SOZIALES SCHAUFENSTER

Archiv für 26. Januar 2017

Bürgermeister Jürgen Huber ist davon überzeugt, dass er und die Grünen in der Spendenaffäre keine Fehler gemacht haben. Es gebe keinen Sumpf, sondern nur das eklatante Versagen einzelner Personen. Im Stadtrat gehe es nun darum, weiter zu arbeiten. Ein Interview.

"Ich habe ihm vertraut", sagt Jürgen Huber über Joachim Wolbergs. Foto: Archiv

„Ich habe ihm vertraut“, sagt Jürgen Huber über Joachim Wolbergs. Foto: Archiv

Herr Huber, die Grünen waren die erste Fraktion aus der Koalition, die – noch vor dem später angesetzten Krisentreffen – den Rücktritt von Joachim Wolbergs gefordert haben. War dieser Schritt mit Ihnen abgesprochen? Wie bewerten Sie das?

Ich war natürlich in diese Entscheidung eingebunden, auch wenn ich nicht der Meinung bin, dass wir unbedingt die ersten sein mussten. Es kommt nicht gerade gut, wenn man zuerst „Hosianna“ ruft und dann ganz schnell „Kreuzigt ihn“. Aber der Schritt an sich war unvermeidlich, nicht um sich abzusetzen oder – wie das jetzt die CSU versucht – reinzuwaschen, sondern weil sich die Lage nach der Verhaftung und die Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft anders dargestellt hat als zuvor. Ich bin ja mal gespannt, ob es am Ende tatsächlich so ist, dass Christian Schlegl der arme Verarschte war, als der er sich heute darstellt. Vielleicht stimmt das. Vielleicht nicht. Im Stadtrat hatte ich in den letzten Jahren nicht den Eindruck, dass wir dieselben Interessen zum Wohl dieser Stadt gehabt haben.

Glaubwürdig oder einfach taktisch klug?

Christian Schlegl: „Es hieß immer: ‚Halten Sie fünf Jahre die Klappe!’“

Rasch kam die Distanzierung der Regensburger CSU von Alt-Oberbürgermeister Hans Schaidinger. Christian Schlegl, CSU-OB-Kandidat im zurückliegenden Wahlkampf, forderte gar die Aberkennung der Ehrenbürgerwürde, sollten sich die Vorwürfe gegen Schaidinger bestätigen. Seitdem folgt Pressemitteilung auf Pressemitteilung, in der die SPD mit Vorwürfen bombardiert, die Rolle der CSU aber nicht näher thematisiert wird. Wir haben Christian Schlegl schriftlich mehrere Fragen zu den Parteispenden an die CSU und die „Bürger für Regensburg“, seiner Rolle als Jahn-Aufsichtsrat gestellt und dazu, ob er glaubt, sich korrekt verhalten zu haben. Hier sind seine Antworten.

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