Körperverletzung im kirchlichen Bereich soll entschädigt werden

Ein positiver Schritt voller Mängel

Print page

Das Regensburger Bistum will nun alle minderjährigen Opfer von körperlicher Gewalt im kirchlichen Bereich entschädigen. Finanzielle Leistungen bekamen bislang nur Betroffene aus Domspatzen-Einrichtungen. Doch das „neue“ Projekt ist intransparent und hat einige Mängel.

Opfer des prügelnden Prälaten Paul Mai (Hier echts im Bild bei seiner Verabschiedung 2014) dürfen auf Anerkennung ihres Leids hoffen. Foto: Bayer

Opfer des prügelnden Prälaten Paul Mai (hier rechts im Bild bei seiner Verabschiedung 2014) dürfen auf Anerkennung ihres Leids hoffen. Foto: Bayer

Wie die Pressestelle des Bistums Regensburg diesen Montag ganz nebenbei auf seiner Internetseite unter der Rubrik „News“ bekannt gab, wurde ein neues Projekt zur Anerkennung von Leid durch „massive Körperverletzung“ im kirchlichen Bereich eingerichtet. Es geht um in strafrechtlicher Hinsicht verjährte Taten an Minderjährigen, die von Klerikern oder weltlichen Mitarbeitern des Bistums verübt wurden. Um das Los von Betroffenen, die bei der im Februar 2015 angekündigten Anerkennung von körperlichem Leid leer ausgingen, weil sie nicht zu der damals bedachten Opfergruppe der „Domspatzen“ gehörten. Zahlungen für erlittenen sexuellen Missbrauch sind offenbar nicht vorgesehen.

Antrag mit eidesstaatlicher Erklärung

Das auf eineinhalb Jahre befristete Projekt sei „aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch und aus den Erfahrungen mit der Vergangenheit der Domspatzen entstanden“, heißt es zur Begründung. Es sei für Schüler der bischöflichen Knabenseminare, kirchlichen Schulen, Heime und dergleichen gedacht. Laut dem in der Mittelbayrischen Zeitung vom 9. Januar 2016 zitierten Bistumssprecher Jakob Schötz sollen Betroffene als finanzielle Anerkennung des erfahrenen Leids bis zu 5.000 Euro (in Ausnahmefälle auch mehr) erhalten. Hierzu muss bei Rechtsanwalt Andreas Scheulen, der seit 2010 für das Bistum tätig ist, ein achtseitiger Antrag gestellt werden (hier geht es zum Antragsformular und zu den Kontaktdaten Scheulens).

Dieser Antrag muss zur Untermauerung der Angaben mit einer „Versicherung an Eides statt“ unterzeichnet werden. Nach einer Vorprüfung durch Anwalt Scheulen soll in einem zweiten Schritt die Höhe der Anerkennungsleistung von einem externen, bislang nicht benannten Rechtsanwalt bewertet werden; zuletzt tat dies der aus der ARD-Doku „Sünden an den Sängerknaben“ bekannte Geedo Paprotta. Über die tatsächliche Höhe entscheidet das bischöfliche Ordinariat.

Zurück zur Linie des Generalvikars?

Das neue Projekt wurde bereits in der Fuchsschen Chronologie vom 7. Dezember 2016 angedeutet. 

In dieser „Chronologie“, die eigentlich für den Abschlussbericht des mit der Aufklärung der Übergriffe bei den Domspatzen befassten Rechtsanwalt Ulrich Weber verfasst wurde, heißt es, dass die bei den Domspatzen gewonnen Erfahrungen in „die Aufarbeitung bei anderen kirchlichen Einrichtungen der Diözese (Knabenseminare, Jugend- und Kinderheime, usw.) einfließen“ sollen. Und dass „die Betroffenen von kirchlichen Einrichtungen bei der Aufarbeitung stärker eingebunden werden“ sollen.

Entscheidungen werden intern getroffen

Wie diese Einbindung oder Aufarbeitung aussehen soll, was mit „massiver“ Körperverletzung gemeint sein könnte, oder warum nur „Minderjährige“ entschädigt werden sollen, konnte nicht geklärt werden. Entsprechende Fragen unserer Redaktion an Pressesprecher Schötz blieben unbeantwortet.

Anders als bei der Aufklärung und Aufarbeitung der Übergriffe bei den Domspatzen werden alle wesentlichen Entscheidungen des „neuen Projekts“ nicht von externen und neutralen Fachleuten sondern im bischöflichen Ordinariat getroffen. Dieses intransparente Vorgehen erinnert an die ersten Jahre der quälenden Auseinandersetzungen mit den Übergriffen bei den Domspatzen, als viele Betroffene den Eindruck hatten, sie würden nur ausgehorcht.

Sexuelle Übergriffe ausgeblendet?

Am Ende des neuen Antragsformulars „auf Anerkennung des Leids“ heißt es in den angefügten „Hinweisen“, dass sich in der Auseinandersetzung mit „der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in den letzten Jahren“ gezeigt habe, „dass sexueller Missbrauch oftmals einhergeht mit körperlichen Misshandlungen und teilweise eine Trennung zwischen körperlicher Misshandlung und sexuellem Missbrauch nur schwer möglich“ sei.

Dieses angedeutete Phänomen ist zweifellos richtig und in Fach- und Betroffenenkreisen seit Jahrzehnten unter „sexualisierter Gewalt“ bekannt. Eigenartigerweise folgt das Bistum aber dieser Erkenntnis nicht, die sie im Zuge des Domspatzen-Skandals gewonnen haben will. Es kümmert sich nämlich nur um jene, die eine „massive Körperverletzung“ erleiden mussten und blendet in diesem Zusammenhang offenbar eventuelle sexuelle Übergriffe durch kirchliche Mitarbeiter vollständig aus.

Aufklärung der sexuellen Übergriffe steht aus

Missbrauchstäter über Jahrzehnte: Der ehemalige Domspatzen-Direktor Georg Zimmermann.

Missbrauchstäter über Jahrzehnte: Der ehemalige Domspatzen-Direktor Georg Zimmermann.

regensburg-digital berichtete mehrfach über das diözesane Zweiklassensystem, in dem nur Schüler der Regensburger Domspatzen als Missbrauchs- und Misshandlungsopfer anerkannt, aber beispielsweise die Übergriffe gegen Zöglinge von Knabenseminaren ignoriert wurden. 

Wir berichteten auch vom Schläger und Missbrauchstäter Georg Zimmermann, der vor, während und nach seiner Zeit als Domspatzen-Direktor vielfach übergriffig war, teils auch in anderen kirchlichen Einrichtungen, etwa im Straubinger Knabenseminar der Regensburger Diözese. Dort soll es neben körperverletzender Züchtigung auch sexuelle Übergriffe durch geistliche Präfekten gegeben haben und mindestens zwei Priester deswegen suspendiert worden sein. So ein ehemaliger Straubinger Zögling gegenüber unserer Redaktion. 

Diese deutlichen Hinweise auf sexuellen Missbrauch durch kirchliche Mitarbeiter haben sich im „neuen Projekt“ des Bistums allerdings nicht niedergeschlagen.

Körperverletzende Übergriffe seit langem bekannt: der Fall Paul Mai

Das „neue Bistumsprojekt zur Aufarbeitung von Körperverletzung“, so der Titel, kam nicht wirklich überraschend. Wie regensburg-digital bereits im Sommer 2016 aufdeckte, sind das bischöfliche Ordinariat und Rechtsanwalt Andreas Scheulen seit vielen Jahren mit Körperverletzungen in zumindest einem bischöflichen Knabenseminar befasst.

Konkret ermittelte das Bistum beispielsweise intern etwa fünf Jahre gegen den ehemaligen Direktor des Bischöflichen Zentralarchivs Paul Mai, der als geistlicher Präfekt des Knabenseminars Obermünster von 1963 bis 1967 seine Launen an Schülern mit Prügeln ausgelassen haben soll

Prälat Paul Mai. Betroffene im Knabenseminar Obermünster beschreiben ihn als sadistischen Schläger. Foto von 1985: Horst Hanske/ Bilddokumentation der Stadt Regensburg

Prälat Paul Mai. Betroffene im Knabenseminar Obermünster beschreiben ihn als sadistischen Schläger. Foto von 1985: Horst Hanske/ Bilddokumentation der Stadt Regensburg

Laut übereinstimmenden Berichten mehrerer Schüler habe Mai, ehedem selbst ein Zögling des Straubinger Knabenseminars, zum Teil ohne ersichtlichen Grund und völlig überzogen, trotz ausdrücklichen Verbots durch den Seminarleiter, zugeschlagen und gequält. Zu Boden Gegangene soll er weiter geschlagen und getreten haben.

Mit den Vorwürfen konfrontiert, bestritt Mai 2016 gegenüber regensburg-digital die Vorwürfe der Körperverletzung und berief sich auf eine gewisse Normalität in kirchlichen Einrichtungen: Das „heutige Theater darum“ verstehe er nicht, es mache ihn „fuchtig“. Für ihn als Internatszögling sei es normal gewesen, „dass du eine Watschen gekriegt hast. Normal, dass du sie gekriegt hast und später als Erzieher ausgeteilt hast“. In Internaten hätten damals alle so gehandelt. Eine Diskussion mit Leuten, „die dafür kein Verständnis haben“, sei „witzlos“. Mai – „ich bin von Haus aus Historiker“ – meint, dass man mit heutigen Vorstellungen „nicht an früher rangehen“ könne. Mais Ausreden riefen bei seinen Opfern Entsetzen hervor.

Anerkennungsleistung für einen „Obermünsterer“ wurde bereits gezahlt

Nach unserer Berichterstattung vom Sommer 2016 zu den Übergriffen von Paul Mai wurde Ende November 2016 zumindest einem der Betroffenen, dem ehemaligen Obermünster-Zögling Konrad R., eine Anerkennungszahlung in der Höhe von 2.500 Euro zugesprochen. Nach Auskunft von Konrad R. bezeichnete Generalvikar Michael Fuchs die Taten von Paul Mai als furchtbares Unrecht, das weit über das damals Übliche hinaus gehe. Darüber hinaus habe Fuchs ihm signalisiert, dass die Möglichkeit für ein Gespräch mit Bischof Rudolf Voderholzer bestehe.

Bischöfliche Pressestelle mauert

Paul Mai ist nicht irgendein unbedeutender Geistlicher der Diözese. Er wurde als fast 80jähriger Archivdirektor im Oktober 2014 von Bischof Voderholzer persönlich den Ruhestand verabschiedet. Kurz darauf wurde er als Kanonikus in das Kollegiatstift St. Johann Baptist aufgenommen, wo er mit dem ehemaligen Domkapellmeister Georg Ratzinger, ebenso ein Knabenschläger und Knabenseminarzögling, einen hoch angesehenen Alterssitz genießt.

Eine Rechercheanfrage unserer Redaktion zu Paul Mai bei der bischöflichen Pressestelle wurde auch damals, im August 2016, trotz mehrfacher Nachfragen schlicht ignoriert.

Aufklärung nach Art des Generalvikars?

Schönung der eigenen Bilanz? Generalvikar Michael Fuchs. Foto: Archiv/ Staudinger

Schönung der eigenen Bilanz? Generalvikar Michael Fuchs. Foto: Archiv/ Staudinger

Unverständlich bleibt, warum der für das „neue Bistumsprojekt zur Aufarbeitung von Körperverletzung“ verantwortliche Generalvikar Fuchs hierbei nicht die relativ hohen Standards anlegt, die im Aufarbeitungsgremium von Ex-Domspatzen mit Bischof Voderholzer ausgehandelt wurden: das Angebot einer neutralen Anlauf- und Beratungsstelle wie das Münchner Informationszentrum für Männer (MIM), die Festlegung der materiellen Anerkennungsleistung durch ein neutrales Gremium, höhere finanzielle Leistungen (nämlich zwischen fünf- bis zwanzigtausend Euro), die wissenschaftliche Begleitung der Aufarbeitung und die Erforschung der gewalttätigen Strukturen durch ein geeignetes wissenschaftliches Institut.

Dies ist insofern ein Rückschritt, da Bischof Voderholzer auf der Pressekonferenz von Oktober 2016 zum Aufarbeitungsprozedere in Sachen Domspatzen bereits Betroffene angesprochen und aufgerufen hatte, die nicht zur Gruppe der Domspatzen gehören. Unverständlich bleibt auch, warum Fuchs nicht zwischen „Aufklärung“ und „Aufarbeitung“ der Übergriffe unterscheidet und dadurch Verwirrung stiftet.

Offenbar ging es Generalvikar Michael Fuchs mit dem neuen Projekt auch um die Schönung seiner eigenen Bilanz in Sachen Missbrauchsskandal. Kurz vor der Veröffentlichung des Abschlussberichts von Rechtsanwalt Ulrich Weber, der seit bald zwei Jahren mit der Aufklärung der Übergriffe bei den Domspatzen befasst ist und dabei auch Fuchs bewerten muss, verkündete er sein bisheriges Vorgehen und sein neues Bistumsprojekt als Erfolgsmeldung.

Dass Fuchs mit seinem aktuellen Projekt erneut ein mangelhaftes Zweiklassensystem geschaffen und die angeblichen eigenen Erkenntnisse nicht umgesetzt hat, schadet dem eigentlich positiven Schritt, den die Regensburger Diözese unternommen hat, ungemein.

Trackback von deiner Website.

Bitte unterstützen Sie eine unabhängige Berichterstattung in Regensburg.

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (39)

  • Herbert Turetschek

    |

    Ach, gäbe es in Nürnberg doch auch so eine so hervorragende Berichterstattung wie in Regensburg. Danke, Regensburg-digital für diesen Bericht.

  • Angelika Oetken

    |

    Am Anfang wirksamer Aufklärung von Missbrauchs- und Gewaltverbrechen steht eine glaubhafte Motivation. Das Bistum Regensburg hat bisher immer nur reagiert, statt entschlossen und zielgerichtet zu handeln. Damit steht es in einer Reihe mit anderen Organisationen, die moralische Übereinkünfte, soziale Regelwerke oder eben auch Gesetze gebrochen haben. Nur in Diktaturen geschieht dies offiziell, dort werden nämlich bewusst und vorsätzlich die allgemein gültigen Menschenrechte außer Kraft gesetzt. Institutionen, die sich in Demokratien einfügen, werden ihren Mitgliedern solche massiven Regelverstöße, wie sie die (sexualisierte) Gewalt gegen Kinder und Jugendliche darstellt, nur auf einer informellen Ebene gestatten. Sie ggf. sogar anordnen. So funktionieren Terrorregime. In Etterzhausen und in vielen anderen kirchlichen Einrichtungen wurden Kinder terrorisiert. Zu welchem Zweck genau, harrt noch der Aufklärung.

    Aus diesem Grund kann man vom Bistum Regensburg gar keine effiziente Aufklärung, als Voraussetzung für wirksame Aufarbeitung erwarten. Derartige Appelle, oder sogar entsprechende Hoffnungen, sind genauso widersinnig wie die Forderung, VW solle in Eigenregie seinen Abgasskandal aufklären. Es wäre nicht nur fahrlässig, sondern dumm.

    Ohne Einflussnahme ausreichend souveräner und wirkmächtiger Stellen wird meiner Einschätzung nach genau das Gegenteil von dem passieren, was dem Gros der Opfer des Bistums Regensburg helfen kann. So war es auch an vergleichbaren institutionellen Tatorten. Die meisten Betroffenen blieben aus sehr gut nachvollziehbaren Gründen inkognito und was die Ehemaligen der Einrichtungen der Diözese Regensburg betrifft, ist das auch so. Es hat sich über die Jahre abgezeichnet. Wenn man sich vor Augen hält, dass Aufklärung von Missbrauchskriminalität den wichtigsten Baustein für deren Prävention darstellt, dann ist eine solche Entwicklung fatal.

  • bayernsbestfriend

    |

    Robert Werner schreibt:

    „Mai –… – meint, dass man mit heutigen Vorstellungen ’nicht an früher rangehen‘ könne.“

    Das kommt mir doch sehr bekannt vor.
    In zahlreichen modernen Geschichtsbüchern, verfasst i.d.R. von beamteten oder von der Kirche abhängigen Autoren („Historikern“) liest man, dass abfällige Bemerkungen oder Einschätzungen von „Negern“, „Zigeunern“ oder Juden durch irgendwelche Promis oder Machtträger von einst angeblich „zeittypisch“ waren und daher heute weniger streng beurteilt werden sollten, dass Nachsicht geübt werden sollte usw…
    Mir fällt hierzu auf Anhieb die Biografie zu der bayerischen Prinzessin Therese (1850-1925) ein, der einzigen Tochter des Prinzregenten Luitpold.
    Autorin Hadumod Bußmann gibt in diesem, im C.H. BECK Verlag 2013 erschienenen, Buch einige der „Neger“-feindlichen Zitate der Prinzessin wieder und entschuldigt sie mit „zeittypisch“.

    Jeder, der sich mit Geschichte beschäftigt und wirklich viele Autoren von früher im Original gelesen hat, weiß, dass es zu jeder Zeit und immer Autoren gab, die Menschen als Menschen beschrieben haben und solche, die (ab-)wertende Unterschiede zwischen Menschen bzw. Menschengruppen machten.

    Ganz ähnlich auch die Entschuldung von Herrn Mai, die Autor Werner zitiert.

    Nein, Herr Mai, auch damals, auch früher gab es Erzieher, die ohne Schläge, ohne Hiebe und ohne Grausamkeit ihre Autorität durchsetzen konnten und junge Menschen zu wertvollen Elementen der Gesellschaft geformt/erzogen haben. Niemand musste und muss geschlagen werden. Schlagen war nur die primitivere Form von Erziehung. Schlagende Erzieher sind die Erzieher (gewesen), die sich um ihre (Lebens-)Aufgabe keine besonders ernsthaften Gedanken gemacht haben, die nur Erzieher wurden, weil sie sich mit anderer Art Arbeit nicht die Hände schmutzig machen wollten.

    Schon immer gab es auch die gewaltfreie Erziehung und sie hat sicher die besseren Menschen hervorgebracht.

  • hutzelwutzel

    |

    Volle Zustimmung zu Herrn Turetschek, und besten Dank an den Berichtenden!
    ———————-
    Mal ehrlich: Für wie dumm hält die Diözese Regensburg eigentlich die Leute, welche als Minderjährige derem Schutz anvertraut wurden.
    Man lese bitte sehr genau das verlinkte Antragsformular mit dem besonderen Hinweis auf die Strafbarkeit einer falschen Versicherung an Eides Statt. Wer weiß noch so genau was er als Minderjähriger erdulden mußte, dass er da nicht vielleicht einen kleinen Fehler macht, den man ihm dann zu Lasten legen kann?

    Man sollte mal prüfen lassen, ob ein zugelassener Rechtsanwalt so etwas überhaupt herausgeben darf.
    Herr Turetschek Sie sind doch in Nürnberg. Fragen Sie doch mal bei der Rechtsanwaltskammer nach. Danke!

  • hutzelwutzel

    |

    Zusatz: Gegen diese aktuelle „Aktion“ waren ja die Dinge mit RA Paprotta und RA Weber noch Sandkastenspiele.

  • Coffin Corner

    |

    Bei Herrn Mai muss man noch die besondere Stellung als Priester und Prälat ins Feld führen:
    Es geht für meine Begriffe überhaupt nicht, daß katholische Priester den Missbrauch
    a) zelebrieren
    und
    B) ihn auch noch verteidigen.
    Herr Mai ist keinen Deut anders als Herr G, Ratzinger, der Missbrauchsaufklärung als „Irrsinn“ bezeichnet hat.
    Die Furcht, aufzufallen, dürfte das sein, was die beiden Herren Geistlichen (und noch andere) eint.

  • Herbert Turetschek

    |

    „Schon immer gab es auch die gewaltfreie Erziehung und sie hat sicher die besseren Menschen hervorgebracht.“
    Ich habe meine Tochter nie geschlagen und sie ist heute Sozialpädagogin, Grundschullehrerin und Schulpsychologin – nicht schlecht oder?

  • Rosalia Genoveva

    |

    Liebe Kirchenleut, wie ihr klein wart, hat euch eure Mutter beibracht, dass man sich halbhalb entschuldigt oder garnet?

    Tuat man des, dass man des Opfer gegen eine Mauer reden oder gegen ein Formular anschreiben lasst?
    Sagt man, füll an Zettel aus, nachher wirst schon sehn, dass man dir net amal sogn, wer den anschaun wird?
    Führt ma sich so auf, dass ma sagt, weisst was Opfer, wennst a Glück hast, kriagst a Geld hingschobn, wia wennst a Schnorrer wärst, aber rutsch uns als Mensch den Buckel runter?

    Vor ein, zwei Jahr hat sich ein früherer Menschenfresserstamm, der jetzt herzlich und friedlich wordn ist, weit weg zu die Weissen begebn, und da hat er um Entschuldigung bitt, weil sie vor paar Generationen no öfter Menschen gessen habn und an Missionar auch, und weil der gschmeckt hat auch noch.
    DIe haben gsagt, das war ihnen wichtig, ein Gfühl für die zu zeigen, denen früher wehtan wordn ist.

    Bei denen ist in der Entwicklung gar viel weitergangen.
    Die habn halt KInderstube jetzt.

    Falls ihr ein Vorbild braucht, liebe eiskalte Kirche, wie des Entschuldigung bitten geht, der Stamm wär eins.

  • hutzelwutzel

    |

    @Rosalia Genoveva:

    Ein Menschenfresser-Stamm der sich bekehrte, als Vorbild für die KK?

    Da verkennen Sie die Grundsätze der KK: Leid, Leid, Leid und noch mal und immer wieder „Leid(en)“.

    Es gab da in der Vergangenheit schon mal Unternehmungen, um die KK zu besserem Verhalten zu bekehren. Darauf sollten wir es aber nie mehr kommen lassen. Eine napoleonische Revolution könnte aufgrund der mittlerweile vorhandenen Waffen ungeahnte Konsequenzen zeitigen.

  • Angelika Oetken

    |

    Zur „Versicherung an Eides statt“, die im Antragsformular unter Punkt VII auf der Seite 5 vom Antragsteller gefordert wird:

    Bei den Leistungen handelt es sich um rein freiwillige. In Punkt VIII heißt es:

    „1. Alle Leistungen sind freiwillige Leistungen, die ohne Anerkennung einer Rechtspflicht erfolgen und für die der Rechtsweg ausgeschlossen ist.“

    Erscheint es da nicht unverhältnismäßig, bei einer vollkommen freiwillig, d.h. relativ willkürlich gewährten Leistung vom Antragsteller eine Eidesstattliche Versicherung zu verlangen?

    Psychotraumatologisch Forschende und Arbeitende weisen seit Jahren darauf hin, dass das Traumagedächtnis fragmentarisch angelegt ist und dafür deshalb nicht dieselben Maßstäbe gelten dürfen, wie bei anderen Formen der expliziten Erinnerungsleistung. Es ist also wahrscheinlich, dass missbrauchte und/oder misshandelte Ehemalige der Domspatzeneinrichtungen keine Angaben zum Geschehen machen können, die den derzeit leider immer noch gültigen Kriterien für die Überprüfung der Glaubhaftigkeit der Aussagen von Opferzeugen entsprechen. Oder anders ausgedrückt: Deren Erinnerungen könnten unwahr erscheinen, obwohl sie in Bezug auf das traumatisierende Geschehen schlüssig und real sind. Würden die Antragsteller dadurch nicht Gefahr laufen, der Falschaussage bezichtigt zu werden? Insbesondere, wenn sie den Namen des mutmaßlichen Täters und ggf. die von Mitwissern nennen?

    Welche konkreten Folgen könnten den Antragstellern daraus entstehen? Ob es wohl missbrauchte und/oder misshandelte Ehemalige der Domspatzeneinrichtungen gibt, die in diesem Punkt einen unabhängigen Fachanwalt um Rat gefragt haben? Falls ja, wäre doch eine Rückmeldung darüber für alle, die sich mit dem Gedanken tragen, beim Bistum einen Antrag zu stellen interessant. Mir ist bewusst, dass die meisten missbrauchten und/oder misshandelten Ehemaligen der Domspatzeneinrichtungen aus mehreren und meiner Meinung nach sehr nachvollziehbaren Gründen lieber inkognito bleiben. Aber man kann eine Einschätzung ja auch anonym versenden.

  • Rosalia Genoveva

    |

    „Fazi, setz dich hin und schreib ganz genau auf, was du am 14.2.1967 gemacht hast, an dem Tag, wo dich der X so droschn hat und du ins Spital müssn hast, und nachher schickst den Brief an den Bischof“, hab ich zum Bonifaz heut gsagt.

    Da hat er gmeint, „wart no a paar Jahr, nachher wenn ich dement bin, fallt mir des alles was früher war wieder genau ein, des war bei der Uromi ganz gleich. Bloß hats dann nimma gwusst, was a Brief ist, und a Bischof scho glei gar net“.

    Ja mei, da ist wem zum Veräppeln bei denen da oben.

  • Coffin Corner

    |

    Uneidliche Falschaussagen kommen in den besten Kreisen vor: Sogar beim Bischof von Limburg war das schon einmal der Fall.
    € 20000,– für die wiederholte Nennung einer falschen Klasse im Flugzeug. Es wird ihm nicht weh getan haben.
    Das hat mich damals auch einiges über „die Kirche“ und Ihre Repräsentanten gelehrt und was die so „lehren“.
    Und heute hat er ein Pöstchen im Vatikan und lässt es sich gutgehen.
    Als er letztes Jahr in Aschaffenburg einen Vortrag halten wollte, gab es besonnene Menschen, die das zum Glück verhindert haben.
    Glauben hat für mich etwas mit „glaubwürdig sein“ zu tun, das sollten die Herren mit den Kalkleisten einfach nur mal akzeptieren.

  • Jurist

    |

    Ich vertrete einen Betroffenen, der jetzt den oben genannten Antrag bei der Kirche auf die Entschädigung wegen systematischer Körperverletzung in einem Heim stellt.
    Die Hoffnung der Kirche dabei scheint mir klar zu sein: Lieber ein Ende mit Schrecken (und Entschädigungen im kalkulierbaren Billig-Bereich) als ein Schrecken ohne Ende durch immer wieder öffentliche Berichte und Diskussionen über Misshandlungen im Kirchenbereich.
    Ein bisschen Geld ist sicherlich für die Opfer gut, aber für eine wirkliche Heilung , was die Misshandlungen an Schmerz und Schamgefühl bei den Kindern und Jugendlichen angerichtet haben, hätte es so etwas wie die sog. Wahrheitskommission z.B. in Südafrika gebraucht: Also die Konfrontation der Täter mit den Opfern in einem für die Opfer geschützten Raum.
    Oder wenigstens die Konfrontation der Kirchenvertreter (da die Mehrzahl der Täter tot ist) mit den Opfern in einem geschützten Raum.
    Das ist mit dieser Kirche „natürlich“ nicht zu haben, denn wer einen Gott braucht, der seinen Anhängern die Nächstenliebe gebietet, bei dem kommt die Nächstenliebe nicht aus der inneren menschlichen Reifung , sondern von aussen, und damit bleibt es hohl.
    Da hilft nur eins: Der Kirche weiter solange ihre eigene Melodie „christlicher Werte“ vorspielen, bis … lassen wir uns überraschen !

  • Angelika Oetken

    |

    @Rosalia Genoveva,

    wie wäre es mit einer negativ-paradoxen Aufstellung: die Tage angeben, an denen man keiner Misshandlung und keinen sexuellen Übergriffen ausgesetzt war. Die dürfte kürzer ausfallen, sich auf die Ferien und wenigen freien Wochenenden beschränken und folglich auch leichter und vor Allem schneller zu bearbeiten sein. Auch der, für die Antragsteller nicht gerade risikoarme Punkt der Nennung des oder der Täternamen könnte so entfallen. Ort und Zeitraum des Aufenthaltes angeben und dann die Aufsichtspersonen benennen, die NICHT misshandelt und/oder missbraucht haben. So ein Vorgehen wäre, im Gegensatz zur Aufführung der Namen der Täter meiner Meinung nach nicht justiziabel. Niemand kann eine andere Person verklagen, weil sie etwas positives, geschweige denn etwas vermeldet hat, was nie nicht geschehen ist. Die Bestimmung der in Frage kommenden Täter läge dann allein in der Verantwortung der BearbeiterInnen. Unterlagen, um solch eine Entscheidung treffen zu können, sollten ausreichend vorhanden sein. Und zwar in den Archiven der Diözese Regensburg. Auch solche über Ordenspriester, die Kinder und Jugendliche missbraucht und misshandelt haben.

    Apropos: Bearbeitung… steht eigentlich schon fest, wer genau die Anträge sichten und darüber richten wird?

    VG
    Angelika Oetken

  • Robert

    |

    @Jurist
    Schrecken ohne Ende? Es gibt viele Betroffene, für die ist das die Realität – ohne eine tatsächliche Heilung erreichen zu können. Oft ist nur erreichbar, mit dem Erlebten umgehen zu können…
    Wenn ein kirchlicher Täter nicht mehr konfrontierbar ist, macht es dann Sinn, einen kirchlichen Vertreter zu konfrontieren? Was ist mit denen, die z.B. im familiären Bereich ihre Täter nicht mehr konfrontieren konnten oder wollten? Auch hier gibt es keinen Ersatz…
    Was die heutigen Kirchenvertreter tun könnten oder sollten, wäre die noch Lebenden Täter für ihre Taten zu ächten. Die Hochwürdigen Herrn Mai und Ratzinger etwa, deren Taten sollte Bischof Voderholzer öffentlich verurteilen. Dies tat er bislang nur andeutungsweise gegenüber dem längst toten Direktor und Körperverletzter Meier, ohne ihn beim Namen zu nennen. Ansonsten gab Voderholzer vor allem den Leidenden: „Es-tut-mir-jedes-Opfer-in-der-Seele-weh“.

    Andererseits scheint Voderholzer für Gespräch mit Betroffenen offen zu sein, da hätte eine Konfrontation ihrem Sinne auch ihren Platz. Dass das Gespräch in einem „geschützten Bereich“ stattfinden könnte, dürfte nicht so schwer sein – falls der Bischof dann noch mitmacht…

  • bayernsbestfriend

    |

    „Was die heutigen Kirchenvertreter tun könnten oder sollten, wäre die noch Lebenden Täter für ihre Taten zu ächten. Die Hochwürdigen Herrn Mai und Ratzinger etwa, deren Taten sollte Bischof Voderholzer öffentlich verurteilen.“

    Gewiss wünschenswert, aber in der heutigen, in unserer aktuellen, Gesellschaft nicht durchführbar, nicht vorstellbar, kurzum, illusorisch.

    Der Name Ratzinger darf, so die vereinte Lesart von Kirche, Staat und Öffentlichkeit, nicht beschmutzt werden. Zuviel nationale, regionale, katholische, also als höchst-‚eigen‘ aufgefasste Ehre steht auf dem Spiel.
    Im übrigen, wer mit einer Ächtung bei G. Ratzinger anfinge, müsste, wenn er konsequent wäre, mit J. Ratzinger fortfahren.

    Bereits jetzt tun staatliche und kirchliche Verantwortungsträger alles ihnen nur Mögliche, um das Image der ultimativen (bayerischen, katholischen) Integrationsfigur Benedikt XVI. zu schützen, auf Kosten von Wahrheit und bürgerlichem Anstand.

    Selbst bei Wiki scheiterten sämtliche Versuche den Fall Peter Hullermann, jenes frühen (1979) Kindsverderbers, der von J. Ratzinger gedeckt, erneut mehrfach straffällig werden konnte, auch im deutschen virtuellen Lexikon zu etablieren.
    Bis heute ist unter dem Namen P. Hullermann lediglich bei der englischsprachigen Wikipedia ein detaillierter Eintrag zu PH vorhanden: https://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Hullermann

    (Leider verstehen jedoch nur 31 % der Deutschen ausreichend Englisch, unter Bayerns Katholiken sollen es noch wesentlich weniger sein)

    Auf Deutsch gibt es (bei de.wiki) zu PH nur eine Kurzfassung: https://de.wikipedia.org/wiki/Sexueller_Missbrauch_in_der_r%C3%B6misch-katholischen_Kirche#Erzbistum_M.C3.BCnchen_und_Freising
    Die Verantwortung Ratzingers wird hier längst nicht so klar rausgestellt wie im Hullermann-Eintrag bei en.wiki.

    Die bayerischen Eliten, und wohl auch ein beträchtlicher Teil der Bürger wünschen nicht, dass an ihren Säulen (kath. Kirche, Monarchenfiguren, Adel, „demokratisch gewählte Politiker“, Promis mit hohem Bekanntheitsgrad bzw. Indentifikationscharakter, etc.) ‚gesägt‘ wird.
    Die Eliten nicht, weil sie den inneren Frieden zur Erhöhung des BSP dringend benötigen, die Bürger nicht, weil sie sich selber ungern in Frage stellen.

  • Angelika Oetken

    |

    @Robert Werner,

    aus juristischer Sicht ist eine Straftat wider die sexuelle Selbstbestimmung (eines Kindes, bzw. Minderjährigen) eine individuelle Gesetzesübertretung. Eine kollektive, d. h. institutionelle Ahndung sieht unsere Rechtssprechung nicht vor. Wo speziell die Institution Katholische Kirche als Ganzes versagt hat und warum sie Verantwortung übernehmen muss, erläutert der Bonner Professor für Kirchenrecht, Norbert Lüdecke, in einem Vortrag dessen Wortlaut im Netz unter dem Titel „Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Priester. Statement aus kirchenrechtlicher Sicht“ im Netz abgerufen werden kann. Andreas Zielcke erläuterte schon im März 2010, knapp zwei Monate nach Einsetzen des Missbrauchstsunami, die für Nicht-Kleriker doch recht befremdliche Sicht der Priesterschaft auf Täter aus ihren Reihen und deren Taten: „Sexueller Missbrauch und andere Sodomien: Warum sich das Kirchenrecht nicht mit dem weltlichen verträgt“, erschienen in der Süddeutschen Zeitung.

    Kurzum: wenn ein Priester ein Kind oder einen Jugendlichen sexuell missbraucht, dann wird das als Sünde bewertet, nicht als Verbrechen. Kindesmissbrauch wird dem Ehebruch gleichgesetzt und als Verstoß gegen den Zölibat gewertet. Das Opfer gilt allenfalls als „verführt“, häufig sogar als „Verführer“. Aufschlussreich finde ich insbesondere die Sicht auf Sexualität, die damit zum Ausdruck gebracht wird. Nur leicht überspitzt ausgedrückt: der Klerus scheint davon auszugehen, dass es Heranwachsende gibt, die nichts sehnlicher erwarten, als von einem Priester mit dessen Sexualität überzogen zu werden. Mit ein ganz klein bisschen Sarkasmus formuliere ich: „Typisch Mann“. Dass Täterpriester sich, wenn ihnen während ihrer Ausbildung eine solche Sichtweise vermittelt wird, geradezu aufgefordert fühlen müssen, Kinder bzw. Jugendliche zu missbrauchen, liegt auf der Hand.

    Eine Institution wie die Katholische Kirche, der unser Staat einige Privilegien gewährt und deren Organisationen den sozialen Markt beherrschen, muss demonstrieren, dass sie diese archaische und zutiefst kinderfeindliche Sicht revidieren kann. Ansonsten sollte man ihr sämtliche Vorrechte entziehen, weil sie die nicht verdient.

    VG
    Angelika Oetken

  • R.G.

    |

    @Angelika Oetken

    Wenn die Kirche(n) im Focus stehen, ist das von Ihnen Gewünschte vielleicht eine Lösung. Sie sagen:
    “ Ansonsten sollte man ihr sämtliche Vorrechte entziehen, weil sie die nicht verdient.“
    Der logische Schluss daraus: Dann kann die nächste, angeblich bessere Kirche die Privilegien später für sich beanspruchen.

    Das wichtigste Ziel eines Bürgers eines Demokratischen Rechtsstaates muss aber die Erhaltung desselben sein, weil nur in ihm der optimale Schutz des Einzelnen vor Gewalt gegeben ist.

    Privilegien an einzelne Kirchen zu verteilen und sie angeblich bald endlich zu entziehen, aber nur wenn sich diese nach zig Jahren noch immer nicht vielleicht in naher Zukunft zu rechtsstaatlichen Handeln hinentwickeln wollen – das ist kurios, und ein Beweis, dass der Rechtsstaat gar nicht überall gelten wollte, sondern nur auf den Terretorien, die die Kirche ü b r i g l ä s s t.

    Ich verstehe richtiges Handeln gegenüber Missbrauchten der Institution, die kirchliches Recht vor staatlichem praktizierte, in kleinerem Maß als bitter notwendige bloß persönliche Wiedergutmachung, und in weitaus größeren Maß als endlich zu erbringende Beugung unter die menschlicheren und strengeren Gesetze des Rechtsstaates. Man mutete den Opfern ja mutmaßlich nicht bloß einzelne Misshandlungen zu, sondern ein Leben in einem möglicherweise grundsätzlich totalitär agierenden Regime, erkennbar daran, dass es selbst über reale Vergehen richtete und (gnädig) strafte.

    Ich weiß, wovon ich rede, als ehemaliger Bediensteter dieses Vereins.
    Und ich weiß, wovon ich rede, als ehemaliger Bediensteter angeblich alternativer Weltanschauungsgruppen.

    Alle gehen genau so weit, wie es der Staat bis dato zuließ – das ist viel zu weit.

  • Jurist

    |

    @Werner: Was braucht es, damit die Opfer systematischen Missbrauchs ihren Opfergeist ,gespeist aus Scham- und Minderwertigkeitsgefühl, hinter sich lassen können ?
    Aus eigener Erfahrung würde ich sagen: Eine gute Traumatherapie und einen Kreis von anderen „Überlebenden“ des Missbrauchs , die den Missbrauch schon ein Stück weit aufgearbeitet haben.
    Bei der Kirche haben wir aber nicht nur individuellen Missbrauch, sondern haben gesehen, dass er institutionell geduldet bis gefördert war. Und die Betroffenen haben das oft ja nicht nur als individuellen Missbracht erlebt, sondern als ein System z.B. in einer Heimeinrichtung , das die Missbrauchs-Taten einzelner oder mehrerer zumindest gedeckt hat . In dem mir vorliegenden „Fall“ war die schwere Misshandlung der Kinder bei sog. Verfehlungen sogar das übliche Einrichtungsreglement.
    Wie @oetken darlegt, sieht die Kirche den Missbrauch als ein Versagen einzelner Kleriker an, und will nicht ihre körper- und sexualfeindliche Haltung als Voraussetzung dieses Missbrauchs in Frage stellen.
    Für mich geht es daher über das übliche wie „Geld her für Therapie !“ hinaus um 2 weitere Aufgaben:
    Das Brechen des verinnerlichten Glaubens der Opfer, sie seien ohnmächtig , weil ihnen hier eine ganze mächtige Institution gegenüber steht von da mein obiger Gedanke „Wahrheitskomission, die die Täter/Kirchenvertreter mit den Opfern konfrontiert) .
    Und es geht um das zunehmende Einschränken , dass die Kirche ihre sexual- und körperfeindliche Lehre weiter ungestraft propagieren kann. Denn auch unterhalb offener Misshandlung kenne ich genügend Fälle von Menschen, die an dieser kranken Lehre litten und leiden.

  • Querdenker

    |

    @ Jurist: Ein enorm wichtiger Denkansatz, den Sie hier auf die Tages-ordnung setzen. Er gehört im Rahmen des Aufarbeitungsprogramms wohl in die Zuständigkeit der hostorischen und auch der kriminologi- schen Kommissionen. Wir werden ohne die Kenntniss der eigentli- chen Ursachen, insbesondere der generellen Leibfeindlichkeit in der Lehre der Kirche und ihrer Priesterausbildung, keine echte Prävention zustande bringen, wenn innerhalb der Klerikalkirche die Generalauf-fassung gebrochen wird, das Priesteramt sei qua biblischem Grundge- setz an Enthaltsamkeit gebunden. Dieses absurde Dogma vom Pflicht-zölibat, wenn es denn in den Kommissionen überhaupt als Miss- brauchsursache angesprochen werden wird, hat im Ursachenkatalog nicht nur Beispielscharakter, es ist der wichtigste Ansatzpunkt für die Kommissionsarbeiten und muss deren Arbeit ständig begleiten. Lei- der hat auch hier wieder die Öffentlichkeit kein Mitwirkungsrecht, ja nicht einmal ein Beobachtungsrecht. Wenn die Kommissionen, deren Auftrag wir ja nicht kennen, auf diese Fragen zurückkommen wollten, werden die Kirchenvertreter gereizt und zornig reagieren und auf ihre unveränderbare Lehre verweisen. Ich habe wenig Hoffnung, dass die Klerikalkirche bereit sein wird, darauf einzugehen. Aber immerhin, Ihr Gedanke zeigt, dass mehr möglich wäre, als nur Anerkennungsprämi- en auszuzahlen. Wir sollten uns aber nicht der Illusion hingeben, wir könnten die Klerikalkirche in diesem Punkt bekehren. Wo kämen diese denn hin, wenn sie sich von einem Blog schon die Konfliktursachen sagen lassen müsste.

  • R.G.

    |

    @ Jurist
    @ Querdenker

    Den Zölibat als Grund oder Ursache der Missbräuche zu nennen, ist einerseits gefühlsmäßigrichtig, andrerseits völlig causal falsch, da schon in allen Biotopen massive Übergriffe an Kindern passierten, selbst in Gesellschaften, wo sexuelle Großzügigkeit herrscht.

    Eher stimmig dürfte die Annahme sein, dass man in einigen Berufen leichter an viele Kinder herankommen kann und länger getarnt bleiben. Besonders dann, wenn die Arbeitgeber nicht größte Vorsorge treffen, und es verabsäumen, in ihrer Macht über z.B. Zöglinge stets Kontrolle zu suchen und wünschen.

    Wer unbedingt glaubt zölibatär leben zu müssen, kann sich seiner zwei gesunden Hände bedienen, er muss sich bei Druck und Drang nicht an Kindern vergreifen.

    Ich meine deshalb, wir sollten die wirklich notwendige Zölibatsdebatte nicht auf Kosten der missbrauchten Kinder von damals aufhängen.

    Sie haben es verdient, ihre Peiniger persönlich zur Verantwortung gezogen zu sehen, wenigstens durch Symboltaten der stellvertretenden Gutmachung durch die den Tätern damals Schutz gewährende Institution.

    Zum Zölibat: Es gab häufiger in deutschsprachigen Ländern verordnete Geldstrafen, wenn Unternehmer ihre Inserate nicht genug geschlechtsneutral verfasst hatten.
    Vorher den Frauen oder Männern verschlossene Berufe müssen nun grundsätzlich beiden Geschlechtern offenstehen.

    Dennoch haben Vereine, die Frauen grundsätzlich von Führungsämtern ausschließen, steuerliche und andere Privilegien, besonders die durch das Konkordat bevorteilte „Kirche“ mit ihrer Zölibatspflicht.

    Wenn Zuwanderer für ihre Glaubensgemeinschaften die gleichen Sonderrechte einfordern, sprechen wir dagegen von Fundamentalismus.

    Ich sehe es als Respektsakt vor den Missbrauchten an, Grundsatzdiskussionen über den Zölibat und damit über erwachsene Sexualität und die Gleichstellung der Frau, gesondert zu führen, jedoch nicht zwingend außerhalb der Räume, in denen die Übergriffe öffentlich gesprochen werden.

    Eine eifrige Debatte ist derzeit von größter politischen Dringlichkeit: Nur eine endlich saubere Trennung von Kirchen und Staat kann uns noch eine Weile den Demokratiscen Rechtsstaat erhalten.

    Wer Inhalte predigt, die unseren Rechtsstaatlichen Prinzipien die lange Nase zeigen, soll zur Verantwortung gezogen werden.
    Egal unter welchem goldenen, tausende Jahre alten Mäntelchen er das tut.

  • Mathilde Vietze

    |

    Nicht der Zölibat ist schuld an den Mißbrauchsfällen an Kindern, sondern die verquere
    Sexualmoral der katholischen Kirche. Diese zieht sexuell verklemmte Männer an wie ein
    Magnet. Ein normal zölibatär lebender Pfarrer, also einer, der nicht pädophil ist, sucht
    sich eine Freundin oder, so er schwul ist, einen Freund, aber niemals kleine Kinder.

  • Ehemaliger

    |

    @ alle
    Betreff: TV Sendung
    Ich möchte als Ehemaliger Etterzhausener Domspatz bitte klarstellen, dass mich diese Crew, dieses eingesetzte Kuratorium, in keinster Weise in Regensburg vertreten hat.
    Auch ist für mich bis heute keine Befriedung eingeleitet!
    …siehe TV Sendung …..
    „“ Macht und Ohnmacht Missbrauch in der katholischen Kirche „“
    Bayerisches Fernsehen, Deutschland 2017,
    Mittwoch den 18.01.2017 , 22:00 bis 22:45 Uhr
    — Es ist ein bisher einmaliger Vorgang in Deutschland: Ein Bischof der katholischen Kirche veranstaltet zusammen mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs und körperlicher Misshandlung eine gemeinsame Pressekonferenz. —
    http://www.br.de/br-fernsehen/programmkalender/ausstrahlung-920838.html

  • Angelika Oetken

    |

    „Es ist ein bisher einmaliger Vorgang in Deutschland: Ein Bischof der katholischen Kirche veranstaltet zusammen mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs und körperlicher Misshandlung eine gemeinsame Pressekonferenz. Es geht um die Aufarbeitung der Taten bei den weltberühmten Regensburger Domspatzen. Mehr als 420 Jungen waren über Jahrzehnte hinweg von den Übergriffen betroffen. Lange Jahre hat man ihnen nicht geglaubt, sie teils der Lüge bezichtigt, die Aufklärung verhindert.“
    http://www.br.de/br-fernsehen/programmkalender/ausstrahlung-920838.html

    Ich bin gespannt auf die Sendung, die am kommenden Mittwoch ausgestrahlt wird. Schon die Ankündigung ist interessant.

    1. Inwieweit das Projekt des Bistums die Bezeichnung „Aufarbeitung“ verdient, wird sich zeigen. Die Prognose ist jedenfalls nicht so gut.
    2. Zu den Zahlen: angesichts der Historie, den Gegebenheiten und der Kultur der Domspatzeneinrichtungen halte ich die Hochrechnung von missbrauchten Ehemaligen der Domspatzeneinrichtungen für realistisch, wonach die Hälfte der Insassen in irgendeiner Form mit sexueller Ausbeutung konfrontiert wurde, Peer-Gewalt inklusive. Bei 3200 Ehemaligen macht das 1600 Missbrauchsbetroffene. Hinzu kommen noch die, welche zwar Opfer von physischer Gewalt, aber nicht von sexuellen Übergriffen geworden sind.
    3. „Lange Jahre hat man ihnen nicht geglaubt“: wenn TäterInnen, MittäterInnen und Verantwortliche behaupten, dass sie Betroffenen nicht glauben, dann sagt das nur was darüber aus, wie diese Leute reagieren, wenn sie mit den Berichten der Opfer konfrontiert werden. Aber nicht, was sie wissen, geschweige denn, was sie denken oder worüber sie sprechen, wenn sie unter sich sind.
    4. „sie teils der Lüge bezichtigt“: eine bewährte Strategie. TäterInnen und ihre AnwältInnen nutzen sie vor Gericht, genauso wie Täterinstitutionen sie verwenden, um Opfer und ihre HelferInnen zu diskreditieren und einzuschüchtern. Damit muss man rechnen, wenn man sich engagiert.
    5. „die Aufklärung verhindert“: wäre ich an der Stelle der Verantwortlichen, würde ich vermutlich auch alles daran setzen, die Aufklärung zu behindern. Es ginge schließlich um meine Existenz. Ich müsste mir nämlich einen neuen Job suchen. Und das dürfte schwer werden, wenn die Wahrheit ans Licht käme.

  • Ehemaliger

    |

    @alle,
    Missbrauch in der Kirche
    Der schwierige Weg der Aufarbeitung

    Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche ist sechs Jahre her. Doch immer noch beschäftigt er Betroffene und Verantwortliche, etwa bei den Regensburger Domspatzen. Was macht es so schwer, die Vergangenheit aufzuarbeiten?
    ______________________________________________________________________________
    ‚Und wieder kann man zu bestimmern Themen keine Kommentare schreiben, weil man hier wieder das Portal zu den Kommentaren geschlossen hat.
    Ich finde das nicht nur dreist!!!
    Dies hier ist für mich , wie auch diese derartige Aufarbeitung der Domspatzen // , in keinser Weise auch eine richtige Aufarbeitung oder Berichtertattung.
    http://www.br.de/themen/religion/missbrauch-kirche-domspatzen-100.html
    __________________________________________________________________________________

    Hilfetelefon Sexueller Missbrauch
    Anonym und kostenfrei unter 0800 22 55 530. Informationen auf
    http://www.hilfeportal-missbrauch.de

    Infotelefon Aufarbeitung
    Anonym und kostenfrei unter 0800 40 300 40. Informationen auf http://www.aufarbeitungskommission.de

  • Angelika Oetken

    |

    „Was macht es so schwer, die Vergangenheit aufzuarbeiten?“

    Was soll schon dabei herauskommen, wenn man den verantwortlichen Institutionen die Regie bei der Aufklärung und Aufarbeitung überlässt?

    Die Untersuchung dieser Art von systematisch betriebener, komplexer Kriminalität gehört in die Hände staatlicher Stellen.

  • hutzelwutzel

    |

    @Angelika Oetken:

    Richtig, aber da müssen Sie sich einfach mal mehr an Bayern, hier besonders die Oberpfalz gewöhnen.
    Da klärt man nicht, da schweigt man bis ins Grab. Möglich, dass dann die Gebeine wenigstens noch in diesem bestattet werden. In anderen Fällen findet man diese sonst irgendwo in Wald und Flur.
    Da haben viele Leute in der Ober-/ Opferpfalz Erfahrung. Können Sie mir glauben.

  • hutzelwutzel

    |

    Hutzelwutzel’s TV-Tipp ;-)

    Heute Abend ab 22.00 Uhr im BRF (Bayerisches Fernsehen) die Doku „Macht und Ohnmacht“, mit den beiden Opferbeauftragten Schmitt und Probst.
    Ansehen, Aufzeichnen, Kommentieren!

  • Angelika Oetken

    |

    @hutzelwutzel,

    dass auch in der Oberpfalz die Aufklärungsverhüterli den Ton angeben, so wie überall sonst in Deutschland, ist für mich ein Grund mehr, für wirklich unabhängige Aufarbeitung von Missbrauchskriminalität zu plädieren.

    VG
    Angelika Oetken

  • hutzelwutzel

    |

    Ehrt Sie, Frau Oetken, aber Sie sehen ja an einer heutigen Eil-Meldung unter Regensburg-Digital.de wohin so etwas in ganz anderer Angelegenheit führen kann.;-)

    OB W. ist doch gebürtig aus Ostfriesland.
    Ein „Friesennerz“ ist doch so ein Teil, das man wenden, und auch mit der dunkleren, statt der regulär gelben, Innenseite tragen kann.
    Vielleicht sollte OB W. – was analog auch für die Aufklärungssache gilt – das Mäntelchen von rot auf schwarz wenden? ;-) ;-)

  • Ehemaliger

    |

    @Hutzelwutzel
    …..mit den beiden Opferbeauftragten Schmitt und Probst…..

    Welche Beauftragte meinen Sie denn wirklich?
    Diese wurden nur von Herrn RA Weber eingesetzt.
    Dieses tam tam geht mir auch schon so richtig auf den Senkel.

  • hutzelwutzel

    |

    @bayernsbestfriend:

    Sehen Sie, Peter Hullermann hatte ich auch noch nicht gehört. Aber kein Problem, wird gleich dorthin weitergegeben, wo die RKK demnächst ein Konkordat schliessen will. Wäre ja gelacht, wenn das in Tschechien über diverse Kreise nicht schnellstens in die Landessprache übersetzt bis ins letzte Dorflokal kömmen würde.
    Hatte schon mal mit v. Schw. geklappt.
    Ich werde mich mal darum kümmern, dass dieser Wiki-Artikel in schönes Deutsch übersetzt sicher ins deutsche Langzeitgedächtnis kommt. Ich habe da so eine Idee. ;-)
    Haben Sie noch mehr solcher Informationen? Nur her damit! Meine email-Adresse: veritasvincit@opentrash.com.

  • Ehemaliger

    |

    @ TV Film – Missbrauch in der Kirche
    Der schwierige Weg der Aufarbeitung

    Also , viel gibts da jetzt wirklich nicht zu schreiben. Bevor man jetzt den Herrn Müller
    ausführlich an den Pranger stellt, sollte man auch den Generalvikar Fuchs aus dem Haus jagen – aus dem Verkehr ziehen.. Der Herr Generalvikar Fuchs hat nämlich damals mit dem Bischof Müller das Thema ab 2010 ausführlich inszeniert.
    Pro()st Euch allen!
    http://www.ardmediathek.de/tv/Rundschau/Missbrauch-von-Regensburger-Domspatzen/BR-Fernsehen/Video?bcastId=39014048&documentId=40042322

  • bayernsbestfriend

    |

    @hutzelwutzel
    Dass Sie sich nur nicht überheben! Die Fänge der Alleinseligmachenden gleichen den Tentakeln der Meduse, dem Fangarm des Polypen, dem Schleim der Kröte. Ihre Helfershelfer sitzen überall und sind allzeit bereit, zu schützen, zu bewahren, zu verhindern, dass ein ehernes Weltbild ins Wanken gerät, gar, dass es stürzet…

    Kein Aberglaube verfing bisher dauerhafter, kein Irrtum hielt sich fester und hartnäckiger, keine Lüge ward wirkungsvoller gewoben, als die vom Heiland am Kreuze, der (angeblich) „für uns alle“ dahinlitt, dahinglitt, dahinging, um schließlich wieder aufzuerstehen in neuer Glorie und „im hellsten Glanze des Weltenalles“.

    In ganz Deutschland kleben nur noch 29 % der Bürger an diesem Wirrsinn mit System und Tiefenwirkung, bei den Bayern sind es bedauerlicherweise immer noch mehr als die Hälfte, in Ndb. bzw. Opf. den bildungsfeindlichsten Landstrichen überhaupt, sogar bis zu 89 % (Höchstwerte im Bistum Passau).

    „Veritas vincit“ lautet Ihr Emailaccount, lieber Freund, ja, das wäre schön, wenn die Wahrheit obsiegen würde; jedoch nicht in Bayern, und nicht solange die „Christlichen“ das Lügen/Sagen haben. –
    Wenn Sie noch mehr über die Lügen in Bayern/der Bayern lesen wollen, so googeln Sie doch mal bayerische + tabus, oder deutsche + tabus, oder lesen Sie sich die Artikel auf der Webseite „Juden und Bayern“ einmal durch.

    Sehr aufschlussreich und enthüllend über unsere uns so vertraute und geliebte, deutsche Sprache wären noch diese beiden Beiträge, die derzeit besonders im Ausland intensiv diskutiert werden:
    http://www.hagalil.com/2016/10/judenkomposita/
    http://www.hagalil.com/2016/11/zigeuner-komposita/
    Beide demaskieren unsere verlogene Geschichtsschreibung auf denkwürdige Art und Weise. Denn nicht die Nazis waren es, sondern wir Deutschen selbst waren es…
    Nur darf man sowas halt nicht sagen/schreiben.

  • Angelika Oetken

    |

    Korrektur: „Die katholische Friedensbewegung Pax Christi hat in Regensburg den „Preis für Zivilcourage“ der Diözesanstelle Regensburg verliehen“….ist auf BR zu lesen.
    http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/friedensbewegung-pax-christi-preis-fuer-zivilcourage-100.html

    „Zivilcourage“, Definition laut Wikipedia:
    „Zivilcourage, wörtlich Bürgermut, setzt sich aus den beiden Wörtern zivil (lateinisch civilis, 1. bürgerlich – nicht militärisch, 2. anständig, annehmbar) und courage (französisch „Mut“) zusammen.“

    „anständig“: das kann doch kein Zufall sein…
    „Anfang 2017 gab der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD), der Rechtsträger der Deutschen Bischofskonferenz, bekannt, im Rahmen ihrer Haushaltsrevision Pax Christi künftig in die Kategorie C = „überdiözesan nicht förderungswürdig“ einzustufen. Der Zuschuss aus Kirchensteuermitteln, der zuletzt rund 20 Prozent der Einnahmen von Pax Christi ausmachte, soll damit ab 2018 entfallen“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Pax_Christi

  • hutzelwutzel

    |

    Ein fröhliches „Halleluja“ (im Geiste TvElst) auch von mir für diese Glanzleistung!
    Ich dachte immer PaxChristi wäre eine kirchliche Vereinigung die Preise an Mutige verleiht.
    Wie passt das jetzt zusammen? Braucht man Mut um sich bei der RKK zu melden um als Opfer sein Recht zu bekommen? Oder war gerade keine der ebenso beliebten „Papst Benedikt XVI.-Medaillen“ verfügbar?
    Ja, diese Medaillen gibt es wirklich, und eine solche wäre hier doch ebenso angemessen.

Kommentieren