"Nestbeschmutzer" in Regensburg

„In der Glaubenskongregation sitzen Täter“

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Als Leiter des Canisius-Kollegs trat Pater Klaus Mertes 2010 eine Welle bei der Aufdeckung von sexuellem Missbrauch los. Am Sonntag war er in Regensburg.

Klaus Mertes (li. neben Moderator Professor Johannes Grabmeier) nahm in Regensburg kein Blatt vor den Mund. Foto: Werner

Klaus Mertes (li. neben Moderator Professor Johannes Grabmeier) nahm in Regensburg kein Blatt vor den Mund. Foto: Werner

Von Robert Werner und Stefan Aigner

„Sie hätten wir hier gebraucht“, sagt Udo Kaiser, nachdem er eine gute Stunde zugehört hat. „Warum hat man Sie nicht zu Rate gezogen?“ Kaiser ist einer jener missbrauchten Domspatzen, die das Schweigen vor fünf Jahren gebrochen haben und seitdem immer wieder auf die fehlende Aufarbeitung im Bistum Regensburg aufmerksam machen.

Pater Klaus Mertes, den Kaiser anspricht, hat dieses Schweigen ebenfalls gebrochen. Nachdem sich ehemalige Schüler 2010 gegenüber dem damaligen Leiter des Canisius-Kollegs als Opfer körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt geoutet hatten, schrieb Mertes einen Brief an etwa 600 ehemalige Schüler der Berliner Jesuiten-Schule und trat damit eine Welle des Aufdeckens von Missbrauchsfällen an schulischen Einrichtungen in ganz Deutschland los.

Für Bischöfe ein rotes Tuch

Am Sonntag ist er ins Thon Dittmer Palais gekommen – auf Einladung der kritischen Katholiken, die sich als „Laienverantwortung Regensburg“ zusammengetan haben. Dass Mertes angesichts seiner reichen Erfahrung bei der Aufarbeitung von Missbrauch am Canisius-Kolleg von einem Bischof oder anderen Kirchenoberen zu Rate gezogen werden könnte, steht indes nicht zur Debatte. „Mir wurde ganz klar signalisiert, dass ich für die ein rotes Tuch bin.“ Er gelte, das fügt er später noch an, als „Nestbeschmutzer“. Dabei lächelt er etwas verschmitzt und bekommt Beifall von den knapp 100 Anwesenden.

„Wer aufklären will, muss einen Preis zahlen.“

Denn genau jene Nestbeschmutzer sind es, die es in den Augen von Mertes braucht, um Aufklärung voranzutreiben. „Wer aufklären will, muss einen Preis zahlen.“ Das Öffentlichmachen von Missbrauchsfällen gehe nämlich unvermeidlich einher mit der Stigmatisierung oder dem Ansehensverlust einer Einrichtung. „Wer diesen Preis nicht zahlen will, behindert Aufklärung“, betont Mertes mehrfach.

In Regensburg Chefverschleierer, im Vatikan Chefaufklärer: Gerhard Ludwig Müller. Foto: Staudinger

In Regensburg Chefverschleierer, im Vatikan Chefaufklärer: Gerhard Ludwig Müller. Foto: Staudinger

Eine Feststellung, die man in Regensburg in den letzten fünf Jahren exemplarisch beobachten konnte. Hier hatte der vormalige Bischof Gerhard Ludwig Müller Missbrauchsfälle zunächst kleingeredet, als Einzelfälle aus alter Zeit abgetan. Anstelle von Aufklärung stand das Verschleiern und Vertuschen. Missbrauchsopfer wurden in Serienbriefen der Lüge bezichtigt. Vom Bistum bisweilen veröffentlichte Zahlen trugen eher zur Verwirrung denn zur Aufklärung bei. Flankierend gerierte sich Müller als Hirte, der sich schützend vor die Domspatzen stelle, oder fabulierte davon, dass die Kirche Opfer einer Kampagne wie zu Zeiten der Nazis sei.

„….letztlich eine Fortsetzung des Missbrauchs“

Auch unter Müllers Nachfolger Rudolf Voderholzer sah es zunächst nicht so aus, als ob es einen Kurswechsel geben würde. Generalvikar Michael Fuchs, verantwortlich für die Serienbriefe, ist nach wie vor im Amt. Ebenso Pressesprecher Clemens Neck, der mit der Wahrheit recht kreativ umzugehen versteht. Immer noch zuständig für die Prüfung von Anträgen auf Anerkennung des erlittenen Leids ist zudem der Rechtsanwalt Geedo Paprotta. Paprotta hatte Udo Kaiser, der als Kind von seinem Peiniger auf den nackten Hintern geprügelt wurde, während dieser sein Glied am Hinterkopf des Jungen rieb, attestiert, kein Opfer von sexueller, sondern „nur“ von körperlicher Gewalt zu sein.

Auf Kaisers Nachfrage äußert sich Mertes dazu deutlich: „Was Ihnen passiert ist, ist sexualisierte Gewalt. Das ist gar keine Frage. „ Die Unterscheidung zwischen körperlicher und sexueller Gewalt, die Paprotta in Kaisers Fall getroffen habe, sei „letztlich eine Fortsetzung des Missbrauchs“. „Damit dürfen Sie mich zitieren“, sagt Mertes am Sonntag.

Missbrauchstäter in der Glaubenskongregation

Am Sonntag ist es aber immer wieder Gerhard Ludwig Müller, der die Anwesenden beschäftigt. Die Zerschlagung der Laiengremien, das Zurechtstutzen unbotmäßiger Priester, das Vertuschen und Verschleiern beim Thema Missbrauch. Wie es denn sein könne, dass gerade dieser Müller als Chef der Glaubenskongregation im Vatikan jetzt zuständig sei für die Aufklärung von sexuellem Missbrauch, will ein Zuhörer wissen. Mertes hat dazu eine klare Haltung. Er verweist auf das Buch „Nicht mehr ich“, in dem die frühere Nonne Doris Wagner ihren Leidensweg in einem Orden beschreibt. Unter anderem wurde sie über Monate hinweg sexuell missbraucht. „Einer der Täter ist heute Abteilungsleiter in der Glaubenskongregation. Das kann man nachlesen. Das ist zugegeben“, so Mertes. Das wisse auch Kardinal Müller, aber auch hier sei wieder dieses Schweigen, diese Untätigkeit. „Man muss ganz klar sagen: In der Glaubenskongregation sitzen Täter.“

Regensburger Schweigemauern durchbrechen

In Regensburg sind es die Opfer, missbrauchte Domspatzen, die sich immer wieder öffentlich zu Wort gemeldet und zur „Gesellschaft gegen das Vergessen“ zusammengeschlossen haben, die die Aufklärung in den letzten Jahren vorangetrieben haben. Gegen erhebliche Widerstände und Bezichtigungen vonseiten des Bistums.

„Wenn ich sehe, was in Regensburg gearbeitet wurde, um Schweigemauern zu durchbrechen, dann bin ich dafür dankbar“, sagt Mertes zu diesem Einsatz. „Das sind große Leistungen, die hier erbracht worden sind.“

Kehrtwende durch öffentlichen Druck

Tatsächlich scheint der öffentliche Druck so etwas wie eine Kehrtwende in Regensburg eingeläutet zu haben. Wie berichtet, wurde kürzlich der Rechtsanwalt Ulrich Weber damit beauftragt, für „eine offene und ehrliche Aufklärung der Missbrauchs- und Misshandlungsfälle bei den Regensburger Domspatzen“ seit 1945 zu sorgen. Dabei sei ihm völlig Unabhängigkeit zugesichert worden, so der Jurist.

Und tatsächlich: Bereits kurz nachdem er beauftragt wurde, konnte Weber vermelden, dass es wohl weit mehr Missbrauchsfälle im Bistum Regensburg gebe, als die bislang behaupteten rund 70. Die in der „Gesellschaft gegen das Vergessen“ zusammengeschlossenen ehemaligen Domspatzen haben nach einem ersten Sondierungsgespräch bereits ihren Willen zur Zusammenarbeit mit Weber bekundet.

 

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Kommentare (24)

  • Mathilde Vietze

    |

    Ein ganz großes Dankeschön an RD, daß dieses Thema aufgegriffen
    wurde. Ich war bei dieser Veranstaltung und darf sagen, daß ich
    noch nie einen katholischen Geistlichen so ehrlich und uner-
    schrocken erlebt habe wie Pater Mertes. Sein Credo: Man muß den
    Betroffenen nicht nur zuhören, sondern auch das Gefühl ge-
    ben, daß sie ernstgenommen werden und glaubwürdig sind.
    Pater Mertes erwähnte in diesem Zusammenhang auch, daß
    zumindest einer der Übeltäter in der Glaubenskongregation
    einen höhere Posten bekleide und GLM nichts dagegen un-
    ternehme. Riekofen läßt grüßen!

  • Angelika Oetken

    |

    Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen:

    Die Aufklärung über Missbrauchskriminalität, die ab 2010 vermehrt betrieben wurde, wurde von Opfern und ihren UnterstützerInnen initiiert. So wie es auch während der Jahrzehnte vorher war.
    Der jesuitische Schulleiter Klaus Mertes hat richtig reagiert, als er im Januar 2010 einen Brief an Ehemalige schrieb und den kurze Zeit später veröffentlichen ließ.

    Was die Glaubenskongregation angeht: sie besteht immerhin aus 23 Mitgliedern. Es käme einem Wunder gleich, wenn sich kein Täter unter ihnen befände. Denn: die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen ist ein fester Bestandteil unserer traditionellen Alltagskultur. Sexuell übergriffig zu sein, gilt gemäß dem konservativen Rollenmodell als Zeichen von Männlichkeit. Und auch wenn hohe Kirchenfunktionäre sich gern in bunte Matronengewänder kleiden, so legen sie doch gleichzeitig wert darauf mit als „männlich“ geltenden Eigenschaften in Verbindung gebracht zu werden.

    Sowieso spielt Netzwerkerei mittels Täter-Opfer-Dynamiken in Gefügen wie es der katholische Klerus ist eine große Rolle. Er sichert Gefolgschaft, verschafft der Gruppe Vorteile. Im Bistum Regensburg scheint man aber das Traditionelle auch in dieser Hinsicht besonders hoch bewertet zu haben.

    Die gleichsam systematisch wie professionell betriebene Kriminalität im Dunstkreis der Diözese ist schon längst ein Fall für die Justiz. Und das nicht nur in Bezug auf den Missbrauch.

    Auch in diesem Fall rate ich zu gesunder Skepsis. Wer sie nicht aufbringen kann oder will, wird dran glauben müssen ;-)

  • Veronika

    |

    Auch von mir ein herzliches „Danke schön“ an die Redaktion. Dieses Thema darf, so lange es nicht geklärt ist, nicht mehr in der Schublade verschwinden. Pater Mertes ist hoch zu schätzen, aber er ist derzeit leider immer noch nur ein „einsamer Rufer in der Wüste“. Wäre es der Jesuitengeneral, wäre es etwas anderes. So aber lässt man ihn eben reden und verhindert vielleicht, dass er anderweitig tätig wird und damit weiter aufklärt.
    Kard. Müller betrachte ich mittlerweile sowohl als „Täter“, aber eher als „Opfer“ der katholischen Sukzession. Er wollte vom Lehrstuhl in München weg (Mußte er vielleicht?), und da bot sich Regensburg als handzahmste aller Diözesen. Wer sich über Regensburgs katholische Highness aufklären lässt, der würde dort auch einen 20jährigen Religionspädadogen als Bischof hinsenden wollen. Mehr katholische Provinz wie in Regensburg – T’schuldigung an alle Regensburger KommentatorInnen hier! – hat diese Welt jedenfalls noch nicht gesehen.

    @Frau Oetken:
    Sie schreiben mir aus der Seele, besonders mit Ihrem letzten Satz!

  • Angelika Oetken

    |

    Falls sich jemand die Mühe machen möchte, den Namen des bereits identifizierten Missbrauchskriminellen unter den Mitgliedern der Glaubenskongregation ausfindig zu machen:

    1. Hier die Liste der Kirchenfunktionäre, die in der CDF sitzen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kongregation_f%C3%BCr_die_Glaubenslehre#Mitglieder

    2. Dies ist eine Homepage auf der fast alles zum Thema RKK und Missbrauch gesammelt und ausgewertet wird
    http://www.bishop-accountability.org/

    3. „Bishop Accountability“ hat auch einen Infoticker
    http://www.bishop-accountability.org/AbuseTracker/

  • Angelika Oetken

    |

    „@Frau Oetken:
    Sie schreiben mir aus der Seele, besonders mit Ihrem letzten Satz!“

    Danke Veronika!

    Was meinen Sie, wie ich mich über jeden Menschen freue, der sich nicht einlullen lässt :). Und von denen gibt es ja gerade in Regensburg genug. Sonst wäre man bei Ihnen trotz des erbitterten Widerstands des Bistums nicht so weit gekommen.

    Bei der Gelegenheit:
    http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.thema-missbrauchsskandal-beim-kirchentag-aufarbeitung-im-licht-der-oeffentlichkeit.9207cc02-5b07-4a5a-a2f2-c9fc9c35d2a9.html

    Ich werde diese Veranstaltung heim- äh, besuchen. Gemeinsam mit zwei MitstreiterInnen. Das Muster nach dem die Brüdergemeinde als Institution der TäterInnen glaubt, die Krise zu bewältigen, ist uns aus anderen Zusammenhängen nur all zu bekannt. In jedem Managementratgeber wird zwar davon abgeraten, auch nur zu versuchen die Öffentlichkeit für dumm zu verkaufen, wenn man als Führungsfigur genau weiß, dass die Organisation, der man vorsteht Schaden angerichtet hat. Aber: ich will mal annehmen, dass sich die evangelikalen Korntaler Brüder vor allem mit dem Studium der Heiligen Schrift beschäftigen.
    Dort gibt es ja Rat für alle Lebenslagen. Aber vielleicht haben die das entsprechende Kapitel überlesen.

    So wie ihre katholischen Kollegen in Regensburg auch!

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Mathilde Vietze

    |

    Was Pater Mertes aussagte, hat etwas in Bewegung
    gesetzt. Bei ihm können die Oberen nicht herumpo-
    saunen, daß es sich um eine „Kirchenfeind“ handelt,
    der dem Ansehen der Kirche schadet. Dem Ansehen
    der Kirche haben die Übeltäter sowohl, wie auch die
    ‚Vertuscher geschadet.
    Pater Mertes geht es zum einen darum, daß den Ge.
    schädigten Glauben geschenkt wird und sie als Opfer
    anerkannt werden und zum anderen, das Ansehen
    aller Anständigen in der Katholischen Kirche wieder
    herzustellen.

  • Veronika

    |

    Ich hatte es wirklich überlesen:
    „Er verweist auf das Buch „Nicht mehr ich“, in dem die frühere Nonne Doris Wagner ihren Leidensweg in einem Orden beschreibt. Unter anderem wurde sie über Monate hinweg sexuell missbraucht. „Einer der Täter ist heute Abteilungsleiter in der Glaubenskongregation. Das kann man nachlesen. Das ist zugegeben“, so Mertes.“
    ———————————————-
    Dann kann man doch diese „Glaubenskongregation“ inkl. Vatikan „in die Tonne treten“? Oder glaubt dann noch jemand, dass diese RKK ehrlich ist und für Menschen das Beste will?????
    Einlullen kann ich mich selber, da trink ich ein Likörchen und schade dabei niemandem!

  • Matias

    |

    Gut so!
    Dieses den Regensburger Domspatzen zugefügt hat: Immer wieder „neu aufkochen“.
    Die RKK wartet ab um die eigenen Leute bis zu ihrem Tod abzuschirmen!
    Traurig, unchristlich und nicht akzeptierbar ist das.
    Das sage ich als Christ: Wenn ich gefehlt habe, muss ich doch dazu stehen.
    Hoffentlich antworten die ehemaligen noch lebenden Regensburger Bischhöfe … Päpste hierauf.

  • Fischer Anton

    |

    verehrte Diskussionsschreiber
    Sie haben sich wirklich mit dieser speziellen Sache Missbrauch in der Diözese Regensburg sehr gut recherchiert und ihre Beiträge sind äußerst aufschlussreich.
    Dass Missbrauch in der katholischen Kirche weltweit systemisch ist, und deshalb in Regensburg nicht aussergewöhnlich ist, wurde nicht aufgeführt. Besonders aufgefallen ist es in Regensburg vor Allem durch das aggressive Verhalten des zuständigen Bischofs Müller bei der Vertuschung dieser Straftaten und Duldung durch Papst Benedikt, der ihn sogar nach Rom holte und ihm eines der wichtigsten Ämter der Kirche übertrug. Wie erfolgreich das aggressive Verhalten des Ludwig Müller jetzt noch bewertet wurde, ist aus seiner Ernennung zum Kardinal durch Papst Franziskus zu erkennen.
    Um dieses gewaltige weltweit agierende System Kirche erfolgreich zu betreiben und ständig neue zahlende Mitglieder zu werben, ist eine riesige Anzahl von einigermaßen nicht zu dummen Menschen erforderlich, den Priestern vor Ort, um die Schafe zu hüten und auf dem rechten Weg zu halten. Wie dies erfolgt ist in dem Buch des Priesterseminaristen Bühling Priester-Seminar Augsburg zu lesen, wo zum Teil fürs normales Leben unfähige junge Menschen zu Priestern umfunktionirt werden. Dass diese Menschen dann auf Kinder in katholischen Einrichtungen losgelassen werden und massiven Missbrauch mit diesen Kindern treiben ist voraus zu sehen und wird billigend in Kauf genommen.(haben wir schon immer so gemacht) Durch die ständigen Missbrauchsaufdeckungen ist die Anzahl derartiger Priesterkandidaten massiv zurückgegangen. Jetzt werden welche sogar aus Afrika geholt.
    A.Fischer

  • menschenskind

    |

    Regensburger kathol. Bischöfe mit Dreck am Stecken…

    Wer kann helfen?

    Wir suchen biografisches Material zu Michael Buchberger. Für sachdienliche Hinweise werden ordentliche Belohnungen gezahlt.

    Um den Herrn geht es uns:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Buchberger

    Der stand zu lang auf einem Sockel, von dem er endlich runtergeholt werden soll.

  • Toribio

    |

    Hatte nicht eben Papst Franziskus vollmundig medial verlauten lassen, dass es ihm ein großes Anliegen sei, massiv sich den Missbrauchern und den Vertuschern aus höchsten Kirchenämtern der RKK entgegenzusetzen und drastisch gegen sie vorgehen zu wollen?
    Laut Aussage von Pater Mertens hat er doch jetzt einen Täter und mindestens einen großen Vertuscher im Vatikan und somit in höchsten Kirchenämtern der RKK und in seinem unmittelbaren Umfeld.
    Den Nachfolger im Amt, dessen Generalvikar und den Pressesprecher kann der Heilige Vater dabei gleich mit abfertigen.
    Hierbei würde Franziskus sich dann auch seiner Anrede im Amt würdig erweisen.
    Wenn die Aussage von zutrifft, hätte ich längst erwartet, dass er entschieden gegen diese Herren vorgeht und nicht nur leere Worthülsen zur Beruhigung in die Menge der noch wirklich gläubigen Christen der RKK zu deren Beruhigung verschießt.
    In diesem Zusammenhang frage ich mich auch schon lange, welche Position die beiden Ratzinger-Brüder in der Missbrauchsaffäre eingenommen haben könnten?
    Ohne dabei etwas unterstellen zu wollen, beschäftigt mich diese Frage schon sehr, sehr lange?
    Kardinal Josef Ratzinger war damals vor und zur Zeit der Aufklärungsphase in Regensburg, immerhin Präfekt der Glaubenskongregation und oberster Inquisitor der RKK und sein Bruder Prälat Georg Ratzinger Domkapellenmeister in Regensburg und somit in der Höhle der Löwen und engste Kontaktperson zu den Domspatzen.
    Über die eventuelle Involvierung dieser beiden klerikalen Herren scheint sich die RKK soweit mir bekannt, leider vornehmlich zurückhaltend auszuschweigen.
    Immerhin wäre es aus meiner Sicht seitens der RKK angebracht und nur ehrlich auch diese beiden Herren im Zusammenhang der Missbrauchsaffären und ihr Handeln näher zu beleuchten, sofern nicht bereits geschehen (mit oder auch ohne Offenlegung der Ergebnisse)?
    Man kann auch Papst Franziskus nur dringend darum bitten und ihm wärmsten ans Herz legen, gegen evtl. Täter/ Vertuscher und vor allem auch Verharmloser in der Glaubenskongregation sowie aus vorangegangenen hohen Kirchenämtern offensiv aufzuklären und sie im Verfehlungsfall schnellstens und mit vollster Härte zu bestrafen.
    Lieber Papst Franziskus, bitte stehen Sie wenigstens hier zu Ihrem Wort.
    Oder haben Sie vielleicht Angst vor gefährlichen Repressalien aus der Kurie?
    Lassen Sie nicht alles solange gewähren, bis der Tod im Sinne und zum Nutzen der RKK
    eine Entscheidung trifft, wie es aus meiner Sicht, der RKK und ihren Verantwortlichen am liebsten zu sein scheint.

  • Mnafred

    |

    Von welcher „Aufklärungsphase“ reden Sie, Herr Toribio?

    Bisher hat RD doch bestens dokumentiert, daß es einer derartige Phase zumindest im Bistum Regensburg nicht gibt.
    Der Film „Sünden an den Sängerknaben“ mit den angeblich so „neuen Erkenntnissen“ ist ja nun auch schon wieder Monate her. Außer einer Nachforderung an Kirchensteuer hat Herr Auer wohl noch nichts erhalten.

    Jegliches Vorgehen gegen die genannten Herren wäre bei einer späteren Seligsprechung nur hinderlich. Genau diese ist aber wohl beabsichtigt.

  • Toribio

    |

    @Mnafred
    Bitte entschuldigen Sie, denn da bin ich voll bei Ihnen.
    Aber in der Eile habe ich das leider übersehen, denn ich hätte schreiben müssen:
    „In der vorgetäuschten und vermeintlich sog. Aufklärungsphase aus der Sicht des Bistums Regensburg“.
    Es war aber auch für mich überwiegend nur eine Anklage und Verhöhnung der Opfer.
    Die Bestrafung der Täter hat man aber bistümlicherseits ausgesessen, sich schützend vor die Täter gestellt und die Entscheidung über deren Schicksal dem Tod überlassen, also abgewälzt.
    Deshalb meinte ich auch, dass Papst Franziskus nicht nur den Vorgängerbischof, sondern auch den derzeitigen Bischof sowie den Pressesprecher des Bistums und den Generalvikar in dieser unrühmlichen Art des Vertuschens näher beleuchten und mit kirchlichen Mitteln bestrafen sollte.
    Auch hier habe ich die Befürchtung, dass dabei der Spruch zum Tragen kommen wird, „dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt“!
    Für mich ist diese RKK samt vieler ihrer Kleriker-Gestalten nach wie vor nur eine verlogene Gesellschaft.
    Unser Glaubensgründer „Jesus der Christus“ und seine Glaubensbotschaften sowie viele Botschaften aus der „Heiligen Schrift“, soweit nicht durch die RKK in deren Sinne verfälscht bzw. vorsätzlich falsch gedeutet wurden, dulden und unterstützen derartiges institutionelles Verhalten der RKK nicht.
    Beweise dafür gibt es in der Literatur und in den Medien mehr als genug.
    Deshalb gilt für mich: Christlicher Glaube – ja, RKK (in der ich für meinen Glauben Eintritt zahlen muss, ohne dass ich wenigstens eine kostenlose Mitgliederzeitschrift erhalte) – nein.
    Ich selbst kann diese Bigotterie und die Scheinheiligkeit dieser Institution RKK und vieler ihrer Kleriker kaum noch ertragen und wende mich deshalb immer mehr von ihnen mit Abscheu ab.

  • Toribio

    |

    @Veronika
    6. Juni 2015 um 10:19

    Ihr Zitat: „Dann kann man doch diese „Glaubenskongregation“ inkl. Vatikan „in die Tonne treten“? Oder glaubt dann noch jemand, dass diese RKK ehrlich ist und für Menschen das Beste will?????
    Danke!
    Diese Ihre Aussage trifft aus meiner Sicht voll ins Schwarze!

    Nur durch ständigen Vorhalt und durch erneutes Anklagen der Bistumsverantwortlichen und der RKK und ihre Kleriker bleibt der Stein im Rollen (Matias, 6. Juni 2015 um 11:36)!
    Da können sie sich dann soviel einigeln, wie sie wollen!
    Dadurch werden Ruf der RKK und ihre Integrität immer unglaubwürdiger.
    Noch mehr gläubige Christinnen und Christen werden sich von Ihnen abwenden und ihr Heil in anderen Glaubensgemeinschaften suchen oder die Nähe zum Herrn alleine leben ohne ständige Gängelung von kirchlichem Amt der RKK und ihrer m. E. in Saus und Braus auf unsere Kosten lebenden Kleriker.
    – Viele sind berufen, wenige aber auserwählt!!! Aussage unseres Herrn Jesus Christus.
    – Er sandte sie aus, nur mit einem Kleid, an den Lenden gegürtet, mit Sandalen an den Füßen,
    den Wanderstab in der Hand und mit einem klaren Auftrag:
    „Geht hinaus zu allen Völkern und lehret sie alles halten, was ich euch geboten habe“!
    Das müssen aber viele Verantwortliche und Nutznehmer/ Nutznieser in der RKK falsch verstanden bzw. ihre Berufung nicht erkannt haben!???
    Sie bevorzugen ihre Berufung als Beruf mit Amtsstunden, nicht als Hirte der Gemeinschaft der christlich Gläubigen, schwelgen in fürstlichen Palästen und Häusern, tragen seltsame Gewänder und viele arme Leute müssen ihr Leben und ihre Familien in Suppenküchen und mit deren sozialen Warenangeboten über Wasser halten.
    Eigenliebe, nicht Nächstenliebe, fängt in dieser RKK scheinbar erst bei ihnen selber an?

  • TBäumler

    |

    Habe einen Kriminalroman zum Thema Mißbrauch in der Kirche geschrieben, veröffentlicht am 6.2.2015 im Größenwahn Verlag Frankfurt: Priester Neffe Tod
    Wen´s interessiert: Lesung am 11.7.2015 in den „Neuen Gärten in Waldsassen um 19.00. Eintritt frei

  • TBäumler

    |

    Nachtrag: Ich vergaß noch zu erwähnen, Schauplatz des Romans die Diözese Regensburg

  • Angelika Oetken

    |

    http://www.regensburg-digital.de/in-der-glaubenskongregation-sitzen-taeter/04062015/#comment-299404

    @menschenskind,

    leider habe ich keine Infos zur Biografie des Herrn Buchberger. Aber beim Lesen der Angaben, die auf „Wikipedia“ gemacht werden, fiel mir etwas auf. Es heißt dort:

    „Unmittelbar nach Kriegsende im Jahre 1945 wurden allein 95 caritative Einrichtungen neu begründet. In den Folgejahren entstanden 175 neue Kirchenbauten.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Buchberger

    Caritative Einrichtungen bringen Geld ein, sofern man ihre Insassen ausbeutet. Ein verbreitetes Geschäftsmodell. Erst recht im Postfaschismus der Nachkriegsjahre. Auch ein Teil der Folterknechte von SA und SS wurden durch diese Heime mit Menschenmaterial beliefert. Falls da mal irgendwo deren sterbliche Überreste gefunden werden sollten, wäre das was für einen fleißigen Club von PathologInnen. Die haben zwar überall auf der Welt genug zu tun, wo Menschen gemordet werden. Aber Kapitalverbrechen verjähren nicht. Im Gegensatz zu Missbrauch und Wirtschaftskriminalität.

    Kirchenbauten kosten was. Das Blech, was man dem feigen Herrn Buchberger angehängt hat, sagt doch alles. Wer hat denn die Finanzbuchhaltung des Bistums eingelagert?

    Alles Gute für Ihre weitere Recherche!

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    „Dann kann man doch diese „Glaubenskongregation“ inkl. Vatikan „in die Tonne treten“? Oder glaubt dann noch jemand, dass diese RKK ehrlich ist und für Menschen das Beste will?????“

    @Veronika,

    bei der Beurteilung, was „das Beste“ für Menschen ist, kommt es doch auf den jeweiligen Standpunkt an. Ich bin mir sicher, dass die Mitglieder der Glaubenskongregation auch bei peinlichster Befragung, in intimster Zwei- oder Mehrsamkeit oder unter Einfluss bewusstseinsverändernder Substanzen noch Begründungen herbeten könnten, warum „die Kirche“ als deren Willensverkünder sie sich selbst ja betrachten „das Beste“ für die Menschen darstellt. Man kann sich gegenseitig so lange in die Tasche lügen, bis alle das Geflunker glauben :). Alternative: die Herr-Schaften betreiben „Doppeldenk“.

    „Doppeldenk (engl. doublethink; in älteren Übersetzungen: Zwiedenken) ist ein Neusprech-Begriff aus dem dystopischen Roman 1984 von George Orwell und beschreibt die Fähigkeit, in seinem Denken zwei widersprüchliche Überzeugungen aufrechtzuerhalten und beide zu akzeptieren.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Doppeldenk

    Und daran kann man zu mindestens eines ablesen: bei Theologie handelt es sich auf keinen Fall um eine Wissenschaft. Allenfalls könnte sie den „Schönen Künsten“ zugeordnet werden. Oder den Literaturwissenschaften, Abteilung „Prosa/Märchen“. Sofern alles gut läuft ;-)

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    P.S. um was es wirklich geht, ist hier sehr schön protokolliert http://issuu.com/smde/docs/grs_ms_20141007. Heute morgen habe ich diesen Beitrag im Radio gehört und endlich auch verstanden, warum der RKK so sehr daran gelegen ist, Kontrolle über Tschechien zu gewinnen http://rundfunk.evangelisch.de/kirche-im-radio/feiertag/aus-der-asche-wird-ein-schwan-entstehen-7480 Besonders schön an dem Beitrag auch, dass aus den Huss-Zitaten hervorgeht, dass der Klerikerstand sich in 600 Jahren nicht wirklich weiterentwickelt hat. Was uns zu der Frage zurückführt, was einen Mann wohl bewegt, diesen Beruf zu ergreifen. Anstatt ein normales Leben zu führen ;-)

  • Ein Steg über den gemeinsamen Domspatzen-Sumpf » Regensburg Digital

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    […] Nimmt Rechtsanwalt Weber seinen Auftrag ernst, müsste er sich unter anderen zum seriellen bischöflichen Versagen äußern und etwa das Verhalten des vormaligen Bischofs G.L. Müller bewerten. Dieser ist derzeit Chef der Glaubenskongregation, die ihrerseits für die Untersuchung der Regensbur… […]

  • Angelika Oetken

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    Es gibt die These, dass Opus-Dei-Leute und Jesuiten um die Macht im Vatikan konkurrieren. Das könnte man bei dem, was der Jesuit Klaus Mertes hier anführt bedenken. Trotzdem hat Mertes mit großer Wahrscheinlichkeit recht. Schon allein, weil in der Glaubenskongregation 23 Mitglieder, natürlich alles hohe Kleriker sitzen
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kongregation_f%C3%BCr_die_Glaubenslehre#Mitglieder.
    Folgt man dem Experten für klerikale Missbrauchskriminalität, Richard Sipe, dann sind mindestens 10 Prozent der Priester sowieso pädokriminell.

    Hier ein aktueller Beitrag zur Rollenverteilung in der Causa „Domspatzen“
    https://bizmarc.wordpress.com/2016/01/12/dioezese-regensburg-aktuell-das-grosse-hallalli-gv-michael-fuchs-soll-als-verhinderer-zuruecktreten/

  • Die Aufklärer und die Verhinderer » Regensburg Digital

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    […] neun Monate ist es her, seit Pater Klaus Mertes im Juni 2015 seine Erfahrungen als Leiter des Canisius-Kollegs einem Regensb…. 2010 hatten sich ehemalige Schüler gegenüber Mertes als Opfer körperlicher, psychischer und […]

  • Angelika Oetken

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    RADIOVATIKAN, MISSBRAUCHSEXPERTE ZOLLNER: BISCHÖFE EMPFEHLEN „SPOTLIGHT“
    http://de.radiovaticana.va/news/2016/03/01/missbrauchs-experte_zollner_bisch%C3%B6fe_empfehlen_%E2%80%9Espotlight%E2%80%9C/1212213

    Ja, ja, es geht gerade Schlag auf Schlag….

    Geschickt, geschickt, geschickt diese Presseerklärung des Herrn Kischukomvorsitzenden…. Trotzdem durchschaubar. Scheinbar besorgt und einsichtig von „Omerta“ sprechen, das Phänomen zu einem das in die Vergangenheit gehört erklären, gleichzeitig aber die Leistungen von Joseph Ratzinger im Kampf gegen Missbrauch würdigen. Ausgerechnet! Und da es der Herr Hans Zollner SJ war, der Bezug auf die Mafia nahm („Omerta“), möchte ich darauf hinweisen, dass die ehrenwerten Gesellschaften, im Gegensatz zu ihren klerikalen Kollegen zu mindestens so tun, als würden sie sich an irgendeine Form von Sexualmoral halten http://www.spiegel.de/panorama/justiz/fund-bei-verhaftung-polizei-entdeckt-die-zehn-gebote-der-mafia-a-516480.html. Während die Klerikader untereinander ihre Opfer mit einer Selbstverständlichkeit tauschen, wie Drittklässler ihre Pokemonkarten.

  • Das Schweigen des Kirchenleerers » Regensburg Digital

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    […] Mit der These, mehr als 422 jetzt bekannte Missbrauchsfälle (Dunkelziffern nicht eingerechnet) seien „Einzelfälle“, begann er seine Verteidigung als Bischof von Regensburg. Als das nichts half, nutzte er Ambo und […]

  • Angelika Oetken

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    Ob der Herr schon wieder aus seiner Reha zurück ist?

    „Mehrere Medien berichteten am Mittwoch, die Gendarmerie des Vatikans habe – bereits vor einiger Zeit – die Wohnung eines Prälaten im Palazzo del Sant’Uffizio gestürmt, der unter anderem der Dienstsitz der Glaubenskongregation ist und früher das Arbeitszimmer von Kardinal Joseph Ratzinger umfasste, bevor dieser Papst wurde….Den Medienberichten zufolge fand sie eine schwule Sexorgie vor. Welche Drogen der ungenannte Geistliche genommen hat, wurde nicht bekannt. Allerdings habe er zur Entgiftung in eine Klinik gebracht werden müssen und befinde sich nun in einem italienischen Kloster.“
    http://www.queer.de/detail.php?article_id=29175

    Christof Charamsa wirkt dagegen eher wie der Traum von einem Schwiegersohn jeder Mutter eines schwulen jungen Mannes. Ich kann mir nicht helfen. Das alles wirkt auf mich wie eine Inszenierung.

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