Die Sorge der Arrivierten um den Ruf der Domspatzen

Die Aufklärer und die Verhinderer

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morgen1Um Gewalt und Missbrauch bei den Domspatzen angemessen aufzuarbeiten, wurde nun ein eigenes Gremium ins Leben gerufen. Vor wenigen Tagen trafen sich die sechs Vertreter zum ersten Mal. Derweil versuchen andere, Vorfälle zu verharmlosen und umzudrehen. Diese Leute haben nichts dazugelernt. Sie sind Verhinderer.

„Wer aufklären will, muss einen Preis zahlen. Wer diesen Preis nicht zahlen will, behindert Aufklärung.“

Knapp neun Monate ist es her, seit Pater Klaus Mertes im Juni 2015 seine Erfahrungen als Leiter des Canisius-Kollegs einem Regensburger Publikum schilderte. 2010 hatten sich ehemalige Schüler gegenüber Mertes als Opfer körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt geoutet. Er reagierte, schrieb einen Brief an etwa 600 ehemalige Schüler der Berliner Jesuiten-Schule und trat damit eine Welle des Aufdeckens von Missbrauchsfällen an schulischen Einrichtungen in ganz Deutschland los.

Wer aufklären will, muss Nestbeschmutzer sein

Den meisten Bischöfen gilt Mertes seitdem, als rotes Tuch, als Nestbeschmutzer, als einer, der das Ansehen des Canisius-Kollegs im Speziellen und der katholischen Kirche im Allgemeinen beschädigt habe. Doch Mertes lässt sich davon nicht beirren. Auch in Regensburg betonte er: Das Öffentlichmachen von Missbrauchsfällen geht zwar unvermeidlich einher mit der Stigmatisierung oder dem Ansehensverlust einer Einrichtung, aber das ist eben genau der Preis, den man zu zahlen bereit sein muss, wenn man es mit der Aufklärung tatsächlich ernst und ehrlich meint.

Seitdem hat sich in Regensburg – wo eine solche Aufklärung im Juni 2015 noch nicht möglich erschien – einiges getan. Rechtsanwalt Ulrich Weber, der damals gerade frisch als unabhängiger Aufklärer eingesetzt worden war, hat einen bemerkenswerten Zwischenbericht vorgelegt. Die von Betroffenen schon lange geäußerten Vorwürfe von systematischer physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt werden darin weitestgehend bestätigt. Das erste Treffen eines Kuratoriums Anfang Februar, in dem Betroffene mit Vertretern des Bistums an einem Tisch sitzen, um Weber bei seiner weiteren Arbeit zu unterstützen, verlief nach Angaben aller Seiten in konstruktiver Atmosphäre.

Verschlanktes Gremium arbeitet an konkreten Maßnahmen

Zwischenzeitlich ist daraus ein weiteres, verschlanktes Gremium hervorgegangen, das sich ausschließlich um die weitere Aufarbeitung kümmern soll. Hier sitzen sich die ehemaligen Domspatzen Michael Sieber, Peter Müller und Peter Schmitt auf der einen und Bischof Rudolf Voderholzer, Domkapellmeister Roland Büchner und Internatsdirektor Rainer Schinko gegenüber.

„Während sich Rechtsanwalt Weber ausschließlich um die Aufklärung (unter anderem Gespräche mit Missbrauchs-Opfern, differenzierte Statistiken über die Anzahl der Opfer und Taten) kümmert, liegt die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in den Händen des Aufarbeitungsgremiums, das konkrete Maßnahmen erarbeitet“, schreibt Michael Sieber auf der Seite intern-at.de. Erste dieser konkreten Maßnahmen sollen bereits bei der nächsten Sitzung beschlossen und anschließend veröffentlicht werden. Man scheint es also – auch von Domspatzen-Seite – ernst zu meinen, mit der so lange vermiedenen und auch schmerzhaften Aufarbeitung.

Bischof Rudolf Voderholzer ist zwischenzeitlich dem Wunsch einiger Betroffener nachgekommen und hat im Vatikan nachgefragt, ob man dem exzessiven Gewalttäter Johann Meier – Schulleiter bis 1992 in Etterzhausen – nicht den Ehrentitel Monsignore aberkennen könne. Zwar hat man diese Frage verneint – eine posthume Aberkennung sei nicht möglich – doch zeigt diese Geste: Voderholzer scheint wenigstens zu versuchen, auf die Bedürfnisse von Betroffenen einzugehen.

Das Gejammer von „Rufmord“

Allerdings gibt es auch Gegenbewegungen.

Zunehmend melden sich plötzlich ehemalige Domspatzen zu Wort, von denen man in all den Jahren vergeblicher Aufklärungsversuche nicht eine Silbe der Unterstützung vernahm. Nun aber werden Vorwürfe relativiert und teilweise komplett bestritten. Manche gehen sogar so weit, Betroffene als „Weicheier“ zu beschimpfen oder der Lüge zu bezichtigen. Von „Rufmord“ an den Domspatzen ist in Leserbriefen und manchen Interviews die Rede.

MZ-Redakteurin Christine Strasser brachte ihre Erfahrung, die auch wir in unserer Redaktion schon gemacht haben, in einem beachtenswerten Kommentar treffend den Punkt: 

„Anrufer bitten die Redaktion um Telefonnummern von Opfern. Sie sagen, sie möchten diejenigen fragen, ob sie nicht besonders renitente Schüler gewesen seien und eine Züchtigung daher verdient hätten. Es gibt auch Anrufer, die sich als ehemalige Domspatzen zu erkennen geben und bitterböse Worte über die Opfer verlieren. Es wird Unverständnis geäußert darüber, dass sich Opfer erst jetzt melden. Sie sollten doch Ruhe geben. Schließlich sei alles längst strafrechtlich verjährt.“

Verantwortlich sind die Täter und Vertuscher

Verantwortlich für den momentanen Ansehensverlust und die Stigmatisierung der Domspatzen machen solche Anrufer, Ehemalige, Leserbriefschreiber und auch der phantasiebegabte Kommentator eines Anzeigenblatts damit Betroffene, die sich zu Wort melden und Journalisten, die die Vorwürfe öffentlich machen.

Es tragen aber nicht diejenigen die Verantwortung, die das Schweigen brechen.

Es sind einerseits die Täter, die den Schaden an der „Institution“ Domspatzen zu verantworten haben. Das wusste die Regensburger Staatsanwaltschaft bereits 1959, als sie den ehemaligen Internatsleiter und seriellen Missbrauchstäter Friedrich Zeitler anklagte. Zeitler habe „eine Anstalt von Weltruf aufs schwerste geschädigt“ und „das hohe Ideal des Priesterberufs ins Gegenteil umgewandelt“, so der Staatsanwalt damals.

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Auf der anderen Seite tragen die Verantwortung die Vertuscher und Verhinderer mit dem immer noch von Regensburger Honoratioren hofierten Kardinal Gerhard Ludwig Müller an ihrer Spitze.

Verantwortlich sind auch die Verfasser von Zeilen, wie sie sich zum Beispiel im Jahresbericht des Domspatzen-Gymnasiums 2009/ 10 wiederfinden. Dort schrieb Schulleiter Berthold Wahl zur Berichterstattung über Missbrauchsfälle wörtlich:

„Besonders bedauerlich in diesem Zusammenhang ist, dass es keineswegs die Skandalmedien und Boulevardpresse waren, sondern die öffentlich-rechtlichen Sender, die an einer differenzierten Darstellung wenig bis kein Interesse zeigen (Einige Beispiele reduktionistischer und manipulativer Berichterstattung wurden von unseren Schülern im Deutsch- und Kunstunterricht analysiert.).“

Zum geplanten Vorgehen der Domspatzen heißt es weiter:

„In enger Absprache mit dem Medienprofi und bischöflichen Pressesprecher, Herrn Clemens Neck, haben wir daher alle unsere weiteren Vorgehenswege besprochen. So verständlich und richtig der Wunsch zahlreicher Schüler und Eltern ist (der übrigens auch uns immer wieder unter den Nägeln brannte), die Domspatzen müssten endlich in die Offensive gehen, so schwierig ist es aber auch, den hierfür richtigen Zeitpunkt zu finden, damit die Wirkung nicht verpufft. Dieser wird sicherlich kommen, dieser ist jedoch wegen der frühzeitigen Drucklegung dieses Berichts (Ende Mai) nur in Planung, aber noch nicht terminiert.“

Fast sechs Jahre ist das her. Eine „differenzierte Darstellung“ oder „Offensive“ kam trotz diverser folgender druckgelegter Jahresberichte nicht. Ob die reduktionistische und manipulative Darstellung der Missbrauchs- und Gewaltvorwürfe durch den „Medienprofi und bischöflichen Pressesprecher“ Neck zwischenzeitlich im Unterricht der Domspatzen analysiert wurde, ist nicht bekannt.

Dazugelernt scheinen manche zu haben. Das zeigen die aktuellen Entwicklungen – das Kuratorium, das Aufarbeitungsgremium, Einlassungen von Bischof Voderholzer. Vielleicht hat auch Berthold Wahl dazugelernt, der jetzt in dem bereits angesprochenem Kuratorium sitzt.

Den gute Ruf muss man sich erst wieder erarbeiten

Diejenige aber, die auch heute noch fast wortgleich Betroffene und Berichterstatter als verantwortlich für den Ansehensverlust der Domspatzen ausmachen, haben nichts gelernt. Sie hängen einem Ruf der Domspatzen an, den sie sich immer noch so gern ans Revers heften würden, den diese „Institution“ aber aufgrund der zurückliegenden Taten und der jahrzehntelangen Vertuschung so schon lange nicht mehr verdient hatte. Wieder verbessern könnten die Domspatzen diesen Ruf nur durch vorbehaltlose Unterstützung der jetzt endlich unternommenen Aufarbeitungsbemühungen.

Wer das nicht akzeptieren kann, kritisiert und bejammert, der arbeitet dagegen, der behindert Aufklärung und Aufarbeitung und der beschädigt am Ende auch den Ruf der Domspatzen am meisten oder will einen Ruf, der mit der Realität nichts zu tun hat.

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Kommentare (27)

  • Angelika Oetken

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    Ein Ruf, der mit der Realität nichts zu tun hat nennt sich „Image“. Und das Image der Domspatzen hat tatsächlich sehr gelitten. Aber was ist eigentlich so schlimm daran?

  • David

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    Die Institution Domspatzen ist musikalisch nach wie vor beeindruckend, aber nun weiß man eben, dass zu dieser Institution auch Missbrauch und Vertuschung gehören. Hätte man das anders gewollt, hätte man seinerzeit anders erziehen müssen und heute anders damit umgehen.

    Wer mit der Aufarbeitung solcher Skandale so lange wartet, bis er vom öffentlichen Druck gezwungen wird, riskiert eben in der Tat, dass das eigene Ansehen darunter leidet.

  • aucheinehemaliger

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    Das Einzige, was die dazugelernt haben, ist, dass sie es nicht mehr ganz so leicht haben mit der Vertuschung!

  • Angelika Oetken

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    „Die Institution Domspatzen ist musikalisch nach wie vor beeindruckend, aber nun weiß man eben, dass zu dieser Institution auch Missbrauch und Vertuschung gehören.“

    @David,

    Eben. Vielleicht tun sich die Domspatzen und das Bistum auch deshalb so schwer mit der Aufklärung und Aufarbeitung, weil sie ahnen, dass heraus kommen könnte, dass das Eine das Andere bedingt. Ein bisschen so wie bei den Artisten des Chinesischen Staatszirkus: sie erbringen Höchstleistungen, wurden aber als Kinder dafür zugerichtet und gequält. Man fragt sich: „Heiligt der Zweck die Mittel? Ist es das wert?“

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • joey

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    heute sind die Domspatzen nie mit einem Pädagogen allein. Auch die Schulklassen haben neben dem Lehrer immer einen Erzieher dabei: eine Betreuungsquote, die man an staatlichen Schulen lange sucht.

    Lehrerkollegien gibt es ja noch anderswo auch. Auch an staatlichen Schulen wurden „Melder“ behindert, verunglimpft und nach Mißachtung begründeter Vorwürfe vom Lehrerkollegium so lange gemobbt, bis sie die Schule gewechselt haben.

    Beispiel gefällig?
    Am Anton Bruckner Gymnasium Straubing war Jahrzehnte lang ein Lehrer tätig, der eindeutig Neigungen zu „Schulmädchen“ hatte. Nach einem „Unfall“ hat er ja auch eine davon geheiratet… aber nie aufgehört, Schülerinnen nachzustellen.
    Vor wenigen Jahren wurde er rechtskräftig verurteilt, weil er einem Mädchen sms und mails mit eindeutigem Inhalt geschickt hat. Vorher waren die Vorwürfe heruntergespielt worden, bis ein neuer Schulleiter kam und sich diese Zeitbombe nicht antun wollte.
    Über diesen Fall hat damals nur das Straubinger Wochenblatt berichtet, das Straubinger Tagblatt hat das nicht einmal erwähnt.

    Keine Entschuldigung, sondern ein Hinweis, daß der Misthaufen vielleicht größer sein könnte.

  • menschenskind

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    Es geht hier um den guten Ruf der alten Regensburger Institution Domspatzen.

    Wenn irgendein Zeitgenosse sich über ein Thema allgemein informieren möchte, so tut er dies in den meisten Fällen wohl zuerst bei Wikipedia. Also schauen wir mal rein, was da zu den Regensburger Domspatzen drin steht, in der virtuellen Bürgerenzyklopädie.

    Zunächst allgemeine Informationen, dann Historisches, auch ein nicht zu knappes Kapitel „Die Domspatzen im Nationalsozialismus“ und schließlich „Misshandlungen und sexueller Missbrauch“ sowie „Sonstiges“.

    Das Missbrauchskapitel ist derart umfangreich dokumentiert, es nimmt etwa ein Siebtel des Umfangs des Gesamtartikels ein, dass es nicht übersehen werden kann. Dazu tragen auch die besonders großen Überschriftlettern bei.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Regensburger_Domspatzen#Misshandlungen_und_sexueller_Missbrauch

    So, und wie sieht’s bei den ausländischen Einträgen zu den Domspatzen aus, bei unseren europäischen Nachbarn, in deren Wikis?

    cs.wiki bringt nix über die Nazizeit bzw. über den Missbrauch:
    https://cs.wikipedia.org/wiki/Regensburger_Domspatzen

    en.wiki, nix über die Nazizeit aber:
    Sexual abuse scandals
    In the wake of worldwide scandals, incidents of sexual abuse at the choir school became public in March of 2010, some of them dating back to 1958. The two named perpetrators both died in 1986. In 2014 Georg Ratzinger admitted knowledge of the corporal punishment while he was director (1964–1994) and publicly asked for forgiveness. He denied knowledge of sexual abuse.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Regensburger_Domspatzen

    es.wiki (Spanien) gibt sich, ebenso wie oben die Tschechen, uninformiert:
    https://es.wikipedia.org/wiki/Gorriones_de_la_catedral_de_Ratisbona

    Ganz naiv auch die Griechen, die Portugiesen und die Norweger:
    https://el.wikipedia.org/wiki/Regensburger_Domspatzen
    https://no.wikipedia.org/wiki/Regensburger_Domspatzen
    https://pt.wikipedia.org/wiki/Regensburger_Domspatzen

    fr.wiki hingegen informiert offen:
    Sévices et abus sexuels
    En mars 2010 plusieurs anciens membres du chœur expliquent avoir été victimes de sévices et d’abus sexuels de la part de responsables de l’internat. À l’époque l’évêque de Ratisbonne, Gerhard Ludwig Müller reconnaît deux cas d’abus datant de 1958, tout en dénonçant une « campagne contre l’Église », comparable à celles de l’époque nazie. Le porte-parole de l’évêché reconnaît pour sa part que des abus pourraient avoir eu lieu entre 1958 et 1973. En avril 2014 l’évêché charge l’avocat Ulrich Weber de procéder à une expertise. Dans un rapport intérimaire il fait état de 231 cas de sévices et 62 d’abus sexuels, mais évalue le nombre total de victimes à près de 700. Les abus dénoncés ont eu lieu au moins en partie au cours de la période durant laquelle Georg Ratzinger dirigeait le chœur (mais pas l’internat).
    https://fr.wikipedia.org/wiki/Regensburger_Domspatzen

    Ebenso ehrlich informieren die Niederländer:
    In januari 2016 werd bekend dat priesters en leraren verbonden aan de Regensburger Domspatzen in de afgelopen decennia zeker 231 koorknapen hebben misbruikt en mishandeld. Al eerder – toen het bisdom Regensburg nog uitging van een geringer aantal slachtoffers was hen een schadevergoeding van 2500 euro in het vooruitzicht gesteld. Paus Benedictus XVI drukte eerder al zijn spijt uit over de mishandelingen bij het door zijn broer geleide koor. Op het moment dat hij zich hierover uitsprak, werd nog niet uitgegaan van seksueel misbruik.
    https://nl.wikipedia.org/wiki/Regensburger_Domspatzen

    Der (gute) Ruf ist also auch international bereits recht angeschlagen (die meisten Leser weltweit wird wohl en.wiki finden). Man kann der Einrichtung und der katholischen Kirche somit nur raten mit größtmöglicher Offenheit vorzugehen und weitere Skandale (auch Vertuschung mündet üblicherweise in Skandalen !) tunlichst zu vermeiden.

  • Coffin Corner

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    @Joey
    „Heute sind die Domspatzen nie mit einem Pädagogen allein. Auch die Schulklassen haben neben dem Lehrer immer einen Erzieher dabei: eine Betreuungsquote, die man an staatlichen Schulen lange sucht“.

    Was sind das für Pädagogen, die man nicht mit einer Schulklasse allein lassen kann ?
    Ist das normal oder wolllen Sie uns das hier als normal verkaufen ?
    Müssen die Pädagogen ständig eine Art Gouvernante dabei haben, die sie im Zweifel entlastet ?
    Ist es so schlimm ? Oder sind die die dortigen Schüler so schwierig ?

    Sorry, aber ich habe den Eindruck, hier soll uns eine Folge der Angst der Eltern als Vorteil dieser Schulform verkauft werden.

  • menschenskind

    |

    Bitte vielmals um Entschuldigung, ich habe den Tschechen unrecht getan. Das hatte ich im Eifer des Gefechts übersehen: aféře se zneužíváním dětí (=Kindsmissbrauchsaffären)

    Po jeho odchodu na odpočinek se po několika letech stal, patrně kvůli svému bratrovi Benediktu XVI., terčem bulvárních novinářů ve víceméně uměle vyvolané aféře se zneužíváním dětí, se kterou on ovšem objektivně nic společného neměl.
    https://cs.wikipedia.org/wiki/Regensburger_Domspatzen

  • menschenskind

    |

    Some more informations for international readers:

    Alleged victims on abuse claims connected to Catholic church
    https://www.youtube.com/watch?v=x2tYR5eIhU8
    „Mehr Anzeigen“ (unter dem Veröffentlichungstermin!) Anclicken!

    Hier der Doku-Klassiker:
    Sünden an den Sängerknaben – Die Akte Regensburger Domspatzen – SWR
    „Dieser Film dokumentiert den Umgang des Bistums mit den Vorwürfen, die so sehr im Widerspruch zu den Wert- und Moralvorstellungen der katholischen Kirche stehen.“
    https://www.youtube.com/watch?v=kFglRVYeLY8

    Missbrauch auch bei Regensburger Domspatzen | Europa Aktuell
    https://www.youtube.com/watch?v=zgRa3ip0WX0

    Der Ruf ist beträchtlich angekratzt!

  • HutzelWutzel

    |

    @menschenskind:

    Wenn Du in anderssprachigen Wikis etwas dazu lesen willst, mußt Du es einfach nur dort einpflegen. Es sind meistens nicht Bewohner des jeweiligen Landes die hier was schreibe, sondern Sprachkundige aus anderen Ländern. Hier sollten also die deutschsprachigen Artikel zügig übersetzt und in die anderen Wiki-Teile eingepflegt werden.

  • HutzelWutzel

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    Hat eigentlich wirklich niemand Interesse, ob alle hier offiziell Aufklärenden – außer den sich offiziell als Mißbrauchsopfer darstellenden Personen, nicht selbst bereits vorher „wissender“ waren, wie es den Anschein hat.
    Erwähne nur das 1989 sehr plötzlich aufgelöste „Bischöfliche Studienseminar in Weiden/ Opf.“, oder auch die anderen Bischöfl. Studienseminare.
    Manchmal baut man das Abi eben unter Besuch eines kirchlichen Internats, studiert dann und wird später als Aufklärer beauftragt.
    Wer hier vorher was wußte, weil sie/ er vielleicht in einer ähnlichen Einrichtung war, dieses aber nicht artikuliert, würde mein Vertrauen nicht haben können.

  • joey

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    @CoffinCorner
    Hohe Betreuungsquote heißt: wieviel Lehrer pro Schüler. Wieviel Zeit pro Schüler. Wieviel individuelle Förderung, die auf eine Persönlichkeit eingehen kann.

    Ich kenne Eltern von Domspatzen, die offenbar nicht Ihre Ängste haben.

  • Angelika Oetken

    |

    @Hutzelwutzel,

    Sie beschreiben ein aus anderen Untersuchungszusammenhängen nur all zu bekanntes Phänomen. Um etwaigen Verdacht auszuräumen, hat es sich eingebürgert, dass für viele Bereiche etwaige Interessenkonflikte vorab beschrieben und ausgeräumt werden. Falls das nicht möglich ist, der Auftrag nicht angenommen wird. So geht z.B. Wikipedia mit dem Thema um https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Interessenkonflikt

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    P.S. schon 2010 wurde das Problem mit der Verfolgung vorgeblicher versus eigentlicher Interessen bei der als „unabhängig“ deklarierten Untersuchung der Missbrauchskriminalität innerhalb der Katholischen Kirche beschrieben https://skydaddy.wordpress.com/2011/07/11/interessenkonflikte-bei-missbrauchs-untersuchung/

    P.P.S. neben der Darlegung etwaiger Interessenkonflikte der auf Seiten des Bistums Beteiligten vermisse ich bis heute die Veröffentlichung einer Datenschutzvereinbarung zwischen denen, Bistumsbeauftragten und Externen und das Öffentlichmachen der Aufträge an Sonderermittler, Beauftragte, Gremien, Kongregationen usw.

  • Mathilde Vietze

    |

    Die ganzen „Widersprechenden“ riechen ganz gewaltig nach
    bestelltem Einschüchterungsmanöver. Deshalb: Leute, laßt
    Euch von denen nicht beeindrucken, sondern kämpft weiter,
    dies aber immer mit d e m Argument, daß Ihr dies zum
    Wohle der Kirche und um deren Ansehen zu wahren, tut.
    Dann nämlich fällt den Vertuschern & Co. nichts mehr ein,
    womit sie Euch diffamieren könnten.

  • Nur für mich gesprochen

    |

    Was mich wirklich beschäftigt, sind die Fragen, die sich aus der Lektüre des o.g. Eckl-Kommentars zu Misshandlung und Missbrauch bei den Domspatzen ergeben:

    Wer bitte schön gibt sich in diesem Zusammenhang über die Maßen der Selbstgeißelung hin, sodass sogar Dr. Eckl meint, einen Stopp einfordern zu müssen?

    Existiert etwa ein Geißelstudio im bf. Ordinariat und wenn ja, warum lässt Dr. Eckl uns nicht an seinen Insider-Infos teilhaben? Oder gibt gar es in der Führung der Domspatzen schiitisch inspirierte Sühne und Gottesschau?

    Warum findet Dr. Eckl nur die Geschehnisse der „50er-, 60er- und 70er-Jahre“ abscheulich und die der 80er, 90er und 2000er Jahre nicht?

    Wie, verdammt, werden schon „wieder unschuldige Kinder zu Opfern gemacht“, die „heute dort zur Schule gehen? Ist dies nicht ein Fall für ein hartes UN-Mandat?

    Wie konnte es geschehen, dass Dr. Eckl nicht über das wahre Alter des Papstbruders Georg (92!) informiert ist, der von einem PNP-Redakteur niederträchtig vorgeführt worden war und endlich vom Bischof in Schutz genommen werden mussste?
    Wer in Dreiteufelsnamen „zerstört die Domspatzen der Gegenwart“ bis „das Blut spritzt“? Nennt Roß und Reiter, um der Grausamkeit Einhalt gebieten zu können!

    Und zuletzt.
    Warum beschwert sich der Leiter der Staatlichen Bibliothek Dr. Lübbers, der als Ehemaliger den „Regensburger Domspatzen sehr viel verdankt“, im WB über „undifferenzierte Berichterstattung“, die angeblich „die Institution der Regensburger Domspatzen schädigt“? Und wie kann es sein, dass sich der promovierte Historiker Lübbers in seinem Leserbrief über den ecklhaften Kommentar des Dr. Eckl freut, wo letzterer doch völlig daneben bar jeglicher Grundlage ist?

    Ich erbitte schonungslose Aufklärung und zahle für sachdienliche Hinweise die Zeche für abendfüllende Gespräche – bei meinem nächsten Besuch der WELTERBE Stadt mit dem weltältesten Knabenchor und vermutlich der weltgrößten Selbstgeißlerszene, …

  • Ralf

    |

    Der heilige Kirchenlehrer Johannes Chrysostomos über die Heiden:

    Die Heiden sind für Chrysostomos vor allem Sittenstrolche. Sie „treiben Unzucht und Ehebruch“. Ein Heide ist „ein befleckter Mensch, der ärger als die im Kot sich wälzenden Schweine mit allen Weiberkörpern sich besudelt“. Doch nicht genug: die Heiden waren scharf auf „Absonderlichkeiten und Widernatürlichkeiten“. Sie „entbrannten“ zu der „unnatürlichen Liebe“. …
    „Knabenschänder“, behauptet der heilige Bischof, „sind schlimmer als Menschenmörder; denn es ist besser zu sterben, als so geschändet zu leben … Nein, nein, es gibt nichts, was schlimmer wäre …“! Sie müssten „mit Steinen beworfen werden“.

    Zitiert nach Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums,
    Band 3, Kapitel „Kirchenlehrer Johannes Chrysostomos ruiniert Tempel“

  • HutzelWutzel

    |

    @Angelika Oetken:
    Genau das meint ich mit meinem Kommentar.
    Schade *grins*, das man sich jetzt mit einem Mittun bei den Domspatzen keine besondere Karriere mehr verdienen, dass man zumindest auf dieser Schiene niemandem mehr eine Karriere erleichter kann. Muß man auf andere Institutionen der Kath. Kirche „ausweichen“, den aufhören wird das nie, das Gewähren von Ansehen und Macht, für ein devotes Verhalten gegenüber den jeweils Herrschenden der Kath. Kirche.
    Wer nicht mitmacht wird ans Kreuz geschlagen, weshalb dieses – anstelle des urchristlichen Symbols des Fisches – überall zu hängen hat.
    Interessant, doch ich bin kein Moslem, dass sich das Kreuz der Kath. Kirche nirgendwo real am Himmel zeigt, während die Sichel des Mondes regelmässig zu sehen ist.

  • HutzelWutzel

    |

    @Ralf:

    Sind Sie böse! Zitieren einfach Kirchenlehrer der Kath. Kirche wie es Ihnen passt. ;-)
    Die Lehrautorität hat zu bestimmen und zu zitieren. Nur mit ordnungsgemässer Beauftragung dürfen Sie so was zitieren, doch nie der urhebenden Organisation zum Vorwurf machen!
    Ich sags ja immer: Mit Luther und seinen Übersetzungskünsten fing das Unheil an.
    Laßt uns also 2017 den bayerischen Papst und dessen Bruder noch zu Lebzeiten selig- und heiligsprechen, auf dass dieser Makel durch Luthergeheilt werden kann.

  • Angelika Oetken

    |

    „Laßt uns also 2017 den bayerischen Papst und dessen Bruder noch zu Lebzeiten selig- und heiligsprechen, auf dass dieser Makel durch Luthergeheilt werden kann.“

    @HutzelWutzel,

    es gibt noch ein auf der ganzen Welt verbreitetes Gewerbe, dem meines Wissens ein Schutzpatron fehlt. Der heilige St. Bene26. Gucktmanhier:

    Kommentar von „cbk69muc“, Nr. 142. Überschrift: „Erkennbare Muster in der Fam. Ratzinger“
    http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/regensburger-domspatzen-missbrauch-zwischenstand-100.html

    Dass die solcherart sexuell ausgebeuteten Jungen diese ganzen Dinge nicht „für Spaß“ machen, versteht sich von selbst halte. Dass die, welche andere in so einer Form benutzen, dabei keine „Liebe“ empfinden, sondern dieses Tun Ausdruck des tiefen Hasses auf sich und andere ist, versteht sich eigentlich von selbst.

    Die Zusammenhänge wären mal etwas für all die Moraltheoretiker, die die Katholische Kirche beschäftigt. Eigentlich wichtiger als die Frage, ob Geschiedene kirchliche Sozialstationen leiten dürfen oder nicht.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Coffin Corner

    |

    Seine Exzellenz Pell vergleicht missbrauchende Priester mit Lastwagenfahrern, die eine Anhalterin belästigen: http://www.taz.de/!5034921/
    Das sind schon sehr eigenartige Vorstellungen von Kirche und Priestertum.

  • Angelika Oetken

    |

    „Der Präfekt des vatikanischen Wirtschaftssekretariats und ehemaliger Erzbischof von Sydney ist der Kronzeuge in dieser Untersuchung. Im vergangenen Jahr konnte er selber auf Grund von Herzproblemen nicht selber nach Australien reisen.“
    http://de.radiovaticana.va/news/2016/02/22/australien_kardinal_pell_sagt_in_rom_zu_missbrauch_aus/1210305

    Ja, an Mr. Pells Stelle würde ich auch einen großen Bogen um australisches Terrain schlagen. Pell wurde ja kürzlich von der Staatsanwaltschaft Sydneys des Missbrauchs bezichtigt. Bin gespannt, ob die einen Auslieferungsantrag stellen. Falls ja, könnte Pell selbiges Schicksal ereilen wie seinem verstorbenen Kollegen Jozef Wesolowski. Der wurde nicht in die Dom.Rep. ausgeliefert, statt dessen im Vatikan interniert und kurz bevor er dort im vergangenen Jahr vor Gericht gestellt werden sollte, wurde er ins Krankenhaus eingeliefert und erlag dem plötzlichen Herztod… http://www.spiegel.de/panorama/justiz/josef-wesolowski-papstbotschafter-kommt-vor-prozess-ins-krankenhaus-a-1043204.html Sachen gibt`s!f

    Peter Saunders, Mobbingopfer der päpstlichen Kinderschutzkommission wurde von Christ und Welt interviewt
    http://www.christundwelt.de/detail/artikel/der-ausgestossene/

  • Ein Mehltau von Feigheit » Regensburg Digital

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    […] zu hören – außer Medienschelte angesichts der angeblich undifferenzierten Berichterstattung. Entsprechende Ausführungen von Schulleiter Berthold Wahl kann man in den damaligen Jahresberichten … Auch die ARD-Doku „Sünden an den Sängerknaben“, welche 2015 die derzeit stattfindende […]

  • Domspatzen: „Wer aufmuckt, wird gekündigt.“ » Regensburg Digital

    |

    […] „Und was soll dieser Film jetzt bezwecken?“ Es ist die erste Frage, die im Ostentor-Kino gestellt wird, nachdem die Vorstellung von „Schlafe mein Prinzchen“ zu Ende ist und sie kommt von Peter Hartung. Der Buchhändler war früher selbst bei den Domspatzen und hat sich in der Vergangenheit gegenüber dem Regensburger Wochenblatt bitter darüber beklagt, dass angesichts der aktuell laufenden und von Medienberichten flankierten Aufklärungsarbeit die heutigen Domspatzen „zu Opfern gemacht“ werden würden. Und auch das Stück von Franz Wittenbrink, dessen Aufzeichnung am Samstag und Sonntag im Ostentor lief (zur Rezension) und einen Großteil der Zuschauer betroffen und schockiert zurücklässt, scheint ihn eher verärgert zu haben, als dass es ihn zum Nachdenken gebracht hätte. Auch andere Elternvertreter sind zunächst damit beschäftigt, den Schaden für Schule und Chor zu bejammern, den die aktuelle „undifferenzierte Berichterstattung“ mit sich bringe. Manches hört sich an, wie die Wiederholung eines Beitrags, den Schulleiter Berthold Wahl 2010 im Jahresbericht des Gymnasiums veröffentlicht hatte. […]

  • Angelika Oetken

    |

    Neben möglichen spirituellen und menschlichen, gibt es auch ganz pragmatische Gründe für die Kirchenverantwortlichen so zu tun, als hätten sie nie-nicht-was-gewusst. Heute erschien auf „theage.com.au“, ein Artikel über Unterlagen, die australischen Opfern und ihren Anwälten vorenthalten werden

    „The dates were vital as the insurer did not have to provide coverage for crimes committed after the date church authorities had official „knowledge“ an individual was an abuser.“
    http://www.theage.com.au/national/secret-archive-of-paedophile-crime-kept-by-catholic-churchs-insurers-20160317-gnlc6k.html

    Meine Übersetzung:
    „Die Daten sind wichtig, weil die kirchlichen Versicherer nicht für Schäden aufkommen müssen, die durch Verbrechen entstanden sind, die begangen wurden, nachdem Kirchenverantwortliche offiziell darüber Kenntnis erlangt hatten, dass es sich bei einer Person um einen Missbraucher handelt“.

    Ob deutsche Bistümer, bzw. die Deutsche Bischofskonferenz auch eine solche „Missbrauchsversicherung“ unterhalten? Oder können sie sich die sparen, weil es in Deutschland kein entsprechendes institutionelles Haftungsrecht gibt, so dass die Allgemeinheit für die Schäden aufkommt, die die klerikale Missbrauchskriminalität verursacht? Falls dem so sein sollte: welchen Grund gibt es dann überhaupt noch für Vertuschung? Bei den Opfern, die sich melden, sind die Verbrechen meistens schon verjährt, die bei denen das Straf- bzw. Zivilrecht noch greifen würde, sind so jung, dass sie sich ein Outing und das Risiko der nachfolgenden sozialen Ausgrenzung und Verfolgung nicht leisten können.

    Warum also blockiert die Kirche?

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