentarlos alles, was die Abgeordneten beschließen, weil sie glauben, es wäre nicht möglich oder erlaubt, sich auch außerparlamentarisch politisch zu engagieren? Natürlich ist das möglich! Und wieso sollte das an einer Hochschule anders sein? Das ist für mich schlicht eine Frage des gesunden Menschenverstandes und damit eben selbstverständlich. Es würde mich in der Tat verstören, wenn man heutzutage das Abitur bekäme, ohne dieses fundamentale gesellschaftliche Prinzip begriffen zu haben.

    Bzgl. der Kritikresistenz ehemaliger Mandatsträger und der ewig gleichen Antworten auf ewig gleiche Fragen: bis jetzt ist mir noch keine konkrete Kritik oder Frage von Ihnen an mich bzgl. meiner Amtszeit als Mandatsträger aufgefallen, insofern weiß ich nicht, was sie mit „die immer gleichen Antworten“ meinen. Wenn Sie hier mal konkreter werden könnten, kann ich gerne auf Ihre Kritik eingehen. Bis jetzt haben Sie mir noch keine einzige Frage gestellt, weshalb mich Ihre Behauptung erstaunt.
    Wenn Sie allerdings bloß mal pauschal Dampf ablassen wollten – den Eindruck habe ich im Augenblick – statt in eine konstruktive Diskussion einzusteigen… gut, daran kann ich Sie nicht hindern.

  • marion schmid

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    parlamentswahlen kann man mit hochschulwahlen an bayerischen universitäten genauso vergleichen wie äpfel und birnen. dass Sie diesen vergleich anstellen, verstört mich jetzt ein wenig.
    es ging in puncto kritikresistenz nicht nur um fragen, sondern auch um aussagen. ich habe lediglich die aussage getroffen, dass mir die derzeitigen zustände nicht gefallen. und nicht nur mir, wie man an den kommentaren erkennen kann.
    deswegen ganz von vorne. ich versuche mal, auf ein paar aussagen von Ihnen einzugehen.

    „Widersprechen muss ich daher Ihrer Formulierung, die nahelegt, dass dieser Mangel an Mitbestimmungsrechten durch die Studenten selbst verschuldet oder zumindest geduldet sei; und die ich daher ziemlich daneben finde.“ warum ist es daneben, dies mal auszusprechen? zumindest die studierenden, die sich alljährlich in diese gremien wählen lassen, nehmen den mangel an mitbestimmungsrechten auf gewissen art und weise billigend in kauf. dass sich in diesen nichts ändern lässt, beweisen die vergangenen jahrzehnte.

    „Ich war selbst Mitglied im Sprecherrat und zwar so um 2007/08 herum. Deshalb weiß ich ziemlich genau, dass damals auf Initiative eines Sprecherratsmitglieds der Bunten Liste – und sicher nicht von “Privatpersonen” – das Vegetarier-Angebot deutlich verbessert wurde (der Schriftverkehr von damals belegt das).“ dass vorher auch die rede von veganem essen war, haben Sie vielleicht übersehen. und das geschah tatsächlich auf initiative von privatpersonen hin, diesen schriftverkehr kenne ich nämlich auch.

    Ich finde einfach, es gehört zu den pflichten von studierendenvertretungen (wenn diese sich schon so nennen wollen) sich eben auch darum zu kümmern, dass sie den leuten erklären, wie jedeR einzelne eben „mitbestimmen“ kann. es reicht mir eben nicht, wenn ich nur zur hochschulwahl zu hören bekomme, warum ich welche liste wählen sollte. und interessierte erstsemestlerInnen auf die nachfrage hin „wo man sich engagieren kann“ aus dem asta zu schicken mit dem hinweis „doch erstmal in die fachschaft hineinzuschnuppern“ halte ich für ein ebenso falsches verhalten dieser vertretung wie die anfängliche verweigerungshaltung auf die frage hin, die verwendungsvorschläge der studiengebühren einsehen zu dürfen. das sind dinge, die auch schon offen ausgesprochen wurden, aber ohne antwort blieben.

    „Aufgabe der Hochschulgruppen ist es, die Interessen der Studierenden über ihre gewählten Mandatsträger zu vertreten – dabei hat jede Gruppe eine unterschiedliche Ausrichtung und unterschiedliche Ziele und für diese werben sie. Das ist doch legitim und kann man doch niemandem zum Vorwurf machen.“ – unter ‚mehr mitbestimmung für studierende‘ verstehe ich eben auch, dass eben diese informiert werden und gruppen wie der asta offen sein sollten für interessierte. Oben genannte beispiele zeigen aber, dass das gegenteil der fall ist.

    vielleicht können Sie meine aufgebrachtheit nun besser nachvollziehen. natürlich bin ich nicht seit 30 semestern an der uni, weswegen ich Ihnen gar nicht absprechen will und kann, dass sie möglicherweise einen „besseren einblick in den universitätsbetrieb“ haben. aber darum geht es – zumindest mir – auch gar nicht.
    es geht mir vielmehr darum, dass über die derzeitigen zustände und diese studentischen gremien mal offen diskutiert wird. die fragen, die der artikel aufwerfen könnte, werden hier leider nur am rande diskutiert. was geschieht denn groß auf initiative des studentischen konvents hin? warum setzt man sich nicht zusammen und sucht gemeinsam nach neuen wegen studentischer mitbestimmung und zwar abseits der von der bayerischen landesregierung aufgelegten richtlinien?

    vielleicht wurden derartige fragen und aussagen in ihrer amtszeit tatsächlich nicht an sie herangetragen. aber an die aktuellen ‚mandatsträgerInnen‘ wurde sie das. mehr als einmal und persönlich wie öffentlich. die antworten bleiben jedoch aus.

    vielleicht war es auch tatsächlich überstürzt, ihr verhalten in puncto kritikresistenz mit dem der derzeitigen vertreterInnen zu vergleichen. ich bin gespannt auf Ihre antwort.

  • Quietschie

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    Marion Schmid hat folgendes geschrieben:
    „Zumindest die studierenden, die sich alljährlich in diese gremien wählen lassen, nehmen den mangel an mitbestimmungsrechten auf gewissen art und weise billigend in kauf. dass sich in diesen nichts ändern lässt, beweisen die vergangenen jahrzehnte.“

    – Die Mandatsträger nehmen nicht den Mangel an Mitbestimmungsrechten in Kauf, sondern versuchen im Gegensatz zu Ihnen diesen durch aktive Arbeit innerhalb und außerhalb der Gremien diesen zu beheben. (Lüge1)

    – Die vergangenen Jahrzehnte beweisen auch, dass vegetarische und vegane Initiativen nichts bringen, da es ja immer noch eine Mehrzahl an Fleischessern gibt. Selten so einen dämlichen „Beweis“ gelesen.

    Marion Schmid hat folgendes geschrieben:
    „Dass vorher auch die rede von veganem essen war, haben Sie vielleicht übersehen. und das geschah tatsächlich auf initiative von privatpersonen hin, diesen schriftverkehr kenne ich nämlich auch.“

    – Schon wieder gelogen, aber reden Sie sich das ruhig weiter ein, wenn Sie sich dadurch besser fühlen. (Lüge2)

    Marion Schmid hat folgendes geschrieben:
    „Ich finde einfach, es gehört zu den pflichten von studierendenvertretungen (wenn diese sich schon so nennen wollen) sich eben auch darum zu kümmern, dass sie den leuten erklären, wie jedeR einzelne eben „mitbestimmen“ kann.“

    – Sie verlangen ernsthaft, dass die Studierendenvertretung, die sich nicht selbst so nennen will, sondern einfach eine ist, den Leuten Flyer gibt auf denen steht:
    „Hey, wenn ihr was doof findet, dann sprecht doch die Verantwortlichen an“
    Wer so einen Zusammenhang nicht versteht gehört nicht an die Uni.

    Marion Schmid hat folgendes geschrieben:
    „und interessierte erstsemestlerInnen auf die nachfrage hin „wo man sich engagieren kann“ aus dem asta zu schicken mit dem hinweis „doch erstmal in die fachschaft hineinzuschnuppern“ halte ich für ein ebenso falsches verhalten dieser vertretung wie die anfängliche verweigerungshaltung auf die frage hin, die verwendungsvorschläge der studiengebühren einsehen zu dürfen. das sind dinge, die auch schon offen ausgesprochen wurden, aber ohne antwort blieben.“

    – Beides sind frei erfundene Fälle, mit denen Sie versuchen hier Stimmung zu machen. Ich war selbst im ersten Semester, als man mir Mitarbeit anbot und mich auch die Unterlagen einsehen ließ. Nach Hause mitnehmen dürfen Sie die allerdings nicht. Das ist aber kein Versagen einer studentischen Vertretung, sondern Gesetzeslage. (Lüge 3 & 4)

    Marion Schmid hat folgendes geschrieben:
    „Unter ‘mehr mitbestimmung für studierende’ verstehe ich eben auch, dass eben diese informiert werden und gruppen wie der asta offen sein sollten für interessierte. Oben genannte beispiele zeigen aber, dass das gegenteil der fall ist.“

    – Nur dadurch, dass sie auf Lügen verweisen, machen Sie diese nicht auf einmal wahr.

    Marion Schmid hat folgendes geschrieben:
    „Die fragen, die der artikel aufwerfen könnte, werden hier leider nur am rande diskutiert. was geschieht denn groß auf initiative des studentischen konvents hin? “
    – Am besten Sie lesen sich mal ein paar Protokolle durch, bevor Sie weiter im Leeren Raum rumpöbeln:
    http://www.uni-regensburg.de/universitaet/studentischer-konvent/index.html

    Marion Schmid hat folgendes geschrieben:
    „vielleicht wurden derartige fragen und aussagen in ihrer amtszeit tatsächlich nicht an sie herangetragen. aber an die aktuellen ‘mandatsträgerInnen’ wurde sie das. mehr als einmal und persönlich wie öffentlich. die antworten bleiben jedoch aus.“

    – Ich kann allein auf der Facebookseite der „mandatsträgerInnen“ mehr als genug Antworten entdecken. Falls ihnen diese bisher nicht geläufig ist:
    http://www.facebook.com/asta.regensburg (Lüge5)

    Summa summarum:
    Ihr pöbelndes Verhalten zeugt mehr von persönlicher Kränkung, als von inhaltlichen Differenzen. Vielleicht sollten Sie ihr eigenes Verhältnis erst einmal in Ruhe reflektieren, bevor Sie versuchen mit Lügen und Halbwahrheiten um sich zu schlagen.

  • Student

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    @Marion Schmid

    Dass Sie mit den aktuellen Zuständen nicht zufrieden sind, kann ich nachvollziehen – das bin ich natürlich auch nicht. Soweit haben wir ja auch gar keine Meinungsverschiedenheit ;)

    Dass die Studierenden, die sich in universitäre Gremien wählen lassen (wie ich das auch getan habe), den Mangel an Mitbestimmungsrechten billigend in Kauf nehmen, stimmt meiner Meinung nach für den Großteil dieser Leute aber nicht. Im Gegenteil, sie kandidieren ja, WEIL sie etwas mitgestalten wollen – weshalb denn sonst? Natürlich gibt es eine handvoll, die das nur machen, weil es auf ihrem Lebenslauf hübsch aussehen soll. Aber viele – gerade bei der Bunten Liste – sind da m.E. tatsächlich idealistischer. Es scheint mir auch etwas widersprüchlich, dass Sie gerade auch Vertretern derjenigen Hochschulgruppen, die immer wieder mehr Mitbestimmung einfordern und ihre Position als Studierendenvertreter hierfür auch nutzen (z.B. auch für die Organisation von Demonstrationen), eine Billigung des Mangels an Mitbestimmung vorwerfen. Welchen Weg würden Sie denn vorziehen? Fundamentalopposition und Wahlboykott? Würde das wirklich Aussicht auf mehr Mitsprache bieten? Der SDS hat bislang nicht viel erreicht damit. Oder welche Maßnahmen schlagen Sie stattdessen vor?

    Dass man in diesen Gremien (z.B. bei der Verteilung der Studienbeiträge) noch offensiver auftreten könnte und sich weniger zum Erfüllungsgehilfen instrumentalisieren lassen sollte – das sehe ich durchaus so (sie ja vielleicht auch). Zu meiner Amtszeit wurde das auch versucht (gerade mir war das ein großes Anliegen) und von der BLL auch unterstützt aber dann von Seiten der Jusos gemeinsam mit dem RCDS verhindert. Die aktive Mitwirkung des Konvents an der Verteilung der Studienbeiträge sehe ich ausgesprochen kritisch – denn es handelt sich hierbei um Augenwischerei, ein echtes Mitentscheidungsrecht gibt es nämlich nicht. Und das sollte stärker offengelegt werden, statt bei der Augenwischerei mitzuspielen. Ich kenne zwar die z.T. verständlichen Argumente der Befürworter einer solchen „Mitwirkung“, aber ich teile deren Position nicht.

    Dass Ihr Interesse an einer Mitarbeit im AStA auf Ablehnung traf erstaunt mich sehr. Üblicherweise freut man sich da doch eher über jeden, der bereit ist, mitzumachen und sich zu engagieren.
    Wissen Sie noch, an wen vom AStA Sie da geraten sind? So etwas ist natürlich ärgerlich! Dass Sie dort negative Erfahrungen gesammelt haben, finde ich sehr bedauerlich – würde mich interessieren, ob sich das an bestimmten Personen festmachen lässt. Ich möchte nämlich nicht glauben, dass das die Regel ist.

    Dass AUCH von veganem Essen die Rede war, habe ich nicht übersehen. Es war aber AUCH von vegetarischem Essen die Rede (und wie sie feststellen werden, habe ich mich in meinen Kommentaren immer nur auf dieses bezogen).

    Zur „Informationaufgabe“ des AStA: das ist schon immer etwas schwierig gewesen – und seit man keine Flyer mehr in der Mensa auslegen darf, nicht einfacher geworden. Zu meiner Zeit gab es jedenfalls durchaus Bemühungen, die Studenten stärker zu erreichen. Aber das ist gar nicht so leicht, wie man meinen sollte – zumal sich viele leider kaum dafür interessieren. Aber dafür, dass das alles ehrenamtlich passiert, bemüht man sich finde ich doch ganz ordentlich – z.B. die Organisation einer Podiumsdiskussion der Hochschulgruppen vor der Wahl, z.B. die Herausgabe einer „Wahlausgabe“ der Lautschrift mit Informationen über die verschiedenen Gruppierungen und – wenn ich mich recht entsinne – auch über den Aufbau und die Aufgaben der verschiedenen Gremien. Das ist doch immerhin etwas. Was würden Sie denn darüber hinaus noch erwarten?
    Für diejenigen, die echtes Interesse haben, gibt es dann ja weitere Möglichkeiten – z.B. die öffentlichen Konventssitzungen zu besuchen. Auch die Sprecherratssitzungen sind meines Wissens für Interessierte offen. Und eigentlich gibt es auch die Möglichkeit, selbst im AStA vorbeizukucken – dass das wie bei Ihnen fehlschlägt, sollte natürlich nicht vorkommen!

    Und zu Ihrem letzten Punkt: „warum setzt man sich nicht zusammen und sucht gemeinsam nach neuen wegen studentischer mitbestimmung und zwar abseits der von der bayerischen landesregierung aufgelegten richtlinien?“

    Oh, ich denke schon, dass nach solchen neuen Wegen gesucht wurde – z.B. wie bereits erwähnt seitens des SDS. Oder auch im Rahmen der Studentenproteste vor ein paar Jahren. Allerdings nie mit sonderlichem Erfolg. Solange hier keine Solidarisierung breiterer gesellschaftlicher Schichten stattfindet, ist so etwas – fürchte ich – leider auch kaum zu erwarten. Das mag resigniert klingen (und ist es sicherlich ein stückweit auch), hält mich aber nicht davon ab, mich auch künftig auf die ein oder andere Weise zu engagieren.
    Aber die Hoffnung, dass der Unmut in der Gesellschaft mit der Zeit so zunehmen wird dass die Bayerische Landesregierung sich – irgendwann, evtl. nach einem Regierungswechsel – doch noch zu positiven Veränderungen durchringen können, habe ich zumindest noch nicht ganz aufgegeben.

    Ich hoffe, meine Antwort konnte Ihren Erwartungen einigermaßen gerecht werden ;)

  • Beobachter

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    Es ist mir immer wieder schleierhaft, wie ein Gremium, dass auf der Bestätigung der Studenten beruht, diesen Studenten mehr Mitsprache verschaffen soll, wenn es doch keine Macht hat. Ein solches Gremium ist überflüssig. Da kann man sich schon reinhocken… wär aber auch egal, wenn man das selbe ganz privat macht und eben mit Flyern für mehr Mitbestimmung wirbt.

    Aber abgesehen davon, dass das Gremium dann offensichtlich keinen Zweck erfüllt (wenn es keinerlei Einfluss hat), eröffnet der Umgang mit dem Gremium ein Problem:
    Die Studenten werden dazu aufgerufen genau da mitzureden und ihr Ja-Wort zu geben, wo es doch garkeine Mitbestimmung gibt und das soll dann dabei helfen, dass man mehr Mitbestimmung durchsetzten kann.
    Ehrlich gesagt ist das eine Irreführung der Studenten. Anstatt ihnen lauthals zu verkünden: Der Konvent bringt nahezu nix!
    … wird Werbung gemacht, als ob er die einzige wahre Stimme der Studis ist… und hier bis zur Lächerlichkeit in einer endlosen, zeitverschwendenen Diskussion verteidigt.
    Wie man so auf diesem Wiederspruch, für ein Gremium zu werben, als ob es Ziele verwirklichen könnte, wie niemand anders an der Uni und gleichzeitig zu behaupten, dass dieses Gremium eigentlich machtlos ist so lang aufrecht erhalten kann ist schon eine Kunst.

    Kein Wunder, dass sämtliche Beleidigungen und Empörung aus dieser Ecke kommen. Der Widerspruch nagt bestimmt an den eigenen Vorstellungen… und da will man ihn nicht mit dem Holzhammer reingedrückt bekommen.

  • Solidarisierung breiter Bevölkerungsschichten

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    Tja, genau hier liegt eines der Kernprobleme. Warum SOLLTE sich eine breite Bevölkerungsschicht mit den Studierenden solidarisieren?! Solidarisieren diese sich etwa mit anderen?!

    Schon alleine die Meinung, die so manche Vertreter/-innen über die Mittelschule oder nennen wir das Kind doch beim Namen, die Hauptschule haben, ist unerträglich.

    Die Verweigerung der Vertreter/-innen sich gezielt allgemeinpolitisch zu postieren, führt nicht gerade dazu, dass breite Gesellschaftsschichten Lust bekommen, sich zu solidarisieren…

    Was interessiert es die Alleinerziehende, ob der Studentenwerksvertreter für die 50 € die dieser dafür auf die Mensakarte geladen bekommt. Einmal im Monat sagt, wir wollen mehr vegan fressen?!

    Genau, nüscht. Für Studiengebühren müssen diese Damen sich auch erst dann interessieren, falls die Kinder es soweit schaffen, derweil sind es ja die KiTaplätze, die interessieren. Dafür wiederum setzen sich studentische Vertreter/-innen nur sehr selten ein.

    Und das ist meiner Ansicht nach das Kernproblem. Anstatt den Rahmen zu nutzen, sich zu organisieren und die wenigen vorhandenen Mittel sinnvoll zu nutzen, wird den vertretenen Studis vorgegaukelt, man können so viel erreichen, man hätte die Uni Familienfreundlicher gemacht, man hätte dafür gesorgt, dass das RVV Ticket bleibt, usw. (Anstatt sich mal die Mühe zu machen und sich für ein Sozialticket stark zu machen) Mit all diesem Informationen kann sich jeder und jede gemütlich zurücklehnen, „die machens schon“

    Traurig, statt eine Politisierung voranzutreiben, wird eine Bürokratisierung betrieben.

  • Martin Oswald

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    Eieiei… eigentlich wollte ich mich gesenkten Hauptes aus dieser Diskussion heraushalten.

    Quietschies Beitrag allerdings nötigt mich zu einer weiteren Intervention, zumal er an Dreistigkeit kaum zu überbieten ist.

    Inhaltlich ist dazu eigentlich nicht viel zu sagen, da es sich ausschließlich um Unterstellungen und Falschbehauptungen handelt, die im Laufe hiesiger Diskussion schon hinreichend angesprochen und geklärt wurden.

    Hier allerdings ein analytisches Vorgehen zu imitieren und so zu tun angebliche Lügen von Marion Schmid offenzulegen (ohne dabei an Gehässigkeit zu sparen), ist eine bodenlose Frechheit.

    Nichts, aber auch rein gar nichts des von Marion Schmid Gesagten ist eine Lüge. Sehr wohl kann man bei manchen Punkten unterschiedlicher Meinung sein, die andere Position deswegen jedoch als Lüge zu brandmarken ist ganz schlechter Stil und einer hochschulpolitischen Diskussion unwürdig.

    Dies betrifft beispielsweise die „Lüge 1“. Die Position, dass diejenigen, die sich zur Wahl stellen gewissermaßen das Wahl- und Studierendenvertretungssystem billigend in Kauf nehmen, kann überhaupt keine Lüge sein. Wer sich irgendwo zur Wahl stellt akzeptiert zumindest implizit das Verfahren und die Befugnisse des entsprechenden Wahlamtes.

    Es ist ein Faktum, dass Studierende auf private Initiative hin im April und Mai 2011 Kontakt bezüglich veganem Essen Kontakt mit dem Abteilungsleiter für Verpflegungsbetriebe des Studentenwerks hatten, an einer Verkostung teilgenommen haben, worauf hin vegane Aufstriche in den Cafeterien ins Sortiment genommen wurden und die Aussicht auf baldige Ausweitung des veganen Mittagsangebots in Aussicht gestellt wurde. Ich selbst war bei der Verkostung dabei und wenn man das als Lüge bezeichnet, hat man schlichtweg nicht mehr alle Tassen im Schrank.

    Es ist müßig auf diese unhaltbaren Punkte eingehen zu müssen, aber „Lügen 3&4“ sind einfach nur ein schlechter Witz. Ich weiß von den Fällen, die Marion Schmid schildert, zumal sie mir unmittelbar nach Eintreten geschildert hat und ich keinerlei Grund habe ihr das nicht zu glauben.
    Die beiden Fälle entsprechen der Wahrheit. Wer unwissend das Gegenteil behauptet, kann das nur aus verleumderischen und niederen Gründen tun.

    „Lüge 5“ kann ich nicht so gut beurteilen, allerdings scheint mir dieser Fall eine persönliche Einschätzung der Kommunikation und des Engagements des SprecherInnenrats zu sein, die man schwer als Lüge bezeichnen kann. Vielleicht hilft ein analoger Fall das zu verstehen und die ständige Rede von Lügen als Unsinn zu entlarven. Wenn jemand der Ansicht ist, dass die Bundesregierung zu wenig für Arbeitslose macht und sich hier viel mehr engagieren sollte, so kann dies mit nichten als Lüge bezeichnet werden, auch wenn man eine andere Position teilt.

    Quietschie, lassen Sie Ihre vorlaute und verleumderische Hetze stecken. Jemandem in einem öffentlichen Thread auf völlig ungenügender Grundlage Lügen zu unterstellen geht über Rufschädigung weit hinaus und ist schlichtweg niederträchtig.

  • marion schmid

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    @Quietschie

    ich versuche kurz und knapp zu antworten.

    zu „Lüge 1“:
    es ist eben mein meinungsbeitrag zum thema „gremienarbeit“. dass wir nicht der gleichen meinung sind, wird ja unweigerlich klar, aber diese meinung steht mir durchaus zu und nicht jede andere meinung ist gleich eine „lüge“.

    zum „Beweis“:
    dieser kommentarteil bezog sich auf eine aussage von ’student‘, was man eigentlich nicht falsch verstehen kann. deswegen überlese ich die darauffolgende beleidigung einfach mal.

    zu „Lüge 2“:
    warum du wissen solltest, dass ich die initiative von privatpersonen und besagten schriftverkehr nicht kenne ist mir ein rästel. der schriftwechsel existiert, es hat eine verkostung von aufstrichen stattgefunden und ich verstehe nicht, was daran gelogen sein soll.

    Zu „Hey, wenn ihr was doof findet, sprecht doch die Verantwortlichen an“:
    der satz „wer das nicht versteht, gehört nicht an die uni“ sagt schon alles. deswegen sehe ich davon ab, Ihnen zu erläutern, wie ich mir diese information vorstelle.

    Zu „Lüge 3 & 4“:
    ersteres hat mir eine kommilitonin berichtet, zweiteres habe ich selber erlebt. aber das wissen Sie scheinbar, da Sie ja auch wissen, dass ich sie mir nicht kopieren durfte (sprich „mit nach hause nehmen“). danke für diese aussage, die zeigt, dass sehr gut darüber im bilde sind, von welcher „anfänglichen verweigerungshaltung“ ich spreche. mir mit diesem wissen eine lüge zu unterstellen ist einfach nur frech.

    Zum „Rumpöbeln im Leeren Raum“
    ich habe lediglich darauf verwiesen, dass es auch andere fragen gibt, die der artikel aufwerfen könnte. danke für den link, die protokolle ab mai 2011 gibt’s ja erst seit ein paar tagen. dass diese nun endlich zum teil online sind, lag wohl am „Rumpöbelm im Leeren Raum“ verschiedener personen im vorfeld.

    Zu „Lüge 5“:
    es ging um die thematik „auf die immer gleichen fragen und aussagen folgen die immer gleichen antworten“. natürlich finden sich auf der facebook-seite fragen und antworten, auf jeder pinnwand gibt es die. aber ich verweise gerne auf meine antwort zu „lüge 1“: es ist eben mein meinungsbeitag zum thema. außerdem: die aussagen darüber, für was sich der sprecherinnenrat in den vergangenen semester eingesetzt hätte, erklären mir noch lange nicht, warum der konvent ein sinnvolles gremium wäre.

    Summa summarum:
    ich habe in meinen kommentaren niemanden beleidigt oder gar lügen ausgesprochen. Und „pöbeln“ ist wohl eher, was Sie gerade machen. Ich hoffe, Sie haben ihr aggressives pulver nun verschossen, denn ich wäre Ihnen dankbar, wenn sie von weiteren beleidigungen absehen könnten. ich wollte hier nichts anderes als eine sachliche diskussion führen. Der einzige grund, warum ich hierauf geantwortet habe, ist der, dass ich mich natürlich gegen diese persönlichen unterstellungen wehren muss, zumal sie auf einer öffentlichen plattform zu lesen sind.

  • Student

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    @Quietschie

    Dass sie für die Arbeit und das Engagement der Studierendenvertretung eine Lanze brechen wollen, verstehe ich – das ist auch mein Anliegen und das finde ich grundsätzlich gut.

    Aber der wenig sachliche Diskussionsstil, den Sie hier pflegen, dürfte diesem Anliegen eher schaden als dienlich sein…

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