Emotionale Diskussion nach Wittenbrink-Stück

Domspatzen: „Wer aufmuckt, wird gekündigt.“

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Emotionale Diskussion zwischen Missbrauchsbetroffenen und heutige Domspatzen am Sonntag im Ostentor-Kino. Einigen geht es dabei offenbar nur darum, ihr Image zu retten. Domkapellmeister Roland Büchner räumt ein, dass ihm das Bistum einen Maulkorb verpasst hatte. Eine Mutter beklagt aktuelle Zustände an der Schule.

„Mein Chef ist das Domkapitel. Und ich muss meinem Chef gegenüber loyal sein.“ Domkapellmeister Roland Büchner (neben Moderator Andreas Lechner) über den Maulkorb des Bistums. Fotos: Herbert Baumgärtner

„Mein Chef ist das Domkapitel. Und ich muss meinem Chef gegenüber loyal sein.“ Domkapellmeister Roland Büchner (neben Moderator Andreas Lechner) über den Maulkorb des Bistums. Fotos: Herbert Baumgärtner

„Und was soll dieser Film jetzt bezwecken?“ Es ist die erste Frage, die im Ostentor-Kino gestellt wird, nachdem die Vorstellung von „Schlafe mein Prinzchen“ zu Ende ist und sie kommt von Peter Hartung. Der Buchhändler war früher selbst bei den Domspatzen und hat sich in der Vergangenheit gegenüber dem Regensburger Wochenblatt bitter darüber beklagt, dass angesichts der aktuell laufenden und von Medienberichten flankierten Aufklärungsarbeit die heutigen Domspatzen „zu Opfern gemacht“ werden würden.

Auch das Stück von Franz Wittenbrink, dessen Aufzeichnung am Samstag und Sonntag im Ostentor lief (zur Rezension) und einen Großteil der Zuschauer betroffen und schockiert zurücklässt, scheint ihn eher verärgert zu haben, als dass es ihn zum Nachdenken gebracht hätte. Auch andere Elternvertreter sind zunächst damit beschäftigt, den Schaden für Schule und Chor zu bejammern, den die aktuelle „undifferenzierte Berichterstattung“ mit sich bringe. Manches hört sich an, wie die Wiederholung eines Beitrags, den Schulleiter Berthold Wahl 2010 im Jahresbericht des Gymnasiums veröffentlicht hatte.

Die Schulleitung bleibt weg

Die Veranstalter haben es den Domspatzen überlassen, wen sie ins Ostentor-Kino schicken, um dort mit Udo Kaiser, Alexander Probst und Michael Sieber – drei Ehemalige, die seit Jahren für Aufklärung kämpfen – zu diskutieren.

„Wir hegen keinen Groll gegen euch“, sagt Alexander Probst in Richtung der beiden SMV-Vertreter gewandt. „Aber die heutige Schule hat die Verpflichtung, aufzuklären. Viele von denen, die heute in der Leitung des Bistums und der Schule noch da sind, haben diese Dinge mitgekriegt und mitverantwortet.“ Udo Kaiser fordert die SMV-Vertreter auf, „endlich diesen beleidigenden Brief“ von der Domspatzen-Homepage zu entfernen, den die SMV nach Ausstrahlung von „Sünden an den Sängerknaben“ an die Filmemacherin Mona Botros gerichtet hatte. Ein Schüler erwidert, dass Botros‘ Antwort, die sie nach eigenem Bekunden kurz darauf an die Schule geschickt hatte und die seit Monaten öffentlich im Internet zu lesen ist, nie bei ihnen angekommen sei.

Michael Sieber, Alexander Probst und Udo Kaiser: "Wir hegen keinen Groll gegen Euch."

Michael Sieber, Alexander Probst und Udo Kaiser: „Wir hegen keinen Groll gegen Euch.“

Es ist bezeichnend, dass nicht Schulleiter Berthold Wahl oder ein leitendes Mitglied der Domspatzenstiftung gekommen ist, sondern dass Eltern- und Schülervertreter geschickt wurden, um mit Probst, Sieber, Kaiser und dem Publikum zu diskutieren.

Hilflos, unwissend, bizarr

Teils wirken die Schüler- und Elternvertreter hilflos, teils betroffen, teils unwissend oder sie argumentieren stellenweise schlicht bizarr. Hartung versteigt sich irgendwann zu der Aussage, dass man – ähnlich wie jetzt die Missbrauchsfälle – in 20 Jahren die Traumata der heutigen Domspatzen aufarbeiten müsse, die diese durch die aktuell laufende Debatte erlitten hätten.

Andererseits werden sie aber auch mit Vorwürfen aus dem Publikum konfrontiert, die sie allenfalls am Rande betreffen. Immer wieder wird deutlich: Andere müssten da vorne stehen und sich der Kritik stellen. Er wisse ja kaum was, sagt ein Elternbeirat. Nur aus Medienberichten. „Wahrscheinlich war es ein Fehler, dass man 2010 nichts gemacht hat, aber die heutige Schule wird zu negativ dargestellt.“ Ein SMV-Vertreter bekundet zwar, dass er betroffen sei, von dem was passiert sei, „aber es betrifft uns glücklicherweise nicht. Wir haben von alledem keine Ahnung“.

"Was soll der Film bezwecken?" Peter Hartung (re.).

„Was soll der Film bezwecken?“ Peter Hartung (re.).

Irgendwann, nachdem er im Verlauf der kontroversen Diskussion selbst namentlich kritisiert wird, fasst sich Domkapellmeister Roland Büchner ein Herz und geht von seinem Platz in einer der hinteren Reihen ans Mikrofon, um – sichtlich nervös, aber auch aufgebracht – ein Statement abzugeben. Das Mikrofon eines BR-Reporters, der Büchners Aussage aufzeichnen will, schiebt der Domkapellmeister weg. „Ich will das nicht“, fährt er ihn an. Es ist offensichtlich: Bühner hat Angst um seinen Job.

Domkapellmeister: „Das Bistum hat alles an sich gezogen.“

Er habe bereits 2010 in einem Interview erklärt, dass das alles aufgeklärt werden müsse, sagt er dann. Doch damals habe das Bistum alles an sich gezogen, so Büchner. „Die Botschaft war: Haltet Euch da raus. Wir hatten keinen Einfluss und wir bekamen keine Informationen. Das ist der Grund, warum wir nicht reagieren konnten und durften.“ Wenn Betroffene sich an die Domspatzen gewendet hätten, sei man immer offen gewesen und habe versucht, diesen zu helfen. Über die Aussage in dem Interview 2010 hinaus habe er sich aber nicht äußern können. Die Domspatzen-Stiftung sei kirchlich dominiert. „Mein Chef ist das Domkapitel. Und ich muss meinem Chef gegenüber loyal sein.“ Anders ausgedrückt: Das Bistum hatte Büchner einem Maulkorb verpasst. Im Zweifel könnte ihm sogar die jetzt getätigte Aussage zum Verhängnis werden. Das macht sie umso bemerkenswerter.

Mutter: „Es fehlt auch heute noch an Offenheit an dieser Schule.“

Als ein Elternvertreter immer wieder betont, dass am heutigen Gymnasium alles wunderbar sei und die jetzigen Präfekten durchweg positiv agieren würden, platzt einer Frau in der Mitte des Kinosaals der Kragen. Ihr Sohn sei von 2008 bis 2013 bei den Domspatzen gewesen. Trotz einer Allergie und Bettlägrigkeit sei er von einem Präfekten zum Essen gezwungen worden. Als er nicht essen konnte, sei ihr Sohn zum Internatsdirektor beordert worden. Der habe ihm mitgeteilt habe, dass man ihn mit Freude von der Schule werfen würde. „Solche wie Dich brauchen wir hier nicht.“ Beschwerden beim Rektor, beim Elternbeirat und bei Domkapellmeister Büchner seien erfolglos geblieben. „Das hat die alles nicht interessiert.“ Mit den Missbrauchsfällen sei das zwar nicht zu vergleichen, sagt sie, aber: „Es fehlt auch heute noch an Offenheit an dieser Schule. Wer aufmuckt, dem wird gekündigt.“

Einer der Elternvertreter räumt daraufhin ein, dass so etwas nicht passieren dürfe. Er sei erst seit kurzem im Elternbeirat und würde so etwas nicht auf sich beruhen lassen. „Womit wir tatsächlich ein Problem an der Schule haben, ist Mobbing“, erklärt er. Aber das gebe es auch an allen anderen Schulen.

Erst nach der öffentlichen Diskussion finden ein paar tatsächliche Gespräche zwischen Missbrauchsbetroffenen und jetzige Domspatzen statt. Auch wenn andere unmittelbar nach Beendigung der Veranstaltung den Ort des Geschehens verlassen, hat der Film damit zumindest einen Zweck erfüllt.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes wurde die oben erwähnte Mutter mit Kritik an Schuldirektor Berthold Wahl zitiert. Tatsächlich gemeint war allerdings nicht Wahl, sondern Internatsdirektor Rainer Schinko. 

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Kommentare (116)

  • Manfred

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    Es wird sich nie etwas bessern.weder bei den domspatzen,noch bei der Diözese,solange Herr Voderholzer an seinem unfähigen Duo,bestehend aus Pressesprecher und Generalvikar,festhält.Seit Jahren reiten diese beide die Kirche medial in die scheiße und schaden damit ihm und dem Bistum. Pressesprecher und Generalvikar verdienen monatlich tausende von Euros,aber wenns drauf ankommt wird die smv und der Elternbeirat vorgeschickt.Unmöglich.

  • Christian

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    Der Druck im Kessel wird höher… und so wie’s aussieht, explodiert er grade. Und das ist gut so.

    Ich hatte den Herrn Wahl in den 80igern am AAG in Deutsch und Religion. War zumindest damals ein echt netter Mensch. Scheint sich aber mittlerweile geändert haben.

  • Angelika Oetken

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    Es ist doch klar, dass die, deren wirtschaftliche Existenz direkt von den Domspatzen und mittelbar vom Domkapitel abhängt, nach außen hin Loyalität zeigen müssen. Ob sie nun Bücher verkaufen oder Kindern das Singen beibringen. Selbst wenn diese Leute, die abhängig sind, sich entschließen sollten, den Domspatzen den Rücken zu kehren: der Arm des Bistums ist lang. Und bis zur Aufdeckungswelle lief es dort ja fast wie von selbst. Wer daran gewöhnt ist, eine mächtige Institution im Rücken zu haben und Unterstützung zu finden, so lange er nur fein alle Spielchen mitmacht, muss deshalb längst noch nicht in anderen Gefügen klar kommen. D. h. so lange die Mitglieder des Domspatzennetzwerkes für sich keine Alternativen sehen, vor Allem existenzielle, werden sie in dem Theater weiter ihre Rollen spielen.

    Ohne eine wirklich unabhängige Aufklärungskommission unter staatlicher Aufsicht wird die Aufklärung weiter von denen betrieben werden, bei denen sie bisher auch lag. Von den Betroffenen und ihren UnterstützerInnen. Allen voran den Medien.

  • blauäugig

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    @Oetken: Sie irren, wenn Sie glauben, dass Herr Hartung in Regensburg Bücher verkauft oder gar wirtschaftlich abhängig wäre von den Domspatzen. Wie Sie nur Ihre Zusammenhänge spinnen, ist grotesk.
    Die Beweggründe, weshalb er die Opfer verhöhnt, kenne ich allerdings nicht.

  • aucheinehemaliger

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    @blauäugig

    https://www.google.de/url?sa=t&source=web&rct=j&url=http://www.hartung-buch.de/&ved=0ahUKEwiQ26Cz067LAhVC8A4KHSAbCB0Q_UUIAg&usg=AFQjCNE_LUeLuPjwjmqb3q45bkx0ZMJa5A

    Peter Hartung war auch nach seiner Schulzeit dem Kaff sehr verbunden und für den Laden recht aktiv.
    Er hat gute Kontakte in’s Kaff, seine Jungs sind auch Domspatzen. Mitglied im Verein “Freunde des Regensburger Domchors“ ist er selbstverständlich sofort nach seiner Kaffzeit geworden. Wenn ich mich nicht irre, war er auch mal Elternbeirat.

    Da muss man nicht mehr viel spinnen, um Zusammenhänge zu erkennen.

  • blauäugig

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    @aucheinehemaliger Inhaber vom Schriftforum ist er nicht und eine finanzielle Abhängigkeit von den Domspatzen erkenne ich auch nicht.

  • aucheinehemaliger

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    Der im letzten Kommentar eingestellte link wurde inzwischen geändert. Vorher waren auch noch Schriftforum im Gewerbepark Regensburg und Hartungsche Buchhandlung in Mainburg mitaufgeführt. Eine Stunde später, schwupps, weg sind sie…..
    Da hat es jemand aber sehr eilig gehabt!

  • Anna

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    Ich finde die Berichte zur derzeitigen Situation der Domspatzen unverschämt. Die jetzigen Domspatzen, so wie ich sie kenne, sind ein fröhlicher Haufen und mei hin und wieder gibt es von den Jungs Beschwerden über das Essen, aber ich hab noch nie was davon gehört das sie von den Präfekten schlecht behandelt wurden.
    Ich will jetzt auch niemanden zu nahe treten, aber Schläge von den Lehrern gab es damals, so wie ich es von meinen Eltern aus Erzählungen gehört hab und aus dem Geschichts Unterricht gelernt hab, auch an anderen Schulen. Dann haben halt die früheren Präfekten härter durch gegriffen, aber ich finde es eine Unverschämtheit die Arbeit an diesen Missbrauchsfällen öffentlich zu diskutieren und mit solchen Berichten den Domspatzen zu schaden!
    Regensburg ist ohne den Domspatzen kein richtiges Regensburg mehr! Ich Bitte allen Eltern die überlegen ihr Kind zu den Domspatzen zu schicken sich nicht von solchen Berichten abschrecken zu lassen! Es ist Vergangenheit! Bitte fragt die jetzigen Schüler wie sie es an ihre Schule finden und lasst euch nicht verschrecken!

  • blauäugig

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    @Anna: Was sind denn die Berichte zur derzeitigen Situation der Domspatzen, die Sie unverschämt finden? Außer, dass sie Nachwuchssorgen haben, habe ich da in den letzten Jahren nicht viel gelesen.
    Und ganz nebenbei kenne ich aus meiner Verwandtschaft und sonstigen Bekanntschaft einige ehemalige Domspatzen, die durchaus bestätigen, dass es zumindest Prügel und Ohrfeigen noch lange Zeit nach Ratzinger gegeben hat, zumindest auch noch vor 10 Jahren.

  • aucheinehemaliger

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    Kommentar gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Angelika Oetken

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    @Anna,

    was Vergangenheit ist und was aus der Vergangenheit nachwirkt oder sogar in die Gegenwart getragen wurde, ist nicht immer leicht festzustellen. Erst recht wenn es sich um Missbrauchskriminalität handelt, denn über die wird ja eben nicht so offen gesprochen, also hört man da auch selten was.

    Hier ein Bericht über den aktuellen Stand in Korntal, wo es um Missbrauch und Misshandlung in einem Kinderheim geht http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.missbrauchsskandal-korntal-zerstrittene-betroffene-suchen-strukturen.36358997-3d88-4628-8c47-348d25843095.html. Herr Weber war dort auf Einladung eines Ehemaligen dieser Einrichtung zu Gast.

    Ob Regensburg, Odenwaldschule, Korntal, Ettal, Jugendwerkhöfe: fast immer und überall ähnliche Abläufe. Die zeigen, dass die Aufklärung von institutionellem Missbrauch in die Hände einer unabhängigen Kommission, die unter staatlicher Aufsicht steht gehört.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Anna

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    @blauäugig
    Es versteht nur leider keiner das es auch die gegenwärtigen Domspatzen mit nimmt! Wir alle verstehen natürlich das sowas nicht sein durfte, aber muss man dafür eine Schule so sehr in den Dreck ziehen und zerstören die schon so lange Tradition hat und versucht noch das beste für die jetzige Generation raus zu holen? Die Domspatzen versuchen das beste und da sollte man jetzt nicht nur mit negativen Aspekten auf sie einwirken, sondern sie auch mal loben und positiv über sie schreiben.

  • HutzelWutzel

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    @Manfred:
    Sehe eher Bischof Rudi als Problem. Fuchs und Neck sind nur die Marionetten welche von einigen einstmals geschassten Herren im Domkapitel an Fäden rumgezogen werden. Fuchs ist kein Lic. can. = hat nichts zu sagen. Neck hatte so ich weiß mal eine Art „Kirchenführung unterstützendes Unternehmen“ und scheint damit aufgelaufen zu sein = hat ebenfalls nichts zu sagen, außer es wurde ihm aufgetragen.
    Der Bischof kennt die Schriften seines Herrn und als Sukzessiver noch viel mehr.

    @blauäugig: Wieso versuchen Sie immer Regensburg und die Oberpfalz gar so tolerant, weltoffen und kirchenunabhängig darzustellen? Hätten Sie mal lieber den Anderl (Dr. Andreas Angerstorfer) gefragt, als dieser noch unter uns weilte.

  • HutzelWutzel

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    „Ihr Sohn sei von 2008 bis 2013 bei den Domspatzen gewesen. Trotz einer Allergie und Bettlägrigkeit sei er von einem Präfekten zum Essen gezwungen worden. Als er nicht essen konnte, sei ihr Sohn zum Internatsdirektor beordert worden. Der habe ihm mitgeteilt habe, dass man ihn mit Freude von der Schule werfen würde. „Solche wie Dich brauchen wir hier nicht.“
    Mensch, so kenne ich diese Führenden gar nicht. Die müssen aber eine gewaltige Gehirnwäsche bekommen haben, oder in diverse Dinge verwickelt worden sein. Noch vor 20 Jahren waren diese Leute sehr, sehr umgänglich, als diese noch nicht in Domspatzenkreisen waren. Da brach nur einer aus der damaligen Clique aus, und setzte bei unpassendster Gelegenheit in Pfälzer Umgebung einen Minderjährigen über zwei Stunden auf einen Getränkeautomaten. Ging alles gut, denn es wurde …. geschwiegen! Muß mir noch eine Seite basteln, dann werde ich mehr davon berichten, was in den 90ern in Regensburger Kirchenkreisen so vonstatten ging.

  • Coffin Corner

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    „Es ist bezeichnend, dass nicht Schulleiter Berthold Wahl oder ein leitendes Mitglied der Domspatzenstiftung gekommen ist, sondern dass Eltern- und Schülervertreter geschickt wurden, um mit Probst, Sieber, Kaiser und dem Publikum zu diskutieren.“
    Wie sollte es anders sein: Mit einem aufgesetzten Maulkorb zu diskutieren, ist schwierig.
    Selbst bei diesen selektierten VertreterInnen hat man anscheinend nicht fein genug aussieben können.
    Immerhin wird zugegeben, daß es einen Maulkorb gibt und daß die Kirche sich nicht zu fein ist, hier mit repressiven Mitteln zu arbeiten.
    Ich dachte immer, Pressesprecher vertreten Fakten nach aussen, aber schaffen die Fakten nicht selbst.
    In Regensburg gelten da wohl andere Maßstäbe. (Es war mir aber in Limburg auch oft aufgefallen.)

  • Abyssus

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    Sehr geehrter Herr Aigner, sehr geehrtes Regensburg-digital-Team,

    Ich möchte mich bei Ihnen bedanken! Vielen ehemaligen Domspatzen (und, so ist zu hoffen, auch gegenwärtigen) ist in den letzten Wochen und Monaten eine Sache ganz klar bewusst geworden: es wurde enorm viel vertuscht und unter den Teppich gekehrt. Kein Wunder, dass viele Eltern zurecht einer etwaigen Idee, ihre Kinder in diese Einrichtung zu geben, den Rücken kehren, schon länger.
    Sie haben im Zusammenhang mit dem Aufkommen dieses Skandals, der jetzt offiziell seit den 40er Jahren schwelt, hervorragende Arbeit geleistet.

    Wenn z.B. den Herrn Ratzinger ein ehemaliger Domspatz im abgeschirmten Rahmen interviewt, was im Lichte der Ereignisse im höchsten Maße grotesk ist, dies jedoch aufgrund haarsträubender innerkirchlicher Mauscheleien wie so oft niemand „draußen“ erfährt, erst durch Sie, so ist dies ein Zeichen, dass Sie, im Gegensatz zu manch anderen lokalen Journalisten, eine wichtige und ganze Arbeit leisten, was für die meisten Ihrer Artikel gilt, auch abseits der Causa Domspatzen.

    Viele „Externe“, aber auch „Interne“ fragen sich z.Zt., wie es so weit kommen konnte. Und sie fragen sich, ob denn nun dort „alles ganz anders“ ist, wie Vertreter der Verantwortlichen und Schüler lauthals postulieren. Eines muss ganz klar gesagt werden: Gewalt und sexueller Missbrauch sind tatsächlich Dinge, die in „jüngster“ Vergangenheit, zumindest in der Reichsstraße wohl kein Thema mehr waren. Zumindest war vor 10 Jahren nichts dergleichen zu hören. Dass vieles nicht so ganz mit rechten Dingen zuging, steht auf einem anderen Blatt, und war den meisten sehr wohl bewusst.

    Was eine gewisse andere Einrichtung ein paar Kilometer außerhalb von Regensburg betrifft, da stellt sich die Sachlage ganz anders dar, wie Herr Rechtsanwalt Weber in seinem Zwischenbericht andeutete. Es bleibt zu hoffen, dass auch dieser Part der Geschichte der Domspatzen nicht unbeleuchtet bleibt, damit nachfolgende Generationen von diesem Mix aus „Kloster-feeling“ von Kindesbeinen an und mehr als eigenartigen Vorstellungen von Pädagogik verschont bleiben.

    Bei so manchen Kommentaren, nicht nur in diesen Gefilden, stehen vielen die Haare zu Berge: Gibt es tatsächlich so viele ehemalige Domspatzen, die „nichts wussten“ und von einer bspw. harmonischen Zeit sprechen, oder ist dies nur ein kleiner, nicht repräsentativer Teil, da viele auch heute dieser Einrichtung den Rücken kehren und auch keinerlei Ambitionen besitzen, daran etwas zu ändern? Können Menschen, selbst wenn sie jung sind, derart blind sein? Es gibt wohl wenige Einrichtungen, die in ihrem Inneren so stark polarisieren, zwischen Schule, Internat und Chor.

    War die Einrichtung der Domspatzen noch vor weniger als 10 Jahren derart rückständig in vielen Bereichen, dass man passend fast von einem „biblischen“ Ausmaß sprechen kann, so wirken die teilweise aggressiven Werbeversuche buchstäblich an den Haaren herbeigezogen und, für den geübten Betrachter, dilettantisch. Natürlich wäre es wünschenswert, wenn sich die Einrichtung an den Maßstäben der Zeit orientiert: Die Verantwortlichen werben mit Floskeln wie „Abenteurer? Forscher? Rockstar“ [aktuell zum Tag der offenen Tür], einem mehr als fragwürdigem Video im Regensburger Dom, und versprechen eine „altersgemäße charakterliche Förderung“, „zeitgemäße religiöse Erziehung“, und „vertrauensvolle und offene Zusammenarbeit mit Präfekten, Lehrern und Mitarbeitern“.
    Ehemalige, die dieses Haus vor 10 Jahren erlebt hatten, fragen sich zurecht, ob das tatsächlich ihre Schule war.
    Von „erfahrenen Pädagoginnen und Pädagogen“ ist auf der Homepage die Rede. Ein Sachverhalt, der schon rein formal nicht haltbar ist, bestand doch der Großteil der Präfekten zu dieser Zeit aus „Theologen“ und „Latein-/kath. Religion-Studenten“. Hochinteressant zu sehen, dass einige dieser Personen nach wie vor dort ihr Brot verdienen.

    Es bezweifelt wohl niemand ernsthaft, dass ein Theologiestudium nicht zur Ausübung eines pädagogischen Berufs qualifiziert, erst recht nicht nach ethischen und moralischen Werten unserer Gesellschaft, auch wenn die Kirche das ein wenig anders sieht. Von persönlicher Eignung ganz zu schweigen. Vor ein paar Jahren gab Herr Internatsdirektor Pfarrer Rainer S. ein kurzes Interview, in welchem er von „unsere modernen Erziehungsmethoden“ sprach. Es war dem Mann durch den Bildschirm hindurch anzusehen, wie unbehaglich ihm bei diesen Worten ist, und wie wenig er selbst damit anfangen kann.

    All die Modernisierungsversuche, die ganz besonders momentan groß nach außen getragen werden, waren vor 10 Jahren absolut undenkbar. Es glaubt wohl auch niemand an einen Zufall, dass der Versuch, sich der Zeit anzupassen, die Missbrauchsvorwürfe und die abnehmenden Anmeldezahlen zeitlich derart dicht zusammenfallen.

    Diese Korrelation ist so stark spürbar, dass den Domspatzen im eigenen Interesse zu wünschen ist, dass nicht nur an der Außenfassade gestrichen wird, sondern das tragende Gebäude darunter eine spürbare und im Interesse aller nachfolgenden Schüler nachhaltige Veränderung in Richtung des 21. Jahrhunderts erlebt, auch wenn einige diesbezüglich durchaus begründete Zweifel hegen. Dafür bedarf es nämlich weit mehr als Floskeln.

    Einen ganz erheblichen Vorteil bringt das aktuelle Dilemma dennoch mit sich: die Domspatzen werden es in Zukunft erheblich schwerer haben, sich derart elitär zu gebärden, die gymnasiale Schulordnung nach Gutdünken mit Füßen zu treten, und systematisch Schüler und Angestellte, die auch nur ein paar Zentimeter vom erwünschten, angepassten klerikal-devoten Durchschnitt abweichen, auf Teufel komm raus verbiegen zu wollen.

    „Was seht ihr aber den Splitter im Auge des anderen, und werdet nicht gewahr des Balkens in eurem Auge?“

    PS: Der kurze Ausschnitt im TVA mit der Domspatzen-Mutter wirkt in jeglicher Hinsicht glaubhaft. Ihr Sohn war laut TVA bis 2013 bei den Domspatzen. Einige haben wohl auch nach 2010 nichts dazugelernt, auch, wenn es gerne anders dargestellt bzw. relativiert wird.
    Da gab es so einige Schüler, die dort so einiges und ähnliches erlebt hatten! Auch heute noch. Da wird wohl noch einiges nachkommen, womit sich die Herren der Schöpfung auseinandersetzen müssen. „Du hast ein Leck-mich-am-Arsch-Gesicht in der Kirche…“ – wie war das doch gleich? Achja: „„zeitgemäße religiöse Erziehung“.

  • Madrax

    |

    @Anna
    Also ich kann nur bestätigen was du sagst. Ich bin selbst Domspatz und ich weiß nicht was da für ein Zeug wie es angeblich heute ist in die Welt getragen wird. Bei den Domspatzen hab ich es noch nie erlebt dass es Schläge bzw. etwas anderes gegeben hat. Ich finde es nur einfach schwachsinnig dass hier manche Leute Kommentare abgeben welche total von den Medien beeinflusst sind und keine Ahnung haben von dem wie es heute ist.

  • Angelika Oetken

    |

    „Es versteht nur leider keiner das es auch die gegenwärtigen Domspatzen mit nimmt! “

    @Anna,

    wie wäre es, wenn die Schüler, die aktuell bei den Domspatzen sind, in die Aufklärung und Aufarbeitung einbezogen werden? Das wäre gut in die Lehrpläne zu integrieren. Oder etwas für eine AG.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Horstl

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    Gute Güte – als EX-Pindler muss ich mir seit Jahren Sprüche zu meiner Intelligenz oder Käuflichkeit meines Abiturs anhören. Wen interessiert das, außer ein paar lokalen Kaffekränzchen, die meinen, das Renomee einer Schule sei wichtiger, als die eigentliche Leistung.

    Den vereehrten Eltern sei versichert, es interessiert niemanden das Image der Domspatzen im beruflichen Werdegang ihrer Sprößlinge – außer vll der katholischen Kirche.

    Deswegen, an alle „Denkt hier einer mal an die Kinder“-Schreier: Denkt an die Missbrauchsopfer, legt den Sumpf trocken und dankt dem lieben Gott,Buddah oder Cthulhu dass euer Nachwuchs nicht betroffen ist!

  • Lenzerl

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    Sehr geehrter Herr Aigner,
    erstmal vielen Dank für die Schilderung der Atmosphäre der Diskussion vom Wochenende. Daraus wird mir tatsächlich vieles deutlich, wie es um das aktuelle Klima und den Stand der Aufklärung bestellt ist.
    Ich finde es wirklich schade, dass sich die Leitung der Domspatzen offenbar nicht äußern darf. Das ist aus der Struktur der Veranstaltung und den Äußerung von Domkapellmeister Büchner ja wohl deutlich herauszulesen. Die Menschen sind hier wie immer weiter als die Institutionen …
    Was ich allerdings bedaure, ist, dass Sie in Ihrem Artikel die Kritik der einen Mutter derart in den Vordergrund stellen und dies auch zur Headline des Textes gemacht haben. Das ist zwar journalistisch nachvollziehbar, aber sicher nur eine Facette der Wirklichkeit. Versäumnisse und drastische Worte auf Seiten der Schule bei der Krankheit eines Schülers sind eine Sache, der man nachgehen muss. Aber leider habe ich in meiner mehrjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit in diversen Elternbeiräten immer wieder erfahren müssen, dass es leider immer wieder und immer mehr – und ich sage es jetzt direkt und nicht nett – „Querulanten-Eltern“ gibt, die im überhitzten Klima einer Debatte und mit überzogener Verherrlichung ihrer Kinder („Projektkinder“) sich an die vermeintliche Spitze einer Phalanx stellen, die so gar nicht existiert. Aber das sind Einzelpersonen, selbst wenn sie sich durch öffentliche Äußerungen etc. sehr wirksam darstellen. Man muss immer genau hinschauen! Die pragmatische Mehrheit von Eltern lebt und arbeitet anders. Und genau diese Reaktionen sind ja auch aus Ihrer anderen Berichterstattung herauszuhören. Ich bin jedoch sehr froh, dass z.B. über das Wittenbrinck-Stück die Aufarbeitung so oder so weiter geht und dass Sie immer wieder darüber berichten!!!

  • Haimo

    |

    Eines möchte ich hier ganz deutlich klarstellen .
    Als ich die Disskussion über Hr. Büchner und den
    Maulkorb vom Zaun brach , tat ich dies um einer zu
    erwartenden Kurzschlußredaktion des Bistums ent –
    gegenzuwirken und desseen Taktik zu beleuchten .
    Er ist wirklich der einzige und erste der mein Schreiben
    letztes Jahr ernst genommen hat und mir auf der menschlichen Schiene entgegenkam . Das ist für mich als Opfer immens wichtig .
    Als er plötzlich hinter mir auftauchte war ich erschrocken , da ich ja nicht wußte dass er da war .
    Vielleicht ist es möglich , das man statt sich zu zerfleischen , gemeinsam gegen die wahren Schuldigen und Vertuscher vorgeht . Vorschläge wurden schon genug gemacht . Ich sprach mit einigen Domspatzen aus dem jetzigen Jahrhundert und bin eigentlich optimistisch , dass da was zu machen ist .

  • Angelika Oetken

    |

    @Haimo,

    wo so viel Unrecht geschehen ist, unaufgeklärt und ungesühnt blieb, entstehen auf beiden Seiten gleichsam starke wie gegenläufige Emotionen. Das ist in Trennungsprozesse so wie auch aktuell beim Kampf der Duogynon-Opfer mit Bayer-Schering. Damit sich überhaupt so etwas wie eine Einigung entwickeln kann, muss unabhängig aufgeklärt werden, was in welchem Umfang geschehen ist. Und um eine externe Mediation bzw. Schlichtung kommen die Parteien sicherlich auch nicht herum. Ich habe den Eindruck, dass die Gruppe Derjenigen, die für ein sachlich-pragmatisches Vorgehen sind, sowohl innerhalb des Domspatzennetzwerkes, als auch auf Seiten der Opfer größer wird.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • HutzelWutzel

    |

    Danke der Redaktion für die Namensauflösung „Schinko“ und nicht „Wahl“.
    —-
    Hätte mir vom lieben Rainer schon mehr Offenheit und Ehrlichkeit, heißt eine Anwesenheit bei der Diskussion erwartet. Wenn man nicht darf, was man vom Gewissen her muß, sollte man als mittlerweile Dignitär schon in Betracht ziehen, seinem Gewissen zu folgen und abzudanken.
    Wenn nicht schadet es auch dem Bischof, denn diesen als die „graue Eminenz“ hinzustellen, paßt hier nicht. Eher kommt es aus Richtung von „Beppi & Schorschi“, aber die sind mittlerweile passend pensioniert und abgeschrieben.
    Also: Mehr Ehrlichkeit und Offenheit, oder es wird so lange in der Vergangenheit dieser hier duckmäuserischen Leute gegraben, bis man was findet.
    Man munkelt – einige Pfarrer sagen, ja schreiben es sogar offen – dass es bei jedem Dignitär bayerischer Diözesen was auszugraben/ zu finden gibt.

  • HutzelWutzel

    |

    Möge sich bitte auch niemand von den höheren geistlichen Herren zukünftig beschweren, wenn diese Praxis der „immerwährenden Vertuschung“ für die Zukunft sehr hart auf die gesamte Römische Kath. Kirche zurückfällt. Bin mittlerweile sehr gut im Simultanübersetzen und bringe die Dinge in alle missions-, missionierungsrelevanten Länder.
    Da kann Papa Franz so viele Heilige Pforten öffnen, dass aus der gesamten Welt ein Schweizer Käse würde. Diese „Sündenwaschanlagen“ werden den Verantwortlichen( Geistlichen hier nicht helfen.

  • Spätzchen

    |

    Kommentar gelöscht. Wenn Sie Behauptungen in den Raum stellen, die sich von uns nicht überprüfen lassen, dann liefern Sie uns bitte Belege.

  • Spätzchen

    |

    @Haimo, einer, der hier klar denkt! Danke

  • aucheinehemaliger

    |

    Sachlich pragmatisch zu bleiben fällt schwer, wenn man sich immer wieder verarscht vorkommt.

    Kommt dann wieder die Leier vom damals üblichen und dass man nur der Kirche und den Domspatzen schaden will kommt mir die Galle hoch.

    Wäre ich Udo Kaiser, Michael Sieber oder Alexander Probst, wäre ich Peter Hartung an die Gurgel gegangen für seine Provokation.

    Der Druck im Kessel muss noch deutlich höher werden!

  • Spätzchen

    |

    @Lenzerl, Bravo, ihr Kommentar ist absolut zutreffend

  • aucheinehemaliger

    |

    @madrax
    Es geht darum, wie es früher im Kaff zuging, welche Ausmaße der Skandal hat, wer daran beteiligt ist, wie lange es ging, usw. Es geht um schwerste Verbrechen, die in Etterzhausen, Pielenhofen und Regensburg begangen wurden bis hin zum Mordverdacht. Um die aktuellen Domspatzen geht es nur insofern, dass viele Ehemalige jetzt im Kaff arbeiten. (Kleines Beispiel: Chorleiter Karl-Heinz Liebl ist seit fast 40 Jahren beschäftigt, der kennt noch die “alten Zeiten“). Diese Leute könnten viel zur Aufklärung beitragen. Sie kennen die Strukturen, wissen um Abhängigkeiten, Verstrickungen, Hierarchien.
    Die tausendjährige Tradition, auf die das Kaff so überaus stolz ist, hat äußerst dunkle Flecken!!!

  • Spätzchen

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    Erneuter Versucht, die Unwahrheit einer angeblich betroffenen Mutter richtig zu stellen: die Betroffenen haben selber gekündigt.

  • Stefan Aigner

    |

    @Spätzchen Das hat die Mutter bei der Veranstaltung selbst gesagt. Ihre vorherige, von mir gelöschte Behauptung habe ich überprüft. Sie wahr belegbar gelogen.

  • HutzelWutzel

    |

    Ich muß doch noch mal, weil einfach interessieren muß wie es zu Jahrzehnte andauerndem Schweigen kam. ist nicht herauszubekommen und zu veröffentlichen welche Personen über diese relevanten Jahrzehnte bei den Domspatzen waren und welche davon nun in herausragenden Positionen der Oberpfalz sitzen?

    Mir scheint genau dies die Wurzel des Problems zu sein, da man Wissende immer schon mit guten Posten und einer herausragenden Karriere köderte, um Dinge nicht ausmisten zu müssen.

    Pardon, aber ich sehe Personen die sich nicht zu deren Mißbrauchsvergangenheit äußern können als höcht suspekt und psyschich derart beeinträchtigt an, dass man diesen bestimmte Ämter mit Einfluß keinesfalls anvertrauen oder diese länger in einflußreichen Ämtern belassen sollte.

  • Spätzchen

    |

    Kommentar gelöscht. Siehe oben.

  • HutzelWutzel

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    @Haimo:

    „Vielleicht ist es möglich , das man statt sich zu zerfleischen , gemeinsam gegen die wahren Schuldigen und Vertuscher vorgeht . Vorschläge wurden schon genug gemacht . Ich sprach mit einigen Domspatzen aus dem jetzigen Jahrhundert und bin eigentlich optimistisch , dass da was zu machen ist .“

    Optimistisch dürfen Sie ruhig sein, doch wollen Sie wirklich einen bereits abgetretenen Papst noch weiter „stürzen“?
    Aktuelle Domspatzen haben nichts zu sagen. Würden die was sagen, könnten die sich gleich eine andere Einrichtung suchen, vielleicht sogar zusammen mit deren Eltern eine weniger erzkonservativ katholisch beeinflußte – beeinträchtigte? – Gegend.

    Ich sah heute früh auf ZDFinfo eine schöne Dokufolge über Deutschlands Adel. OK, es gibt Leute die brauchen ein Leben lang Führung weil diese selbst nicht denken können oder dies nie gelernt haben. So sehe ich das Angebot der RKK als geistige Krücke für solche Leute, zu denen leider auch immer mehr Politikerinnen und Politiker zu zählen scheinen. Lasse mich aber nicht gerne von Leuten vertreten, die nicht selbst denken können, sondern für diese Zwecke ein jenseitiges besseres Leben benötigen.
    Gehts nach dem Hinduismus dürften alle diese Leute bestenfalls einmal als Mauerblümchen wiedergeboren werden, wobei ich nichts gegen Mauerblümchen habe.

  • Angelika Oetken

    |

    „Sachlich pragmatisch zu bleiben fällt schwer, wenn man sich immer wieder verarscht vorkommt.“

    @aucheinehemaliger,

    das kann ich sehr gut nachvollziehen. Was als „Verarschung“ aufgefasst werden kann, hat verschiedene Gründe, darunter Ignoranz, Verdrängen der eigenen Opferbiografie, Flucht nach vorne, Kalkül, schlechte Manieren, Dummheit. Angesichts der Einstellungen, die sich da offenbaren gelassen zu bleiben, jedenfalls nach außen hin, ist das, was man neudeutsch als „erhebliche Herausforderung“ bezeichnen würde. Es ist ein Grund mit, warum so viele Betroffene und Mitbetroffene schon resigniert haben. Um so wichtiger ist das Durchhalten. Der konsequente Blick auf das schon Erreichte. Und die Hoffnung.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    „ist nicht herauszubekommen und zu veröffentlichen welche Personen über diese relevanten Jahrzehnte bei den Domspatzen waren und welche davon nun in herausragenden Positionen der Oberpfalz sitzen?“

    @HutzelWutzel,

    ist es. Mittels der Jahrbücher. Es gibt Leute, die über die komplette Sammlung verfügen.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

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    „Es geht um schwerste Verbrechen, die in Etterzhausen, Pielenhofen und Regensburg begangen wurden bis hin zum Mordverdacht“

    @Aucheinehemaliger,

    Mord ist ein Kapitalverbrechen und verjährt nicht. Anders als Missbrauchskriminalität. Insofern bestünde an dieser Stelle berechtigte Hoffnung, dass sich endlich Behörden mit der ganzen Materie beschäftigen. Aber: darüber wie es in Deutschland um die Qualität der gesetzlich vorgeschriebenen Leichenschau steht, hier ein kurzer Artikel http://www.focus.de/panorama/welt/leichenschau-und-totenschein-wenn-aerzte-um-die-allerletzten-euros-schachern_id_4282575.html

    Und: auf die Besetzung von Gerichten und rechtsmedizinischen Instituten nimmt die Politik Einfluss. Deshalb werden wohl nur gut recherchierte Medienberichte dazu führen, dass den entsprechenden Verdachtsfällen konsequent nachgegangen wird, bzw. die entsprechenden Ermittlungen nicht behindert werden. Ein Vergleich der Namen der Schüler, die die Domspatzeneinrichtungen besucht haben, mit den Sterberegistern wäre ein erster wichtiger Schritt. Eine Bestandsaufnahme:

    – wie viele Todesfälle?
    – wie viele davon vorzeitig?
    – Todesursachen?
    – wer hat den Totenschein ausgestellt?

    usw.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    „War die Einrichtung der Domspatzen noch vor weniger als 10 Jahren derart rückständig in vielen Bereichen, dass man passend fast von einem „biblischen“ Ausmaß sprechen kann, so wirken die teilweise aggressiven Werbeversuche buchstäblich an den Haaren herbeigezogen und, für den geübten Betrachter, dilettantisch.“

    @Abyssus,

    ich kann mir vorstellen, was Sie meinen
    https://www.youtube.com/watch?v=DSCjVK8FW24. Die alberne Schwülstigkeit dieses kleinen Filmchens passt ja zu den Verantwortlichen. Wer mal auf einer Feier war, in der Dragqueens, auch als „Fummeltrinen“ bekannt für Stimmung sorgen, weiß, bei welchen Rollenklischees die sich bedienen. Zum Thema passt das hier http://www.schoenescheisse.de/fummeltrine/

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • wahon

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    Wie wär’s mit einem öffentlichen Benefizkonzert der Domspatzen zugunsten der Domspatzen-Opfer?

  • HutzelWutzel

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    @Angelika Oetken:

    Dann her damit! Ich lasse es gerne auch einen Datenschutzstreit ankommen, denn Datenschutz scheint in Bayern bei den datenschützenden Stellen sowieso ein Fremdwort zu sein.

  • HutzelWutzel

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    Lobeshymne auf den Regensburger Bischof. Also wirklich, dass sich der BR nicht zu schade ist, in der neuen Doku (Querner/ Wölfel) – lief gerade in EinsPlus – wieder mal den Bischof zu loben. Glaubt sowieso niemand mehr, aber der BR hat z.Zt. über 100 Mio. Euro Schulden. Vielleicht zahlt ja die Diözese was davon ab. ;-)
    Würde eben einfach mal die Papst-Lobhudeleien live aus Rom beenden, denn die Schulden sind scheinbar genau während R.s Amtszeit entstanden.

  • aucheinehemaliger

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    Kommentar gelöscht. Bitte verbreiten Sie keine Behauptungen, die Sie nicht auch belegen Können.

  • Angelika Oetken

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    „Dann her damit! Ich lasse es gerne auch einen Datenschutzstreit ankommen, denn Datenschutz scheint in Bayern bei den datenschützenden Stellen sowieso ein Fremdwort zu sein.“

    @HutzelWutzel,

    da lässt sich was machen. Haben Sie eine Idee, wie man am besten Einblick in die Sterberegister bekommt?

    VG
    Angelika Oetken

  • joey

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    Bei den Domspatzen gab es früher Mißbrauch und Gewalt. Die Kirche wollte das verschweigen und vertuschen. Wer bei Kirchen (und Gewerkschaften, bei der AWO und …) angestellt ist, hat einen Teil seiner Bürger- und Menschenrechte abgegeben.

    Soweit ist die Sachlage ohnehin allen historisch klar. Was auch immer ein Kardinal Müller oder seine Lakaien dazu sagen ist letztendlich egal.

    Die interessante(re) Frage wäre: wie ist die Situation bei den Domspatzen heute? Was sagen Schüler bei einer repräsentativen anonymen Umfrage, was sagen Eltern?

    Wer die große Anzahl von (z.B. asiatischen, nichtkatholischen) Touristen bei den Sonntagsmessen betrachtet, muß feststellen, daß die Domspatzen Kulturgut sind. Ob das einige links Verklemmte nun wahrhaben wollen oder nicht: der Markt bestätigt es. Denn die Touristen würden den Gesang wieder verlassen, wenn er nicht gut genug wäre.

    Die Domspatzen sind eine kleine Privatschule mit wenig Bedeutung für das „Bildungswesen“ insgesamt. Viel kritikwürdiger ist, daß es so viele kirchliche Kindergärten gibt, denen die Eltern faktisch nicht ausweichen können. Daß Gemeinden immer noch einen Träger brauchen, weil sie sonst deutlich weniger staatliche Zuteilungen kriegen. Ein Förderprogramm für Kirchen und AWO. Völlig überflüssig und in einem säkularen Staat kontraproduktiv.

  • Angelika Oetken

    |

    „Gute Güte – als EX-Pindler muss ich mir seit Jahren Sprüche zu meiner Intelligenz oder Käuflichkeit meines Abiturs anhören.“

    @Horstl,

    haben Sie eine Ahnung, was aus den 1er-Abiturienten, die das Domspatzengymnasium ja im überdurchschnittlichen Maß produziert geworden ist?

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • aucheinehemaliger

    |

  • aucheinehemaliger

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    @joey
    Kulturgut. Ja, und?

  • blauäugig

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    @aucheinehemaliger:
    Heute ist die erst vorgestern verlinkte Liste auf eine einzige verbliebene Adresse zusammengeschmolzen. Und die ist nicht die vom Wochenblatt „vermittelte“ Filiale in Neunburg v.W. – das waren Zeiten… http://www.buchmarkt.de/content/48300-peter-hartung-oeffnet-filiale-in-neunburg-vorm-wald.htm.
    Was ich ausdrücken möchte: obwohl er aus meiner Sicht wirtschaftlich unabhängig ist von den Domspatzen, spricht er sich gegen Aufklärung aus mit sehr seltsamen Argumenten. Damit tut er doch nicht einmal seinen Söhnen einen Gefallen.

  • aucheinehemaliger

    |

    @blauäugig

    http://www.boersenverein-bayern.de/de/bayern/Umsatz_Warengruppen/186336

    Schulbücher liegen auf Platz 4 des Umsatzes. Für einen kleinen Buchhändler ist es sicher nicht schlecht, einen guten Draht zu einer Schule zu haben. Zumal Buchhandel in den letzten Jahren ein hartes Geschäft geworden ist. Die Umsätze sind teilweise stark eingebrochen, e-books in der Belletristik, das Internet als Informationsmedium, dazu amazon und andere. Speziell in Regensburg “der Pustet“, Marktführer in der Region. Einigermaßen stabil geblieben sind Schulbücher.
    Findet man alles hier:
    https://www.google.de/url?sa=t&source=web&rct=j&url=http://www.boersenverein.de/&ved=0ahUKEwirnrXP1bPLAhWBdw8KHVSVCw4QFgg6MAI&usg=AFQjCNEYTztPmMLvPKM9zx3Q0_6eDr88DQ

    Natürlich beweist das noch nicht, dass Peter Hartung Geschäftsbeziehungen zu den Regensburger Domspatzen hat oder hatte.

    Die verlinkte Adresse war übrigens bereits nach einer Stunde geändert.

  • blauäugig

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    Wegen der verlinkten Adresse hatte ich Ihren Hinweis tatsächlich überlesen. Dass der Buchhandel ein hartes Geschäft ist, sieht man ja auch, was aus Hartungs Filialen im Köwe-Center, in Nittendorf (da gibt es immerhin noch die Facebook-Seite), Burglengenfeld, etc. geworden ist.

  • menschenskind

    |

    joey schreibt: „Viel kritikwürdiger ist, daß es so viele kirchliche Kindergärten gibt, denen die Eltern faktisch nicht ausweichen können.“

    Richtig, ein durchwegs beklagenswerter Zustand.
    Eine nahe Verwandte, wohnhaft in einer ostbayerischen Kleinstadt, durfte erfahren, wie das ist, wenn man in einem solchen kirchlichen (katholischen) Kindergarten sein nicht getauftes (!) Kind versucht unterzubringen. Die allgemeine Hänselei, die schiefe Blicke, Tuscheleien und (zumeist von Elternseite her) offen bzw. laut geäußerte Beschimpfungen wie die vom „Heidenkind“, „Judenkind“, ja, „Teufelsbalg“, mit einbezog, steigerte sich fast bis zur Pogromstimmung. Kirchliche (katholische) Kindergärten sind jedenfalls keine Orte, an denen Toleranz vorgelebt oder vermittelt wird. Vielmehr gefragt sind dort Duckmäusertum und Bereitschaft zur Anpassung („Mir han hier in Bayern und han kaddolisch, merkans Eahne des endli’…“).

    joey ferner: „Wer bei Kirchen (und Gewerkschaften, bei der AWO und …) angestellt ist, hat einen Teil seiner Bürger- und Menschenrechte abgegeben.“

    … und wer sich als aus der (ev. oder kath.) Kirche Ausgetretener bei etwa den Maltesern in Bayern als Rettungsfahrer oder Pfleger bewirbt, hat keine Chance auf Anstellung.

    Die katholische Kirche betreibt nichts anderes als Ausgrenzung, Diskriminierung und Vergiftung des zwischenmenschlichen Klimas, bei uns hier, in Bayern.

    joey zum dritten: „Wer die große Anzahl von (z.B. asiatischen, nichtkatholischen) Touristen bei den Sonntagsmessen betrachtet, muß feststellen, daß die Domspatzen Kulturgut sind.“

    Korrekt. Vergleichbar sind sie lediglich mit den Leipziger Thomanern.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Thomanerchor

    In der NS-Geschichte scheint es bei denen ja ähnlich wie bei den Domspatzen zugegangen zu sein:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Thomanerchor#Zeit_des_Nationalsozialismus

    Aber von Missbrauch bei den Thomanern liest man eher selten, wenngleich Kritik auch hier nicht ausbleibt:
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-62603855.html

    @joey
    Danke für die wertvollen Anregungen!

  • Lothgaßler

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    @joey und menschenskind:
    Zumeist finden sich kirchliche Träger, einfach weil diese fast flächendeckend vor Ort vertreten sind und ggf. auch noch über Gebäude, Erfahrung oder Tradition verfügen. Die Politik sieht diese kirchliche Trägerschaft deshalb nicht ungern, weil sie sich dann nicht mehr viel um diese kirchlich getragenen Einrichtungen scheren muss (organisieren, Personal einstellen usw.). Hinzu kommt, dass soziale Dienste (Betreuung jeglicher Art) auch ein Geschäft sind, wenn auch mitunter nur rentabel unter bestimmten Bedingungen. Bisher galt zudem, dass die Mehrheit in irgend einer Form einer Kirche zugehörig war, das ändert sich aber gerade. Die Sonderrechte der Kirche im Umgang mit nicht pastoralem Personal sorgen immer wieder für Ärger, aber leider werden diese überholten Sonderrechte nicht beschnitten.
    Wer sich Sorgen um die Knirpse macht, der darf auch ruhig an die Senioren denken, denen gehts keinen Deut besser.

  • Anna

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    @aucheinehemaliger
    Können Sie mich bitte aufklären wie sie auf Mordverdacht bei den Regensburger Domspatzen kommen? Den Domspatzen, die ich persönlich kenne, sowie mir ist davon nix bekannt. Ich habe auch von so einem Verdacht noch nie in einem Bericht gelesen.

    Was mir bei der Sache mit der Mutter sehr unglaubwürdig erscheint, ist die Tatsache dass der Junge nicht selber darüber redet. Ich bin der Meinung, wenn so etwas in die Öffentlichkeit gesetzt wird, sollte das Opfer selber sprechen, denn es könnte ja sein dass die Mutter die Geschichte dramatisiert.

  • aucheinehemaliger

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    Kommentar gelöscht. Hier werden nicht die Werdegänge von und Vermutungen über einzelne Domspatzen unter voller Namensnennung diskutiert. Es gibt Persönlichkeitsrechte.

  • joey

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    @Menschenskind
    gerne:)

  • Angelika Oetken

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    Kommentar gelöscht. Hier werden nicht die Werdegänge von und Vermutungen über einzelne Domspatzen unter voller Namensnennung diskutiert. Es gibt Persönlichkeitsrechte.

  • aucheinehemaliger

    |

    Ein paar neureiche Chinesen schauen sich auf ihrer Europatournee also sonntags gerne mal entzückt die “Domspassen“ an. Und die gibt es auch schon ganz ganz lange. Das sind natürlich schon echt starke Argumente. Da sollte man echt mal drüber nachdenken, bevor man Fakten auf den Tisch legt. Oder?

  • Angelika Oetken

    |

    @Anna,

    oben heißt es, dass der Junge, um den es geht bis 2013 bei den Domspatzen war. Dann dürfte er vermutlich noch im Teenageralter sein. Wir können also nicht erwarten, dass er sich dann selbst zu so einer Sache zu Wort meldet, zumal er laut Aussage seiner Mutter ziemlich schlecht behandelt und in seiner Person vom Schulpersonal abgewertet wurde.

    Übrigens: wie steht denn die zuständige Schulaufsicht zum Domspatzengymnasium?

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • aucheinehemaliger

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    Kann mal bitte jemand Anna erklären, über welche Dimensionen wir hier reden.

  • HutzelWutzel

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    @Lothgaßler:

    Danke für die deutliche Darlegung!
    Kommt noch dazu, dass sich die Damen und Herren Abgeordnete vielfach – Stoiberbild mit Papst – von den Kirchen in Ämter bringen und auch deren Kinder hofieren (Hochzeit eines Töchterlein des früheren BAMF-Präsidenten zelebriert durch GLM) liessen.
    Mit der Missionsbewegung zusammen ein Unding, was beendet gehört.
    Sicher deshalb auch die Abneigung gegen Flüchtlinge muslimischen Glaubens, denn ändern sich hier die Mehrheitsverhältnisse gegen nicht nur der Kirche sondern auch deren Pfründe verloren.
    Müßte mich irren, wenn nicht genau dies für die weitere demokratische Fortexistenz Deutschlands beabsichtigt ist.
    Es gibt da Leute und Organisationen die mögen jedwede Art von Adel und Monarchismus, aber nur als historisches Faktum. Keinesfalls wieder einmal real existent. ;-) Müßte doch sonst eine Franz. Revolution 2.0 folgen, und dies will doch wirklich niemand.

  • Madrax

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    Kommentar gelöscht. Bitte keine Behauptungen, für die Sie keine Belege liefern.

  • aucheinehemaliger

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    Ich würde keinen namentlich nennen, wenn er nicht behaupten würde, dass er sich mit seinen Klassenkameraden einig sei, es hätte keine größeren Mißhandlungen gegeben, höchstens Watschen für die, die frech waren. In seiner Position und als alter Spezi und Bewunderer des Cheefs ist er höchst unglaubwürdig. So zu tun, als seien andere auch seiner Ansicht, ist eine Frechheit und zumindest was mich betrifft glatt gelogen. Vielmehr herrschte das von RA Weber beschriebene Angstklima.

  • Fritz

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    Heute abend um 21 Uhr im Andreasstadel
    Bin ja gespannt ob da auch jemand kommt.

    Es ist besser einen Pfarrer in der Familie zu haben als einen Arzt, heißt es auf dem mexikanischen Land. Deshalb sind die Eltern des 13-jährigen Julian mächtig stolz, als ihr Sohn in das altehrwürdige Priesterseminar des charismatischen Padre Angel de la Cruz aufgenommen wird. Der Padre predigt harte Disziplin und körperliche Askese. In Wahrheit aber stellt er seinen Zöglingen lüstern nach. Eines Tages lässt er Julian in sein palastartiges Privathaus bringen, erklärt ihn zu seinem Protegé und tauft ihn in Sacramento um. Nun wolle er ihn den „unbedingten Gehorsam“ lehren und den Weg zur Erleuchtung weisen, erklärt er dem Jungen. Für Julian beginnt ein Martyrium.
    Die Figur des Angel de la Cruz beruht auf Marcial Maciel, dem berüchtigten Gründer der „Legionäre Christi“, der 2009 in Mexiko des langjährigen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde. Der mexikanische Schauspielstar Juan Manuel Bernal spielt ihn als einen von Dämonen zerfressenen Mann, der seine Pädophilie hinter spirituellem Kitsch verbirgt. Indem Regisseur Luis Urquiza seine Geschichte aus der Perspektive eines Opfers erzählt, gelingt ihm ein bemerkenswert vielschichtiger Film über Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche.

    AM 10. MÄRZ 2016 · 21.00 UHR:
    http://WWW.KINOS-IM-ANDREASSTADEL.DE

    Adresse:
    Wintergarten
    Andreasstraße 28

    http://www.gay-filmnacht.de/regensburg

  • MiReg

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    @aucheinehemaliger:
    Sie schreiben: „Es geht um schwerste Verbrechen, die in Etterzhausen, Pielenhofen und Regensburg begangen wurden bis hin zum Mordverdacht“.

    Raus mit der Sprache: Wurde der „Mordverdacht“ bei der Polizei angezeigt? Wird oder wurde er strafrechtlich verfolgt? Oder ist er nur ein Marshmallow, ein Schaumschlägerprodukt, um sich wichtig zu machen?

    Da der Vorwurf der heftigstmögliche ist, muss er sofort strafrechtlich verfolgt werden, sofern nicht schon geschehen oder am Laufen.

  • Haimo

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    @aucheinehemaliger:
    Sie schreiben: „Es geht um schwerste Verbrechen, die in Etterzhausen, Pielenhofen und Regensburg begangen wurden bis hin zum Mordverdacht “ .

    Ich habe nur vom Mordfall Baumer in der Presse gehört .
    Meines Wissens besteht kein Zusammenhang zwischen RKK Personal und Mörder . Obwohl denen ja alles zuzutrauen wäre . Doch denke ich , es ist hilfreich für die Opfer der RKK wenn Sachlichkeit und nicht Gerüchte die Diskussion bestimmen . Wir ehemaligen Domspatzen haben es bestimmt nicht nötig irgend etwas zu erfinden oder auf Gerüchte zu setzen . Genauso wie wir uns hüten würden unsere damaligen Peiniger zu schützen . Natürlich mußte damals in der Presse eine auch in diesem Blog sehr bekannte Schreiberin ihren Senf dazugeben und jetzt bestimmen Gerüchte das Gespräch . Ich spreche von dem Blogeintrag am 23.01. in der Taz :
    Im Umfeld der Domspatzen gab es mehrere „plötzliche“ bzw. „eigenartige“ Todesfälle. Sowie einen Mord , der bisher unaufgeklärt blieb. Bei dem Hauptverdächtigen handelt es sich um einen jungen Mann, Krankenpfleger von Beruf, Ehemaliger Domspatz. Er soll seine Verlobte, Maria Baumer vor knapp vier Jahren umgebracht haben. Außerdem wurde gegen ihn wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt und weil er einer seiner PatientInnen unberechtigt Betäubungsmittel verabreicht haben soll http://www.sueddeuts…obten-1.2164254 http://www.sueddeuts…-haft-1.1992550

  • aucheinehemaliger

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    Kommentar gelöscht. Ich habe jetzt schon mehrfach darauf hingewiesen, dass hier nicht Gerüchte über Personen verbreitet werden sollen. Im Übrigen werden Ihre Vermutungen von der Staatsanwaltschaft klar zurückgewiesen.

  • blauäugig

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    „Natürlich mußte damals in der Presse eine auch in diesem Blog sehr bekannte Schreiberin ihren Senf dazugeben und jetzt bestimmen Gerüchte das Gespräch“
    Sehr gut formuliert – dieser Frau geht es nicht um die anderen Opfer und nicht um Aufklärung, vielmehr darum, zusätzlich zu den schlimmen Fakten Gerüchte in die Welt zu setzen und penetrant weiterzuverbreiten. Die Motivation ist nach meiner Überzeugung Rache, weil sie ihre eigene Vergangenheit noch nicht bewältigen konnte.

  • aucheinehemaliger

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    Ein Verdacht ist noch keine Behauptung. Egal, der Misthaufen ist auch so groß genug.

  • aucheinehemaliger

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    Wenn ich jetzt freiwillig zehn Seiten Lateinvokabeln abschreibe, fällt die Strafprobe dann aus?

  • Toribio

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    @ Manfred, 7. März 2016 um 10:42
    Mit Ihrer geäußerten Meinung gehe ich vollkommen solidarisch.
    Langsam muss man sich ja direkt schämen, dieser Diözese unter dem aus meiner Sicht als Bischof unfähigen und unwürdigen Herrn Voderholzer mit Pressesprecher und Generalvikar, als gläubiger Christ anzugehören.
    Bitte entschuldigen Sie, wenn da Bilder der mittelalterlichen Inquisition in mir hochkommen.
    Wir gläubigen Christen sollten hier solidarisch handeln und den Erzbischof Kardinal Marx als Chef dieser Suffragan-Diözese Regensburg und des Erzbistums München-Freising sowie den Papst Franziskus als oberste RKK-Instanz bitten, diese Leute mangels Eignung aus ihren Ämtern dieser RKK-Institution zu entlassen.
    Die daran Beteiligten sollten auch dadurch ihren Willen kund tun, dass sie bei Nichttätigkeit der obersten RKK-Führungsinstanzen ihren Austritt aus der RKK verbindlich ankündigen.
    Ich fürchte aber fast, dass auch eine derartige verzweifelte Maßnahme der Gläubigen in dieser Institution eher nur mit einem Achselzucken und mit Negierung beantwortet würde.
    Daran wäre dann auch deutlichst zu erkennen, welchen Stellenwert man den zahlenden gläubigen Christen der RKK-Basis seitens des RKK-Establishments einräumt.
    Wer Menschen nicht anerkennt und respektiert, muss von diesen auch nicht zwangsgefördert werden.
    Seinen „Christlichen Glauben“ kann jeder nämlich auch ohne Bestätigung durch die RKK und ohne Vermittlerrolle des Finanz- und Machtimperiums RKK, im Einklang und Dualität mit dem „Dreifaltigen Gott“ leben.
    Wir „Gläubigen Christen sollten uns auf keinem Fall dem Diktat und einer Zwangsgehirnwäsche dem RKK-Imperium unterordnen lassen.

  • Angelika Oetken

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    @Haimo und @blauäugig,

    ich bin in der glücklichen Lage unter Verwendung meines Klarnamens kommentieren zu dürfen. Und habe deshalb nichts dagegen, wenn Sie mich direkt ansprechen, sofern Sie etwas an meinen Beiträgen auszusetzen haben. Auch die Administration dieses Forums wird das vermutlich mittragen können.

    Zu dem was ich in der taz eingestellt habe: es hat leider ernste Hintergründe. Die Rate an vorzeitigen Todesfällen ist unter den 50er-, 60-er und 70er-Geburtsjahrgängen, die die Domspatzeneinrichtungen besucht haben erhöht. Auch bei Denjenigen, die für die Domspatzen gearbeitet haben, gibt es einige vorzeitige Todesfälle. So etwas gehört untersucht.

    Zum Fall Maria Baumer: ob und wenn ja in welcher Form Domspatzenangehörige mittelbar oder unmittelbar für den Tod der jungen Frau verantwortlich sind, ist ebenfalls eine Angelegenheit, die aufgeklärt werden muss. Wie ist denn der derzeitige Stand der Ermittlungen?

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Mathilde Vietze

    |

    Ich kann echt nicht nachvollziehen, weshalb Voderholzer
    einem integeren Mann wie Roland Büchner einen Maul-
    korb verpaßt hat. Damit erweckt er doch nur wieder Spe-
    kulationen, daß etwas zu verbergen sei. Diese Entschei-
    dung Voderholzers ist nicht nur unklug, sie dient nicht
    dem Wohl und Ansehen der Kirche.

  • Katharina die Große

    |

    @Anna: Ihre Äußerungen im Umgang mit schwerem sexuellen Missbrauch und Körperverletzung sind fahrlässig. Ich würde gerne wissen , wie Sie sich verhalten würden, wenn Ihr Sohn betroffen gewesen wäre? Solange noch ein Opfer lebt, steht niemandem zu, zu sagen: „Es ist genug.“ Lediglich den Opfern steht das zu!

  • Toribio

    |

    @Coffin Corner

    Hallo Teresa,
    habe Sie schon länger in so manchem Ihrer dominierten Stamm-Blogs vermisst.
    Ich sehe, Sie haben sich neu orientiert oder vielleicht müssen?
    Ich gebe hier Niemanden, jedenfalls gar nicht den liberalen Katholiken.
    Zum liberalen Katholiken möchte ich Ihnen antworten, dass mir der Katholizismus längst fremd und unangenehm widerlich geworden ist.
    Die Gemeinschaft der wirklich gläubigen Christinnen und Christen unter den Katholiken haben meinen uneingeschränkten Respekt und ich fühle mich ihnen auch zugetan und auch ein wenig verbunden, solange dort nicht die Werte des Katholizismus der RKK das Sagen haben.
    Die Amtskirche und viele ihrer Mitarbeiter halte ich für eine diktatorische, bevormundende, anmaßende, lieblose und ausbeuterische kirchliche Ideologie- und Herrschaftsform mit allen kapitalistischen Eigenschaften, die ihr wahres Gesicht in den vergangenen 20 Jahrhunderten zur Genüge und in übelster Form im Umgang mit Menschen gezeigt hat und aus meiner Sicht kaum noch etwas mit dem „Christlichen Glauben“ zu tun hat.
    Gerne unterwerfe ich mich dem Willen des Dreifaltigen Gottes, jedoch nicht mehr dem der Institution RKK/ DKK und ihren ach so fehlbaren und aus meiner Sicht überwiegend nur eigennützigen, von unseren Kirchensteuern finanzierten dahinschwelgenden Klerikern.

    !!!!!!! Alles nach dem Motto. Wasser predigen und Wein saufen !!!!!!

    Dass ich noch nicht ausgetreten bin hat persönlich private Gründe.
    Wenn Sie mich wirklich so gut kennen, wie Sie schreiben, dann müssten Sie das alles auch wissen.
    Ich bin, so sehe ich mich wenigstens, ein gläubiger Christ, der die Nähe zu Gott im Gebet und ohne dem aus meiner Sicht Finanz- und Machtimperium RKK sucht und sein Leben so einzurichten versucht, dass er Niemandem etwas Böses tut.
    Die Annahme, die Kontaktbereitschaft und die Bewertung überlasse ich dabei dem „Dreifaltigen Gott“ und hoffe im Gebet auf seine Gnade, wobei ich gerne auch die Hilfe der Hl. Mutter des Sohnes Gottes, Maria, der Engel und Heiligen und aller anderen himmlischen Helfer dankend im Sinne meiner Nähe zu Gott annehme.

  • Coffin Corner

    |

    @Mathilde Vietze
    Ich kann das gut nachvollziehen: Er ist Bischof und würde sich vermutlich von seinesgleichen fragen lassen müssen, warum er keinen Maulkorb verhängt hat.
    Da würde er doch die Amtsautorität untergraben.
    Ich warne vor der Annahme, der Mann sei irgendwie liberal oder auch nur den Menschen zugetan.
    Wie lautet das erste Gebot ?
    „Du sollst keinen anderen Gott neben mir haben“. (!)
    Er hat nur ein Ziel: Die Domspatzen zu retten. (Ihr Vorhandensein, damit sie weiter im Dom singen und nicht ihr Wohlbefinden oder gar ihre glückliche Kindheit oder Jugend). Das kann auch kosten was es will, solange das Geld nicht den Opfern zu Gute kommt.

  • Coffin Corner

    |

    @Toribio
    Immerhin haben Sie seinerzeit alle Energie daran gesetzt, jemanden, der sich selbst als in „in einer kirchlichen Gemeinschaft Jahrelang missbraucht“ bezeichnete, und darüber auch ein buch veröffentlichte, unglaubwürdig zu machen. Da glaubten Sie, es besser zu wissen als das Opfer persönlich.
    Und hier kommen sie daher, als seien sie der Anwalt aller Missbrauchsopfer.
    Sorry, aber ich nehme ihnen das nicht ab.

  • Coffin Corner

    |

    @Bluebardy

    Interessant ist doch, daß die Stelle auf 2 Jahre befristet ist:
    Glaubt man, dann mit den aktuelle Fällen durch zu sein ?
    Und die Prävention: Hofft man, daß man in 2 Jahren keine mehr benötigt?

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Coffin Corner: Natürlich ist Voderholzer kein Liberaler, er ist auch
    kein Wertkonservativer, sondern ein knallharter Reaktionär, im freund-
    lichen Mäntelchen verpackt. Und – er hätte seine Amtsautorität keines-
    falls untergraben, wenn er Büchner keinen Maulkorb verpaßt hätte.
    Ganz im Gegenteil: Dann hätten die Leute gesagt „dem geht es echt
    um Aufklärung und um das Ansehen der Kirche und der Domspatzen.“
    So aber hat er mit seinem unklugen Handeln allen Spekulationen Tür
    und Tor geöffnet und seiner Kirche keinen guten Dienst erwiesen.
    Er hat sich höchstens bei GLM Meriten verdient.

  • Coffin Corner

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    Karriereristen dürfte es laut Amtsverständnis im Klerus der RKK gar nicht geben:
    Aber da denken auch viele anders.

  • Toribio

    |

    @Coffin Corner

    Meine Kritik hat sich noch nie gegen Betroffene gerichtet, solange sie sich wirklich wie gequälte Menschen in seelischer Aufarbeitungsnot benommen haben und nicht nur gnadenlos gegen ihre Peiniger und deren verharmlosende Institution ausgeteilt haben.
    Nennt sich im hath. Glauben ebenfalls christliche Nächstenliebe!!
    Die Regensburger Betroffenen haben meine uneingeschränkte Anteilnahme, weil sie trotz ihrer dort erfahrenen Tragik, soweit mir bekannt, immer sachlich fair, demütig, nicht Ich-bezogen und auch nicht in aggressiv anklagender und streitbarer Absicht aufgetreten sind.
    Ihr Ziel war und ist auch heute noch Aufklärung der Tatsachen und Geschehnisse sowie die Anerkennung ihrer erlittenen Qualen durch martialische Züchtigungsmethoden sowie sexuell pädophiler Vergehen von Vertreter der Diözese und der RKK, die ihren Erziehungsauftrag in sträflicher und schäbiger Art und Weise missbraucht haben.
    Im Aufklärungsverhalten dieser Regensburger Betroffenen sehe ich weder austeilende Hasstriaden, unsachliche Argumentation, egozentrische Aggression noch Defizite in der eigenen Aufarbeitung ihrer persönlichen Missbrauchsschicksale.
    Leider haben hier m. E. aber die RKK/ DKK, die Diözese Regensburg unter Leitung des Herrn Voderholzer, der Klerus und die kath. Religion aus meiner Sicht ausgeprägt situations- und religionsfremd versagt.
    Hier in der Diözese Regensburg haben sich die Vertreter der Institution RKK aus meiner Sicht durch ihr penetrantes Verharmlosen, Aussitzen sowie ein unfaires Menschen verachtendes Verhalten bei der Aufarbeitung dieses unappetitlichen, sadistischen und auch noch penetrant geleugneten Missbrauchs durch seelische Gewalt, angewandt durch Kleriker, sog. Erzieher, weder menschlich noch religiös adäquat verhalten und auch schuldig gemacht.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mit Ihrer eigenen Situation endlich klar kommen würden.
    Ich würde es Ihnen von Herzen wünschen.
    Von Ihrem Buch habe ich leider noch nichts gehört.
    Titel und Verlag würden mich sehr interessieren.
    Ihnen alles Gute für Ihre Zukunft und viel Gesundheit.

  • Stefan Aigner

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    @Mathilde Vietze & andere

    Ein dezenter Hinweis: Roland Büchner hat vom Jahr 2010 gesprochen. Damals war G.L. Müller Bischof. Der Maulkorb stammt von ihm.

  • Angelika Oetken

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    „http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/Bistum-Regensburg-sucht-Missbrauchs-Manager-;art1172,357308“

    Laut Stellenprofil soll dieser „Missbrauchsmanager“ sämtliche Fälle bearbeiten, ggf. Zahlungen abwickeln und sich auch noch um die „überdiözesanen“ Forschungsvorhaben kümmern. Dazu dürfte die ziemlich komplex konzipierte Zweitauflage der Missbrauchsstudie, die die DBK in Auftrag gegeben hat zählen.

    Hört sich nach einer Menge Arbeit an, die eine Person allein angesichts der Dimension des Ganzen und dem besonders herausfordernden Arbeitsfeld gar nicht wird leisten können.

    Übrigens: Weiß jemand zufällig, was da gerade in Bezug auf das Mannheimer Institut und die „MHG-Studie“ konkret läuft https://www.zi-mannheim.de/forschung/forschungsverbuende/mhg-studie-sexueller-missbrauch.html ?

  • Coffin Corner

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    @Toribio
    Selbstverständlich wissen Sie, von welchem Buch die Rede ist:
    Nicht mehr Ich: Die wahre Geschichte einer jungen Ordensfrau von Doris Wagner

  • Katharina die Große

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    @ Toribio: Wieso müssen sich die Opfer bei der Aufarbeitung demütig verhalten? Sie stellen dies als lobenswert heraus. Die Opfer haben jedes Recht, nicht mehr demütig zu sein, nicht noch ein zweites Mal….

  • Angelika Oetken

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    Das Opfern als kultische Handlung mit sozial stabilisierenden Effekten ist ein ganz zentraler Punkt, wenn man nachvollziehen will, warum sich unsere Gesellschaft insgesamt mit dem Missbrauchsthema so schwer tut. Es handelt sich um eine vielschichtige Angelegenheit. Meiner Ansicht nach lassen sich aber Kernaussagen formulieren – bezogen auf die sexuelle Ausbeutung von Kindern und den Umgang mit erwachsenen Betroffenen.

    1. indem wir das Phänomen „Missbrauch“ kollektiv ignorieren, verschaffen wir uns ein Gefühl der Sicherheit und folgen wichtigen mentalen Übereinkünften, z.B. dass Kinder in ihren Familien behütet aufwachsen, Mütter/Frauen fürsorglich und friedlich sind, Kirchen für das „Gute“ stehen, man den Menschen im eigenen Umfeld vertrauen kann usw.

    2. unsere Gesellschaft trennt sexuelle Ausbeutung und Gewalt vom Themenfeld „Sexualität“ ab. Nach außen und innen wird an gewissen Mythen festgehalten, als da wären: „Sex ist die schönste Nebensache der Welt“, „Sexuelle Aktivitäten zwischen Menschen sind eine Form von Liebe“, „Sex gelingt, wenn nur genügend Liebe vorhanden ist“, „Sex und Aggression sind voneinander getrennt“. Dies bildet die Basis für ganz wichtige Gefühle: „dem Anderen vertrauen können“, „davon ausgehen, dass der Partner, die Partnerin mich mag, bzw. liebt“, „Hoffnung darauf, dass Liebe erfahren bzw. erwidert wird“…

    3. die Realitäten, die ja über das Missbrauchsphänomen sichtbar werden, stehen aber in einem mitunter krassen Gegensatz zu den Kollektivannahmen über „die Liebe“ und „den Sex“. Durch Berichte über Missbrauch an Kindern oder wenn wir mit Missbrauchsopfern in Kontakt kommen, werden diese Annahmen und Übereinkünfte in Frage gestellt. Es ergeben sich Gedanken wie: „war das, was ich erlebt habe Missbrauch“?, „kann ich meinem Partner, meiner Partnerin vertrauen?“, „wenn ich Täter und Täterinnen an keinen bestimmten Merkmalen erkennen kann, dann könnten ja die Menschen in meinem nächsten Umfeld welche sein“, oder ganz banal: „was macht mein Partner, Kollege, Nachbar, der Lehrer meiner Kinder, unser Pfarrer eigentlich, wenn er mit meinen Kindern allein ist“…

    4. damit wir mit dieser Diskrepanz zwischen unserem kollektiven Selbstbild und Selbstverständnis und den Realitäten nicht zu häufig konfrontiert werden, haben wir eine bestimmte Sicht auf Opfer und Täter und wie diese beiden Gruppen zu sein haben und sich verhalten müssen entwickelt. Dazu gehört besonders, dass das Opfer, als ein Mensch, der von uns allen bildlich gesprochen schon getötet und entsorgt worden ist, sich nicht als solches offenbart. Und wenn er das tut, demütig darum bittet, wieder in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Täter und Mittäter wiederum lassen wir insgesamt unbehelligt. Sie gelten als stark und wir fürchten die Auseinandersetzung mit ihnen. Deshalb erwarten wir von den Opfern, Menschen die wir als schwach, defizitär und unwert betrachten, dass sie den Tätern und Verantwortlichen verzeihen. Tun sie das nicht, werden sie ausgegrenzt oder sogar real umgebracht. So halten wir unsere Gesellschaft stabil. Viele Kulturen folgen solchen Mustern seit sehr langer Zeit.

    Kurzum: wir als Gesellschaft von Menschen haben lange Zeit missbrauchte Mitmenschen im Stich gelassen, häufig sogar bekämpft, um an Vorannahmen festhalten zu können, die für unser Wohlbefinden sorgen. Diese Paradigmen schenken uns ein Gefühl der Sicherheit, der Geborgenheit, des Vertrauens. Es spricht Vieles dafür, daran festzuhalten. Aber auch Einiges, diese Sichtweisen Stück für Stück zu verändern. Das sind schwierige Entscheidungen, die uns alle angehen und die auch wichtige Veränderungsprozesse bedeuten. Das ist nicht einfach, verunsichert, dauert, aktiviert eine Menge Emotionen.

    Interessant finde ich, was einer meiner Mitstreiter, Winfried Ponsens von „Missbrauchsopfer Josephinum Redemptoristen“ dazu formuliert hat: http://www.missbrauchsopfer-josephinum-redemptoristen.de/sieh-mich-sterben/

  • Reinhard Salamo

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    Demut ist ein hervorragendes Stichwort. Unbedingte Demut gegenüber der Lehrkraft und dem Präfekten bzw. Pfarrer. Wie es in katholischen Haushalten so üblich ist: Kritik und Widerrede – um Gottes Willen! Auch ein Herr Schuldirektor, der als einziger Eloquenz und auch Intelligenz bei dem, was er sagt, an den Tag legt bzw. diese Fähigkeiten mitbrachte. Leider nicht zum Wohl der jungen Menschen, sondern um den Ruf der Schule zu „schützen“ (vgl. hierzu z.B. die Berichterstattung, als ein Schüler gegen die Bewertung seines Abiturs klagte).
    Sobald ein Arbeitsverhältnis mit der kath. Kirche eingegangen wird, gelten völlig andere, diffuse Persönlichkeitsrechte, und die Gesetze der weltlichen Institutionen sind nicht mehr so ganz willkommen.

  • Toribio

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    @ Katharina die Große
    Die Opfer müssen sich bei der Aufarbeitung nicht demütig verhalten!
    Sie sollten schon richtig und objektiv bewertend lesen.
    Fällt wohl so Manchem(r) aus Neigung zur Selbstüberschätzung nicht immer leicht?
    Das von Ihnen Behauptete habe ich so auch nicht geschrieben, aber das, was ich ausgeführt habe, zeichnet die Regensburger Betroffenen eben aus und deshalb wirkt deren Bereitschaft zu einer sachlich konstruktiven Aufarbeitung auf mich eher überzeugend, weil sie auch in dieser schlimmen Phase noch nach wahren christlichen Werten handeln und darin ihre ihnen eben eigene charakterliche Größe zeigen.
    Gerade das aber unterscheidet m. E. die Regensburger Betroffenen im Gegensatz zu dem einen bzw. anderen Missbrauchsopfer aus.
    Auch an Namensgebungen kann man m. E. bei vielen Menschen eine gewisse Selbstüberschätzung/ -überhebung, ja ich möchte meinen, sogar einen gewissen Anflug zur Großmannssucht erkennen.
    Wenn Ihnen meine Einschätzungen nicht gefallen sollten, dann betrachten Sie sie eben nur als meine persönliche Meinung.
    Ich erwarte von Ihnen auch nicht, dass Sie meiner Meinung sein, Sie könnten Sie aber als Anregung zum intensiveren, selbstkritischen Nachdenken betrachten?
    Soviel menschliche Größe von Ihnen sollte ich vielleicht gar nicht erwarten?
    Guten Tag!

  • Coffin Corner

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    Mir Begriffen wie „Demut“ in solchen Zusammenhängen fordern und festigen die Kirchenoberen doch nur Ihre Machtstellung und legitmieren sich selbst den Missbrauch. Das kommt dannm meist noch einher mit der Behauptung, die in Rede stehende Person sei „von Gott selbst eingesetzt“.

    Denn wen jemand „in Demut“ einer anderen Person begegnet, wird er nicht beim ersten Fehler nach Polizei und Staatsanwaltschaft rufen: Das ist so gewollt.
    Demut ist sicherlich etwas, was es gegenüber Gott geben sollte.
    Missbräuchlich ist es aber, wie es die Kirche tut, zu fordern, daß nun jedem Kuttenträger in Demut zu begegnen sei.
    Das Theresengymnasium der Pius-Brüder in Schönenberg schreibt seinen Schülerinnen beispielsweise sogar vor, „Die dort tätigen Lehr- und Erziehungskräfte sind von den Schülerinnen als Stellvertreter Gottes anzuerkennen.“ Das stand auch lange so auf deren Internet-Präsenz.
    Für mich ist das eine Mischung aus schwarzer Pädagogik und Gotteslästerung.

  • Lena

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    @ Angelika Oetken
    Ich habe gehofft, es kämen Kommentare über das „Domspatzenvideo“, wo Sie den Link in einem Ihrer Kommentare erwähnt haben.
    Ich bin bis heute eigentlich immer noch sprachlos über dessen Inhalt und Aussage. Ist dieses Video den hier mitschreibenden Eltern usw. bekannt? Als Werbefilm ja ziemlich ungeeignet und dämlich und blöde. Als Verarsche… na ja, auch nicht derzeit passend( gut das Filmchen ist von 2014, da debattierten wir bereits ), zumal ja echtes Personal zu sehen ist. Oder zeichnet sich dieser Streifen von bester Qualität aus und man hat mit technischer Raffinesse einen dort arbeitenden Chorleiter oder den Präfekten eingebaut? Na dann Hut ab.
    Gut, dass Sie diesen Film gefunden haben
    Mich würde interessieren, was andere darüber denken.

  • Coffin Corner

    |

    Ich habe meine Meinung zu dem Streifen gesagt. Geschmacklos ist noch nicht deutlich genug. Wenn ich ein Kind auf ein Gymnasium schicken würde, würde ich erwarten, daß es da die Vielfalt der Deutschen Sprache lernt und nicht einfach alles „geil“ findet. Mit Bildung hat dieses Wort rein gar nichts zu tun.

  • aucheinehemaliger

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    @lena
    Falls Sie “Supergeil“ meinen. Das hieß früher “Scheiß Kaff“. Hörte man ständig und überall.

    Noch so ein Hit wäre
    https://youtu.be/HRV8_6U9Am4

  • blauäugig

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    „vermutlich überrascht der Film von den Einheimischen sowieso niemanden. “
    Was will sie uns diesmal sagen? Die Regensburger sind nicht überrascht, im fernen Köpenick ist so ein Filmchen so unvorstellbar, dass er alle überrascht? Sorry, die Berliner, die ich persönlich kenne, ticken ziemlich ähnlich wie die Regensburger. Und genau so wenig wie ich den Berlinern vorwerfe, dass sie nicht früher beim Canisius-Kolleg ausgemistet haben (was hätte denn der nicht betroffene Einwohner machen können, soweit er das Canisius-Kolleg überhaupt kannte und von den Mißbrauchsfällen geahnt hätte?), kann ich mit der verdeckten Schuldzuweisung an die „Einheimischen“ anfangen. Aus der Kirche ausgetreten bin ich schon längst wegen der Geschichte um Groer und habe dies auch offensiv so begründet. Da konnte ich nicht nochmal austreten wegen der Missbrauchsfälle bei den Domspatzen.
    Auch diejenigen aus meinem Bekannten- und Verwandtenkreis, welche dort zur Schule gingen, berichteten erst von dem, was ihnen widerfahren ist, als Herr Kaiser damit an die Öffentlichkeit ging. Und dafür gebührt ihm wirklich jeder Respekt.

  • aucheinehemaliger

    |

    @angelika oetken
    Sie sind sowas von nervig, und ich hoffe sie bleiben es!

  • rb

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    Jetzt wird es immer toller und bunter zum Thema Domspatzenaufarbeitung.
    Jetzt nach vielen Jahren meldet sich ein Redakteur einer grossen bayerischen Zeitung auch zum Thema Domspatzenaufarbeitung zu Wort.
    http://www.br.de/radio/bayern2/bayern/bayernchronik/regensburger-domspatzen-betroffene-aufarbeitung-missbrauch-gewalt-wird-verschleppt-100.html
    ( keine Kommentare sind möglich, da der Beitrag nur über Bayern 2 läuft )
    -Warum sperrt man diesen Domspatzenladen nicht einfach zu, so wie die Odenwaldschule, dann haben wir heute in der Gegenwart auch ein wenig unsere Ruhe.

    Ich finde , dass dieser ehemaligenClub der Domspatzen hier bis heute mitmischt, und sich ausführlich in die Aufarbeitung einmischt.
    Der RA Weber wird noch sehr sehr viel Arbeit zum Thema haben.

    …..dass die Kirche so eine miserable Aufarbeitung macht, wohl wissend, dass das, was die Menschen sagen, wahr ist.“

  • Angelika Oetken

    |

    „Der RA Weber wird noch sehr sehr viel Arbeit zum Thema haben.“

    @rb,

    ich glaube, dass niemand von uns mit Herrn Weber tauschen wollte. Und was mich betrifft, so gilt das in Bezug auf alle anderen Menschen, die beim Bistum bzw. bei der Domspatzenorganisation mitmischen auch. Denn: egal wie die sich verhalten, sie können nur verlieren.

    Wer sich einmal auf sowas einlässt, den verfolgt das sein Leben lang.

    Am Beispiel von Uta Ranke-Heinemann lässt sich ablesen, wie „die Kirche“ bzw. deren Funktionäre mit Kirchenangehörigen verfahren, die den ganzen scheinheiligen Unsinn nicht mittragen, den Teile des Klerus verbreiten. Der damit nicht nur die Emotionen von Menschen manipuliert, sondern ganz direkt Kinder gefährdet und dazu beiträgt, dass viele von ihnen großen Schaden nehmen

    http://www.vice.com/de/read/der-papst-schwul-statt-asexuell-0000059-v7n12/
    Die Priesterschaft verfolgt insbesondere Diejenigen, die das auch noch öffentlich machen.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Ehemaliger

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    Am Beispiel von Uta Ranke-Heinemann lässt sich ablesen, wie „die Kirche“ bzw. deren Funktionäre mit Kirchenangehörigen verfahren
    @A.Oe.
    Man kennt doch die drei Affen:
    Nichts hören
    Nichts sehen
    und
    Nichts sagen…
    _
    Interview – Im Gespräch: Erzbischof Georg Gänswein
    Im Interview sprechen wir mit Erzbischof Georg Gänswein. Als Präfekt des Päpstlichen Hauses steht er Papst Franziskus eng zur Seite. Als Privatsekretär arbeitet er nach wie vor für Benedikt XVI. Ein Gespräch über zwei Päpste, das Leben im Vatikan, den Glauben in Europa und die Lage der Christen in der Welt.
    http://www.dw.com/de/interview-im-gespr%C3%A4ch-erzbischof-georg-g%C3%A4nswein-2016-03-20/e-19104239-9801

  • Georg Ponschab

    |

    Stellungnahme zu wiederholten Pressekampagnen gegen die Regensburger Domspatzen
    SZ 8.1.2016 1.Seite 200 Missbrauchsopfer bei Regensburger Domspatzen R13 „System der Angst“ „…mindestens 200 Kinder…verprügelt und darüber hinaus etliche Kinder sexuell missbraucht…“
    SZ 18.1.2016 Hölle auf Erden Mindestens 50 Opfer von sexuellem Missbrauch “Die Dunkelziffer?“ „Ich sehe keinen Grund an einer Gesamtopferzahl von 600 bis 700 zu zweifeln“, sagt Weber…
    Ich war „Domspatz“ von 1954 bis zum Stimmbruch 1959. Die musikalische und schulische Förderung in der Vorschule Etterzhausen, im Domgymnasium und im Internat haben mich geprägt und mir ein gutes Rüstzeug fürs Leben gegeben. Bis heute spiele ich mit größter Leidenschaft Klavier und Orgel und habe Freude am gemeinsamen Singen. Darüber hinaus hat diese musikalische Grundausbildung auch meine sonderpädagogische Arbeit bereichert.
    Ich war immer stolz darauf, dass ich als Kind Sänger in diesem weltberühmten Chor sein durfte. Seit einiger Zeit wird das Image des Chores in den Medien und besonders in der SZ (Hr. Andreas Glas) so stark beschädigt, dass in meiner Umgebung meine ehemalige Mitgliedschaft bei den „Domspatzen“ zunehmend zu einem Makel wird und ich oft diffamierenden Äußerungen ausgesetzt bin.
    Aus Anlass der jüngsten, unmittelbar nach den Übergriffen in Köln erfolgten SZ-Kampagnen gegen die „Domspatzen“ vom 8.1. und 18.1.2016 möchte ich mich folgendermaßen äußern:
    Wenn es sich um eine seriöse journalistische Berichterstattung handeln soll, müssten m.E. folgende Punkte streng voneinander getrennt werden:
    1. Die Prügelstrafe wurde 1980 in Bayern gesetzlich verboten, so dass ab diesem Zeitpunkt bei Missachtung eine Strafverfolgung möglich war. Bis zur gesetzlichen Abschaffung war die „körperliche Züchtigung“ aber in ganz Deutschland gesellschaftlich akzeptiert, wobei es sich in der Regel bei gewalttätigen Erziehern um schwache Persönlichkeiten gehandelt hat.
    2. Der sexuelle Missbrauch von Kindern war dagegen weder gesellschaftlich geduldet noch gesetzlich erlaubt. Seit 1872 wurden sexuelle Handlungen an Kindern mit Zuchthaus bestraft .
    3. Es ist notwendig, zwischen körperlicher Züchtigung und sexuellem Missbrauch gewissenhaft zu unterscheiden, weil der sexuelle Missbrauch an Kindern in weit höherem Maße die Persönlichkeitsentwicklung schädigt.
    Mir selbst ist weder im Elternhaus noch bei den „Domspatzen“ körperliche Gewalt oder irgendein sexueller Missbrauch widerfahren. Jedoch in Etterzhausen erlebte auch ich einen sehr strengen, Angst verbreitenden weltlichen Klavierlehrer aus der Schweiz (Hr. Mahler). Dies teilte ich zu Hause mit. Obgleich der damalige Präfekt Meier im Gegensatz zu allen anderen Erziehern und Lehrern bei den Buben auch körperliche Strafen anwandte, unterstützte er mich dabei, von diesem Klavierlehrer zu einer sehr freundlichen, einfühlsamen Klavierlehrerin (Fr. Heigl) zu wechseln. Das wichtigste Ziel der Lehrer in Regensburg war es, bei den Kindern die Freude an der Musik zu wecken und das Gemeinschaftserlebnis zu stärken. Eine positive Zusammenarbeit mit den Eltern war durchaus möglich und erwünscht.
    Leider musste ich auch ein „dunkles Kapitel“ bei den Regensburger Domspatzen miterleben. Mir ist es aber ein Anliegen darzustellen, wie 1958 nach Bekanntwerden der Verfehlungen des pädophil veranlagten Internatsdirektors Zeitler von Seiten der Leitung des Domspatzen Chores konsequent reagiert wurde. Von betroffenen Mitschülern hatten ich und einige andere Buben vom Missbrauch durch Herrn Zeitler erfahren. Am nächsten Tag wandten wir uns aufgewühlt und wütend an den Domkapellmeister Dr.Theobald Schrems, der in Tränen ausbrach und uns sofortige Abhilfe versprach. Aufgrund unserer religiösen Gewissensbildung und eines sexuellen Aufklärungsunterrichts konnten wir das Fehlverhalten des Direktors richtig einschätzen. Auch in dieser schlimmen Situation hatten wir Schüler genug Vertrauen zum Chorleiter um uns bei ihm zu eröffnen. Bereits am nächsten Tag war der Internatsdirektor nicht mehr da. Er wurde anschließend zu zwei Jahren Zuchthaus wegen Kindesmissbrauchs verurteilt. Es wurde nichts vertuscht oder verschleiert. Auch in der Öffentlichkeit und der Presse konnte jeder von dem Vergehen des Internatsleiters Kenntnis erlangen.
    Einen „massenhaften sexuellen Missbrauch“ hat es bei den Domspatzen nie gegeben. Wegen der weltanschaulichen Ausrichtung der katholischen Einrichtung und der daraus resultierenden Gewissensbildung und Menschenführung waren sexuelle Übergriffe prinzipiell geächtet. Dies galt sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Das wurde uns Buben deutlich vermittelt, sodass wir im oben genannten Fall entsprechend reagieren konnten.
    Die Diktion eines „massenhaften sexuellen Missbrauchs“ kenne ich aus der Literatur über das 3. Reich. In den Jahren 1934 bis zur Auflösung aller katholischen Schulen (1939) wurde unter dem Begriff „Sittlichkeitsprozesse“ der von den Nazis unterstellte „massenhafte sexuelle Missbrauch durch katholische Geistliche“ propagandistisch unters Volk gebracht, was damals zu einer politisch geplanten, jahrelangen Austrittswelle aus der katholischen Kirche führte (siehe Anton Neuhäusler: Kreuz und Hakenkreuz, geschrieben 1941 bis 1945 im KZ Dachau, erschienen 1946).
    23.Januar 2016 Georg Ponschab, Sonderschulkonrektor i.R.

  • menschenskind

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    Georg Ponschab schreibt: „Bis zur gesetzlichen Abschaffung war die ‚körperliche Züchtigung‘ aber in ganz Deutschland gesellschaftlich akzeptiert,…“

    Das bezweifle ich aber sehr, dass die Deutschen die Prügelstrafe an den Schulen noch bis 1980 mehrheitlich akzeptiert haben sollen!

    Bereits in den 1960er Jahre hob eine weite Teile der Jugend mitreißende Protestbewegung an — gegen die alten Gepflogenheiten im Erziehungswesen. Mitunter auch gewaltsam wurde gegen ‚alte Zöpfe‘ an Schulen und Universitäten protestiert und wurde für eine Reformation auf diesem Gebiet gekämpft.

    Es werden lediglich jene unbelehrbaren Altsemester vom Schlage eines Georg Ratzinger gewesen sein, die für eine Akzeptanz standen.
    (Dass sich Ratzinger heute auf die Seite der ‚Guten‘ stellt, ist reiner Selbstschutz, mehr nicht.)

  • Angelika Oetken

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    @Georg Ponschab,

    es freut mich zu lesen, dass Sie sich in den Domspatzeneinrichtungen, die Sie als Kind besucht haben wohl fühlten und Sie dort nicht nur gut behandelt, sondern auch gefördert wurden. In Ihren Schilderungen werden sich sicher viele andere Ehemalige wiederfinden.

    1. Zu Ihrem Hinweis auf die Gesetzmäßigkeit von Körperstrafen: Körperverletzung und Kindesmisshandlung wurde vom „Züchtigungsrecht an Schulen“ unterschieden und war selbstverständlich auch vor 1980 schon strafbar. Dass diese Straftaten sehr selten geahndet wurden steht auf einem anderen Blatt und hat mit der seelisch-charakterlichen Verfassung der Menschen damals zu tun

    2. Ihre Mitschüler und Sie waren damals im Schulalter und haben alles mit den Augen von Kindern gesehen. Die Herausforderung für uns alle, ob nun selbst betroffen oder nicht ist es, diese Erlebnisse und Eindrücke aus dem Blick von Erwachsenen heraus zu betrachten. Und Erwachsenen sollte klar sein, dass das was jemand sagt oder wie jemand reagiert, nichts über dessen wahre Absichten oder Empfindungen aussagen muss

    3. Juristisch werden sexueller Missbrauch, körperliche und seelische Misshandlungen zwar unterschieden, praktisch ist so eine Trennung aber häufig nicht möglich. Nicht nur, wenn es um TäterInnen mit sadistischen Persönlichkeitsstörungen geht, sondern weil Aggression und Sexualität eng miteinander verwoben sind. Die sexuelle Komponente muss dabei den Schlägern und Schlägerinnen gar nicht mal bewusst sein. Die Kinder bemerken sie aber. Das kann ein bestimmter Gesichtsausdruck beim Erwachsenen sein, das Keuchen, ein gewisser Geruch. Gerade für Pädosadisten kann es aber auch sehr erregend sein, ein Kind zu misshandeln, indem er auf dessen nacktem Gesäß herumprügelt, es fesselt, würgt, schneidet oder kratzt bis es blutet oder es in den Bauch oder die Brust tritt. Dinge, von denen manche Menschen beim Sex mit Erwachsenen träumen, was sie sich auf entsprechenden Pornofilmen anschauen oder wofür sie bei darauf spezialisierten Prostituierten viel Geld bezahlen. Hier etwas zum Zusammenhang von Pädo“philie“ und Sadomasochismus http://www.seele-und-gesundheit.de/diagnosen/sadomasochismus.html

    4. Ihr Verweis auf die Sittlichkeitsprozesse und die dabei verwandte Sprache ist wichtig. Denn in faschistisch geprägten Milieus spielen (Pädo-)sadismus und sexueller Missbrauch eine große Rolle http://www.dachau-institut.de/psychologie.html. Allerdings hat die aktuelle Berichterstattung durch die Medien weder die Absicht, ein politisches Terrorregime zu befördern, noch vom eigenen Hang zur Kriminalität und sexueller Perversion abzulenken. Sondern auf eine Realität hinzuweisen, die in Deutschland, und zwar in beiden deutschen Staaten über Jahrzehnte weitgehend ignoriert wurde: nämlich die weite Verbreitung von pädokriminellem Handeln unter Priestern und anderen Kirchenfunktionären

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • udo kaiser

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    sehr geehrter herr ponschab,
    als mittlerweile anerkanntes gewalt-und missbrauchsopfer, darf ich hier,als zeitzeuge, domspatz von 1956/58, in etterzhausen und von 1958-61 in der dompräbende, ihre aussagen berichtigen und ihrem gedächtnis auf die sprünge helfen.
    etterzhausen, damals noch in der „almrausch-hütte“:
    prügel und schläge bei der waschkontrolle, die erste watschn am altar beim stufengebet,
    waschen der urinierten bettwäsche vor allen mitschülern…dazu dann auf dem stuhle stehend, die wäsche um den kopf…sitzen am bettnässertisch ohne getränk…bei einer verfehlung auf dem zettel stehend und abends antreten, um vor allen…vor allen kindern, mit dem stock exekutiert zu werden…richtig, mahler der brutale, klavierdeckel auf die hand usw. und in der präbende…eine stunde lang auf 800, vom „weinenden“ domkapellmeister schrems, einer soloprobe, bei jedem fehler unter den flügel geprügelt…wie sagte ein klassenkamerad richtig…es gab opfer, leidende zuseher und zuseher…aber scheinbar auch scheuklappenträger und verdränger…ich rate ihnen dringend das dossier bei regensburg digital zu studieren, dazu empfehle ich ihnen unser archiv…intern-at….dieser domkapellmeister schrems…ist die wurzel allen übels…von wegen öffentlichkeit…glauben sie, dass mein vater mich 1958, als ehemaliger Jugendamtsleiter und amtsvormund, in dieses gymnasium hätte gehen lassen…in zusammenarbeit mit der damaligen nazijustiz, der regensburger esserpresse und des bischofs buchberger wurde diese angelegenheit vertuscht und verheimlicht…die betroffenen schüler, also die opfer mussten die schule verlassen…man hat mir meine kindheit gestohlen und die letzten 6 jahre meines lebens…ich musste mich von der kirche, also dem bischof müller als nestbeschmutzer und lügner bezeichnen lassen, wurde gemoppt und verleumdet…regensburger domspatzen,der verein, die smv, der elternbeirat…durchlitt eine schwere depression…die ich ihnen, sollten sie mit sich und ihrer vergangenheit ehrlich auseinandersetzen, nicht wünschen möchte…ihre berufswahl zeigt mir, dass sie, ebenso wie ich(..u.a. schulmusiker und musiktherapeut)
    aus einem helfersyndrom heraus und im gedenken ihrer eigenen schulzeit, ein guter und besserer lehrer zu sein, als wir erlebt haben, diesen beruf gewählt haben.

  • HutzelWutzel

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    @Herr Ponschab: Ich glaube Ihnen durchaus. Sie wissen jedoch auch, dass sich Leute verstellen können, kath. Priester schon sehr früh verstellen müssen um den gerade in katholisch kirchlicher Umgebung herrschenden Wahnsinn mit Eigenheiten diverser „Ausbilder“ überhaupt ertragen zu können. Andere wiederum verstellen sich um mit dem Priesterberuf eine schöne, angenehme Stellung mit Macht und Einfluß zu erhalten. Sehen Sie auf die Herkunft aller dieser ehemaligen Mißbrauchstäter kirchlicher Prägung, dann bemerken Sie trotz damals schwieriger Zeit, dass diese Leute allesamt aus ärmlichsten Verhältnissen kamen. Einziger Lichtblick war für diese die kath. Kirche, damit von kleinauf die Nähe zu katholischen Priestern. Homosexuelle hätte damals niemand in der Familie geduldet, Pädofile auch nicht, außer das entsprechende Umfeld war gegeben.
    Hier setze ich an, wenn ich die Sache betrachte bei welcher die Diözese R. nun seit Jahren schweigt, seit über 40 Jahren vertuscht.
    Es ist das System, welches hier Probleme in sich birgt. Aus nahezu gesellschaftlich lebensunfähigen Menschen Priester zu machen ist nicht schwer, wie die Fälle jedes Einzelnen dieser Täter beweisen. Solche Leute können Sie aber nicht „führen“, was die Kath. Kirche nur zu gut weiß und deshalb bis jetzt von beauftragten forensischen Psychologen noch kein Ergebnis veröffentlicht werden durfte.
    „Ein fauler Apfel verdirbt den ganzen Korb Äpfel“. Hier fanden sich vor Jahrzehnten geeignete faule Äpfel die über Jahrzehnte das ganze System verdarben. Nein, sicher kamen auch gute und ehrliche Priester hervor. Karriere aber machten nur die/ durften nur die machen, welche ebenso faul waren wie deren Vorgänger. Meine Meinung die ich anhand von derzeit mindestens 50 Priestern dieser Diözese „festmachen“ kann.

    @Herr Kaiser.
    Danke Sie mal Gott oder wem auch immer, dass Ihr Vater als früherer Jugendamtsleiter – so ich das richtig gelesen und verstanden habe – überkorrekt und sauber war. Man konnte Ihnen damit also nichts über Ihren Vater vorwerfen und mußte sie schliesslich seit einiger Zeit anhören. In der Regel läuft dies anders.

  • HutzelWutzel

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    Lassen Sie mich erfahrungsbezogen mutmaßen, dass 80% der kath. Priester in so mancher kath. Diözese vor allem deshalb überhaupt zu derem Dienst fähig sind, weil diese mehr Geld und persönliche Sicherheit als alle anderen besitzen, über Dritte Macht bis zu Zerstörung – hier bzgl. Minderjährigen – ausüben, andererseits vor allem auch durch Hilfeleistungen für Dritte einem mitunter bedenklich anmutenem Helfersyndrom nachkommen können.
    Eine derartige verkorkste systembedingte Schein-Erhabenheit finden Sie wirklich in keiner anderen Glaubensgemeinschaft wie der Katholischen Kirche. Blicken Sie dazu gerne auf den jetzigen Glaubenspräfekten der dachte RD / Herrn Aigner wie ein Kind behandeln, disziplinieren und mit Geld zerstören zu können. Anderen wieder half er mit Geld zum Zwecke eigener Selbstbestätigung. Seine Beförderung zeigt, dass dieses System zumindest seit einiger Zeit nur solche Leute duldet.

  • Coffin Corner

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    Sehr geehrter Herr Ponschab,
    nach dem Lesen Ihres Eingangssatzes „Stellungnahme zu wiederholten Pressekampagnen gegen die Regensburger Domspatzen“ sollte man eigentlich mit dem Lesen aufhören, da er ja unzweideutig darlegt, wo Sie stehen und was sie diesen Veröffentlichungen unterstellen, die Sie „Pressekampagnen gegen die Regensburger Domspatzen“ nennen.
    Wir leben in einem Staat mit dem Recht freier Meinungsäusserung, auch und ausdrücklich gegen die katholische Kirche. (Das mag die Kirche anders sehen, da hat sie aber nun schon mehrfach vor Gericht den Kürzeren gezogen)

    Und dieses Recht müssen Sie dann schon auch Anderen zugestehen, insbesondere Missbrauchsopfern. Sonst könnte der Verdacht aufkommen, daß Ihr Geschreibsel hier auch nur eine von interessierter Seite gestartete Kampagne ist.
    Im übrigen gibt es durchaus Personen, die nicht unter sexuellem und anderem Missbrauch gelitten haben. Das sagen die auch ehrlich und niemand wird diesen Leuten etwas anderes einzureden versuchen.
    Die diffamieren aber weder die tatsächlichen Opfer noch die Presse. die darüber berichtet.

  • menschenskind

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    Kommentar gelöscht. Das hier ist kein Pranger für frühere Klassenkameraden von Ihnen.

  • aucheinehemaliger

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    Je mehr bekannt wird über das Ausmaß psychischer, körperlicher und sexualisierter Gewalt bei den Domspatzen, desto perfider und zugleich lächerlicher sind Aussagen, dass es sich hier um eine Pressekampagne handeln würde.
    Gerade in Deutschland und ganz besonders in Bayern sind mit wenigen Ausnahmen die klassischen Medien leider äußerst zurückhaltend.
    Man weiß um die Macht und den Einfluss der Kirche und hat Angst davor.
    “Gott sei Dank“ gibt es das Internet mit Seiten, wie regensburg-digital und mutigen Menschen, wie Stefan Aigner.

  • Angelika Oetken

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    http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.missbrauchsskandal-in-korntal-unter-generalverdacht-mitwisser-zu-sein-page1.3112e70e-53ae-46ee-ae4d-75d13988f850.html

    Ähnlichkeiten alles Andere als ein Zufall!

    Die Brüdergemeinde Korntal (Träger mehrerer Einrichtungen der Jugendhilfe) war im Ort der größte Arbeitgeber. Inzwischen ist sie in der Diakonie aufgegangen. Laut Betroffenen und Mitbetroffenen gehört der Brüdergemeinde fast das gesamte Städtchen (liegt im Großraum Stuttgart). Wie an anderen institutionellen Tatorten auch, wurde seitens der Verantwortlichen zuerst hartnäckig geleugnet, dann Opfer und ihrer HelferInnen diffamiert, zuletzt gezielt ganz bestimmte Betroffene – scheinbar – in die (scheinbare) Aufarbeitung eingebunden.
    Näheres: http://www.opferhilfe-korntal.de/

  • Die Qual des Herrn Wahl » Regensburg Digital

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    […] den Domspatzen“ einzuladen, sah er sich mit dem Vorwurf konfrontiert, seine Zusage nach der Diskussion im Ostentor-Kino nicht eingehalten zu haben: „Sie hören von mir“, hatte er versprochen. Nichts war zu […]

  • Domspatzen-Stück kommt ins Stadtheater » Regensburg Digital

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    […] hatte es bislang nur ein filmischer Zusammenschnitt der Aufführung geschafft. Am Rande der Vorführung im Ostentorkino hatte es durchaus Kritik daran gegeben, dass das Stadttheater Regensburg bislang kein Gastspiel […]

  • sg.

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    @Domkapellmeister Buechner: „Das Bistum hat alles an sich gezogen.“
    Er habe bereits 2010 in einem Interview erklärt, dass das alles aufgeklärt
    werden müsse, …….
    Man muesse bitte auch zu bestimmten Themen endlich einmal ausfuerhlich Tacheles
    reden. Wo gingen eigentlich diese ueber 2 Millionen DM hin, nachdem das sehr grosse Etterzhausener Grundstueck Anfang der 90er Jahre verkauft wurde?
    Und …..
    Was wurde mit den Mietshaeusern von Konigswiesen / Regensburg ?
    Was wurde mit dem Gutshof (( Millionengutshof aus der Hallertau / Bayern )) gemacht ?
    Das alles kann man nicht wegleugnen!
    Siehe ehemaliges Vermoegen der damaligen eigenstaendigen Stiftung Etterzhausen der Regensburger Domspatzen.
    cu

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