Ärztepfusch?

Fast 20 Jahre Kieferhölle

Einbildung attestierten Ärzte einer 52jährigen, die nach einer Zahnbehandlung über Schmerzen klagte. 19 Jahre später hat sie zahlreiche Zähne verloren und leidet unter mehreren chronischen Erkrankungen. Seit vier Jahren wartet sie nun darauf, dass ihr Fall vor Gericht verhandelt wird.

Mit einem eitrigen Zahn fing 1995 alles an. Mittlerweile ist Martina Sperber schwer krank und wartet seit fünf Jahren auf ihren Schadenersatzprozess. Foto: privat

Mit einem eitrigen Zahn fing 1995 alles an. Mittlerweile ist Martina Sperber schwer krank und wartet seit vier Jahren auf ihren Schadenersatzprozess. Foto: privat

„Manchmal ist es nur noch die Einnahme von Schmerzmitteln, die mich am Leben erhält“, sagt Martina Sperber (Name geändert). Dabei streicht sie sich über ihre linke, merklich angeschwollene Gesichtshälfte. Auch die Arme sind heute mal wieder geschwollen. Die Beine, sagt sie, tun heute nicht weh. Das ist nicht immer so. „Manchmal kann ich gar nicht mehr aus dem Haus gehen.“

Vielleicht wird man etwas reizbar, wenn man immer wieder Blut, Eiter und Knochenteile spuckt…

Wir haben uns schon öfter getroffen und über das gesprochen, was Sperber „meine Horrorgeschichte“ nennt. Und es ist erstaunlich, wie ruhig die 52jährige bleibt, während sie schildert, was ihr in den letzten 19 Jahren widerfahren ist. Es ist eine Krankheitsgeschichte, in deren Verlauf Sperber attestiert wurde, psychisch gestört zu sein und sich diese Schmerzen doch nur einzubilden, die begannen, nachdem ihr Ende 1995 ein Zahn gezogen worden war. Sie leide an einem Borderline-Syndrom, schrieb ein Arzt. Die Schmerzen seien eingebildet oder zumindest „psychisch überlagert“, ein anderer. Sperber sei „psychisch instabil“.

Aber vielleicht wird man etwas reizbar, instabil, wenn man immer wieder Blut, Eiter und Knochenteile spuckt. Wenn man immer wieder Schmerzen hat. Wenn Zahn um Zahn abstirbt und man von niemandem ernst genommen und zur Spinnerin erklärt wird.

Auf fast 200 Seiten hat Martina Sperber Protokoll über ihren Krankheitsverlauf und die zahllosen Arztbesuche geführt. Eine Zusammenstellung der Ärzte, die Sperber aufgesucht hat, liest sich wie das Who is Who von Regensburger Zahnärzten und Kieferchirurgen. Was ihre Beschwerden verursacht, konnte aber offenbar keiner der Zahnmediziner feststellen. Diese Beschwerden indes wurden aber immer schlimmer.

Eingebildete Schmerzen? Elf Zähne verloren, chronische Krankheiten

Während der 19 Jahre angeblich eingebildeter Schmerzen hat Martina Sperber elf Zähne verloren. Und alle verbliebenen sind derart schwer geschädigt, dass sie wohl allesamt durch Implantate ersetzt oder zumindest überkront werden müssen.

Heute steht fest: Martina Sperber leidet seit Jahren an einer chronischen Kieferhöhlenentzündung und einer – nicht mehr heilbaren – chronischen Knocheneiterung („Osteomyelitis“). Die Kieferhöhlenwand ist auf einer Seite nur noch papierdünn und wird wohl nicht wiederherzustellen sein. Ausgehend vom zahnlosen linken Oberkiefer kam es zu Haltungsschäden, die manchmal bis in die Beine ausstrahlen. Die Schwellung im Gesicht rührt von einer Schädigung des Lymphsystems. Folge der andauernden Entzündungen. Ebenfalls chronisch. Da sind die Magenprobleme von den vielen Schmerzmitteln und Antibiotika fast schon vernachlässigbar.

2007 erkrankte Martina Sperber zudem an Brustkrebs. Nach mehreren Operationen und Chemotherapie hat sie diese Krankheit zwar überstanden, aber, so Sperber: „Es bleibt immer die Vermutung, dass die dauernden Entzündungen Auslöser für den Krebs gewesen sein könnten.“ In ihrer Familie sei bislang nie jemand an Krebs erkrankt. Und tatsächlich gelten chronische Entzündungen auch nach der aktuellen Forschungslage als Risikofaktoren für Krebserkrankungen.

Uniklinik: „Langdauernder chronischer Prozess“

Es dauerte 17 Jahre, ehe 2012 ein Mediziner am Universitätsklinikum Regensburg die richtige Diagnose stellte und die Mär von den angeblich eingebildeten Schmerzen vom Tisch wischte. „Er war der erste Arzt, der mich ernst genommen und nicht wie den letzten Dreck behandelt hat“, sagt Sperber. Vier Mal wurde sie bislang von ihm operiert. Die starke Schädigung des Kieferknochens lasse auf einen „langdauernden chronischen Prozess schließen“, schreibt er. In einem OP-Bericht heißt es, die Knocheneiterung sei Folge einer „lange nicht erkannte(n) Mund-Antrum-Verbindung“.

Bei einer „Mund-Antrum-Verbindung“ handelt es sich um ein Loch in der Kieferhöhle. Es kann entstehen, wenn ein Zahn gezogen wird. So wie 1995 bei Martina Sperber. Das ist kein Behandlungsfehler, allerdings muss das Loch so schnell wie möglich verschlossen werden, um das Eindringen von Bakterien und Krankheitserregern in die sterile Kieferhöhle zu verhindern. Bei Sperber geschah dies – legt man den oben erwähnten OP-Bericht zugrunde – über Jahre nicht. Mehrere namhafte Regensburger Zahnärzte waren also offenbar nicht in der Lage, dieses Loch zu entdecken.

Klage läuft seit 2010

Wer ist nun verantwortlich dafür, dass die letzten 19 Jahre von Martina Sperbers Leben derart ruiniert wurden? Dafür, dass sie an mehreren chronischen Erkrankungen leidet, von denen sie sich nie wieder ganz erholen wird? Und wer übernimmt die Kosten für weitere, dringend notwendige Operationen, um ihren Kiefer und ihr Gebiss wenigstens so weit als möglich wiederherzustellen? Ist es überhaupt möglich, juristisch nachzuweisen, dass zwischen der Behandlung 1995 und Sperbers jetzigen Gesundheitszustand ein kausaler Zusammenhang besteht?

Bereits Anfang 2010 hat Sperber Klage beim Landgericht Regensburg eingereicht. Zu einer Verhandlung ist es aber bis heute nicht gekommen.

Verklagte Zahnärztin verweigert Unterlagen

Fast zwei Jahre weigerte sich die von Sperber verklagte Zahnärztin, ihre Patientenakten und entsprechende Röntgenbilder herauszurücken. Ähnliches galt für zwei Berufskollegen, die Sperber danach behandelten. Als der vom Gericht bestellte Gutachter mehrfach erfolglos bei den Zahnärzten nachgehakt hatte, erteilte der Richter ihm schließlich den Auftrag, das Gutachten ohne diese Unterlagen zu erstellen. Und entsprechend liest es sich. Zu vielen Dingen kann der Gutachter angesichts fehlender Unterlagen schlicht keine Stellung nehmen. Das war im April 2012.

Erst nachdem Sperbers Rechtsanwältin, aber auch das Gericht den Druck auf die Mediziner erhöhten, wurden die Unterlagen zum Teil zur Verfügung gestellt. Das Gericht gab ein Ergänzungsgutachten in Auftrag. Doch weil der Gutachter nun mehr Geld forderte, kam es zu neuerlichen Diskussionen, Verzögerungen. Ein für März 2014 angesetzter Verhandlungstermin wurde abgesagt.

Gutachter ist überlastet

Der Gutachter selbst spricht in seinen Stellungnahmen mehrfach von „Arbeitsüberlastung“ und beklagt die allgemeine Tendenz, dass zu jedem Gutachten mittlerweile stets mehrere Ergänzungsgutachten angefordert würden. Er komme frühestens im August dazu, sich mit dem neuerlichen Auftrag zu beschäftigen, so der Gutachter. Derzeit scheint ein Verhandlungstermin also nicht vor Ende 2014 oder Anfang 2015 möglich zu sein. Bislang hat Sperbers Rechtsschutzversicherung 24.000 Euro an Gutachterkosten bezahlt.

Ohne Urteil keine vollständige Behandlung

2015 ist es fünf Jahre her, seit Martina Sperber Klage eingereicht hat. Und so lange verzögert sich auch die Behandlung der 52jährigen. Ehe nicht juristisch entschieden ist, wer für Sperbers Beschwerden verantwortlich ist, ist auch nicht klar, wer die Kosten dafür übernimmt. Einen Großteil der notwendigen Behandlung – Implantate und Kronen – übernimmt die Krankenkasse nicht. Und Sperber selbst kann sich eine Ausgabe von mehreren tausend Euro – geschätzt geht es um 20.000 – schlicht nicht leisten.

Wir werden weiter über diesen Fall berichten.

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Kommentare (21)

  • der Zahn der Zeit

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    Zitat: „Fast zwei Jahre weigerte sich die von Sperber verklagte Zahnärztin, ihre Patientenakten und entsprechende Röntgenbilder herauszurücken“

    is das nicht ein Fall für das Informationsfreiheitsgesetz ?

    ( ok, gilt nur auf Bundesebene, aber gibt s sowas nicht auch im privaten Sektor ? wofür sind die Daten denn ansonsten eigtl. vorgesehen ? )

    Find es auf jedenfall gut, dass du dich mal diesem Thema annimmst, dass einen jeden betrifft. Ich denke vom Umfang , in dem hier zwischen Abzocke bis vorsätzlicher KV, wohl alles vertreten sein dürfte, wird es in diesem Metier Abgründe geben, dagegen is der Mariannengraben oder mein 4/7er ein Blatt Papier..

    vielleicht postet auch deswegen keiner.

  • Student

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    Von vorsätzlicher Körperverletzung kann ich hier nix erkennen, allenfalls Fahrlässigkeit, wenn überhaupt.

    Dass Patientenakten und Röntgenbilder zwei Jahre lang nicht herausgegeben worden sein sollen, finde ich allerdings auch verwunderlich. Kann ich mir nicht vorstellen, dass das rechtens ist, und damit auch schwer nachvollziehen, dass das zwei Jahre lang trotzdem so läuft. Unschön.

    Einen Zusammenhang zwischen Brustkrebs und zahnärztlichem Eingriff zu sehen… puh, ziemlich gewagt.

    Klingt mir auch ziemlich schwierig, hier Forderungen an die Ärzte durchzusetzen – der ausreichend sichere Nachweis, dass tatsächlich diese Behandlung von 1995 ursächlich für die Beschwerden war, ist vermutlich nicht so einfach zu führen. Und dass gleich eine ganze Reihe von Zahnärzten das Löchlein in der Folge nicht bemerkt haben sollen, wirkt auf mich, als ob diese Ärzte mit einer wohl eher nicht alltäglichen Situation schlicht überfordert waren und weniger so, als ob sie in einem Routinefall geschlampt hätten. Ersteres ist für die Betreffenden zwar auch nicht schmeichelhaft, möglicherweise in Hinblick auf eine rechtliche Bewertung aber bedeutend. Aber das wird vielleicht ein Sachverständiger beurteilen müssen.

  • Flora

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    Bakterien und Viren als Auslöser

    Von Heidi Schooltink / Bei Infektionskrankheiten denken die meisten Menschen an Schnupfen, Grippe oder Aids. Doch auch Krebs gehört dazu. Es ist kaum bekannt, dass nahezu jede sechste Krebserkrankung weltweit durch Viren oder Bakterien ausgelöst wird. Damit gewinnen antibakterielle und antivirale Therapien und Impfstoffe eine zusätzliche präventive Bedeutung.

    Wie lösen die Erreger Krebs aus?

    Prinzipiell werden zwei Mechanismen unterschieden, wie Viren und Bakterien Krebs auslösen können.

    Indirekte Mechanismen: Der Krebs entsteht vor dem Hintergrund einer chronischen Entzündung, bei der es dem Wirt nicht gelingt, den Erreger zu eliminieren. Bei der daraus resultierenden Daueraktivierung des Immunsystems produziert der Körper Zytokine und Chemokine, die Makrophagen und Granulozyten zum Ort der Entzündung dirigieren. Die Immunzellen produzieren Wachstumsfaktoren, die Zellen zur Teilung anregen, und Faktoren, die den programmierten Zelltod (Apoptose) limitieren. Dies schwächt die Kontrolle der Zellproliferation. Eine besondere Rolle spielen die von den Immunzellen produzierten reaktiven Sauerstoffspezies (ROS, reactive oxygene species), die Mutationen auslösen können, die die Umwandlung von »normalen Zellen« zu Krebszellen vorantreiben (2).
    Pharmazeutische Zeitung 2014

  • Student

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    @Flora

    Damit ließe sich z.B. eine Krebsentstehung im Kieferbereich, also im Bereich der chronischen Entzündung, nachvollziehen. Nicht aber an der Brust. Neben einer genetischen Veranlagung gibt es dafür übrigens auch noch eine Reihe anderer Risikofaktoren (Rauchen, Kontrazeptiva-Einnahme, etc.), die möglicherweise auch hier eine Rolle spielen könnten, jedenfalls mehr als eine Entzündung an einer ganz anderen Stelle des Körpers.

  • Flora

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    Fast jeder Mensch hat schon einmal geschwollene Lymphknoten am eigenen Körper ertastet – zum Beispiel am Hals oder in der Leiste. Meist führen harmlose Infekte zu einer Lymphknotenschwellung. Aber auch schwerere Erkrankungen können sich durch geschwollene Lymphknoten bemerkbar machen.

    Lymphknoten sind die Filterstationen für die Lymphflüssigkeit („Gewebswasser“). Das Lymphsystem durchzieht, ähnlich wie die Blutgefäße, den Körper und dient der Abwehr von Krankheitserregern; es ist somit Teil des Immunsystems. Die Lymphzellen (Lymphozyten) gehören zu den weißen Blutkörperchen.

    Überall im Körper befinden sich Lymphknoten: am Hals, in der Leiste, in der Achsel und in den inneren Organen. Lymphknoten sind dabei immer ähnlich aufgebaut, können aber unterschiedlich groß sein. Geschwollene Lymphknoten können bei vielen verschiedenen Erkrankungen vorkommen, etwa Infektionen, Entzündungen sowie gut- und bösartigen Tumoren.
    Onmeda.de

  • Student

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    @Flora

    Der Zusammenhang, den ihre Ausführungen über die Lymphe haben sollen, ist mir nicht ersichtlich.

    Ein Lymphödem im Gesicht ist eine denkbare Folge einer chronischen Kieferentzündung. Brustkrebs dagegen wohl kaum.

  • Flora

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    Ausstreuende Bakterien und Bakteriengifte können zu Erkrankungen an ganz anderen Stellen des Körpers führen.

    Bakterienherde im Kieferknochen

    Nicht nur kranke, sterbende und tote Zähne bereiten Probleme, sondern oft auch Bakterienherde im Kieferknochen und Zahnhalteapparat. Denn die virulenten Bakterien wandern über die Dentinkanälchen, über die Spalten der Wurzelfüllung und seitlichen Wurzelkanäle in den Zahnhalteapparat, zerstören diesen nach und nach und setzen sich dort fest. Sie wandern auch in das poröse Gewebe des Kieferknochens ein, zersetzen die Knochensubstanz. Es bildet sich ein bakterienverseuchtes schwammiges Gewebe. Durch diese Kieferherde wird der Organismus ebenfalls mit Giften belastet.

    Diese Bakterienherde können sich allmählich ausdehnen, die Blutgefäße im Kiefer angreifen und sogar absterben lassen. Mitunter sterben in der Folge sogar völlig gesunde Nachbarzähne ohne ersichtlichen Grund ab.

    Bleiben die Ursachen bestehen und wird der Organismus weiterhin durch Nekrotoxine aus toten Zähnen belastet, verschlimmern sich die Neuropathien. Mit der Zeit können sich Multiple Sklerose oder Parkinson-Krankheit entwickeln, Amyotrophe Lateralsklerose oder auch Alzheimer-Demenz.

    Fäulnisgifte gehören zu den stärksten Krebsgiften überhaupt. Die oxidative Energiegewinnung in den Mitochondrien wird blockiert. Deshalb können Bakterienherde in toten Zähnen das Krebsrisiko beträchtlich erhöhen.

  • Student

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    @Flora

    Wo haben Sie denn diese pseudowissenschaftlichen Informationen her?
    Die ersten beiden Absätze sind ja noch in weiten Teilen zutreffend, aber den Rest kann man doch nicht ernstnehmen.
    Allein schon das esoterisch anmutende Wort „Nekrotoxine“. Schlagen Sie mal in der wikipedia nach, was Sie dazu finden. Oder in der medizinischen Fachliteratur. Da werden Sie nicht viel finden, weil dieser Begriff von seriösen Medizinern nämlich nicht verwendet wird. Ebenso, wie kein seriöser Mediziner behaupten würde, dass ein wesentlicher Zusammenhang zwischen einer chronischen Osteomyelitis des Kieferknochens und der Entstehung von Erkrankungen wie Multipler Sklerose, Parkinson-Krankheit, Amyotropher Lateralsklerose oder der Alzheimer-Demenz zu vermuten ist.
    Was natürlich verhindern mag, dass so mancher Esoteriker, der ein oder andere Heilpraktiker oder auch manch sogenannter „Alternativmediziner“ diese wissenschaftlich nicht fundierten Standpunkte vertritt. Ernst nehmen kann ich das jedoch nicht. Und verlassen Sie sich drauf: auch der Sachverständige bei Gericht wird das nicht.

  • Student

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    Sollte freilich heißen „Was natürlich NICHT verhindern mag…“

    Und noch ein Nachtrag: Zum (inhaltlich und von der Wortbedeutung her) dem Begriff „Nekrotoxin“ noch am ehesten entsprechende Begriff „Leichengift“ ist in der wikipedia übrigens mit einem Artikel vertreten. Den empfehle ich mal. Von Krebs werden Sie da jedenfalls genauso wenig finden wie von Parkinson, Amyotropher Lateralsklerose oder sonst einer der von Ihnen genannten „Folgekrankheiten“.

  • Flora

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    Tote Zähne schreien nicht

    Das Problem ist, dass ein toter Zahn nicht schmerzt. Er kann den Organismus nicht mehr durch einen Warnschmerz auf die krankmachende Entwicklung im Kiefer aufmerksam machen. So nimmt das Entzündungsgeschehen unbemerkt seinen Lauf. Die Bakterien und deren Toxine wandern über den Kieferknochen ins Blut und gelangen von dort aus in sämtliche Körperbereiche. Auf diese Wiese können Gewebe und Organe geschädigt werden. Der Körper reagiert darauf mit entsprechenden Symptomen.

    Die Aufgabe des Arztes besteht darin, die Ursache dieser Symptome zu hinterfragen. Sicher würde er schnell auf die Zahnproblematik stossen. Stattdessen konzentriert er sich jedoch einfach auf die Behandlung der Symptome. Es werden Medikamente verordnet, die die ohnehin bereits stark geforderte Leber schliesslich überfordern und zusätzliche Symptome auslösen.

    Auch die Nieren und der Darm leiden sehr unter der ständigen Überlastung des Körpers durch die vorhandenen Gifte. Dies alles hindert den Arzt jedoch nicht daran, auch die neuen Beschwerden medikamentös zu behandeln…

    Die Forschungsergebnisse von Dr. Weston Price

    Dr. Weston Price, ein ganzheitlicher Zahnarzt und bekannter Wissenschaftler führte bereits seit 1910 gemeinsam mit der Mayo Klinik Studien über die Gefahren der Gifte des Zahnwurzelkanals durch. Diese Studien belegten, dass Bakterien und Gifte aus dem Zahnwurzelkanal in den Blutkreislauf gelangen und über diesen Weg in jedem Bereich des Körpers Entzündungen auslösen können.

    Zudem ergaben die Studien, dass die Ursache zahlreicher degenerativer Erkrankungen tatsächlich die Folge wurzelbehandelter Zähne war. An erster Stelle nannte er die vielfältigen Herz-Kreislauferkrankungen. Desweiteren ergab die Studie, dass mit der Häufigkeit der Zahnwurzelbehandlungen gleichzeitig auch die Krebs-Rate steigt.
    Zentrum der Gesundheit 27.06.2013

  • Student

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    @Flora

    Wie gesagt: dass einige – sich als „ganzheitlich“ oder „naturheilkundlich“ orientiert bezeichnende – Mediziner hier andere Auffassungen haben erstaunt mich nicht. Wenngleich ich „ganzheitlich“ und „naturheilkundlich“ nicht ganz glücklich gewählte und irreführende Begriffe finde. Meiner Erfahrung nach wäre der Terminus „mehr an ideologischer Ausrichtung denn an methodisch sauberen Studien interessiert“ deutlich zutreffender. Aber das lässt sich freilich nicht so gut vermarkten. Belegen Sie doch Ihre Überzeugungen bitte mal mit einem Artikel aus einem ernstzunehmenderen medizinischen Journal – „The Lancet“ meinetwegen. Nicht mit dem „naturheilkundlich“ ausgerichteten „Zentrum für Gesundheit“. Und wenn’s geht vielleicht auch mit etwas aktuellerer Forschung als der von 1910… seither gibt es ein paar neuere Erkenntnisse. Und so manche Theorie von damals hat sich als nicht haltbar erwiesen.

  • Stiftung Scheiterhaufentest

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    Nachtrag :

    das gemeinte Zitat im vorherigen Beitrag war :

    „Belegen Sie doch Ihre Überzeugungen bitte mal mit einem Artikel aus einem ernstzunehmenderen medizinischen Journal – “The Lancet” meinetwegen. Nicht mit dem “naturheilkundlich” ausgerichteten “Zentrum für Gesundheit”“

    hat sich leider durch die dppelten“><" Zeichen rausgelöscht..

  • Student

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    Wie schon Winston Churchill gesagt haben soll: „Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.“

    Ähnlich verhält es sich mit den wissenschaftlichen bzw. medizinischen Fachjournalen. Natürlich wird man immer wieder Fehler im System finden (und wenn sie gefunden sind, wird hoffentlich auch darüber berichtet, damit sie behoben werden können). Wenig auf dieser Welt ist perfekt. Ich sehe aber keine vernünftige Alternative dazu, dass Grundlage für medizinische Entscheidungsfindung eine möglichst saubere, methodisch anspruchsvolle, wissenschaftlich korrekte Forschung sein sollte. An die Erfüllung dieses Anspruchs kommen die renommierteren unter den genannten Fachjournalen zumindest noch am besten ran. Oder haben Sie einen besseren Vorschlag?

  • Zahnarzt-Pfusch-Prozess jahrelang verzögert | Regensburg Digital

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    […] Es ist eine tragische Geschichte. Seit Martina Sperber vor fast 20 Jahren ein Zahn gezogen wurde, leidet sie unter Schmerzen. Während ihr zeitweise bescheinigt wurde, sich das alles nur einzubilden und psychisch krank zu sein, verlor sie elf Zähne. Erst 2012 entdeckte ein Zahnmediziner am Regensburger Universitätsklinikum: Sperber hatte ein Loch in der Kieferhöhle. Die Schäden an Kiefer und Zähnen ließen auf einen „langandauernden chronischen Prozess schließen“, schreibt der behandelnde Arzt. Heute leidet Sperber an mehreren chronischen Krankheiten – Knocheneiterung, Kieferhöhlenentzündung, ein geschädigtes Lympfsystem. Teile des Kieferknochens sind regelrecht von Entzündungen zerfressen. Sie wird nie wieder ganz gesund werden (unser Bericht vom 23. Juni). […]

  • Nielsch,Olaf

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    willkommen im Club, mir geht es nicht anders.Liege seit jahren meiner Frau auf der Tasche,immer krank,kein Mediziner findet wirkliche Ursache und bin immer noch auf der Suche nach einem Arzt der mir glaubt und nicht nur einem Computertomographen.Darf ich evtl. den Nahmen des Arztes erfahten-vielleicht kann er mir helfen?

  • Tanja

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    Welcher Arzt war es an der Klinik.
    Wäre dankbar für eine Antwort
    Habe auch nach einem Zahn ziehen 10 Zähne verloren
    Habe chronische Krankheiten
    Bin seit drei Jahren arbeitsunfähig
    Gehe von Arzt zu Arzt und alles hoffnungslos

    Wäre dankbar um hilfe

  • Roswitha Adam

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    So bin ich auch seit Jahren erkrankt ,gibt Zahnarzt Fehler nicht zu er wird von seinen Kollegen geschützt .Der Eiter ging schon richtung Hirn und kein HNO hat was gesehen.
    Kriminelles Gesundheitssystem.

  • Gleichgesinnte

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    Mir geht es genau so!
    5 Zähne gezogen weil eine chronische Entzündung in meinem Oberkiefer nicht zu stoppen ist.
    Könnte man den Namen des Zahnarztes in Regensburg erfahren. Der scheint ja der einzige zu sein hier in Deutschland der dem Patienten zuhört und ernst nimmt….das ist das tragische Vorgehen…man wird als Patient nicht ernst genommen!!!😕

  • Justina

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    Mir ging es genauso! Jahrelange Tortouren, Job und Geld verloren, berentet die! Dann nach vielen schrecklichen Jahren der Hoffnungslosigkeit fand ich Dr Schüler aus Speyer! Er hat meinen Kiefer saniert und ich brauche keine Antibiotika und kein Kortison mehr! Ein neues Leben hat für mich begonnen!!!

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