Rudolf Voderholzer zum Bischof geweiht

„Fehlt nur noch, dass sie ‚Rudi, Rudi‘ rufen!“

Große Erwartungen richten sich an den neuen Regensburger Bischof. Das liegt an seiner menschlichen Art, vor allem aber an seinem Vorgänger. Ob Rudolf Voderholzer diese Erwartungen erfüllen kann, hängt davon ab, ob er mit dem „System Müller“ aufräumen kann.
Wohlwollender Empfang und hohe Erwartungen: Bischof Rudolf Voderholzer. Foto: Staudinger

Wohlwollender Empfang und hohe Erwartungen: Bischof Rudolf Voderholzer. Foto: Staudinger

„Ich danke Ihnen für Ihr langes Aushalten in dieser Kälte.“ Als Rudolf Voderholzer nach fast drei Stunden zum ersten Mal als Bischof im Regensburger Dom das Wort ergreift, spricht er mehrfach das an, womit die meisten der rund 2.000 Besucher zu kämpfen hatten: Es zieht. Es ist eiskalt. Und hie und da hört man Kinder weinen, weil sie frieren. Dass Voderholzer das gleich als erstes erwähnt, obwohl er im sich vorderen mit Fußbodenheizung ausgerüstetem Altarbereich befindet, macht seinen ersten Auftritt irgendwie noch menschlicher. Er wirkt gelöst, gerührt, fast ein wenig verschreckt. Bereits im Vorfeld seiner Weihe hatte er angekündigt, dass er sich als Ansprechpartner für alle Menschen – auch Nichtkatholiken – sieht.

Ein Ton, wie man ihn in Regensburg nicht kennt

Überhaupt ist der Ton, der an diesem Tag angeschlagen wird, ein in Regensburg ungewohnter. Recht fröhlich scheint man zu sein. „Vergessen Sie nicht, Ihr Handy nach dem Gottesdienst wieder einzuschalten“, lässt ein Priester die Gläubigen und Schaulustigen zu Beginn des Zeremoniells wissen. Dompropst Wilhelm Gegenfurtner unterläuft beim traditionellen Ritus eine Panne: Er vergisst die päpstliche Bulle – Voderholzers Ernennungsurkunde – dem Domkapitel zu zeigen und muss erst – etwas süffisant – von Bischof Reinhard Marx darauf hingewiesen werden. Lächelnd und mit hochrotem Kopf holt er das nach. Marx wiederum predigt in recht lockerem Ton von den Herausforderungen des Bischofsamts, spricht von einer „Mission Impossible“ und schließt mit einem „Auf geht’s!“ Jedes Mal und nicht nur bei diesen Gelegenheiten, brandet unter der Kuppel neben Applaus auch lautes Gelächter auf. „Es fehlt nur noch, dass sie ‚Rudi, Rudi‘ rufen“, murmelt eine Ordnerin zwischen den Bankreihen.

Voderholzers Vorgänger: Aggressiv, politisch, ausgrenzend

Es ist eine Stimmung und ein Ton, wie man sie unter Voderholzers Vorgänger selten erlebt hat. Eigentlich nie. Der, Gerhard Ludwig Müller, ist heute auch im Dom. Mit versteinerter, etwas missmutiger Miene sitzt der zweitmächtigste Mann neben Reinhard Marx am Hochaltar. Müllers Predigten waren vor allem in den letzten Jahren aggressiv, politisch, ausgrenzend. Zunehmend sah er selbst sich überall von Feinden umgeben: Den Medien, kritischen Laien, bösartigen Atheisten oder, wie er sie öfter nannte: „Kampagnen interessierter Kreise“. Im Umgang mit Gläubigen fehlte es Müller schlicht an sozialer Kompetenz. Und insbesondere in Regensburg mied er zuletzt das direkte Gespräch mit den Gläubigen oder Medien, schickte stattdessen seinen Sprecher Clemens Neck vor. Direkten Zugang zum Bischof hatten auch im Domkapitel nur wenige.
Und wenn die Welt morgen unterginge, würde ich heute noch ein Scheiterhäufchen anzünden...Versteinerte Miene bei Erzbischof Gerhard Ludwig Müller. Foto: js

Und wenn die Welt morgen unterginge, würde ich heute noch ein Scheiterhäufchen anzünden…Versteinerte Miene bei Erzbischof Gerhard Ludwig Müller. Foto: js

Wie verfahren die Situation dort war, zeigt die Tatsache, dass man nach Müllers Weggang Wilhelm Gegenfurtner zum Diözesanadministrator, zum Übergangsbischof, ernannt hat; also just jenen Mann, den Müller als Generalvikar abgesetzt hatte und mit dem er nicht konnte. Ein klares Statement gegen Müller. Wie weit dessen Arm noch reicht, zeigt die Tatsache, dass ein Artikel über einen (von auswärtigen Bischöfen durchaus wohlwollend wahrgenommenen) Auftritt Gegenfurtners im Regensburger Presseclub, wo er sich kritisch über Müller äußerte, nach wenigen Tagen von der Internetseite des Bistums verschwand. Entsprechend groß sind die Erwartungen an Voderholzer. Unter katholischen Laien und im Domkapitel. Mit 53 Jahren ist er der jüngste Bischof in Bayern und steht gleichzeitig dem flächenmäßig größten Bistum vor. Er habe großes Wohlwollen gespürt, sagt Voderholzer später im Kolpinghaus, wo Prominenz und einfache Gläubige mit Erlesenem wie Entenleberpastete an Regensburger Blaukrautstrudel, Frikadelle an Ratatouille oder einer Süßspeise mit dem neuen Bischofswappen verköstigt werden.

Gelingt ein Schnitt mit dem  „System Müller“?

Ob und vor allem wo dieses Wohlwollen anhält, wird davon abhängen, inwieweit es dem neuen Bischof gelingt, sich in den nächsten Monaten unabhängig zu machen. Von seinem Doktorvater Müller, der jetzt in Rom weilt. Und von Teilen des Domkapitels, wo Müller in den letzten Jahren ein System der Bespitzelung und des Misstrauens etabliert hat. Von manchen Beratern, denen es eher auf den Erhalt der eigenen Position ankommt als auf Ehrlichkeit und Wohlwollen dem neuen Bischof gegenüber.
Herzliche Begrüßung im vollen Dom. Foto: Staudinger

Herzliche Begrüßung im vollen Dom. Foto: Staudinger

Es hängt aber auch davon ab, ob es unter Voderholzer zu einem Kurswechsel im Umgang mit Missbrauchsopfern kommen wird. Der ist und bleibt – bei aller Kritik an der katholischen Kirche insgesamt – deutschlandweit beispiellos. Gerade damit haben es Regensburg und Voderholzers Vorgänger in den letzten beiden Jahren zu trauriger Berühmtheit gebracht. Und gerade das macht es Voderholzer leicht, Wohlwollen zu erfahren. Zumindest am Anfang.

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Kommentare (77)

  • Angelika Oetken

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    Und wenn die Welt morgen unterginge, würde ich heute noch ein Scheiterhäufchen anzünden…Versteinerte Miene bei Erzbischof Gerhard Ludwig Müller.
    —————————————————————–

    Dieses Photo, dazu der Spruch: göttlich!

    Viele Grüße von
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Bernd Neumann-Henneberg

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    Bei dieser Prunksitzung dieses Karnevalvereines werden sie sicher nicht Rudi Rudi rufen, sondern besser Radi,Radi

  • Joachim Datko

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    Radi! Radi!

    Wenn ich mir die Oberpriester ansehe, dann erinnert mich das an diverse Kostümierungen, in der Oper oder im Fasching.

    Da kennen doch alle Gläubigen die mystische Geschichte vom goldenen Kalb und trotzdem geht ihnen kein Licht auf.

  • Kath. Kirche hat fertig

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    Falls es Monseigneur Voderholzer an populäranheischigen oberhirtlichen Platitüden mangeln sollte, so kann er diesbezügliche Nachhilfe erhalten von seinen episkopathischen Konfratres Marx und Zollitsch, beide ein diesbezüglich unerschöpflich sprudelnder Quell, und wenn das immer noch nicht zur gefälligen Annahme durch engagierte mitchristelnde Jesus-liebt-uns-alle-ganz-genau-so-wie-wir-sind-und-bleiben-Fachkräfte führt, dann böte sich ein dementsprechender Upfresh-Kurs bei den fachredaktionellen DampfplauderInnen der „Mittelbayerischen“ an.

  • Peter Weber

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    „Ich danke Ihnen für Ihr langes Aushalten in dieser Kälte.“ Als Rudolf Voderholzer nach fast drei Stunden zum ersten Mal als Bischof im Regensburger Dom das Wort ergreift, spricht er mehrfach das an, womit die meisten der rund 2.000 Besucher zu kämpfen hatten: Es zieht. Es ist eiskalt. Und hie und da hört man Kinder weinen, weil sie frieren. Dass Voderholzer das gleich als erstes erwähnt, obwohl er im sich vorderen mit Fußbodenheizung ausgerüstetem Altarbereich befindet, macht seinen ersten Auftritt irgendwie noch menschlicher.

    Von soviel Menschlichkeit wird man ja geradezu besoffen.
    Na wenn jemand so drauf ist, dann kann es ja nur NOCH besser werden.
    Was bin ich beruhigt das es solche Heroen unter den Bischöfen gibt.
    Da brauch es uns ja um das Abendland nicht mehr bange zu sein.
    Ich fasse es nicht.

  • Kath. Kirche hat fertig

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    Noch ein’s zum Einstand:
    Schreiben vom 26.01.2013, eingegangen (beim Ordinariat/bischöfliches Sekretariat) am 25.01.2013:
    „Sehr geehrter Herr Bischof,
    zu Ihrer Weihe und Einführung … gratuliere ich Ihnen sehr herzlich … Sie folgen als Bischof einem engen Vertrauten, der Ihr Wirken auf verschiedenen Ebenen begleitet hat …
    M. f. G. Angela Merkel“
    Siehe: www. bistum-regensburg.de

    Tja, also, wenn das „SED-rote U-Boot“ der CDU unsere allerhöchst zu verehrende Angela Horstjewna Merkelowa den nun erzbischöflichen Vorgänger des Neuinstallierten als dessen „engen Vertrauten“ bezeichnet, der dessen bisheriges Wirken „auf verschiedenen Ebenen begleitet hat“, dann stellt sich die Frage nach der hintersinnigen Bedeutung dieser Formulierung ; was will uns „Mutti“ damit sagen …?
    Ein Fall für die katholischen Kaffeesatz lesenden FachredaktionskräftInnen der „MZ“!

  • Ett

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    Der neue Bischof hat jetzt auch viel Arbeit vor sich –
    also muss man ihm auch die nötige Zeit für viele Verbesserungen geben! Man braucht dazu viele viele neue Besen , um das Zeugs vom Vorgänger eben richtig entfernen zu können.

    Bestimmt möchte der neue Bischof auch Brücken bauen , aber das braucht eben seine Zeit . Also warten wir alle auch einmal ab, was auch so zu den Themen Missbrauch und Gewalt, im neuen Jahr noch so gesprochen wird.

    http://www.bistum-regensburg.de/default.asp?op=show&id=5458

    ( die fotos auf der Bistumsseite sind schon ein wenig klein )

    http://www.derwesten.de/politik/neuer-bischof-voderholzer-will-bruecken-bauen-id7524908.html

    http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=10008&pk=873885

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/neuer-bischof-von-regensburg-grosse-erwartungen-an-voderholzer-1.1584054

  • Twix Raider

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    Abwarten und Tee trinken, wie ernst es dem neuen Besen mit seinem unausgesprochenem Reformwillen ist, wird die Zahl der Einladungen auf ein Heissgetränk ins Schloss zeigen. Je zitroniger das Gesicht der Fürstin, desto besser der Bischof.

  • Veronika

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    Bei dem ganzen Zeremoniell letzten Samstag (10.00 – 13.00 Uhr) war noch nicht bekannt, dass in der EU-Nachbarrepublik Tschechien Zeman als Staatspräsident gewählt werden wird. Mal sehen, wie die Sache jetzt aussieht, wobei natürlich eine Exzellenz Voderholzer kaum mit einem „System Müller“ aufräumen wird und kann, denn hinter diesem System steckt … Eben!

  • Veronika

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    @Angelika Oetken:

    Und wenn die Welt morgen unterginge, würde ich heute noch ein Scheiterhäufchen anzünden…Versteinerte Miene bei Erzbischof Gerhard Ludwig Müller.

    Der Spruch ist wirlich göttlich! Die „versteinerte Miene“ aber verständlich. Kommen Sie mal eine Beförderungsstufe höher (Erzbischof) zurück, während Marx Kardinal ist. Ausserdem „Präfekt der Glaubenskongregation“ ist ein Repräsentativamt in der RKK. Da mischen mehrere Leute im Vatikan ebenso mit.

  • sic

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    „Von manchen Beratern, denen es eher auf den Erhalt der eigenen Position ankommt..“

    Dazu ist mir etwas aufgefallen. Auf jeder Berichterstattung zur Bischofsweihe, sei es auf Bildern oder Videos, drängelt sich dieser Pressesprecher, mal mit peinlichenm Stirnband und Wanderkleidung, mal ohne aufs Bild und grinst in die Kamera. Anscheinend macht der das seit der Ernennung des Erzbischofs schon…Der neue Bischof scheint keine Chance zu haben, selbstständig Intervies geben zu dürfen…

    Haben andere Bischöfe auch so einen Schatten, der ihnen auf Schritt und Tritt folgt?

  • Student

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    Freut mich, dass im durchaus kirchenkritisch berichtenden regensburg-digital dem „Neuankömmling“ Voderholzer erstmal eine wohlwollende Schonfrist eingeräumt wird. Das verleiht der Kritik – wenn sie dann kommt – immerhin auch mehr Gewicht, denn völlige Einseitigkeit kann man da ja dann nicht vorwerfen.

  • Eleonore

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    völlig offtopic, aber weils zu den zwei Maskierten dort oben so gut passen tut__________Der Kölner Kardinal schenkt seinen Papagei dem neugewählten Papst
    Benedikt XVI. Dieser Papagei hatte die Angewohnheit, jeden Tag in
    der Früh, wenn der Kardinal ins Zimmer kam, zu sagen: „Guten
    Morgen, Eminenz“.
    Wie sein Käfig nun im Arbeitszimmer des Papstes steht, macht er
    genau das gleiche. Jeden Morgen: „Guten Morgen, Eminenz.“
    Der ganze Vatikan ist entrüstet, dass der Papagei nicht „Guten
    Morgen, Eure Heiligkeit“ sagt.
    Sie probieren alles Mögliche, um dem Papagei den neuen Spruch
    beizubringen – vergebens.
    Schließlich meint ein Berater des Papstes: „Weißt Du was, morgen
    in der Früh gehst Du in vollem Ornat mit Mitra, Hirtenstab,
    prunkvollem Messgewand usw. ins Arbeitszimmer, dann ist der
    Papagei sicher so voller Ehrfurcht, dass ihm gar nichts anderes
    übrigbleibt, als „Heiligkeit“ zu sagen.
    Gesagt, getan, am nächsten Morgen schleppt sich der Papst
    vollbehangen mit kirchlichem Klunker ins Arbeitszimmer.
    Der Papagei scheint zuerst etwas verwirrt zu sein, doch dann
    ruft er: „Kölle Alaaf, Kölle Alaaf!“ ..

  • G.S.

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    Leute , zum Thema könnte man schon ein wenig mehr Respekt mit einfließen lassen.

    Neue Besen kehren gut , also bin ich auch davon überzeugt dass der neue Bischof im Bistum zuerst einmal richtig ausmisten wird!

    ________

    @ Eleonore…..

    Und stirbt ein Volk , so stirbt das Volk mit seinen Frauen….

    Ut sementem feceris, ita metes
    ( Cicero )

    ________

    http://www.die-tagespost.de/Brueckenbauer-an-der-Donau;art456,140535

    http://www.kath.net/detail.php?id=39839

    ( ..mit Predigt und Movies )

  • Eleonore

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    G.S. Ich habe mich auch nicht bekreuzigt, als ich den Thread hier betreten habe. Ob ich nun nicht in den Himmel komme (wegen der lateinischen Drohung da )

  • Georg Auer

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    Leitwort des neuen Bischofs von Regensburg Dr. Rudolf Voderholzer:
    „Christus in vobis, spes gloriae.“
    (Christus ist unter euch, er ist die Hoffnung und Herrlichkeit – Kol. 1,27)
    http://www.bistum-regensburg.de/…/

    Der Mensch wählt sich meist ein eigenes Idealbild als sein Lebensmotto.
    Welch maßlosen Anspruch wählt sich doch Dr. Rudolf Voderholzer zu seinem Wahlspruch als neuer Bischof von Regensburg. Dieser Wahlspruch bedeutet für Ihn eine ausnahmslose Nachfolge in Jesus Christus.

    Das heißt dann konkret für Ihn:

    • Kreuzweg (Verrat, Verleumdung, Spott und großes Leid)
    • Abkehr und Verleugnung seiner Person ehemaliger Brüder und Schwestern.
    • Verurteilung und Vernichtung durch den „Hohen Rat“ (Glaubenswächter, Dogmatiker, rk. Kleriker-Fundamentalisten)
    • Ölberg-Nacht und Tod im Zeichen des Kreuzes.

    Vielleicht ist auch aus diesem Grunde der Ausspruch von Kardinal Marx für den neuen Bischof von Regensburg entsprechend zu werten: „Mission impossible“.

    Eine „Mission impossible“ ist auf jeden Fall für den neuen Bischof Dr. Rudolf Voderholzer schon zu allererst die Schadensregulierung hinsichtlich der Hinterlassenschaft seines Vorgängers G.L. Müller, der zum obersten Glaubenswächter der rk. Kirche in Rom avancierte.
    Wie kann und will er die erfolgte Spaltung der Gläubigen im Bistum Regensburg wieder heilen, welche zwischen den rk. Traditionalisten und den kirchlichen Reformkräften infolge des patriarchalischen Pontifikales seines Vorgängers G.L. Müllers endstand? Durch welche heilende Zuwendung oder Geste lassen sich noch die geschundenen Herzen der sexuell missbrauchten Kinder (ehem. Domspatzen) doch noch neu ansprechen, um den bisherigen schäbigen Umgang durch die Leitung des Bistums (Serienbrief an die Domspatzenopfer) für diese wiedervergessen zu machen?

    Ja, viele Baustellen warten hier auf den neuen Bischof von Regensburg. Und es gilt nicht nur, die alte „Steinerne Brücke“ zu sanieren, sondern es bedarf auch noch mehrerer neuer Brücken, über die dann – wie die Erzkatholiken über die alte Brücke – auch die aufgeklärten und dialogwilligen Katholiken in Zukunft wieder den Weg in den Dom finden mögen.

    Als ein ehemaliges Sexualmissbrauchsopfer der rk. Kirche (Domspatzen Etterzhausen) wünsche ich mir vom neuen Bischof von Regensburg, dass er sich in seinem zukünftigen Pontifikat nur von der Liebe Gottes leiten lässt und den früheren kirchlichen Missbrauchsopfern deren Würde durch einen Akt der christlichen Nächstenliebe wiederherstellt und diese für ihr erlittenes Leid entsprechend nachträglich doch noch entschädigt.
    Dadurch würde er auch seinem Bischofs-Leitwort „Christus in vobis, spes gloriae“ gerecht werden und die „Liebe Gottes“ mit einer guten (reuigen)Tat gegenüber den Missbrauchsopfern bezeugen.

    „Die Liebe ist das Wohlgefallen am Guten;
    das Gute ist der einzige Grund der Liebe.
    Lieben heißt: Jemandem Gutes tun wollen.“
    (Thomas von Aquin)

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Ett

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    Georg Auer ,

    das wars dann wohl zum Thema Regensburger Domspatzen.

    Man möchte anscheinend nicht richtig über gewisse damalige Themen – Vorfälle – Ereignisse bis heute im Jahr des Herrn 2013 , nicht anständig darüber sprechen und die Vergangenheit nicht richtig aufarbeiten.

    Auch wenn der Herr Fuchs wieder zum Generalvikar ernannt wurde , kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass da zu unseren Themen Missbrauch / brachiale Gewalt bei den Regensburger Domspatzen und eigentständige Stiftung Etterzhausen , heute richtig noch etwas gesprochen wird.

    http://priesterkinder.com/

    http://www.karin-jaeckel-autorin.de/werhilft/zoelibat.html

    http://vanguarda.de/einsteins/artikel/verschwiegen/

    http://de.wikipedia.org/wiki/Priesterkind

  • Veronika

    |

    BINGO!!!
    Hätte mich auch sehr gewundert, wenn der neue Bischof andere Leute als die bisherigen in diese Ämter berufen hätte. Schliesslich wissen Fuchs und Frühmorgen (ehem. Seminaristen unter einem ehem. Regens Wilhelm) wie „der Hase läuft“, bzw. „zu laufen hat“. Da gibt es so viel nicht zu sagen, dass man kaum neue Leute einweihen (Passend der Begriff, nicht?) kann. Auch der Neue will wieder vor Gericht, diesmal wieder mit der „Süddeutschen Zeitung“:
    http://kath.net/detail.php?id=39870
    Super, da geht die Sache ja sehr gut weiter! Hat echt jemand gedacht, dass sich in diesem „….stadel“ was ändert? Seit GLM, der mich aufs Ärgste enttäuscht hat, glaub‘ ich nur noch, was ich mit eigenen Augen sehe.

  • Veronika

    |

    Ergänzung: Ich glaube, man sollte diesen Herren mal ernsthaft „alternative Glaubensunternehmen“ vorstellen (lassen). Ohne hier konkrete Namen nennen zu wollen, denke ich dass etwas Wettbewerb in bayerischen Landen durchaus zu grundlegenden Veränderungen führen könnte. Es muss ja nicht auf Dauer sein, aber wer wie die Kath. Kirche immer wieder über gewisse andere Kirchen herzieht, diese als verfassungsfeindlich brandmarken lässt, selbst aber nicht viel besser handelt, hätte eigentlich mal etwas „Gegenwind“ verdient. Ich denke auch, dass dieser „Gegenwind“ schon sehr bald kommen wird. Bei der Wahl in Tschechien hat man schon so etwas erkennen können!

  • Schorn

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    Mich hätte fast der Schlag getroffen , als ich diese neuen Nachrichten vom Wochenblatt eben laß.

    Mit Wirkung zum 26. Januar 2013 ernannte er Domkapitular Prälat Michael Fuchs zu seinem Generalvikar und gleichzeitig zum Moderator und Kanzler der Kurie. Der Generalvikar gilt als das „andere Ich“ (alter ego) des Bischofs und vertritt diesen in allen Verwaltungsangelegenheiten. Als Moderator ist er für die Koordinierung der einzelnen Hauptabteilungen des Bischöflichen Ordinariats, als Kanzler für die Erstellung und Aufbewahrung der Akten verantwortlich.

    http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/Bischof-Rudolf-setzt-auf-Kontinuitaet-mit-Kirche-unter-Gerhard-Ludwig;art1172,159885

    _

    Wenn dem jetzt so ist , dann müssen endlich auch alle Fakten und Themen von damals aus der Vergangenheit zu den Themen Gewalt und Missbrauch , Homosexualität , Bisexualität , Knabenliebe und Pädophilie in den kath. Internaten auch richtig angesprochen und aufgearbeitet werden.
    Es gab damals auch in den vielen umliegenden Klöstern genügend Vorfälle , die man heute auch bitte richtig ansprechen sollte.

    Es sollen neue Brücken gebaut werden, also muss man heute auch die Opfer von damals eben auch richtig würdigen und respektvoll behandeln!

    _
    Ps.. Dieser Bericht vom Wochenblatt ist sehr gut geschrieben..

  • Nemo

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    @Schorn

    … Bericht ist wörtlich von der Bistums-HP zitiert …

  • Fr.Streng

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    Die hier vorgetragenen Hoffnungen auf eine „andere Linie“ des neuen Bischofs, erinnern mich an die Zeit, als J. Ratzinger auf den Petri-Stuhl stieg.

    Nur, selbst wenn Bf. Rudolf vor gehabt hätte (was ich nicht glaube) in Sachen Aufklären/Prävention von Missbrauchsfällen, Laienbeteiligung, Frauenordination usw. grundsätzlich anders zu verfahren, wäre er in seinen Handlungen nicht hinreichend frei gewesen. Unter anderem weil er mit den Herren aus Domkapitel und Verwaltung (hier auch Frauen) zusammenarbeiten muss.

    Die gestrigen Personalentscheidungen bedeuten eine Kontinuität in den grundsätzlichen Sachfragen. Mit dieser Mannschaft können die Entscheidungen der letzten Jahre nicht grundsätzlich infragegestellt werden.

  • Georg Auer

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    Leitwort des neuen Bischofs von Regensburg, Dr. Rudolf Voderholzer:
    “Christus in vobis, spes gloriae.”
    (Christus ist unter euch, er ist die Hoffnung und Herrlichkeit – Kol. 1,27)

    Nach den ersten Amtshandlungen des neuen Bischofs von Regensburg, muss ich nun im Nachhinein meine voreilige Interpretation des Bischof-Leitwortes von Dr. Rudolf Voderholzer völlig neu interpretieren.

    Es ist nicht die Nachfolge von Jesu, bei dessen Leidensweg zur Stätte seiner Kreuzigung und seines Sterbens am Kreuz, sondern der Intronisations-Leitspruch eines Kirchenfürsten.
    Dieser will herrschen über alle Gläubigen und auch sogar über alle Nichtgläubigen.
    In diesen Kontext passt dann auch seine Aussage, dass er Bischof aller sein will, auch der Atheisten.
    Welch ein Blödsinn!
    Diese Nonsens-Sprüche kennt man ja schon zur Genüge von den sogenannten Volksvertretern (Volk-Verarschern) aus der politischen Arena.
    Oder ist dies aber die Sprache eines Größenwahnsinnigen, der sich aber in der Öffentlichkeit gerne als ein „Opferlamm Gottes“ ausgibt, aber in Wahrheit ein General des wahren Glaubens ist, welcher inmitten seiner Gotteskrieger mit Feuer und Schwert ins Schlachtfeld gegen die Ungläubigen ziehen will?
    Sein Kampfruf dabei lautet entsprechend dann so:
    „Der Bischof ist mitten unter euch, er ist die Hoffnung und Herrlichkeit! Amen.“

    Mein Mahnspruch hierzu lautet aber dann so:
    „Du armer Christ!
    Lasse alle Hoffnung fahren,
    wo Gott nur ein Bischof ist.“

    Ihr Missbrauchsopfer der rk. Kirche. Lasst alle Hoffnung auf Wiedergutmachung endlich fahren, denn die Kirche ist eure Mutter nicht. Wahre Mütter lieben ihre Kinder und tun für sie alles, auf dass sie dem Leben voll Vertrauen können.

    Falsche Mütter verstoßen aber ihre Kinder, gleich auch wie die Mutter Kirche (rk. Kirche) ihre missbrauchten Kinder verstößt; so diese missbrauchten Kinder für die Heilige rk. Kirche nur eine „Ausgeburt des Bösen“ sind.

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Maurus

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    Zur Erinnerung:

    Der frisch gekürte Stellvertreter des Generalvikars wurde im

    November 2002 zum Ombudsmann für Missbrauchsopfer in

    der Diözese Regensburg ernannt.

    Drei Monate später fand der Prozess gegen den früheren Pfarrer von Georgenberg Franz K. In Weiden statt.

    Er gesteht den sexuellen Missbrauch an Buben in 45 Fällen.

    Die Opfer und deren Familien erhoffen sich Hilfe vom
    “ Ombudsmann“ Domkapitular Wilhelm.

    “ Der Missbrauch der Kinder ist nicht in meine Amtszeit gefallen, ich bin deshalb im aktuellen Fall nicht zuständig“

    Was muss man diesen Worten noch zufügen?

    Nachzulesen in“ Ohne Fehl und Tadel- Kirche, klerikale Täter und deren Opfer“
    ISBN 978-3-00-035474-8
    Zu beziehen über http://www.initiative-gegen-gewalt.de

  • Veronika

    |

    @Maurus: Nee, ist nicht wahr? W. als „Ombudsmann“ für Missbrauchsopfer? Da hätte es Peter K. und Franz K., meinen Informationen zufolge seine früheren „Schützlinge“, als W. noch Regens war, nicht geben dürfen. Aber so war das Ganze ja wohl das berühmte „Bock zum Gärtner machen“.

  • Erich

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    14. November 2002: Der Ex-Internatsleiter des niederbayerischen Klosters Rohr wird wegen sexuellen Missbrauchs an einem Elfjährigen zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Er erhält zudem ein lebenslanges Berufsverbot.

    Da hat das Bistum damals angeblich sogar noch Berufung eingelegt!

    http://www.kloster-rohr.de

    http://www.theologe.de/sexuelle_vergehen.htm

  • sic

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    Sehr geehrte Veronika, ich denke, ihre Kritik an Domkapitular Wilhelm ist unberechtigt. Im Gegenteil, mir macht er in Gottesdiensten bzw in der Öffentlichkeit den Eindruck, als sei er einer der wenigen, der mit Klüngelei etc. nichts zutun hat. Ein korrekter Mensch!
    Im übrigen bezweifle ich, dass er, wie auch andere, überhaupt groß Kontakt haben (dürfen ) zum neuen Bischof. Sehen sie sich doch auf der Homepage der Diözese sämtliche Bildergalerien seit der ernennung des neuen Bischofs an. Das sind doch immer nur die 1, 2 gleichen, die den Bischof begleiten.
    Oder aber auch den Bericht von gestern “ Auf den Spuren von Papst Benedikt“. Dort ist wieder der Pressemensch der Diözese, wie so oft in letzter Zeit, mit abgebildet, der augenscheinlich dann die Bilder nicht selber gemacht haben kann. Was ist also seine Funktion? Steht nur da und macht was? Richtig: Bischof abschirmen. Schade.

    Darüberhinaus: Ich kenne mich zwar nicht genau aus, aber gibt es da nicht so einen “ Kodex“ unter Journalisten, dass man in seinen eigenen “ Medien“ nicht selber mit auftaucht????

  • Veronika

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    @sic: Danke für die Info! Kodex, Journalisten, eigene Medien? Da komme ich jetzt nicht ganz mit. Wenn Sie meinen, ich hätte mit R-Digital was zu tun, dann täuschen Sie sich. Diesen DK Wilhelm kenne ich zu wenig, da haben Sie Recht. Aber die Geschichte von diesem Diakon Gehr (Link im vorangegangenen Posting) macht nachdenklich, vor allem wenn man etwas weiter nachforscht, und dann natürlich auch auf diesen DK stösst. Dieser war meiner Info nach Regens genau in dem Zeitraum, in dem in geistlichen Kreisen Regensburg viele höchst frag-würdige Dinge geschehen sind, und wie es jetzt aussieht, die Karriereleitern für diverse Leute auch ganz ganz oben erweitert wurden. W. scheint hier – für Gegenbeweise wäre ich sehr dankbar – gut im Räderwerk funktioniert zu haben. Dies – so Geistliche aus Regensburg die ich kenne – ohne Rücksicht auf irgendwelche Verluste. Am Verhalten in Sachen „Missbrauchsaufklärung“ zeigt sich mir deutlich genug, dass sich hier nichts gebessert hat. Es eher darum geht jemanden zu schützen, der einerseits nicht geschützt werden muss/ kann, andererseits – wenn es denn alles so ist – nicht einmal geschützt werden darf. Das „grosse Ganze“ ist das Wichtige, nicht eine einzelne Person.

  • Veronika

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    @sic: Übrigens bin ich aus dem Verein namens „Kath. Kirche“ vor gut einem Jahr ausgetreten. Der frühere Studienort Regensburg, bzw. diese hier Dank R-Digital im Gegensatz zu anderen Diözesen gut recherchierten und berichteten Dinge hatten den Ausschlag gegeben. Mein Geld kann ich auch anderswo spenden. Dort wo ehrliche Leute in deren Kreisen den Unehrlichen Schranken aufzeigen, nicht wo welche schweigen, weil es so schön ist, sich von Vater Staat über ein Reichskonkordat (Das immer wieder vielbeschworene Bayerische Konkordat von 1924 gilt nur durch das Reichskonkordat von 1933 fort) alimentieren zu lassen, und Frauen nur als „nützliche Dienerinnen und kath. Nachwuchsgebärerinnen“ ansehen.

  • sic

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    Nein , ich meinte damit, ich habe jetzt bereits drei Bildergalerien entdeckt auf der Bistumsseite, in denen der Bischöfliche Pressesprecher als „Betreiber“ dieser Seite abgebildet ist. Das meinte ich. Das wäre so, als würde die MZ ständig berichte über ihre eigenen Redakteure machen. Ich finde das nicht gerade professionell…

  • Veronika

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    @sic: Lassen Sie ihn doch. Man muss doch Werbung machen, wie auch immer! kath.net bringt heute wieder, dass die GQ neben EB Gänswein auch Imkamp zu einem der bestangezogensten Männer gewählt hat. Man hätte doch überlegen sollen, ob man jemand von FoxNews als Medienberater des Vatikan einstellt, auch wenn Opus Dei natürlich mittlerweile zusehen muss, dass diesen das ganze Geflecht nicht völlig auseinanderbricht.

  • Maurus

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    Liebe Veronika,
    klar war Wilhelm der erste Ombudsmann nach Bekanntwerden der “ Leitlinien“ vom Umgang mit sexuellem Missbrauch, die sich die deutschen Bischöfe auferlegt hatten.

    Sie haben aber recht, da soll es Hausverbote im Priesterseminar für Ornatsträger gegeben haben, leider redet keiner der damaligen Seminaristen darüber.
    Da wird nur hinter vorgehaltener Hand gemauschelt.
    Und die Verantwortlichen wurden nach oben befördert, da hat man sie wohl leichter im „Griff“.

    Das Versagen der Bistumsleitung in den vielen Missbrauchsfällen, die ich seit 2002 verfolge, ist
    exemplarisch :
    Verschweigen, vertuschen, verdecken

    Das ganze hat System, GLM hat dieses System untermauert,
    er und sein damaliger GV Gegenfurtner hatten wohl Gründe
    dazu:
    GLM : die weiße Weste lässt man sich doch nicht von derlei Randgruppen besudeln!
    Willi hatte wohl andere Gründe….

  • Veronika

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    @Maurus:
    Habe jetzt noch ein wenig „geforscht“:

    1. Frühere Regenten im Priesterseminar in einer Linie: Push and Pull
    2. Frühere Generalvikare in einer Linie: Push and Pull

    Seit GLM eine Linie ehem. Regenten, Präfekten und Zöglinge des Priesterseminars in „Führungs“positionen:
    Pr | Schwa | Fu | Dre |. Davon scheinbar Einige aus dem Ort aus dem Franz K. stammte. Der Letzte aus dem Seminar, an dem Peter K. war.
    Eigentlich nicht verwunderlich und auch Kontinuität ist hier regelmässig nicht abträglich, doch die Frage sei erlaubt, warum in der Diözese Regensburg – so ich bislang durchgedrungen bin – nie irgendjemand aus einer anderen Diözese oder gar einem anderen Bundesland einen Posten im BO bekleidete. Scheint im gesamten Freistaat Bayern so zu sein, da bin ich aber noch am forschen.

  • Maurus

    |

    Liebe Veronika,

    Es ist ein Segen,dass Sie in diesem Bistum forschen möchten!

    Ein Sumpf trocknet nicht alleine aus.

    Gefreut haben mich die Aussagen von Gegenfurtner im Pressegespräch.

    Auch waren einige im Domkapitel mutig, ihn als Administrator zu wählen, versus GLM

    Aber ob diese Mauer wirklich Risse bekommen hat!?

    Ich hoffe, Vorderholzner ist keine Marionette im römischen
    Ränkespiel.

    Nebenbei, ich dachte immer noch, Sie wären in der Entscheidung aus der r.K auszutreten in einer ambivalenten Position.
    Dann Gratulation!
    Gerne wieder, Maurus

  • Georg Auer

    |

    Am 07.06.2006 einen dreiseitigen Brief an die Leitung der Regensburger Domspatzen geschrieben, in welchem ich meine Gewalt- und Missbrauchserlebnisse aus dem Jahre 1961 bei meinem Heimaufenthalt in der Domspatzen- Vorschule offenbarte. Darauf ein kurzer Anruf vom damaligen Internatsleiter und der Nachfrage nach meinem weiten Vorgehen.

    Anfang des Jahres 2010 wieder Anruf von der Domspatzen-Internatsleitung, dass mein Brief vor dreieinhalb Jahren an die Missbrauchsbeauftragte des Bistums Regensburg weiter gereicht wurde und ich möchte mich doch in dieser Angelegenheit bei der Missbrauchsbeauftragten bitte melden.

    Von 2010 bis 2012 mehrmalige Treffen mit der Missbrauchsbeauftragten. In dieser Zeit auch ein Treffen mit dem damaligen Internatsleiter der Domspatzen-Vorschule in Etterzhausen.

    Am 16.10.2010 Treffen mit meinem damaligen Heimpräfekten der Vorschule in Etterzhausen und der Missbrauchsbeauftragten in Neumarkt/Opf.. Der frühere Heimpräfekt leugnet zuerst alle Beschuldigungen ab und macht für die Gewaltexzesse dort den damaligen Direktor dafür verantwortlich. Bestreitet vehement aber das Vorkommen des sexuellen Missbrauchs. Ich s
    Konfrontierte ihn dann darauf mit meine Erinnerungen, als dieser mich öfters des Nachts in sein Privatzimmer geholt hat, wo ich mich dann entkleiden musste, so er mich jetzt untersuchen muss. Ich erzählte ihm dann seine Sexuellen Manipulationen an mir. Er bestritt dies alles mit den Worten: „Herr Auer, sie müssen sich irren, denn ich war in dieser Zeit gar nicht in diesem Heim tätig. Ich legte ihm daraufhin den Internats-Jahresbericht von 1961 vor, in dem er als Heimpräfekt aufgeführt ist. Seine Antwort darauf: „Wie man sich nur so irren kann, das ist alles schon so lange her.“ Darauf bat er mich unter Tränen ihm zu verzeihen, was ich ihm zuletzt dann auch gewährte. In der späteren Niederschrift im Bistum heißt es dann aber -, der Beschuldigte bestritt vehement jeglichen sexuellen Missbrauch.

    Am 23.01.2012 bekomme ich ein Schreiben vom Bistum Regensburg:
    ‚ Betrifft: Ihr Antrag auf Anerkennungsleistung
    -… Auch mit Ihren Schilderungen haben wir uns intensiv auseinandergesetzt und sind vielen weiteren Quellen nachgegangen. Wir konnten dabei Ihre Aussagen zur Frage eines sexuellen Missbrauchs leider nicht nachvollziehen. Eine Leistung in Anerkennung von erlittenem Leid erscheint auf diesem Hintergrund nicht gerechtfertigt. …‘

    Seit den nun fast sieben Jahren seit meinem ersten Brief, kein einziges Wort des Bedauerns noch der Entschuldigung.

    Gestern 30.01.2013 mein Austritt aus der rk. Kirche.

    Du armselige römisch katholische Kirche.

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Schorn

    |

    @ Nichts wird vertuscht ?

    Historische Momente, raue Realität

    Die bayerischen Bischöfe diskutierten in Waldsassen auch den Missbrauchsskandal.

    http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/historische-momente-raue-realitaet/875947/historische-momente-raue-realitaet.html

    Also , wenn man schon vor drei Jahren diese vielen Themen auch richtig bearbeitet – richtig aufgearbeitet hätte , dann wäre jetzt schon lange Ruhe mit dem Zeugs!

    Wenn , dann müssen auch die Themen:
    Homosexualität , Pädophilie , Bisexualität und die Knabenliebe in den kath. Internaten auch richtig auf den Tisch und auch richtig bearbeitet werden.
    Es kann nicht sein , dass in diesen Internaten seit vielen Jahrzehnten kleine Schutzbefohlene so heranreifen und draußen dann im Leben deratige Probleme mit dem Zeugs haben!!!

  • Veronika

    |

    @Maurus: Danke für die Lorbeeren. Ich weiss wirklich nicht, was ich von Gegenfurtner halten soll! Das Domkapitel, darüber wurde mir bisher so manche Sache berichtet, scheint doch irgendwie das Fähnlein nach dem Wind zu drehen. Waren Müller I.(S.E. Manfred) und Müller II. (GLM) schon verschieden genug, dem Domkapitel in Gesamtheit hat es immer genügt. Was mich besonders an solchen geistlichen Kapitularien stört ist, dass diese immer als Ganzes auftreten, so als hätte Jesus nicht als Einzelperson, sondern immer mit den Aposteln zusammen gesprochen. Jeder einzelne ist zur Nachfolge berufen, und hat zu sprechen gelernt.

  • Veronika

    |

    „Weißen Tauben, gebastelt aus Papier, zum Schluss mit einer Praline gefüllt. „Damit der Heilige Geist wirkt und sie etwas von der Süßigkeit und Liebe Gottes erleben dürfen.“ (aus dem von anderer Seite verlinkten MZ-Artikel!

    Respekt, man braucht immer was Süsses, wenn einem wie aktuell aus Tschechien, ein sehr harter, die RKK hoffentlich auch demnächst auf einen harten Prüfstein stellender Wind entgegen weht. Da haben sich die Tschechischen BürgerInnen ja gerade noch einmal besonnen, und statt Adel und Geldzahlungen mit einem „linken“ Präsidenten (Wobei mir die Linken eigentlich genauso zuwider sind wie die andere Seite!) mehr Freiheit gewählt. Wir dieser das Kirchenrestitutionsgesetz wirklich unterschreiben? Auch darum dürfte es in Waldsassen gegangen sein.

  • Joachim Datko

    |

    Jesus, eine Fata Morgana, ohne realem Hintergrund

    Zu 31.01.13 – 22:12 „so als hätte Jesus nicht als Einzelperson, sondern immer mit den Aposteln zusammen gesprochen. Jeder einzelne ist zur Nachfolge berufen, und hat zu sprechen gelernt.“

    Die Geschichten um „Jesus“ sind nicht authentisch, es gibt keine Mitschriften, sie sind Jahrzehnte später von interessierten Kreisen geschrieben und als Sammelsurium zusammen getragen worden.

    Den meisten christlichen Menschen wurden diese Geschichten von klein auf eingeprägt.

  • Eleonore

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    @ Joachim Datko: Den meisten Menschen wurden die „christlichen“ Geschichten von klein auf eingeprägt___So ist es! Und das ist Glaube — wenn Millionen um mich herum ein und dasselbe glauben. Dann muß es ja wahr sein. Wie sonst ist es auch zu erklären, daß ein toter Mann am Kreuz, einer mit irrsinnigen Wunden, gegeißelt und gemordet, höchstes Symbol einer Religion sein kann?___ Schöne, lichte, erstrebenswerte „Bilder“ sollten uns vor Augen sein, wenn wir beten! ___Ich selber bin wenig religiös erzogen, und ich erinnere mich, wie ich einmal auf einem Friedhof im Niederbayerischen spontan einer Christus-Statue „die Hand“ geben wollte. Ich habe mich nicht getraut, aus Angst, der Himmel könne einstürzen oder dergleichen. Das ist Dressur von Babybeinen an ___

  • Kath. Kirche hat fertig

    |

    @ Joachim Datko 01.02.2013, 01:12h
    Jetzt haben Sie sich aber dekuvriert, Sie sind nicht nur Ingenieur und Philosoph, sondern ausweislich Ihrer Jesus-Mythos-Kenntnisse sicherlich auch dipolmierter Absolvent der Kath. Fakultät der Uni Regensburg?!
    Jawohl, das ist er, der neueste theologische Basiswissensstand auf der Generallinie des 2. Vatikanums; nur, so deutlich hätten Sie ihn nicht darstellen sollen, denken Sie doch an die verschreckten KirchensteuerzahlerInnen. Wenn die Ihre unüberlegte Offenbarung ernst nehmen, dann ist’s vorbei mit der wirtschaftlichen Pracht und Herrlichkeit gewißer Jesus-Mythos-Nutznießer.
    A propos Jesus-Mythos, dessen geachtet sollten Sie schleunigst Ihren Vornamen ändern: Opa von Jesus, das geht nun aber wirklich nicht mehr bei Ihnen; und die Namentagsfeier am 16.08. fällt ab sofort auch aus, so viel mythoslöschende Konsequenz muß schon sein!

  • Veronika

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    @Kath. Kirche hat fertig:

    „Opa von Jesus“ ginge noch, aber „Papa von Jesus“ ist seit den drei neuesten Jesus-Büchern schon belegt, zumindest bis der Papa dort oben den neusten Skandal vom Stapel lässt.

    Etwas Bissigkeit hilft das Leben besser ertragen, vor allem wenn man von Babybeinen an offiziell amts-katholisch war.

  • Joachim Datko

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    Die Fakultät für Katholische Theologie ist meiner Meinung nach ein Fremdkörper an der Universität!

    Zu 01.02.2013 – 09:22 „Kath. Fakultät der Uni Regensburg“

    Die Fakultät für Katholische Theologie sollte aus der Universität ausgegliedert werden. Dort wird nachgebetet, was die römisch-katholische Kirche vorbetet, mit Wissenschaft hat dies meiner Meinung nach nichts zu tun.

    Man kann Theologie als Wissenschaft betreiben, dann dürfen aber die Oberpriester von Religionen keinerlei Einfluss darauf haben.

    Die Fakultät für Katholische Theologie ist sogar gefährlich, sie beteiligt sich an der religiösen Indoktrination der Menschen.

  • Joachim Datko

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    Aktuell: Erfreuliche Austrittszahlen aus den großen christlichen Kirchen in Regensburg, im Januar:

    Siehe: http://www.statistik.regensburg.de/informationen_u_zahlen/monatszahlen/

    Themenbereich: Kirchen[…] und Kirchenaustritte

    01.2013 – römisch-katholisch – 75 Kirchenaustritte
    01.2013 – evangelisch – 12 Kirchenaustritte

    *****

    römisch-katholische Kirchenaustritte in Regensburg

    01.2010- 37
    01.2011 – 48
    01.2012 – 52
    01.2013 – 75

    Ich freue mich über jeden Kirchenaustritt! Jeder Kirchenaustritt reduziert die Macht der Oberpriester!

  • Georg Auer

    |

    Viele vertane Chancen der rk. Kirche zur Versöhnung mit den Missbrauchsopfern:

    Der Ausstieg der rk. Kirche aus dem Forschungsprojekt „sexueller Missbrauch in der Kirche“ mit dem Krimonologen Pfeiffer ist nach meiner Meinung auch gleichzeitig der endgültige Ausstieg der rk. Kirche von zukünftigen Opferentschädigungsleistungen an alle Opfer von Sexualstraftätern im Kirchendienst.
    Der Leitgedeanke hierbei ist folgender: Die Kirche kann niemals Täter sein, sondern nur das Einzelindividium in ihr.
    Hierdurch vermeidet die rk. Kirche die schon längst fälligen Struktur- und Reformdebatten, welche von kirchlichen Laienverbänden als auch von Priesterreformergruppen immer wieder vehement eingefordert werden; so ja gerade diese Strukturen in der Kirche mitverantwortlich sind für den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen durch Priester, Lehrer und Erziehern im Kirchendienst.
    Die leitenden Männer im Vatikan (Papst. Glaubenspräfekt) aber haben das Kirchenschiff schon längst wieder vom Reformkurs (II. vatikanisches Konzil 1961) in die Richtung zurück zur „Pius X.-Kirche“ gewendet, deshalb auch die Heimholung der Pius-Brüderschaft zurück in den Schoß der Kirche und die Wiedereinführung der lateinischen Messe. Man will keine Reformen sondern nur Restauration, um so das Glaubenselitegefühl der rk. Kleriker und auch der kath. Gläubigen erhalten zu können.

    Als ein mehrfaches Sexualmissbrauchsopfer von rk. Heimerziehungspersonal (Erzieher, Nonne) habe ich mich nun vor gut einer Woche von der rk. Kirche losgesagt und bin aus diesem Glaubenseliteverein – trotz meines schon fortgeschrittenen Alters – ausgetreten.
    Die sieben Jahre Kälte, Missachtung und Verweigerung durch Vertreter der rk. Kirche (Bistumsleitung) seit der Bekanntmachung (mein Brief an die Domspatzenleitung im Jahr 2006) im Falle meines Missbrauchsfalles haben mir den Austritt eher zum Schluß dann erleichtert, so das unverschämte Verhalten der Kirchenoberen gegenüber den Missbrauchsopfen eigentlich schon eine unausgesprochene Aufforderung zum Ausstritt aus der Kirche beinhaltete.
    Auf diese Art entledigt sich die rk. Kirche des aktuellen Themas „Sexueller Missbrauch in der Kirche“ und entsorgt damit gleichzeitig aus ihrer Glaubensgemeinschaft auch die Sexualmissbrauchsopfer aus früherer und jetziger Zeit.

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Erich

    |

  • Veronika

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    Tut mir ja so leid, aber ich sehe es mittlerweile eher so, wie es Reinhard Mey bereits 1996, als innerkirchlich eine mittlerweile hoch akzeptierte Gruppierung die Jesuiten ablöste und sich ein Oberhaupt §zurecht schnitzte“ die Macht übernommen hat.
    https://www.youtube.com/watch?v=BU9w9ZtiO8I

    „… halt Du sie dumm, ich halt sie arm.“

    Anderslautende Aussagen werden jederzeit wohl vom gesamten noch verbliebenen Kirchenvolk (dem ich seit nunmehr einem halben Jahr nicht mehr angehöre), aber noch viel mehr vom Staatsvolk dankend angenommen!

  • norbert e. wirner

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    jetzt bin so richtig gespannt, was passieren wird, nachdem unser papst zu 28. februar zurücktritt…

    bischof müller als nächster papst? oder ein italiener diesmal?

    spannend…

  • Ett

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    @ Bischof Müller als nächster Papst?
    oder ein Italiener diesmal?

    Diesesmal keinen Deutschen Papst.

    http://www.kath.de

    …..

    Der neue Bischof in Regensburg möchte neue Brücken bauen,
    aber die Vergangenheit von Etterzhausen und der Regensburger Domspatzen auch nicht ausprechen wollen!

    http://www.theologe.de/sexuelle_vergehen.htm

  • Georg Auer

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    – „Wir sind nicht mehr Papst!“ –
    Welch eine Erlösung für alle, welche die „Vernunft“ und die „Freiheit des Geistes“ als ihre Spirit-Ideale erwählt haben.
    Welch eine Niederlage und Schmähung für alle katholischen, bayerischen und sonstigen deutschen Papstgetreuen, die nun all ihres Selbstwertgefühls beraubt wurden („Wir sind Papst!“) und welche nun für den Rest ihres Lebens ihren Frust hierüber im Benedictus – Bier ertränken müssen.

    Aber das Schiff Petri bleibt auf Kurs „Opus Dei“. Der neue Papst – ganz gleich ob Europäer oder Nichteuropäer – wird die rk. Kirche auf „Neuevangelisierungs-Kurs“ trimmen, und das bedeutet für die Restkatholiken in Europa noch größerer Konservatismus in der Kirche, wie auch im deutschen Klerus. Ein weiterer Mitgliederschwund wird in Kauf genommen. Europa und Deutschland sind im Vatikan als Glaubensländer eigentlich schon aufgegeben und hofft dabei auf ein baldiges Katastrophen-Wunder, welches Europa erneut dann wieder katholisch werden lässt.
    Mit dem neuen Papst gibt es dann auch keine Aufarbeitung der Sexualmissbrauchsfälle in der Kirche mehr, so dieses Thema einfach dann nicht mehr existent ist. Außer dass die „Opus Dei – Klicke“ im Vatikan das nächste Jahrzehnt noch die Jesuiten-Gemeinschaft für deren Aufdeckung der Missbrauchsfälle im Jahr 2010 dafür abstrafen wird.

    Also an alle noch aufgeklärten und toleranten Katholiken in ganz Deutschland:
    Ganz realistisch bleiben. Es ziehen keine Reformen ins Land und die Konfrontationen und Irritationen zwischen den kath. Glaubensrichtungen und Glaubensgruppierungen werden in der Zukunft noch viel heftiger und hässlicher ausfallen als es bisher schon der Fall war. Die Vertreter von „Wir sind Kirche“ oder von „Kirche von Unten“ werden durch die Amtskirche noch mehr dämonisiert werden, als bisher schon geschehen.

    Ein ehemaliger Domspatz und Missbrauchsopfer der rk. Kirche

  • Angelika Oetken

    |

    Mit dem neuen Papst gibt es dann auch keine Aufarbeitung der Sexualmissbrauchsfälle in der Kirche mehr, so dieses Thema einfach dann nicht mehr existent ist.
    ———————————————————————

    @Georg Auer: die vielen sehr konstruktiv-kritischen und opferorientierten Kommentare der jüngsten Zeit, auch in sehr konservativen Blättern sehe ich als Zeichen dafür an, dass die Gruppe derjenigen, die lieber an Menschen glaubt, als an Positionen sehr groß ist.
    Insofern betrachte ich den Rücktritt von Herrn Ratzinger als Chance, dass bei der Aufklärung der Missbrauchsfälle, bei denen „Domspatzen“ an großzügige „Spender“ verhökert wurden, in die Tiefe gegangen wird und man Dinge zu Tage fördert, die zwar schlimm sind aber nicht unüblich.

    So lange man hinsieht, statt sich nur am Anschein zu orientieren und erpressen zu lassen wird das auch gelingen.

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Georg Auer

    |

    – Papstrücktritt wegen Missbrauchsfälle in der rk. Kirche? –
    http://www.faz.net › Politik › Papst-Rücktritt

    Dies ist wahrscheinlich ein wichtiger Grund unter weiteren Gründen, welche den Papst veranlassten, das höchste Amt der rk. Kirche vorzeitig abzugeben, auch wenn er jetzt zuletzt dafür gesundheitliche Gründe hierfür angibt.
    Mag er auch von Natur aus nicht so ein Glaubensheroe wie sein Vorgänger im Amt (Wojtila) sein, so ist doch davon auszugehen, dass er das Papstamt eigentlich auch erst am Sterbebett abzugeben beabsichtigte. Wäre dieses schon zu früherer Zeit nicht seine Absicht gewesen, hätte er auch schon beizeiten für solchen Fall neue Regeln geschaffen.
    Im Jahr 2010 – am Höhepunkt des Missbrauchsskandal in der rk. Kirche – erhob Papst Benedikt in einem Schreiben an die irischen Bischöfe schwere Vorwürfe wegen großen Versagens der dortigen Bischöfe bei der Aufarbeitung und Bearbeitung der Missbrauchsfälle in Bildungseinrichtungen der rk. Kirche. Nachdem dann auch in deutschen Bistümern immer mehr Missbrauchsfälle aufgedeckt wurden, wurde er so selbst Objekt der Kritik, der er letztendlich hilf- und wehrlos gegenüber stand. So machte man ihn dann zuletzt sogar selbst verantwortlich hinsichtlich mehrerer Missbrauchsfälle, welche in seinen früheren Heimatdiözesen (Regensburg, München-Freising) basiert sind, auch wenn er selbst von diesen unseligen Vorgängen gar nichts gewusst haben sollte. Aber auch er als Papst stand zuletzt dem ganzen kirchlichen Missbrauchsskandal hilflos gegenüber, anstatt die Opfer von sexuellen Missbrauch durch die rk. Kirche in jedem Einzelfall in geeigneter Weise zu entschädigen und diesen so dadurch ein Stück Würde wieder zurückzugeben. Aber zuletzt zeugten
    auch die Reaktionen, Worte und Gesten des Papstes zu diesem Thema von einer eigenen großen Hilf- und Ratlosigkeit, so dass es dann nur bei ein paar öffentlichen Vergebungsbitten an die Opfer blieb, welche aber auf keiner Weise dem erlittenen Leid der Opfer entsprechen konnte.

    So machte er sich letztendlich selbst zu einem Übergangspapst, der nicht mehr die nötige Kraft aufbrachte, den Missbrauchsskandal der rk. Kirche zu einer – für alle dabei Beteiligten Personen (Opfer, Täter) – gerechten Lösung zu bringen; nämlich die Opfer für ihr erlittenes Leid zu entschädigen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, auch wenn die Missbrauchstat schon verjährt sein sollte. Nach meiner Meinung wäre für schweren sexuellen Missbrauch von Minderjährigen selbst die Exkommunikation anzuwenden.
    – „Wer aber einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, ärgert, dem wäre es besser, es würde ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt, und er würde in die Tiefe des Meeres versenkt.“ (Matthäus 18.6) –

    Zu hoffen ist nur, dass der neue Papst überhaupt gewillt ist, den glühend heißen Stab „Missbrauchsfälle der rk. Kirche“, von seinem Vorgänger zu übernehmen, oder ob er dieses Thema einfach auch nur ad Acta ins vatikanische Archiv dann ablegt.

    Ein ehemaliger Domspatz und Missbrauchsopfer der rk. Kirche

  • Georg Auer

    |

    Frühjahrskonferenz der Deutschen Bischöfe in Trier:
    Gleich einem Geheimbund tagen dieses Monat die deutschen Bischöfe in Trier, wo bisher aber so gut wie keine Ergebnisse in die Öffentlichkeit gelangt sind, oder über den bisherigen Diskussionsstand Auskunft gegeben wurde.
    Also keine Transparenz über das weitere Vorgehen im Missbrauchsskandal der rk. Kirche. Deshalb wird eine offene und ehrliche Aufarbeitung der Missbrauchsfälle innerhalb der rk. Kirche nur mit von der Kirche unabhängigen Stellen möglich sein und so erst echte Präventionsmaßnahmen dann ermöglichen. Aber hierzu ist auch der Gesetzgeber in der Pflicht, die rk. Kirche zu verpflichten, ihre Akten hierzu abzustellen; und wo dieses von der Kirche boykottiert wird, auch die Staatsanwaltschaft dann auch tätig wird, indem sie Kirchenakteb hierzu konfisziert.
    So ist eine wirkliche Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der rk. Kirche nur gemeinsam mit den Missbrauchsopfern möglich, ganz gleich auch ob dabei die Fälle des sexuellen Missbrauchs schon der gesetzlichen Verjährung unterliegen. Denn nur gemeinsam mit den Missbrauchsopfern lässt sich in Zukunft dann sexueller Missbrauch erst verhindern und die Vertuschung – wie bisher von mehr als fünf Jahrzehnten – gar nicht erst ermöglichen.
    Also nochmals: Die Aufklärung und Erforschung der kirchl. und auch aller sonstigen Missbrauchsfälle – durch einen Auftrag des Gesetzgebers – durch eine öffentliche, externe Expertenstelle (Universitätsfakultät Pädophilie), so die rk. Kirche infolge ihrer undemokratischen Organisationsstruktur
    dabei als Mitwirkender momentan völlig ungeeignet ist.
    Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen durch das Bistum Regensburg ist der beste Beleg zu dieser Aussage von mir. Hier wurden die Missbrauchsopfer noch einmal durch Vertreter der rk. Kirche aufs schlimmste gedemütigt, indem man diese im Ablehnungsschreiben auf ihren Entschädigungsantrag durch den Generalvikar der Diözesanbehörde als Lügner darstellte.
    Ganz ehrlich und auf bayrisch gesagt: Auf die Entschädigungszahlung ist von mir aus sowieso „geschi….“, so in meinem Falle in einen Zeitraum von sieben Jähen nach Bekanntmachung meines Missbrauchsfalls kein Vertreter der rk. Kirche bereit war, sich mit mir persönlich hierüber auseinander zusetzen. So blieb mir als letzte Konsequenz nur der Kirchenaustritt aus der rk. Kirche.
    Aber als ein überzeugter Christ kann man eigentlich erst außerhalb der rk. Kirche glaubwürdig Gottes Zeuge für alle Atheisten sein, so man dann kein Sklave irgendwelcher Konfessionen ist.

    lokalo.de/…
    Verrat statt Aufklärung in der katholischen Kirche
    TRIER. Mit einer Pressekonferenz und einer Podiumsdiskussion begann am gestrigen Montag eine ganze Reihe von Protestveranstaltungen anlässlich der Frühjahrstagung der deutschen Bischofskonferenz (lokalo berichtete). Die Veranstalter fordern Aufklärung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche durch externe und unabhängige Stellen.

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Georg Auer

    |

    Aufruf eines Opfers von mehrfachem sexuellen Missbrauch in katholischen Kindetheimen:

    Austritt aus der rk. Kirche.
    Am 22. September 2013 diese Bundesregierung abwählen.

    – „So eine Schand‘!
    So Kirche und Regierung – ‚Hand in Hand‘,
    die Missbrauchsopfer zuletzt haben nur verarscht und verdammt.“ –

    „Armselige rk. Kirche! Nichtsnutzige Bundesregierung!
    Ihr beide seid eine einzige Enttäuschung nur.“

    Pressebericht von – Die Welt: Runder Tisch …
    Politik lässt Opfer von Missbrauch im Stich
    DIE WELT-vor 7 Stunden
    Am 23. Januar gab es ein Treffen zwischen Rörig sowie den drei Ministerinnen, die beim Runden Tisch …

    Ein ehemaliger Domspatz

  • Georg Auer

    |

    „Kriminalität -Kinder:
    Streit um Hilfe für Missbrauchsopfer geht weiter. …
    – Schwarz-Gelb sitzt das Thema aus – “
    sueddeutsche.de/newsticker…

    Seit nun drei Jahren diskutieren die rk. Kirche und die fachleitenden Vertreter der Bundesregierung über den Missbrauchsskandal in kirchlichen und staatlichen Erziehungs- und Bildungsanstalten.
    – Und sie streiten und diskutieren immer noch – die Vertreter der Regierung wohl bis zum nächsten Wahltag und die Vertreter der rk. Kirche bis zur letzten Papstwahl der Kirche.

    Szene:
    Beteiligte Personen: Bischöfl. Generalvikar, Regierungsvertreterin, Erzieher, Nonne, Psychologe, Missbrauchsopfer

    Bischöfl. Generalvikar:
    „Ihre Schilderungen eines sexuellen Missbrauchs können unsererseits nicht nachvollzogen werden. Deshalb glauben wir, ihnen geht es dabei in erster Linie um die Entschädigungszahlung und darum, der rk. Kirche zu schaden. Vielleicht wäre es gar besser, sie würden die rk. Kirche verlassen.“

    Regierungsvertretern:
    „Herr …., das ist doch alles schon so lange her und nach dem Gesetz schon längst verjährt. Man muss auch mal vergessen und verzeihen können. Sie sind doch jetzt ein erwachsener Mann. Und welche Rolle spielten dabei ihre Eltern in der damaligen Zeit?“

    Erzieher: „Frau …., wenn sie die unglaublichen Behauptungen wegen sexuellen Missbrauchs ihres Sohnes hier im Internat weiterhin behaupten, zeige ich sie sofort an wegen Verleumdung und übler Nachrede. Ihr Sohn ist hier sowieso total falsch am Platz, so er für diese Bildungsanstalt einfach zu dumm ist. Sie erhalten bald ein Schreiben vom Gericht!“

    Nonne:
    „Frau …., Georg ist ein notorischer Lügner und hat schon eine total verdorbene Phantasie. Er ist schon als ein sexuell verdorbener Knabe hierher gekommen und wir fürchten, dass er die anderen Kinder mit seiner Verdorbenheit ansteckt. Sollten sie den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs durch mich an ihrem Kind beim Baden weiter aufrecht erhalten, erstatte ich gegen sie Anzeige über das Bischöfl. Ordinariat wegen Verleumdung. Georg ist schon ein total verdorbener Knirps, mit dem sie noch ihre Freude haben werden.“

    Psychologe:
    „Herr …, schließen sie all ihre Trauma-Erinnerungen bezüglich allem sexuellen Missbrauchs an ihnen zurück in den Safe des Vergessens, wenn die in Zukunft noch ein gutes Leben leben wollen, denn die Auseinandersetzungen werden sie kaputt machen und der Schaden wird noch größer als er schon ist.“

    Missbrauchsopfer:
    „Mein Gott! Warum wurde ich überhaupt geboren? Warum bestrafst Du mich durch solcher Art? Bin ich gar nicht ein Kind Gottes, sondern die Frucht Satans? Wäre es nicht besser, es gäbe mich gar nicht?“

    Ein ehemaliger Domspatz
    und Missbrauchsopfer der rk. Kirche

  • Angelika Oetken

    |

    @Georg Auer:

    eine sehr anschauliche Zusammenstellung, die Sie da verfasst haben.

    Mit ein wenig Glück bekommen wir eine vom Bundestag einberufene unabhängige, multiprofessionelle Untersuchungskommission, was den strukturell bedingten Missbrauch an Institutionen angeht. Die RKK wäre davon dann automatisch auch betroffen.

    Natürlich diente der Missbrauch, dem viele „Domspatzen“ zum Opfer fielen, ganz bestimmten Zwecken. Meistens geht es in solchen Fällen um Geld oder Macht. Was häufig das Gleiche ist.

    Je weitschweifiger, vorwurfsvoller und unfairer dann die Verantwortlichen salbadern, desto tiefer stecken sie meist mit drin – in der „Sch….“.

    Auch wenn es sehr schwer fällt: als Missbrauchter sollte man das Alles auf keinen Fall persönlich nehmen.

    Die RKK-Apparatschiks verteidigen ihr Allerheiligstes: ihr Geld und ihre Privilegien. Da muss schon mal geopfert werden. Was Wertvolles. Z.B. Kinder.

    Gutheißen muss man das nicht. Das wollen die Funktionäre auch nicht. Es reicht ihnen, wenn die Menschen dran glauben.

    Und das tun immer weniger. Jedenfalls in Deutschland.

    Gott sei Dank!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, eine von über 7 Millionen Wahlberechtigten in unserem Land, die in der Kindheit Opfer schweren sexuellen Missbrauchs wurden

  • Schorn

    |

    Gott sei Dank!

    Ich würde meine Jungen niemals in ein kath. Internat stecken, weil es durchaus sein kann, dass sie dort entweder Schwul oder auch Pädophlil werden könnten!

    cu

  • Prügelknabe

    |

    Als ehemaliger Etterzhausener Prügelknabe muss man sich heute nach über 3 Jahren schon ein wenig wundern eben weil das Bistum Regensburg- Bischöfliche Ordinariat Regensburg “ zu einigen besonderen Themen nicht richtig sprechen möchten , und / oder heute nach so langer Zeit eben keinen richtigen Abschlussbericht vorlegen möchten!
    Damals in dieser eigentständigen Stiftung der Regensburger Domspatzen wurden kleine Schutzbefohlene vergewaltigt, gefügig gemacht , einer brachialen Gewalt ausgesetzt –
    „Der Wille muss erst gebrochen werden“
    Mit solchen menschenunwürdigen Methoden wurden wir damals in dieser Elitevorschule der Regensburger Domspatzen erzogen. Einige “ Viele von damals “ reden heute sogar von dem damaligen Kinder – KZ. Die Ware Mensch wurde herangezüchtet ( – für den Chor herangezüchtet ) und uns kleinen Jungen wurde damals die Kindheit und die Zukuft genommen. Heute wollen die ganzen Verantwortlichen , auch der heutige Domkapellmeister Büchner , – auch der neue Protektor ( Vorsteher ) der Domspatzen – in keinster Weise auf diese ganzen Geschichten von damals richtig eingehen. Das ganze Stiftungsgeld von damals wurde nach Regensburg umgeschichtet , aber die damaligen Opfer ( ..die Ware Mensch ) will man bis heute in keinster Weise richitg helfen. Es wurde auch in den letzten vielen vielen Monaten auch ausführlich gegen den Datenschutz verstoßen – nur damit die heutigen Verantwortlichen…..
    …die Ware Mensch…

    Für mich ist das in keinster Weise ein respektvoller Umgang!

  • Veronika

    |

    @Schorn: Richtig, aber ich kenne sogar einige Leute, die haben deren Kinder gerade zu der Zeit ins Regensburger Gesangstudio geschickt, obwohl dieser aus deren nächsten Umgebung nahezu selbstbetroffen um die damaligen Umstände wussten. Nahezu verdächtig, so als ob man sich hier gerade wegen dieses Wissens besondere Ehren erhoffte.

  • Veronika

    |

    @Angelika Oetken: Wenn es denn so stimmt, was hier
    http://diakongehr.beepworld.de/wasichbin.htm
    geschrieben steht, dann ging schon immer um Macht und Karriere einige weniger, ein wenig nach oben gekommener Leute ohne irgendeine ersichtliche pädagogischen Eignung Priester ausbilden zu können. Scheinbar sind die Leute aber immer noch – mit Abdanken des aktuellen Papstes scheint man aber hoffen zu können – am Werk (Gottes) beteiligt.

  • Angelika Oetken

    |

    @Veronika:

    die Funktionen einer derart großen Organisation wie der RKK sind sicherlich sehr vielfältig.

    Was das Thema „Missbrauch“ angeht, so handelt es sich allerdings eindeutig um etwas zutiefst Systemimmanentes.

    Sexueller Missbrauch ist zum Einen in einem bestimmten christlichen Milieu ein Kernthema. Nämlich da wo die Trennung der Geschlechter, rigide Rollenvorgaben, Unwissen über und Ablehnung von lustvoll gelebter Sexualität und eine Überbetonung von Hierarchie bestimmend sind.

    Solche Einstellungen begünstigen Übergriffe. Auch und vor allem die von Müttern bzw. weiblichen Bezugspersonen auf ihre Kinder, v.a. ihre Söhne. Sei es indem emotional oder auch sexualisiert missbraucht wird.

    Für Jungen, die unter solchen Bedingungen aufwachsen und deren Verhältnis zu Frauen ambivalent ist, wird der Priesterberuf sehr attraktiv. Vor allem, wenn sie dazu noch bi-, oder homosexuell veranlagt sind.

    Denn in ihrem bigott-konservativen Umfeld steht eine solche Neigung einem Leben in der Gemeinschaft im Wege. Wer als Bi- oder Homosexueller dagegen zum Klerus gehört, lebt u.U. vergleichsweise komfortabel. Einzige Bedingung: es nicht zu offen zeigen. Immer so tun als ob.

    Ein anderer Aspekt ist, dass die Führung innerhalb der RKK ganz genau weiß, dass ihre Strukturen alle Arten von Machtmissbrauch begünstigen. Aber das ist so gewollt, denn es erleichtert die Herrschaft.

    Wenn z.B. ein Priester sexualisierte Übergriffe auf Kinder begeht und das offenbar wird, dann folgt ein Eintrag in seine Personalakte. Dort bleibt er drin. Lange Zeit. Es ist nämlich gar nicht unbedingt so, dass diese Sachen in „Giftschränken“ verschwinden.

    Ganz und gar nicht. So ein übergriffiger Mitarbeiter ist doch für eine Organisation, deren Machterhalt auf das Erzeugen von Angst, einem schlechten Gewissen und sozialem Druck beruht Gold wert.

    Er bleibt erpressbar. Kann zu Allerlei genötigt werden. Z.B. Gesetze aller Art zu überschreiten, Kollegen und Gemeindemitglieder auszuhorchen und zu manipulieren, sich an unattraktiven Projekten abzuarbeiten, Verbrechen, die Vorgesetzte begehen zu decken bzw. sie erst zu ermöglichen.

    Einen Eindruck davon gibt doch der Missbrauchsskandal um die Domspatzen.

    Kurzum: aus Sicht der Führungselite einer Organisation, deren oberstes Ziel ihr eigener Erhalt ist, gibt es doch keine „besseren“ Mitarbeiter, als eben diese Missbraucher.

    Der einzige Grund, warum das so lange Zeit so gut funktioniert hat, ist die Bereitschaft der Menschen an das „Gute“ innerhalb der Organisation zu glauben.

    Ich persönlich glaube zwar ganz fest an das Gute im Menschen, aber überhaupt nicht an irgendwelche positiven Wirkmerkmale innerhalb der Organisation RKK. Dazu steckt sie schon viel zu lange zu tief drin und dazu hat sie zu viele moralisch kranke Funktionsträger.

    Insofern bleibt nur zu hoffen, dass die vielen Menschen, für die „Kirche“ mehr ist als die Buckelei vor bunt gekleideten Phrasendreschern anfangen an sich selbst zu glauben. Und diesen Typen damit die Existenzgrundlage entziehen.

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, eine von über 7 Millionen Wahlberechtigten in unserem Land, die in der Kindheit Opfer schweren sexuellen Missbrauchs wurden

  • Angelika Oetken

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    Die Ware Mensch wurde herangezüchtet ( – für den Chor herangezüchtet ) und uns kleinen Jungen wurde damals die Kindheit und die Zukuft genommen.

    —————————————————————-

    @Prügelknabe: dass es bei den Missbrauchsfällen in Etterzhausen und bei den Domspatzen um organisierten Menschenhandel ging (und geht ?) ist offensichtlich.

    Und da solche Art von Kriminalität immer von anderer begleitet ist, wird das Ganze entsprechend verdeckt. Und es stecken viele mit drin.

    Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen.
    Meine Erfahrung von damals:

    steckt der Gummistiefel einmal im Misthaufen fest, kann man nur den Fuß raus ziehen, um da wieder runter zu kommen. Und muss viel Mühe darauf verwenden, die Scheiße wieder abzuwaschen.

    Gibt es eigentlich Hinweise darauf, wer hier wen mit Geld und Privilegien bedacht hat?

    Mit freundlichen Grüßen,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Prügelknabe

    |

    @ Angelika Oetken

    Verstehe Deine Frage nicht….
    ….Gibt es eigentlich Hinweise darauf, wer hier wen mit Geld und Privilegien bedacht hat?
    Auf Bezug den Stiftungen der Domspatzen ….

    Nach meiner Meinung bekommen immer irgendwelche Personen etliche Privilegien, die auch zu gewissen Themen anständig den Mund halten!

    Unser damaliger Internatsdirektor Johann Mayer hat schon damals immer den Bückling vor dem ehemaligen Domkapellmeister Georg Ratzinger in Etterzhausen gemacht. Der Chef ist sogar speziell mit seinem eigenen Chauffeur aus Regensburg angereist und vorher wurden auch immer sogar ausführlich die Böden im Heim gebohnert.
    Auch haben damals viele viele Eltern dem Direx immer Scheine – Backshis in die Hand gedrückt.

    Das Wort Bakshish bzw. Bakschisch kommt aus dem Persischen , wo es ‏ بخشش ‎ geschrieben wird, und bedeutet so viel wie Gabe oder Geschenk .

    http://www.tt.com/Nachrichten/NachrichtenTicker/6186170-53/ich-bin-der-ratzinger—papst-bruder-erleichtert-%C3%BCber-r%C3%BCcktritt.csp

  • Angelika Oetken

    |

    Unser damaliger Internatsdirektor Johann Mayer hat schon damals immer den Bückling vor dem ehemaligen Domkapellmeister Georg Ratzinger in Etterzhausen gemacht.
    ———————————————————————-

    Auch haben damals viele viele Eltern dem Direx immer Scheine – Backshis in die Hand gedrückt.
    ——————————————————————-

    @Prügelknabe: im Gesundheitswesen, der neuen Ersatzreligion gibt es zwei Prinzipien:

    „MKS“ (man-kennt-sich) und „BAT“ (bar-auf-Tatze).

    Auch die Sprache (schwülstiges Gelaber) und die Umgangsformen („oben buckeln, unten nachtreten“) ähneln denen im kirchlichen Kontext.

    Ach ja: die Patienten sind natürlich in dem Gefüge genauso wenig wert wie die Gläubigen bei der RKK. Sie sollen dankbar sein, glauben was man ihnen sagt und keine Fragen stellen.
    Dann sorgt man „liebevoll“ für sie…

    Insofern meine Frage: Wer hat denn Ratzinger was in die Tasche gesteckt? Für die Vermittlung „goldiger“ Knaben… oder fürs „nicht-genau-hinschauen“?

    Mit freundlichen Grüßen,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Veronika

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    @Angelika Oetken:

    Vor allem dazu „Ganz und gar nicht. So ein übergriffiger Mitarbeiter ist doch für eine Organisation, deren Machterhalt auf das Erzeugen von Angst, einem schlechten Gewissen und sozialem Druck beruht Gold wert.

    Er bleibt erpressbar. Kann zu Allerlei genötigt werden. Z.B. Gesetze aller Art zu überschreiten, Kollegen und Gemeindemitglieder auszuhorchen und zu manipulieren, sich an unattraktiven Projekten abzuarbeiten, Verbrechen, die Vorgesetzte begehen zu decken bzw. sie erst zu ermöglichen. “

    vollste Zustimmung, und die von mir mittlerweile gesehene Notwendigkeit solche Dinge nicht nur über staatliche Stellen allein, sondern auch über eine, sagen wir mal „ökumenische Einbeziehung“ aller anderen, auf Grösse angelegten Kirchen dieses Erdballs zu klären. Konkurrenz belebt das Geschäft, und wer sagt denn dass eine Kirche, wenn diese sich nicht ändern will, weiterhin hier herrschen muss? Ich sehe dies so praktikabel, wie die hier vorhandenen Täter und Leute mit Täterwissen, die ja auch vom Staat – juristisch korrekt – alimentiert werden, dann aber den psychischen Mord an Kindern weiterhin verschweigen.

  • Angelika Oetken

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    @Veronika:

    das was Sie oben von mir zitieren ist nicht auf meinem Mist gewachsen.
    Ich muss mir eingestehen, dass ich zu naiv bin, um solche perfiden Strategien zu entwickeln. Dazu muss man wohl mindestens Theologie studiert haben ;-)

    Quellen meiner Erkenntnisse sind:

    – Kirchenmissbrauchsopfer, mit denen ich im Austausch stehe
    – kirchliche Mitarbeiter
    -Patrick Wall, ein ehemaliger US-amerikanischer Priester, der als „Fixer“ beschäftigt war. Was bedeutet, dass er in Gemeinden, bei denen ein Kollege von ihm Missbrauch betrieben hat für „Ruhe“ sorgen sollte. Mittlerweile hat er sich von der RKK sehr distanziert und betreut jetzt im Auftrag einer Anwaltskanzlei Missbrauchsopfer
    – Thomas Doyle, ein Dominikanerpriester und Kirchenrechtler der sich sehr für Betroffene engagiert
    – Prof. Norbert Lüdicke, Kirchenrechtler, Uni Bonn, der so etwas Ähnliches, wie ich es hier eingestellt habe, vor einer Woche vortrug, allerdings wesentlich eleganter formuliert. Auf einer Veranstaltung mit dem Titel „Struktureller Verrat?
    Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche“, die am 18.2. in Trier (zeitgleich zur Bischofskonferenz) statt fand.

    Näheres dazu wird eventuell demnächst auf einer homepage eingestellt, ich habe nämlich ein entsprechendes Protokoll verfasst.
    Ich werde dann einfach hier darauf hinweisen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Prügelknabe

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    Das Wort Bakshish bzw. Bakschisch ….und bedeutet so viel wie Gabe oder Geschenk .

    Damals auch schon zu meiner Zeit in Etterzhausen war die soziale Herkunft so sehr entscheidend , etwas im Leben zu erreichen. Die Armen wurden ausgesiebt , und die Reichen gaben noch reichlich Trinkgelder….

    Heute ist es bei den Domspatzen in Regensburg nicht anders: Eine Schule vielleicht nur für die Reichen oder für die gute gute Mittelschicht, die sich heute doch noch alles leisten können.

    Heute haben Sie schon wieder eine neue Internetpräsenz , geben das GELD aus , aber über die Vergangenheit , wo der Georg Ratzinger noch der Domkapellmeister war, da wollen sie sich nicht mehr so daran erinnern?

    http://www.domspatzen.de/

    http://www.intern-at.de/links-presse/

  • Fr.Streng

    |

    @Georg Auer
    Vielen Dank für Ihre offenenherzigen Beiträge und den Mut mit dem Sie hier schreiben – für mich eine Bereicherung !

    Nur eine kleine Anregung für die Szene vom 31.Februar. Was fehlt ist die Figur jener, die Ihnen zur Seite stehen und den sexuelllen/körperlichen Missbrauch bzw. das systematische Vertuschen desselben ebenso beklagen und/oder darüber berichten. Alles Gute weiterhin.

  • Angelika Oetken

    |

    Der große Heilige Vater Franziskus macht derzeit vor, was eine Führungskraft von einer Führungsfigur unterscheidet.

    Er opfert. Und zwar die Bauern. Oder vielmehr die Gruppe, die er offenbar als Bauernopfer auserkoren hat.

    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/papst-franziskus-ueber-schwulennetzwerk-im-vatikan-a-905216.html

    Tja…. wenn also die Masche: Homosexuelle akquirieren und sie dann mit ihrem Schwulsein erpressen als Instrument zur Sicherung der Herrschaft aktuell nicht mehr greift… was dann?

    Bin gespannt…vielleicht doch das Priesteramt für Frauen öffnen? Aber nur für welche, die sich erfolgreich gegen jeden Versuch der Befleckung gewehrt haben…offiziell jedenfalls. Bevorzugt weibliche Missbrauchsopfer anwerben… und dann Jungfräulichkeitstests androhen? Wäre ne doppelte Beschämung… hat doch bisher bei den Opfern auch immer geklappt… siehe „Domspatzen“…. hat was…

    Mhhhh…. na dem Franziskus und seinen heiligen Brüdern wird schon was einfallen. Der ist ja Jesuit, angeblich steht „SJ“ ja für „Schlaue Jungs“.

    Viele Grüße aus Berlin-Köpenick nach Regensburg von
    Angelika Oetken

  • Veronika

    |

    @Angelika Oetken:

    Hoffentlich haben Sie hier mal nicht Recht! Vielleicht versteht man ja im diplomatischen Sprachgebrauch „Schwulennetzwerk“ als „P.philen-Netzwerk“? Könnte ich mir durchaus vorstellen, denn so ganz von dieser Welt sind die Geistlichen der RKK wohl sowieso nicht, wenn es um das Auseinanderhalten von Begrifflichkeiten ausserhalb der Dogmatik geht. Wollen wir das Beste hoffen, nämlich dass schön sauber aufgeräumt wird und zwar auch in der RKK, Abt. Deutschland.

  • Angelika Oetken

    |

    @Veronika: ich halte das Ganze für eine PR-Strategie von Herrn Bergoglio.

    Er macht sich zu Nutze, dass die Menschen auf „Retter“ wie ihn hoffen. Die Alternative wäre, selbst anzupacken, massive Konflikte zu riskieren und sich mit der Tatsache auseinanderzusetzen, dass Disharmonien und Widersprüche zum Leben dazugehören. Scheint für viele Menschen unattraktiv zu sein.

    Was Netzwerke aller Art angeht: eine derart große Organisation wie die RKK braucht sie. Ob sie sich aus der gemeinsamen sexuellen Orientierung heraus entwickeln oder andere Gesinnungen repräsentieren ist letztlich nur deshalb relevant, weil die katholische Kirche lediglich eine Richtung kennt, was Machtausübung und Entscheidungsfindung angeht: von oben nach unten.

    Sehr fragwürdig ist hingegen, dass die RKK-Führung so lange Zeit kriminelles Verhalten ihrer Führungskader zugelassen, wenn nicht sogar gefördert hat und das noch tut.
    Angefangen bei massiver Korruption und Vetternwirtschaft bis hin zu gewohnheitsmäßigem Missbrauch von Kindern.

    „Pädophil“ im eigentlichen Sinne sind die Täter eigentlich gar nicht. Nur massiv entwicklungs- manchmal sogar persönlichkeitsgestört. Deshalb vergreifen sie sich an Kindern und Jugendlichen.

    Hier hat die RKk ein großes Personalproblem. Vor allem in Ländern, in denen junge Männer andere Perspektiven haben als Priester zu werden. Wenn sie arm sind oder wenn ihre sexuelle Orientierung von der Heterofamiliennorm abweicht.
    Denn mal ehrlich: was macht den Beruf des Priesters für junge Männer überhaupt attraktiv?

    Und manche Menschen halten deshalb ihre Kinder von der RKK fern.

    Prävention hin oder her. Ihre Wirksamkeit zeigt sich im Konkreten. Nicht auf dem Papier.

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Irgendeiner, sonst keiner

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    Nehmt Euch mal ein Beispiel an uns Nordoberpfälzern! Wir gedenken unseres Bischofs Rudi mit einem famos faszinierenden Theaterevent in der Kultur- und Grenznahstadt Bärnau (BR-Dokutitel: Die Zukunft liegt im Mittelalter!):

    „Unser Rudi mog koa Wei“ lautet der Titel unseres Theaters und passt bestens zu unserem geistlichen Regionsoberhaupt. Wird sogar im Klostergarten gespielt.
    Info: http://www.okticket.de/tickets-unser-rudi-mog-koa-wei-baernau-freilichttribuene-im-klostergarten-e13427?affi=5268e1a07701f&startReset=ON

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