SOZIALES SCHAUFENSTER

Reaktion in Regensburg auf den Bombenanschlag in Ankara

Fassungslos, traurig, wütend und zornig

[soliloquy id=“47440″]

Anlässlich des Anschlags auf eine Friedensdemonstration in Ankara halte der IKS (Internationaler Kultur-und Solidaritätsverein) am Sonntag spontan zu eine Kundgebung am Neupfarrplatz aufgerufen. Trotz des kurzfristigen Aufrufs kamen annähernd 200 Menschen. 

In dem Redebeiträgen wurden Wut und Trauer zum Ausdruck gebracht. Zugleich wurde die politische Situation in der Türkei dargestelt und die AKP-Regierung vehement kritisiert. Mit eine lautstarken Spontandemonstration durch die Regensburger Innenstadt wurden die Passant_innen des verkaufsoffenen Sonntags über die Hintergründe des „Staatsterrors“ in die Türkei informiert.

Bei dem Anschlag am Samstag wurden offiziellen Angaben zufolge mindestens 97 Menschen getötet, die „Partei der Völker“, HDP, spricht von 128 Toten. 

In einem Redebeitrag machte der IKS die türkische Staatsführung direkt verantwortlich für „dieses menschenverachtende Massaker“. 

„Am Freitag versammelten sich in Rize am Schwarzen Meer, wo Staatspräsident Recep Tayyip Edogan ursprünglich herstammt, rund 4000 Menschen zu einer Kundgebung für Erdogan. Organisator und Redner war ein anderer Sohn der Stadt: Sedat Peker, ein vorbestrafter Mafiapate und extremer Nationalist, der sich nach seiner Haftentlassung mit der regierenden Partei der AKP arrangiert hat. Peker rief dazu auf, bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 1. November die AKP zu wählen. Und er sagte: ‚Wenn Polizei und Armee müde werden sollten, dann werden wir auf die Straße gehen. Dann wird in Strömen Blut fließen.‘ Keine 24 Stunden später explodieren auf der Kundgebung für „Frieden, Arbeit und Demokratie“ zwei Bomben. Augerufen hatte ein breites linkes Bündnis. Und in Ankara floss Blut in Strömen.“

Unmittelbar nach dem Anschlag habe die Regierung Medien an der Berichterstattung über den Anschlag gehindert. Auch Twitter sei in der Türkei während dieser Zeit nur über Umwege erreichbar gewesen. 

„Auffällig ist auch, dass sich dieser Anschlag kurz nach der Ankündigung der PKK, Angriffe auf den Staat  vor der Wahl auszusetzen, unter dem Vorbehalt, dass keine Angriffe gegen die kurdische Bewegung, das Volk und Guerillakräfte ausgeführt werden, ereignet hat.“

Für die AKP und Staatspräsident Erdogan sei offenbar jedes Mittel legitim, um die eigene Macht für die Zukunft zu sichern.

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Kommentare (7)

  • Tobias

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    Auch wenn ich mir sicher bin, dass ich dafür verbal verdroschen werde, aber… Was interessiert mich das? Ich labe in Deutschland, und ich möchte nicht über alles und jeden – vor allem „lautstark“ am (verkaufsoffenen) „Sonntag“ in einer bayerischen Innnenstadt auf der Welt informiert werden. Das ist eine Sache, die einem normalen deutschen Bürger nichts angeht. Tut mir leid (oder auch nicht), aber diese Carebear-Geschichten, wo irgendwelche Leute in einem ganz anderem Land, die damit nichts zu tun haben und auch so gar nichts dran ändern konnen, dass diese Gruppen sich die Köppe einschlagen, Kerzen anzünden und „Wut und Trauer zum Ausdruck bringen“ passt so ganz zu dem Phänomen des „Klicktivismus“. Hier ein Like unter einem UNICEF-Beitrag, aber spenden? Nee.

    Sorry, mir fehlt die Sinnhaftigkeit. Wenn ich ständig erfahre, wo wieder Ungerechtigkeit passiert ist wäre ich bei unserer Welt in zehn Minuten depressiv.

  • Mr. T

    |

    So was braucht einen natürlich nicht interessieren. Man kanns ja auch erwarten bis die Konflikte bei uns aufschlagen. Dauert mittlerweile auch gar nicht mehr so lange wie früher – sieht man ja an Syrien.

  • Mr. No

    |

    @Mr. T
    Nix verstanden? Spenden soll ma. Dann passt scho und beruhigt.

  • Student

    |

    @Tobias

    Das ist ja eine interessante These, die sie da anstellen: „normale deutsche Bürger“ gehe das nichts an. Sie sollten damit also weder behelligt werden, noch sich damit befassen.

    Was geht denn Ihrer Ansicht nach „normale deutsche Bürger“ etwas an? Und was nicht? Dürfen sich Deutsche mit bestimmten Themen nicht auseinandersetzen? Oder ist Ihnen das nicht zuzumuten, über ihren Tellerrand zu kucken und sich für Ereignisse im Ausland zu interessieren? Sollte die Tagesschau idealerweise nun auch die Türkeiberichterstattung (und am besten die ganze Auslandsberichterstattung?) einstellen? Wen interessiert schon die Türkei? Wer will sich schon mit Syrien befassen? Wem kann man schon die Auseinandersetzung mit den Ursachen für die aktuellen Flüchtlingsströme zumuten? Doch nicht dem „normalen deutschen Bürger“!

    Hätten Sie Recht, würde das bedeuten, dass der „normale deutsche Bürger“ ein engstirniger, begrenzter und bequemer Mensch zu sein hätte, der sich lieber in eine heile Traumwelt flüchtet als sich mit der Realität auseinanderzusetzen. Es könnte ihm ja auf die Stimmung schlagen. Da wäre es ja geradezu verantwortungslos, ihn mit der Realität zu konfrontieren!

    Ich weiß nicht, weshalb Sie meinen, dass der „normale deutsche Bürger“ so sein sollte? Weil Sie sich für einen „normalen“ deutschen Bürger halten?
    Erfreulicherweise gibt es aber auch noch eine Menge anderer deutscher Bürger. Nicht nur „normale“.

  • Martin

    |

    Hey, r-digital.de, ab jetzt bitte keine Berichte mehr zu „Sache, die einem normalen deutschen Bürger nichts angeht“.

    Ok, in dem Fall geht es zwar um eine Problematik, die für 2,8 Millionen türkischstämmige Menschen in Deutschland durchaus von Bedeutung ist und die auch relevant ist hinsichtlich des Flächenbrands, der gerade im Maschrek wütet und der Abertausende zur Flucht gezwungen hat, aber wenns den Herrn Tobias stört… er hat sich ja, wenn ich mich richtig erinnere, schon des Öfteren als AfD-Anhänger geoutet, da muss man schon Rücksicht nehmen auf das deutscheiche-rustikale Brett vorm Kopf.

  • wahon

    |

    @Tobias

    Du brauchst dich nicht dafür entschuldigen, dass dir der Sinn für Teilnahme am Schicksal dir fremder Menschen völlig abgeht. Es wäre aber rücksichtsvoll von dir, dein egozentrisches Weltbild nicht ständig hier hinauszuposaunen. Mich interessiert dein narzistisches Geschwätz nämlich genauso wenig, wie dich das Leid von Terroropfern interessiert.

  • joey

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    Innertürkische Angelegenheit?
    Kriege sind keine Angelegenheit zwischen zwei Parteien mehr, dafür ist die Welt mittlerweile zu kein geworden. Den Bombenanschlag lege ich mal in die Kategorie „Krieg gegen Kurden.“

    Wahlkampf aber ist eine innertürkische Angelegenheit, Politiker aus der Türkei (aller Parteien) sollten hier nicht erscheinen. Ebenso sollten Personen, die mit türkischen Partei- und Regierungsorganisationen verbandelt sind, aus der deutschen Politik (z.B. Integrationsbeiräte) ausgeschlossen werden. Das sind nämlich innerdeutsche Belange.

    Die Bombenangriffe der Türkei auf die Kurden halte ich für strategisch falsch, damit werden keine Probleme gelöst. Im Krieg gibt es keine Heiligen – ob die Parteinahme deutscher Linker pro Kurden (und die PKK) klug ist…
    Die Gebiete des ehem. osmanischen Reiches sind ein altes Pulverfaß mit unzähligen Zündern. Hier ist eine vorsichtige Diplomatie gefragt, die mit dem türkischen Ultranationalismus grundsätzlich inkompatibel ist, die sich wegen Komplexität aber wohl auch nicht auf ein Straßenplakat in Regensburg bringen läßt.

    Den Deutschen mit türkischen Wurzeln wünsche ich, daß sie sich nicht von irgendwem instrumentalisieren lassen, sondern als gute Deutsche eine friedliche und ggf. vermittelnde Rolle einnehmen. Der ruhige Blick von außen…

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