Domgymnasium verheimlicht Jahresberichte

Die Qual des Herrn Wahl

Beim „Duett mit den Domspatzen“ vergangenen Samstag im Audimax kamen auch drei Ehemalige vorbei, um Info-Blätter an die Besucher zu verteilen. Was sie fordern beschreibt Wolfgang Blaschka in seinem Gastbeitrag für regensburg-digital. 

Diskussion vor dem Hörsaal-Gebäude: Wolfgang Blaschka und Chormanager Christof Hartmann. Fotos: Herbert Baumgärtner

Diskussion vor dem Hörsaal-Gebäude: Wolfgang Blaschka und Chormanager Christof Hartmann. Fotos: Herbert Baumgärtner

Drei ehemalige Domspatzen, die zum Mitsingkonzert im Audimax der Regensburger Uni mit Flugblättern auftauchten, wollten nicht fröhliche Volksweisen mitsingen, sondern eine andere, eher traurige Melodie von den Dächern pfeifen: Die Anwendung brutaler Gewalt in der Spatzen-Dressur früherer Zeiten. So etwas wird nicht gern gehört. Schon gar nicht, wenn es auch um sexuelle Übergriffe geht: Eltern und Angehörige reagieren auf so etwas verständlicherweise höchst sensibel. Die Verantwortlichen der Einrichtung dulden derartige Thematisierungen erst gar nicht bei ihren Veranstaltungen. Sie möchten am liebsten nichts davon hören, am besten von nichts dergleichen wissen.

Bereits nach kürzester Zeit tauchte der Chormanager im unteren Foyer auf und komplimentierte die Flyer-Verteiler höflich aber bestimmt vor die Tür, mit bewährtem Hinweis auf das Hausrecht, das zwar vermutlich nicht für das gesamte Gebäude galt, sondern nur für den Hörsaal, jedoch selbstverständlich umfassend in Anspruch genommen wurde.

Übergriffe in den 2000er Jahren

Kein Problem für die drei: Verteilten sie ihre Info-Blätter eben in der schummrigen Unterführung und pfiffen ihre Botschaft quasi aus der Tiefgarage. Die wurde von den Konzertbesuchern mit großem Interesse gehört. Ihre Zettel wurden ihnen förmlich aus der Hand gerissen. Geistert doch aktuell der düstere Verdacht durch die Domstadt, die Präventions-Maßnahmen gegen sexuelle Übergriffe, worauf die heutige Internatsführung stolz verweist, würden eventuell doch nicht so lückenlos greifen wie erhofft: Ein damals bereits volljähriger Oberstufen-Schüler sei Mitte der zweitausender Jahre zwei jüngeren Internatszöglingen gegenüber sexuell übergriffig geworden. Weil das juristisch nicht verjährt wäre, ermittelt die Staatsanwaltschaft. Die Domspatzen scheinen hiervon wie elektrisiert.
 
Auch wenn der Vorwurf nicht das aktuelle Erziehungspersonal betrifft, so doch immerhin die Institution, die von sich behauptet, sich nunmehr der Aufklärung verpflichtet längst höchster Transparenz und Offenheit zu befleißigen. Doch sobald es konkret wird mit der angemahnten Offenheit, wird nach wie vor gebunkert mit fadenscheinigen Ausflüchten. Transparenz sieht deutlich anders aus.

Pikante Personalie Sturmius Wagner: Jahresberichte fehlen

Als Chormanager Christof Hartmann mit zwei Freikarten auftauchte, um die vor die Tür Geschassten zu versöhnen und zum „Duett mit den Domspatzen“ einzuladen, sah er sich mit dem Vorwurf konfrontiert, seine Zusage nach der Diskussion im Ostentor-Kino nicht eingehalten zu haben: „Sie hören von mir“, hatte er versprochen. Nichts war zu hören! Nicht von ihm. Es ging um eine noch ausstehende Antwort zur Anfrage wegen dreier unveröffentlichter Jahresberichte von Anfang der Siebziger Jahre, aus deren Zeitraum ausgerechnet die pikante Personalie „Sturmius Wagner“ datiert und bis heute Rätsel aufgibt. Viele andere Jahresberichte stehen in der Bayerischen Staatsbibliothek zur Einsicht, nur diese drei eben seltsamerweise nicht, aus welchen Gründen auch immer. Hatte es mit dem Direktorenwechsel von Höfler zu Wollenweber zu tun? Was sollte dabei das Problem gewesen sein? Höchst dubios!
 
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Welche Spuren müssen da heute noch verwischt werden? Gab es signifikant höhere vorzeitige Austritts-Zahlen während der Jahre? Geheimnisse werden umso spannender je mehr man welche draus macht. Wenn es denn keine gibt, schadet Offenlegung nichts. Das Interesse der Öffentlichkeit wiegt allemal schwer. Doch nicht einmal vitales Interesse ehemaliger Domspatzen an ihren eigenen Erinnerungs-Daten scheint für das Musikgymnasium zu zählen. Sie werden hingehalten, vertröstet und abgewimmelt. Wie peinlich!
 
Stattdessen antwortete der Schulleiter des Musikgymnasiums Berthold Wahl: Es bliebe ihm aus Datenschutzgründen leider keine andere Wahl als das Ansinnen auf nachträgliche Publikation der fraglichen Bände zuerst dem Kultusministerium zur rechtlichen Überprüfung vorzulegen; zumindest wolle er es im Kuratorium thematisieren. Mehr könne er nun leider nicht tun. Der Berichtspflicht gegenüber dem zuständigen Ministerialbeauftragten sei längst Genüge getan. Inzwischen habe er Antwort aus München erhalten. Dem Interesse ehemaliger Schüler an ihren Schulkameraden und Klassenfotos könne er daher nicht voll umfänglich entsprechen, weil ansonsten alle darin Vorkommenden zuerst um ihr Einverständnis gebeten werden müssten. Ein aussichtsloses Unterfangen, das heute nicht mehr realisierbar sei, wie er gequält anmerkt, um immerhin anzubieten, in einzelnen Fällen auf berechtigte Anfrage hin auch gezielt Auskünfte zu erteilen, allerdings maximal klassen- bzw. jahrgangsstufenweise. Wo bliebe jetzt da der Datenschutz, falls jedes Auskunftbegehren künftighin aktenkundig werden sollte? Was hätte das noch mit Informationsfreiheit zu schaffen?

Warum fallen ausgerechnet diese Jahre unter den Tisch?

Hat Herr Wahl denn nichts wichtigeres zu tun als massenhaft Anfragen zu irgendwelchen Schülern aus dem letzten Jahrhundert einzeln zu beantworten? Dabei ginge es viel einfacher, wie die aktuelle Praxis beweist: In jüngeren Jahresberichten gibt es sogar Fotos zu jeder Klasse und Namensnennung der Klassensprecher, ohne Bedenken gegen heute gültige Datenschutzbestimmungen zu verstoßen, die es vormals ohnehin nicht gab. Damals schien es kein Problem, heute anscheinend noch viel weitergehender auch nicht, wenn auch unter Weglassung des Wohnorts der Eltern, was allenfalls das spätere Auffinden früherer Freunde erschwert. Warum jedoch sind ausgerechnet die bewussten Jahre 1970 bis 1973 rätselhafterweise unter den Tisch gefallen?! Was war denn da los im Kaff?
 
Wozu bloß die hartnäckige Weigerung, längst verstaubte Dokumente aus dem Archiv zu holen und (der Praktikabilität halber notfalls auch nur digital) einer breiten Öffentlichkeit und der wissenschaftlichen Forschung zugänglich zu machen? Welche „Leichen“ liegen da unter miefendem Linoleumboden? Wobei selbst dieser im Verbindungsgang mit Aula samt Speisesaal und Hauskapelle spurlos abgebrochen verschwindet. Auch Etterzhausen ist längst mit Einfamilienhäusern zugebaut. So verflüchtigen sich allmählich alte Tatorte. Umso wichtiger wird es Betroffenen, als Erinnerungs-Stützen zumindest magere schriftliche Quellen zugänglich zu haben.
 

Erst Verweis auf's Hausrecht, dann Freikarten...

Erst Verweis auf’s Hausrecht, dann Freikarten…

Solange die Informationspolitik so restriktiv bleibt, können alle Beteuerungen zu rückhaltloser und umfassender Aufklärung nicht ernst genommen werden. Es bleibt der madige Geruch historischer Vertuschung, den doch die Domspatzen irgendwann einmal abgestreift haben wollten, oder etwa nicht? Herr Wahl sollte sich seiner Qual entledigen und die Berichte endlich herausrücken, bevor sie eines Tages irgendein „Kaff-Leak“ doch noch ans Licht befördert, dann möglicherweise zum Schaden seiner Schule. Er könnte sich Mühe geben, deren angekratzten Ruf aufzupolieren, anstatt das bereits ramponierte Ansehen weiterhin mit faulen Ausreden zu bekleckern und das früher Versäumte zu verschleppen bis in alle Ewigkeit. Amen.

Kryptifizierung der frühen 70er Jahre noch lange nicht gegessen

Die zunächst verscheuchten und dann zum Mitsingen Eingeladenen verzichteten auf ihre Teilnahme, zumal sie von einem jungen Platzanweiser am Betreten des Saales gehindert wurden. Während der Aufführung sei nun mal kein Einlass. Lieber zischelte der vorwitzige Türwächter aufgeregter als nötig mitten in den Gesang hinein, als ein stilles Einnehmen der reichlich vorhandenen Plätze zu gestatten, spätestens beim nächsten Applaus. Bis zur Pause wollten die so brüsk Abgewiesenen dann freilich doch nicht warten. Gewartet hatten sie schon viel zu lange in ihrem Leben. Da stärkten sie sich lieber im nahen Kneitinger-Keller und spülten’s runter. Womit die ebenso brüskierende wie sinnlos bemühte Kryptifizierung der frühen 70er Jahre noch lange nicht gegessen wäre.

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Kommentare (55)

  • Lothgaßler

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    Weitermachen, die Informationen finden schon noch ans Licht der Öffentlichkeit. Im Grunde ist diese selektive Dokumentationslücke so augenfällig, dass allein deshalb Vertuschung unterstellt wird. Wer berät hier eigentlich die Domspatzen? Feuert Ihn bzw. Sie!
    Schade, dass die eigentlichen Hausherren des Audimax, einem öffentlichen Gebäude, nicht die Grenzen des überlassenen Hausrechts bei solchen Veranstaltungen deutlich gemacht haben. War von denen keiner vor Ort?

  • hutzelwutzel

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    @Lothgaßler:
    „Weitermachen, die Informationen finden schon noch ans Licht der Öffentlichkeit.
    _________
    Da können Sie einen drauf lassen. Wenns sein muß sogar mehrstimmig. ;-)
    Beratung? Tippe auf Selbstberatung meditativer Art. Motto: „Den Seinen gibts der Herr im Schlaf!“ ;-)

  • Herbert Turetschek

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    Hallo,
    also das wichtigste für mich ist die Aufklärung und die Aufarbeitung. Ohne das ist es nicht möglich, dass es eine Veränderung gibt, denn es werden ganz einfach immer und immer wieder die gleichen Fehler wiederholt. Da hilft es auch nichts, wenn uns vorgeworfen wird, dass wir daran schuld seien, dass es den heutigen Domspatzen so schlecht ginge, denn schuld sind nicht wir, sondern die, die die Fehler machten. Bitte liebe Verantwortlichen kehrt endlich um und lasst eine umfangreiche Aufklärung und Aufarbeitung zu, ihr tut euch und uns einen Gefallen, denn es hört nie wieder auf – die Wahrheit sucht sich einfach einen Weg nach oben und der Teppich unter den alles gekehrt wird ist zwar groß, aber eben nicht groß genug.
    Zum Nachdenken, zur Veränderung und zur Verbesserung
    Euer Spatzendichter

  • Angelika Oetken

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    @Herbert Turetschek,

    bei der Entscheidung, was ein Fehler ist und was nicht, kommt es ja immer auf den Maßstab an. Und der scheint in Bezug auf die Missbrauchskriminalität bei Funktionären der Domspatzen und des Bistums ein anderer zu sein, als bei Außenstehenden. Dies ist typisch für solche Institutionen. Deshalb gelingt echte Aufklärung und Veränderung nur unter Beteiligung unabhängiger ExpertInnen. Und „unabhängig“ bedeutet vollkommen souverän.

    Der Schweizer Erziehungswissenschaftler Damian Miller hat das anhand der Odenwaldschule erläutert:

    „Kann eine Institution wie die Odenwaldschule eine solche Krise überstehen und sich reformieren?…..
    Es handelt sich um eine Art „failing school“. Es braucht einen extern geleiteten Reformprozess. Ansonsten spielt man Münchhausen, der sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen will. Es gibt internationale Erfahrungen für solche Reorganisationen. Sie finden in Hessen exzellente Schul- und Organisationsentwickler. Die werden sich aber nie engagieren, wenn sie Denkmalpflege betreiben müssen. Werden diese Experten gewonnen, sehe ich gute Chancen für einen Neuanfang.

    ….Wie viel Zeit und wie viel Veränderungswillen benötigt ein Umsteuern?….
    Die Aufgabe besteht darin, die „Grammar of Schooling“, die Schulgrammatik, umzuschreiben. Ohne Veränderungswillen aller Beteiligten – vom Hauswart über Schulleitung bis zur Trägerschaft – geht nichts. Sie bringen keine Frittenbude auf Kurs, wenn das Personal nicht mitspielt. Heikel ist, dass die Schule ein Konzept implementieren muss, gegen welches sich die Odenwaldschule verweigerte. Je nach Personalwechsel wird es 5 bis 15 Jahre dauern.
    http://www.fr-online.de/missbrauch/odenwaldschule–es-handelt-sich-um-eine-art–failing-school–,1477336,27468396.html

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Herbert Turetschek

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    @Angelika Oetken
    „Deshalb gelingt echte Aufklärung und Veränderung nur unter Beteiligung unabhängiger ExpertInnen. Und „unabhängig“ bedeutet vollkommen souverän.“
    Dafür kämpfe ich seit dem Jahr 2013 und ein weiterer Mensch, den ich kenne seit dem Jahr 1995. Ich gebe nicht auf. Wir geben nicht auf.

  • hutzelwutzel

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    @Herbert Turetschek:
    Richtig, und parallel zu allem diesen Leuten die Finanzmittel vom Staat entziehen, wie z. B. mit dem Teil-Rückruf der Förderbewilligung für den Neubau!
    Zivilrechtliches Zurückbehaltungsrecht, man weiß ja nicht wieviel Schuld die noch auf sich geladen haben, wovon bisher noch niemand was weiß. Schließlich existiert dieser Verein schon seit 2000 Jahren, und bereits wieder über 70 Jahre im xten, jetzt demokratisch verfassten System.

  • Mathilde Vietze

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    Zu Haimo: Seit wann haben wir denn bei uns
    schon wieder Sippenhaft?

  • Haimo

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    @ Mathilde Vietze

    Das hat nichts mit Sippenhaft zu tun .
    Möglicherweise ist es ihnen entgangen , dass es genau J. Ratzinger in seiner Eigenschaft als Chef der Glaubenkongregation war , der seinerzeit die Missbrauchsfälle als streng geheim einstufte . Damit
    öffnete er der gängigen Vertuschungspraxis Tür und Tor bevor er Papst wurde .

  • Angelika Oetken

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    „Damit
    öffnete er der gängigen Vertuschungspraxis Tür und Tor bevor er Papst wurde .“

    @Haimo,

    vielleicht handelte es sich auch um etwas, das wir als moralisches und strafrechtliches Präservativ bezeichnen könnten. Kardinal Ratzinger agierte damals vorsorglich. Planierte sich den Weg in Richtung Papstamt. Er hatte eine wichtige Mission: die Neuevangelisierung. Erst kürzlich habe ich begriffen, was es damit auf sich hat. Es geht vor Allem darum, für Mutter Kirche verlorenes Terrain zurückzuholen. Ich befürchte nämlich, dass Priester vom Schlage der Gebrüder Ratzinger wirklich glauben, dass der Katholizismus gut für Menschen ist. Und noch schlimmer: dass die Institution der sie angehören, eine Voraussetzung dafür bildet. Glauben hat ja rein gar nichts mit Intelligenz zu tun. Denn clever ist er, der Paparatz. Nur mit seinen Gefühlen scheint was nicht zu stimmen. So gar nicht. Aber damit steht er ja nicht allein da. Auf der ganzen Welt gibt es ja immer noch ungefähr 400 000 Priester.

    VG
    Angelika Oetken

  • Wilbert, Fritz

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    Ich kenne den Betrieb des Hauses seit 1953- also 63 Jahre- kann daher durchaus mitreden:
    In der Anonymität- wie hier von manchen geschehen, kann man ja sehr viel Schwachsinn in die Welt setzen. Im Allgemeinen lese ich oben nur billigste Polemik, mit sehr wenig Kenntnis im Detail, insbesondere, was die Domspatzen anbelangt.
    1, es wird bekanntlich seitens der Domspatzen nichts mehr vertuscht, es ist durch die Diözese ein unabhängiger RA eingesetzt,
    2, der Leitung der Domspatzen- Schule und musikalischer Leitung wurde bekanntlich ein “ Maulkorb“ verpasst, dem sie sich zu fügen hatten, schließlich sind es Angestellte der Kirche, damit war deren Möglichkeit eingeschrängt.
    3, der Unterschied zwischen Mißhandlung und Mißbrauch sollte sich langsam rumsprechen.
    4, zu dem Singen im Audimax:
    Es handelt sich um eine Veranstaltung der aktuellen Leitung und Mitwirkenden der Domspatzen, auch im Hinblick auf Werbung zukünftiger Domspatzen, diese haben mit den Vorkommnissen früherer Zeit nichts zu tun. Wieso muß man dort ständig Unruhe stiften und unsachlich argumentieren. Die Präsenz manch Betroffenener an so einem Tag ist billigste Effekthascherei.
    Damit möchte ich deren Leid als Betroffene nicht schmälern, aber es ist der falsche Platz.
    Im Übrigen gab es die Institution Etterzhausen/ Pielenhofen, wo primär was vorgefallen war, und das Gymnasium und Internat in Regensburg, wo die Vorfälle der Mißbrauchsfälle
    a, rechtlich abgearbeitet wurden, und b, über 50 Jahre zurückliegen.
    Man sollte das Haus der heutigen Domspatzen als hervorragende musikalische Institution und aussergewöhnlich guter musikalischer Bildungseinrichtung die entsprechend gute Arbeit machen lassen.
    Im Übrigen ich selbst hatte nie Probleme und habe auch nichts Negatives wahrgenommen. auch nicht z.B. Hans Orterer, der seine ganze Zeit dort verbrachte und als Leiter verschiedener Heeres- und Luftwaffen Musikkorps durchaus eine Persönlichkeit darstellt, der man glauben kann.
    Wo waren eigentlich bei all den Vorkommnissen die Eltern?
    Was nun “ Angelika Oetken“ betrifft:
    entsprehend der Info auf http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=tz&dig=2013%2F11%2F12%2Fa0116&cHash=2eb255335d8e7545597d417013c41b5d
    Sie sollte sich um ihre eigenen Probleme in ihrer Familie kümmern, gibt es wohl reichlich genug, und andere ihren Glauben leben lassen,. Wie irgendwer seinen Glauben lebt, geht sie nichts an. Insbesondere, wenn man sehr wenig Kenntnis in Deteil hat und in allen Foren nur polemischen Blödsinn verzapft.
    Das Gleiche gilt für die anderen anonymen Schreiberchen.

  • Herbert Turetschek

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    @ Angelika Oetken,
    „Kann eine Institution wie die Odenwaldschule eine solche Krise überstehen und sich reformieren?“
    Ich glaube ja. Es muss beides passieren, wir müssen die Reform der Erziehung fortsetzen (schließlich haben meine damalige Lebenspartnerin und ich mit unserer Kinderdorffamilie damals bewiesen, dass es geht) und wir müssen den „Muff unter den Talaren, seid tausenden von Jahren“ endlich beseitigen.

  • Angelika Oetken

    |

    @Wilbert, Fritz,

    ich hatte viel Glück im Leben. Unter Anderem die Gelegenheit, Dinge, die nicht gut gelaufen sind aufzuarbeiten. Ansonsten wäre ich womöglich blind geblieben.

    Menschen, die gesetzlich krankenversichert sind, steht im Übrigen psychotraumatologische Hilfe zu. Unabhängig vom Alter. Infos und Therapeutenlisten hier http://www.degpt.de, http://www.emdria.de.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • aucheinehemaliger

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    Kommentar gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Mathilde Vietze

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    Zu Wilbert, Fritz: Ich danke Ihnen für Ihren sachlichen Kommentar.
    Es steht doch außer Frage, daß a l l e Sauereien, die in den ein-
    zelnen Institutionen passiert sind, r e s t l o s aufgeklärt werden
    müssen. Unter den zahlreichen Kritikern finden sich viele seriöse,
    leider aber auch welche, die – ohne Hintergrundwissen – ihren
    Groll gegen alles was Kirche ist, auslassen. Man darf laut sagen,
    daß B 16 gravierende Fehler gemacht hat. Das hat aber Gott sei
    Dank nicht verhindert, daß die Sauereien, die vertuscht werden
    sollten, jetzt ans Tageslicht kommen.
    Und – die Aufklärung geschieht nicht aus „Kirchenfeindlichkeit“,
    sondern, um das angeschlagene Image der Katholischen Kirche
    wieder ins rechte Lot zu bringen. Das müßte man den reaktio-
    nären Holzköpfen immer wieder um die Ohren schlagen.

  • Angelika Oetken

    |

    „und das Gymnasium und Internat in Regensburg, wo die Vorfälle der Mißbrauchsfälle
    a, rechtlich abgearbeitet wurden, und b, über 50 Jahre zurückliegen.“

    @Wilbert, Fritz,

    vermutlich meinen Sie die Straftaten, für die Zeitler und Zimmermann verurteilt wurden. Oder gab es noch weitere Missbrauchskriminelle bei den Domspatzen, die vor Gericht gestellt worden sind?

    Und wie kommen Sie darauf, dass danach kein Missbrauch mehr am Domspatzengymnasium und -internat betrieben wurde?

    MfG,
    Angelika Oetken

  • Angelika Oetken

    |

    „Wo waren eigentlich bei all den Vorkommnissen die Eltern?“

    @Wilbert, Fritz,

    die Eltern haben geglaubt, dass ihre Kinder in den Domspatzeneinrichtungen gut aufgehoben sind. Wie mit den Müttern und Vätern umgegangen wurde, die zu einem anderen Schluss kamen und das gegenüber den Schulverantwortlichen reklamierten, wurde ja unter Anderem hier auf Regensburg-Digital mehrfach beschrieben. Franz Wittenbrink stellt das in einer Szene seines Singspiels „Schlafe mein Prinzchen“ dar.
    Viele Eltern haben ihre Söhne allerdings ohne großes Aufsehen abgemeldet.

    MfG,
    Angelika Oetken

  • Coffin Corner

    |

    @Wilbert, Fritz:
    Ich wäre Ihnen dankbar, Herr Wilbert, wenn Sie einen konkreten Hinweis auf die Stelle liefern könnten, wo Frau Oetken in dem von Ihnen verlinkten oder einem anderen, von Frau Oetken eingestellten Artikel Personen in Ihrer Relegionsausübung behindert resp. sich diesbezüglich in „Dinge einmischt, die sie (Oetken) nichts angehen“.
    Im Gegenteil; Frau Oetken wundert sich häufig über bestimmte Praktiken, weil sie Ihr schlichtweg nicht bekannt sind. Das ist ihr in keiner Weise vorzuwerfen.
    Da frage ich mich schon eher, wer Sie Herr Wilbert, hier her beordert hat.
    Denn offensichtlich gehören bestimmte Praktiken, gegen die wir uns mehrheitlich wenden, zur Religionsausübung.

  • Mathilde Vietze

    |

    Wenn in der katholischen Kirche „gewisse Praktiken“, also unseriöses Tun –
    zur Tagesordnung gehörten, würde gerade ich mich vehement wehren.
    Ich habe aber auch ganz andere erlebt, nämlich angstfreie Diskussionen
    über das, was gut ist und was nicht.

  • Angelika Oetken

    |

    @Coffin Corner und @Mathilde Vietze,

    über regionale Besonderheiten klären mich Mitstreiter auf, die mit Ihrer Region vertraut sind bzw. dort leben . Aber auch denen stellen sich mindestens genauso viele Fragen wie mir.

    Was „die katholische Kirche“ angeht, kann ich mich nur noch einmal wiederholen: für mich besteht „die Kirche“ erstmal aus vielen verschiedenen Menschen und unterschiedlichen Gliederungen. Welche auch noch auf offizielle und daneben auf informelle Weise hierarchisiert sind. Erstaunlich – oder auch bezeichnend, je nachdem wie man es nimmt, ist lediglich die hohe Zahl an Whistleblowern, die die Katholische Kirche beherbergt.
    Die „gewissen Praktiken“, die bei der Missbrauchskriminalität im Umfeld der Domspatzen eine Rolle spielen, finden wir in ähnlicher oder sogar identischer Form auch an anderen institutionellen Tatorten. Franz Wittenbrink hat das in seinem Singspiel „Schlafe mein Prinzchen“ (wurde ja hier auf Regdigi beschrieben) sehr gut veranschaulicht.

    VG
    Angelika Oetken

  • hutzelwutzel

    |

    @Mathilde Vietze:
    Wenn in der katholischen Kirche „gewisse Praktiken“, also unseriöses Tun –
    zur Tagesordnung gehörten, würde gerade ich mich vehement wehren.
    Ich habe aber auch ganz andere erlebt, nämlich angstfreie Diskussionen
    über das, was gut ist und was nicht.
    _______________
    Glaube ich Ihnen durchaus, jedoch …
    Wurde etwas vom als „gut“ festgestellten umgesetzt, oder nur auf die Zukunft vertröstet?
    Waren es Diskussionen mit Leuten die „was zu Sagen haben“, oder waren es nicht vielmehr Diskussionen mit denen man eine Stimmung erkunden wollte?
    _______________
    Ich kenne beide Varianten kirchlich-katholischer Unterredungen. Auch erlebte ich – so leid es mir tut, so etwas schreiben zu müssen – mehrfach ein offenkundiges „ins-Gesicht-lügen“ durch sehr viele Vertreter dieser Kirche.
    Ich – und nicht nur ich – kenne auch das Abwiegeln, dass es sich „nur um Einzelfälle“ handelt, immer wenn irgendwo Mist gebaut wurde. Kann man sagen/ behaupten, müßte man aber im System abstellen können, weil es anderswo in ähnlich strukturierten „Konzernen“ auch funktioniert/ funktionieren muß. Erfordert jedoch Offenheit, Ehrlichkeit und keinerlei „Kadavergehorsam“. Wird man bei der Röm.-Kath. Kirche nicht durchziehen können, da kein Priester nur seinem Gewissen und nur diesem verpflichtet ist. Spricht auch nur der Bischof, oder der Personalverantwortliche ein Wort, dann ist so ein Priester weg, arbeitslos, existenzvernichtet.

  • Mr. T

    |

    Traue niemandem, der an die Vergebung aller Sünden glaubt!

  • Mathilde Vietze

    |

    Ich bin jetzt 75 Jahre alt und habe in all der Zeit in der katholischen
    Kirche, der ich angehöre, viel Gutes und viel Un-Gutes erlebt. Das
    Un-Gute aber nicht so sehr vonseiten der Geistlichkeit, sondern von
    Leuten, die sich als die „besseren Christen“ dünken und glauben
    befugt zu sein, einen belehren, maßregeln usw. zu dürfen.
    Und die haben mir jahrelang das Leben zur Hölle gemacht.
    Umgekehrt aber habe ich auch eine Reihe von Pfarrern (es waren
    allesamt e r f a h r e n e Seelsorger), die bezüglich meiner kritischen
    bis bitterbösen Leserbriefe und Gedichte sagten, ich solle „unbe-
    dingt so weitermachen und mich nicht einschüchtern lassen.“
    Auch das ist Realität, genauso wie die ganz gegenteiligen Erlebnis-
    se, die katholische Christen hatten.

  • rb

    |

    Die Regensburger Domspatzen von heute verspielen jetzt wirklich Ihre letzten
    Chancen Ihre eigene Vergangenheit richtig aufzuklären und auch richtig aufzuarbeiten. Man hört jetzt nichts und man sieht auch nichts von Ihnen.
    Eigntlich finde ich das sehr sehr schade!
    Missbrauch Prügel, Missbrauch, Züchtigungen – Von Harald Biskup
    Nachrichten aus Deutschland und der Welt – Frankfurter Rundschau
    http://www.fr-online.de/panorama/missbrauch-pruegel–missbrauch–zuechtigungen,1472782,34104800.html

  • Angelika Oetken

    |

    „Die Regensburger Domspatzen von heute verspielen jetzt wirklich Ihre letzten
    Chancen Ihre eigene Vergangenheit richtig aufzuklären und auch richtig aufzuarbeiten.“

    @rb,

    was hätte denn Ihrer Meinung nach das, was von den Regensburger Domspatzen noch übrig ist davon?

    VG
    Angelika Oetken

  • Mathilde Vietze

    |

    Den „Stein ins Rollen“ (also die Aufklärung in Gang gesetzt)
    haben nicht die „Kirchenfeinde“, wie die Vertuscher gerne
    behaupten täten, sondern aufrechte Zeitgenossen, die das
    ramponierte Ansehen der Kirche wieder herstellen wollten.
    (z.B. Pater Mertes, um nur einen zu nennen).
    Man sollte daher keine Gelegenheit auslassen, dies den
    reaktionären Brüdern immer wieder um die Ohren zu
    schlagen. Und dies gerade deshalb, weil sie das am wenigsten
    gerne hören wollen.

  • Herbert Turetschek

    |

    @Mathilde Vietze
    Ich muss ihnen da leider widersprechen; die Aufklärung in Gang gesetzt haben ja wohl in erster Linie die Überlebenden oder Trostknaben oder Verdingkinder selbst. Hundertmal haben sie versucht sich Gehör zu verschaffen und beim 101en mal wurden sie gehört. Das auch nur zum Teil, denn in Regensburg hört man mich jetzt (um nur ein Beispiel zu nennen, denn ich bin ja auch nur einer von wenigen, die sich getraut haben), aber in Nürnberg hört man mich immer noch nicht. Dort bekomme ich in schöner Regelmäßigkeit die Mitteilung: „Wegen der vielen Zuschriften, können wir sie leider nicht berücksichtigen“. Wieviel, frage ich mich da, liegt den Menschen das Wohl unserer Kinder am Herzen? Aufarbeitung gelingt nur durch Aufklärung der Fälle und die ist Voraussetzung für eine Veränderung und da setzt man wohl darauf, dass auch die übrigen Menschen, viele sind ja schon tot, auch noch sterben, damit die Fälle ein für alle Mal im Dunkeln bleiben (durch Hartnäckigkeit habe ich es damals in Etterzhausen geschafft mich selbst zu befreien, durch Hartnäckigkeit schaffe ich es vielleicht die Aufklärung ein Stück voranzutreiben).

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Angelika Oetken: Gott sei Dank ist „die Kirche“
    kein monolythischer Block!

  • Herbert Turetschek

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    @Mathilde Vietze
    „Gott sei Dank ist „die Kirche“
    kein monolythischer Block!“
    Das ist richtig. Ich ging aber ganz unbedarft an die Sache ran und ich bin immer mehr enttäuscht worden. Warum gelingt es der Kirche (und ich sage das ganz bewusst, denn es ist mir völlig egal, wer sich entschuldigt, aber es muss jemand tun), nicht einfach einen Brief zu schreiben in dem steht, es war Unrecht und wir schämen uns dafür und wir wünschen uns, es wäre nicht geschehen. Stattdessen, kommen immer nur eigenartige Schreiben, die ich jetzt auch gar nicht näher kommentieren mag. Es ist seit 2013 nichts geschehen und bei manchem anderen seit 1995, das ist doch traurig – so viel Gerede und keine Entschuldigung – Armutszeugnis, so nenne ich es.

  • Angelika Oetken

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    „Es ging um eine noch ausstehende Antwort zur Anfrage wegen dreier unveröffentlichter Jahresberichte von Anfang der Siebziger Jahre, aus deren Zeitraum ausgerechnet die pikante Personalie „Sturmius Wagner“ datiert und bis heute Rätsel aufgibt.“
    Ja, was mag in den Jahresberichten wohl drin stehen, dass man sie verschwinden lassen muss?

    Noch mal aus dem WAZ-Artikel von 2013:

    „Was sollte Pfeiffer erforschen?
    Sein Institut KFN sollte die Profile von Tätern ausarbeiten und klären, wie es möglich war, dass solche Taten in kirchlichen Einrichtungen verübt werden konnten. Anonymisierte Informationen aus 100.000 Personalakten sollten gesichtet wer­den. Die Forscher wollten Un­terlagen aus den letzten sieben Jahrzehnten einsehen und Opfer und Täter sogar direkt befragen.“
    http://www.derwesten.de/politik/pfeiffer-darf-nicht-mehr-aufklaeren-id7465345.html#plx1629527499

    Herr Pfeiffer wollte die anonymisierten Angaben aus Personalakten auswerten: was wäre daran so gefährlich gewesen?

    Aus der WAZ: ‚“Der junge, konservative Klerus hat offensichtlich Druck auf die Bischofskonferenz ausgeübt. Diözesen in NRW wie Köln, Münster, Aachen, Essen und Paderborn setzen sich vorbildlich für die uneingeschränkte Aufklärung der Missbrauchsfälle und für Prävention ein. Der konservative Widerstand kommt aus dem Süden, zum Beispiel aus Regensburg und München“, sagte der Kirchenrechtler Thomas Schüller (Uni Münster) dieser Zeitung.“

    Was könnte beim „jungen, konservativen Klerus“, der 2013 den Bistümern Regensburg und München angehörte, denn wohl in den Personalakten stehen, das verfänglich genug ist, um sich derart zu sperren?!? Ich weiß nicht, wie alt man sein darf, um als „junger“ Priester zu gelten. Aber sollte es möglich sein, dass etwaige klerikale Täterkarrieren so früh gestartet werden? Oder befürchtet man(n), aus den Personalakten älterer Täterpriester könnten Rückschlüsse auf jüngere gezogen werden, die früher mal deren Opfer waren? Auch wenn beide Seiten das Ganze selbst als ein „Verhältnis“ auf der Grundlage eines speziellen spirituellen Eros deklarieren mögen? So wie die Schwester des Serientäters Georg Zimmermann seine Missbrauchsverbrechen euphemisierte „Knabenliebe wie bei den alten Griechen“ http://www.regensburg-digital.de/warum-georg-ratzinger-domkapellmeister-wurde/28032016/

    Auf diese Weise können beide Seiten sich die Sache schön und harmlos reden. Keine Opfer, keine Täter. Nur Priester. Die Älteren den Jüngeren in „väterlicher Freundschaft“ verbunden….Wie viele „junge, konservative Kleriker“ gibt es überhaupt in den beiden Blockadebistümern Regensburg und München/Freising? Äußert sich der Drang zu Bewahren auch noch in anderer Form als dadurch, die notwendige und längst überfällige Aufklärung von Missbrauchskriminalität zu behindern?

    Übrigens: wieso hört man von der Zweitauflage der Studie, die die DBK nach dem Zerwürfnis mit Pfeiffer beim ZI Mannheim in Auftrag gab, so gar nichts mehr?!?! Alles auf- äh, ausgesessen?

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Herbert Turetschek: Ist das wirklich n u r im Bereich
    Kirche so? Wenn man aufmerksam die Zeitungen liest,
    darf man feststellen, daß derlei Verzögerungstaktiken
    in allen Gesellschaftsschichten stattfinden. Dies nur zur
    Kenntnisnahme, nicht, um die säumigen Kirchenbrüder
    reinzuwaschen.

  • Angelika Oetken

    |

    „Warum gelingt es der Kirche (und ich sage das ganz bewusst, denn es ist mir völlig egal, wer sich entschuldigt, aber es muss jemand tun), nicht einfach einen Brief zu schreiben in dem steht, es war Unrecht und wir schämen uns dafür und wir wünschen uns, es wäre nicht geschehen.“

    Gucken Sie sich das doch mal an Herr Turetschek: http://www.duogynonopfer.de/ Andrè Sommer und seine MitstreiterInnen machen mit der Führung des Konzerns Bayer (Schering) ähnliche Erfahrungen wie die Kirchenopfer mit den verantwortlichen Klerikern.

    Noch mehr Ähnlichkeiten gibt es im Sport http://www.spiegel.de/sport/sonst/missbrauch-im-sport-trainer-als-taeter-a-685043.html

    Eine unabhängige wissenschaftliche Untersuchung könnte hier viel Aufschluss geben. Es geht ja immer auch um Prävention. Nur wenn ich weiß, wovor genau ich Kinder schützen will, wird das auch gelingen.

    VG
    Angelika Oetken

  • Herbert Turetschek

    |

    @Mathilde Vietze
    In der Tat haben sie Recht, sie sprechen hier von der „Schweigespirale“. Ich bin schon gespannt wie ich bei der Hochzeit, die demnächst in meiner Familie stattfinden wird, behandelt werde, wenn ich mit dem Kampagnenmotiv des Unabhängigen Beauftragten Sexueller Missbrauch, also dem Weißen Kreuz am Anzugrevier auftauchen werde – sicher werden sie mich wieder „zerfleischen“, aber das bin ich ja gewohnt, sie sprechen mich ja nicht direkt an, so wie ich es tue, offenbar haben sie auch gehörige Angst vor der Wahrheit, so wie die meisten (oder es ist eine gehörige Portion Unsicherheit, weil man mit Missbrauch nicht konfrontiert werden will, denn das Thema geht ganz und gar unter die Haut und ist schwer erträglich, selbst für solche offenen Menschen wie sie, das habe ich oft erlebt).

  • menschenskind

    |

    „Ist das wirklich n u r im Bereich
    Kirche so? Wenn man aufmerksam die Zeitungen liest,
    darf man feststellen, daß derlei Verzögerungstaktiken
    in allen Gesellschaftsschichten stattfinden.“

    Noch so ein typisches Pro-Kirche-Laber-Argument!

    Klar gibt es auch in anderen Einrichtungen(„Gesellschaftsschichten“) „Verzögerungstaktiken“, Fehler, Lügen, Heuchelei, Vergehen und Verbrechen. Aber keine andere Einrichtung als die Kirche (besonders die katholische) erhebt sich doch derart zum Vermittler von allererhabensten ethischen und sittlichen Werten! Das Nonplusultra wollte die Kirche in dieser Disziplin doch immer sein!

    Allein schon mit dem Anspruch die „Alleinseligmachende“ zu sein, mit dem die Kirche die Menschen Jahrhunderte über zu blenden und zu beeinflussen vermochte, erhebt sie sich in „gottesnahe“ Position. Noch heute glauben viele katholische Christen ganz unbewusst, doch eigentlich die „besseren“ Menschen zu sein, kraft ihres Katholischseins. Die Gehirnwäsche wirkt dauerhaft.

    Keine andere Einrichtung hat sich doch derart als Hüter von Sitte und Moral, als Bewahrer der „wahren“ christlichen Werte aufgespielt wie die Kirche.

    Jetzt, nach den Enthüllungen, fällt sie auch dem entsprechend tief.

    VW, Siemens, Scientology, weltliche Schulen und all die anderen kleineren Sünder (kleiner als katholisch!) haben nie die Sitte, Moral und Ethik derart nach Monopolart für sich beansprucht. Und auch nicht 2000 Jahre lang!

    Demgemäß verdient die Kirche jetzt auch mehr Spott, Abneigung, Abscheu, Entrüstung, ja, auch Hass.

    Genug geheuchelt. Ausgeheuchelt. Abgewatscht.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „Menschenskind: „Pro-Kirche-Laber-Argument!
    Offenbar halten Sie mich für ein braves und unter-
    täniges katholisches Schäfchen, das alles nachbetet,
    was „die da oben“ mir vorsetzen. Ja, so hätten mich
    die Ewiggestrigen in der katholischen Kirche gern.
    Da ich aber kritisch bin, muß ich mich von denen
    als „Kirchenfeindin“ titulieren lassen. Das kratzt
    mich weiter wenig, gibt es doch auch eine Reihe
    von Leuten (Pfarrer wie Laien), die mir sagen, ich
    solle mich ja nicht einschüchtern lassen.
    Und, was finden Sie denn so kritikwürdig, wenn ich
    sage, daß es Mißstände nicht nur in der katholischen
    Kirche gibt? Wie sieht denn Ihre Wahrnehmung aus?

  • Angelika Oetken

    |

    „Ja, so hätten mich die Ewiggestrigen in der katholischen Kirche gern.Da ich aber kritisch bin, muß ich mich von denen als „Kirchenfeindin“ titulieren lassen“

    @Mathilde Vietze,

    das haben Sie hier im Forum schon häufiger berichtet. Mögen Sie etwas genauer umschreiben, wen Sie mit den „Ewiggestrigen“ meinen? Sind es Kirchenfunktionäre oder nur „gewöhnliche“ Menschen? Gab es diese polemischen Anwürfe gegen Sie vor Kurzem noch oder ist das schon länger her?

    Das würde helfen, einzuschätzen, wer da versucht, die Debatte um den Missbrauch im Bistum Regensburg durch Killerphrasen und Manipulation zu beeinflussen.

    VG
    Angelika Oetken

  • Mr. T

    |

    Frau Vietze, wenn Sie das Aufzeigen von Missständen in der Kirche damit abtun, dass es auch anderswo Missstände gibt, kann man das durchaus kritisieren. Das macht die Missstände nicht besser. Ein Autofahrer, der zu schnell gefahren ist, kann auch nicht einfach sagen, andere fahren auch zu schnell. Selbstverständlich müssen Missstände auch anderswo aufgearbeitet werden.
    Außerdem immunisiert sie die Tatsache, dass sie von erzkatholischen Hardlinern als Kirchenfeindin bezeichnet wurden, eine Ehrung, die Sie wie eine Monstranz vor sich hertragen, nicht dagegen, von anderen Menschen als zu kirchenfreundlich bezeichnet zu werden. Auf Grund Ihrer Beiträge schätze ich Sie eher als eine gläubige Katholikin ein, welche die verkrusteten Strukturen aufbrechen und eine liberalere Kirche fördern möchte. Ihr Engagement dafür in allen Ehren, es wird ja auch von „einer Reihe
    von Leuten (Pfarrer wie Laien)“ honoriert. Viel Erfolg dabei! Aber unterm Strich sind sie eher eine Kirchenfreundin – was auch keine Schande für eine gläubige Christin ist.

  • Herbert Turetschek

    |

    Ich kritisiere die Zustände bei der katholischen Kirche genauso wie den sexuellen Missbrauch bei den Grünen, bzw. der Indianerkommune und werde von den Grünen in die rechte Ecke gestellt und von der katholischen Kirche in die linke Ecke gestellt – so kann man m. E. die Probleme auch angehen: Ich werde nach wie vor nicht gehört und es kommen regelmäßig Mitteilungen an mich: „Wegen der vielen Zuschriften können wir ihre Benachrichtigung, Leserbriefe usw. nicht berücksichtigen“; nocheinmal die Frage, ob denn das Wohl unserer Kinder nicht mehr zählt, als alles Materielle auf dieser Welt, die Spendenaffäre und so, würde ich mich zur Spendenaffäre zu Wort melden, dann würden in den Medien, die ich ansprechen will, sofort die Türen aufgehen, ich melde mich aber „nur“ zum Kindeswohl und die Türen bleiben verschlossen. Nur hier in Regensburg Digital habe ich bisher Gehör gefunden – ein Armutszeugnis!

  • Angelika Oetken

    |

    Wer ist denn überhaupt „die Kirche“? Und wer legt fest, wer „die Kirche“ ist?

    Ich habe den Eindruck, das wird je nach Interessenlage ganz unterschiedlich definiert. Wenn ich möchte, dass eine Institution Verantwortung übernimmt, muss ich doch erstmal wissen, welche Personen ihr angehören und wer welche konkreten Funktionen und Entscheidungsbefugnisse hat. Bei der Institution „Römisch Katholische Kirche“ scheint das zu changieren.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „Mr.T“ – Wenn Sie sich bitte die Mühe machen wollen, meine
    zahlreichen Kommentare zu den Mißbrauchsfällen („man muß den
    Verantwortlichen so lange auf die Zehen treten, bis sie reagieren),
    nachzulesen, dann würden Sie meinen Kommentar nicht als „abtun“
    kleinreden. Sauereien, egal ob sie in der Kirche oder in der sonstigen
    Gesellschaft passieren, müssen lückenlos aufgeklärt werden, unab-
    hängig davon, ob es den jeweils Verantwortliche paßt oder nicht.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Angelika Oetken: Gerne beantworte ich Ihre Frage: Die
    Ewiggestrigen sind jene in der katholischen Kirche, die das Rad
    zurückdrehen wollen, jene, die z.B. eine offene Debatte über
    die Mißbrauchsfälle nicht zulassen, sondern obendrein noch die
    Frechheit besitzen zu sagen, da wäre alles „aufgebauscht“ und
    da hätte es sich höchstens „mal um eine Ohrfeige“gehandelt.
    Und es sind beileibe nicht immer Pfarrer, die so argumentieren,
    sondern Leute aus dem einfältigen Fußvolk. Sie werden wohl
    verstehen, daß ich mich mit denen dann heftig anlege. Das hat
    nichts mit „anderer Meinung“ zu tun; anerkannte Mißbrauchs-
    fälle dürfen nicht kleingeredet werden. Es darf aber auch nicht
    sein, daß jemand, der diese Fälle scharf verurteilt, aber zugleich
    sagt, daß er in der Kirche auch Positives erlebt hat, verbal ab-
    gewatscht wird.

  • Angelika Oetken

    |

    @Mathilde Vietze,

    wer zählt denn Ihrer Meinung nach zu den für die Missbrauchsfälle an den Domspatzeneinrichtungen Verantwortlichen?

    VG
    Angelika Oetken

  • Angelika Oetken

    |

    Danke Frau Vietze.
    Zählen zu diesen „Ewiggestrigen“ auch Männer, die man als „junge Priester“ bezeichnen könnte?

    Was die Sache mit den positiven Erlebnissen angeht: eines schließt das Andere nicht aus. Im Gegenteil: die gruppenspezifische Kultur, die für gute Gefühle sorgt, befördert oft auch, dass einigen Mitgliedern Schlimmes widerfährt und die zu Opfern werden. Besonders deutlich und eindringlich haben dieses Phänomen Betroffene und Mitbetroffene der Odenwaldschule beschrieben. Christoph Röhl hat das in seinem Spielfilm „Die Auserwählten“ gut dargestellt.
    Im Englischen unterscheidet man zwischen „victim“ (Opfer eines Verbrechens) und „sacrifice“ (Opfer im kultisch-sozialen Sinne). Dass im Deutschen für beide Phänomene der gleiche Begriff genutzt wird, finde ich aufschlussreich.

    VG
    Angelika Oetken

  • Herbert Turetschek

    |

    „Sauereien, egal ob sie in der Kirche oder in der sonstigen
    Gesellschaft passieren, müssen lückenlos aufgeklärt werden, unab-
    hängig davon, ob es den jeweils Verantwortliche paßt oder nicht.“
    Das sehe ich genauso: Ich lese z. B. „die Stadtindianer gibt es seit dem Jahr 2012 wieder und dann lese ich weiter, dass das Jugendamt Nürnberg die Stadtindianer „beobachtet“. Hallo, was ist da los? Nur beobachten??? Das muss gestoppt werden und zwar sofort. Ein Beispiel: Ich habe gelesen, in der Odenwaldschule, da lagen leere Bierflaschen in den Kinderzimmern herum – und das ist noch das harmloseste, denn wir wissen ja heute, da gab es noch ganz massiven sexuellen Missbrauch. Keineswegs mindert das die Schrecken, die sich im katholischen „Lager“ abgespielt haben. Lassen wir endlich dieses „Lagerdenken“, ziehen wir an einem Strang – es geht um unsere Kinder und sonst um nichts!

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Herbert Turetschek: Ich teile uneingeschränkt Ihre Meinung!

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Angelika Oetken: Zu den „Ewiggestrigen“ zähle ich – ohne auf ein bestimmtes
    Alter zu achten, alle, die nur in der Vergangenheit leben und diese verklären. Ich
    zähle dazu alle, die nicht bereit sind, sich einer sachlich-kontroversen Diskussion
    zu stellen und vor allem diejenigen, die Reformwiligen unterstellen, sie wollten
    „die echt christliche Werte“ abschaffen.

  • menschenskind

    |

    „Da ich aber kritisch bin,…“ meint Frau Vietze.

    Noch nie traf ich eine Katholikin, oder einen Katholiken, die/der von sich behauptet hätte, sie oder er sei unkritisch. Klar seid ihr alle kritisch, deswegen seid Ihr ja auch noch alle Mitglieder der „Alleinseligmachenden“.

    Bereits George Orwell schrieb, dass gut – schlecht und schlecht – gut, dass weiß – schwarz und schwarz – weiß ist, kurzum, dass sich in (s)einem Staat der Zukunft die Werte umdrehen.

    Wer sich über diese Art von Weltsicht schlau machen will, hat hier die Gelegenheit.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Dystopie

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „Menschenskind“ – Leider haben wir in der katholischen Kirche immer
    noch zu viel Angepaßte und zu wenig Kritische, ich meine jetzt nicht die
    Berufsquerulanten. Und – von der „Alleinseligmachenden“ reden eh nur
    noch die reaktionären Hackstöcke und die nimmt kaum einer mehr ernst.

  • menschenskind

    |

    „Das Dogma von der alleinseligmachenden katholischen Kirche wird auch vom Katechismus der katholischen Kirche von 1992 verteidigt, wenn auch nicht immer mit ganz glücklichen Formulierungen.“
    http://www.katholisches.info/2012/10/04/extra-ecclesiam-nulla-salus-710-jahre-papstliche-bulle-unam-sanctam/

    Ein Schreiben der Glaubenskongregation, Vatikan, im Juli 2007 wiederholt und unterstreicht
    •Die katholische Kirche ist die einzige Kirche Christi,
    •die einzige Kirche, „die alle Elemente der Kirche, die von Jesus begründet wurde, besitzt“,
    •die Protestanten aller Coleur sind keine Kirchen.
    SZ, 10.7.2007, S. 6
    Alle Nicht-Katholiken haben es schwer in den Himmel zu kommen…
    http://www.gavagai.de/re/HHD2005.htm

    Das Axiom von der „alleinseligmachenden Kirche“ zeugt vom Größenwahn und der Intoleranz der katholischen Kirche.
    (Amen)

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Menschenskind: Papier ist geduldig und die Gläubigen
    haben schon seit längerer Zeit angefangen zu denken.

  • menschenskind

    |

    Denken allein nützt gar nix, wenn die Gedanken nicht frei ausgesprochen werden dürfen oder ihnen keine Taten folgen:

    „Die Theologen wollten lieber nicht genannt werden, aus Angst vor Sanktionen.“

    „Es ging bloß um abweichende Meinungen. Aber die Freiheit der Katholiken ist offenbar noch immer sehr begrenzt.“

    „Jedes Fehlereingeständnis würde das Kontrollsystem der Kirche infrage stellen. Die Kontrolle aber muss streng sein, weil sich in der Strenge erst die Macht der Kirchenführung erweist. Sie irrt nicht, sondern lässt sich allenfalls zu gnädiger Duldung herab, wenn sie zögerlich eine Lehrbefugnis erteilt.“
    http://www.zeit.de/2013/45/katholische-kirche-kritiker-gehorsam

    „Warum hat die Kirche solche Schwierigkeiten mit der Wahrheit? Weil es nur die eine Wahrheit gibt? Nach dem Kirchenrecht ist das so. Danach hat jeder Katholik die Rechtspflicht, seiner Kirche „in Lehre und Leitung“ zu gehorchen.“

    Die „Alleinseligmachende“, sie hat doch eine Menge mit Jurassic World gemeinsam!

  • Haimo

    |

    zu@Wilbert, Fritz _ Kommentar 12
    Ich kenne den Betrieb des Hauses seit 1953- also 63 Jahre- kann daher durchaus mitreden:

    Eigentümlicher Weise taucht der Name Wilbert, Fritz nicht in meiner Datenbank auf und die stützt sich auf alle Jahresberichte des letzten Jahrhunderts mit Ausnahme von 1970-1973 . Wenn Hr. Wilbert also nicht seinen Namen verändert hat so will er hier wohl den Eindruck einer heilen Welt in Etterzhausen erwecken .
    Soviel zu den Kommentatoren in diesem Forum , die seitenweise Weisheiten von sich geben , die aber nicht belegbar sind .

  • Herbert Turetschek

    |

    @Haimo Es ist doch komisch, denn alle ehemaligen (überlebenden) Domspatzen, die ich kennengelernt habe/kennenlernen durfte sind super, alle die ich von der Diözese Regensburg kennengelernt habe (Gott sei dank nicht Herrn Clemens Neck oder Herrn Geedo Paprotta, denn das wäre ganz besonders schlimm gewesen), sind genau das Gegenteil von dem. Lieber lerne ich noch mehr von den Überlebenden kennen, als welche von denen!

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