Wie die Diözese selbst "Altfälle" verschleiert

Missbrauch bei den „Domspatzen“ unter Theobald Schrems

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Es war der 5. März 2010. Damals wandte sich die Diözese Regensburg erstmals an die Öffentlichkeit, um die Medien über sexuellen Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen zu informieren. Bistumssprecher Clemens Neck präsentiere damals nur Jahrzehnte zurückliegende Fälle. Doch selbst diese wurden irreführend und falsch dargestellt. Versuch einer Aufarbeitung.

Ein Tatort: Die Hauskapelle in der ehemaligen Dompräbende.

Ein Tatort: Die Hauskapelle in der ehemaligen Dompräbende.

Als die anschwellen Berichterstattung über sexuellen Missbrauch im März 2010 auch Regensburg erreichte, war die Vorstandschaft der Regensburger „Domspatzen“ nicht völlig unvorbereitet. Noch bevor die erste Tageszeitung am 4. März 2010 sexuelle Übergriffe beim „Aushängeschild der Diözese Regensburg“ thematisierte hatte, wurden in einem Rundschreiben Eltern, Schüler und Mitarbeiter über das informiert, was da kommen könnte.

Man sei „bestürzt darüber, dass derart beschämende Vorkommnisse an kirchlichen Einrichtungen geschahen“, so die Unterzeichner Domkapellmeister Roland Büchner, Gymnasiums-Direktor Berthold Wahl und Domvikar Rainer Schinko (Internatsdirektor).

Was war vorgefallen? Der Stiftungsvorstand habe, so der Rundbrief, „mittlerweile Kenntnis davon erlangt, dass sich ein ehemaliger Schüler … gegenüber der Presse als Missbrauchsopfer bekannt hat“. Über einen „uns zugeleiteten Presseartikel aus den 50er Jahren“ sei zudem „ein konkreter Hinweis auf sexuellen Missbrauch bekannt geworden“. Man wolle „alle möglichen Fälle aufklären“ und bitte „alle, die Kenntnis von sexuellen Missbrauch … erlangt haben, oder womöglich selbst Opfer geworden sind“, sich zu melden, so das Rundschreiben.

Diözese ergreift die Flucht nach vorn

Der Zeitpunkt war denkbar ungünstig. Zwei Tage später sollte ein „Tag der offenen Tür bei den Domspatzen“ stattfinden. Entsprechend war es auch für die Pressestelle der Diözese unerlässlich, die Flucht nach vorne zu ergreifen. Man lud zur Pressekonferenz, bei der Bistumssprecher Clemens Neck zwei vor langer Zeit rechtskräftig verurteilte und längst verstorbene Geistliche als Täter präsentierte: Friedrich Zeitler und Georg Friedrich Zimmermann, Leiter und Direktor der Internate der Domgymnasiums in den 1950er Jahren.

Blickt man drei Jahre später auf die damals recht turbulenten Ereignisse und ihre Vorgeschichten zurück, offenbart sich eine abgrundtiefe Vertuschungsgeschichte, die weder mit der Verurteilung der beiden Täter noch mit der besagten Pressekonferenz endete.

Wie weit sexueller Missbrauch und seine Verschleierung in die Geschichte der „Domspatzen“ zurückreichen, ist momentan kaum abzusehen. Die vorliegende Recherche will dazu beitragen, dass zumindest einige Übergriffe aus der Zeit von Domkapellmeister Theobald Schrems sowie die darüber liegenden Schichten der Verschleierungen sichtbar und benannt werden.

Mediale Gegenoffensive serviert „Altfälle“ aus der Dompräbende

Die Presseerklärung des Ordinariats vom 5. März 2010 ist überschrieben mit „Recherchen und Meldungen über Missbrauchsfälle und pädagogische Übergriffe im Bistum Regensburg in den Jahren 1958 bis 1973“. Drei Ziele werden darin formuliert: Gerechtigkeit und Hilfe für die Opfer, rechtliche Verfolgung der Täter und Prävention weiterer Übergriffe.

Auf der Pressekonferenz bot die „Diözesanbeauftragte für sexuellen Missbrauch“ Dr. Brigit Böhm allen Geschädigten an, sich vertrauensvoll an sie zu wenden. Man wolle dazu beitragen, „Licht ins Dunkel der Tat zu bringen“ und helfen, „dass die Geschädigten ihre verletzte Würde wiederfinden, indem Gerechtigkeit hergestellt wird“. Frau Böhm und der Arbeitsstab „sexueller Missbrauch“, der seit etwa zwei Jahren aus einem fünfköpfigen Team besteht, könne psychologische Hilfe bieten.

Dem Ordinariat seien „zum jetzigen Zeitpunkt der Recherche“, so die Presseerklärung weiter, „Vorkommnisse bekannt geworden“, die Jahrzehnte zurücklägen. Von aktuellen Fällen hingegen wisse man nichts. Als Hauptattraktion der Pressekonferenz wurden neben drei anonymisierten Betroffenen die bereits erwähnten zwei wegen Missbrauchs verurteilten Geistlichen präsentiert.

Willkürliche Details, falsche Angaben

Obwohl die Strafverfahren zum Teil über 50 Jahre zurück liegen, werden den anwesenden Journalisten nur einige willkürliche Details, zum Teil aus dem o.g. „zugeleiteten Presseartikel“, mittgeteilt.

So war Georg Friedrich Zimmermann 1959 Internatsdirektor bei den „Domspatzen“, später Diözesanmusikdirektor. Er wurde einer nicht näher bezeichneten Quelle zufolge 1971 wegen sexuellen Missbrauchs zu einer elfmonatigen Haftstrafe verurteilt und 1973 in den Ruhestand versetzt. Näheres, insbesondere die eigentlichen Umstände der Übergriffe, sei unbekannt.

Der zweite verurteilte Straftäter, Friedrich Zeitler, sei seit 1. September 1953 als Religionslehrer und Präfekt am Musikgymnasium Regensburg eingesetzt gewesen. Am 6. Mai 1958 sei Zeitler, so der Pressesprecher unter Berufung auf einen Zeitungsartikel der „Regensburger Woche“, „mit zweien seiner Schützlinge bei unsittlichen Handlungen ertappt“ worden. Daraufhin habe ihn „Institutsleiter Theobald Schrems wegen dieser Vergehen“ aus dem Dienst entfernt. Für das Strafmaß gegen Zeitlers bezieht sich die Presseerklärung irreführenderweise auf die „Aussagen befragter Mitbrüder“ und gibt diese mit zwei Jahren Gefängnis prompt falsch an. Nach der Haftstrafe sei Zeitler in die Schweiz versetzt wurden, dort habe er als Hausgeistlicher in einem Schwesternkonvent mit angeschlossener Mädchenschule gewirkt. In vierzehn Tagen wolle man einen ausführlichen Bericht darüber vorlegen, hieß es am 5. März 2010.

Halbwegs geglücktes Ablenkungsmanöver

Obwohl auf dieser Pressekonferenz nur „grundsätzlich bekannte Fälle“ präsentiert wurden, verfehlte sie ihre Wirkung zunächst nicht. Zwei geistliche Internatsleiter bei den „Domspatzen“, die wegen unsittlicher Handlung an Schutzbefohlenen verurteilt worden waren: Damit konnte die Medienlandschaft eine Weile abgespeist werden. Weiterführende Nachfragen von Journalisten, z.B. nach Ergebnissen des bereits vor Jahren aufgestockten Arbeitsstabs für Präventionsarbeit, blieben dagegen unbeantwortet.

Ins Auge sticht weiterhin, dass die Verantwortlichen des Ordinariats damals zwar anlässlich der Anrufe von Betroffenen, die „in den letzten Wochen“ eingegangen seien, zur Konferenz geladen heben wollen, man aber dennoch keinerlei aktuelle Informationen vorweisen konnte oder wollte. Nur Altfälle. Offenbar wollte man mit der Pressekonferenz vornehmlich den Eindruck erzeugen, dass es bei den Domspatzen nur zwischen 1958 und 1973 sexuelle Übergriffe gegeben habe. Weder vorher noch nachher. Nur verjährte Fälle und verstorbene Täter, über die man scheinbar offen und ohne Zwang informierte.

Die stark besuchte Konferenz sei „ein Witz“ gewesen, erinnert sich ein damals anwesender Journalist.

Übergriffige Priester aus dem Fokus der Medien

Das Hauptinteresse der Pressekonferenz war es offenbar, die Debatte um sexuellen Missbrauch bei den Domspatzen so weit wie möglich einzuschränken. Die Sorge um den Ruf des prominenten Musikgymnasiums seitens des Ordinariats traf indes auf das gesteigerte Interesse diverser Medien nach Schlagzeilen wie „Missbrauch bei den Domspatzen“. Oder anders gesagt: die überaus große Fallhöhe der Domspatzen sorgt auch für außergewöhnliche Auflagezahlen. Dagegen: Ein wiederholt sexuell übergriffiger Frater der „Barmherzigen Brüder“ in einem Oberpfälzer Heim für Behinderte, der im Januar 2011 aufflog, traf keinesfalls auf ähnlich breites mediales Interesse.

Flucht nach vorn: Die "Missbrauchsbeauftragte" Dr. Birgit Böhm bei der Pressekonferenz im März 2010. Foto: Archiv

Flucht nach vorn: Die „Missbrauchsbeauftragte“ Dr. Birgit Böhm bei der Pressekonferenz im März 2010. Foto: Archiv

Diese geschickte Beschränkung der Pressekonferenz auf „Altfälle“ bedeutete andererseits aber auch eine nicht unwesentliche Entlastung des damaligen Bischofs Gerhard Ludwig Müller. Was ihm sehr gelegen gewesen sein dürfte: Wegen seines Umgangs mit sexuellem Missbrauch durch Geistliche seit seinem Amtsantritt 2002 stand er ohnehin im Kreuzfeuer. Man denke nur an die sexuellen Übergriffe jenes Pfarrers, die in Viechtach begannen und in Riekofen fortgeführt wurden.

Wittenbrink: „Jeder wusste es.“

Einen Tag nach der Pressekonferenz meldete sich der ehemalige Domspatzenschüler Franz Wittenbrink im SPIEGEL zu Wort. Er bekannte sich als Betroffener eines Gewaltsystems, der auch sexuelle Übergriffe gegen andere Schüler mitbekommen hat. Wittenbrink identifizierte die Dompräbende mit einem „ausgeklügelten System sadistischer Strafen mit sexueller Lust“ und sprach davon, dass ein geistlicher Internatsdirektor abends bei Rotwein mit Minderjährigen masturbiert habe. Diese Vorgänge seien nicht unbemerkt geblieben: „Jeder wusste es“. Tatsächlich?

Wenn dem so wäre, wie erklärt sich dann die relativ kleine Anzahl von ehemaligen Domspatzenschülern, die ihn darin bestätigen? Andererseits: Wenn die Schilderung Wittenbrinks nicht stimmig wäre, wieso widerspricht ihm dann niemand? Aus Bequemlichkeit oder Angst? Wäre es nicht eine unabwendbare Gewissenssache, zum Beispiel des derzeitigen Direktors des Musikgymnasiums Berthold Wahl, der 1962 – drei Jahre nach Wittenbrink – in die Dompräbende kam, ausführlich Stellung zu beziehen?

Keine Aufklärung, kein Widerspruch

Eine Anfrage bei Schulleiter Berthold Wahl nach eigenen Beobachtungen oder Erfahrungen von gewaltsamen Übergriffen bei den „Domspatzen“ wollte er mit Verweis auf den privaten Charakter des Ganzen nicht beantworten. Nur so viel: Er sei gut dreißig Jahre nach seinem „Abitur bei den Regensburger Domspatzen wieder gerne hierher zurückgekehrt“ und verbinde mit seinen „Erfahrungen und Erlebnissen bei den Regensburger Domspatzen positive Erinnerungen“. Es bleibt der schale Geschmack zurück, dass Berthold Wahl als „Zeitzeuge“ zur Erhellung der Sachlage einiges beitragen könnte, dies aber entgegen seines eigenen Aufrufs – wonach alle, die Kenntnis von Missbrauch erlangt haben, sich melden sollten – nicht tut.

Hinzu kommt, dass gewaltsame Übergriffe nicht nur eine private Angelegenheit darstellen. So sind etwa Vergewaltigungen unter Schülern, wie sie z. B. ein Domschüler der 1990er Jahre im SPIEGEL schilderte, eventuell strafrechtlich gesehen noch nicht verjährt. Es ist nicht bekannt, ob die Staatsanwaltschaft in dieser Sache (noch) ermittelt.

In der Woche nach der Pressekonferenz vom 5. März 2010 wurde die Schilderung eines weiteren Missbrauchsopfers konkreter. Mit Manfred van Hove sollte ein ehemaliger Sängerknabe den Mut aufbringen, in einer viel beachteten Talkshow seine systematische Vergewaltigung durch Friedrich Zeitler zu thematisieren.

Manfred van Hove: „Es liegt am System und nicht an ein paar Einzeltätern.“

In einer Livesendung bei Markus Lanz legte van Hove seine Geschichte offen. Er war 1954 als Zehnjähriger ins Regensburger Internat des Domspatzengymnasiums gekommen und wurde dort über Jahre hinweg zweimal die Woche vom Internatsleiter Zeitler vergewaltigt. Nicht nur ihm sei es so ergangen, auch andere Sängerknaben, die für Zeitler einen „regelrechten Harem“ gebildet hätten, seien missbraucht worden. Nachdem das Missbrauchssystem Zeitlers, der für van Hove trotz allem eine Vaterfigur gewesen war, deren Wünschen man unbedingt Folge zu leisten hatte, aufgeflogen war, habe ihn seine Mutter ohne weitere Erklärungen von der Schule genommen.

Für van Hove liegt die Ursache dieser sexuellen Übergriffe im zölibatären System der katholischen Kirche begründet . Die Erziehung von Kindern durch zölibatäre Menschen könne seines Erachtens nicht gut gehen. Die derzeitige Aufklärungsarbeit der Kirche sei „reine Schauspielerei“ und Schadenbegrenzung, nur eine Verstärkung der staatlichen Aufsichtspflicht könne zu Veränderungen führen.

Zwischenbilanz: der Regensburger Eisberg

Im März 2011 präsentierte das Regensburger Ordinariat einer handverlesenen Gruppe von Journalisten einen „zusammenfassenden Arbeits-Bericht“ über die „Fälle sexuellen Missbrauchs im Bistum Regensburg zwischen 1945 und 2010“. Man habe die Personalakten von 2.315 Geistlichen, Diakonen, Religionslehrern und Referenten aus den letzten 65 Jahren nach gerichtsmassigen Vorgängen durchforstet. Zwar ist dem Bericht die Rede von andauernden Ermittlungen gegen drei Geistliche und von zehn (nicht näher genannten) strafrechtlich belangten Diözesan-Geistlichen bzw. ihren 78 minderjährigen Opfern. Die ein Jahr zuvor präsentierten Vorfälle in den Domspatzeninternaten kamen darin aber nicht mehr (erkennbar) vor, diesbezügliche Nachfragen wurden abgewehrt.

Es ist offensichtlich: Man will sich nicht in die Karten schauen oder gar unabhängig kontrollieren lassen. Bei den 78 Einzelfällen aus dem Zwischenbericht des Ordinariats dürfte es sich um die Spitze des berüchtigten Eisbergs handeln, zumal Vorfälle, die nicht juristisch verfolgt wurden, unbeachtet blieben.

Unklar bleibt auch, warum nur ein geringer Anteil der Personalakten untersucht wurde. Die Regensburger Diözese beschäftigt eigenen Angaben zufolge und gemäß ihren restriktiven Arbeitsgesetzen aktuell mehr als 24.000 Menschen, davon etwa 3.000 in der „Katholischen Jugendfürsorge“. Im Bistum Regensburg existieren unter anderem: vier Werkstätten mit mehr als 2.100 Betreuten, zwölf kirchliche Schulen, 400 Kindertageseinrichtungen, fünf Berufsbildungseinrichtungen und Förderschulen mit 2.500 Betreuten. Hinzu kommen über 1.500 Ordensleute aus 70 Ordensgemeinschaften.

Dass das Ordinariat nach 2010 zu Friedrich Zeitler kein Wort mehr verlieren mochte, wird mit Blick auf die zwischenzeitlich angeblich ausgewerteten Gerichtsakten etwas verständlicher: „Strafsache gegen Zeitler, Friedrich, geb. 20.8.1918 in Mitterteich, wegen Unzucht mit Abhängigen und Unzucht zwischen Männern in Regensburg u.a. 1958-1959“.

Dass Zeitler auch im Sinne des §175 („Unzucht zwischen Männern“) – wahrscheinlich zusammen mit einer weiteren erwachsenen Person – verurteilt worden war, darüber ließ sich das Ordinariat bislang nicht aus. Nach Streichung von § 175 ist eine homosexuelle Beziehung strafrechtlich gesehen nicht mehr relevant, kirchenrechtlich hingegen schon. Vermutlich durften deswegen Details aus dem Zeitler-Prozess außerhalb der Mauern des Ordinariats überhaupt nicht bekannt werden.

Homosexuelle Beziehungen innerhalb des Klerus der katholischen Kirche, die fortwährend an ihrer eigenen homophoben Sittenlehre scheitert, müssen offiziell stets aktiv verheimlicht oder vertuscht werden. Ein unaufrichtiger Selbstbetrug über Jahrhunderte, der im nachfolgend dargestellten MZ-Artikel allerdings nicht thematisiert wurde.

MZ: „Internatsleiter muß drei Jahre für Verfehlungen büßen“

Die Große Strafkammer des Regensburger Landgerichts hatte am 16. April 1959 leichtes Spiel. Der Angeklagte Friedrich Zeitler war geständig und die elf geladenen Zeugen schnell abgehandelt. Noch am gleichen Tag erging das Urteil: drei Jahre Haft, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für vier Jahre. Ebenso so lange wurde es Zeitler verboten, mit unter 21jährigen Menschen beruflich in Kontakt zu kommen. Der Tatbestand: „schwere sittliche Verfehlungen an noch jugendlichen Schülern“, wie die MZ vom Folgetag sich ausdrückte. Zeitler gestand, zwei seiner Schüler über Jahre hinweg sexuell missbraucht zu haben.

MZ17041959Der MZ-Autor präsentierte Zeitlers Verteidigungsstrategie: Schon vor seiner Priesterweihe (1949) habe er Zweifel gehegt. Es sei „eine unglückliche Fügung“ gewesen, „als er in ein Regensburger Knabeninternat berufen wurde.“ Als er „die Gefahr“ spürte, bat er mehrfach, aber ohne den wahren Grund nennen zu können, um Entlassung, fand aber kein Gehör und musste somit gehorsam im Dienst bleiben. „Die Versuchung“ sei jedoch immer stärker geworden, „er rang mit sich, und fiel letzten Endes doch.“

Der zum Missbrauch ausgesuchte Schüler sei auf Auslandsreisen nach Lourdes und Paris sowie später in die Wohnung Zeitlers mitgenommen worden. Ein anderer Schüler, der den ersten ablöste, durfte mit nach Spanien, Österreich und Paris fahren, „immer wieder kam es zu unzüchtigen Handlungen“. Geschenke und Begünstigungen im Schulbetrieb sollen die Jungen „geneigt“ gemacht haben, schreibt der MZ-Autor.

Der Name „Domspatzen“ wird nicht genannt

Das Missbrauchssystem des Internatsleiters Zeitler flog auf, als ein dritter Schüler einschlägige Beobachtungen gemacht und diese zuhause erzählt hatte. Als es daraufhin zu einer Anzeige kam, floh Zeitler zunächst ins Ausland und stellte sich erst nach Monaten der deutschen Justiz. „Das Internat war wohl am meisten überrascht, als es von den Umtrieben hörte. Die Schuld trägt Z. allein.“ Zeitler zeigte sich, so die MZ, willig zur verdienten Buße: „Ich werde mein Leben lang beten und büßen.“ Zeitler habe, so der Staatsanwalt, „eine Anstalt von Weltruf aufs schwerste geschädigt“ und „das hohe Ideal des Priesterberufs ins Gegenteil umgewandelt.“

Das Schicksal der missbrauchten Jugendlichen war für den Berichterstatter nur am Rande von Interesse. Mit plakativen Versuchungsszenarien und eindeutigen Entlastungsbemühungen produzierte der MZ-Autor einerseits einen sündigen Täter und andererseits eine überraschte Führung des Internats. Der Name „Domspatzen“ wird hingegen nie genannt. Verdrängung beginnt beim Nichtbenennen. Dass die Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen war, erfuhr man, wie manche andere Details, nur in der „Regensburger Woche“.

Regensburger Woche: „Der gestrauchelte Internatsleiter“

In der „Regensburger Woche, Heimatblatt der fortschrittlich gesinnten Bevölkerung“ vom 17. April 1959 erfährt der Leser, dass der Studienrat Zeitler „wegen fortgesetzter Unzucht mit Abhängigen angeklagt ist“. Bemerkenswerterweise nimmt der Autor der Wochenzeitung den Prozess zum Anlass, „aus den ermittelten Begleitumständen Lehren zu ziehen.“

Zunächst wird jedoch davon berichtet, dass die erste Annäherung zwischen Zeitler und dem damals 13jähringen Opfer auf einer Romreise im Sommer 1954 geschah. Vorerst sei der Herr Studienrat, so der Bericht, nur „plantonisch“ mit dem Sängerknaben verkehrt, später jedoch „veranlaßte er den Schüler auch im Internat, seinen Wünschen dienstbar zu sein“. Im Jahre 1956 nahm Zeitler dann einen weiteren Jungen mit auf seine Missbrauchs-Reisen, so die „Woche“, wo ein dritter Schüler dann die erwähnten Beobachtungen machte und im Frühjahr 1958 juristische Schritte ins Rollen brachte.

Anders als der Autor der MZ berichtet jener der „Regensburger Woche“ auch davon, dass es im Fall Z. „nicht an Vorwürfen gegenüber der übergeordneten Anstaltsleitung gefehlt“ habe. Dennoch könne man darüber hinaus als Lehre aus dem Fall ziehen, dass die Schüler „schon bei den ersten Annäherungsversuchen des Studienrats sich zumindest an die Eltern“ hätten wenden sollen. Die Eltern hingegen hätten angesichts der gemeinsamen privaten Auslandsreisen des Studienrats und den Kindern Verdacht schöpfen müssen. Außerdem sollte generell verboten werden, „daß Schüler die privaten Räume der Lehrkräfte und Erzieher betreten“, was jedoch auch kontrolliert werden müsse.

„Nicht der Mörder, sondern der Ermordete ist schuldig!“

Dass die von Missbrauch betroffenen Schüler nach dem Auffliegen Zeitlers durch die Anstaltsleitung vom Internat gewiesen wurden, habe, so der Schluss des Woche-Berichts, nichts mit einer anstehenden Wiedergutmachung zu tun. „Diese pädagogische Praxis erinnert gar zu sehr an das Prinzip: Nicht der Mörder, sondern der Ermordete ist schuldig!“ Zumindest sind die missbrauchten Schüler ohne juristische Strafe („Unzucht“!) davon gekommen, sie galten als „verführt“.

Dass Zeitler seine Opfer offenbar auch auf Konzertreisen des Domchors missbrauchte, thematisieren die Zeitungsberichte nicht. Im Sommer 1954 zum Beispiel sollten die „Domspatzen“ die Feierlichkeiten zur Heiligsprechung von Pius X. im Vatikan gestalten. In diesem Zusammenhang begab sich der Geistliche Friedrich Zeitler mit seinen Opfern auf jene Italienreise, während der er „straucheln“ sollte.

Die vom Autor der „Woche“ ans Herz gelegten Lehren hat das Ordinariat allerdings nicht gezogen. Ansonsten hätte man Zeitler nicht im Oktober 1961 – also vor Ablauf des vierjähringen Berufsverbots aus dem Urteil vom April 1959 – und ohne Offenlegung seiner Verbrechen in die erwähnte Schweizer Mädchenschule versetzt. Gemeint ist das Constantineum von Chur, wo Zeitler sich übrigens bereits 1958 monatelang versteckt hielt und der Strafverfolgung entzog. Von dort sind nach Recherchen und Auskunft des Bistums Chur keine Übergriffe überliefert.

Propaganda des Ordinariats und Täterschutz in der „Domspatzenfamilie“

Allein aus der aufmerksamen Lektüre der beiden Zeitungsartikel, die ihrerseits ein Verschleierungsinteresse der Presse zum Ausdruck bringen, ergeben sich vielerlei Widersprüche zu den Angaben, die das Ordinariat auf der Pressekonferenz vom März 2010 vortrug. Ins Auge sticht, dass Domkapellmeister Theobald Schrems, wie es das Ordinariat vorgibt und seither vielfach, zum Beispiel auch in WIKIPEDIA, wiedergekäut wird, nicht den Vergewaltiger Zeitler aus dem Internat entfernen hat lassen, sondern betroffene Schüler. Manfred van Hove bestätigte dieses Vorgehen in seinen Interviews. An solchen peinlich-selbstbetrügerischen Details wird deutlich, dass man dem Schutz der „Täterfamilie Domspatzen“ Vorrang einräumt gegenüber einer schonungslosen Selbstschau und einer vorbehaltlosen Unterstützung aller Missbrauchsopfer.

Und dabei war es schon 1959 ein scheinheiliger Selbstbetrug, als die MZ schrieb, dass Schrems und die Internatsleitung vom sexuellen Missbrauch „am meisten überrascht“ gewesen seien. Ein Schelm, wer hierbei an ehemalige Domschüler in der MZ-Redaktion denkt.

Doch sexueller Missbrauch in den Einrichtungen der „Domspatzen“ ist nicht erst am 6. Mai 1958 vom „Himmel“ gefallen bzw. aus der „Hölle“ aufgestiegen. Das bezeugt eine aufmerksame Lektüre von Schrems eigenen Schriften.

Ein Präfekt tritt einem Internatsschüler „sexuell zu nahe“ und Schrems appelliert an den Chorgeist

Fünf Monate bevor das Bayerische Kultusministerium im Oktober 1948 die Genehmigung zur Errichtung eines Musikgymnasiums in Regensburg aussprach, war die beantragte Schullizenz urplötzlich stark gefährdet. Sexuelle Übergriffe im Etterzhausener Internat waren öffentlich bekanntgeworden. „Allerhand Unruhe“ sei im Mai 1948 in die Harmonie unter der Erzieherschaft gekommen, schreibt der Ex-Domspatz Hans Niedermayer in einem 1993 erschienenem Aufsatz „Eine kritische Liebeserklärung in memoriam – Domkapellmeister Prof. Dr. Schrems … “ (in: Christel Erkes, 1993).

„Hinzu kam, daß gemunkelt wurde, ein (hochbegabter, ebenso geschätzter wie umstrittener) Präfekt sei einem Schüler sexuell zu nahe getreten.“ Eine größere Anzahl von Schülern habe daraufhin das Internat bzw. die Domschule verlassen wollen. „Ein derartiger Aderlaß an Studenten hätte zumindest die Weiterführung des Musikgymnasiums gefährdet, aber auch empfindliche Lücken in den allmählichen heranwachsenden jungen Männerchor geschlagen“. Schrems, so Niedermayer weiter, sei es jedoch gelungen, dies zu verhindern und mit all seinen Fähigkeiten der Überredungskunst „Eltern und Schüler zu überzeugen und an den Chorgeist im engsten Sinn des Wortes zu appellieren.“

Sakrosant bis heute: Domkapellmeister Theobald Schrems (hier um 1937). Foto: privat

Sakrosant bis heute: Domkapellmeister Theobald Schrems (hier um 1937). Foto: privat

Niedermayer verhehlt seine Prioritäten keinesfalls, mit dem betroffenen Schüler mag er sich nicht weiter aufhalten. Zweifellos geht es ihm anlässlich der „Unruhe“ vor der Lizenzvergabe nur darum, die Bedrohung für den Chor auszumalen und das Krisenmanagement von Schrems zu rühmen. Dass ein Präfekt einem Internatsschüler in sexueller Hinsicht überhaupt nahetritt, erscheint in der aufschlussreichen „Liebeserklärung“ von Niedermayer als unproblematischer Normalzustand.

Schrems findet keinen Geistlichen als Ersatz

Auch im nicht veröffentlichten autobiografischen Rückblick von Theobald Schrems aus dem Jahr 1960 kommt der von Niedermayer thematisierte sexuelle Übergriff zur Sprache. Allerdings fühlt sich der Domkapellmeister bezeichnenderweise in die Situation des Täters, Ambros Pfiffig, ein.

Pfiffig, „selbst hochbegabt in jeder Hinsicht und deshalb überaus geschätzt und geehrt von allen“, habe „sich mit einem 16-jährigen Jungen (verfehlt)“ und daraufhin „schleunigst über die österreichische Grenze in seine dortige Heimat flüchten (müssen)“. Wie fast immer, so Schrems im Anschluss daran sich selbst bemitleidend, habe er „keinen Geistlichen als Ersatz für diese wichtige und verantwortungsvolle Stelle zum Seminarleiter und Jugenderzieher in Etterzhausen bekommen“ können und von daher selbst Hand anlegen müssen.

Schrems: Lob für den verurteilten Vergewaltiger

Über die zu erziehenden Internatsknaben, die in der Folgezeit den sexuellen Übergriffen der Geistlichen Zeitler und Zimmermann nahezu schutzlos ausgesetzt waren, verliert Schrems kein Wort. Keinerlei Empathie. Zeitler hingegen, der seinerseits zum Zeitpunkt der Niederschrift (um 1960) bereits im Knast saß, überschüttet Schrems in seiner Schrift mit Anerkennung und Dankesworten.

Bemerkenswert erscheint noch, dass Ambros Pfiffig sich nach Kriegsende im Mai 1945 zunächst beim damaligen Pfarrer von Straubing Friedrich Schrems aufhielt, dem Bruder von Theobald Schrems. Dort wirkte er als Geistlicher, eher er im Jahr 1946 zu den „Domspatzen“ nach Regensburg aufbrach.

Pfiffig als pädophiler Jugendseelsorger

Die von Schrems einfühlsam erwähnte Flucht des Herrn Pfiffig nach Österreich entspricht nicht der Faktenlage. Vielmehr wurde der übergriffige hochwürdige Herr vom Regensburger Generalvikar Josef Franz für Mai bis Dezember 1948 als Kooperator nach Tirschenreuth, nahe Mitterteich, versetzt. Unverantwortlicherweise zur Jugendseelsorge. Zum Jahreswechsel erging dann der Rückruf in sein Heimatkloster, das Prämonstratenser-Stift Geras, wo er im August 1950 mit dem Aufbau eines eigenen Knabenkonviktes betraut wurde.

Wie leider zu erwarten war, kam es auch im Knabenkonvikt zu „Vorfällen“. Erst nach dem „Druck von Frauen aus dem Dorf“ reagierte man und löste im Jahre 1957 das Konvikt auf. Der vom Orden freigestellte Ambros Pfiffig setzte sich daraufhin nach Kanada ab und ging später zum Studium der Alten Geschichte, der klassischen Archäologie und der Vergleichenden Sprachwissenschaften nach Wien. Im September 1958 wurde er dort wegen „Verbrechen der Unzucht mit Personen desselben Geschlechtes.“ zu einer „Strafe von 2 Monaten schweren Kerkers bedingt auf 3 Jahre verurteilt“. Der Antritt eines Lehramts und eine Tätigkeit in der Jugenderziehung wurden ihm zudem untersagt.

Nach der Haft gab es weitere Übergriffe und Pfiffig wurde schließlich von kirchlichen Stellen nach Rom geschickt, wo er eine Lehrerlaubnis für alle Hochschulen in Italien erlangte. „‘Vorfälle‘ dieser Art ziehen sich wie ein roter Faden durch Pfiffigs Leben“, so musste Helga Hurnaus in ihrer Dissertation über den Musiker und Etruskologen (2010) resümieren.

Doch zurück zu den sexuellen Übergriffen bei den „Domspatzen“, abschließend zu denen in der NS-Zeit. Darüber drang bislang kaum etwas an die Öffentlichkeit. Über dieser Epoche liegt zudem ein Schleier, der die NS-Propagandarolle des Domchors und seines Leiters Schrems verschwinden und die „Domspatzen“ als Verfolgte und nicht als Nutznießer des NS-Regimes erscheinen lässt.

In der Dompräbende Orleanstraße: „Missbrauch an der Tagesordnung“

Als sich Friedrich Zeitler für die Leitung des 1953 neueröffneten Internats in der Reichsstraße bewarb, war er in der Dompräbende bzw. für Theobald Schrems kein Unbekannter. Der pädo-kriminelle Serientäter Zeitler war nämlich bereits an der alten Dompräbende in der Orleanstraße 2a beschäftigt. Schon Anfang der 1940er Jahre diente der junge Theologiestudent Friedrich Zeitler als Präfekt im Domspatzen-Internat – und nicht erst 1953 als ordinierter Priester in dem neu eröffneten Musikgymnasium in der Reichsstraße, wie Jahrzehnte später, bei der Pressekonferenz vom März 2010 behauptet wurde.

Ein Tatort: die ehemalige Dompräbende in der Orleansstraße. Foto: Werner

Ein Tatort: die ehemalige Dompräbende in der Orleansstraße. Foto: Werner

Anfang 2013 ist in einem Kreis ehemaliger „Domspatzen“, die sich über ihre eigene Missbrauchserfahrung austauschen, bekannt geworden, dass Zeitler in der Hauskapelle in der Orleanstraße regelmäßig Internatsknaben vergewaltigt hat. Missbrauch sei in der damaligen Dompräbende, ein Stockwerk über der Wohnung des Domkapellmeisters, an der Tagesordnung gewesen, so ein Betroffener. Und nicht nur dort. Im Jahre 1941 beispielsweise organisierte und begleitete Zeitler den Domchor auf seiner NS-Propagandareise nach Frankreich und Spanien, wo es ebenso zu sexuellen Übergriffen gekommen sein soll.

Mantel des Verschleierns bis heute

Bekannt ist zudem, dass die „Missbrauchsbeauftragte“ Böhm von einem Betroffenen detailliert über die sexuellen Gewaltpraktiken Zeitlers in der Orleanstraße in Kenntnis gesetzt worden ist. Offenbar wurden diese skandalösen und sehr bedeutsamen Informationen hinsichtlich der Schwere und des Ausmaßes der Vorfälle sexuellen Missbrauchs in den Einrichtungen der Regensburger Dompräbende zur Verschlusssache erklärt, ohne die Öffentlichkeit überhaupt zu informieren. Man legte den Mantel des Verschleierns darüber.

Die sogenannte „Missbrauchsbeauftrage“ Birgit Böhm, eine abhängige und weisungsgebundene Beschäftigte der Diözese, erscheint ist diesem Zusammenhang als Agentin eines gut abgestimmten Vertuschungsapparats. Eine professionelle Betreuung und parteiliche Unterstützung von Menschen, denen unter anderem sexualisierte Gewalt angetan wurde, sähe jedenfalls anderes aus. Es ist offensichtlich, dass eine von der Diözese abhängige Person letzteres nicht leisten kann.

Institutioneller Narzissmus bei den „Domspatzen“

Nach dem öffentlichen Bekanntwerden der sexuellen Übergriffe 1948 durch Ambros Pfiffig reagierte Schrems wie andere Leiter von kirchlichen Einrichtungen mit „institutionellem Narzissmus“ (Klaus Mertens SJ in seiner Analyse der Berliner Jesuitenschule, 2012): Er begrenzte den Image-Schade nach außen und vermied eine systemische Aufklärung, indem er die Wahrheit von der Öffentlichkeit abschottete. Dabei ging es nicht zuletzt darum,das dogmatisch überhöhte Selbstbild eines geistlichen Chorleiters aufrecht erhalten zu können, der auch weitreichenden gesellschaftlichen Führungs- und Erziehungsanspruch erhob.

Die kürzlich erschienene IPP-Studie zu Missbrauch im Kloster Ettal hat dieses Reaktionsmuster untersucht. Sie trifft mit dem zugrundeliegenden systemischen Ansatz und in all ihren Hauptaussagen ebenso für die elitär-narzisstische „Domspatzen-Familie“ zu. Man darf gespannt sein, wie sich das Regensburger Ordinariat diese eindrückliche Studie vom Leibe halten wird.

Da in der IPP-Studie ferner sexuelle Übergriffe innerhalb der Schülerschaft thematisiert und erörtert werden, dürfte sie auch (ehemaligen) Domspatzen-Schülern einiges Unwohlsein bereiten. Die mehrfach überlieferten Übergriffe innerhalb der Domspatzen-Schülerschaft, die einem Großteil der Schüler nicht verborgen geblieben sein können, werden gemeinhin bis heute ausgeblendet. Sie passen nicht so recht in das Selbstbild einer elitären Bildungseinrichtung, in der „auch die Vermittlung von Werten und einem christlichen Menschenbild“ – so eine diözesane Werbebroschüre – im Vordergrund stehen sollen.

Wie kann man das Verhalten von Theobald Schrems, der zum Einen Lieblingsschüler sonntags zu sich aufs Wohnzimmersofa kommen ließ und zum Anderen leistungsschwache oder fehlerhafte Schüler unmotiviert blutig schlug, bezüglich der gewaltsamen Übergriffe gegen Schüler bewerten? Auch wenn von sexuellen Übergriffen gegenüber Knaben durch Theobald Schrems nichts bekannt geworden ist, kommt man nicht umhin, ihn in die Kategorie der Missbrauchstäter in psychischer und physischer Hinsicht einzureihen, als Schützer von sexuellen Missbrauchstätern.

Theobald Schrems war persönlich gewalttätig und verantwortlicher Leiter einer kirchenschulischen Institution, in der systematische Gewaltanwendung exerziert und kultiviert wurde.

Aufarbeitung steht aus

Die vorbehaltlose und glaubwürdige Aufarbeitung der langen Missbrauchsgeschichte der „Domspatzen“ und eine nicht restriktive, vielfältige Unterstützung derer, die darin Opfer von sexuellen und gewalttätigen Übergriffen wurden, stehen noch aus. Ohne die Übergabe der Aufarbeitung an ein externes und unabhängiges Fachinstitut, wie zuletzt in Ettal geschehen, und der Bestellung einer externen Beauftragten zur Betreuung der Missbrauchsopfer wird sich daran grundsätzlich auch nichts ändern können. Dass man die Gewaltverhältnisse bei den „Domspatzen“, auch die unter Schülern, von externen Fachleuten fundiert untersuchen lassen könnte, ja müsste, dieser Ansatz wird vom Regensburger Ordinariat mit aller Kraft abgewehrt.

Mehr zu den Domspatzen

Hitlers liebster Knabenchor
Verwüstungen, Verleugnungen und Verklärungen bei Theobald Schrems

Literatur:

Christel Erkes: Die Regensburger Domspatzen. Begegnungen mit Theobald Schrems. Regensburg 1993.

Hans Niedermayer: Eine kritische Liebeserklärung in memoriam Domkapellmeister Prof. Dr. Schrems – Retter des Regensburger Domchors über den Krieg hinweg und Vater des Domgymnasiums, S. 114 -157, in: Erkes, 1993.

Kurt Erkes: Zu Regensburg auf der Kirchturmspitz, S. 158 – 171, in: Erkes, 1933.

Hans Karl Kandelbinder: Ich bete zu dir Gesange. Die bleibende und prägende Erinnerung an meine Domspatzenjahre unter Theobald Schrems. S. 178- 194, in: Erkes, 1993.

Theobald Schrems: „Regensburger Kirchenmusik – von der alten zur neuen Dompräbende mit Musikgymnasium u. Vorschule Etterzhausen“, um 1960.

Theobald Schrems: Von der Tätigkeit des Regensburger Domchors, in: Die Kirchenmusik 4, Sondernummer Regensburg, 1941, S. 39 – 42.

Heiner Keupp, Florian Straus u.a.: Sexueller Missbrauch, psychische und körperliche Gewalt im Internat der Benediktinerabtei Ettal Individuelle Folgen und organisatorisch-strukturelle Hintergründe (IPP-Bericht), 2013.

Andreas Jobst: Pressegeschichte Regensburgs von der Revolution 1848/49 bis in die Anfänge der Bundesrepublik Deutschland, Regensburg 2002.

Christine Bergmann: Abschlussbericht der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, 2011.

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Kommentare (93)

  • Angelika Oetken

    |

    Ein sehr gut recherchierter Artikel.

    Dass Einrichtungen wie die „Domspatzen“ eine externe unabhängige Aufarbeitung scheuen ist ganz logisch.

    „Missbrauch“ tritt so gut wie nie ohne andere Formen der Kriminalität auf.
    Das war (ist) an der Odenwaldschule so, in Ettal, am Johanneum, am Aloisiuskolleg und wo noch überall Kinder und Jugendliche systematisch und mit Billigung der Institution missbraucht wurden und werden.

    Mit der Missbrauchskriminalität gehen einher: Betrug, Nötigung, Verleumdung, Erpressung, Menschenhandel.

    An die „Werte“, die die Repräsentanten dieser Institutionen und ihre Unterstützer hochhalten, glauben sie selbst dabei am wenigsten.

    Ihnen ist bewusst, dass das alles nur PR ist, „schöner Schein“ nannte man das früher.

    Übergriffigkeit ist in unserer Gesellschaft – auch – ein Erfolgsprinzip.

    Wer missbraucht verfügt über Eigenschaften und Einstellungen, die in anderem Zusammenhang als Tugend gelten.

    Insofern hätten wir alle etwas davon, wenn eine unabhängige, vom Bundestag eingesetzte multiprofessionelle Untersuchungskommission die Fälle institutionellen Missbrauchs untersucht.

    Alles andere ist Augenwischerei.

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, eine von über 7 Millionen Wahlberechtigten in Deutschland, die in der Kindheit Opfer schweren sexuellen Missbrauchs wurden

  • Veronika

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    Wieder einmal „Danke!“ für diesen Artikel. Wäre nicht Regensburg-Digital.de, die ganze Sache würde immer wieder aus den Medien gedrängt, und die Öffentlichkeit – immer noch über die gängigen Medien unzureichend informiert – würde denken, dass alles in bester Ordnung sei. Dass dem nicht so ist, beweist meiner Meinung nach auch die Ruhe des aktuellen „neuen“ Bischofs. Hatte der nicht mittlerweile Zeit, sich umfassend zu informieren? Wurde er durch seine, vom Vorgänger „übernommenen“ Leute immer noch nicht informiert? Meinen Informationen zufolge wissen genau diese – wenn auch altersmässig jüngeren Leute – aus eigenen Fällen in derem Umkreis – Franz K., Peter K. … – was es hier aufzuklären gibt. Es gibt auch andere Stellen, die sich hier an eine Aufklärung machen können, aber genau dies dürfte – nicht nur wegen dem „Universalitätsgedanken“ der Röm.-Kath. Kirche der Diözese Regensburg kaum passen.

  • Stattamhofer

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    Wie reden alte Herren über Start und Leben bei den Domspatzen? Man kann es nachlesen, z.B. bei Kurt Erkes. Der schreibt 1993 als 63jähriger über Heimweh und Ängstlichkeit nach der Aufnahme in der Dompräbende (1941) in der Orleanstr., wo lt. obigem Bericht F. Zeitler als Präfekt seine pädokriminelle Haltung auslebte.

    „Als Jüngster in der Singergruppe, ein blonder Lockenkopf, war ich Außenseiter, hatte Neider und wurde oft von Kameraden verdroschen, manchmal mit der Faust in den Bauch. Ich wollte heim, doch der Weg nach Erlangen war zu weit! Die Präfekten merkten bald meine Niedergeschlagenheit; aus einem aufgeweckten Lausbuben war ein ängstlicher Phlegmatiker geworden. […] ich vermisste meinen Lehrmeister [Schrems war auf Konzertreise], der für mich in der Zwischenzeit >Vater< geworden war. […] Schrems war freundlich zu mir und schenkte mir ab und zu sein Vesperbrot mit Wurst, eine Delikatesse in der damaligen Zeit. […] Eines Sonntags entging ich dem unbeliebten Nachmittagsspaziergang in Zweierreihen. Schrems rief mich zu sich, ich durfte Bruckner –Sinfonien mit ihm hören. Er rauchte eine dicke Zigarre, zeigte mir in der Taschenpartitur die Flöten und Pauken, nickte ein, ich traute mich nicht umzublättern, die Zigarre ging aus … Ich empfand das als große Ehre und begann, ihn wie einen Vater zu verehren. […] Wenn Meister Schrems zum Taktstock griff, wußte jeder Sänger, was es geschlagen hatte. Es war wie wenn ein Kutscher nach der Peitsche griff … Wehe aber, wenn Fehler passierten, … So paarte Schrems Zuckerbrot und Peitsche, Schelte und Lob, und der Erfolg gab ihm recht!“

    (Aus: Kurt Erkes, Zu Regensburg auf der Kirchturmspitz: in Erkes, 1993, S. 158-159)

    Der Internat-Aufenthalt und der Leistungsdruck scheinen Neulinge, wie Erkes, gebrochen zu haben. Nicht zuletzt durch Isolation und Schülergewalt, vielleicht auch durch sexualisierte Gewalt von Präfekten. Hinzu kommt der beziehungsmäßig und emotional ebenso gestörte und gewalttätige Ersatz-Vater Schrems. Dieser gibt dem kleinen Jungen Geschenke, macht ihn zum Solisten und man separiert sich in die Domkapellmeister-Wohnung… Ja der Erfolgt auf den sind die Ehemaligen und Geprügelten dann doch Stolz. Missbrauchte halten, scheint es, meist an ihrer Domspatzen-Identität fest. Erkes hält die Domspatzenfahne hoch bis zum letzten Atemzug. Er ist nicht allein damit.

  • S.G.

    |

    Ein großes Lob an Regensburg-Digital, denn dieser Artikel ist sehr sehr gut geschrieben!

    Auch möchte ich eine Anmerkung zu dieser neuen Kirchenstudie machen …..

    Wenn Sie bereit sind, an der Befragung teilzunehmen, können Sie den Fragebogen und die Kontaktinformationen hier herunterladen:

    Fragebogen zum sexuellen Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Geistliche

    http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/fragebogen032013.pdf

    http://www.kfn.de/home/Opferbefragung_sex_Missbrauch.htm

  • Georg Auer

    |

    @Stattamhofer: „Missbrauchte halten, scheint es, meist an ihrer Domspatzen-Identität fest.“

    Dieser Feststellung kann ich als ein Missbrauchsopfer von 1961 im Internat (Vor-/Grundschule) zu Etterzhausen voll und ganz beipflichten, trotzdem ich dort nur gut ein halbes Jahr als 9 jähriger Knabe interniert war. Doch dieses halbe Jahr Internierung in der Hölle auf dem Berg über dem Dorfe Etterzhausen genügte, um aus einem fröhlichen, offenen und vertrauenden Knaben eine zerbrochene, verschlossene und gänzlich misstrauende Kinderkreatur werden zu lassen.

    Die Teufel im damaligen Hölleninternat waren der leitende Heimdirektor M…. und der Heimpräfekt (Erzieher) O.., welche zu damaliger und wohl auch noch zu späterer Zeit viele Kinderherzen mordeten infolge sexuellen Missbrauchs, pervider Züchtigungsorgien und an Grausamkeit kaum zu überbietenden, teuflischen Demütigungspraktiken.
    Diese beiden Teufel waren ein abgestimmtes „Höllenteam“ beim fast täglichen sexuellen Missbrauch und bei den Züchtigungsorgien und Demütigungspraktiken an uns „Domspatzen-Höllenkinder“. Aber selbst die Hölle wird einem nach einiger Zeit vertraut und gar zu einer Art Heimat.

    Hiermit lässt sich wohl auch der oben genannte gemeinsame, unerschütterliche „Domspatzen-Chorgeist“ und die alles Missbrauchsgeschehene ausblendende Seelennatur einer gemeinsamen „Domspatzen-Identität“ erklären, wenn ein sexuell missbrauchter Domspatz immer noch ein Domspatz sein oder bleiben will.

    So hatte auch ich mein Domspatzen-Identitäts-Erlebnis, als auch ich mit dem gesamten Chor singend auf den Domaltarstufen stand beim Totenrequiem von Bischof Michael Buchberger im Jahre 1961.

    Aber eine solche „Domspatzen-Identität“ lässt die heutige Führung (Bistumsleitung) der Regensburger Domspatzen nicht gelten, so diese einfach alles Böse und Schlechte in der Domspatzenhistorie vehement leugnet oder als eine kirchenfeindliche Attacke bösartiger Atheisten abtut.
    Damit leugnen sie auch weiterhin, dass die speienden Teufelswesen an der Domfassade früher auch innerhalb des Doms und innerhalb der Domspatzeninternate ihr Unwesen trieben, auf dass damals junge Knaben sich schon in der Hölle wähnten.

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Stattamhofer

    |

    @G.Auer.
    Danke für ihre Ausführungen. Ich dachte bei meiner Vermutung – „Missbrauchte halten, scheint es, meist an ihrer Domspatzen-Identität fest“ – nicht an Menschen wie sie, die über Ihr Gewalterfahrung öffentlich sprechen. Sondern an diejenigen, die schweigen.
    Ich verstehe schon, dass Sie, H. Auer, ihre Kommentare mit „Ein ehemaliger Domspatz“ unterschreiben, habe aber nicht den Eindruck, dass Sie die „Domspatzenfahne“ hochhalten würden. Das tun m.E. die anderen (evtl. auch missbrauchten), die schweigen, weil sie Stellung, Ansehen , Ruf, Selbstbild … etc. verlieren könnten.

  • Schorn

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    Sind die Regensburger Domspatzen hoch-gezüchtete Sängerknaben…..

    http://www.augsburger-allgemeine.de/community/profile/achstaller_erhard/Sind-die-Regensburger-Domspatzen-hoch-gezuechtete-Saengerknaben-id24617121.html

    Diese Frage stelle ich mir eigentlich schon seit über drei Jahren. Anstatt man einen Abschlußbericht zu den zahlreichen Themen vorlegt, gibt es anscheinend keinen Gesprächsbedarf mehr. Ich finde auch dass der Herr Pressesprecher Clemens Neck endlich einmal zu vielen damaligen Vorfällen richtig sprechen sollte – und sehr wichtig ist auch heute dass die damaligen Opfer , auch die von der damaligen eigenständigen Stiftung Etterzhausen, endlich auch heute nach so langer Zeit die richtige Hilfen bekommen.

    Die Suche nach der Glaubwürdigkeit

    Online-Bericht der MZ vom 07.03.2013, 22:07 Uhr

    http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/bistum-wird-missbrauchsskandal-nicht-los/889415/bistum-wird-missbrauchsskandal-nicht-los.html

    Bistumssprecher Clemens Neck weist diese Kritik zurück. Persönliche und individuelle Aufarbeitung könne sehr unterschiedlich sein. Diese könne zum Beispiel Therapieangebote umfassen oder auch Gespräche mit Beschuldigten.

    Also, wenn Herr Neck zum Beispiel auch von Therapieangeboten spricht , dann muss ich da schon einmal mein Veto einlegen , weil es auch von Anfang an eben hieß, dass man sich da nur an die Krankenkasse wenden soll.

    Euch allen ein frohes Osterfest

  • Achstaller Erhard

    |

    Auch ich wahr lange Zeit in einem Kinderheim das von Nonnen geführt wurde. Was im Internat von den Regensburger- Domspatzen so alles vorgekommen ist,wahr bei uns auch ncht besser.Schläge Übergriffe von Priestern wahr normal. Das Unrecht an den Kindern ist heute nicht mehr gut zu machen. Die Zeit heilt Wunden ist ein schöner Satz ,doch für viele Kindern von früher wird es immer ein Trauma bleiben. Das sich die Zeiten geändert haben was die Internaten anbelangt,ist auch ein Verdienst unserer Presse.
    Die Kinder von heute sind viel besser aufgeklärt und kennen heute ihre Rechte. Sie lassen sich nicht so schnell von den Erwachsenen sich verführen.Was die Kirche anbelangt so glaube ich sind sie auf dem rechten Weg wenn sie dieses Thema Missbrauch auf klären. Kindermissbrauch wahr nicht nur ein Kirchliches Problem,sondern auch ein Weltliches.Immer nur in der Vergangenheit -herumzuwühlen hilft heute den missbrauchten Kindern auch nicht mehr. Nur von Fehlern kann man lernen.
    Ich wünsche mir das es auch bei den Regenburger Domspatzen wieder heißt,ich kann verzeihen,aber nicht vergessen.

  • Veronika

    |

    @Achstaller Erhard: Ich stimme Ihnen grundlegend zu, aber diese Passage „Die Kinder von heute sind viel besser aufgeklärt und kennen heute ihre Rechte. Sie lassen sich nicht so schnell von den Erwachsenen sich verführen.“ möchte ich dennoch bezweifeln. Heisst es im Fall der Fälle nicht immer noch „Das muss Du durchstehen, dafür bist Du dann jemand.“ und „Du weisst ja wie mächtig die sind, da können wir jetzt nichts für Dich tun.“ Ich denke schon, dass diese „Mächtigkeit“ der Röm.-Kath. Kirche, zumindest einiger Diözesen beendet werden sollte. Schliesslich sind wir in einem demokratisch verfassten Staat, der allen (Nicht)Gläubigen in gleicher Weise zugetan sein muss. Schaffen wir diese Trennung nicht schnell genug, wird uns in Deutschland, zumindest in Bayern wohl eine weltweite Ausgrenzung drohen, denn im Ausland – so jedenfalls Bekannte von mir – wird dieses „Primbamborum“, welches man wegen der Röm.-Kath. Kirche gerade in Bayern veranstaltet (Siehe die Dinge als R. noch amtierender Papst gewesen ist!) sehr kritisch gesehen. Da kommen teilweise schon Fragen auf, ob es gut war, die Wiedervereinigung vonstatten gehen, und Deutschland wieder „so gross“ werden zu lassen.

  • Georg Auer

    |

    @Achstaller Erhard: „Ich wünsche mir das es auch bei den Regenburger Domspatzen wieder heißt,ich kann verzeihen,aber nicht vergessen.“

    Herr Achstaller, in ihrem Kommentarbeitrag finden sich einige Widersprüchlichkeiten. Einerseits klagen auch Sie die früheren Missbräuche an, welche Heimkinder einst erdulden mussten, aber bezeichnen diese im folgenden Satz als einen normalen Standard der damaligen Kindererziehung. Dann verweisen Sie auf lebenslängliche Traumatas der missbrauchten Heimkindes und appellieren sogleich folgend auf das christliche „Verzeihen“. Sodann loben Sie die Aufklärungsarbeit der Presse zu diesem Thema und gleichzeitig aber dann auch den Willen zur Aufklärung der Missbrauchsfälle durch die Kirche.
    So ist ihr Kommentarbeitrag aussagelos, so Sie ihre Anklageb gleich wieder relavitieren mit dem allgemein damals gültigen Erziehunsstil.

    Fakt ist, dass bei den Regensburger Domspatzen sicherlich viele, viele minderjährige Sängerknaben sexuell missbraucht und gezüchtigt wurden seit Bestehen des Domchors. Und so dieser zu den ältesten Knabenchören zählt, dementsprechend war auch der Erziehungsstil noch bis in jüngster Zeit durch eine mittelalterliche Erziehungszucht geprägt, wo andere Heime schon längst eine gewaltfreie Erziehung praktizierten. Endlich ist die Zeit gekommen, wo die früher missbrauchten Kinder nun noch als längst erwachsene Menschen ihr damaliges Leiden aussprechen können und dürfen.
    Vor 20 oder 30 Jahren wäre man damals selbst noch von den Pressevertretern mehr oder weniger nur belächelt worden.
    So nutzen wir nun doch die einmalige Chance, dass auch wir ehemaligen, geschundenen Heimkinder jetzt endlich unsere damaligen erlittenen Qualen erzählen können, auch wenn diese Erinnerungen immer noch bei manchen Mitbürgern auf so manches Unverständnis stößt, meistens dann wo dieser lange Zeit eine Täterrolle inne hatte.
    Auch ich habe sehr schlechte Erfahrungen machen müssen, als ich noch zu früherer Zeit über den sexuellen Missbrauch an mir als Kind erzählte. Ich erfuhr dabei viel Häme und auch arrogante Zurechtweisungen.
    Aber jetzt ist endlich Zeit, dass wir ehemaligen missbrauchten und gedemütigten Heimkinder uns die genommene Menschenwürde zurückholen, denn sonst wird man uns im Alter noch einmal den Willen brechen.

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Schorn

    |

    @Georg Auer

    ……wo andere Heime schon längst eine gewaltfreie Erziehung praktizierten…..

    Sehr richtig !!!

    Ich möchte bitte auch an diesen alten Bericht aus dem Jahre 1959 erinnern , ….

    Christliche Erziehungswissenschaften … (1959)

    http://www.intern-at.de/original-texte/original-texte04/

  • Fr.Streng

    |

    Ein sehr informativer Artikel.

    Ein Blick auf die in personeller Hinsicht etwa genauso große Diözese München bringt weitere Aufklärung.
    Aus dem externen Gutachten von Dez. 2010 („Sexuelle und sonstige körperliche Übergriffe durch Priester, Diakone und sonstige pastorale Mitarbeiter im Verantwortungsbereich der Erzdiözese München und Freising in der Zeit von 1945 bis 2009“) kann man folgendes entnehmen.

    Man hat in der Diözese M/Freising 13.200 Akten von Priestern, Diakonen und Pastoralreferenten gesichtet. Dabei wurde jedoch im Ergebnis zwischen gerichtlich verurteilten und auffällig gewordenen Personen unterschieden:
    demnach wurden als Verurteilte 26 Priester und 1 Diakon genannt.
    Als auffällig Gewordene präsentierte man u.a. 159 Priester und 15 Diakone – also das sechs- bzw. Fünfzehnfache!

    Das Münchner Gutachten spricht darüber hinaus von einer erheblichen Dunkelziffer und von offensichtlich vernichteten Aktenbeständen.

    In Regensburger Diözese ist man weit davon entfernt sich von externen Fachleuten begutachten zu lassen, nicht nur hinsichtlich der Domspatzen.

    Bezeichnenderweise hat Bischof Marx die externe Studie sofort mit strengstem Verschluss belegt. Hier noch eine Passage daraus:

    „Die durchgängig, wenn auch in unterschiedlicher Entschlossenheit ausgeprägte Bereitschaft, selbst gravierende Vergehen unaufgeklärt und ungesühnt zu belassen, findet ihre Wurzel auch in einem nach Überzeugung der Gutachter fehlinterpretierten klerikalen Selbstverständnis, das einem brüderlichen Miteinander verpflichtet in einem im Ergebnis rücksichtslosen Schutz des eigenen Standes eine Rechtfertigung für nicht tolerable Vertuschung sucht. Erweist sich bereits dieses Selbstverständnis als ernstzunehmendes Aufklärungshindernis war für die Gutachter ein weiterer Bereich auffällig, der geeignet ist, aufgrund Abschottung massive Aufklärungsverhinderung nach sich zu ziehen. Es handelt sich um homo-sexuell veranlagte Kleriker, die mit Blick auf die kirchlichen Lehren zur Homosexualität und Priestertum bedauerlicherweise einem besonderen Erpressungspotential unterliegen.“
    http://www.erzbistum-muenchen.de/Page013862.aspx

  • TwinRix

    |

    Kein Aprilscherz…

    Laut den Kernaussagen den Gutachtens
    zur Pressekonferenz vom 03.12.2010

    http://www.erzbistum-muenchen.de/media/media14418720.PDF

    159 Priester sind auffällig geworden
    -26 Priester sind verurteilt worden
    -15 Diakone wurden auffällig
    -96 Religionslehrer wurden aufällig
    -1 Religionslehrer wurde verurteilt
    u.s.w.

    Also ,
    wenn es schon alleine im Erzbistum München – Freising wirklich so viele auffällige Menschen gegeben hat, was erwartet uns alle dann erst zum Thema Abschlußbericht Missbrauch und Gewalt im Bistum Regensburg…

  • Veronika

    |

    @TwinRix: Da erwartet die werte Öffentlichkeit, wohl auch die Darstellung dessen, weshalb jemand aus Altersgründen zurücktritt und in ein (Frauen)Kloster geht. Ich habe mir sagen lassen, dass der Umzug in ein (Frauen)Kloster die höchste Strafe ist, welche das Kirchenrecht der Röm.-Kath. Kirche ohne Ansehen der Person kennt. Natürlich kann ich mich hier auch täuschen!

  • Robert Werner

    |

    Auf einen Abschlussbericht braucht niemand mehr zu warten.
    Ich denke, Ordinariat und Verwaltung der Dompräbende sitzen die Sache aus. Zumal der öffentliche Druck (örtliche Medien, BR, etc.) in Richtung (externe) Aufarbeitung und Veröffentlichung der Ergebnisse bislang relativ gering und die offizielle Darstellung der Diözese nicht wirklich hinterfragt worden ist.

    Die gezielte Irreführung hatte mit der o.g. Pressekonferenz begonnen und ging weiter mit der Regensburger Zählweise, wonach nur juristisch VERURTEILTE Täter gezählt und in die Statistik aufgenommen werden. Hinzu käme auch für Regensburg eine unbekannte aber sicherlich hohe Dunkelziffer von diversen Übergriffen. Ebenso eine Aktenvernichtung breiten Ausmaßes – wie in München festgestellt.
    Diese ist übrigens kirchenrechtlich sogar geboten:

    In dem Codex Iuris Canonici, Canon 489 wird die Aufbewahrung von „geheim zuhaltenden Dokumente“ geregelt. Laut §2 ist: „Jährlich sind die Akten der Strafsachen in Sittlichkeitsverfahren, deren Angeklagte verstorben sind oder die seit einem Jahrzehnt durch Verurteilung abgeschlossen sind, zu vernichten; ein kurzer Tatbestandsbericht mit dem Wortlaut des Endurteils ist aufzubewahren.“

    Bei den Tätern F. Zeitler und G. Zimmermann hat man anscheinend nicht einmal diesen Standard gewahrt und musste von daher auf die falschen „Aussagen befragter Mitbrüder“ und Zeitungsberichte zurückgreifen.

    Aus dieser Basis einen Abschlussbericht zu erstellen, wäre Zeitverschwendung und Ablenkung vom Kern.

    Zu der systematischen Aktenvernichtung siehe:
    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/missbrauch-in-katholischer-kirche-im-geheimen-12023052.html

  • Erich

    |

    @ Robert Werner

    Trotzdem müsste man doch nach über 3 Jahren einmal ausführlich klarstellen können – eben einen Abschlußbericht der Öffentlichkeit vorzeigen können – wieviele Kinder damals bei den Domspatzen , entweder in Etterzhausen , oder im Domspatzeninternat Regensburg , eben Missbraucht wurden.

  • Robert Werner

    |

    @Erich
    Ich bezweifle, dass das Ordinariat bzw. die Verwaltung der Dompräbende von sich aus – so sie denn überhaupt wollten – die Anzahl der Menschen nennen könnte, die von sexuellen Übergriffen im kirchlichen Bereich bzw. in der Dompräbende betroffenen sind.

    Bischof Gerhard Ludwig Müller behauptete bezeichnenderweise bereits im Mai 2010, dass „der bewiesene statistische Anteil von Übergriffen im kirchlichen Bereich unter 0,1 Prozent falle.“

    Dies ist insbesondere bemerkenswert, da das Ordinariat erst über zehn Monate später angeblich recherchierte Zahlen erstmals veröffentlichen konnte; im o.g. „zusammenfassenden Arbeits-Bericht“ vom März 2011.

    Siehe:
    http://www.bistum-regensburg.de/default.asp?op=show&id=4112

    G.L.Müller wurde zwischenzeitlich von B16. nach Rom gerufen und ist derzeit wieder zuständig für die sog. Sittlichkeitsdelikte. Wer glaubt denn daran, dass sich ein Bf. Müller und sein ehemaliges Personal selber korrigieren kann?

  • Veronika

    |

    @Robert Werner:
    Sicher haben Sie mit Ihren Ausführungen Recht, doch
    „Bei den Tätern F. Zeitler und G. Zimmermann hat man anscheinend nicht einmal diesen Standard gewahrt und musste von daher auf die falschen „Aussagen befragter Mitbrüder“ und Zeitungsberichte zurückgreifen.“ wage ich hinsichtlich G. Zimmermann zu bezweifeln. Hier dürfte man die Unterlagen weiterhin, um nicht zu sagen „bis zum heutigen Tag“ (zumindest aber Anfang 2013) benötigt haben, um … Na ja, wer es ebenso vermutet, wird es wissen!

  • TwinRix

    |

    @ Robert Werner

    Auf einen Abschlussbericht braucht niemand
    mehr zu warten…

    Laut Ihren Informationen ( behaupte jetzt nicht dass Sie vielleicht dem Bischöflichen Ordinariat angehören) gibt es –
    oder soll es zu unsren Themen keinen Abschlussbericht mehr geben.

    Die fischen alle immer nur in trüben Gewässern und kein Mensch möchte sich in keinster Weise mehr den Mund verbrennen.

    Heute ist in der MZ zu lesen , dass die Zahl der Missbrauchsmeldungen angeblich gesunken sein sollen.
    Also ich würde da auch nicht mehr in Regensburg bei der Frau Böhm , oder Frau Hoffmann anrufen wollen, wenn ja schon ausführlich von irgendwelchen verstößen zum Thema
    Datenschutzbestimmungen die Rede war.
    Bemerkenswert ist aber auch für mich einmal wieder , dass eben die MZ = Mittelbayerische Zeitung aus Regensburg , wieder nur oberflächlich über diese ganze Materie eben berichtet.
    Zum Thema Missbrauch und Gewalt bei den Domspatzen in Regensburg und Pielenhofen / Etterzhausen, gehen Sie in keinster Weise darauf ein.

    Oberpfalz & Bayern 02.04.2013, 07:47 Uhr

    Zahl der Missbrauchsmeldungen sinkt

    http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=10008&pk=898395

    ……….

    Ich bete darum

    Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung.

    Philipper 1,9

  • Veronika

    |

    @TwinRix: Danke für diese Information!
    Ich hoffe bei diesem ganzen Komplex des (Ver)Schweigens wie einige Bekannte auf das „Mitbewerber-System“. Was hat man den Zeugen Jehovas nicht alles für Dinge nachgesagt, die nicht stimmten. Was sagt man bis zum heutigen Tag Scientology nach, die wenn überhaupt nur Erwachsene „drangsalieren“. Diese Dinge gegen Andere kommen doch wohl auch nur von einer bestimmten Seite. Da werden sicher alle anderen Kirchen auch ein klein wenig dafür sorgen, dass die Röm. KK sich an deren Versprechen hält/ halten kann.

  • Erich

    |

    TwinRix

    muss Dir auch zum Teil eben Recht geben, aber ich glaube , dass da vielleicht bewusst auch der Herr Presseprecher Clemens Neck vom Bischöflichen Ordinariat Regensburg, nicht so mit der Wahrheit heraus möchte.
    Schon damals hieß es:
    Gerechtigkeit und Hilfe für die Opfer …usw.
    Auch möchte man heute schon einmal wissen…
    Wieviele Kinder / Jungen wurden damals in Pielenhofen, Etterhausen oder auch im Domspatzeninternat Regensburg,
    entweder belästigt , verführt oder Missbrauch.
    Da wurden kleine Kinder vergewaltigt und man geht überhaupt nicht darauf ein.
    Auch müsste man die Zahlen von diesen damaligen Vergewaltigungen unter Mitschülern auch heute offenlegen oder klarstellen.

    http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=10009&pk=539544&p=1#539544

  • Georg Auer

    |

    @Robert Werner: „Auf einen Abschlussbericht braucht niemand mehr zu warten.“

    Danke für ihren realistisch-fundierten Beitrag.
    Auf einen Missbrauchs-Abschlussbericht von der Diözese Regensburg braucht wirklich niemand mehr zu warten, am allerwenigsten die Domspatzen-Missbrauchsopfer selbst. Diese haben ihren Abschlussbericht ja schon vor zwei Jahren erhalten: „… Ihre Schilderungen eines sexuellen Missbrauchs kann von unserer Seite aus nicht nachvollzogen werden. …“
    Auf gut Deutsch heißt das dann: „Auf Ihre späten Lügengeschichten gehen wir erst gar nicht ein. Wenden Sie sich in solch einer Angelegenheit an unseren Rechtsanwalt in Nürnberg.“

    Auch ich – als ein ehemaliges Missbrauchsopfer der Regensburger Domspatzen – glaube, dass die zurückliegende Handhabung der Missbrauchsfälle im Bistums Regensburg durch den ehemaligen Bischof G.L. Müller jetzt zum Handlungsprogramm wurde im Vatikan für alle kirchlichen Missbrauchsfälle in der Welt. Nicht umsonst ist Erzbischof G.L. Müller auch als Oberster Glaubenshüter im Vatikan auch mit der Leitung in der Angekegenheit von Sexuellen Missbrauch innerhalb der rk. Kirche neu betraut worden.
    Mit seiner Fachkenntnis wird die rk. Kirche auch in der Zukunft die erweiterten gesetzlichen Verjährungsfristen für sexuellen Missbrauch strategisch und trickreich umgehen zu wissen. Infolge der global vernetzten rk. Kirche wird das zukünftige Missbrauchsopfer der Diözese Regensburg dann an einen Rechtsanwalt in New York verwiesen werden.

    Der sexuelle Missbrauch in kirchlichen Erziehungsanstalten ist auch in Zukunft abhängig vom Zölibat der Priester und der Frauenfeindlichkeit der römischen Kurie und wird so in Zukunft – gleich dem Gezeiten des Meeres ( Ebbe u. Flut) – mehr oder weniger deshalb auch weiterhin stattfinden.

    Ein ehemaliger Domspatz

  • S.G.

    |

    Hi Leute ,

    ich kann heute einmal auch schreiben, dass zum Beispiel der Mitarbeiter , Redakteur , Pascal Duraint von der MZ , Mittelbayerischen Zeitung aus Regensburg , schon ausführlich zu gewissen Themen auch ausführlich in der MZ schreibt , gut recherchiert und sich vielen damaligen Themen der Regensburger Domspatzen annimmt, und auch immer ein großes Ohr für die damaligen Opfer hat.

    cu

  • Georg Auer

    |

    Sexueller Missbrauch Minderjähriger in kath. Heimen:

    „Die rk. Kirche schweigt. Der Runde Tisch schweigt. Die Öffentlichkeit schweigt und die Medien schweigen.
    Aber die Missbrauchsopfer schweigen nicht, so sie schon viel zu lange bisher geschwiegen haben. “

    Nach den letzten Zeitungsberichten ist das Problem des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen in rk. Heimen nicht mehr existent, so in den Bistümern in Deutschland im letzten Jahr keine Missbrauchsfälle mehr gemeldet wurden.

    http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/zahl...
    ‚Die Bistümern registrieren immer weniger Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch. In Regensburg habe es laut Bistum 2012 „keine Straftat“ gegeben.‘
    http://www.gewalt-im-jhh.de/hp2/Blick_uber_den_Tellerrand_5/blick_uber... –

    Wie schön, dann ist ja alles in Butter und die Bischöfe können sich endlich wieder wichtigeren kirchlichen Themen und Angelegenheiten widmen.
    Denn was interessiert der rk. Kirche die sogenannten Altfälle, für die sich niemand mehr interessiert, selbst die Justiz nicht.
    Und nach den Ablehnungsbescheiden auf Entschädigung – für erlittenen sexuellen Missbrauch – an die Opfer durch das Bistum Regensburg („… Auch mit Ihren Schilderungen haben wir uns auseinandergesetzt und sind vielen weiteren Quellen nachgegangen. Wir konnten dabei Ihre Aussagen zur Frage eines sexuellen Missbrauchs leider nicht nachvollziehen. Eine Leistung in Anerkennung von erlittenem Leid erscheint auf diesem Hintergrund deshalb nicht gerechtfertigt. …“), gilt das Thema „sexueller Missbrauch von Minderjährigen“ durch kirchl. Personal als erledigt und aufgearbeitet. Denn was die Justiz schon nicht mehr interessiert hat die rk. Kirche erst recht nicht zu interessieren.

    Dieses Verhalten der rk. Kirchenoberen zeigt mir nur – als ein früheres Missbrauchsopfer der Regensburger Domspatzen -, dass diese hohen geistlichen „Würdenträger“ gar nicht willens sind, den sexuellen Missbrauch innerhalb der rk. Kirche wirklich offen und transparent (wie in früheren öfftl. Auftritten kirchl. Vertreter oftmals bekundet wurde) aufzuarbeiten und die Opfer als Anerkennung für deren erlittenen Leids zu entschädigen durch einen echten, aufrichtigen Akt einer Wiedergutmachung; auch wenn solches Verbrechen an Kindern an und für sich weder durch Geld oder Therapiezahlung abgegolten werden kann.

    Aus all diesen Gründen gebe ich keinen Deut mehr auf irgendwelche öfftl. Bekundungen und Bezeugungen des aufrichtigen Bedauerns, was den sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen durch kirchliches Erziehungs- und Lehrpersonal angeht.

    Denn hier gilt das alte deutsche Sprichwort:
    „Wer einmal lügt dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht!“

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Veronika

    |

    @Georg Auer:
    Keine Sorge, Herr Auer! Sie werden staunen, wie schnell und umfassend sich die Dinge dennoch klären werden! Ein grosser Stein ist ja schon gefallen! „Mitbewerber-Prinzip“ heisst das Lösungswort! Ich möchte ja nicht erleben, wie sonst den Verantwortlichen der ganz grosse Spiegel gerade von denjenigen Leuten vorgehalten wird, denen man gerade in den letzten beiden Jahren vermehrt vorwirft gar nicht „Kirche“ sein zu können. Manchmal geht es eben nur auf diese Art und Weise, um die Menschenrechte trotzdem wahren zu können.

  • Georg Auer

    |

    @Veronika: „Manchmal geht es eben nur auf diese Art und Weise, um die Menschenrechte trotzdem wahren zu können.“

    Der Sexuelle Missbrauch von Kindern ein notwendiges Opfer, um der Menschenrechte Willen?

    Solange Mädchen und Knaben sexuell missbraucht und beschnitten werden, haben alle damit involvierten Religionsgemeinschaften allen Anspruch verwirkt auf die Bezeichnung der Humanitas oder eines Homo-Religiöses.

    Ich bin vom vierten bis vierzehnten Lebensjahr in fünf verschiedenen katholischen Sozialheimen aufgewachsen und in diesen Kinderheimen durch einen Erzieher und einer Nonne auf das schlimmste sexuell missbraucht worden. Hierdurch wurde mir schon als Kind der Satan und die Hure Babylons ein menschlicher Begriff.
    Diese beiden Bibel-Kreaturen waren für mich schon damals ganz reale, echte Personen.
    Der Heimerzieher bei den Regensburger Domspatzen als die Person Luzifers, welcher Gott spielte, indem er die Knaben sich sexuell unterwarf und sie so zu Kindern der Hölle machte.
    Die Nonne in dem katholischen Kinderheim zu Bonbruck, welche sich bei ihren sexuellen Handlungen an den Buben beim wöchentlichem Bade aufgeilte und sich dabei aber als „Mutter Gottes“ sah, so sie deren eigene Mütter verachtete. Ich verspürte immer eine große Abscheu, als sie mich nach dem Bade an ihre nackten Brüste drückte.
    Der Erzieher bei den Domspatzen tötete mir im Herzen meinen Vater und die Nonne im Kinderheim Bonbruck machte mir meine eigene Mutter selbst noch zu deren Lebzeiten zu einer fremden Person.

    Ja, das war die wahre christliche Caritas der rk. Kirche an uns Waisenkindern der Nachkriegszeit.

    Ach du armselige katholische Kirche!

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Georg Auer

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    @Veronika: „Manchmal geht es eben nur auf diese Art und Weise, um die Menschenrechte trotzdem wahren zu können.“

    Danke für Ihre interessanten Zeilen für mich.
    Aber trotzdem glaube ich – im Gegensatz zu Ihnen -, dass sich die verschiedenen christlichen Konfessionen letztendlich in unserer Zeit-Ära nicht mehr groß bekriegen werden, sondern – wo es um die Wahrung gemeinsamer Interessen geht (Schuldverstrickungen, Missbrauchsfälle) gemeinsame abgestimmte Strategien verfolgen werden. Dies betrifft in erster Linie gemeinsam verfasster Präventionsprogramme gegen Missbrauch durch Priester beider Kirchen, aber auch den gegenseitiger Beistand bei der beschämenden Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der rk. Kirche. Als solches werte ich das Schweigen der ev. Kirche hierzu. Auch die protestantische Kirche hat in der Geschichte demokratische Volksbewegungen verfolgt und bekämpft.
    So scheint mir der Besuch des EKD-Vorsitzenden der evangelischen Kirche Deutschlands, Nikolaus Schneider, beim neuen Papst Franziskus ein bisschen übereilt zu sein, um nicht sagen zu müssen, sein Besuch zeigte eher nach meinem Empfinden eine Gestik von Anbiederung. Welchen Trugschluss unterliegt der deutsche EKD-Vorsitzende wenn er glaubt, die rk. Kirchenoberen werden zulassen, dass katholische und protestantische Gläubige im Jahr 2017 gemeinsam als Zeichen der christlichen Ökumene das 500. Jubiläum der Reformation und den Reformator Martin Luther feiern werden. So eine Feier wird es nicht geben.
    Denn nach dem Verständnis der rk. Kirche steht die protestantische Kirche seit 1517 nicht mehr in der „apostolischen Sukzession“ und besitzt in den Augen der rk. Kirchengelehrten nicht mehr den Anspruch eine Kirche im Auftrag Jesu sein zu können. (Siehe Treffen 2011 von Papst Benedikt XVI mit dem damaligen deutschen EKD-Vorsitzenden). Auch der neue Papst wird (und kann) von diesem rk. Lehrprinzip nicht abweichen.
    Deshalb ist eine ökumenische Begegnung auf gleicher Augenhöhe aus Sicht der Protestanten nur ein frommer Wunsch sein, denn die Protestanten kommen in der kath. Ökumene-Reihenfolge erst an letzter Stelle. Deshalb auch die schnelle und übereilte Heimholung der Pius-Bruderschaft zurück in die rk. Kirche unter dem Verdikt des römischen Bischofs (Papsttum).

    Deshalb braucht kein Missbrauchsopfer glauben, es finde in der protestantischen Kirche mehr Akzeptanz und Glaubwürdigkeit als bei der rk. Kirche.

    Dem Einzigen, den man hierbei letztendlich nur vertrauen kann ist Jesus Christus, der dem Missbrauch von Kindern vor 2000 Jahren aufs Schärfste schon verurteilte.
    „„Wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, dass ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde.“ (Markus 9,42)
    Denn bei Jesus gibt es keine Verjährung auf Missbrauch von Kindern.
    http://www.christ-in-der-gegenwart.de/aktuell/artikel_angebote_detail?k...
    ‚Der Mühlstein‘

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Veronika

    |

    @Georg Auer: Da stimme ich Ihnen vollumfänglich zu! Ich meinte auch nicht die Tochterkirche der RKK, sondern die – wie es immer heisst – „ganz Bösen“, die den Staat abschaffen wollen, und …
    Ich denke man macht hier gegen Scientology etc. zu viel Stimmung, denn wir haben genug Stellen und Leute die darauf aufpassen, dass der Staat, eher besser „die Verfassung und die darin verbürgten Grundrechte/Menschenrechte“ nicht „abgeschafft“ werden. Was sich die RKK deutscher Provenienz aber derzeit immer noch bzgl. der Missbrauchsopfer und der Aufklärung leistet, kommt mir persönlich schon eher einer gewisser Leugnung verfassungsrechtlich verbürgter Rechte gleich. Nur weil da mal 1933 (mit Inkorporation älterer völkerrechtlicher Verträge) mal ein Konstrukt geschaffen wurde, welches die Bundesrepublik Deutschland dann über Art. 140 GG in Bundesrecht (soweit ich weiss aber nur „einfaches“ und damit änderbares „Bundesrecht“) überführt hat, heisst das nicht, dass die RKK sich nicht nur beim Arbeitsrecht, Datenschutz etc. überall über die geltenden Bestimmungen hinwegsetzen, sich eigene Bestimmungen schaffen und diese „ad multos annos“ anwenden kann. Wir befinden uns jetzt seit geraumer Zeit in der Europäischen Union, und auch ohne Europäische Verfassung – in welche man ja schon wieder für sich allein geltend einen Gottesbezug einführen wollte – ist das Verhalten der RKK in Deutschland meiner Meinung nach derzeit nicht nur kontraproduktiv, sondern verletzt diverse europäische Bestimmungen. Da über kurz oder lang auch andere Kirchen zum Zuge kommen wollen, wird sich da sicher bald was ändern. Derzeit scheint man ja damit zugange zu sein, der RKK diverse Sachen wie unter dem Franco-Regime in Spanien (Zwangsadoptionen etc.), in Großbritannien grösste Immobilienansammlungen mutmasslich mit Mussolini-Geldern finanziert, und noch einige andere Dinge zu präsentieren.
    Dann wird wohl die Aufrechnung mit konkordatären Ansprüchen erfolgen, wonach dann nicht viel an Rückgabeansprüchen übrig bleiben dürfte. EU eben! Vielen ein Dorn im Auge, aber nichts gegen den Balken, den diese im Gesicht tragen. ;-)

  • Veronika

    |

    Ich darf noch hinzufügen: Nicht dass ich hier Scientology, oder irgendeine andere der Kirchen (oder schreiben wir lieber gleich allgemein „Kirchen“) gut heissen würde. Es ist aber schon sehr verdächtig, dass gerade seit dieser ominösen „Neuevangelisierungs“-Kiste und dem im Oktober letzten Jahres ausgerufenem „Jahr des Glaubens“, immer wieder dieselben Berichte vor allem gegen Sc. im TV kommen. Gibt’s hier nichts Neues, oder ist das das Einzige, was man hat? Klar, dass AussteigerInnen, die in irgendeiner Organisation einmal „Höhenluft“ geschnuppert und irgendwelche geheimzuhaltenden Dinge mitbekommen haben, nicht unbedingt mit Samthandschuhen angefasst werden. Dies kenne ich über genügend Bekannte, die u.a. auch bei der RKK „beschäftigt“ waren. Ansonsten zahlt man halt bei z. B. Sc. für Kurse, bei RKK & Co. die Kirchensteuer.

  • OP

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    Bischof Rudolf Voderholzer von Regensburg
    will sich mit Missbrauchsopfern treffen.
    Wirklich wahr …?

    Die Opfer werden …wurden doch als Lügner hingestellt und mit einem derartigen Schreiben abgefertigt.
    Also muss man sich heute wirklich fragen , warum es bis heute nach über 3 Jahren immer noch auch keinen Abschlussbericht zum Thema Missbrauch und Gewalt gibt.

    … die MZ ist wieder im Text in keinster Weise zum Thema Regensburger Domspatzen und Pielenhofen…Etterzhausen
    eingegangen.

    http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=10008&pk=902339#902339

    http://www.ipp-muenchen.de/files/ipp_ettalbericht_2013.pdf

  • Joachim Datko

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    Bischof der röm.-kath. Kirche

    Zu 11.04.13 21:26 „Bischof Rudolf Voderholzer von Regensburg“

    Auch wenn er uns auf der Tasche liegt, die r.-k. Bischöfe leben auf Kosten aller Bürger, ist er nicht Bischof „von“ Regensburg, sondern Bischof der r.-k. Kirche.

  • Georg Auer

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    Der sexuell missbrauchte Domspatz – eine unendliche Geschichte
    Das Bistum Regensburg wird trotz restriktiver Maßnahmen (Serienbrief an die Missbrauchsopfer) und der Ignoranz gegen die Missbrauchsopfer der Domspatzenschulen die Geister nicht mehr los, die sie im Jahr 2010 selbst noch rief. Auch durch die exorzistischen Beschwörungen des ehemaligen Bischofs GLM ließen sich diese Geister nicht mehr verscheuchen und so werden diese im Bistum Regensburg noch weiterhin umherspuken.

    – Aufarbeitung: Bistum wird Missbrauchsskandal nicht los …
    http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?…07.03.2013 – Regensburg. Als im Jahr 2010 Fälle von sexuellen Missbrauch und Misshandlungen in … –

    Im Gegensatz zu Kloster Ettal wünscht das Bistum Regensburg keine Aufklärung der Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen, obwohl von dort durch dem Bistumssprechet noch im Jahr 2010 brutalst mögliche Aufklärung in dieser Sache angekündigt war. Denn aus der damalig angekündigten brutalst möglichen Aufklärung wurde nach drei Jahren eine brutalst mögliche Vertuschung daraus.

    – Regensburgs neuer Bischof will sich mit Missbrauchsopfern …
    mobil.wochenblatt.de/…/regensburg/…/ …vor 3 Tagen – Foto: Bistum Regensburg … Im Umgang mit sexuellem Missbrauch von Priestern und … –

    Wer glaubt wird selig. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.
    Gibt man den Domspatzen-Missbrauchsopfern ihre Würde durch einen Wiedergutmachunsakt doch noch zurück? Oder sind das auch alles nur leere Worthülsen des neuen Buschofs von Regensburg.

    – Regensburg, 05.03.2010
    Autor: Bischöfliche Pressestelle (presse@bistum-regensburg.de)
    Recherchen und Meldungen über Missbrauchsfälle und pädagogische Übergriffe im Bistum Regensburg in den Jahren 1958 bis 1973

    In den letzten Wochen meldeten sich vermehrt Menschen, die uns Vorkommnisse, Übergriffe und auch Missbrauch berichteten. Wir führen diese Zunahme zurück auf die entsprechenden Presseberichte, unter anderem über die Diözesanbeauftragte für sexuellen Missbrauch. Da die Fälle bis zu einem halben Jahrhundert zurückliegen, bedeuten diese Anfragen für das Bistum: Gespräch, Zuhören, Recherche, Aktenstudium und Befragungen. Wir haben im Bistum entschieden, die Recherchen nicht häppchenweise vorzunehmen – wir wollen systematisch die Frage beantworten:

    Welche Missbrauchsvorkommnisse gab es in Einrichtungen der Diözese Regensburg, wer waren die ´Täter und wer waren die Geschädigten?

    Dabei verfolgen wir drei Ziele:

    1. Gerechtigkeit und Hilfe für die Opfer
    2. Strafrechtliche und kirchenrechtliche Verfolgung der Täter
    3. Verhindern zukünftiger Übergriffe

    Wir bitten alle Geschädigten sich an unsere Diözesanbeauftragte für sexuellen Missbrauch zu wenden. Wir möchten ermutigen, Leid beim Namen zu nennen, zu bearbeiten und auf diese Weise Schmerzen zu lindern und aufzulösen. –

    Die Missbrauchsopfer wurden durch die Bistumsleitung mit den Serienbriefen aber nur verhöhnt, anstatt ihnen mit Gerechtigkeit und Lebenshilfe bei deren Leidaufarbeitung zu unterstützen. So wurden dabei keine Schmerzen gelindert oder gar aufgelöst, sondern diese Schnerzen durch Fußtritte noch vergrößert. Aber diese christliche Tortour kennen ja die alten Domspatzen noch aus der Heimzeit in Etterzhausen.
    Deshalb, du armer Torr, laß endlich alle Hoffnung fahren.

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Georg Auer

    |

    Der.sexuell missbrauchte Domspatz – eine unendliche Geschichte.

    Der Regensburger Domspatzenchor ist angeblich der älteste Knabenchor Deutschlands. Somit ist anzunehmen, dass mit diesem Knabenchor dann auch einer der ältesten und folgenlängsten Fälle von sexuellen Missbrauch an Knaben durch rk. Kleriker hier vorliegt.
    Anscheinend hält die Regensburger Bistumsleitung auch weiterhin an ehernen Dom-Traditionen fest:
    „So dem Knabenlied im Dom,
    auch an der Knabenlieb‘ –
    als des Pfaffen himmlisch Sohn.“

    Kirche und sexueller Missbrauch – „Mein Mut ist dahin“ – Bayern …
    http://www.sueddeutsche.de/…/kirche-und- …05.03.2010 – Monika Preis ist Vertrauensperson in der „Initiative gegen Gewalt und sexuellen …Kirche und sexueller Missbrauch – „Mein Mut ist dahin“ – Bayern …
    http://www.sueddeutsche.de/…/kirche-und- …05.03.2010 – Monika Preis ist Vertrauensperson in der „Initiative gegen Gewalt und sexuellen …

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Veronika

    |

    @OP: Der Bischof will sich – wenn ich den Artikel richtig gelesen habe – insgeheim mit einigen „ausgewählten“ Missbrauchsopfern treffen
    Heisst im Klartext sicher:

    1. Opfer. die nicht widersprechen.
    2. Unter Hinzuziehung von mindestens zwei Zeugen
    3. Opfer, die niemand kennen soll, und damit auch niemand prüfen kann, ob es wirklich „Opfer“ waren.

    Na wunderbar! Da ist die RKK wieder mal voll auf der offenen, ehrlichen Schiene!

    Danke, das wollte ich nur wieder mal wissen!

  • Angelika Oetken

    |

    http://www.spiegel.de/panorama/interview-mit-bernd-hagenkord-zur-enzyklika-von-papst-franziskus-a-909663.html

    Johannes Paul, bürgerlich Karol Józef Wojtyła wird vom derzeitigen Papst Franziskus heilig gesprochen. Es fehlte zwischenzeitlich ein Wunder, was sich zuletzt aber doch noch an fand. In Costa Rica.

    Bei Benedikt, alias Joseph Ratzinger dürfte sich das mit der Suche nach der Wundertätigkeit nicht ganz so schwierig gestalten.
    Oder als was soll man es sonst bezeichnen, denn als höchst verwunderlich, dass es Herrn Ratzinger während der vielen Jahrzehnte in denen er große Verantwortung trug gelang, das epidemische und systemische Ausmaß von sexuellem Missbrauch in seinem Dunstkreis vor der breiten Öffentlichkeit zu verbergen.

    Wie stolz kann eine Kirche auf solche Männer sein!

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Michael Benz

    |

    Ich war von 1962 bis 1970 bei den Domspatzen. Wie der klerikale Präfekt „Prügel“ oder „Blüütz“ richtig hieß, weiß ich nicht mehr. Der war echt sadistisch und freute sich am Leid der Jungen. Das drücken schon seine Spitznamen aus. Ich wurde von ihm mehrfach geohrfeigt (gleich in der ersten Woche) und „übergelegt“ = vor versammelter Mannschaft mit dem Bambusstock auf den Hintern geschlagen, dass ich nicht mehr sitzen konnte. Der Internatsdirektor Lindl (auch ein Priester) war mir gegenüber ein gerechter und pädagogisch einfühlsamer Mann. Er kurierte mich mehrmals wegen starker Blähungen, blieb dabei aber weit entfernt von irgend welchen sexuellen Übergriffen. Auch alle anderen Präfekten weltlicher Natur erlebte ich völlig „sauber“ hinsichtlich Sexualität. Das erledigten wir Jungs schon manchmal untereinander selbst – „still und heimlich“. Auch Fritz Schrems war korrekt und sehr in Ordnung. Georg Ratzinger war ein jähzorniger, unberechenbarer Hitzkopf, bar jeder Pädagogik – damals zu meiner Zeit jedenfalls. Aber er fasste einen nur an, wenns eine Ohrfeige geben sollte. Man musste sehen, dass man möglichst selbstständig die Regeln umging und sich so das Leben schön machen.

  • G1

    |

    @ Michael Benz,

    Du warst 1964/65 bei der Studienprofessorin Elisabeth Steindl in der Klasse,
    , die war damals auch neu im Haus.
    7 Nonnen und viele Hausmädchen waren damals auch vor Ort. Thomas Luger , damals auch Hausmeister, fuhr auch damals den Domspatzenbus = Kaffbomber.
    Du meintest den H. H. InternatsdirektorSiegfried Lientl

  • Angelika Oetken

    |

    @Michael Benz,

    „Man musste sehen, dass man möglichst selbstständig die Regeln umging und sich so das Leben schön machen.“

    Vermutlich das wesentlichste Erziehungsziel der Priester.

    Jedenfalls scheinen die Kirchenführer dieses Prinzip verinnerlicht zu haben. Ein Beispiel:

    http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/kinder-und-jugend,did=203236.html

    Hört sich erstmal gut an. Der Teufel steckt aber im Detail: das was die Gremien an Hilfen vorschlagen, entspricht Empfehlungen. Ist also unverbindlich für die Kirchen.

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, eine von 9 Millionen Erwachsenen in Deutschland, die in Kindheit und/oder Jugend Opfer schweren sexuellen Missbrauchs wurden

  • G1

    |

    @ Michael Benz,

    siehe Bericht auch vom damaligen Internatsdirektor Lintl….

    Domspatzen-Direktoren als Missbrauchstäter

    Doch mit Zimmermanns Ablösung war die Reihe der sexuell übergriffigen Leiter des Domspatzen-Internats nicht beendet. Auch sein Nachfolger Siegfried Lintl, wiederum ein ehemaliger Zögling des Bischöflichen Studienseminars St. Wolfgang und Priester aus dem Regensburger Priesterseminar, steht im Verdacht, Domschüler sexuell missbraucht zu haben.

    Es drängen sich Fragen auf: Wie waren die sozialen Verhältnisse im bischöflichen Studienseminar Obermünster, das als Priesterschmiede bekannt ist und bis zu seiner Schließung 1998 höchstes Ansehen genoss? Beruht es auf bloßen Zufälligkeiten, dass die drei ersten Internatsdirektoren, Friedrich Zeitler, Georg Zimmermann und Siegfried Lintl – allesamt ehemalige Geistliche und St. Wolfgang-Seminaristen, die Theobald Schrems anstellte – im Domspatzeninternat sexuell übergriffig wurden? Wohl kaum.

    http://www.regensburg-digital.de/uber-50-jahre-vertuschungsgeschichte/11052013/

  • Angelika Oetken

    |

    @G1,

    „Zufälligkeiten“?

    Sicher nicht. Eher handelt es sich wohl eher um uralte Rituale, wie sie in vielen Männerbünden vorkommen.

    Interessant dazu:
    http://www.gwi-boell.de/web/frieden-sicherheit-sprache-gewalt-interview-scheub-pohl-3257.html

    Berücksichtigen wir noch, dass etliche dieser Priester Frauen zwar offiziell strukturell ausgrenzen, aber auf der anderen Seite idealisieren (Marienkult), dann ergibt sich eine gewisse menschliche Logik.

    Ratzinger und Wojtyla als prominente Verehrer der heiligen Maria. Einer Frau, die als Minderjährige in Folge einer Vergewaltigung schwanger wurde (der Erzengel in Vertretung seines Chefs) und sich dem Tätersystem darüber hinaus noch freiwillig unterwarf.

    Ich würde bei solchen Klerikern darauf tippen, dass sie die Söhne sexuell traumatisierter Mütter sind. Frauen, die ihre Aggressionen und Depressionen zwar mühsam vor ihren Kindern zu verbergen suchen, aber gerade dadurch um so größeren Schaden anrichten.

    Dass derart sozialisierte Männer später vermutlich ihr natürliches Mitgefühl für Opfer abspalten müssen ist eigentlich klar.

    Genauso wie etliche von denen selbst zu Tätern werden.

    Die pädosexuelle Genese. Ein Klassiker.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Erich

    |

    Der letzte Internatsdirektor von Etterzhausen , ‚Monsignore Hans Meier , hat sich damals die Buben in der Na cht in seine Wohnung geholt. Auf diese Vorfälle von damals wird bis heute nicht richtig eingegangen!

  • Angelika Oetken

    |

    @Erich:

    „Der letzte Internatsdirektor von Etterzhausen , ‘Monsignore Hans Meier , hat sich damals die Buben in der Na cht in seine Wohnung geholt. Auf diese Vorfälle von damals wird bis heute nicht richtig eingegangen!“

    War Hans Meier der einzige Erwachsene bei diesen nächtlichen Missbrauchsveranstaltungen ? Oder hatte er auch Gäste geladen?

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Erich

    |

    Frau Angelika Oetken,
    kann Ihre Frage leider nicht beantworten, Stellen Sie bitte diese Fragen Herrn Generalvikar Fuchs oder Herrn Pressesprecher Clemns Neck von der Diözese Regensburg. Ich werde niemals meine Jungen in ein kath. Internat schicken, auch nicht zu den Regensburger Domspatzen , weil ich als Vater meine Jungen sehr sehr liebe , und Sie bei uns den Eltern, auch ein gutes Zuhause haben.

    Auch finde ich es sehr sehr öminös , dass der leitende Domkapellmeister Büchner , schon heute acht oder neun jährige Buben mit in den
    ersten Chor singen lässt. Für mich ist das eine reine Kinderarbeit!

    http://www.domspatzen.de/de/chor/aktuelles/detail/article/50-familien-beim-1-erlebnistag.html

    https://fbcdn-sphotos-h-a.akamaihd.net/hphotos-ak-ash4/t1/q71/s720x720/1525301_10151923094088506_1512053844_n.jpg

  • Hugo 2

    |

    Der neuerste Stand ist dass seit vielen Jahren die Aufarbeitung der Regensburger Domspatzen und Etterzhausen von der Diözese Regensburg so derart in die Länge gezogen wird, Missbrauchsfälle von damals einfach vertuscht werden – und den damaligen Opfern von Missbrauch und Gewalt bis heute nicht der nötige Respekt und auch keine wirkliche und ausführliche Hilfe zugesprochen wird.
    Auch leidet heute das Personal in der Reichsstraße,weil Sie zum Thema Regensburger Domspatzen und dem Thema Missbrauch nicht richtig reden düren.

  • Angelika Oetken

    |

    @Erich,

    „Frau Angelika Oetken,
    kann Ihre Frage leider nicht beantworten, Stellen Sie bitte diese Fragen Herrn Generalvikar Fuchs oder Herrn Pressesprecher Clemns Neck von der Diözese Regensburg.“

    Ich glaube, das ist gar nicht nötig. Gehe davon aus, dass die Herrschaften wegen des Sprengstoffs, den die organisierte Missbrauchskriminalität (inkl. Kinderhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung) bei den Domspatzen bietet, ganz sicher hier regelmäßig mitlesen. Bzw. ihre Adlaten das tun und ihnen dann berichten.

    „Auch finde ich es sehr sehr öminös , dass der leitende Domkapellmeister Büchner , schon heute acht oder neun jährige Buben mit in den ersten Chor singen lässt. Für mich ist das eine reine Kinderarbeit!“

    Ja, wenn es um Geld geht, sind die Brüder auf Zack. Außerdem lernen die in ihren Priesterseminaren wohl vor allem Eines: jeden Rest von Achtung vor anderen Menschen zu Gunsten der vollkommenen Identifikation mit der Gruppe, der man fortan angehört aufzugeben.

    Deshalb sind sie auch ständig auf der Jagd nach Gegnern, Sektierern usw.. Hat schon ein wenig von „Stalinismus“. Paranoia aus gutem Grund.

    Man mutmaßt, dass der Charakter der anderen so schlecht ist wie der eigene.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Rudolf

    |

    Für mich schon ein wenig eine große Schande, wenn man nach einigen Jahren keinen vernünftigen Abschlußbericht vorlegen kann. Es werden Missbrauchsfälle vertuscht und vielen Leuten so sehr der Honig um den Mund geschmiert. _E_s wird suggeriert und heute sogar noch mit dem Kaff_Hallenbad geworben. Leute , das Hallenbad soll mit dem neuen Bauvorhaben , es soll im Frühjahr 2014 starten , komplett mit dem ganzen Gebäudekomplex abgerissen werden.In vino veritas

  • Erhard Achstaller

    |

    Die ganze Wahrheit wird nie ans Licht kommen. Ich meine man soll verzeihen aber nicht vergessen können.
    Man soll wieder in die Zukunft schauen und von den Fehler lernen. Die heutigen verantwortlichen von den Regensburger Domspatzen soll man nicht immer kritisieren,sondern ihnen
    beistehen bei ihrer Arbeit für ihre Sänger. Aufarbeitung nicht auf Kosten der heutigen Regensburger- Domspatzen.
    Aufarbeitung ja, aber nicht um jeden Preis. Ich wahr auch in einem Kinderheim und bekam regelmäßig Schläge von den Nonnen,Wer immer nur in der Vergangenheit herum wühlt
    dem bleibt die Zukunft verschlossen.

  • Erhard Achstaller

    |

    http://www.youtube.com/watch?v=UaLdiWwIN0A
    Wir sollten uns wieder an die schönen Lieder von den Domspatzen erfreuen und nicht immer nur das schlechte der Regenburgerz- Domspatzen sehen

  • T - line

    |

    @ Erhard,,
    weiß jetzt nicht was Du wirklich ansprechen willst. In Etterzhausen, der damaligen eigenständigen Stiftung der REgensburger Domspatzen zum Beispiel , wurden damals Buben vergewaltigt und geschändet. Was soll man da denn alles verzeihen, wenn die heutigen Verantwortlichen bis heute nicht richtig darüber sprechen und keinen vorläufigen Abschlußbericht vorlegen.
    Die ganzen Wahrheiten kommen jetzt schön langsam an das Tageslicht , also kannst Dir auch sicher sein, daß man zum Thema Domspatzen und Regensburg noch immer wieder etwas hören wird.

    @ Die heutigen verantwortlichen von den Regensburger Domspatzen soll man nicht immer kritisieren,sondern ihnen
    beistehen bei ihrer Arbeit für ihre Sänger. Aufarbeitung nicht auf Kosten der heutigen Regensburger- Domspatzen.
    Aufarbeitung ja, aber nicht um jeden Preis.

    Erhard, genau das ist das Problem!
    Es geht jetzt nicht um Heinz und Kunz, sondern ,,,
    Die heutigen Verantworlichen gehen mit dem Thema ganz einfach in keinster Weise eben nicht respektvoll damit um.

    Damals wurden bei den Domspatzen wirklich – viele Kinderseelen gequält – Wenn man den Domspatzen und deren Eltern irgendetwas erzählt , dann weiss ich auch nicht mehr weiter.
    Nur ein Beispiel auch von damals:
    Verantwortliche der Institution Domspatzen sagten damals, dass die Etterzhausener Domspatzen ja nicht zu Ihnen nach Regensburg gehören. Bitte sehe Dir mal die heutige Siedlung dort an, denn dort gibt es immer noch eine ganze langgezogene Domspatzenstraße.

    Höre Dir einmal auch diesen Beitrag an, denn dieser ehemalige Domspatz quält sich nach meiner Meinung eben auch bis heute mit seiner Aufarbeitung´!
    cu

    http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/eins-zu-eins-der-talk/josef-eder-taenzer-choreograf-100.html

    http://www.podcast.de/episode/232688532/Choreograph%2BJosef%2BEder%2B-%2B05.12.2013/

  • Georg Auer

    |

    Der missbrauchte Domspatz – eine unendliche Geschichte

    @Erhard Achstaller –
    „Die ganze Wahrheit wird nie ans Licht kommen. Ich meine man soll verzeihen aber nicht vergessen können.“

    ——————–
    Werter Herr Achstaller, Ihr Redebeitrag über die Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen will ich als ein Betroffener Ihnen gerne darauf antworten; so ich der Meinung bin, dass Sie hierbei vieles durcheinander bringen und die Tendenz einer Verharmlosung des sexuellen Missbrauchs von Kindern bei Ihren Ermahnungen hierzu erkennen läßt.
    1. Ein Mensch kann nur etwas verzeihen, wenn vom Täter ein Eingeständnis vorliegt und von diesem auch die Bitte um Verzeihung geäußert wird, verbunden mit einer echten Geste eines angemessenen Aktes der Wiedergutmachung, soweit eine Wiedergutmachung seiner Verbrechen überhaupt noch möglich sein kann. Aber es kann hierbei keine schmerzlose Reue geben, so eine solche sonst diesem grausamen Vergehen an Kindern nicht entsprechen würde. Hierbei kann es keine Light-Reue geben!

    Fakt ist halt mal bei den ehemaligen Missbrauchsfällen bei den Regensburger Domspatzen, dass man die betroffenen Missbrauchsopfer zuletzt mit einem Schreiben (Serienbrief) von der Diözesanleitung als Lügner abtat und somit gar kein sexueller Missbrauch vorliegt (Verweisung der Opfer an einen Nürnberger Rechtsanwalt).

    „Man soll wieder in die Zukunft schauen und von den Fehler lernen. Die heutigen verantwortlichen von den Regensburger Domspatzen soll man nicht immer kritisieren,sondern ihnen
    beistehen bei ihrer Arbeit für ihre Sänger. Aufarbeitung nicht auf Kosten der heutigen Regensburger- Domspatzen. …“
    ……………………………..

    „Man soll wieder in die Zukunft schauen und von den Fehler lernen. Die heutigen verantwortlichen von den Regensburger Domspatzen soll man nicht immer kritisieren,sondern ihnen
    beistehen bei ihrer Arbeit für ihre Sänger. Aufarbeitung nicht auf Kosten der heutigen Regensburger- Domspatzen. …“

    ———————————-
    2. Es ist nicht die Schuld der Missbrauchsopfer, dass die Leitung der Domspatzenschulen immer noch im öffentlichen Fokus stehen, was die Missbrauchsfälle bei den Domspatzen betrifft.
    Diesen Umstand hat die Leitung des Bistums zu verantworten infolge intransparenter Aufklärung hierzu und ihrem immer noch fehlenden (vormals versprochenen) Abschlussbericht hierzu. Die Verantwortlichen wollen die Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen einfach nur tot schweigen, so sie befürchten, das Ansehen der beiden Ratzinger-Brüder könnte darunter leiden. Aber dieser Makel wird solange bleiben, solange keine wirkliche Aufklärung erfolgt und Verantwortliche genannt werden, auch wenn diese schon verstorben sind.
    Wie kann ein ehemaliges Missbrauchdopfer wieder in die Zukunft blicken können, wenn es durch das Schreiben des Bistums noch als Lügner beschimpft wird und es so auch noch retraumatisiert für alle Zukunft im Regen stehen läßt?
    —————————-

    „Ich wahr auch in einem Kinderheim und bekam regelmäßig Schläge von den Nonnen,Wer immer nur in der Vergangenheit herum wühlt
    dem bleibt die Zukunft verschlossen“

    —————————————
    3. Es zeugt schon von großen Leichtsinn -wenn nicht gar von Dimmheit- sexuellen Missbrauch mit ein paar Nonnenschlägen gleichzusetzen, auch wenn solche oftmals nicht von „Schlechten Eltern“ waren.
    Denn schwerer sexueller Missbrauch an Kindern (Sängerknaben) ist ein derartiges Verbrechen an der Würde des Menschen, so dass ein solcher Mensch ein Leben lang daran leidet (Dysthymie = schlechte Seele).
    —————————

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Toni

    |

    @ Servus Georg Auer,

    vielen Dank für diese ausführlichen Zeilen, aber die Herrschaften vom Bistum Regensburg wollen genau das überhaupt nicht hören.
    Es wird vertucht und vertuscht. Themen werden in die Länge gezogen bis eben das Gras darüber gewachsen ist!

  • T.

    |

    @ Toni,

    doch , die wollen das schon hören, die Verantwortlichen dieser röm. kath. Kirche treffen aber nach meiner Meinung nicht zu gewissen Themen auch die richtigen Entscheidungen.

    Gerüchte sind nicht gleich Gerüchte,,

    Eben wenn ein Pfarrer mit einem Jungen gleich Kuscheln möchte, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.

    Geistlicher soll Paedophil sein

    http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.er-verfolgt-mich-mit-seinem-hass-harter-vorwurf-geistlicher-soll-paedophil-sein.160a6fa0-5db0-4a6b-b76c-6005df2e5570.html

  • Eduard

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    Sehr geehrte Damen und Herren von der Diözese Regegensburg,,
    wo bleibt endlich der vorläufige Abschlussbericht von ‚Missbrauch und Gewalt ??

  • Veronika

    |

    Diese Röm.-Kath. Kirche wird sich, man sehe die Ende Februar anberaumte Ernennung des früheren Regensburger Bischofs zum Kardinal, nicht mehr ändern. Diese Papst Franziskus ist die Marionette der vorherigen Papstes, wie der ganze Vatikan mittlerweile als Marionetten-Theater der hier geldreichsten Dt. Kath. Kirche erscheint. Da wird sich nichts ändern, ausser der EU-Nachbarstaat Tschechien beachtet alle diese seit 2010 in Sachen Missbrauchfälle bekannt gewordenen Dinge, vor allem auch die Unverschämtheit des Vertuschens, und weiss dies zu werten. Mit einer solchen RKK in Verhandlungen über die Restitution von Kirchenvermögen einzutreten, könnte ein Zerfallen des tschechischen Staatsgebiets bedeuten, den die Verantwortlichen dieser RKK interessieren nicht die Missbrauchsopfer deren eigenen Priester und Angestellten. Warum sollte diese RKK die Integrität des Tschechischen Staatswesens interessieren?
    ——————————-
    Hier aber scheint in Kürze Hoffnung zu kommen, denn mit dieser hier sichtbaren RKK wird die Tschechische Republik wohl kaum in (umfangreichere) Restitutionsverhandlungen eintreten. Keine Mitte-Links-Regierung unter Sobotka, und schon gar nicht mit einem künftigen EU-Abgeordneten und frühren tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Klaus.

  • Veronika

    |

    und auch dieser neue Regensburger Bischof Voderholzer, seines Zeichen Mitglied der meiner Meinung nach doch leicht revanchistisch anmutenden „Sudetendeutschen Landsmannschaft“ scheint mit seinen bislang fehlenden versöhnlichen Worten gegenüber der Tschechischen Republik den Weg einer Restitution versperrt zu haben. Gebt diesen Leuten den kleinen Finger, und sich nehmen euch beide Hände.
    Vielleicht schon ein Zeichen, dass die als „bayerisch-tschechisch“ bezeichnete Wallfahrt zum Katholikentag gerade einmal zum deutschen Grenzlandwallfahrtsort Neunkirchen b. Hl. Blut, nicht aber in die Tschechische Republik erfolgt.

  • Veronika

    |

    Wie ich vor wenigen Tagen gehört habe, machte der Regensburger Bischof V. explizit sogar in Mitterteich noch einmal Werbung für den Katholikentag.
    Soll wohl ein Zeichen für den Vatikan und die restliche Welt ergeben, ob die Leute dort im Geburtsort von Schrems wirklich so dumm sind, und weiterhin dieser fragwürdigen Diözese folgen.
    Sicher verdient Mitterteich mit den Behindertenwerkstätten der Kath. Jugendfürsorge nicht schlecht, auch wenn hier die längst von der UN geforderte Inklusion mit Füssen getreten wird. Man halte Behinderte weiterhin unselbständig, damit man mit diesen weiter verdienen kann.

  • blauäugig

    |

    @Veronika: Müssen Sie dieses Thema wirklich mit allem möglichen zuspammen, was im Entferntesten mit der kath. Kirche zu tun hat? Sie verdrängen damit das sehr ernste Thema Mißbrauch bei den Domspatzen aus dem Fokus.

  • Veronika

    |

    @blauäugig: Entschuldigen Sie bitte, wenn Ihnen dies so erscheint. Faktum ist aber auch, dass diese Missbrauchsfälle in der Oberpfalz sich auch dafür genutzt worden sind, bestimmte politische Konstellationen zu schaffen, die wiederum bestimmten Leuten für deren künftige Zwecke dienlich sein sollten. Wären die Missbrauchsfälle um Zeitler, Schrems und Zimmermann schon in den 1960ern korrekt aufgeklärt worden, hätte niemand aus/ in der Oberpfalz mehr politisch oder gar kirchlich Karriere gemacht ausser die, welche aktiv die Aufklärung betrieben hätten. Also haben viele geschwiegen, um politisch wie auch kirchlich Karriere machen zu können. Gerade eine kirchliche Karriere dürfte aufgrund der bekannten Rückwärtsgewandtheit dieses Karrieristen bestimmten Gruppen sehr dienlich gewesen sein, zu einem späteren Zeitpunkt politische Folgen bewirken zu können.
    Zu kryptisch? Dann einfach mal darüber sinieren, wie hier ganz offenkundig seit dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ gegen die Tschechische Republik gehandelt wurde. Dies von politisch ambitionierten Leuten die .. Gott sein Dank, sonst hätte man es nicht so einfach erkennen können – keine Hehl daraus machten, dem erzkonservativen Lager der RKK anzugehören. Genau diese Leute wussten aber auch frühzeitig um die Missbrauchsfälle in der RKK in Bayern und helfen bis zum heutigen Tage mit, diese zu vertuschen.

  • Veronika

    |

    Vielleicht noch ganz kurz: Die Missbrauchsfälle in der RKK bayerischer Provenienz werden so lange nicht aufgeklärt, so lange nicht der gesamte Augiasstall ausgemistet ist. Da sind zu viele Personen – sowohl politisch als auch kirchlich – die mit einer Aufklärung deren persönliche Existenz und – soweit nicht kirchlich tätig – die Existenz deren gesamten Nachkommen verlieren könnten. Der Fall „Mollath“ oder auch die Kleinigkeit des „Putzmeister-Götz-Plagiats“ zeigen ,wie hier bei relativ geringen Dingen „gemauert“ wurde und wird. Bei den Missbrauchfällen aber geht es – der frühere Bischof GLM hätte sonst nicht gegen RDigital und der Verwendung des Begriffs „Schweigegeld“ geklagt – um eben diese Dinge, wie die RKK möglicherweise höchst fragwürdig mit Geld und letztlich psychischem Druck Leute gefügig macht/ machen will. Hat für mich eine ziemliche Nähe zum Begriff „Psychosekte“. Diese hat sich aber in diesem Staatswesen höchst effektiv eingenistet und strebt danach deren Einfluss zu erhalten.

  • Angelika Oetken

    |

    @blauäugig:

    ich stimme @Veronika zu.

    Wer sexuellen Missbrauch aufklären und vor allem ahnden will, kommt um das Thema „Begleit- und Beschaffungskriminalität“ nicht herum.

    Das gilt ganz besonders wenn es um seriellen Missbrauch innerhalb von Institutionen geht.

    Bei diesen Systemen gibt es viele Profiteure. Darum reicht es nicht auf Einzelfälle bzw. auf die Straftaten an sich zu gucken, sondern immer auch darauf, durch welche Unterlassungen und Begünstigungen sie erst möglich wurden.

    So hart es klingt: aber nicht zuletzt wegen der Verjährungsfristen, der erst Mitte letzten Jahres verändert wurden ist es sinnvoller, begleitende Wirtschaftskriminalität zu verfolgen, als die Sexualstraftaten an sich.

    Hintergrund: hat man erstmal ein paar Figuren aus dem kriminellen Netzwerk isoliert und konfrontiert sie mit ihren Machenschaften, fangen viele Involvierte schon aus Sorge auch geoutet zu werden an zu zwitschern. Und irgendwann sind wir dann wieder beim Thema „sexueller Missbrauch“.

    So wird es auch bei den Domspatzen sein. Wenn wir gucken, wer da wem was wofür in die Tasche gesteckt hat – und steckt – , dann wird auch rauskommen, wer zu den Kindesmissbrauchern und Mitwissern gehört.

    Wer Kinder missbraucht bzw., solche Verbrechen deckt, hat auch in anderen Bereichen wenig Hemmungen Grenzen zu überschreiten. Und dazu gehören auch Gesetze.

    Und mögen diese Personen auch noch so lieb lächeln….

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Veronika

    |

    @Angelika Oetken:

    Danke Frau Oetken! Sie können es doch besser auf den Punkt bringen wie ich!
    Nehmen wir hier z. B. einmal den netten „Weltbild-Konzern“, oder auch das ominöse spanische „Blitz und Blank-Doktorat“ des Putzmeisters. Über solche Firmen(beteiligungen) kann man schnell zig Millionen Euro locker machen und könnte – wenn noch mehr Beteiligungen an Firmen bestehen, also Geldmittel vorhanden sind die man der RKK nicht zurechnet – man sogar Umstürze in Staaten herbeiführen. Die RKK (in Deutschland) hat meiner Meinung nach hunderte Mrd. Euro gebunkert wo diese (noch) nicht vermutet werden. Neben dem Einfluss auf die Politik stellen solche „geheimen Gelder“ für mich jedenfalls eine Gefahr für dieses – und da die RKK immer noch unbedingt einen Gottesbezug in einer künftigen EU-Verfassung will – für alle weiteren EU-Staaten dar. Man sollte sich – wie Frau Oetken erwähnte – nicht vom lieben Lächeln, von einem Colarkragen, einem dunkelroten Zingulum oder einem weissen Anzug/ einem weissen Habit täuschen lassen. Regelmässige Lektüre auch von kath.net – der immer noch Lieblingsveröffentlichung von Benedikt XVI. und autorisierten Veröffentlichungen von Papst Franz – können das Kalkül aufzeigen, mit welchem die RKK hier agiert. Nur kann man eben dank Internet über andere Veröffentlichungen wieder erfahren, warum kath.net plötzlich wieder einmal gegen bestimmte Parteien, Politiker ist, welche noch vor Jahren „gut genug“ waren, der RKK Mrd. Euro zusätzlich in die Kassen spülen zu lassen. Wie die Kirche(n) „Wohl und Wehe“ verschiedenster Richtungen nutzen um selbst voranzukommen, so sollten endlich auch einmal die BürgerInnen das Vorhandensein verschiedener Weltanschauungsmodelle – und deren unverkennbare Konkurrenz – nutzen, um für sich und das Staatswesen selbst das Beste zu bewirken. Warum wohl kleben manche PolitikerInnen so eng mit der RKK zusammen? Weil die wissen, dass mit dem Abgang der RKK auch sie (und deren Sippschaften) von der relevanten Bildfläche verschwinden werden. Aber so funktioniert nun einmal ein demokratisches System, wenn man sich der Gehirnwäsche vor allem durch die RKK – Beten, Beichten, Buße tun – entzieht.

  • Angelika Oetken

    |

    @Veronika: und Sie bereichern die Diskussion um wertvolle Hintergrundinformationen :)

    Die Grundfrage ist: was nützt die RKK als semipolitische Organisation Deutschland und Europa? Wozu ist sie eigentlich gut? Wie jede andere, staatlich protektorierte Institution muss sie unter diesen Gesichtspunkten beurteilt werden.

    Welches sind eigentlich die Ziele der RKK? Im Großen wie im Kleinen?

    Meine Mutmaßung (leicht überspitzt):

    Männern mit einer gestörten Mutterbeziehung und Schwierigkeiten mit der eigenen Sexualität einen geschützten Arbeitsplatz bieten, an dem sie ihren ganz eigenen Interessen nachgehen können?

    Interessen:
    – unverbindliche sexuelle Beziehungen unterhalten können? – sich mit verschwurbelten, für den Alltag belanglosen philosophischen Fragen auseinandersetzen?
    – leuchtend bunte Gewänder und albernen Kopfputz tragen?
    – Räuchergefässe hin- und herschwenken?
    – vor zwangsrekrutiertem Publikum noch schlechter singen dürfen als Orgel spielen?
    – sich von fettleibigen, verschwitzten Machthabern und ihren bulimischen Ehefrauen die Hände küssen lassen?

    Ja – leider- mancher von diesen Stellvertretern Gottes benutzt seine Position auch, um ihm ausgelieferte Kinder und Jugendliche zu missbrauchen.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Veronika

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte keine Unterstellungen und
    Verschwörungstheorien.

  • Angelika Oetken

    |

    @Ehemaliger Domspatz:

    „Wer Ideale propagiert, hat das auch nötig“.

    Oder „außen hui, innen pfui“.

    Wie sehr das zutrifft, dafür hier zwei Beispiele.

    a) Jesuitenorden:

    http://www.spiegel.tv/filme/magazin-23022014/

    http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_lifestyle/article124690270/Mit-Gott-verheiratet.html

    b) CVJM:

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/remscheid/vater-des-opfers-der-cvjm-gleicht-einer-sekte-aid-1.4054047

    Wenn ich mir das so vor Augen halte, bin ich immer froh, dass niemand von mir erwartet, dass ich meiner Umgebung so einen pseudomoralischen Schwachsinn vorkaspern muss.

    Und ich muss leider sagen: es gibt innerhalb der kirchlichen Verantwortungsträger offenbar hoffnungslose Fälle. Manchmal muss ich wirklich annehmen, dass die selbst glauben, was sie in der Öffentlichkeit verlautbaren.

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, eine von 9 Millionen Erwachsenen in Deutschland, die in Kindheit und/oder Jugend Opfer schweren sexuellen Missbrauchs wurden

  • Veronika

    |

    @Ehemaliger Domspatz:

    Danke, aber da wird auch kein Abschlußbericht kommen können. Der Grund dafür liegt in dem Ort, in dem ich einen Bekannten habe, und in dem so scheint es noch hunderte Missbrauchsfälle eines früheren Diözesan-Kirchenmusikdirektors Zimmermann ungeklärt sind.
    Aus dem Ort stammte auch ein dreifacher bayerischer Staatsminister der CSU, August R. Lang, was das Verschweigen vielleicht noch besser erklären kann.
    —————–
    Jetzt wird erst mal versucht TvE reinzuwaschen, denn irgendjemand muss ja auf den Metropolitenthron zu Köln. Da darf natürlich nur jemand hin, der von Opus Dei „genehmigt“ wurde.

  • Angelika Oetken

    |

    „Aus dem Ort stammte auch ein dreifacher bayerischer Staatsminister der CSU, August R. Lang, was das Verschweigen vielleicht noch besser erklären kann.“

    Und das ist beileibe nicht der Einzige, der sich weiß Gott was schmutzig gemacht hat.

    Es ist eh nur eine Frage der Zeit, bis das in die Medien kommt.

    Und ich wette: Diejenigen im CSU-Parteikader, die am Ende ihrer Karriere stehen und genau wissen, was Sache ist, hätten kaum Skrupel, den nachfolgenden Parteimitgliedern aus späteren Generationen die Brocken zu hinterlassen.

    So wie bei den Grünen. Die Älteren haben nix von nie nicht was gewusst und die Jüngeren können sich das alles gar nicht vorstellen. Bis sie eines Besseren belehrt werden. Und da geraten sie dann ins Stauen. Die Oldies haben sich dann aber schon auf irgendwelche Ex-Politnik-Posten zurückgezogen. Und überlassen es den Youngsters die Sache auszubaden. Löbliche Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Ob jemand die CSU-NachwuchspolitikerInnen warnt? Ich an deren Stelle würde mir solch ein Verhalten von den Altvorderen nicht bieten lassen wollen.

    Die CSU hat doch ganz vernünftige Leute. Guckst du hier:
    http://dbtg.tv/fvid/3143826

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Veronika

    |

    @Angelika Oetken:
    Danke für die Info! Nun ja, denke auch, dass dies noch von denen zu klären ist, die über Jahrzehnte davon profitiert haben.
    ——–
    Höchst interessant ein aktueller ZEIT-Artikel von den Neuerungen im Vatikan:
    http://www.zeit.de/2014/11/vatikan-finanzen-papst-franziskus

    Es gibt jetzt ein Wirtschaftsstaatssekretariat, geleitet von dem australischen Kardinal, der sich Missbrauchsopfern gegenüber mehr als beschämend verhalten hatte.
    Schön, dass mich dieser Papst nicht enttäuscht, oder gar positiv überrascht. Hätte dieser sonst Gänswein und Müller belassen?

  • Veronika

    |

    EKommentar gelöscht. Bitte keine Verschwörungstheorien.

  • Achstaller Erhard

    |

    Ich wurde als Missbrauchsopfer von Seitens der Kirche anerkannt,zuerst wollten sie mir nur 2500 Euro bezahlen doch dann habe ich ihnen geschrieben ob sie mich verarschen wollen mit so einem kleinen Betrag. Später dann bekamm ich noch mals 2500 Euro. Liebe ehemalige Domspatzen ihr könnt auch einen Antrag auf Opferentschädigung stellen beim
    Zentrum Familie und Soziales in Bayreuth. Es dauert zwar sehr lange bis man zu seinem Recht kommt. Der erste Antrag wurde abgeleht, doch ich habe Widerspruch eingelehnt und habe das ganze meiner Rechtsanwältin übergeben, Auch habe ich mich an den Petitionsausschuss vom Bayerischen Landtag gewendet wegen der Absage vom ZBFS
    Bayreuth. Jetzt warte ich auf ein neues Ergebniss von Bayreuth. Liebe Ehemalige Domspatzen habt ihr aiuch schon einen Antrag vom Heimfo gestellt ,denn der läuft bald aus. Ihr bekommt 3000 Euro sofort und die den Rest von den 10.000 in Sachleistungen.
    Wer fragen hat soll mich anrufen082365422 oder Handy017639344033
    Es ist nicht viel Geld was die uns bezahlen für unser Leid,doch vielleicht hilft es einem anderen weiter. Was ihr machen solltet ist ein Antrag auf Opferenschädigung zu machen.
    Am besten ihr informiert euch im Interent unter Opferentschädigung.
    Wünsche euch allen noch ein gutes Jahr 2015 und last euch nicht unterkriegen

  • Achstaller Erhard

    |

    http://www.augsburger-allgemeine.de/community/profile/achstaller_erhard/Sind-die-Regensburger-Domspatzen-hoch-gezuechtete-Saengerknaben-id24617121.html.
    Heute bekam ich einen Anruf voneinem Ehemaligen Regensburger Domspatz, und er erzählte mir von seiner Zeit im Internat. Er berichtete mir auch das der Bruder von
    Papst Benedikt auch keine Mann mit Worten wahr, sondern das er ein Chorleriker war
    und sich nicht scheute Prügel auszuteilen. Viele Domspatzen trauen sich heute noch nicht über diesen Mann zu berichten ,das sie heute noch Angst haben als Netzbeschmutzer von Seitens der Kirche dargestellt zu werden. Ein Bruder von einem Papst ist unbefleckt,und das es so bleibt dafür sorgt schon die Kirche .
    Am jüngsten Tag wirds offenbar,ob der Bruder vom Papst Benedikt ein Schläger war. Auch Bischof Mixa hat es nie zugegeben das er ein Schläger war ,doch die Wahrheit kam
    dann doch heraus und er musste seinen Bischofstuhl von Augsburg räumen. Wo Menschen sind werden Fehler gemacht,und da sollte sich die Kirche nicht heraus nehmen. Nicht nur bei den Regensburger Domspatzen wurden fehler gemacht,sondern in den meisten kirchlichen Eirichtungen. Was Mea culpa heißt, darf für die Kirche kein Fremdwort sein

  • Angelika Oetken

    |

    „Am jüngsten Tag wirds offenbar,ob der Bruder vom Papst Benedikt ein Schläger war.“

    @Achstaller Erich,

    spätestens dann wird herauskommen, worin er ALLES verwickelt war ;-)

    Teil-geständig war er allerdings schon 2010
    http://www.fr-online.de/missbrauch/ratzinger-verurteilt-pruegel-papst-bruder-schlug-zu,1477336,2817488.html

    Man sollte auch nicht vergessen, dass Gewalt gegen Schwächere ein Zeichen von Überforderung ist. Emotionaler, intellektueller oder auch sexueller. „Schlagen“ und sexuelle Erregung haben gewisse Ähnlichkeiten, was deren Wirkung auf den Körper und die Seele angeht. „Abreagieren“ heißt es ja so schön.

    Je mehr Menschen darüber berichten, was ihnen geschehen ist, desto näher kommen wir den Realitäten. Hinter dem schönen Schein.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Esther

    |

    Auch mein Sohn war in Regensburg bzw. Pielenhofen. Total abgemagert und in sich gekehrt haben wir ihn damals wieder nach Hause geholt. Bis heute verdrängt er alles. Ich hoffe, er kann sich eines Tages öffnen und die Angelegenheit bearbeiten. Ich bin überzeugt, daß des vielen „Mitschülern“ auch so geht. Die Seele schüzt sich, weil der Mensch das Schreckliche nicht ertragen kann.

  • Klaus Funk

    |

    Papst Benedikt,sah den tiefen sumpf und weinte fürchterlich,er beschloss es nicht Würdig zu sein Petrus Nachfolger sein zu dürfen.Ich hoffe es gibt dich Gott dann werden alle die unter deinen Mantel und Kreuz sich verstecken von dir persönlich in die Pflicht genommen.Nur wer an Dich wirklich glaubt ist zu solchen Taten ,nicht fähig.Amen

  • Angelika Oetken

    |

    „Nur wer an Dich wirklich glaubt ist zu solchen Taten ,nicht fähig.“

    @Klaus Funk,

    Holla!

    Ich glaube nicht an Überirdisches jeglicher Coleur. Und bin definitiv nicht dazu fähig, andere sexuell auszubeuten oder in welcher Form auch immer zu foltern.
    Obwohl versucht wurde, Täterintrojekte in mich hineinzupflanzen.

    Dass ich dem widerstehen konnte, beruht nicht auf die Wirkung irgendwelchen „Glaubens“, sondern darauf, dass es neben etlichen schlechten, auch viele gute Vorbilder für mich in meiner Kindheit gab. Und einer gewissen Disziplin, dazu noch einer gehörigen Portion Glück. Da geht es mir wie vielen Opfern von Misshandlung, welcher Art auch immer sie gewesen ist.

    Vom Opfer zum Täter zu werden ist immer eine aktive Entscheidung. Die einzige Ausnahme bilden nicht zurechnungsfähige Geisteskranke.

    Was Herrn Ratzinger und seine Kollegen angeht: nur die besten und überzeugendsten Schauspieler schaffen es in der definitiv ältesten Firma der Welt ganz nach oben.

    Wir werden noch von ihm hören. Und von seinem Nachfolger auch ;-)

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Achstaller Erhard

    |

    Als Missbrauchsopfer must du vors Gericht gehen wenn du eine Opferentschädigung haben möchtest,doch der Leidensweg wird hart sein. Ich war schon bei zwei
    Gutachter, Einmal in Sonthofen für das BFZ Bayreuth und im Oktober dieses Jahr in Nürnberg für das Sozialgericht von Augsburg. Wann meine Gerichtsverhandlung sein wird,kann sehr lange dauern. Ich habe mich an den weißen Ring von Augsburg gewand ,der mir eine Rechtsanwältin empfohlen hatte. Wenn du keinen guten Gutachter hast,so sind deine Aussichten vor dem Sozialgericht sehr schlecht,denn das Gericht folgt meistens den Gutachter.Ich würde mich freuen wenn eine dieser Missbrauchsopfer mir schreiben würden ,ob sie auch schon einmal einen Antrag auf Opferentschädigung gemacht haben,und wie in ihrem Fall entschieden wurde,seitens vom BFZ oder vom Gericht. Wie es in meinem Fall weiter geht werde ich euch schreiben. Ich kann nur hoffen das ich nächstes Jahr im Januar einen Thermin vom Sozialgericht bekommen würde. Auch für Missbrauchsopfer heißt es, wer nicht kämpft.der hat schon verloren.
    Fürdie Kirche und den Staat sind wir Missbrachsopfer nur Bittsteller auf eine Opferentschädigung, da zählt Menschenwürde überhaupt nichts. und das sollten wir uns nicht gefallen lassen.

  • Achstaller Erhard

    |

    Tief in dir
    Prügel in den Kinderjahren
    hinderliesen manch Plessur,
    Striemen,Krtzer blaue Flecken
    waren Male der Tortur

    Eine Zeitlang später meistens
    waren sie nicht mehr zu sehn
    nur die Seele trug sie weiter
    doch wer sollte das verstehn?

    Auch noch nach vielen Jahren nachher,
    wenn die Wunden lang sind fort,
    trägt der Mensch sie leider weiter,
    an nem ganz geheimen Ort

  • menschenskind

    |

    Unglaublich wie lang unser unseliger bayerischer Papst Benedikt XVI. bereits mit Missbrauchsfällen konfrontiert war und wie wenig er, obwohl er darüber Bescheid wusste und über weitgehende Vollmachten verfügte, dagegen unternommen hat.

    Wiki:
    Umgang mit Missbrauchsfällen
    Der erste dokumentierte Fall, bei dem Papst Benedikt XVI. mit dem Problem des sexuellen Missbrauchs in der römisch-katholischen Kirche konfrontiert wurde, war die Versetzung Hullermanns vom Bistum Essen ins Erzbistum München und Freising im Jahre 1980.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sexueller_Missbrauch_in_der_r%C3%B6misch-katholischen_Kirche#Pontifikat_Benedikts_XVI.

    Dieser wiki-Artikel wurde ganz eindeutig von Verteidigern und Mitläufern Ratzingers geschrieben, dennoch erschlägt er einen schier durch die Masse der Fälle weltweit.
    Hier der Abschnitt zum Erzbistum Regensburg:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sexueller_Missbrauch_in_der_r%C3%B6misch-katholischen_Kirche#Bistum_Regensburg

    Zitat wiki:
    Nach einem Mitte März 2011 von Generalvikar Michael Fuchs vorgestellten Zwischenbericht wurden im Bistum Regensburg seit 1945 insgesamt zehn Geistliche wegen sexueller Straftaten an 78 Opfern verurteilt. Ein Täter habe sich an allein 36 Opfern vergangen, ein weiterer an 12. Für diese Untersuchung wurden 2.300 Personalakten von Geistlichen, Diakonen, Pastoralreferenten und Religionslehrern der vergangenen 65 Jahre gesichtet. Anders als zum Beispiel die Diözese München-Freising, wo auch nicht gerichtskundige Fälle auffällig gewordener Personen bilanziert wurden, wurden in Regensburg nur verurteilte Straftäter in die Statistik aufgenommen. Medienberichten zufolge habe Generalvikar Fuchs das tatsächliche Ausmaß der Vorfälle systematisch verschleiert, da sein Bericht auf Aktenvernichtung in außergewöhnlich großem Umfang und tendenziöser Auswahl basiere. Zitat Ende.

    Die angegebenen Zahlen sind also nach unten korrigiert worden und geben nicht das volle Ausmaß der Missbrauchsfälle wieder. Wir wissen ja, dass in Bayern niemand so dreist lügt wie die Kath. Kirche und der CSU-Staat, bzw. deren zahlreiche Abhängige.

    Bisher gilt Kriegspapst Pius XII. als „der Papst, der geschwiegen hat“. Irgendwann, wird auch Ratzinger diese zweifelhafte posthume Ehrung zufallen müssen. Denn wer seit 35 Jahren von so einem unglaublichen Missstand wusste, derartige Vollmachten besaß (auch schon lange vor seinem Pontifikat), der muss geschwiegen haben. Sonst nämlich wären in diesem vergangenen Dritteljahrhundert nicht so viele neue Übergriffe und Missbrauchsfälle geschehen.

    Ratzingers Rücktritt war gewiss dessen begrüßenswerteste Amtshandlung.

  • Der Exzess-Täter und seine (Ex-)Freunde » Regensburg Digital

    |

    […] Wochen später in der Reichsstraße einen Neubau eröffnen sollte. Am selben Tag wie Meier wurde der serielle Missbrauchstäter und Priester Friedrich Zeitler als Religionslehrer und Präfekt am Domgymnasium eingestellt. Der Schematismus von 1955 zeigt die […]

  • Angelika Oetken

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    @Achstaller Erhard,

    zum Opferentschädigungsrecht: das größte Problem ist, dass das ganze Prozedere die besonderen Belange von Opfern sexueller oder sexualisierter Übergriffe nur sehr unzureichend berücksichtigt. Bis dahin, dass der Ablauf Betroffenen weiteren Schaden zufügt. Dies ist einfach eine kulturelle Konsequenz. Denn das Umdenken in Bezug auf die Unrechtmäßigkeit von Missbrauch bekam ja erst vor ein paar Jahren durch die Missbrauchsdebatte wieder neuen Schub. Vorher galt er Vielen noch als „persönliches Pech“, bzw. ein Zeichen von „Frühreife“ bei den Geschädigten. Einige Länderverantwortliche haben das bereits erkannt und ihre Mitarbeiter gebeten, soweit möglich auf Glaubhaftigkeitsgutachten zu verzichten. Sich spezialisierte Beratung zu holen, so wie Sie das ja getan haben, entweder durch einen Anwalt, der sich mit dem OEG auskennt oder durch einen Verband (VDK o.ä.) ist sehr sinnvoll. Man kann als Laie in dem Verfahren sehr viele Fehler machen, weil es total undurchsichtig ist.

    Sowieso ist seit Langem geplant, das Soziale Entschädigungsrecht von Grund auf zu überarbeiten. Eigentlich sollte das diese Legislaturperiode noch passiert sein. Aber es liegt von Seiten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales noch nicht mal ein Referentenentwurf vor. Heißt: die nächste Regierung wird die Sache vermutlich wieder aufgreifen. Aber bis die was vorzuweisen hat, was in die entsprechenden Gremien zur Beratung kommt und schließlich verabschiedet wird, kann es locker 2019 bzw. 2021 werden. Und selbst wenn das Neue Soziale Entschädigungsrecht dann verabschiedet sein sollte, wird es 2025 werden, bevor die praktische Umsetzung auf die Länderebene abgeschlossen ist. Wenn überhaupt. Denn schon jetzt ziehen sich die Verfahren ja endlos hin.

    Ich wünsche Ihnen alles Gute für Ihre weitere Auseinandersetzung mit den Behörden.

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Achstaller Erhard

    |

    Liebe Frau Angelika Oetken vielen dank für ihren Ratschlag zu meinem Artikel. Doch was die Behörden anbelangt so möchten sie die Anträge auf Opferentschädigung aussitzen, bis das Missbrauchsopfer gestorben ist und so mit hat sich das Thema von selbst gelöst . Der Staat oder die Behörden können das aussitzen ,aber nicht die Missbrauchsopfer.

  • Bis zu 700 Gewaltopfer bei den Domspatzen » Regensburg Digital

    |

    […] Ich bin unabhängig und ich sag, was ich will. Ohne es explizit auszusprechen, ist das die Botschaft die Ulrich Weber sowohl an die Verantwortlichen im Bistum als auch an die Betroffenen von Gewalt und Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen sendet. Am Freitagvormittag hat der als Aufklärer eingesetzte Rechtsanwalt nach acht Monaten Recherche seinen ersten Zwischenbericht vorgelegt. Und es sind nicht nur die nackten Zahlen, die erneut ein beschämendes Licht auf das Verhalten des Bistums werfen. Weber legt auch klar: Die gewalttätigen und sexuellen Übergriffe waren intern bekannt, ohne dass daraus Konsequenzen gezogen worden wären. Es fällt der Name Georg Ratzinger, aber auch – auf Nachfrage – jener der Domspatzen-Ikone Theobald Schrems. […]

  • Angelika Oetken

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    Das was Kindern und Jugendlichen in den Einrichtungen der Domspatzen angetan wurde entspricht dem, was als „Folter“ definiert wird

    „Folter (auch Marter oder Tortur) ist das gezielte Zufügen von psychischem oder physischem Leid (Gewalt, Qualen, Schmerz, Angst, massive Erniedrigung) an Menschen durch andere Menschen. Die Folter wird meist als ein Mittel zu einem bestimmten Zweck eingesetzt, beispielsweise um eine Aussage, ein Geständnis, einen Widerruf oder eine Information zu erhalten oder um den Willen und den Widerstand des Folteropfers (dauerhaft) zu brechen.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Folter

  • Die Aufklärer und die Verhinderer » Regensburg Digital

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    […] Es sind einerseits die Täter, die den Schaden an der „Institution“ Domspatzen zu verantworten haben. Das wusste die Regensburger Staatsanwaltschaft bereits 1959, als sie den ehemaligen Internatsleiter und seriellen Missbrauchstäter Friedrich Zeitler anklagte. Zeitler habe „eine Anstalt von Weltruf aufs schwerste geschädigt“ und „das hohe Ideal des Pri… […]

  • „Terror in Regensburger Heimen“ » Regensburg Digital

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    […] Dies ist deshalb bemerkenswert, da etwa die Berichte über die Verurteilung des Domspatzendirektors Friedrich Zeitler wegen sexuellen Missbrauchs nur elf Jahre und die von Georg Zimmermann gerade einmal zwei Jahre […]

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