Entlarvende Auftritte in ARD-Doku

Mit John Wayne gegen Missbrauchsopfer

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Der Sprecher des Bistums erklärt sexuellen Missbrauch mit dem „Zeitgeist“, der eigens engagierte Rechtsanwalt will/ kann/ darf nichts sagen. Das hat Gründe. Die ARD-Doku zu den Regensburger Domspatzen offenbart: Aufklärung ist weiter nicht erwünscht.

Vergleicht sich gern mit John Wayne und Jean Luc Picard: Rechtsanwalt Geedo Paprotta. Foto: privat

Vergleicht sich gern mit John Wayne und Jean Luc Picard: Rechtsanwalt Geedo Paprotta. Foto: privat

„Ich sage zu meinen Mandanten immer: ‚Wir sind die Guten!‘ – und das meine ich ernst.“ Ein Interview, in dem Geedo Paprotta diesen und andere bemerkenswerte Sätze von sich gibt, hatte der Nürnberger Rechtsanwalt bis vor kurzem auf seiner Homepage stehen. Doch seit dem gestrigen Mittwoch ist das Interview gelöscht und Paprottas Seite ist „vorübergehend nicht erreichbar“ (hier das Interview im Google Cache). Es ist dem Advokaten offenbar peinlich, dass seit gestern einem Millionenpublikum bekannt ist, wie er seit ein paar Jahren im Auftrag der Diözese Regensburg dazu beiträgt, Missbrauchsopfern mit hanebüchenen Begründungen die Anerkennung zu verweigern.

„Wenn es heiß wird, bin ich auch zielsicher aus der Hüfte und sitze notfalls auch rückwärts fest im Sattel bei zweihundert bis an die Zähne bewaffneten Viehdieben. Für John Wayne und mich und sind stählerne Nerven das oberste Gebot.“ Geedo Paprotta (Interview auf seiner Rechtsanwalts-Homepage)

 Am späten Mittwochabend strahlte die ARD die Dokumentation „Sünden an den Sängerknaben – die Akte Regensburger Domspatzen“ aus (hier in der Mediathek abrufbar). Filmemacherin Mona Botros zeichnet darin das Schicksal drei ehemaliger Domspatzen nach, über die auch Regensburg Digital schon mehrfach berichtet hat. Und stellenweise sind starke Nerven nötig, um die sehenswerten 45 Minuten durchzuhalten.

Szenen, die nahe gehen und solche, die wütend machen

Einerseits, weil es einem nahegeht, wenn etwa Georg Auer mit tränenerstickter Stimme von dem an ihm begangenen sexuellem Missbrauch in der Domspatzen-Vorschule in Ettertzhausen und den Gefühlen und Ängsten, die ihn über Jahrzehnte verfolgt haben, berichtet.

Geht gern kreativ mit den Fakten um: Bistumssprecher Clemens Neck. Foto: Archiv/ as

Geht gern kreativ mit den Fakten um: Bistumssprecher Clemens Neck. Foto: Archiv/ as

Andererseits, weil es nur schwer zu ertragen ist, dass das Bistum Regensburg diesen drei Männern bislang jedwede Anerkennung verweigert. Weil es nur schwer zu ertragen ist, wenn Bistumssprecher Clemens Neck – bekannt dafür, die Wahrheit recht flexibel auszulegen – versucht, den Missbrauch in den Einrichtungen der Domspatzen, mit dem damaligen „Zeitgeist“ zu rechtfertigen. Weil es wütend macht, wenn Geedo „Wir sind die Guten“ Paprotta in der Dokumentation auf praktisch jede Frage von Botros mit „Ich möchte dazu nichts sagen.“ „Ich werde mich dazu nicht äußern.“ „Ich kann und darf dazu nichts sagen.“ antwortet. Immerhin zu einer halbwegs konkreten Aussage lässt Paprotta sich hinreißen: „Jeder Fall, den ich bearbeite, wird so intensiv wie möglich bearbeitet und ich komme zeitnah im Rahmen dessen, was ich verantworten kann, zu einer Empfehlung.“

Mit stählernen Nerven, scham- und skrupellos

Was liegt nun „im Rahmen dessen“, was Paprotta, der sich ob seiner „stählernen Nerven“ auf seiner Homepage mit John Wayne (!) verglich, „verantworten kann“? Zum Beispiel – wir haben darüber berichtet – Folgendes: Wenn ein erwachsener Mann den Kopf eines Kindes zwischen die Beine nimmt, stöhnend seinen Penis am Genick und Hinterkopf des Kindes reibt, während er ihm gleichzeitig auf den nackten Hintern schlägt, dann ist das kein sexueller Missbrauch. Das Stöhnen kann nämlich von der Anstrengung beim Verprügeln kommen. Mit dieser Begründung ließ Paprotta den ehemaligen Domspatzen Udo Kaiser laut dessen Schilderungen abblitzen. Für eine solche Begründung, die Paprotta laut Kaiser angebracht haben soll, braucht es sicher stählerne Nerven, neben einer gehörigen Portion Skrupellosigkeit, Schamfreiheit und Zynismus. Wen wundert es da, dass er sich dazu vor der Kamera nicht äußern „kann“?

„Aber es gibt auch wirklich kuriose Fälle, in denen man, um mit Captain Jean-Luc Picard zu sprechen ‚in Galaxien vordringt, die nie zuvor ein Mensch gesehen hat‘. Gerade die Vielfalt meiner Tätigkeit bringt mich auf die besten Ideen. Als Generalist finde ich oft ganz ausgefallene, neue Wege in scheinbar aussichtslosen Fällen – weil ich die Parallelen zu anderen Rechtsgebieten kenne. Und weil mir meine Arbeit am Herzen liegt, suche ich so lange, bis ich einen Weg gefunden habe. Es gibt fast immer einen Weg!“ Geedo Paprotta (Interview auf seiner Rechtsanwalts-Homepage)

Auch fünf Jahre nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsfälle bei den Domspatzen bleibt nach der Dokumentation der Eindruck: Aufklärung ist in Regensburg nicht nur nicht erwünscht, sie wird aktiv verhindert.

Das Bistum kommt mit seinen Zahlen durcheinander

Was leider fehlt, aber das Bild noch abrunden würde: Die Diözese hat sich bei ihren geheimnisvollen Zahlenspielen zu Missbrauchsfällen etwas verheddert. Während in einem „Zwischenbericht“ der Diözese 2011 noch von zehn Tätern und 78 Opfern zwischen 1945 und 2010 die Rede ist, sind es laut dem aktuellen Bericht 2014 nur noch 77 Opfer und 13 Täter. Entschädigt wurden laut diesem Bericht ohnehin nur 30 Betroffene. Wer die Begründung für die Ablehnung im Fall Udo Kaiser kennt, die Paprotta ihm gegenüber geäußert haben soll, der ahnt, warum.

„Mir macht meine Arbeit wahnsinnig viel Spaß, gerade weil es hier so menschlich zugeht.“ Geedo Paprotta (Interview auf seiner Rechtsanwalts-Homepage)

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Kommentare (100)

  • Veronika

    |

    Dieser Anwalt ist wirklich ein nettes Kerlchen. Wie lange die gesucht haben, bis die den gefunden hatten? John Wayne auf der Seite eines bundesdeutschen Organes der Rechtspflege zitiert. Auf so etwas kommen nicht einmal us-amerikanische Anwälte und die sind manchmal verschroben genug.
    ——————————————————–
    Ingesamt war es aber eine sehr aufschlußreiche Doku, vor allem das, was nicht gesagt wurde, und die Personen die wie Bischof, GV Fuchs, stellv. GV,Zivilrechtsanwalt des Konsistoriums, Ex-GV und Dompropst Dr. Gegenfurtner, WB Pappenberger, Konsistorialrat Dr. J. Ammer, aktuelle und frühere Regenten und Personalverantwortliche im diözesanen Leitungsgremium, gar nicht in Erscheinung getreten sind.
    Heißt dies jetzt, dass Seelsorge nur dann stattfindet, wenn es um Geld geht. Das Ganze wirklich Humbug und Augenwischerei ist, und die RKK eine „Verdummungsaktion“ für die Leute darstellt?
    Denke ich dennoch nicht, nur die Deutsche KK hat schon seit Jahrzehnten den korrekten Faden verloren, der aus dem Geldsumpf, dem Machtstreben und dem Größenwahn zur wahren Kirche führt.
    Eine solche Teil-Organisation der so etwas wie im Bericht geschildert unterlaufen wäre und von dieser verschwiegen wird, wäre in anderen Staaten längst verboten, deren Geldmittel bis zu einer Aufklärung eingefroren und es gäbe Durchsuchungen und Beweismittelsicherung ohne Ende.

  • Kuchar

    |

    John Wayne war immer auf der guten Seite, bestimmt,
    aber er hätte bei diesen Vorfällen genau gewusst auf wenn er schiessen muß,
    sicher nicht auf die missbrauchten Kinder (heute menschliche Wracks)

  • Rico Mielke

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    Wie Pontius Pilatus wäscht sich die Regensburger Geistlichkeit ihre Hände in Unschuld – und überlässt die Drecksarbeit einem selbsternannten Cowboy, wohlwissend, dass die Opfer schon traumatisiert genug, dem nichts entgegen zu stellen haben.

    Andererseits: Die katholische Kirche zu verurteilen anstatt der eigentlichen Täter ist genauso falsch, als wenn man der islamischen Religion die Schuld an dem gestrigen Pariser Attentat gibt, anstatt den eigentlichen Tätern, die geschossen haben.

  • Sonja

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    Wieso können religiöse Menschen an ein Leben nach dem Tod, an die Abstammung von Adam und Eva, an den wieder gehfähigen Lazarus, an die Verwandlung von Wasser in Wein, an die Speisung tausender mit nur wenigen Laiben Brot u.v.m. glauben, aber diesen Opfern wird nicht geglaubt. Es ist für die katholische Kirche sowie für die Personen, die diese Praxis unterstützen ein zutiefst unchristliches Verhalten -damals wie heute.
    Ich wünsche allen Opfern viel Kraft

  • Angelika Oetken

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    Was zahlen die dem denn?

  • erik

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    seit ich gelesen habe, dass Freislers Witwe eine Witwenrente von Freisler und noch eine Erhöhung mit der Begründung „dass ihr verstorbener Mann auf Grund seiner fachlichen Qualifikation im Erlebensfall nach dem Krieg vermutlich als Rechtsanwalt oder Beamter des höheren Dienstes tätig geworden wäre“ erhalten hat, wundert mich in diesem Land überhaupt nicht mehr! Man kann in diesem Land alles erwarten, nur nicht das den Opfern Gerechtigkeit und den Tätern Strafe zu Teil wird, wenn sich die Täter im Bereich des Wasserkopfes befinden oder befunden haben!
    http://de.wikipedia.org/wiki/Marion_Freisler
    http://de.wikipedia.org/wiki/Roland_Freisler

  • emari

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    Nach dem berührenden Bericht über den Missbrauch in Etterzhausen war ich heute sehr überrascht, an meiner Schule in Oberbayern eine Werbung der Domspatzen für ihr Gymnasium vorzufinden. Obwohl man selbstverständlich nicht alle Pädagogen unter einen Generalverdacht stellen darf, verspüre ich doch wenig Lust, diesen Flyer an meine
    Viertklässler weiterzugeben. Kann man nach diesem Beitrag in der ARD wirklich guten Gewissens Werbung für die Domspatzen machen?

  • Angelika Oetken

    |

    „Kann man nach diesem Beitrag in der ARD wirklich guten Gewissens Werbung für die Domspatzen machen?“

    @emari,

    dass diese bislang als „Eliteschule“ wahrgenommene Anstalt jetzt Werbung machen muss, spricht doch für die Regensburger. Sie überlegen, wem sie Kinder, für die sie Verantwortung tragen anvertrauen und scheinen sich doch häufiger als früher für andere Schulen zu entscheiden.

    Ich habe gerade zum wiederholten Male die Homepage der „Domspatzen“ aufgerufen. Finde zwar die üblichen Ausarbeitungen über „Prävention“, aber keinen Hinweis darauf, dass die systematische sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen bei den Domspatzen und in Etterzhausen aufgearbeitet werden soll oder aufgearbeitet wurde.

    Nicht mal eine Stellungnahme habe ich gefunden.

    Da muss ich wirklich sagen: was das angeht, sind vergleichbare Einrichtungen wie das Aloisiuskolleg oder die Odenwaldschule schon weiter. Vielleicht geht es den Trägern der „Domspatzen“ finanziell noch zu gut. Die anderen Schulen und Internate sind nämlich auch erst dann zur Einsicht gekommen – ein Stück weit jedenfalls – als der Geldhahn zugedreht wurde und keine öffentlichen Mittel mehr flossen. Auch das perfide Spendensystem, was an einigen Einrichtungen herrschte funktioniert wohl heutzutage nicht mehr.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Resch

    |

    @emari,

    der stand der dinge ist … ,
    die buben , die Zuhause nicht funktionieren , oder von den Müttern nicht
    geliebt werden, die werden in die Internate abgeschoben.
    vor 3o oder 4o jahren war das auch schon so,
    und , ich verstehe bis heute nicht , warum man so sehr auf diese kasanierung
    bei den domspatzen in regensburg heute noch so steht…
    mal sehen, ob sie für das neue schuljahr 15/!6 wenigstens eine 5. schulklasse
    vollbringen.
    ps… lügen haben kurze beine

  • Petra

    |

    ….So langsam gehts dann doch in die falsche Richtung…
    Als Mutter von 4 Kindern verurteile ich diese Geschehnisse und vorallem deren Nichtaufarbeitung und die Behandlung der Opfer zutiefst. Die Vergehen, die sonstigen demütigenden Methoden der Präfekten/Erzieher genauso auch das heutige Verhalten der Kirche zu diesem Thema ist erschütternd und in meinen Augen einfach nur krank. Genauso krank wie auch in der heutigen Zeit Pädophile auf der ganzen Welt ans Werk gehen. Dass die katholische Kirche in unserer Zeit soetwas aussitzen will und die Leiden der Opfer nicht anerkennt ist nicht tolerierbar!
    ABER: Es wäre jetzt total falsch gegen die heutigen Domspatzenschulen (Grundschule und Gymnasium) zu schießen – denn die haben absolut gar nichts mehr gemein mit den damaligen Schulen! Es sind völlig normale Schulen mit völlig normalen Schülern, Lehrern und Präfekten, davon fast 50% weiblich und kaum einer noch ein Priester!!! Seit Roland Büchner, ein Nichtgeistlicher der selbst 4 Kinder großgezogen hat, als Domkapellmeister fungiert, herrscht sowieso ein völlig anderes -nämlich freundliches, kindgerechtes, offenes, pädagogisches und harmonisches Klima. Ich habe meine beiden größeren Jungs im Domspatzengymnasium und kann mich über nichts beklagen außer dass die Kinder durch die sängerischen und musikalischen Anforderungen ein Vielfaches mehr als ihre Altersgenossen an anderen Schulen leisten müssen (Teilweise bis 80 Arbeitsstunden pro Woche in Hochzeiten, wenn man die Singerei, Überei, Konzerte mitzählt) Und da liegt der Hund begraben, das ist der Grund warum es zum „Chorknabensterben“ kommt und vermehrt Werbung nötig ist – denn G8 gibts ja auch noch! Außderdem existieren immer mehr Ganztagsschulen die solchen Konzepten wie den Domspatzen den Rang ablaufen. Kaserniert wird von den Internatsschülern (ca. die Hälfte aller Schüler) dort niemand mehr, die Kinder und Jugendlichen haben wirklich alle Freiheiten und die Grundschule gibt es nur noch als Ganztagsschule mit einer weiblichen Direktorin! Das zur Info, wenn man nun beginnen möchte die moderne Schule zu beschießen. Die Aufarbeitung IN DER SCHULE hat längst stattgefunden und ist abgeschlossen. Das sollte von den Herren der Diözöse die damit Schwierigkeiten haben durchaus getrennt werden! Warum sollte dann auf der Homepage über die Schule die Aufarbeitung der schrecklichen Geschehnisse zur Sprache kommen? Auf der Homepage der Diözöse Regensburg hätte sie ihren passenden Platz, falls die Herren mal über ihren Schatten springen würden…..Auch hier ist Vorsicht geboten, wie schon in einem anderen Kommentar erwähnt: “ ….Die katholische Kirche zu verurteilen anstatt der eigentlichen Täter ist genauso falsch, als wenn man der gesamten islamischen Religion die Schuld an dem Pariser Attentat gibt,….“

  • Andrea

    |

    Nachdem hier über den Beitrag berichtet wurde, habe ich ihn mir noch angeschaut. Er geht an die Nieren, wenn man sieht, wie die Männer über Jahrzehnte später noch immer darunter leiden, was ihnen angetan wurde. Sie waren unschuldige Opfer. Es macht mich wütend, wie mit ihnen umgegangen wird und sie dadurch ein zweites mal zum Opfer werden. Die katholische Kirche sollte sich einfach nur schämen!!!! Hut ab, dass die Männer mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen sind. Es gehört viel Mut und Stärke zu dieser Entscheidung. Meinen Respekt und alles Gute für Sie!!!!!!

  • Angelika Oetken

    |

    „Die Aufarbeitung IN DER SCHULE hat längst stattgefunden und ist abgeschlossen.“

    @Petra,

    warum finde ich dann darüber nichts auf der Homepage der Schule?

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    „(Teilweise bis 80 Arbeitsstunden pro Woche in Hochzeiten, wenn man die Singerei, Überei, Konzerte mitzählt)“

    @Petra,

    jetzt mal eine Frage von Mutter zu Mutter: warum muten Sie Ihren beiden Söhnen so etwas zu?

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Resch

    |

    @ Petra ,
    Frau Petra , bitte fragen Sie einmal was der Herr Präfekt Kleber , ehemaliger Präfekt der Domspatzen , im Domspatzeninternat so gemacht hat.
    Der Mann verstarb ürplötzlich!
    Frau Petra , bitte fragen Sie einmal was der Herr Hans Stephan Martin , ehemaliger Domspatzenschüler , ehemaliger Chorleiter und Stimmbildner im Domspatzeninternat, dort so gemacht hat.
    Der Mann verstarb 2006 urplötzlich!

  • Robert

    |

    Wer schweigt und/ oder sich nicht von solchen Vorfällen distanziert, macht sich mitschuldig.

    Denn es ist wohl kaum hinzunehmen, dass die mutigen Opfer, die der Öffentlichkeit Einblick in das perverse Treiben ermöglicht haben, als Nestbeschmutzer ausgegrenzt werden.

    Sie, Petra, erinnern mich mit ihrer Argumentation an die verführerischen Worte des Altbundeskanzlers von der Gnade der späten Geburt.
    Solche Reden sollten man nur mit dem Hinweis auf altes germanisches Recht gebrauchen:
    Wer den guten Tropfen genießt, dem steht auch der schlechte zu.

    So wie ein redlicher Kaufmann Bilanz zieht in dem er die Vermögensteile den Schulden gegenüberstellt, so hat auch sein Erbe die Schuld anzuerkennen und abzutragen.
    Oder er muss das Erbe eben ausschlagen, wenn er weiter als integer gelten möchte.

    Wer aber nur den guten Tropfen nimmt, kehrt die Opfer unter den Teppich.

  • Robert

    |

    „Wenn es heiß wird, bin ich auch zielsicher aus der Hüfte und sitze notfalls auch rückwärts fest im Sattel bei zweihundert bis an die Zähne bewaffneten Viehdieben. Für John Wayne und mich und sind stählerne Nerven das oberste Gebot.“ Geedo Paprotta

    Auch der seewiesener Verhaltensforscher, Norbert Bischof, bezieht sich auf die Rolle des John Wayne als scheinbar furchtlosen für Recht und Gesetz eintretenden Helden, der da ganz allein einer rücksichtslose Horde ihre Grenze aufzeigte. 

    Ganz allein?
    Naja, nicht ganz …
Intime Kenner wissen, dass unser Held in so mancher Flasche Whisky Unterstützung fand.
    Norbert Bischof beschreibt in seinem „Das Rätsel Ödipus“ sehr anschaulich wie alleingelassene Kinder mit ihrer Angst umgehen. 

    Die arg bedrängte Seele schafft sich ein NOT-ICH.

    Ganz Mann, Held ohne Fehl und Tadel, ohne jede Furcht und oft nie allzu weit von einer Flasche Whisky entfernt.
    Nach meiner Einschätzung hat Geedo Prapotta damit die Sünden der fehlgeleiteten Kirchendiener an ihren Schutzbefohlenen anerkannt.
Ob nun bewusst, vorbewusst oder unbewusst mag dahingestellt bleiben.
    Vorstellbar ist für mich sogar, dass der Herr Rechtsanwalt selbst Opfer ist.

  • Rechtsanwalt Geedo Paprotta

    |

    Stellungnahme von Rechtsanwalt Geedo Paprotta

    Ich möchte diese ungewöhnliche Form einer rechtsanwaltlichen Stellungnahme wählen, um eine vernünftige Diskussion über ein sehr wichtiges Thema zu ermöglichen und um den Strom hasserfüllter anonymer Schmähungen einzudämmen, die meine Kanzlei nach Ausstrahlung der ARD Reportage erreichen. Die Wortwahl vieler dieser Nachrichten verletzt nicht nur mich, sondern auch meine Mitarbeiterinnen und meine Familie zutiefst. Hier ein Beispiel:

    „Nutte der Kirche. Du hast meinen Schwanz nicht geil gelutscht letztes Mal, bitte übe das noch ein wenig. Und immer schön Schlucken!

    Ich freue mich auch weiterhin, dir die Glatze vollzuspritzen.“

    Die Ursache solcher Stellungnahmen liegt darin, dass die ARD-Dokumentation darauf abzielt, mich persönlich als das verantwortliche „hässliche Gesicht“ der als mangelhaft empfundenen Aufarbeitung des Missbrauchsskandals zu brandmarken – was offenbar gelingt und auch von Regensburg Digital dankbar aufgegriffen wird.

    Der verwendete „John-Wayne-Screenshot“ von mir stammt aus einem Moment, als ungefragt plötzlich mehrere tausend Watt Scheinwerferlicht auf mich gerichtet wurden. Möchten Sie solche Bilder von sich in der Öffentlichkeit sehen? Ich finde dies ist eine beschämende Form journalistischer Wahrheitsfindung.

    Meine Arbeit als Rechtsanwalt für das Bistum Regensburg stellt sich wie folgt dar:

    Jeder Mensch, der sich als Opfer sexueller Übergriffe durch Geistliche des Bistums sieht, kann, völlig unabhängig von Fragen der Verjährung oder des formellen Beweisrechts, einen Antrag auf Anerkennung seines Leides stellen. Meist sind die Täter längst verstorben. Die Opfer haben ihr Leben lang um Anerkennung und Worten der Entschuldigung gekämpft. Dieses Verfahren soll ihnen dazu verhelfen. Der fälschlicherweise oft in den Mittelpunkt gestellte Aspekt einer Geldzahlung soll dabei lediglich am Rande Bedeutung haben.

    Das Problem das sich stellt ist: Gerade in den hier vor allem betroffenen 50er und 60er Jahren kam es in unvorstellbarem Ausmaß zur Misshandlung von Kindern. In Schulen. In Heimen. In Internaten. Die Generation unserer Väter und Großväter hat diese Gewaltorgie, die vielleicht der Traumatisierung durch den zweiten Weltkrieg geschuldet, jedoch keinesfalls zu entschuldigen ist, weitestgehend schweigend hingenommen.

    Neben diesen Gewalttaten kam es jedoch auch in Einzelfällen zum sexuellen Missbrauch von Kindern durch Geistliche, durch Erzieher und Lehrer kirchlicher Einrichtungen. Unsere Gesellschaft sieht den sexuellen Missbrauch als die ekelhafteste Form der Gewalt an und deshalb stehen solche Delikte auch gesondert unter Strafe.

    Die katholische Kirche, das Bistum Regensburg, hat sich deshalb dafür entschieden, Opfern sexueller Gewalt das beschriebene Antragsverfahren anzubieten, verbunden mit so genannten „Anerkennungsleistungen“, Geldzahlungen also, die freilich nichts wieder gut machen können, von dem was geschehen ist. Das wird nie mehr „gut“.

    In vielen Fällen ist es offensichtlich, dass sexuelle Gewalt ausgeübt wurde. In einigen, wenigen Grenzfällen fällt die Unterscheidung zwischen einer brutalen Misshandlung und einem sexuell motivierten Übergriff schwer.

    Wenn jedoch ein Verfahren den Opfern sexueller Gewalt gewidmet ist, muss eine Unterscheidung getroffen werden, denn niemand wird mir widersprechen, wenn ich sage: es gibt einen Unterschied.

    Das Bistum Regensburg hat ein Gremium von Ratgebern zusammengerufen und als externe Berater ursprünglich die leider inzwischen verstorbene Psychologin Frau Dr. Böhm, ihr nachfolgend den Kinderpsychologen Dr. Linder und einen Rechtsanwalt, nämlich mich, hinzubestellt.

    Meine Position als externer Berater soll sicherstellen, dass die juristische Prüfung möglichst objektiv erfolgt.

    Wird mir ein Antragsverfahren zur Prüfung übertragen, so stelle ich zunächst fest, ob die hier wiedergegebene Leidensgeschichte sich tatsächlich so abgespielt haben könnte. Das traf in fast allen Fällen zu, die ich bislang kennengelernt habe.

    Nur in ganz seltenen Fällen drängte sich der Verdacht auf, dass jemand eine Geschichte, die inhaltlich schlicht unmöglich ist, erfunden haben könnte, um eine Geldleistung zu erhalten. In solchen Fällen frage ich dennoch nach und gebe dem Antragsteller Gelegenheit, meine Vermutung zu zerstreuen. Wie gesagt: in fast allen Fällen, die mir bekannt sind, war die Geschichte wohl leider wahr. Kinder wurden, teils brutal, misshandelt.

    Im Rahmen der mit diesen Prüfungen verbundenen Aufklärungsarbeit werden von den Mitarbeitern des Bistums, dem Missbrauchsbeauftragten und mir auch zahlreiche weitere Fakten zusammengetragen. Alte Personalakten werden beschafft, Zeugen werden befragt, Fotografien ausgewertet. Insbesondere aber werden durch den Missbrauchsbeauftragten, manchmal auch durch mich, intensive Gespräche mit dem Opfer geführt. Diese Gespräche sind ein wichtiger Teil der „Anerkennung“, die den Opfern zuteil werden soll. Sie sollen ernst genommen und gehört werden. Deshalb sagte ich auch im ARD-Interview: Es geht nicht um Geld!

    Am Ende der Prüfung steht in den von mir bearbeiteten Fällen (ich wirke längst nicht an allen Fällen mit) eine juristische Einordnung dessen, wie gravierend der Missbrauch war, verbunden mit einem Rundblick auf Urteile deutscher Gerichte, die Missbrauchsopfern Geldleistungen zusprechen. Daran orientiert empfehle ich auch eine Geldleistung. Fast alle mir bekannten Antragsteller erhielten eine solche Leistung.

    In extrem seltenen Ausnahmen komme ich zu der Entscheidung, dass es sich nicht um einen Fall des sexuellen Missbrauchs im Sinne des Strafgesetzbuchs handelt, sondern eine andere Form von Gewalt. Solche Vorgänge prüfe ich wiederholt und intensiv, denn mir ist durchaus bewusst, dass ich es in jedem Falle mit einem Opfer von Gewalt, wenn auch vielleicht nicht sexueller, zu tun habe. Wenn Zweifel bestehen, empfehle ich zugunsten des Opfers.

    Lediglich wenn die mir vorliegenden Unterlagen für mich keine Zweifel zulassen, dass eine sexuelle Komponente ausgeschlossen werden kann und muss, teile ich dem Bistum mit, dass ich einen sexuellen Missbrauch nicht erkennen kann und empfehle daher auch keine Anerkennungsleistung für sexuelle Missbrauchsopfer.

    Was auch immer derzeit in der Öffentlichkeit an Halbwahrheiten kursieren mag: die mir vorliegenden Informationen im Zeitpunkt meiner Entscheidungen haben jeweils keinen vernünftigen Zweifel zugelassen.

    Es spricht für sich, dass es entsprechend nur sehr wenige Fälle gibt, in denen Gewaltopfer mitteilen, sie seien vom Bistum Regensburg „abgelehnt“ worden. Richtig ist eigentlich: ihre zweifellose Misshandlung wurde von mir nicht als sexuell motiviert eingeordnet, das bedeutet nicht, dass sie „abgelehnt“ wurden oder man ihnen nicht glaubt, dass sie misshandelt wurden.

    Meine Aufgabe beschränkt sich darauf, diese Abgrenzung und die Einordnung der Taten juristisch vorzunehmen und ich darf noch einmal wiederholen: es gibt hier sehr wohl einen Unterschied.

    Ist Ihnen aufgefallen, dass man praktisch nie öffentlich die Stimme von Menschen hört, die Opfer sexueller Gewalt im Bistum Regensburg waren und deren Anträge zu einer Anerkennung geführt haben? Scheinbar sind diese vielen Menschen, denen geholfen wurde, nicht interessant für die Medien.

    In den allermeisten mir bekannten Fällen nämlich konnte geholfen werden.

    Die ARD-Reportage beschränkt sich einseitig auf die unglaublich wenigen Fälle, in denen ich, nach sorgfältiger Prüfung, aufgrund einer Vielzahl von objektiven Fakten, festgestellt habe, dass kein Sexualdelikt verwirklicht wurde. Die hier vorgestellten Opfer haben selbstverständlich jedes Recht, dies als ungerechtfertigt zu empfinden. Niemand würde es wagen, ihnen den Mund zu verbieten.

    Umgekehrt trifft eines zu, was man mir vorwirft: weder will, noch kann noch darf ich aus Opferakten zitieren. Es würde den Betroffenen ohne Zweifel Schaden zufügen, wenn ich öffentlich offenlege, aus welchen objektiv klaren Gründen ich keine Sexualstraftat in ihrem sehe. Und Rechtsanwälte, Geistliche und Ärzte unterliegen einer weitgehenden Schweigepflicht, die auch gegenüber inquisitiven Journalisten gilt.

    Doch umgekehrt gefragt: was hätte das Bistum davon, was hätte ich als persönlich angegriffener Jurist davon, diese wenigen Personen nicht als Opfer sexueller Gewalt zu betrachten, wo all die anderen doch auch völlig unproblematisch als solche erkannt wurden? Warum sollte ich ein paar wenige unter so vielen ungerecht behandeln?

    Ich bin sicher nicht unfehlbar – aber vor allem bin ich nicht unmenschlich. Ich mache eine klar definierte Arbeit, gebe mir dabei große Mühe und konnte zahlreichen Menschen helfen. Fast jeder gestellte Antrag den ich bearbeitet habe, führte zu einer Anerkennung.

    Warum also wird so boshaft, zynisch und mit fragwürdigen Mitteln meine Person dämonisiert?

    Nun noch einige Worte zu dem ARD-Interview. Ich habe über drei Stunden mit dem Fernsehteam vor laufender Kamera gesprochen. Wo sind all diese Aufnahmen geblieben? Ich habe all die oben ausgeführten Argumente vorgetragen. Habe erläutert, dass wir versuchen, ein zumindest an den Rechtsstaat angelehntes Verfahren durchzuführen. Habe erklärt, dass ich die Vorgänge, die ich vorfinde, entsetzlich finde und sie mich persönlich tief treffen und dass ich froh bin, dass wir ein wenig Hilfe leisten können. Warum hat die ARD das nicht ausgestrahlt?

    Eines der von mir betreuten Opfer hat mich zu dem Termin begleitet. Dieser Mann ist der einzige mir bekannte anerkannte Antragsteller, der möchte, dass öffentlich über die Vorfälle gesprochen wird. Fast alle anderen verlangen von mir und vom Bistum, dass über ihre Fälle geschwiegen wird. Sie sind verletzt und beschämt. Mein beharrliches Schweigen über Einzelfälle dient deshalb dem Schutz dieser Menschen. Es ist absurd, mir dies als Arroganz auszulegen.

    Der Mann, der mich begleitet hat, hat ausführlich über sein Leid gesprochen. Er hat heftige Vorwürfe gegen die Kirche erhoben. Er hat seine Erfahrungen im Anerkennungsverfahren geschildert. Und er hat auch mitgeteilt, dass das Verfahren ihm geholfen und Mut gemacht hat.

    Die Geldleistungen, die ich dem Bistum zur Auszahlung empfehle, liegen regelmäßig deutlich über den Zahlungen anderer Bistümer und deutscher Gerichte. Freilich sind sie dennoch ungeeignet, den Opfern das Leid zu nehmen. Das Opfer, das mich zu dem Interview begleitet hat, teilte mit, dass ihm das Geld trotzdem ein wenig geholfen hat.

    Haben Sie ein einziges Wort von diesem Mann etwas gehört oder gesehen? Haben Sie außer meinen „bösen Blicken“ und meinen „arroganten“ Aussageverweigerungen irgendetwas von mir gehört in dem Interview? Die ARD hat alles weggeschnitten und mich in manipulativer Weise in Augenblicken gezeigt, wo ich verärgert war, weil man persönliche Informationen über Opfer von mir verlangte, obwohl ich dies von Anfang an wiederholt verweigert habe oder in Augenblicken, in denen ein Scheinwerfer mich blendete.

    Das Resultat der Dokumentation: zahlreiche Opfer werden jetzt davor zurückschrecken, Anträge auf Anerkennung zu stellen, weil ihnen plakativ einige wenige Ausnahmefälle vorgeführt wurden, in denen eine Anerkennung wegen eines Sexualdelikts nicht erfolgt ist.

    Keiner weiß, wie vielen Opfern geholfen wurde. Wie intensiv die Aufklärungsarbeit sich gestaltet.

    Und das weiß deshalb keiner, weil die ARD diese Stellungnahmen weggeschnitten hat.

    Ich lebe nicht im Bistum Regensburg.

    Ich bin evangelischer Christ und der katholischen Kirche insoweit „nichts schuldig“.

    Selbstverständlich werde ich für meine teils aufwändige Arbeit bezahlt – aber diese Bezahlung richtet sich nach üblichen anwaltlichen Gebührensätzen und die sind überraschend gering.

    Ich mache diese Arbeit, weil ich als Opferanwalt eine Verantwortung in solch einer wichtigen ethischen Frage tragen möchte, nicht weil ich ein zynischer Menschenfeind bin, der Leidtragende vernichten will.

    So wie diese boshafte Berichterstattung mich und meine Arbeit diskreditieren und vernichten will.

    Ich bitte die Redaktion von Regensburg Digital in aller Höflichkeit, die reißerische Überschrift abzuändern und das scheußliche Foto von mir zu entfernen. Ich bin gerne bereit, ein normales Pressefoto zur Verfügung zu stellen.

    Kurz noch zu „John Wayne“ und „Jean Luc Picard“. Ja richtig: ich habe spaßeshalber in einem Interview beide fiktive Personen zitiert. Es sind Gestalten, die in einer zugegeben kindlich naiven Weise das Gute im Menschen repräsentieren. Leute, die nicht auf- oder klein beigeben. Ist es so furchtbar, wenn ein Anwalt in einem Rechtsstaat diese Attribute für erstrebenswert hält? Abgesehen davon: es handelte sich um einen Scherz am Ende eines Interviews, um nichts sonst. Kein Anlass, mir Wildwestmethoden zu unterstellen.

    So. Nachdem ich das, was ich im Fernsehen ja alles eigentlich schon gesagt hatte (rufen Sie die ARD an und fragen Sie nach!) nun doch noch erzählen durfte, möchte ich Sie nicht länger belästigen.

    Vielen Dank,

    Geedo Paprotta

  • Veronika

    |

    @Petra: Ihr Wort in Gottes Ohr! Ich erlaube mir immer niemandem zu trauen, der auch nur Geringeres wie die hier betroffenen Schulen etc. verbockt hat und wo sich aktuell Verantwortliche (Rektoren, Domvikare etc.) nicht öffentlich unter Bezug auf diese Dinge zu Wort melden und vielleicht auf der Homepage schriftlich versprechen, dass so etwas nie wieder bei diesen vorkommen wird. Ein solches „Versprechen“, an welchem ich diese Leute bei Wiederholung festnageln kann, hätte ich gerne. Ansonsten verweise ich auf die fast 2000jährige Geschichte der RKK und die erst vor einigen Jahren stattgefundene Rehabilitation Galileo Galileis, wie auch die bisher immer noch nicht erfolgte Rehabilitation von Jan Hus, Giordano Bruno und vieler anderer Leute die schlußendlich nur dem Papst und seinem Gefolge ein verhu…tes Leben vorgeworfen hatten.

  • Lenzerl

    |

    Der Fernsehbericht am Mittwoch hat mich trotz der wertvollen Vorinformation durch die Beiträge auf dieser Seite mehr als erschüttert. Meine Hochachtung vor den drei Betroffenen, die ihre sehr persönlichen Schicksale in die Öffentlichkeit getragen haben. Ich bin entrüstet und enttäuscht über die Stellungnahmen von kirchlicher Seite in dem Bericht (sowohl von Clemens Neck als auch von Anwalt Paprotta). Und: Warum hat der neue Missbrauchsbeauftrage Herr Linder in dem Film überhaupt nicht Stellung bezogen? Es ist einfach nur noch peinlich, wie die Diözese jede Form der Transparenz verweigert. Andererseits Danke an „Petra“, dass sie Gymnasium und Chor von heute von dem damaligen System trennt. Das ist bitter nötig in unserer „Betroffenheitskultur“! Danke! Bitte weiter berichten!

  • P.

    |

    @ Petra,
    Liebe Frau Petra , habe gerde Ihren guten Kommentar gelesen.
    Nein , in Regensburg ist kein Hund begraben , denn das eigentliche Problem ist:
    Sei dem Frühjahr 2010 wird immer nur gelogen und gelogen!. Seit 5 Jahren zieht das Bistum Regensburg und die Institution Regensburger Domspatzen eine Vielzahl von Themen in die Länge , und bearbeiten Sie nicht richtig.
    Die wissen bis heute dass auch in Etterzhausen viele Buben damals missbraucht wurden. Gut , Sie machen sich derartige Sorgen, eben als DomspatzenMutter , aber das bringt uns auch nicht weiter.
    Auch finde ich und bin der Meinung , und das ist für mich sehr verwerflich, dass eben auch zu gewissen Themen eine derartige Respektlosigkeit gegenüber den damaligen Opfern bis heute herrscht , oder besteht.
    Es hieß von Anfang an , dass die Etterzhausener Domspatzen nicht zu uns gehören, also nicht zu den Regensburger Domsptzen gehören. Lieber Frau, viele Domspatzen und deren Eltern wurden damals in Etterzhausen , ehemalige eigenständige Stiftung der Regensburger Domspatzen, nur abgezockt oder wurden auch abkassiert. Meine Eltern bezahlten damals auch sehr hohe Pensionen dort in Etterzhausen. Auch werden heute Stimmen laut , dass eben die Regensburger sich der Etterzhausener Kasse bedient haben. Also , dann kann man schreiben, dass wir die damaligen Etterzhausener eben auch die Regensburger Domspatzen mit unserem Geld großartig unterstützt haben.
    Frau Petra , ich weiß jetzt nicht was sie eigentlich wirklich wollen, aber der Zug ist schon lange angefahren. Die können nie wieder etwas gut machen. Nicht das Bistum Regensburg , oder auch die heutige Stiftung Regensburger Domspatzen. Die damalige Wirtschaftlichkeit eben in Etterzhausen war damals hoch im Kurs , eben weil Etterzhausen damals auch eine Geldmaschine war. Wenn Sie heute sagen:
    Zitat: Die Aufarbeitung IN DER SCHULE hat längst stattgefunden und ist abgeschlossen. Frau Petra , eben nicht!!! Bis heute hat nichts stattgefunden , und es ist auch nichts abgeschlossen.
    Es gab auch bis heute ein großes Forum im Wolfgangssaal , so wie es im Frühjahr 2010 damals auch abgesprochen wurde. Fragen Sie einmal den Herrn DKM , wieviele seiner Enkelkinder heute auch Domspatzen sind?
    Fakt ist, dass eben gleich nach bekanntwerden der Missbrauchsfälle eben vor 5 Jahren, sofort alles in die Wege geleitet wurde, damit sich die Stiftung Pielenhofen und Regensburg verschmelzen können. Und alles hinter dem Rücken der ehemaligen Opfer von Etterzhausen. Frage, warum hat man dann so schnell eine neue Grundschule der Domspatzen gebaut? Auch finde ich sehr ominös , dass eben dann mit der Verschmelzung , sogleich die alten Vermögen von Etterzhausen oder Pielenhofen , schnell verkauft , ( sind jetzt noch Erbschaften da ) oder eben schnell radiert wurden.
    Und so weiter…..
    Also , es fehlt bis heute der nötige Respekt zum Thema.
    Ein Beispiel möchte ich hier noch aufführen liebe Frau Petra:
    Sehen Sie sich einmal auch dieses Movie an: Der Herr Berthold Wahl sagte:
    JA , das hat uns natürlich auch wie ein Schlag getroffen.
    Der Herr Wahl machte bei den Domspatzen auch sein Abi und war dort auch bis Anfang der 70s dort in dieser Institution. Wie ein Schlag getroffen! Also wenn der Herr Wahl von den ganzen Themen und Geschichten, auch die von Etterzhausen nichts mehr wisse.
    Schaun Sie , seit vielen Jahren wird vieles nur vertuscht und vertuscht! Vieles wird derart in die Länge gezogen , und so weiter.
    Große Themen eben zum Thema Domspatzen sind bis heute eben auch die Themen Homosexualität , Bisexualität und eben auch die Phädophilie bei den Domspatzen.
    Bis heute geht man in keinster Weise daraum ein, auch nicht das Bistum Regensburg.

    cu

  • P.

    |

    @ Petra

    , jetzt habe ich doch das Movie vergessen, sorry!

  • Stefan Aigner

    |

    Sehr geehrter Herr Paprotta,

    eine kurze Erwiderung auf Ihre Stellungnahme.

    Zu den Vorwürfen, die Sie gegen die ARD erheben, kann ich mich nicht äußern.

    Sie schreiben: „Wenn Zweifel bestehen, empfehle ich zugunsten des Opfers.“ An anderer Stelle sprechen Sie gar von „objektiven Fakten“.

    Wie ist das mit Ihrer Empfehlung im Fall von Udo Kaiser in Einklang zu bringen? Zur Erinnerung: Das war der Junge, an dessen Hinterkopf ein Präfekt bei den Domspatzen sein Glied gerieben hat, während er ihm unter Stöhnen den nackten Hintern verprügelt hat. Sie selbst haben in einem Hintergrundgespräch mit dem BR-Magazin kontrovers im April 2012 Ihre Argumentation im Fall von Herrn Kaiser. („Stöhnen kann von der Anstrengung beim Verprügeln kommen“) bestätigt. Diese Empfehlung liegt nicht „im Zweifel zugunsten des Opfers“, sondern entspricht dem genauen Gegenteil: Im Zweifel gegen das Opfer. Offenbar war damals auch die – nun von Ihnen ins Feld geführte – Schweigepflicht kein Problem. Von Seiten der drei in der Dokumentation gezeigten Männer ohnehin nicht – diese hatten mir schon für frühere Recherchen umfassende Schweigepflichtentbindungen für alle Beteiligten ausgestellt. Allerdings kam vom Bistum Regensburg dazu dennoch keine Stellungnahme oder Erklärung und ich bin nicht der einzige Journalist, dem es so ging.

    Sie schreiben: „Ist Ihnen aufgefallen, dass man praktisch nie öffentlich die Stimme von Menschen hört, die Opfer sexueller Gewalt im Bistum Regensburg waren und deren Anträge zu einer Anerkennung geführt haben? Scheinbar sind diese vielen Menschen, denen geholfen wurde, nicht interessant für die Medien.“ Diese Fälle wären durchaus interessant für die Medien, nur ist mir leider keiner bekannt.

    Sie schreiben darüber hinaus mehrfach von „vielen Menschen“, die anerkannt worden seien. Das Bistum selbst spricht von lediglich 30 Betroffenen, die anerkannt wurden. An anderer Stelle räumen Sie ein, dass Sie bei längst nicht allen Fällen involviert waren. Ist es da nicht etwas übertrieben, von „vielen Menschen“ zu sprechen? Für wie viele Menschen waren Sie denn zuständig, um beim Thema zu bleiben? Bislang gibt es für mich keinen Grund, die vom Bistum veröffentlichten Zahlen überhaupt zu glauben.

    Sie schreiben: „Das Resultat der Dokumentation: zahlreiche Opfer werden jetzt davor zurückschrecken, Anträge auf Anerkennung zu stellen, weil ihnen plakativ einige wenige Ausnahmefälle vorgeführt wurden, in denen eine Anerkennung wegen eines Sexualdelikts nicht erfolgt ist.“

    Wie schon erwähnt: Seit 2011 wurden – laut Bistums-Angaben – 30 Opfer sexuellen Missbrauchs in Regensburg anerkannt. Offenbar scheinen Betroffene also schon länger davor zurückzuschrecken, sich an die Diözese zu wenden. Sie vertrauen dieser Diözese nicht. Das hat nichts mit der Berichterstattung der Medien zu tun, sondern mit dem Verhalten der Verantwortlichen in der Diözese Regensburg, mit Serienbriefen an Missbrauchsopfer, mit dem belegbaren Verschweigen und Vertuschen von Missbrauchsfällen hier. Und auch mit Entscheidungen wie sie im Fall von Udo Kaiser, Georg Auer und Alexander Propst getroffen wurden, für die Sie zum Teil mitverantwortlich sind. Daran ändern auch Ihre weitschweifigen Erklärungen nichts, die größtenteils nur vom Thema ablenken.

  • Veronika

    |

    Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Paprotta,

    es ehrt Sie außerordentlich, dass Sie den Weg über eine Stellungnahme an RD wählen, um hier einige Dinge klarzustellen. Vielleicht haben Sie bemerkt, dass auch ich meine Ausführungen zurückgenommen hatte, als ich von einigen Dingen erfuhr, welche Sie durchaus geeignet erscheinen lassen und liessen, dieses Mandat von der Diözese R. zu übernehmen. Trotzdem sehe ich Sie hier ein wenig überfordert, denn Sie führen selbst aus, dass Sie „nicht zu allen Fällen Zugang haben“, hier „beratend tätig“ sind usf.
    So isses, und wird aus und über die Diözese R. auch nicht anders berichtet. Kein Bischof, kein sonstiger Geistlicher hat hier eine Meinung. Warum denn nicht? In den Predigten, sollten diese nicht einer Vorlage der Publikation „Gottesdienst“ entnommen sein, weiß man den Gläubigen auch so viel zu berichten und anzumahnen.
    Wie will ein Ortspfarrer mit Leuten umgehen, die noch immer über an denen verübten Mißbrauch schweigen (müssen)? Der Bischof, die Verantwortlichen des Bistums sind gefragt und haben zu antworten. Außer selbstverständlich die Diözese R. und ebenfalls schweigend die RKK mindestens in Deutschland sehen sich nur noch als „Glaubensunternehmen“ und so hoch erhaben, dass ein einfacher Ortsbischof – mehr ist dieser nämlich trotz Beziehungen zu Papa em. Ratzinger nicht – denkt, die Angelegenheit aussitzen zu können.
    Was ist mit den Altfällen, aus deren Verschweigen vielleicht sehr viele Leute in Politik und Kirche für deren Karriere bis in höchste Ämter Nutzen gezogen haben, ohne selbst angegangen worden zu sein? Interessiert dies die RKK?
    Dass es weder den früheren noch den derzeitigen Papst interessiert, weiss ich von einigen Bekannten mit einem „großen Ohr“ nahe beim/ im Vatikan.
    Allgemeine Zustimmung, dass es Priester gibt, die diese Vorgehensweise der RKK und der Diözese R. nicht dulden und seelisch nicht verarbeiten können. Von dort kommt die – meine Motivation – ohne mittlerweile seit über drei Jahren überhaupt noch etwas mit diesem Verein zu tun zu haben, diese Dinge einer Klärung zuführen zu helfen.

    Danke noch einmal für Ihr Statement, und die Frage: Was soll ein Kinderpsychiater mit erwachsenen Mißbrauchten klären?

  • Ralf Bart

    |

    Sehr geehrter Herr Paprotta,
    einigen Ihrer Anführungen muß ich widersprechen.
    Es scheint Ihnen nicht bewußt zu sein das auch in der Pädophilie fälle von Sado/Maso vorkommen.
    Gesetzt den Fall; Sie wären das Kind gewesen dem ein eregiertes Glied im Nacken gerieben wird und gleichzeitig Ihnen durch Schläge auf den Hintern , Schmerzen zugefügt werden.
    ich glaube es ist Ihnen nicht bekannt wieviel Sadisten in der Heim/Internatserziehung unterwegs waren, sonst hätten Sie eine andere Entscheidung getroffen.Über Ihre Rolle als „Opferanwalt“ weiß ich nichts, doch stehen Sie glaube ich auf der falschen Seite und sollten sich damit nicht Opferanwalt nennen!! Die Kirche ist mal definitiv kein OPFER!!
    Weiter sprechen Sie von Einzelfällen und davon das daß Bistum Regensburg eine überdurchschnittliche Anerkennungsleistung erbringe.
    Nach den bisher vorliegenden Zahlen: 77 Opfer, 13 Täter, 30 anerkannte und eine überdurchschnittliche Anerkennungsleistung von knapp 17 tausend Euro für 30 Fälle!

    Kommen wir sage und schreibe auf 566,67 Euro pro Fall!! Bordelle wären viel teurer gekommen oder Herr Paprotta?
    Und wir reden noch garnicht von der Dunkelziffer die es sicherlich auch bei den Domspatzen gibt.
    Wie können Sie da von Einzelfällen sprechen, zumal auch zahlreiche, ja zehntausende Opfer der Kirchen bekannt sind? Ziehen Sie sich mal die Zahlen vom Heimkinder Fond!
    ES liegen hier SYSTEMATISCHE Menschenrechtsverletzungen der Kirchen vor und Sie Herr Paprotta bügeln das für den BRAGO Satz weg. Sie glauben der deutsche Bürger zieht sich die Hosen mit einer Kneifzange an.
    Sie kommen nicht nur im Bericht sehr arrogant herüber, auch hier legen Sie dieses Verhalten nicht ab.

    Es grüßt Sie ein, über 100 mal mißbrauchtes, ein 18 jahrelang mißhandeltes, gedemütigtes ehemaliges KIRCHLICHES!! Heimkind.

    Ralf Bart

  • Veronika

    |

    Darf ich als „Unruhestifterin“ noch einige Zeilen anbringen:

    Ein profaner Rechtsanwalt alleine ist hier auf weiter Flur verloren. Warum wird nicht einer derjenigen Herren oder mittlerweile auch Damen hinzugezogen, die Katholisches Kirchenrecht studiert haben, aber kritisch zur Kirche stehen. Wenn nicht alle Akten geöffnet werden – auch der Altfälle – wird niemand feststellen können, warum es dazu kam, ob nicht doch eine dienststellenbezogene „Vererbung“ dieses Mißbrauchs gegeben war und möglicherweise sogar noch ist. Man empfiehlt der Diözese R. neben Herrn RA Paprotta vollkommen unabhängige zu beschäftigen, sonst dürfte es im Laufe der Zeit mehr als gewaltige Probleme mit der Zentrale in Rom geben (müssen). Dort sollen einige nicht unbedeutende Leute sehr angefressen sein, da es nicht zuletzt auch um deren zukünftige Dienststelle geht.

  • Neduah

    |

    bezüglich Herrn RA Paprotta: überfordert oder naiv – das ist auch schon egal – und jetzt muss der „Arme“ auch noch böse Kommentare aushalten… ZURECHT!!!!
    Dass er sich jetzt auch als „Opfer“ fühlt, kann ihm ja in Zukunft als „Opferanwalt“ helfen. Vielleicht merkt er dann auch, dass es unendlich viel Mut erfordert, als Opfer öffentlich zu reden und bloß weil ein Opfer nicht öffentlich redet, man keinesfalls darauf schließen kann, dass ihm geholfen worden ist!!!!

  • Petra

    |

    @Angelika Oetken:

    Ich bin der Meinung (wie gesagt meine Meinung), dass so
    etwas nicht auf die allgemeine Schulhomepage gehört sondern, wie schon erwähnt, wenn dann auf die Homepage der Diözese. Selbst wenn noch damalige mutmaßliche Opfer vielleicht als Lehrer oder Präfekten heute dort tätig sind, ist für die SCHULE (nicht die KIRCHE!!!) das Thema beendet und ein Neuanfang gefunden – und deswegen finden Sie da auch nichts. Die beiden Institutionen sind hier einfach zu trennen, denn die Verantwortlichen waren Geistliche.
    Ich verstehe ihren Wunsch des „Versprechens“ schwarz auf weiß und das wäre auch nötig und sinnvoll aber das ist Sache der Herren des Bistums. Da tun sich die verhärteten und konservativen Kirchenherren halt schwer – wahrscheinlich müssen da noch ein paar hundert Jahre vergehen. Es wäre sicher schon anders, wenn ein paar Frauen an den obersten Plätzen mitmischen würden/könnten….;-)
    Dass auch Männerstimmen sich an Knabenstimmen vergangen haben sollen kann durchaus sein – aber mal ehrlich: Gibt es ein Internat, wo ja immer auf engsten Raum Tag und Nacht Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft zusammenleben müssen, wo es sowas nicht gab und gibt??? Ebenso wie das Mobbing – es findet leider an jeder Schule statt, da wo viele auf engem Raum leben erst Recht! Es gibt in solchen Schulen leider halt immer auch schwierige Kinder oder Kinder aus schwierigen Verhältnissen, die eben dort abgeschoben werden und ihren Frust an anderen auslassen oder eben zum Opfer werden wegen ihres sensiblen Profils.

    Und da bin ich schon beim nächsten Thema: meine Jungs sind Tagesschüler, d.h sie kommen um 17:15 oder 19:15 (wenn kein Konzert o.ä stattfindet) nach Hause.

    Ich „mute“ es meinen Söhnen „zu“ weil sie es UNBEDINGT wollen und unglaublich viel Spaß daran haben zu singen und zu musizieren. Wenn sie nicht bei den Domspatzen gelandet wären dann wären sie in eine anderes Musikgymnasium gegangen, bei dem dann halt der Fokus auf den Instrumenten liegt mit nahezu ebensoviel Aufwand. Sie haben vom ersten Tag der ersten Klasse mit riesen Begeisterung an den Vorchören (2 x 45/60min singen pro Woche von zu Hause kommend und nur von Frauen geleitet) teilgenommen und haben es gar nicht abwarten können dort ins Gymnasium zu kommen. Mein 2. Sohn hat die ganze 4.Klasse, die ja mittlerweile grausam ist, gekämpft wie ein Löwe um das zu schaffen. Beide spielen seit dem 4. Lj Klavier und seit der 1. Kl. Geige (der Große) und Cello (der Kleinere) und sie sind bei den Chören beide sofort Solisten geworden. Sie empfinden den Streß, den wir als Eltern wegen der vielen Termine, des Schlafmangels, der schulischen Belastung, den vielen Reisen… eher negativ sehen selbst als total positiv, anspornend und spannend.

    @Resch:

    Ich frage mich was Sie mit ihren Andeutungen wollen? Ich persönlich kenne niemanden, der etwas Schlechtes über Herrn Kleber gesagt hat – im Gegenteil. Also entweder meinen Sie, die beiden Herren seien als Opfer an den Folgen gestorben oder sie seien als Täter von Opfern umgebracht worden??? Mit solchen Mutmaßungen spaßt man nicht. Auch mein Vater war in Etterzhausen und hatte dort schreckliches Heimweh. Bekanntermaßen waren ja auch die sonstigen Erziehungsmethoden und die Unterbringung nicht gerade kindgerecht, sogar unmenschlich. Aber auch er hat selbst nie einen sexuellen Übergriff gesehen, bemerkt oder selbst erfahren. Es wurde wohl sehr gut geheimgehalten, sowohl von den Präfekten als auch von den Kindern – wie ja auch heute sowas immer wieder auf der ganzen Welt funktioniert. Und alle sind dann nachher geschockt und erstaunt. Aber das ist eben Tatsache. Deswegen kann man Herrn Wahl vielleicht auch glauben, dass er nichts bemerkt hat. Die Kinder wurden (und werden auch heutzutage genauso von Pädophilen) nach bestimmten Mustern herausgepickt – die Starken und Selbstbewussten betrifft das ja gar nicht und die kriegen dann auch eben nichts mit.
    Mein Bruder war von ca. 1990 (Pielenhofen)-1998 (Regensburg) in der Schule – da gab es für Ihn keine sichtbaren Vorkommnisse mehr. Da ging ja dann auch die Ära Ratzinger zu Ende….

    @Robert:

    „Als Mutter von 4 Kindern verurteile ich diese Geschehnisse und vorallem deren Nichtaufarbeitung und die Behandlung der Opfer zutiefst. Die Vergehen, die sonstigen demütigenden Methoden der Präfekten/Erzieher genauso auch das heutige Verhalten der Kirche zu diesem Thema ist erschütternd und in meinen Augen einfach nur krank. Genauso krank wie auch in der heutigen Zeit Pädophile auf der ganzen Welt ans Werk gehen. Dass die katholische Kirche in unserer Zeit soetwas aussitzen will und die Leiden der Opfer nicht anerkennt ist nicht tolerierbar!“
    …Was aber nicht heißt, dass die Schule in ihrer modernen Form keinen Neuanfang machen darf und Gott sie Dank gemacht hat! Die Kirche dagegen hat, denke ich, natürlich noch daran zu arbeiten!

    @P.:

    Herr DKM Büchner hat zwei männliche Enkel und beide sind in Grundschule und Gymnasium, die Eltern (Sohn Büchner und Frau) sehr liebe und fähige Lehrer der Grundschule.
    Alles andere hab ich eigentlich schon vorher mitbeantwortet. Trennung von Schule und Bistum finde ich wichtig, ebenso dass das Bistum sich erklären und entschuldigen muss ist keine Frage. Aber die Kirche verhält sich halt mal wieder so wie sie sich schon seit Jahrhunderten verhält und wie gesagt da brauchts wohl noch ein paar weiter hundert Jahre und noch so manches. Wieder gut machen kann man die Geschehnisse keinesfalls auch nicht mit Geld oder sonst was, höchstens verarbeiten, genauso wie alles andere Leid auf der Welt. Da stehen alle derartigen Täter am Pranger und die Opfer haben ihr Leben verpfuscht – das ist klar und schlimm. Die Zeit zurückdrehen können sie auch nicht. Wie bekannt, sind die Domspatzen auch nicht die einzige Institution in der Missbrauchsfälle stattfanden….Besonders schwer wiegt halt der katholische Deckmantel. Aber aus der Geschichte weiß man ja, wie die Kirche immer schon mit sowas umgegangen ist. Ich denke, was wir alle wollen ist, dass sich das eben endlich mal ändert. Da braucht es beständigen Druck und aufwiegeln – was wir hier ja mit solchen Diskussionen und die Medien tun. Aber die Mühlen mahlen langsam und Berge versetzt hat noch niemand! Die Betroffenen habe auf jeden Fall all unser Mitgefühl und das ist schon viel Wert – und wenn wir könnten würden wir es sicher ändern, was passiert ist.
    Was die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Etterzhausen und Regensburg anbelangt bin ich unwissend. Die Katholische Kirche hat immer schon gewusst wo sie Geld herholen kann. Aber sicher bin ich mir, dass die örtliche Verschmelzung Grundschule-Gymnasium nichts mit den Missbrauchsfällen zu tun hat und schon sehr viel länger als 5 Jahre auf dem Wunschzettel steht – außerdem absolut sinnvoll und wichtig ist.
    Das Video kenne ich schon. Die Eltern werden fast schon minutiös per email, soziale Netzwerke etc. über die Schule und ihre Kinder sowie sämtliche Abläufe (auch auf Reisen!) von Präfekten, Lehrer und Manager in Kenntnis gesetzt und haben ordentlich Mitspracherecht.
    –>So viel zur heutigen Transparenz und Verarbeitungssituation der SCHULE!

  • Dr. Vincent Kluwe-Yorck

    |

    Hat sich eigentlich einer der Fürsprecher nur einmal gefragt, ob es überhaupt der richtige Umgang mit den Missbrauchsfällen ist, einen RECHTSANWALT zur BEKÄMPFUNG der Ansprüche einzusetzen?

    Wäre es bei der unbedingt erforderlichen Sensibilität im Umgang mit den Opfern nicht eher angeraten, Soziologen mit der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle zu beauftragen statt einen unsensiblen Hauklotz wie diesen hochgradig unsympathischen Advokaten?

    Man schaue sich nur die Textfülle seiner hilflosen Rechtfertigungsversuche hier in den Kommentaren an: Als „Schriftgelehrter“ (um im Jargon zu bleiben, der der Kirche vertraut sein dürfte) sage ich: Wer dermaßen viel Text braucht, um sich zu rechtfertigen, hat viel zu verbergen!

    Mein persönliches Fazit: Der aktuelle Umgang mit den Vorkommnissen ist ebenso ekelhaft und widerwärtig wie die Vorkommnisse selbst.

  • Ralf Bart

    |

    Ach und noch etwas Herr Paprotta,
    die Kirche wird Sie sicherlich nicht im Stich lassen und dafür Sorgen das Sie auch weiterhin mit den „kläglichen“ Brago Sätzen versorgt werden. Für die Diskredition haben Sie selbst gesorgt. Ein „Opferanwalt“ der für Täter, Täterorganisationen arbeitet diskreditiert sich eben. So ist das Herr Paprotta, leben Sie damit!

  • Veronika

    |

    Jetzt muß ich doch noch einmal, denn die Angriffe – ich darf das jetzt wirklich so bezeichnen – gegen den Anwalt nehmen mir zu sehr zu. Einige Leute hier scheinen nicht zu begreifen oder begreifen zu wollen, dass ein Rechtsanwalt auch nur ein Mensch ist und nur so weit tätig werden kann, wie man ihm von Mandantenseite das Vertrauen schenkt. Ist die Mandantin die RKK hat sich dies meiner Ansicht nach bereits vor Mandantsübernahme erledigt, denn die RKK beschäftigt „in Lohn und Brot“ weltweit jede Menge eigener Advokaten. Wenn die sich jemand Externes holt, dann ist diese Person einfach nur zu bedauern. So sehe ich das!

  • Petra

    |

    Ja, da muss ich Veronika Recht geben! Das geht alles wirklich zu weit und ist nur noch demütigend, als wäre Herr Paprotta selbst der Täter. Er kann wahrscheinlich auch nur seinen Job in dem ihm von der RKK gesteckten Rahmen erledigen und der ist schwer genug! Dass er alleine da wohl nicht ausreicht, dafür kann er nichts. Und wenn durch ihn nur ein paar Opfer anerkannt wurden ist das besser als keine und weiter Stillschweigen, oder?

    So am Rande: Interessanterweise sind die großen Ankläger wieder die Männer – was auch in einem solchen Forum wieder mal beweist, dass da wo nur Männer agieren einfach vermehrt Gewalt, wenn auch nur mündlich, auftritt. Das gibt schon zu denken….Frauen gebieten da eher Einhalt (was natürlich nicht heißt dass es keine gewalttätigen und missbrauchenden Frauen gäbe, das wissen wir alle!). Aber die Mischung machts, daher finden sich auch in den Domspatzenschulen nun so viele Frauen – und es funktioniert! Kürzlich wurde auch darüber nachgedacht in den schulischen Unterricht Mädchen zu integrieren, mal sehen was daraus wird.

  • Thomas Jahn

    |

    so gerne ich die Arbeit und Methoden mancher Anwälte ins Visier nehme – hier verrennt ihr euch!
    Die Kirche hatte hier den Auftrag den Dialog mit den Opfern zu suchen und ihre eigenen Skandale aufzuarbeiten. Ich weiß nicht welche Vorgaben das Anwalt/Psychologen-Team hatten, die jetzt vorgeschoben wurden um die öffentliche Aufarbeitung zu übernehmen – es ist egal. Die Kirche ist hier in der Verantwortung.
    Drei Sätze – wobei von Sätzen konnte keine Rede sein, eher betretenes Gemammel – von Bistumssprecher Clemens Neck haben mir gereicht um zu wissen, wer für Verharmlosung und Vertuschung verantwortlich ist.

  • Ralf Bart

    |

    Meine lieben Damen,
    sicher meinen Sie auch meine Beiträge, die ich selbst garnicht als verbale Gewalt sehe.
    Ein Anwalt kann jederzeit sein mandat niederlegen, insbesondere dann wenn das Vertrauensverhältnis gestört ist.
    Herr Paprotta selbst nennt sich Opferanwalt und arbeitet , wird bezahlt durch das Bistum Regensburg.
    Wer zahlt schafft an! Sagt Ihnen das etwas?
    Hier zeichnen sich die selben Vorgänge ab die schon am Runden Tisch Heimerziehung ab. Es wird vertuscht, verharmlost, gelogen und betrogen.
    Auch hier bestimmen wieder Täter und Täterorganisationen wer Opfer ist und welche Almosen man ihm angedeuen lassen kann.
    Den Vorsitz des Runden Tisches Heimerziehung hatte die Evangelische Pastorin Antje Vollmer, mit ihr am Tisch zahlreiche hochrangige kirchenvertreter und Volljuristen!!
    3 Opfer ließ man am RT zu, die völlig überfordert mit der Übermacht der Kirche und Juristen waren.
    Wir leben hier in einem angeblichen Rechtsstaat und da frage ich sie : Wie kann es angehen das Täter darüber bestimmen wer Opfer ist und wieviel er bekommt?

    Täter/Opferausgleich geht sicher anders!
    Und in diesem Spiel mischt nun RA Paprotta mit, ob bewußt oder unbewußt über die Dinge die sich im Hintergrund abspielen oder abgespielt haben.

    In eigener Sache darf ich ihnen mitteilen das die kirche in meinem Bundesland überhaupt nicht interessiert ist mich anzuhören oder die Vergangenheit aufzuarbeiten.
    Hier geht nur noch der Weg über die Gerichte.

  • Good Language

    |

    @Frau Petra,
    Sie legen sich ja schon ordentlich ins Zeug , und könnten doch dann gleich den Herrn Pressesprecher Neck vertreten. Anscheinend sind Sie in eine sehr große Domspatzenfamilie hinein geboren worden.
    Bitte täuschen Sie sich jetzt nicht ,aber das alte Zeugs, hat sehr wohl auch mit dem Heute zu tun. Anscheinend sind Sie auch im Elternbeirat der Domspatzen und kennen Sie sich auch bestimmt aus. Auch wenn das ‚Thema heute so 5 Jahre alt ist , muss es auch heute eben ausführlich aufgearbeitet werden.
    Hier muss das Bistum Regensburg und auch die heutige Institution Domspatzen richtig Flagge zeigen, und auch einen richtigen Klartext sprechen, …
    …und Fragen Sie bitte auch nach Herrn Kleber und Herrn Stephan Martin

  • Lilly Maier

    |

    Sehr geehrter Herr Paprotta,

    aus Ihrer weitläufigen Stellungnahme möchte ich einen Punkt herausheben, der sich mir geradezu aufdrängt. Ich möchte Sie fragen, was genau Sie qualifiziert, „sexuell motivierte“ Übergriffe „einzuordnen“, bzw. von nicht sexuell motivierten zu differenzieren? Sie schreiben: „Richtig ist eigentlich: ihre zweifellose Misshandlung wurde von mir nicht als sexuell motiviert eingeordnet“.

    Sexuelle Gewalt gegen Kinder ist ein äußerst komplexes Themenfeld, das wesentlich mehr beinhaltet als juristische Abgrenzungen. Noch immer sind gerade bezüglich der Motivation der Täter sehr viele Fragen offen. Auch hinsichtlich der Aufarbeitung der Zusammenhänge und Hintergründe (sexueller) Gewalt an Kindern durch Erwachsene sowohl im familiären Umfeld wie auch in Institutionen steht Deutschland noch ganz am Anfang. Dies können Sie u.a. auf den Seiten des Unabhängigen Missbrauchsbeauftragten, aber selbstverständlich auch im Austausch mit den zahlreichen Einrichtungen bzw. Menschen, die sich seit vielen Jahren mit der Thematik professionell befassen, erfahren. Tatsache ist jedenfalls, dass vorerst zum Thema sexuelle Gewalt gegen Kinder noch vieles an Falschvorstellungen, interessengeleiteten Mythen und Spekulationen wirkt, während die tatsächlichen Fakten erst noch zu erarbeiten sind.

    Vor diesem Hintergrund stelle ich also nochmals die Frage, was Sie glauben, was Sie befähigt, eine qualitative Feststellung treffen zu können, ob Übergriffe „sexuell motiviert“ sind oder nicht, bzw. was Sie qualifiziert, zu entscheiden, ob sexueller Missbrauch stattgefunden hat oder nicht.

  • Angelika Oetken

    |

    http://www.express.de/duesseldorf/nun-muessen-kinder-aussagen-sex-pfarrer-georg-k–verweigert-aussage-bei-prozessbeginn,2858,29519538.html

    Hier wird anschaulich darüber berichtet, wie sich so ein mutmaßlicher Priestertäter dann vor Gericht gebärdet. Wenn er sich gegenüber Erwachsenen verantworten muss. Ich hoffe, dass die Beteiligten mit Täterstrategien und Täterprofilen vertraut sind (1). Und der Arm der RKK nicht bis ins Landgericht Krefeld reicht.

    Dank der bisher leider verhältnismäßig kurzen Verjährungsfristen dürfen die meisten dieser Stützen der Gesellschaft weiterhin Jagd auf Kinder machen. Tragisch: denn es sind gerade die „Altopfer“, die besonders viel dazu beitragen könnten, Serienverbrecher zu stoppen.

    Bei der Gelegenheit: wie lange liegt der letzte bekannte Missbrauchsfall in einer Domspatzeneinrichtung eigentlich zurück?

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    (1): http://www.kriminalpolizei.de/startseite/news-detailansicht/artikel/sexueller-missbrauch-von-kindern.html (Die Täter – wichtige Hinweisgeber für wirksame(re) Prävention, Ermittlungsarbeit und Strafverfolgung
    Von Manfred Paulus, Erster Kriminalhauptkommissar a. D., Ulm/Donau)

  • Angelika Oetken

    |

    „Die Kinder wurden (und werden auch heutzutage genauso von Pädophilen) nach bestimmten Mustern herausgepickt – die Starken und Selbstbewussten betrifft das ja gar nicht und die kriegen dann auch eben nichts mit.“

    @Petra,
    wie kommen Sie zu dieser Annahme? Haben Sie eine Quelle dafür?

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    „Die beiden Institutionen sind hier einfach zu trennen, denn die Verantwortlichen waren Geistliche.“

    @Petra,
    ach dann sind die Einrichtungen der Domspatzen jetzt unter weltlicher Trägerschaft?
    Für den Fall möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass die Informationen auf der Homepage angepasst werden sollten…

    „Kosten für Stadtschüler, Tagesschüler & Internat
    Träger der Stiftung Regensburger Domspatzen mit Chor, Schule und Internat sind das Domkapitel Regensburg und der Verein „Freunde des Regensburger Domchors“ e.V., welche das Musikgymnasium finanziell absichern“
    http://www.domspatzen.de/de/internat/profil-des-internates/aufnahmebedingungen-und-kosten.html

    Im Ernst: vermutlich wollten Sie einfach das Beste für Ihre Kinder. Und müssen nun feststellen, dass der Besuch einer Einrichtung der „Domspatzen“ vielleicht demnächst schon für Ihre Kinder ein Stigma darstellen könnte.

    Wie wäre es, wenn Sie und weitere engagierte Eltern sich gegenüber den Verantwortlichen (Stadtrat, Bürgermeister, zuständige Landespolitiker) dringen dafür einsetzen, dass die systematische sexuelle Ausbeutung, die an vom Bistum Regensburg betriebenen Einrichtungen jahrzehntelang statt fand, aufgeklärt, aufgearbeitet und gesühnt wird?

    Am Geld kann es nicht liegen, wenn sich das Bistum weigert, Verantwortung für die Verbrechen zu übernehmen.

    Die Foristin Veronika hat vergangenen Dienstag darauf aufmekrsam gemacht, dass die Diözese Regensburg die reichste der Welt sein soll. Vielleicht mag sie uns ja verraten ob es dafür eine Quelle gibt oder wir demnächst eine zu erwarten haben ;-)http://www.regensburg-digital.de/die-akte-regensburger-domspatzen/30122014/#comment-234497

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    „Hier zeichnen sich die selben Vorgänge ab die schon am Runden Tisch Heimerziehung ab. Es wird vertuscht, verharmlost, gelogen und betrogen“

    @Ralf Bart,

    dass es im Grunde beim Missbrauchsthema – fast – überall ähnlich läuft ist kein Zufall. Die privaten Betreiber von Fürsorgeeinrichtungen, Schulen und Internaten haben sich auf Kosten der ihnen vom Staat – in Vertretung des deutschen Volkes – anvertrauten Kinder bereichert. Sie waren zeitweise der größte Anbieter von sozialen Dienstleistungen.

    An erster Stelle stehen dabei die beiden großen christlichen Kirchen. Aber auch kleinere Institutionen, die nicht weniger „kreativ“ abgerechnet haben. Paradebeispiel: die Odenwaldschule.

    Egal ob kirchlich oder weltlich: sie definieren sich selbst alle gern als „sozial“ oder meinen, Anderen etwas über „Moral“ und „Werte“ predigen zu müssen.

    Dabei geht es in Wirklichkeit um sehr, sehr viel Vermögen und politischen Einfluss. Erworben mit Geld, das die Generationen vor uns bezahlt haben. Und bei dem bis heute unklar ist, wo es eigentlich hin floss und sich heute befindet.

    Menschen wie Frau Vollmers müssen es selbst mit ihrem Gewissen vereinbaren, wenn sie sich mit solchen Institutionen einlassen.

    Aber: alle BürgerInnen finanzieren mit ihren Abgaben diese ganzen „christlichen“ Unternehmen mit. Wir können daher erwarten, dass sich die kirchlichen Unternehmen, die WIR ALLE subventionieren in ihre Karten gucken lassen.

    Das zeigt: ohne eine Unabhängige Aufarbeitung unter staatlicher Leitung können auch keine Lösungen gefunden werden, die die Öffentlichkeit mit trägt.

    Das große Interesse, auf das der vorgestern gezeigte Dokumentarfilm stieß, ist eines von vielen Zeichen, dass die Öffentlichkeit hellhöriger und wachsamer geworden ist.

    Und unangemessenes Vertrauen in Institutionen durch gesunde Skepsis ersetzt hat.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Petra

    |

    Irgendwie wird einem hier ständig das Wort im Mund verdreht und man muss alles mehrmals wiederholen. Ich befürchte, dass sich hier einige gewaltig im Kreis drehen und nicht richtig lesen.

    @Good Language:

    JA, ich bin in eine „große Domspatzen-Verehrer-Familie“ hineingeboren und finde da auch nichts schlechtes daran. Wir sind und waren alle begeisterte Hobbymusiker. Wie schon erwähnt, hatten meine Vorfahren (mein Opa, mein Vater und mein Bruder – wohlgemerkt 3 Generationen!!!) keinerlei Schwierigkeiten in Form von sexuellen Übergriffen und nur gute Erinnerungen. Das einzige Schlechte waren die damals überall stattfindenden und für heutige Verhältnisse unmenschlichen Züchtigungsmaßnahmen. Aber darunter mussten ja alle Schüler überall leiden.

    Und NEIN, das Zeugs damals hat gar nichts mehr mit dem Heute zu tun! Gegen so eine Aussage wehre ich mich entschieden und falls sie alle meine Kommentare gelesen haben, müsste Ihnen das auch einleuchten. „Das Zeugs“ ist nicht 5 Jahre alt sondern 30,40,50 Jahre. Ich frage Sie: was haben wir heute mit dem Holokaust unter Hitler zu tun??? Genau diese Frage wird doch von unserer Generation immer gestellt. Genauso ist es mit den damaligen Geschehnissen bei den Domspatzen. Bitte nicht falsch verstehen: das heißt natürlich nicht, dass die VERANTWORTLICHEN sich nicht zu verantworten und aufzuarbeiten usw. zu haben, aber das ist die Katholische Kirche!!!! Auch das habe ich schon x-mal geschrieben. Für die heutige Domspatzenschule ergibt sich dieselbe Situation wie für uns mit dem Hitlererbe – es ist ein ERBE mit dem sie und wir zu leben haben und darauf zu achten haben, dass so etwas nicht mehr passiert. Und da sind alle Beteiligten der Schule gut dabei. Wie gesagt, für die Herren der Diözese kann ich nicht sprechen.

    Was soll das dauernd mit den Herren Kleber und Martin? Hier werden doch Dinge nicht ausgesprochen, vertuscht, verhüllt….????…..

    @Angelika Oetken:

    “Die Kinder wurden (und werden auch heutzutage genauso von Pädophilen) nach bestimmten Mustern herausgepickt – die Starken und Selbstbewussten betrifft das ja gar nicht und die kriegen dann auch eben nichts mit.”

    Also das ist doch Allgemeinwissen und immerzu bewiesen und bestätigt worden wenn man sich die Verbrechermuster ansieht. Es wird ja sogar in der Filmdokumentation eine genaue Vorgehensweise beschrieben! So eine Frage verblüfft mich jetzt wirklich, das ist Psychosoziologisches Grundwissen auch für Nicht-Fachleute. Ich bin Ärztin, vielleicht habe ich diesbezüglich ein bisschen mehr Hintergrundwissen.

    Wie kommen Sie darauf, dass die Domspatzen nicht mehr in kirchlicher Trägerschaft sind? Wo sollen diese Provokationen hinführen? Ich habe geschrieben, dass die damaligen Verbrecher Geistliche waren, nicht mehr und nicht weniger. Und ich habe gesagt, dass heutzutage nur noch sehr wenige Geistliche an der Schule zu finden sind. Mir fallen da auf Anhieb vielleicht 3 (?) ein.
    Was meine Kinder betrifft, WILL ich nicht nur das Beste sondern HABE auch das Beste für sie – da bin ich mir absolut sicher. Sie gehen unglaublich gerne in diese Schule. Wie viele Schüler kennen sie, die das von ihrer Schule behaupten? Sie werden in ihren Fähigkeiten überdurchschnittlich gefördert und haben Spaß dabei, das ist doch was und wird mit Sicherheit niemals ein Stigma denn sie können nach dem Abitur Dinge, die andere Schüler nie gelernt haben und vielleicht auch nie mehr lernen werden und sie haben positive Erfahrungen gesammelt, die manche Menschen ihr ganzes Leben niemals sammeln werden. Damit meine ich NICHT Sexualpraktiken oder körperliche Demütigungen – (nur um hier keinen Nährboden für provokante Hintergrundgedanken zu schaffen).

    …“Wie wäre es, wenn Sie und weitere engagierte Eltern sich gegenüber den Verantwortlichen (Stadtrat, Bürgermeister, zuständige Landespolitiker) dringen dafür einsetzen, dass die systematische sexuelle Ausbeutung, die an vom Bistum Regensburg betriebenen Einrichtungen jahrzehntelang statt fand, aufgeklärt, aufgearbeitet und gesühnt wird?“…
    —> Was bringt Sie dazu, zu glauben, dass sowas nicht stattfindet? Jahrhunderte alte Mühlen mahlen langsam! (auch schon mal erwähnt)

    Auch Sie, die nicht in Regensburg wohnen, und ebenso alle anderen hier Kommentierenden, dürfen als freie Bürger in diesem Land ihre Meinung dem Bistum Regensburg mitteilen – nicht nur (nichtbetroffene) Eltern von heutigen Domspatzen oder Opfer von damals!

    So – und ich persönlich klinke mich nun hier aus diesem Forum aus denn ich mag nicht alles x-mal wiederkäuen und falsch verstanden werden. Ich für mich habe hier alles gesagt und nichts mehr hinzuzufügen!

  • Ralf Bart

    |

    Frau Oetken,
    eine große öffentliche Aufmerksamkeit besteht leider nicht. Das Thema ehemalige Heimkinder, Odenwaldschule, Jugendwerkhöfe usw sind ausgelutscht. Schon durch die Presse besteht kaum noch Interessen sich der Sache anzunehmen und die Schuldigen mit Tatsachen zu konfontieren.

    Auch der fall Domspatzen wird schnell einschlafen und die Öffentlichkeit noch interessieren, zum Glücke der Kirchen und deren Täter.
    Ganz besonders tragisch ist es das sich die Öffentlichkeit so sehr durch Politik und Kirchen täuschen lassen, denn dadurch geht auch der eigentliche Kern der Sache unter!

    Die Heimkinder und Internatsschüler stellen eine Gruppe da. Wenn sie an dieser Gruppe Straftaten vornehmen, begehen sie Menschenrechtsverletzungen die nicht verjähren!
    Deshalb auch immer wieder die Beteuerungen aus allen Seiten “ Es handelt sich um Einzelfälle“ um eben die Öffentlichkeit zu täuschen.

    Wir die ehemaligen Heimkinder vom Verein ehemaliger Heimkinder EV würden uns wünschen die öffentliche und rechtliche Aufmerksamkeit zu bekommen , die von nöten ist um die Sache an sich voran zu bringen.
    Doch bisher wurde seitens der Presse und der Öffentlichkeit jede Chance verpaßt die Kirchen und ihre Täter farbe bekennen zu lassen.

    Wir würden sicher gerne jede verfügbare Hilfe von seriösen Fachleuten annehmen um die Bundesrepublik wegen Menschenrechtsverletzungen vor die dementsprechenden Gerichte zu bekommen, oder Fachleute die Expertisen über den wahren Zeitgeist und den dort begangenen Grundrechts und Menschenrechtsverletzungen an der Gruppe der Heim/Internats/Behinderten anfertigen würden.

    Für mich sind die Kirchenleute und deren Anwalt aus dem Bericht , genau so schlimm wie die Täter selbst.
    Auch die Gesetzeslage muss unbedingt geändert werden.
    1) sexueller Mißbrauch ist Mord an der Seele des Opfers und darf nicht verjähren!
    2) Wenn Kirchenleute verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung begehen, müssen sie sich vor einem deutschen Gericht verantworten.

  • Angelika Oetken

    |

    Hier ein Missbrauchspräventionsansatz, der von Experten in Kooperation mit Betroffenen (ErfahrungsexpertInnen) unter Einbezug neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse entwickelt wurde. Ich kann ihn allen, denen der Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung wirklich am Herzen liegt sehr empfehlen: http://www.kein-raum-fuer-missbrauch.de/

  • Angelika Oetken

    |

    …”Wie wäre es, wenn Sie und weitere engagierte Eltern sich gegenüber den Verantwortlichen (Stadtrat, Bürgermeister, zuständige Landespolitiker) dringen dafür einsetzen, dass die systematische sexuelle Ausbeutung, die an vom Bistum Regensburg betriebenen Einrichtungen jahrzehntelang statt fand, aufgeklärt, aufgearbeitet und gesühnt wird?”…
    —> Was bringt Sie dazu, zu glauben, dass sowas nicht stattfindet? Jahrhunderte alte Mühlen mahlen langsam! (auch schon mal erwähnt)“

    @Petra,

    die Schule, der Sie eng verbunden zu sein scheinen, befindet sich immer noch in Trägerschaft der Katholischen Kirche oder?

    Darum wiederhole ich meine Frage: wo finden wir klare Hinweise darauf, dass die Vergangenheit aufgearbeitet wurde? Zum Beispiel damit Prävention nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch funktioniert?

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Veronika

    |

    @Ralf Bart:

    Sie werden sich wundern, aber Sie hatte ich mit meinem allerletzen Hinweis auf zu viel Aktion gegen den Rechtsanwalt nicht gemeint! Als Opfer würde ich vielleicht noch ganz andere Worte für diese Dinge finden, doch versetzen Sie sich einmal in die Lage eines Anwaltes der ein Mandat übernimmt, über dessen Tragweite er sich nicht bewußt ist, der wie er selbst hier in der Stellungnahme schreibt als evangelischer Christ auch nicht weiß, wie speziell die Diözese R. – die vermeintliche Lieblingsdiözese von Papa em. Benedikt XVI. „tickt“, und dem nach und nach bewußt wird, welche Dinge er sich hier aufgeladen hat. Mandat niederlegen? Geht nicht, die Diözese R. ist in Bayern zu mächtig, und ein Anwalt möchte zumindest ein klein wenig für Gerechtigkeit sorgen, auch wenn dies hier mit solchen Auftraggebern aussichtslos ist!
    Mit den Auftraggebern streiten? Geht aus dem genannten Grund ebenfalls nicht.
    ———–
    Nicht der Anwalt, die Priester und Diözesanverantwortlichen als „Anwälte der diesen anvertrauten Schäflein“ haben die Pflicht zu reden.
    Um es wieder einmal zu schreiben: Das „Päpstliche Geheimnis“ das hier immer wieder angeführt wird, widerspricht dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Eine Organisation welche so verfährt ist nach meiner Meinung als verfassungsfeindlich einzustufen. Mir hat jemand gesagt, dass auch das Reichskonkordat von 1933 – die RKK wollte dieses fortgeltend wissen – für einen solchen Fall keine andere Bewertung vorsieht. Also, welcher Anwalt, welche schützende Institution entzieht auf der Grundlage dieser Handlungsweise der Diözese R. der RKK in D deren Legitimation?
    So sollte man die Frage stellen und nicht den Anwalt – dem man jetzt nach diesem Doku-Desaster eigentlich doch nur die Mandatsniederlegung empfehlen kann – dafür verantwortlich machen.

  • Ertko

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    An den Rechtsanwalt Geedo Paprotta:
    Es mag ein wenig überzogen sein wie sie in den Medien dargestellt werden, aber es kommt schon so herüber, dass Sie da doch mit Stolz erfüllt sind, eine sicherlich sexuelle motivierte Tat eines Priesters siehe Beispiel Herr Kaiser anders auszulegen. Aber dafür werden Sie bezahlt, denn es geht ja nicht wirklich um ehrliche Aufarbeitung in diesem Bistum oder grundsätzlich der katholischen Kirche. Es geht noch nicht einmal mehr um das Ansehen dieser Kirche, weil der sexuelle Missbrauch von Priestern ja schon länger bekannt ist und es scheint nicht am Image dieser Kirche gekratzt zu haben. Aber hier kann man sicherlich nicht mehr von Einzelfällen reden betrachtet man sich die Institutionen in der diese Priester arbeiten wie Kirche, Schule und Heimen. Besonders in den früheren Heimen gab es kaum Heime, in denen Ordensleute nicht die ehemaligen Heimkinder sexuell missbraucht haben und nicht nur Priester, sondern auch die Nonnen haben hier diese Verbrechen begangen. Ihre Aufgabe ist es den Flurschaden klein zu halten und selbstverständlich geht es um Geld, denn je mehr Sie….es ist Ihre Aufgabe…… die Opfer als unglaubwürdig erscheinen lassen, Situationen bewusst in andere Richtung lenken desto mehr kann und können die Entschädigungen klein gehalten werden. Dieses ist ja so schon den ehemaligen Heimkindern angetan worden, die mit lächerlichen Entschädigungssummen abgespeist worden sind.
    Ich empfehle Ihnen einmal sich den Film: Song for a Raggy Boy anzuschauen. Der Film ist einer wahren Geschichte geschuldet im Jahre 1939 in Irland in einer katholischen Schule. Dort werden deutlich wie systematisch die Grausamkeiten, Misshandlungen und sexueller Missbrauch vorherrschen. Dieser Film ist bis heute nie deutsch synchronisiert worden und warum nicht? Die Frage können Sie sich bestimmt selber beantworten, der Arm der katholischen Kirche ist lang, so wie es fast auch funktioniert hätte den Film „Magdalena Sister“ hier in den Kinos verbieten zu wollen. Erfreulicherweise ist das nicht gelungen und wenn ich mich richtig erinnere hat das Bistum in Paderborn die Ausstrahlung verhindern wollen. Die katholische Kirche ist nicht einmal im Ansatz bereit eine ehrliche Aufarbeitung der früheren sowie der gegenwärtigen Gräueltaten zuzulassen und damit bleibt sie auf der Seite der Täter, jene Täter für die Sie „kämpfen“. So wie John Wayne mit harten Bandagen, aber auf der falschen Seite. Aber ich bin sicher es wird gut bezahlt, auch wenn an diesem Geld das Blut der geschundenen Opfer klebt.

  • Angelika Oetken

    |

    Zum Thema „Täterstrategien“: Täterinnen und Täter suchen sich geeignete Tatorte. Und das sind soziale Gefüge, in denen die verantwortlichen Erwachsenen zu schwach sind, um Kinder vor Missbrauch zu schützen.

    Schwäche kann sich auch so zeigen, dass sie nicht eingestanden und akzeptiert wird. Darum sind gerade Kinder und Jugendliche in Gefügen, die sich für etwas Besonderes halten genauso stark gefährdet, wie Heranwachsende, die in einem marginalisierten Umfeld aufwachsen.

    „Starke-Kinder-werden-nicht-missbraucht“: eine verbreitete Schein-Weisheit. Populär, da dieser Slogan die verantwortlichen Erwachsenen ein Stück weit in für die Kinder gefährlicher Sicherheit wiegt.
    Und: die Vorstellung, das eigene Kind sei „zu stark um missbraucht zu werden“ schmeichelt dem elterlichen Ego. Es gibt Mütter und Väter, für die ihre Kinder das sind, was man „narzisstische Selbstverlängerung“ nennt. Sie wenden sich ihrem Kind so lange zu, wie es ihre überhöhten Anforderungen erfüllt. Und projizieren Eigenschaften auf ihren Nachwuchs, die sie selbst gern hätten, aber nie entwickelt haben.
    Täterinnen und Täter können solche Kinder leichter isolieren und sexuell ausbeuten als welche, die von ihren Eltern so gesehen und geliebt werden, wie sie sind. Mit allen Fehlern und Schwächen. Die Menschen doch erst menschlich und liebenswert machen.

    „Opferpersönlichkeit“: viele Untersuchungen zu den Ursachen und Wirkungen von sexueller Misshandlung auf die Betroffenen, setzen erst ein, NACHDEM die Betroffenen Missbrauch erfahren haben. D.h. aus den Folgen der Traumatisierung wird auf die ursprüngliche Persönlichkeit des Opfers rückgeschlossen.

    Dies ist ein logischer „Kurz-Schluss“. Außenstehende nehmen an, dass die Eigenschaften, die Opfer REAKTIV entwickeln, die Ursache für deren Missbrauch seien.

    Missbrauchsopfer werden genötigt, zu schnell erwachsen werden zu müssen. Weil sie Menschen so kennen lernen, wie die – auch – sein können.

  • Petra

    |

    @ Angelika Oetken:

    Dies ist nun wirklich mein letzter Kommentar!

    Sehr klare Hinweise, dass die Vergangenheit in der Schule aufgearbeitet wurde, finden sich zum Einen schwarz auf weiß in der Homepage unter Internat und „Prävention“. Diese Seite ist wirklich ausführlich bearbeitet und weißt mehrere Leitlinien und Vorgehensweisen auf. Eine solche Seite gibt es nur deshalb weil sich die Schule intensiv mit dem Thema befasst hat und es dort offen erörtert. Brauchen sie unbedingt zu Ihrer Zufriedenheit einen Entschuldigungsbrief der Schule sozusagen in memoriam der schon oder noch nicht gestorbenen Täter von damals??? Die sollen sich gefälligst, falls noch am Leben, mit Hilfe der RKK selber verantworten!

    Zum Anderen liegt die Bearbeitung, Verarbeitung und das überaus positive Ergebnis auf der Hand, d.h. im täglichen Schulalltag, in der Lehrer- und Präfektenstruktur, dem Umgang mit den Kindern, den Chören mit sehr lieben und pädagogisch perfekten LeiterInnen, der Elternmitsprache und -mitarbeit, einem sehr aktiven und verlässlichen Manager usw. – zu lesen in all meinen bisherigen Kommentaren. Es funktioniert wunderbar und Schüler, Lehrer, Leitung und Eltern sind zufrieden. Wenn jemand unzufrieden ist, wird das Gespräch gesucht, es besteht ständiger Kontakt zwischen Schule und Elternhaus – viel mehr als an einem normalen Gymnasium und wie ich es aus meiner eigenen Schulzeit kenne! Ist das nicht lebendiger Beweis genug???
    Fragen Sie mal andere heutige Domspatzeneltern oder Domspatzen oder besuchen sie doch einfach Regensburg und die Schulen mal selbst und machen sich ein Bild davon. Fall Sie dann noch Befürchtungen haben, können wir gerne weiterreden.
    ENDE

  • P.

    |

    @ Guten Morgen Frau Petra,

    Wieviel Respekt zollen Sie eigentlich dem ganzen Thema , ?
    und diese derartige Arroganz zum Thema , finde ich wirklich
    sehr sehr verwerflich!
    Und wenn Sie es bis heute noch nicht wissen: Diese Domspatzenschule
    von heute , arbeitet bis heute mit dem Etterzhausener Blutgeld.

  • Veronika

    |

    @Petra: Sehr netter Kommentar. Danke!
    ————
    Es ehrt auch Sie, sich für diese älteste Institution der „Regensburger Domspatzen“ einzusetzen. Eine Institution die unter einem Schrems ein Diktator schätzte und förderte. Eine Institution die zum Management der RKK – Diözese R. gehört – da man sich damit die Chorsänger heranbildet.
    Eine Institution die voll und ganz in der RKK ist und von dieser abhängig ist.
    Eine Institution die meines Erachtens nur dann aufgearbeitet hat und wieder zu akzeptieren ist, wenn auch die dahinterstehende Diözese aufgearbeitet hat und deren Leitungsoberen sich zu der Schuld deren Vorgänger und deren eigenen Schuld bekennen.
    —————-
    Immer dieselbe Leier: Anderen Leuten die Schuld aufdrängen, diesen das Schuldbekenntnnis sprechen lassen, sich selbst aber sündenrein und heiligmäßig geben.
    Glauben diese Leute vielleicht mehr an ein Gott mit multipler Persönlichkeit, denn an einen dreifaltigen Gott?
    ————————————-
    Einfach mal die Biografien, die Karrierewege des Leitungsoberbaus investigativ erfassen, dann werden alle schlauer sein.

  • Veronika

    |

    Ein verlleicht noch unwichtiger Zusatz:
    Warum „machen“ sich alle immer nur an der RKK-D oder der Diözese R. fest?
    Man kann und darf auch der Zentrale direkt schreiben, so ein Bekannter. Dies geht seines Wissens nach auch per Fax. Entweder über die Apostolische Nunitatur (www.nuntiatur.de) oder direkt an eines der Vatikan-Referate. Beim Fax hat man dann wenigstens ein Nachweisprotokoll, und kann die ganze Sache – wenn keine Antwort kommt – auch veröffentlichen und damit möglicherweise nachweisen, dass auch dem Vatikan alles egal ist. Ganz ohne hohe Portokosten und beim Vatikan nicht mögliche Einschreibebriefe mit Rückschein.

  • Angelika Oetken

    |

    „Sehr klare Hinweise, dass die Vergangenheit in der Schule aufgearbeitet wurde, finden sich zum Einen schwarz auf weiß in der Homepage unter Internat und “Prävention”. Diese Seite ist wirklich ausführlich bearbeitet und weißt mehrere Leitlinien und Vorgehensweisen auf.“

    @Petra,
    dass Ihre Schule kein Präventionskonzept habe, wurde hier nie behauptet.

    Meine Frage zielte darauf ab, wo ich Informationen zu dem dazugehörigen AUFARBEITUNGSPROZESS finde. Der eigentlich der Prophylaxe vorangehen muss.

    Präventionskonzepte funktionieren nur, wenn sie spezifisch sind und auch gelebt werden. Dazu gehört im Idealfall eine selbstkritische Reflektion und auf jeden Fall eine Begleitung durch unabhängige Supervisoren.

    Deshalb präzisiere ich meine Fragestellung: es gibt an den Domspatzenschulen einen Arbeitskreis Prävention. Alle Mitglieder sind Angehörige der Schule. Mit einer Ausnahme: Frau Reindlmeier, Schulpsychologin.
    Wie unabhängig ist diese Expertin? Oder anders formuliert: verfügt sie über genug Abstand zum Netzwerk der Domspatzenschule, um die kritischen Punkte erfassen zu können? Und das auch noch als Einzelperson?

    „Prävention ist eine gemeinsame Aufgabe von Eltern und den Mitarbeitern unserer Institution der Regensburger Domspatzen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde der „Arbeitskreis Prävention“ gegründet, in dem Eltern, Präfekten, Lehrer und Schüler zusammenarbeiten.

    Wir sind dabei, gemeinsam ein Präventionsprogramm zu entwickeln, das die verschiedenen Bereiche und Aspekte von Gewalt (z.B. Mobbing) und Missbrauch thematisiert und unsere Schüler sensibilisieren und befähigen soll aktiv dagegen vorzugehen.

    Es wurden folgende Vertrauenspersonen ernannt, an die betroffene Schüler sich wenden können:

    1. Frau Gudrun Reindlmeier (Schulpsychologin)
    Tel: 09 41 / 79 62 – 305
    eMail: gureindlmeier@hotmail.com

    2. Frau Christine Eckert (Präfektin)
    Tel.: 09 41 / 79 62 – 288
    eMail: christine.a.eckert@googlemail.com

    Darüber hinaus stehen als Ansprechpartner die Mitglieder des Elternbeirats, Präfekten und Lehrer zur Verfügung.“
    http://www.domspatzen.de/de/internat/leben-im-internat/praevention.html

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Abyssus

    |

    @Petra
    Das, was Sie schreiben, ist entweder ganz schön naiv, oder tritt eben genau in die Fußstapfen dieser Institution: Vertuschen und die Wahrheit nicht sehen wollen.
    Der Homepage entnehmen Sie, dass von 12 Präfekten schon mal 6 „Diplom-Theologen „(4), „Student (!) Lehramt kath. Religionslehre“(1) oder „Lehrer“ sind. Ich erlaube mir zu sagen, dass selbst ein Lehrer, der eine grottenschlechte, rein universitär-theoretische Pädagogik-/Psychologie-Ausbildung genießt, sich kaum eignet für die Erziehung von Kindern und Jugendlichen in einem Internat. Und wer dort arbeiten will, muss an Herrn Hochwürden Schinko vorbei – seines Zeichens Internatsdirektor und Priester. Noch Fragen?

    „Fragen Sie doch mal andere Domspatzeneltern und Domspatzen […]“ – Ja, machen Sie das unbedingt! Man hört viele Dinge – auch das hochqualifizierte Lehrerkollegium betreffend!

    @Resch @good language: Herr M. ist ja bekannt. Aber Herr K. ?

  • Angelika Oetken

    |

    „Wir sind dabei, gemeinsam ein Präventionsprogramm zu entwickeln, das die verschiedenen Bereiche und Aspekte von Gewalt (z.B. Mobbing) und Missbrauch thematisiert und unsere Schüler sensibilisieren und befähigen soll aktiv dagegen vorzugehen.“
    http://www.domspatzen.de/de/internat/leben-im-internat/praevention.html

    @Petra,

    hier stellt sich mir noch eine Frage, nämlich wie das Personal und die Eltern einbezogen werden? Muss ich den Satz so verstehen, dass man es für die Aufgabe der SchülerInnen selbst hält, sich vor Gewalt zu schützen?

    Falls ja, wäre das ja noch schlimmer, als einfach zu sagen: „wir können hier niemanden wirklich schützen, aber falls jemand Rat braucht, vermitteln wir externe Hilfe“.

    Ein Präventionskonzept mit so einer Leitidee wirft die Verantwortung für sexuelle Ausbeutung auf jedes einzelne Kind zurück. Wo es doch die Erwachsenen sind, die intervenieren müssen.

    Und welchen Zusammenhang gibt es mit „Mobbing“? Kann es sein, dass sexuelle Übergriffigkeiten innerhalb der Schülerschaft am Domspatzeninternat ein Problem darstellen?

    Falls dem so sein sollte, kann ich Sie beruhigen: das ist an so gut wie allen Internaten so. Und ermutigen: Sie sind nicht die Ersten, die sich dem stellen (müssen) .

    Sie können also auf die Erfahrungen von anderen Einrichtungen zurückgreifen. Auch die Odenwaldschule kämpft sich da gerade durch.

    Veröffentlicht wurde über Missbrauch in Institutionen schon vor Jahren. Hier ein Beispiel: http://www.zartbitter.de/0/Eltern_und_Fachleute/6020_praevention_von_sexuellem_missbrauch_in_institutionen.pdf

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • ertko

    |

    Mir geht es nicht um die Institution „Regensburger Spatzen“, sondern um die Opfer, der Umgang mit ihnen und in welcher Art und Weise sie behandelt werden. Am Beispiel der Opfers Kaiser wird es deutlich und ich finde es beschämend, dass Kinder die sexuell missbraucht werden so behandelt werden.

    Offensichtlich geht es Ihnen @Petra wohl darum diese Institution zu verteidigen und das ist am Thema vorbei, denn darum geht es nicht. Das Mindeste was ich von Ihnen erwarte ist sich einmal in die Opfer hinein zu versetzen. Ihnen ihre Solidarität zu zeigen, das Leid zu verstehen was sie ertragen mussten und ihr Leben für immer geprägt hat. Aber wenn dann nur wichtig ist diese Institution jetzt ausschließlich loben zu wollen, haben Sie offensichtlich nicht verstanden um was es geht, deswegen noch einmal deutlich: es geht um die Opfer und den angemessenen Umgang mit ihnen! Ja und um eine einzelne Diözese geht es auch nicht, sondern um die katholische Kirche und deren Umgang mit sexueller Gewalt, denn historisch betrachtet diese Verbrechen lediglich vertuscht wurden und auch weiter noch vertuscht werden und die Verbrecher nie zur Verantwortung gezogen wurden. Obwohl seit vielen Jahrzehnten der sexuelle Missbrauch durch Priester bekannt ist gab es erst 2010 durch die Missbrauchsfälle an dem Canisius-Kolleg Berlin eine gesamtgesellschaftliche Debatte in Deutschland.

    So fasste 2011 die Deutsche Bischofskonferenz den Beschluss ein Krimilogisches Institut zu beauftragen sämtliche Personalakten der vergangenen 10 Jahre in den verschiedenen Bistümer auf sexuelle Übergriffe zu durchsuchen. Was ist dann passiert? 2013 wurde der Vertrag mit dem Forschungsinstitut aufgekündigt und der Leiter Ch. Pfeiffer warf der Kirche Zensur und Kontrolle vor. Aufarbeitung ja aber nur im Sinne der katholischen Kirche und das ging dann offensichtlich doch zu weit- den Wissenschaftlern völlige Freiheit zu lassen, da bekamen sie kalte Füße. Somit sind wir in der Gegenwart, denn darum geht es, solange die katholische Kirche nicht bereit ist eine wissenschaftliche (ehrliche) Aufarbeitung zu zulassen kann sehr wohl von Vertuschung, Leugnung gesprochen werden und so lange wird es auch nicht möglich sein eine wirklich effektive Präventionsarbeit zu gestalten.

  • Helmut Jacob

    |

    Man muss schon sehr wenig Charakter haben, um ein Mandat anzunehmen, an dem so viel Dreck klebt. Bei Geedo Paprotta habe ich noch keinen Charakter finden können. Es schien ihm wohl peinlich, dass er es mit dem Fernsehen zu tun bekam. Lieber hätte er in “John Wayne-Manier” die Opfer aus den Reihen der Regensburger Spatzen eingeseift. Seine Homepage, auf der er mit dieser Cowboyrolle gestrunzt hat, scheint platt zu sein oder er hat sie wegen des Shitstorms selbst abgeklemmt. Ich habe ihm als Django (“Leichen pflastern seinen Weg”) meine entsprechende Meinung entgegengeschossen. :-)

  • Angelika Oetken

    |

    Nur scheinbar erstaunlich sind die Parallelen zwischen den einzelnen Institutionen an denen systematisch missbraucht wurde. Und bei denen in Folge einer vollkommen unzureichenden Aufarbeitung leider davon auszugehen ist, dass weiter Kinder sexuell ausgebeutet werden.

    Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass sich eine Schule, die sich gewissermaßen am anderen Ende des Gesinnungsspektrums befindet, im Grunde genauso aufbaut und verhält wie die Einrichtungen der Domspatzen. Inkl. „Alumniklüngel“ und „kreativer Abrechnung“.

    Mit einem Unterschied: die Odenwaldschule steht kurz vor der Insolvenz
    http://glasbrechen.de/2014/09/presserklaerung-von-glasbrechen-e-v-zur-gestrigen-sitzung-des-traegervereins-der-odenwaldschule/

    „Domspatzen“ scheint dagegen noch was abzuwerfen.

  • Angelika Oetken

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    „Man muss schon sehr wenig Charakter haben, um ein Mandat anzunehmen, an dem so viel Dreck klebt.“

    @Helmut Jacob,

    ich mutmaße mal, dass Herr Paprotta diesen „Job“ nicht ganz freiwillig angenommen hat. Vielleicht hat man ihm falsche Versprechungen gemacht oder es weiß jemand irgendwas, das zu einer „sizilianischen Verhandlung“ führte: die Wahl zwischen zwei miesen Optionen lassen. Immerhin ;-)

    Wo wir schon mal bei John Wayne (Hollywood) sind: wie wäre es hiermit http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Auftrag_des_Teufels

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

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    „Frau Oetken,
    eine große öffentliche Aufmerksamkeit besteht leider nicht. Das Thema ehemalige Heimkinder, Odenwaldschule, Jugendwerkhöfe usw sind ausgelutscht. Schon durch die Presse besteht kaum noch Interessen sich der Sache anzunehmen und die Schuldigen mit Tatsachen zu konfontieren.“

    @Ralf Bart,

    ich nehme es etwas anders wahr: es ist doch ermutigend, dass die Öffentlichkeit ab 2010 ein so großes Interesse am Thema „Missbrauch“ gezeigt hat. Und die Medien zunehmend sachlicher berichtet haben. Zum großen Teil indem sie den Betroffenen, die bereit waren, über sich zu berichten verhältnismäßig wertschätzend gegenüber traten.
    Und immer noch wird täglich berichtet.

    Aber: Missbrauch und Gewalt sind keine Themen, mit denen sich die meisten gern beschäftigen. Es sei denn jemand ist sensationslüstern oder ein Spanner.
    Und diese Scheu, sich mit der sexuellen Ausbeutung auseinanderzusetzen führe ich nicht auf Desinteresse zurück. Sondern darauf, dass sie so verbreitet sind.
    In meiner Generation (Jahrgang 1964) gehörte das Erleben von Demütigung, Schmerz und auch Gewalt fast schon zu einer Art sexueller Initiation bei Mädchen. Dass auch Jungen Opfer werden war damals kaum ein Thema im Alltag. Und das, obwohl relativ viel über Kindesmissbrauch und -mord berichtet wurde. Siehe nur den Fall Bartsch.

    Und: für uns Opfer ist das Thema Alltag. Wir lernen, die Beschäftigung damit auszuhalten und in unser Leben zu integrieren.

    Aber was ist mit dem jungen Journalisten, der gerade Vater geworden ist? Frisch verliebten ZeitungsleserInnen? Ehepaaren, die gerade eine sexuelle Krise durchleben?
    Betroffenen, die ihren Missbrauch bislang nie richtig verarbeitet, sondern verdrängt haben?

    Warum sollten diese Menschen sich diesem Thema aussetzen?

    Eine Mitstreiterin deren beide Söhne von einem Sporttrainer sexuell missbraucht worden waren, formulierte auf einer Veranstaltung im Zuge eines Vortrages sinngemäß: „Und wenn man sich mit dem Thema Missbrauch beschäftigt, dann kann einem auch als Paar alles vergehen“.

    So etwas zu überwinden, „es“ trotzdem positiv zu erleben, sich nicht vom Thema zu sehr negativ beeinflussen zu lassen, muss jeder, der sich damit beschäftigt erst lernen.

    Es gibt so viele Wege dafür wie unterschiedliche Menschen.

    Aber was bei Ehemaligen Heimkindern noch dazu kommt, ist die Tatsache, dass sie nach wie vor marginalisiert werden. In der Hinsicht haben die großen Träger (Kirchen) ganze „Arbeit“ geleistet. Ziemlich sarkastisch gesagt: ein geniales Geschäftsmodell.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Ertko

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    Aufarbeitung? Diese Frage sollte den Opfern gestellt werden, denn zur Aufarbeitung gehören auch die Anerkennung des Leids und eine angemessene Entschädigung. Nichts davon ist geschehen, die Opfer sind mit Almosen abgespeist worden und die öffentlichen Entschuldigungen sind nicht glaubhaft, solange die katholischen Kirchen nicht ernsthaft um eine Aufarbeitung bemüht sind. Die haben da ein sehr ausgeklügeltes System, jeder schiebt die Verantwortlichkeit den anderen in die Schuhe und wichtig ist es ja Zeit zu schinden, damit auch Beweise…so vorhanden….rechtzeitig beseitigt werden. Das braucht seine Zeit, denn man kann nicht so einfach die Akten..beispielsweise Personalakten…verschwinden lassen, das würde auffallen. Das muss alles sorgfältig vorbereitet werden, damit bei späteren Pseudoaufarbeitungen nicht auffällt, was -wann -wo vertuscht wurde.
    ________________________________________________
    Zum Thema Prävention:

    Was mir aber ernsthaft Sorgen macht ist die Haltung der Eltern. Sicherlich wollen sie für ihr Kind nur das Beste, aber es fragt sich doch ob sie wirklich wissen, was das Beste für ihr Kind ist. Denn überhaupt setzt Prävention bei den Kindern an, in dem man sich einmal ernsthaft damit auseinander setzt, was eigentlich die Bedürfnisse der Kinder sind. Es gehört doch nicht zu einer unbeschwerten Kindheit in einem Internat aufzuwachsen, denn Kinder brauchen Eltern und das nicht nur in Form von Besuchen. Dann kommt dazu, dass wir ja schon von Frau Petra gehört bzw. gelesen haben, dass diese Kinder eine sehr lange Arbeitswoche haben bis zu 80 Std. Kinder stark zu machen bedeutet in erster Linie, sie ihre eigenen Bedürfnisse entwickeln zu lassen, (aus)-leben und wenn hier übermäßig viel die Pflicht ihre Kindheit ausfüllt, können sie nicht ihre Persönlichkeit entwickeln. Selbstverständlich ist es wunderbar in so einem Chor zu singen, auch Instrumente zu erlernen -und wie einer der Betroffenen in dem Film äußert- die Anerkennung von jenen Menschen zu bekommen, die ihre Musik hören. Aber das kann nicht alles für eine Kindheit sein, denn ein Kind muss und sollte sich auch anderen Interessen widmen dürfen, quasi als Ausgleich. Hier ist doch in einem erheblichen Maße eine Fremdbestimmung und das wirklich problematische daran ist die Tatsache, dass den Kindern auf subtile Art und Weise vermittelt wird, dass sie ganz was besondere sind. Traurig, denn letztlich sind es Kinder die einsam sein müssen, denn ein Internat ersetzt nun einmal nicht die Eltern und eine unbeschwerte Kindheit sieht ganz sicher anders aus. Da kann man die Kinder noch so viel aufklären über Pädophile, diese Verbrecher haben ihre Methoden auch geändert. Sie sind nicht mehr offensichtlich diese gewaltbereiten Priester, das mag tatsächlich der damaligen Zeit geschuldet sein, Nein sie scheinen zu wissen wo sie ansetzen können, versetzen sich in die Psyche eines Kindes und setzen genau an den Defiziten an, erschleichen sich das Vertrauen. Sie dienen als Elternersatz und das macht diese Verbrecher auch so gefährlich und die Prävention muss sich erst einmal dahingehend bewegen genau da anzusetzen. Was brauchen diese Kinder und was brauchen sie nicht? Wie kann man ihren Bedürfnissen gerecht werden ein angemessenes Maß zwischen Pflicht und Entwicklung und Ausgleich der Bedürfnisse zu gestalten. In Präventionen sollten auch ehemalige Opfer befragt werden. Vor allen Dingen die Kinder selber auch einmal zu Worte kommen lassen in einem vertrauensvollen Klima, was da bedeutet ihnen nicht ständig zu suggerieren, dass das schönste der Kindheit darin besteht in diesem oder jenem Internat zu sein. Sie sollten befähigt werden einen guten Ausgleich zu ihren Pflichten schaffen zu dürfen und vor allen Dingen sollten sie nicht den Ehrgeiz ihrer Eltern befriedigen!

  • Ralf Bart

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    Für mich stellt sich die Frage : Warum macht ein „gebildeter“ Jurist da mit?
    Es wird ihm sicherlich aufgefallen sein was hinter den Kulissen läuft.
    Die Vorgaben durch die Täterorganisation sollten doch einen vermeindlichen „Opferanwalt“ hellhörig werden lassen.
    Wäre er doch tatsächlich Operanwalt; so hätte er doch für Prozesskostenhilfe die drei vor der Kamara aufgetretenen Opfer gegen das Bistum Regensburg vertreten.

    So muss man davon ausgehen das sich jemand auf dem Rücken der Opfer profilieren will und Karriere machen möchte. Mentalität „Geld ist Geil“

    Und gehen Sie mal davon aus das alles worüber wir reden, den Behinderten, Heimkindern und Internatsschülern nur die Spitze des Eisberges ist. Ebenso die Rituellen Tötungen von Kinder durch katholische Geistliche (siehe ermittlungen in England)

    Das Thema Mißbrauch, Demütigungen und Mißhandlungen sind noch lange nicht vom Tisch und gehören nicht der Vergangenheit an.
    Siehe Thema „Hasenburg“
    Mir wurde durch eine heimleitung berichtet das es zu einer teilschließung eines heimes kam in dem ich auch war. Grund offensichtliche Verwahrlosung. Die Erzieher wurden nicht zur Verantwortung gezogen, sie wurden nicht angezeigt oder entlassen. nein man wartete ab bis sie von selbst gingen.
    Aber die Kinder hat man ganz toll aufgefangen erzählte der Heimleiter.

    Mißbrauch unter Kinder, man sagt glaube übergriffig, wurde von ihm als homosexuelle Handlungen abgetan, die bei vielen Heimkindern vorkommen würden^^ Ihr glaubt garnicht wie sprachlos ich wahr zumal ich ihm ja meine Erlebnisse in diesem Heim vorweg geschildert habe.

    leider war es nur ein 4 Augengespräch, so das diese Infos vor gericht mit Sicherheit abgestritten werden. Aber mal sehen, es ist nicht aller Tage Abend.

  • Angelika Oetken

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    „Aufarbeitung? Diese Frage sollte den Opfern gestellt werden, denn zur Aufarbeitung gehören auch die Anerkennung des Leids und eine angemessene Entschädigung.“

    @Ertko,

    so ist es.
    Ernst gemeinte Aufarbeitung führt zu Erkenntnissen, Veränderung, Sühneleistungen. Alles Andere ist PR.
    Aufarbeitung tut weh. Denn sie konfrontiert uns mit Dingen, die wir liegen gelassen oder sogar versteckt gehalten haben.

    Deshalb wird die seriöse Aufarbeitung institutionellen Versagens nur einem unabhängigen Gremium gelingen. Dem selbstverständlich auch ErfahrungsexpertInnen (Opfer) angehören. Hier Überlegungen zu wirksamer Aufarbeitung, die diese Bezeichnung verdient
    http://www.eckiger-tisch.de/2013/01/09/pressemitteilung-vom-9-januar-2013/

  • H. Müller

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    Bevor ich mich in die Diskussion einklinke, möchte ich den Opfern der im Film geschilderten Ereignisse erst einmal mein Mitgefühl, und meinen Respekt vor dem Mut, sich in dieser Form öffentlich zu äußern, aussprechen. Ich bin sehr berührt und wünsche allen nur das beste.

    Ich frage mich als – glücklicherweise – Außenstehender, was eigentlich geschehen kann, um eine Art der „Wiedergutmachung“ zu erreichen, wie ein Mensch den im Film genannten „Drachen“ möglicherweise doch noch bezwingen, und so etwas wie den (von den Handlangern der katholischen Kirche zerstörten) Seelenfrieden wiederfinden kann.

    Ich denke, es wäre die einzige Möglichkeit, dass alle noch lebenden Täter, sowie die beteiligten Institutionen, also Kirche und Domspatzen, sich bedingungslos zu ihrer Schuld an den Untaten bekennen und öffentlich Reue zeigen. Dass sie sich klar und ohne Geschwurbel ihrer Verantwortung stellen und die Dinge komplett offenlegen. Dazu müssen externe Wissenschaftler und Experten hinzugezogen werden, die nicht in dem Sumpf drinstecken, und nichts beschönigen möchten.
    Dass dies nicht flapsige und aus psychologischer Sicht völlig unqualifizierte Rechtsanwälte der Täter leisten können, die dann als „Opferanwalt“ auftreten, wurde hier bereits zurecht thematisiert.

    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Ausführungen von „Petra“, auch wenn sie aus ihrer Perspektive nachvollziehbar sein mögen, ein weiteres Mal ungute Gefühle bei Missbrauchsopfern auslösen: Auch wenn heutzutage die Zustände bei den Domspatzen in bester Ordnung sein mögen, auch wenn Petras Anverwandte in drei Generationen kein Schaden zugefügt wurde und sie nur gutes zu berichten haben (was mich aber auch irgendwie stutzig macht), ist es doch die Institution der Domspatzen (und eben nicht nur die Diözese), die als Partei Täter wurde und wird, solange sie sich nicht öffentlich durch schonungslose Bekenntnisse von der grausamen Vergangenheit distanziert. Ich kann nicht nachvollziehen, warum ein solches Bekenntnis bei den Domspatzen nicht nötig sein soll, nur weil heute alles korrekt zu laufen scheint.

    Des weiteren hielte ich neben einem angemessenen Schmerzensgeld eine finanzielle Entschädigung der Opfer in Form einer lebenslangen Rentenzahlung für angebracht, wenn angenommen werden kann, dass durch die Vorfälle auch die Erwerbskarriere erschwert wurde.

    Aber darf man hoffen, dass es den involvierten Personen und Institutionen um das Befinden der Opfer geht?

  • Angelika Oetken

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    „Aber darf man hoffen, dass es den involvierten Personen und Institutionen um das Befinden der Opfer geht?“

    @ H. Müller,

    nein, ich glaube das wäre auch zuviel verlangt. Und aus der Erfahrung, was andere Institutionen angeht, entsteht eine entsprechende Kooperationsbereitschaft nur auf äußeren Druck hin. Unter Anderem dann, wenn der Geldhahn zugedreht wird. Die Foristin Veronika deutete ja schon an, dass hohe Kirchenfunktionäre in Rom schon nicht mehr all zu „amused“ sind über das was abgeht. Wohl auch eher weniger aus Sorge wegen der Opfer, als aus dem Bedenken heraus, dass staatliche Stellen sich einklinken, die sich nicht so leicht einlullen lassen und auch weniger mit der Katholischen Kirche zu schaffen haben als welche im Einzugsbereich. Wo ja Verfilzungen nahe liegen.
    Vor der Kontrolle durch souveräne staatliche Stellen haben die Kirchenfunktionäre Angst.

    Übrigens habe ich heute noch mal überlegt, warum den Opfern 2010 von der RKK pauschal 5000 Euro angeboten wurde. Wenn man bei so einer Art von Kriminalität Schadensbegrenzung betreiben will, ist das nicht gerade vertrauensfördernd. Und entsprechend schlecht für das eigene Image.

    Aber möglicherweise wusste auch unter den hohen Klerikadern niemand wirklich abzuschätzen, wie viele Opfer es wohl gibt. Vermutlich haben sie mit einer Flut von Anträgen gerechnet. Nicht weil ihnen „Missbrauch“ und alles was mit übergriffiger Sexualität zu tun hat so fremd gewesen wäre. Im Gegenteil. Es spricht Einiges dafür, dass ihnen dieses Thema sehr vertraut ist.

    Auch das lässt doch tief blicken .

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Ertko

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    @ Herr Müller
    Ich fange einmal mir Ihrer letzten Frage an: „Aber darf man hoffen, dass es den involvierten Personen und Institutionen um das Befinden der Opfer geht?“

    Nein ich gehe nicht davon aus, dass hier eine Hoffnung besteht, denn das Vertuschen von Gewalttaten ist in der Kirche systematisch erfolgt.
    An dem Beispiel des Vorgehens „Heimerziehung“ können Sie gut verfolgen, wie mit diesem Thema der schwarzen Pädagogik umgegangen worden ist. Die Nachfolgetäterschaft saß überwiegend an dem sog. „Runden Tisch“ unter dem Vorsitz von Antje Vollmer. Sie wollte sich angeblich zur Aufgabe machen -die wie Frau Vollmer einmal kund tat -„kleine Wahrheit“ der Heimerziehung herauszufinden. Man hatte schon im Vorfeld das Thema eingegrenzt bzw. bestimmte Opfergruppen ausgeschlossen, die Behinderten- heime, Säuglingsheime sowie die Psychiatrien. Wer sich fragt wieso die Psychiatrien hätten eingebunden werden sollen dem sei gesagt, dass damals viele Heimkinder dort wegen Verhaltensauffälligkeiten landeten. Da gab es eine Kette von Systematik, in der Jugendamt, Richter und Pädagogen der Heime, damals vorwiegend Ordensleute zusammen arbeiteten. Da wurde nicht hinterfragt was denn der Ursprung einer Verhaltensauffälligkeit war, sondern es gab eine entsprechende Institution. So kann man schon durchaus behaupten, dass im Vorfeld diese Form der Aufarbeitung schwer „amputiert“ war. Gewollt? Natürlich, denn das hätte die Opfergruppen erweitert und damit verbunden auch die finanzielle Entschädigung. Man hatte Angst, weil man auch nicht wusste wohin das führen wird und offensichtlich hat man doch nicht so viel Vertrauen zu den damaligen Institutionen, dass nicht noch mehr herauskommen sollte als sowieso schon öffentlich war. Ein Trugschluss zu glauben, dass diese Täterschaften willens waren aufzuarbeiten, sie haben immer nur so viel zugegeben wie sowieso bekannt war. Heuchlerisch dabei, dass sie schon damals nicht unabhängige Sachverständige zu den Runden Tisch geholt haben und nur 3 ehemalige Heimkinder mit an den Runden Tisch genommen hatten. Natürlich lediglich als Alibifunktion, denn was sollte drei ehemalige Heimkinder gegenüber dieser Mehrheiten denn ausrichten, zumal diese Mehrheit ihre Experten am Tische sitzen hatten und hinter diese Experten eine Armee von qualifizierten Rechtsanwälten (John Wayne Kaliber). Aber vordergründig gab man sich jovial unter dem Motto „ist ja sowieso alles verjährt“ und das war schon die erste schallende Ohrfeige gegenüber den Opfern. Denn damit war klar, dass die ehemaligen Heimkinder auf den GUTWILLE dieser Leute angewiesen waren, ja und der war aber nicht da. Ich möchte es nicht weiter ausweiten und mache mal einen Sprung zu den dann nachfolgenden Ereignissen:

    Es gab eine Empfehlung vom Runden Tisch und diese sollte dann von einem weiteren Gremium abgearbeitet bzw. umgesetzt werden. Dreimal darf man dann raten wer denn in diesem Gremium war: natürlich wieder die Nachfolgetäterschaft, die nun darüber sinnierten einen Fonds zu errichten. Natürlich sollte die Inanspruchnahme „niedrig schwellig“ sein und dazu dachte man sich folgendes System aus:

    Rentenausgleich für jene Ehemalige die Zwangsarbeit geleistet haben: wer einige Jahre in einem Erziehungsheim war hatte ja dadurch keine Rente einzahlen können und dadurch dass diese nicht nachgezahlt werden konnte, einigte man sich auf einen gewissen Betrag für den Verlust der zustehenden Rente.
    Dann gab es noch einen Betrag bis zu 10000Euro in Form von Sachleistungen, also keine Entschädigung, denn da hatte man sich ja schon im Vorfeld darauf geeinigt, dass man weder was entschädigen kann noch Wiedergutmachung leisten kann. Eine gute Rechtfertigung wenn man billig dabei weg kommen will und zeigt auch noch deutlich um was es wirklich geht. Ein demütigendes Verfahren, denn die Opfer müssen nun zu bestimmten Ämtern (Anlaufstellen) und angeben was sie im Rahmen dieses Geldes wünschen. Hier wiederholt sich etwas, dass die Ehemaligen kennen, eine Entmündigung des eigenständigen Denken und Handelns, sie werden wieder zu Bittsteller und diese Ämter entscheiden nun was geht und was nicht geht. Natürlich erhofft man sich so, die in dem Rahmen gewährten 10000 Euro nicht vollständig auszugeben und das funktioniert auch. Es gibt Ehemalige die sich diesem Verfahren erst gar nicht stellen wollen, Andere bekommen nicht genehmigt was sie möchten und Andere geben auf, weil es eine unglaublich lange Wartezeit gibt, bevor Anträge überhaupt genehmigt werden. Ein sehr belastendes Verfahren und natürlich sind auch diese Ehemaligen in einem Alter, dass auch der Tod in Betracht gezogen werden muss und tatsächlich sind auch Ehemalige schon während dieses Verfahrens verstorben.

    Der Zweite Runde Tisch „sexueller Missbrauch“ hat sich nun dieses Verfahren als Vorbild genommen und so setzt sich das Unrecht fort.

    Wissenschaftliche Aufarbeitung wird von den jeweiligen Institutionen (Kirchen) in Auftrag gegeben und sie bestimmen auch die jeweiligen Wissenschaftler, die natürlich nicht unabhängig sind.

    Entschuldigung: ja es gab einige offizielle Veranstaltungen, die aber für die ehemaligen Heimkinder nicht mehr relevant waren, weil sie sich bis dahin sowieso nicht mehr ernst genommen gefühlt haben.
    Soweit also einmal einiges an Info und so ähnlich verlogen wird es auch in Zukunft weiter laufen.

    Die Opfer werden hier ein zweites Mal nicht wirklich gehört, ernst genommen und angemessen entschädigt.
    _________________________________________________

    Diese Ihrer Aussagen finde ich bemerkenswert:
    „Des weiteren hielte ich neben einem angemessenen Schmerzensgeld eine finanzielle Entschädigung der Opfer in Form einer lebenslangen Rentenzahlung für angebracht, wenn angenommen werden kann, dass durch die Vorfälle auch die Erwerbskarriere erschwert wurde.“

    Genau das hielte ich für angebracht, denn zum Schluss möchte ich noch einen wichtigen Aspekt mit einbringen. Ob Heime oder Internate, es gibt bestimmte Regelwerke die in den Institutionen gleich waren-gleich sind. Was passiert nun mit diesen Opfer im Alter, wenn sie sich nicht mehr selber versorgen können und in ein Altersheim müssen? Ein Altersheim hat auch ein bestimmtes Regelwerk und somit werden Erinnerungen immer mehr aufbrechen und die Gefahr der Retraumatisierung ist riesengroß. Diese Menschen werden wieder bestimmten Menschen ausgeliefert sein, alt wehrlos und müssen sich nahtlos in einem Altersheim einfügen. So schließt sich der Kreis, es scheint so als gäbe es kein Entrinnen und am Runden Tisch war das auch Thema, aber es wurde in der Umsetzung der Empfehlungen ignoriert.

    Aber hier wäre eine angemessene Rente absolut sinnvoll, um später eine häusliche Pflege finanzieren zu können.

    So viel also zu dem Thema und das Befinden der Opfer interessiert nicht, die Verantwortlichen müssen sich dem Thema stellen, sie machen es nicht freiwillig aus einer Einsicht heraus. Mit diesem „Opferanwalt“ zeigen sie deutlich worum es geht und sie sind sich nicht zu schade auch noch so einen John Wayne ins Boot zu holen.

  • Stella

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    Als ich den Bericht sah – war ich sehr emotional und es ging mir an die Nieren. Das die Kirche diese Fälle versucht zu vertuschen und das Thema auszusitzen ist ja nichts Neues. Das sie aber nun Anwälte haben die wahrscheinlich mehr verdienen durch diesen Fall als man den Opfern zugesteht und dann noch sagt es geht nicht um Geld….. es geht auch nicht um Geld. Es geht um Offenheit in der Kirche – in jeder Religion. Man kann nicht über die Moslems urteilen und die eigene Religon macht nur Rotz seit 2000 Jahren. Das Geld das man dem Anwalt gibt kommt aus den Steuern die man wenn man noch Teil des Vereins ist zahlt. Ich bin nicht mehr Teil dieser Sippe. Auch ist diese „schöne neue Welt“ der Anwälte nicht mehr für voll zu nehmen die nur aus eigenen Interesse – wahrscheinlich Geld und Macht – bei solchen Fällen mithelfen zu vertuschen und Briefe zu schreibe wo man 2000 Euro Entschädigung verpricht und selbst kostet ein Gespräch mit diesem Anwalt wahrscheinlich schon eine Stange Geld. Doch da sieht man das Kirche und Anwälte gut zusammen passen. Ich kann nur jedem raten dem System Kirche dem Rücken zuzukehren und für sich selbst zu glauben. Auch ist es wunderbar wenn man nie einen Anwalt braucht. Vor den Menschen denen das angetan wurde neige ich mein Haupt in Demut – den durch ihren Mut kann das System fallen und ich wünsch ihnen Freude am Leben.

  • Angelika Oetken

    |

    „Man hatte Angst, weil man auch nicht wusste wohin das führen wird und offensichtlich hat man doch nicht so viel Vertrauen zu den damaligen Institutionen, dass nicht noch mehr herauskommen sollte als sowieso schon öffentlich war.“

    @Ertko,

    die Frage, warum die Kirchen und damit auch die unter ihrer Schirmherrschaft betriebenen Einrichtungen vom Staat und – fast – allen ihm zugeordneten Stellen so protegiert werden, bietet einen Schlüssel, sich dem Thema sachlich zuzuwenden. Was ich für wichtig halte, um angesichts des ganzen Unrechts, was da zum Vorschein kommt emotional gesund zu bleiben.
    D.h. man sollte das, was einem da von den Institutionen entgegen schlägt, weder wirklich auf sich beziehen, noch zu viel von denen erwarten.

    Zwei Dinge spielen eine Rolle: einmal, dass die Kirchen der zweitgrößte Anbieter von sozialen Dienstleistungen sind (unabhängig davon, dass sie sich aus strategischen Gründen in allerlei Subunternehmen unterteilt haben).
    Sprich: die Kirchen sorgen dafür, dass man im sozialen Dienstleistungssektor weiterhin schlecht bezahlt. Denn: Herr Schäuble und seine KollegInnen beleihen die Milliardenüberschüsse, die die Sozialversicherungen jedes Jahr haben, um ihre Bilanz zu schönen.
    Das Schlimmste, was diese PolitikerInnen (und die kirchlichen Arbeitgeber) sich deshalb vorstellen könnten, wäre, dass die MitarbeiterInnen in kirchlichen Diensten sich unabhängig organisieren und per Arbeitskampf angemessene Arbeitsbedingungen und Bezahlung erreichen.
    Ich kann das sogar verstehen, wenn ich mich in die hinein versetze. Denn ich bin selbst Arbeitgeberin.

    Aber: wer verhandelt, muss wissen, was er als Verhandlungsmasse in die Waagschale werfen kann. Und da haben die Opfer erstmal die schlechteren Karten, weil sie sich dafür irgendwie organisieren und abstimmen müssen.

    Die kirchlichen MitarbeiterInnen gelten als besonders engagiert und „lenkbar“.

    Kunststück: nutzt man doch gern aus, dass sie eine soziale Ader haben. Viele sind Frauen. Und da gilt ja das Motto: „Frauen machen es umsonst, bedanken sich anschließend und müssen auch noch so tun, als stelle sie das zufrieden“ ;-)

    Allerdings ändert sich da gerade was gesellschaftlich. Und mit solchen emotionalen Erpressermethoden wird man langfristig als Dienstleistungsmulti nur noch das Gegenteil erreichen.

    Erst recht wenn rauskommt, auf wie dreiste Art die eigene Unternehmung „groß“ geworden ist.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Ralf Bart

    |

    @ Ertko
    Ich kann Ihnen nur beipflichten. Gut und sachlich formuliert.
    ——————————————————————-

    Das Zitat „Ehrlich währt am längsten“, welches übrigens auch noch heute zählt, scheint keine gehbare Alternative der Kirchen im Umgang mit ihren Verbrechen und ihren Opfern.

    Welch Achtungsgewinn würden die Kirchen erreichen wenn sie doch mal eine Kehrtwende einleiten würden und unbeschönigt zugeben, wiedergutmachen und entschädigen.

    Sicher dieses wird einige Milliarden kosten, doch der Imagegewinn wäre enorm.

    Doch stattdessen wählt man den Weg der Lügen und Vertuschung, Opfer werden verunglimpft und weitere Verbrechen begangen.
    Weiter versucht man der Öffentlichkeit weiß zu machen das Opfer habe es ja lediglich auf Geld abgesehen, rein um die Opfer zu diskreditieren.

    Doch mal im Ernst; wie sollten entstandene Schäden wieder gut gemacht werden?
    Wie sollten jahrzehnte langes Leiden entschädigt werden?
    Wie sollte die Stellung der Opfer in der Gesellschaft wieder gut gemacht werden?

    WENN NICHT MIT GELD!!

    Das Geld versetzt Opfer dazu in die lage Dinge zu erledigen die sich über jahre angesammelt haben, Schuldenberge abzubauen , finanziellen Druck zu nehmen und letztendlich damit ein wenig den seelischen druck zu nehmen und das Leben etwas lebenswerter zu gestalten.
    Das lebenswert habt ihr den Opfer genommen, meine lieben Herren der Kirchen!

  • Ertko

    |

    @ Herr Bart
    Ja es ist nicht immer einfach über Entschädigungssummen zu sprechen, weil sonst sehr schnell gesagt wird „Euch geht es ja nur ums Geld“. Dabei wird aber außen vorgelassen was Geld den Opfern ermöglichen kann, wie Sie es richtig ausführen. Hinzu kommt ja auch, dass die Kirchen ein Zeichen der Reue setzen sollten die grundsätzlich mit Entschuldigungen einher gehen sollten. Wäre es nicht denkbar gewesen, dass Priester einmal für einige Monate in ihrer eigenen „Schatulle“ gegriffen hätten und anteilig Beträge in so einem Fonds beigesteuert hätten? So aus Solidarität mit den Opfern, Zeichen zu setzen, denn diese Kirchenfürsten verdienen ja nun wirklich nicht wenig.
    _______________________________________________________________________
    @ Frau Oetker und genau das hätte ein gutes Zeichen gesetzt eine Zeichen der „Wiedergutmachung“ mit dem Gedanken verbunden: „ ich tue etwas für die Opfer“ weil ich verstehe, was man ihnen angetan hat.
    So Frau Oetker gehe ich davon aus, dass doch nicht wirklich verstanden worden ist was geschehen ist. Versetze ich mich in die Person eines Priesters kann ich nachvollziehen wie schwer es ist die Gewalt, sexueller Missbrauch von den eigenen Kollegen an sich heran zu lassen, weil man sich dann zwangsläufig mit seiner Kirche auseinander setzen muss. Jene, die distanziert von Gewalt und Pädophilie sind müssen in sich einen harten Kampf ausfechten um nicht ihren Zugang des Glaubens zu verlieren, da bleibt wahrscheinlich nur der Weg es weiter nicht an sich heranzulassen.
    Dann kommt hinzu, dass jene Menschen die in der Kirchenhierarchie eher weiter unten sind sowieso nichts zu sagen haben, das wird „Oben“ entschieden, ganz Oben.

    Ich stimme Ihnen zu, dass die damaligen/gegenwärtigen Opfer dieses nicht an sich heranlassen dürfen, was aber nur eine kleine Chance hat, so man seine Vergangenheit verarbeitet hat, was bei der Mehrheit nicht passiert ist. Langjährige Therapien sind teuer und ehemalige Heimkinder haben in der Regel kein Geld. So betrachtet nehmen sie das was passiert sehr persönlich, denn sie haben nun einmal nicht die Erfahrung gemacht, dass sich in der Haltung beider Kirchen etwas geändert hat und ich mag nicht daran denken, was nun in den drei Opfern -die im Film Stellung bezogen -jetzt vorgehen mag. Es ist so mutig den Missbrauch öffentlich zu machen und nun müssen sie erkennen, dass sie hingehalten werden und letztlich die Anerkennung ihres Leids -die nun einmal monetär erfolgen sollte- nicht stattfinden wird und oder nicht angemessen. Opfer können an ihre Vergangenheit nicht rational rangehen, denn dazu müssten sie ständig ihre Gefühle abspalten/verdrängen und genau das haben sie ja lange genug gemacht. In einer Therapie lernt man erst seine Gefühle „auszuleben“ um danach seine Gefühlswelt als positiv oder doch zumindest erträglich leben zu können. Aber es ist nun einmal nicht möglich dieses so aufzuarbeiten und genau deswegen sollten ja doch die Kirchen nun alles tun um den Opfern -die nun einmal teilweise seelisch amputiert sind- jede Form der Unterstützung anzubieten. In den Film wird deutlich, wie nahe die Gefühle bei diesen Opfern sind und genau das hat mich sehr stark berührt.

    Ihre Aussage:
    „Aber: wer verhandelt, muss wissen, was er als Verhandlungsmasse in die Waagschale werfen kann. Und da haben die Opfer erstmal die schlechteren Karten, weil sie sich dafür irgendwie organisieren und abstimmen müssen.“
    Ja das stimmt für Opfer ,
    aber es stimmt nicht für jene Menschen die in kirchlichen Einrichtungen arbeiten. Sicherlich gibt es keine offizielle Solidarität oder einen Kampf, da werden diese Menschen eingeschüchtert und das funktioniert teilweise immer noch. Aber auf der anderen Seite erlebe ich eine Abstimmung mit den Füssen, denn es wird immer schwerer Personal in konfessionelle Einrichtungen zu bekommen und es ist nur eine Frage der Zeit, wann diese konfessionellen Häuser schließen müssen. Da wird beispielsweise im Pflegebereich schon das Personal aus dem Ausland rekrutiert, aber daran wird man langfristig scheitern. So kenne ich eine Einrichtung die Personal aus Griechenland geholt hat und die sind schon wieder weg, weil sie diesen harten Arbeitsalltag nicht aushielten.

    Hier werden auch wieder Chancen verpasst, denn nicht nur die Einsicht die Gehälter einmal angemessen anzupassen wird ernsthaft in Betracht gezogen, nein der Umgangston wird auch immer härter, weil man doch tatsächlich meint mit Einschüchterungen weiter zu kommen. Aber das „Florence-Nightingale“ Modell stirbt aus und das ist gut so.

    Da wird in den Leitlinien und dem Leitbild die Wertschätzung der Mitarbeiter hoch gehalten, man hat ja das moderne Management schon mitbekommen, versteht es aber bedauerlicherweise in der Umsetzung nicht. Papier mag ja geduldig sein, aber nicht die Mitarbeiter. So wird man sich langfristig nicht halten können und im Pflegebereich organisiert man sich schon unter dem Motto: „Pflege am Boden“ und immerhin finden monatliche flashmob statt und dieses schon seit einem Jahr und man hat nicht aufgegeben. Das lässt hoffen, denn auch das ist richtig, emotionale Erpressung funktioniert auf Dauer nicht.

  • Veronika

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    … und wenn Geld in der RKK oder anderen derart handelnden Kirchen keine Rolle spielt, sondern nur dazu geeignet ist Mißbrauchte still zu halten, dann tragt diese Dinge, welche hier verbockt wurden doch einfach in die weite Welt hinaus. Dorthin, wo diese „Kirche(n)“ derzeit versucht/ versuchen neue Mitglieder zu gewinnen, um damit weitere Staaten unterminieren? zu können. Indien, Bulgarien,Rumänien, Tschechien usf.. Teilt es Ihnen mit, dass diese Kirche(n) möglicherweise für deren Staat(en) nicht Wohlstand sondern Unheil bringen könnten.

  • Angelika Oetken

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    „So Frau Oetker gehe ich davon aus, dass doch nicht wirklich verstanden worden ist was geschehen ist. Versetze ich mich in die Person eines Priesters kann ich nachvollziehen wie schwer es ist die Gewalt, sexueller Missbrauch von den eigenen Kollegen an sich heran zu lassen, weil man sich dann zwangsläufig mit seiner Kirche auseinander setzen muss. Jene, die distanziert von Gewalt und Pädophilie sind müssen in sich einen harten Kampf ausfechten um nicht ihren Zugang des Glaubens zu verlieren, da bleibt wahrscheinlich nur der Weg es weiter nicht an sich heranzulassen.“

    @Ertko,

    es gibt über 40 000 Priester in Deutschland. Wie viele davon kennen Sie, die sich selbst als Missbrauchsopfer geoutet haben?
    Eben. Ich weiß nur vom Pfarrer Ix aus der Eifel, der das bereits im Jahre 2000 getan hat.

    Selbst wenn man die niedrigsten Zahlen ansetzt und davon ausgeht, dass 1 Prozent der Jungen missbraucht werden, ergibt das immerhin 400 missbrauchte Priester. Bei fünf Prozent, einem Wert der in Metastudien als durchschnittlich genannt wird, werden daraus schon 2000.

    Wir haben in Deutschland doch 64 Bischöfe oder? Mindestens drei davon könnten demnach statistisch gesehen Missbrauchsopfer Missbrauchsopfer sein. Wenn man durchschnittliche Werte anlegt. Nicht nur die niedrigsten.

    Ich nehme an, dass es noch viel mehr Missbrauchsopfer unter den Priestern gibt. Denn Schwierigkeiten im Leben, die sich in Folge unverarbeiteter Traumen ergeben, können so manchen jungen Mann dazu veranlassen, sich in den Priesterberuf zu flüchten.

    Der größte Widerstand gegen Aufklärung und Aufarbeitung kommt erfahrungsgemäß von den Opfern, die ihren Missbrauch verleugnen und verdrängen. Mit dem Ziel ihren Selbstwert zu schützen und sich mit dem Thema nicht auseinanderzusetzen zu müssen.
    Auch die so genannte „Peer-Gewalt“, d.h. sexuelle Übergriffe durch Altersgenossen spielt eine große Rolle.

    Für pubertierende Jungen ist der Gedanke, man könne als „schwul“ gelten, nur weil man missbraucht wurde extrem belastend. Noch schlimmer ist es, wenn der Täter oder dessen Freunde damit hausieren gehen.

    Und übergriffige Lehrkräfte nutzen das an Jungenschulen aus. Sie ziehen ihre Opfer in sexuelle Handlungen hinein. Die ja für Pubertisten erstmal auch attraktiv sein können. Und wenn dann dem Jungen doch Zweifel kommen, wird er von dem Täter erpresst. „Du wolltest das doch auch. Ich werde allen erzählen, dass du schwul bist“.

    Gerade im traditionellen katholischen Umfeld, wo man Homosexualität verbietet bzw. leugnet und das Denken sich zwar sehr häufig im Sex zu drehen scheint, dann aber immer in belasteter Form, ist das eine besonders wirksame Erpressungsmethode.

    Viele Priester, vor Allem die in der Führungsriege sind Absolventen von Jungenschulen, teilweise auch von Internaten, die als Paterpressen bekannt sind.
    Und wie perfide die Täter vorgehen, wurde ja im Film ganz deutlich.

    Normales Verhalten, regelrechte Reaktionen auf Stress, werden zu Fehlverhalten erklärt. Und folglich „bestraft“. Dabei geht es dem Schläger nur um das Befriedigen seiner perversen sexuellen Impulse. Das sind Sadomasomuster. Sowas deutet auf eine schwere Persönlichkeitsstörung hin.

    Gleichzeitig suggeriert man den gefolterten Delinquenten, sie seien etwas „Besonderes“. Das sind Methoden, die man auch in der mentalen Programmierung einsetzt. Als Gehirnwäsche bekannt.

    So erkläre ich mir die Ignoranz des Klerus. Jedenfalls einen Teil davon. Der Rest ist sicherlich auch Berechnung. Immerhin geht es um Geld und Image. Und der Kleriker ist besonders abhängig von seiner Institution.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

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    „Ich stimme Ihnen zu, dass die damaligen/gegenwärtigen Opfer dieses nicht an sich heranlassen dürfen, was aber nur eine kleine Chance hat, so man seine Vergangenheit verarbeitet hat, was bei der Mehrheit nicht passiert ist. Langjährige Therapien sind teuer und ehemalige Heimkinder haben in der Regel kein Geld. “

    @Ertko,

    ich stimme Ihnen zu. Traumaspezifische Therapieplätze sind rar.

    Aber die notwendige Aufarbeitung und Abgrenzung muss nicht unbedingt in einer Therapie statt finden. Traumatherapie kann einen Anstoß geben und Prozesse beschleunigen. Die eigentliche Bewältigung ist Sache des Patienten selbst.
    Viele der psychotherapeutischen Maßnahmen sind was die Folgen von Missbrauch angeht sogar kontraindiziert oder einfach wirkungslos.

    Einigen Opfern hilft das Gespräch mit Vertrauten, Anderen die Selbsthilfegruppe. Foren, Bücher, Homepages. Der Besuch von Veranstaltungen. Sich künstlerisch betätigen.

    Und um über Zusammenhänge nachzudenken und darüber, warum Verantwortliche handeln wie sie handeln, kann ich auch allein spazieren gehen. Oder Tee trinken und dabei aus dem Fenster gucken.

    Aber: es ist immer einen Versuch wert, einen Platz für eine gute Traumatherapie zu finden.

    Adressen:

    http://www.degpt.de
    http://www.emdria.de

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Helmut Jacob

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    Ertko 10. Januar 2015 um 23:45

    Ihr Beitrag ist sehr qualifiziert. Er beschreibt das Dilemma des „Runden Tisches Heimerziehung“. In der Tat haben Opfervertreter eine monatliche Rente von 300 Euro bis zum Lebensende oder eine Einmalzahlung von 54.000 Euro gefordert.
    http://www.gewalt-im-jhh.de/hp2/Abstimmung_uber_den_Runden_Tis/abstimmung_uber_den_runden_tis.html
    Bezüglich des „Runden Tisches sexueller Missbrauch“ erlaube ich mir noch eine Ergänzung. Im Gegensatz zu Vollmer hat die Tischvorsitzende Bergmann verlangt, dass die Schadensverursacher, also Täter oder Heime, ein Schmerzensgeld und eine Opferentschädigung zu zahlen haben. Nebenbei wurde ein Katalog für entsprechende Zahlungen nach heutigen Stand veröffentlicht.
    Allgemein möchte ich noch erwähnen, dass sich Opfer lösen sollten von der ihnen unterstellten Meinung, „Euch geht es ja nur ums Geld“. Worum soll es denn sonst gehen, als nur um Geld? Schließlich wurden die Opfer a) oft durch den Heimaufenthalt arm gemacht und b) durch ihre Erlebnisse so kaputt gemacht, dass sie keinen Fuß mehr in die Tür zur „freien Gesellschaft“ bekommen haben. Sie galten als Sonderlinge und waren stigmatisiert. Noch Jahrzehnte später war ein Heimaufenthalt ein Makel. So gibt es heute noch Opfer, die ihre eigene Familie über ihre Vergangenheit in Heimen nicht berichtet haben.

  • Angelika Oetken

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    „So wird man sich langfristig nicht halten können und im Pflegebereich organisiert man sich schon unter dem Motto: „Pflege am Boden“ und immerhin finden monatliche flashmob statt und dieses schon seit einem Jahr und man hat nicht aufgegeben. Das lässt hoffen, denn auch das ist richtig, emotionale Erpressung funktioniert auf Dauer nicht.“

    @Ertko,

    darum macht die RKK ja auch lieber in Anlagen und Immobilien. Der Sozialbereich ist ja abgegrast.

    Andererseits: wenn man dort nicht mehr zu den großen „Playern“ gehört, dann werden sich doch die Menschen fragen: wozu brauchen wir die Kirchen?

    Und nur für Taufen, Hochzeiten und Todesfälle braucht man lediglich ein paar reise-und kontaktfreudige Priester.

    Und vielleicht zwei oder drei Bischöfe, die das Ganze von oben aus organisieren.

    Der Rest wäre verzichtbar. Das wissen die selbst.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Ralf Bart

    |

    Aus eigener Erfahrung möchte ich mich mal zum thema Therapie äußern.

    Die gemachten Erfahrungen und das lange Leid werden sie durch eine Therapie niemals beseitigen können, ich wage sogar anzuzweifeln, daß sie das Erlebte erträglicher macht.
    Sie kann allenfalls ein Weg zu einer weiteren Bewältigungsstrategie sein.
    Ihnen vorzugauckeln sie könnten gut mit dem Erlebten umgehen und es richtig einordnen.

    Dem ist aber nicht so, denn die verursachten Schäden sind so gravierend das sie ihr Gefühlsleben und ihr „ich“ tief in sich verstecken und nie wieder jemanden da ran kommen lassen.
    Ihnen fehlt das Grundvertrauen welches Babys mit der Muttermilch bekommen, hinzu kommen abgrundtiefe Schamgefühle, ein völliges fehlen von jeglichem Selbstwert.
    Du bist nicht mehr in der Lage bindungen einzugehen oder zu pflegen, selbst deinen Kindern vetraust du nicht und hast kaum Bindung zu ihnen. Du bist tot, innerlich total tot.

    Einer meiner Täter war ein Psychologe einer kirchlichen Einrichtung.
    Ich denke nicht das ich diesem Berufsstand mein vertrauen schenken werden und das alles nochmal, wenn auch verbal , erleben muss.

    Eins haben die Herren der Kirchen allerdings nicht geschafft; Ich werde weiterhin mit dem Finger auf euch zeigen und euch anklagen. Bis zu meinem Tod, bis zu einer wirklichen Wiedergutmachung!!
    Verlaßt euch drauf !

  • Lothgaßler

    |

    Rechtsanwalt Geedo Paprotta hat sich selber nicht gut präsentiert. Seine forsche Eigenbewerbung fällt nun imageschädigend auf ihn zurück. Jeder Jobbewerber weiß inzwischen: das WEB vergisst nicht und es vergibt nicht.
    Das was von seinen Aussagen bei mir hängen bleibt ist: Ich sag nix. Verstanden habe ich darunter: Ich sag nix gegen die Interessen meines Klienten und mach sein Ding. Für einen Rechtsanwalt ist das ein astreines Verhalten. Das Verhalten seines Klienten ist die eigentliche Schande. Wer von den Opfern bringt schon den Mut auf sich zu melden und wenn es sein muss in die Öffentlichkeit zu gehen? Nur sehr wenige, und darauf bauen Klient und Rechtsanwalt. In wenigen Jahren ist dieser Skandal für die Kirche wieder ausgestanden und vergessen. Wenn die Missbrauchsopfer den Sündern jetzt auch noch vergeben, dann ist die Kirche mit sich selber sehr zufrieden.
    Es ist schon erstaunlich, welches Sonderrecht die Kirche sich herausnehmen darf im Vergleich zur übrigen Gesellschaft. Was wäre wohl geschehen, wäre Edathy ein Kirchenmann? Hier liegt die Schande unserer Gesellschaft: Diese merkwürdigen Sonderrechte bzw. Sonderbehandlungen der Kirche. Weg damit, weg mit den Samthandschuhen, gleiches Recht für alle!

  • Angelika Oetken

    |

    „In wenigen Jahren ist dieser Skandal für die Kirche wieder ausgestanden und vergessen“

    @Lothgassler,

    wir könnten es doch auch so sehen: das große Medieninteresse und die Anteilnahme der Bevölkerung am Schicksal der Opfer war nur möglich, weil die Menschen, die in unserem Land leben, kirchlichen Institutionen und ihren Repräsentanten keinen Vertrauensvorschuss mehr gewährten.

    Jetzt werden die Bistümer sogar aufgefordert, ihre Vermögensverhältnisse offen zu legen. 2009 wäre das undenkbar gewesen….
    http://www.zeit.de/gesellschaft/2015-01/katholische-kirche-dioezese-bistum-vermoegen-limburg

    Vielleicht haben die Sorge, dass ihnen der Staat zuvorkommt?

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Mr. T

    |

    Da hat der Lothgaßler recht; es kann nicht sein, dass die Kirchen über oder außerhalb des geltenden Rechts stehen. Besonders schön sieht man das immer wieder, wenn sie sich regelmäßig über das Arbeitsrecht stellen. Auch kann es nicht sein, dass sie Mißbrauch in den eigenen Reihen selbst aufklären dürfen. So etwas wird ja nicht einmal bei Rocker-Gruppierungen oder der Mafia geduldet, auch wenn diese es auch gerne so hätten.

    Bei einem RA darf man nicht immer davon ausgehen, dass er grundsätzlich mit seinem Mandanten auf einer Linie liegt. Wie könnte es sonst Anwälte geben, die mutmaßliche Verbrecher verteidigen? Sie müssen ihrem Mandanten zumindest zu seinem Recht verhelfen und eben „das Beste für ihn rausholen“. Allerdings sollten sie das nicht auf dem Rücken der Opfer machen – da kann dann die Kritik beginnen.

  • Ralf Bart

    |

    Da unsere lieben „Geistlichen“ vom Bistum Regensburg hier mit Sicherheit mitlesen sollten sie sich mal die nun folgende Sätze zu gemüte führen und darüber senieren.

    Also meine Herren und Damen der Kirche:

    Sie fühlen sich dort sehr sicher auf ihrem Thron, denn anders kann man ihr verhalten in der Angelegenheit nicht deuten.
    Wie können Sie als vermeindlich gläubige Christen ein solches Verhalten an den Tag legen? Sich als angeblich gläubige Christen an der vertuschung, verharmlosung, an lügen und dem betrügen, beteiligen?
    Man bekommt das Gefühl durch Ihre herangehenweise, das Ihnen jegliches Mitgefühl für die Opfer fehlt. Zu dem thema Einsicht muß man glaube ich garnicht mehr schreiben. Definitiv bei Ihnen nicht vorhanden.
    Lippenbekenntnisse geben Sie zu hauf ab, doch selbst hinter diesen stehen Sie nicht.
    Sie stellen sich und der Institution Kirche ein Armutszeugnis aus.

    Sie haben eine Dienstleistung erbracht, aber in vielen Fällen Ihren Auftrag nicht.
    Im Gegenteil, den Schutz und Föderungsauftrag haben Sie mit Füssen getreten , sich an den schutzlosesten vergangen und dafür noch kassiert.
    Die Verantwortung für die Vorkommnisse tragen alleine Sie, auch als Nachfolger Ihrer Täterorganisation und in dieser Verantwortung stehen Sie noch heute. Es ist Ihre moralische und christliche Pflicht den Opfern mit allem zu helfen was das Opfer braucht. Buße und Sühne würde Ihnen auch gut zu Gesicht stehen.
    Ihr gebaren des schweigens läßt nur den Schluß der imensen Schuld zu, den Sie auf sich geladen haben, in Vergangenheit und Gegenwart.

    Für mich seid Ihr eine bande von Feiglingen und Halsabschneidern. Zu feige reinen Tisch zu machen. Zu feige Einsicht zu zeigen. Macht und Karrieregeil unter dem Deckmantel des Glaubens^^

    Nicht jede Arbeits-o.Dienstanweisung muss auch ausgeführt werden meine Herren, schon garnicht wenn sie zu strafbaren Handlungen auffordert oder dazu geeignet sind andere zu täuschen.

    Bin mal gespannt ob Sie sich herablassen und sich einem Dialog hier stellen werden.

  • Veronika

    |

    @Ralf Bart: Keine Sorge, alles was über die Kath. Kirche geschrieben wird, wird durch diese – wenn nicht vorab über Beteiligungen an Medienhäusern gar nicht erst publiziert – erfasst und ausgewertet.
    ————————————–
    Wenn es zu sehr staubt, muß eben der Papst wieder mal freundliche Worte sprechen, einen Scheck verschicken oder ein Bischof muß an einer ökumenischen Donausegnung teilnehmen, auch wenn diesem qua Grundeinstellung gar nicht danach ist.
    ————————————–
    Ändern wird sich in der finanziell reichsten Diözese der reichsten katholischen „Landeskirche“ von sich aus nichts. Hatte die Röm.-Kath. Kirche in deren bisheriger Geschichte schon einmal freiwillig etwas geändert/ für die Leute getan?

  • ertko

    |

    @Herr Bart,
    ja das wünschte man sich, dass die Verantwortlichen der Kirche hier lesen,
    sie Einsicht zeigen. Aber ich habe schon in meinen vergangenen posting aufgezeigt wie es den ehemaligen Heimkindern erging und leider wird es auch den Opfern des sexuellen Missbrauches nicht anders ergehen.

    Ich bin nicht erstaunt, wie die Institution Kirche es seit Jahrzehnten doch immer wieder schafft ihren Auftrag nicht nur auf den Rücken ihrer Mitarbeiter-also ausbeutend zu erfüllen-sondern auch ihre Verbrechen weiter vertuschen kann. Dieses ist nur möglich, weil die Verbrecher von ihrer Kirche geschützt werden und ihre eigene Vorstellung von Recht und Gesetz ausüben dürfen, darauf wurde hier ja auch schon verwiesen.

    Um hier Gerechtigkeit zu schaffen müsste es erst einmal eine Trennung von Staat und Kirche geben, also müsste sich der Staat unabhängig von der Kirche machen, um dann auch die Kirche genau so behandeln wie jede andere Institution und damit auch wie jeden anderen Verbrecher. Man darf nicht außen vorlassen, dass der Staat mit verantwortlich ist für die Machenschaften der Kirchen. So sind konfessionell geführte Internate doch nicht wirklich unabhängig. Es gibt eine Schulpflicht und der Staat hat ein Wächteramt, also muss eigentlich diese Internate kontrollieren, so Damals wie auch Heute. Ich meine nicht, dass diese Internate über die Kinder frei verfügen dürften, so dass es möglich ist, diese Kinder offensichtlich eine doch erhebliche intensive Arbeitswoche aufzudiktieren, im Gegensatz zu anderen Kindern. Dieses ist aber auch mit nichts zu rechtfertigen und darf nicht in der freien Entscheidung der jeweiligen Träger liegen. Der Staat hat ein Wächteramt und somit liegt hier dann schon ein Organisationsverschulden vor und hier muss der Staat zur Verantwortung gezogen werden. So sollten auch die Opfer sich eher an den Staat wenden. Hier müsste mehr Druck aufgebaut werden, damit der Staat endlich einmal in die Pflicht genommen wird.

    Leider wird die Kirche immer noch als eine offensichtlich den Glauben entsprechende religiöse Organisation betrachtet und wir haben hier ja gelesen, dass es wohl wichtiger ist dieses Internat in seinen Vorzügen hervorzuheben, als es –was ich notwendig fände-mit den Augen von Kindern zu betrachten. Da kämen wir schon eher zu der Auffassung, dass hier keine bedürfnisorientierte Einrichtung existiert, sondern eine fast nur auf Leistung ausgerichtete Institution, die ihr Ansehen auf dem Rücken der Kinder austragen. Fragt sich nur was später aus diesen Kindern wird, scheinbar zufrieden, weil sie nie gelernt haben was ihre eigentlichen Bedürfnisse sind.

    Auf jeden Fall erwarte ich von der Kirche nichts, man muss sich befreien von der Vorstellung es hier mit Menschen zu tun haben, die christlich motiviert sind. Das sind knallharte Geschäftsleute, die nur im Gegensatz zu anderen Geschäftsleuten für ihre Firma keine Werbung machen brauchen, weil sie zum einen mit der Naivität jener Menschen rechnen können, die von ihnen in Anspruch genommen werden und dann auch unter dem Schutze des Staates stehen. Allerdings wird das nicht immer so weiter gehen, darauf sollte sich die Kirche nicht verlassen!!!!

    Frau Oetken fragte, ob wir die Kirchen brauchen? Ich habe da sehr lange drüber nachgedacht und bin nicht der Meinung, dass wir solche eine Organisation nicht brauchen. Sie mögen zur Zeit noch einige soziale Bereiche abdecken, aber da wir ja wissen, dass auch diese nur aufgrund der Ausbeutung von Mitarbeitern (noch) vorhanden sind, werden diese Alibibereiche auch in den nächsten Jahren verschwinden. Was bleibt dann von der Kirche? Vertretung von Ethik, Werte die durchaus wichtig sind in einer Zeit des schnellen Wandels und der Forschung in vielen Bereichen, die durchaus ethisch überprüft werden müßten und sollten? Da die Kirchen nach meiner Auffassung auch korrupt sind fehlte mir hier das Vertrauen und somit komme ich zu dem Schluß, dass ich diese Kirche nicht bräuche. Letztlich kann man das ja nur für sich selber entscheiden, nur erwarte ich schon von Anhängern der Kirche, dass sie sich mit dieser auch auseinander setzen, denn Glaube sollte nicht blind machen.

  • Veronika

    |

    @Ralf Bart:

    Noch einfacher: Kümmert sich ein Papst em. Benedikt XVI. wenigstens jetzt um die Dinge, um die er sich als Präfekt der Glaubenskongregation nicht zugunsten der Betroffenen gekümmert hatte? Nee, er liest und schreibt zwar tagtäglich jede Menge Briefe, aber nicht an die Opfer und Betroffenen, sondern an die Ausführenden der Welt-Neumissionierung im mittelalterlichen Geiste.

  • Petra

    |

    So —— und nun???? Alle haben sich hier in bemerkenswerter Weise und in riesen Kommentarenbergen ausgekotzt und aufgeregt. Das mag jeden einzelnen vielleicht etwas gut tun, mehr aber auch nicht.
    —————————————————————————-
    Es glaubt doch wohl nicht irgendeiner hier, dass die Mitglieder der Katholischen Kirche irgendwo auf der Welt das hier lesen?
    —————————————————————————
    Schon gar nicht die Oberen, die habe in ihren Augen sicher „Wichtigeres“ zu tun.
    Warum macht Ihr alle denn nicht das einzig Sinnvolle und bombardiert die Kirche an allen möglichen Stellen mit Euren Kommentaren, Vorwürfen, Meinungen und Vorschlägen??? Schreibt Faxe, emails, Briefe, direkt an die Internetseiten und Büros, veröffentlicht in Zeitungen – macht Petitionen, das funktioniert doch so gut!!!! Was nützt das ganze denn hier unter Gleichgesinnten frage ich mich? Wenn Ihr wirklich gehört werden wollt und was verändern wollt, dann nützt es rein gar nichts sich hier die Finger wund zu schreiben!

    Der Kommentar von Veronika, sich an die Apostolische Nuniatur oder die Vaktikan-Referate per Fax zu wenden ist hier komplett ignoriert worden! Wollt ihr überhaupt gehört werden? Frau Oetken tummelt sich tagtäglich in X-Foren zu diesem und anderen Themen – ich frage mich ehrlich wo Sie die Zeit dazu hernimmt. Diese viele Zeit könnte man sicher viel wirksamer nutzen!!!

    Mein Anliegen hier war, wie schon bemerkt wurde, die heutige Schule zu verteidigen, die nichts mehr mit der damaligen zu tun auch – auch wenn manche das anders sehen. Es kamen nämlich anfänglich ziemlich gehässige Bemerkungen zum hier und jetzt – und das ist einfach nicht richtig. Dass die Schule einen Verarbeitungsprozess zeigt oder eine Entschuldigung herausgibt (und nicht nur die Prävention schreibt und lebt – auch wenn Frau Oetken das nicht glauben will – bitte keinen Kommentar mehr dazu denn sie sind nicht vor Ort!) – darüber kann man sicher in den Schulgremien nochmal diskutieren und derartiges in die Wege leiten.

    Aber alles andere muss doch direkt dorthin gelenkt werden wo es hin soll – und zwar immer und immer wieder – haufenweise! Packt Eure ganzen Kommentare aus dem Internet ein und schickt sie an die richtiges Stellen.

  • Ralf Bart

    |

    Frau Petra,
    Ihr Vorschlag ist gut, doch glauben Sie nicht das daß schon längst durchgeführt wird; mit dem Ergebnis welches Sie bestimmt kennen?

    Richtig; null Resonanz oder Antworten auf Schreiben. Wenn tatsächlich mal eins durchkommt : Lippenbekenntnisse oder keine Aussagen zu einem laufenden Verfahren bzw Aufarbeitung.

  • Petra

    |

    Jetzt ist aber die Öffentlichkeit und sicher auch etwas die Kirche aufgerüttelt, denn etwas bemerkt haben die sicher auch davon. Der richtige oder bessere Zeitpunk ist auch mit entscheidend. Wenn man jetzt zögert oder wartet schließt sich der kleine Spalt im Tor wieder. JETZT muss man was tun, Petitionen erstellen (Campact und Avaaz und wie die alle heißen) etc. und weitermachen – nicht wieder in die Opferrolle verfallen und resignieren. Und wenn sich nur ein bisschen was tut hat man schon einen Schritt weiter geschafft, ansonsten hat man es wenigstens versucht! Aber die betroffenen – und zwar ALLE – müssen sich zusammentun.

  • Ertko

    |

    @ Petra
    Das ist aber sehr lobenswert, dass Frau Oetken zu diesem Thema viel schreibt, ja und Frau Petra so ist das im Leben, der eine ist genervt und der andere findet das lobenswert.

    So ganz haben Sie aber verschiedene Inhalte nicht verstanden, denn wer sagt denn, dass nicht bei entsprechenden Stellen geschrieben wird. Das Internet vergisst nichts und so ist es notwendig jede Möglichkeit zu nutzen um auf Missstände aufmerksam zu machen. Ihre doch etwas aggressive Art ist auf jeden Fall völlig fehl am Platze und um die gegenwärtigen Zustände mache ich mir nur insofern etwas Sorgen, dass die Internatsschüler verdammt viel arbeiten müssen. Aber sie als Elternteil sind ja zufrieden, hoffentlich Ihre Kinder auch.

  • Angelika Oetken

    |

    „Frau Oetken tummelt sich tagtäglich in X-Foren zu diesem und anderen Themen – ich frage mich ehrlich wo Sie die Zeit dazu hernimmt. Diese viele Zeit könnte man sicher viel wirksamer nutzen!!!“

    @Petra,
    zu meinem Engagement: ich kommentiere seit Mitte 2009 in Medienforen zum Thema „sexueller Missbrauch“, seit Anfang 2010 unter Klarnamen mit Zusatz. Im Laufe der Zeit habe ich Betroffene der verschiedener Tatorte kennen gelernt, die das auch tun, die meisten allerdings anonym. Wir tauschen uns intern aus. So dass wir Informationen sammeln, auswerten, abgleichen und gezielt verbreiten können.

    Darüber hinaus betätige ich mich ehrenamtlich beim UBSKM http://beauftragter-missbrauch.de/course/view.php?id=174 und beim Erweiterten Hilfesystem http://www.fonds-missbrauch.de/fonds-sexueller-missbrauch/organisation/

    Ich lese und kommentiere viel, aber das kostet mich nicht viel Zeit. Ich habe meinen Arbeitstag auf 12 Stunden ausgedehnt und mir bewusst Lücken gelassen, in denen ich auf Mails oder Infos reagieren kann. Das Posten selbst geht mittlerweile recht schnell. Weil ich auf ein Kommentar-, Themen- und Linkarchiv zurückgreifen kann.

    Ich verwende auf mein Engagement nicht mehr Zeit als andere Leute, die Ehrenamt und Passion verbinden.

    Im Übrigen können wir immer MitstreiterInnen gebrauchen. Missbrauchsbetroffene genauso wie Mitbetroffene. Wichtig ist die Bereitschaft unabhängig von der Aufarbeitung der eigenen Geschichte tatort- und themenübergreifend zusammen zu arbeiten.

    Petitionen sind nützlich. Sich persönlich einbringen häufig besser.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Angelika Oetken

    |

    „(und nicht nur die Prävention schreibt und lebt – auch wenn Frau Oetken das nicht glauben will – bitte keinen Kommentar mehr dazu denn sie sind nicht vor Ort!)“

    @Petra,

    ich befürchte, Sie haben meine Kommentare dazu falsch verstanden: ich erkenne an, dass es an Ihrer Schule eine „AG Prävention“ gibt. Vermisse aber eine öffentlich einsehbare Stellungnahme zur Aufarbeitung des jahrzehntelang betriebenen sexuellen Missbrauchs an Einrichtungen der Domspatzen.
    Und habe die berechtigte Frage gestellt, ob eine ausreichende externe Supervision dieser AG gewährleistet ist.

    Denn Beides: eine sorgfältige Aufklärung und Aufarbeitung und externe, unabhängige Begleitung lassen Präventionsbemühungen erst wirksam werden.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Ludwig Christ

    |

    Ich beabsichtige in nächster Zeit eine Dokumentation über Heiminsassen zu erarbeiten. Da ich die Hintergründe sehr gut kenne, selbst Betroffener bin, wird diese sicherlich anders aussehen als die des Bistum Regensburg.

    An den Herrn Rechtsanwalt:
    Des Brot ich ess, des Lied ich sing.

  • Dieter

    |

    @RA: Wurde das Bild des Artikels nun auf Wunsch des Anwalt gegen eins von ihm zur Verfügung gestelltes ersetzt?
    Vorteilhafter ist es auf jeden Fall nicht und das ist auch gut so.

  • Petra

    |

    @ Ertko
    Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass Sie nicht richtig lesen! Ich habe nicht gesagt, was Frau Oetken macht sei schlecht. Ich habe mich dahingehend geäußert, dass es vielleicht besser wäre diese Energie und Zeit in etwas zu kanalisieren, was evtl. im Moment mehr nutzen bringt. Denn jeder hier will doch, dass sich was tut und dazu braucht man mehr Wucht. Sich persönlich einbringen und viele fachliche Kommentare zu schreiben ist schon gut aber reicht halt nicht. Auch weil die, die es angeht es hier nicht lesen werden (Ich wiederhole mich!)Ich bin nach wie vor der Meinung, dass eine Petition zusätzlich hier sehr hilfreich wäre. Ebenso wie die Zusammenarbeit vieler Betroffener zur gleichen Zeit , denn das wirkt ebenfalls mehr als wenn tröpfchenweise sich Einzelpersonen melden.
    Natürlich soll man „jede Möglichkeit zu nutzen um auf Misstände aufmerksam zu machen“, aber es muss auch richtig platziert sein. Hier ist einfach nur Loswerden und Meinungsaustausch der Fall, aber die entsprechenden Stellen kriegen das nicht mit!

    Was meine Kinder anbelangt, habe ich glaube ich ziemlich detailliert beschrieben was sie davon halten. In so eine Schule geht man nicht unvorbereitet und unwissend! Und wenn es einer nicht aushält, dann darf er auch wieder gehen.

  • Petra

    |

    @ Frau Oetken,
    …“Vermisse aber eine öffentlich einsehbare Stellungnahme zur Aufarbeitung des jahrzehntelang betriebenen sexuellen Missbrauchs an Einrichtungen der Domspatzen.“
    #
    Ich habe das schon verstanden und werde das an die Schule herantragen bzw. habe es auch schon.

  • Angelika Oetken

    |

    „Und wenn es einer nicht aushält, dann darf er auch wieder gehen.“

    @Petra,

    Sie haben das Prinzip auf den Punkt gebracht.

    Es ist nur die Frage, inwieweit die „Exzellenz“ wirklich existiert. Oder einfach nur der Umgebung suggeriert wird.
    Und was da „ausgehalten“ werden soll. Was der Preis dafür ist. Und wer den zahlt.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    P.S. Petitionen können Druck machen. In der Vergangenheit ist es auch schon gelungen, damit Veränderungen anzuschieben. Noch wirksamer ist es aber, wenn Sie Kontakt zu den Leuten haben, die die Entscheidungen treffen. Eine Eintrittskarte in diese Welt kann der Besuch der „richtigen“ Schule sein. So lange die Gruppe Derjenigen, die sich so organisieren überschaubar bleibt und sie selbst bestimmen kann, wer ihr angehört klappt das auch. Das ist das „Alumni“-Prinzip.
    Allerdings kann so etwas auch dazu führen, dass in solchen Gefügen das notwendige Regulativ von außen fehlt. Dann entwickelt die Gruppe Werte, die irgendwann mit denen Derjenigen, die nicht in ihr drin sind kollidieren. So ist es dem Odenwaldschulnetzwerk ergangen und auch dem, das hinter dem Aloisiuskolleg stand. Und das Ergebnis kennen wir ja. Aber: ich betrachte das als gesunden Transformationsprozess.

  • Bodo

    |

    Sehr geehrter Herr Paprotta,
    mit Interesse habe ich Ihre Stellungnahme hier gelesen und natürlich auch die TV Sendung verfolgt, erst vorgestern wieder auf SWR.
    Als betroffener ehemaliger Schüler der Vorschule in Etterzhausen bin ich über Ihre Wortwahl und Ihr gesamtes Auftreten in der Dokumentation regelrecht entsetzt.
    Zwischen mir und Frau Dr. Böhm gab es etliche Telefongespräche und auch Mail-Korrespondenz. Ich bin mir sicher, dass Ihnen oder dem Bistum alles vorliegt. Nachdem Frau Dr. Böhm verstarb, herrschte Schweigen, bis heute, jahrelang…“aussitzen“…“Gras drüber wachsen lassen“….“totschweigen“….was auch immer Ihre oder die Strategie von wem auch immer sein mag. Selbstverständlich gibt es „unbeantwortete Fälle“. Einer davon (von vielen) bin ich!

  • Dunja

    |

    Obwohl wir Bürger nun seit Jahren mit dem Missbrauch unserer Kinder konfrontiert werden, wird das Ausmass und die Bedeutung dieser Untaten nicht wirklich sichtbar.
    Wenn wir erfahren, daß europaweit ( Belgien, England, Deutschland, Portugal, Österreich etc etc) Kinder nicht nur von Kinderhändlern verschleppt und an perverse, bösartige Erwachsene verkauft und von diesen missbraucht, gequält und sogar getötet werden…. nein, die alte Instanz Kirche, die sich sogar als Stellvertreter Gottes über die Menschen erhebt, spielt eine große und alte Rolle in diesem ekelhaften „Spiel“. Wenn ein Priester als vermeintlich göttlich bestellte Autorität Kinder für seine entarteten Lüste benutzt und verletzt, ist NICHT nur der juristische Straftatbestand erfüllt, der jeden dieser widerlichen Täter vor Gericht und die Aufklärung bringen sollte. Es ist ein satanisches Vergehen, wenn wir mal den kirchlichen Duktus benutzen wollen. Der Vatikan hat sich moralisch und spirituell selbst in diesen Abgrund gestürzt…und dies nicht erst seit gestern. Diese Missbräuche sind eine alte Tradition, die bisher aber immer gut vor Enthüllung geschützt wurden… entweder durch Protegierung der ehemaligen Opfer oder aber durch weitere Gewalt und Unterdrückung. Wir müssen doch nur auf alte römische und griechische Gepflogenheiten schauen um zu sehen, daß der Kindesmissbrauch ein Privileg des männlichen Establishments war und immer noch ist. Daß Regensburg diesen stumpfen, groben Rechtsanwalt beschäftigt, zeigt klar was ihnen am wichtigsten ist. Ich denke, es werden sich Eltern und andere, denen das Wohl der Kinder wirklich am Herzen liegt zusammenschliessen und die Aufklärung selber in die Hand nehmen müssen. Schauen wir auf die offiziellen Fälle ( z.B. Dutroux, Kampusch, Savile) … sehen wir anhand der vielen Todesfälle von Zeugen und Vertuschungen, daß die sog. Eliten darin verstrickt sein MÜSSEN. Wann fassen wir uns endlich ein Herz und tun das einzig Richtige? Europaweite Recherche und Bündelung der Informationen und Kräfte… nur so haben wir eine Chance gegen dieses alte mächtige böse Netzwerk, das scheinbar dem alten Widersacher, dem Teufel verpflichtet ist. Ich benutze diese kirchliche Symbolik, da auch wir seit Jahrhunderten mit dieser Symbolik zu Moral und Gehorsam angehalten wurden…zur Beichte und zur Busse gleichfalls. Wann kommt die Beichte und Busse der Kirche? Ich vermisse jedwedes christliche Bewusstsein an diesen Personen….sie nehmen den Menschen durch ihre Falschheit den Glauben an den vermeintlichen Auftrag der Kirche und so manch geschundener Kinderseele sogar den Glauben an das Göttliche. Dies ist das schlimmste Vergehen ….

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    […] Auch unter Müllers Nachfolger Rudolf Voderholzer sah es zunächst nicht so aus, als ob es einen Kurswechsel geben würde. Generalvikar Michael Fuchs, verantwortlich für die Serienbriefe, ist nach wie vor im Amt. Ebenso Pressesprecher Clemens Neck, der mit der Wahrheit recht kreativ umzugehen versteht. Immer noch zuständig für die Prüfung von Anträgen auf Anerkennung des erlittenen Leids ist zudem der Rechtsanwalt Geedo Paprotta. Paprotta hatte Udo Kaiser, der als Kind von seinem Peiniger auf den nackten Hintern geprügelt wurde… […]

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    […] Paprotta, der sich auf seiner – mittlerweile stark überarbeiteten – Homepage mit John Wayne ver…, alles andere als erbaut. In einer Stellungnahme stilisierte er sich selbst zum Opfer, wusch seine Hände in Unschuld und watschte im Vorbeigehen noch einen der Betroffenen ab. Nicht nur dieser bezeichnete Paprottas Stellungnahme anschließend als „unfassbar“. […]

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    […] nicht davon ausgehen, wieder jemanden wie Geedo Paprotta aufzutreiben, jenen Anwalt aus Neumarkt, der mit seinen John-Wayne-Nerven und den grundsätzlichen Pistolero-Qualitäten warb, und von dem man sich ohne Weiteres vorstellen könnte, dass er sogar Erin Brockovich weinend nach […]

  • Gewalt und Missbrauch: Wer Opfer ist, bestimmen immer noch wir! » Regensburg Digital

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    […] Die Rede ist von der SWR-Dokumentation „Sünden an den Sängerknaben“ von Mona Botros, die es Anfang Januar 2015 einerseits schaffte, das Leid und die Folgen von vielförmiger Gewalt in den Einrichtungen der Domspatzen am Beispiel der Protagonisten Georg Auer, Udo Kaiser und Alexander Probst eindringlich darzustellen. Anderseits führte Botros gekonnt die formalisierte Kälte vor, die Unfähigkeit, ein institutionelles Versagen einzugestehen und Konsequenzen daraus zu ziehen – am Beispiel des sogenannten Missbrauchsbeauftragen, des Bistumssprechers und des John-Wayne-Verschnitts Geedo Paprotta. […]

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