"Der bestintegrierte Iraker Bayerns" auf dem CSU-Podium

Flüchtlingspolitik ist keine Mahmoud-Aufgabe

Die CSU lud zur Podiumsdiskussion zur Flüchtlingspolitik – mit einem vermeintlichen Experten. Von den Arabern an sich, einem „Volksverräter“ und Trümmerfrauen…

"Das ist alles nur Politik". Saad Al Mahmoud, Diskussionsleiter Armin Gugau, Emilia Müller und Franz Rieger.

„Das ist alles nur Politik“. Saad Al Mahmoud, Diskussionsleiter Armin Gugau, Emilia Müller und Franz Rieger.

Der Mann, der da vorne mit auf dem Podium sitzt, erhält mit Abstand den meisten Applaus. Und das obwohl auch Staatsministerin Emilia Müller ins Sportheim Keilberg gekommen ist. Armin Gugau, Vorsitzender des CSU-Ortsvereins, nennt ihn „den bestintegrierten Iraker Bayerns“. Ein Porträt des 72jährigen, das jüngst in der Tageszeitung erschienen ist, liegt sorgfältig einlaminiert neben ihm auf dem Tisch. Später wird er es noch hochheben und dem Publikum zeigen. Saad Al Mahmoud scheint – wenigstens in Regensburg – also ein Gigant zu sein. Vielleicht ist das der Grund, warum der CSU-Landtagsabgeordnete Franz Rieger seinen Namen immer so ausspricht, dass es sich wie „Mammut“ anhört.

Podiumsdiskussion zum Thema Flüchtlingspolitik. Der Landtagsabgeordnete Rieger hat ins nicht eben zentral gelegene Sportheim geladen. Trotzdem ist der Saal bis auf den letzten Platz besetzt. Im hinteren Raum sitzt die Dorfjugend und hört zu. Selbst Sebastian Koch, SPD-Bürgermeister aus dem benachbarten Wenzenbach, ist gekommen. Er wird heute noch als „Volksverräter“ beschimpft werden. Aber dazu später.

„Dann brauchen sie kein Brot.“

Zunächst hat nämlich Emilia Müller das Wort. Die Sozialministerin nennt Zahlen und Fakten, spricht davon, dass man an den „Grenzen der Leistungsfähigkeit“ angelangt sei und wiederholt auch die bekannte CSU-Forderung nach Obergrenzen. Gleichzeitig betont Müller aber auch, dass Deutschland für Kriegsflüchtlinge offen sein müsse, dass alle Asylbewerber, auch jene die wieder abgeschoben werden, ein Recht auf menschenwürdige Behandlung und Unterbringung hätten, dass es gerade bei den unbegleiteten Minderjährigen viele „schreckliche Schicksale“ gebe.

Hatte teilweise einen schweren Stand: Emilia Müller.

Hatte teilweise einen schweren Stand: Emilia Müller.

Ersten vernehmbare Applaus erhält die Ministerin allerdings erst, als sie auf die Einhaltung „unseres Wertekanons“ pocht und eine Anekdote aus Tirschenreuth erzählt. Mehrere männliche Flüchtlinge hätten sich dort geweigert, aufgeschnittenes Brot zu essen, weil es von Frauen angefasst wurde. „Dann brauchen sie kein Brot“, sagt Müller. Es wird begeistert geklatscht. „Genau“, wird gerufen. Dann hat Al Mahmoud das Wort.

Der Vater des Regensburger Discokönigs Sascha Al Mahmoud, auch er ist heute ein Weilchen vor Ort, lebt seit 1969 in Regensburg und hat als Ingenieur bei Siemens gearbeitet. Heute sei er Sprachmittler für die Bundespolizei und das Bundesamt für Migration, erzählt er in etwas gebrochenem Deutsch. Entsprechend gut kenne er sich auch aus, betont er.

„In Syrien gibt es keine Fachkräfte.“

„Und das, was Sie gesagt haben Frau Müller, das waren schöne Zahlen. Aber das ist doch alles nur Politik.“ Von den Problemen – da höre man ja gar nichts, fährt er unter zustimmendem Gemurmel fort. Deggendorf, das sei „wie Klein-Damaskus“. In Syrien da gäbe es „so etwas wie Fachkräfte überhaupt nicht“, genau wie in der gesamten arabisch-islamischen Welt. Die meisten syrischen Flüchtlinge seien Analphabeten, könnten auch kein Englisch und beim Deutschunterricht würden die auch nicht aufpassen. „Die meisten schlafen.“

Die Frauen seien „bei denen von minderer Qualität“, jetzt kämen die ersten, die mit zweien verheiratet seien. Er wisse da von einem, der mit einer 49jährigen eingereist sei, „die ihren Dienst schon erledigt hat“, und einer 36jährigen, die noch passe, erzählt er unter etwas dreckigem Gelächter und viel Beifall.

Anekdoten, Verallgemeinerungen und Parolen

Es ist ein sprunghaftes Potpourri, das Al Mahmoud in seinem Eingangsstatement, aber auch später – bei der impulsive Fragerunde – zum Besten gibt. Es besteht aus Anekdoten wie der Geschichte eines Flüchtlings, dem er am Akzent angemerkt habe, dass er gar nicht aus Syrien, sondern Nordafrika komme. „Wenn Du das nicht innerhalb einer Minute zugibst, dann wirst Du sofort abgeschoben“, habe er diesem mit Zustimmung der Bundespolizei angedroht. Das habe geklappt. So müsse man mit diesen Leuten reden. „Die müssen merken, wie wir ticken.“ Immer wieder folgen dann allgemeine Schlüsse und Parolen wie: „Die Flüchtlinge verstehen Integration als erreicht, wenn sie ihren Aufenthaltsstatus haben“ oder „Die Araber und Moslems, dazu zähle ich auch die Türkei, die verstehen das nicht mit der Demokratie.“ Er kenne da einen, der wolle geschlagen werden, weil er sonst Whisky trinke.

Er würde gerne helfen. Der bayerischen Staatsregierung, ja der Bundesregierung biete er sich als Berater an, sagt Al Mahmoud immer wieder. Es wirkt wie eine engagierte Bewerbungsrede des Rentners um eine neue Aufgabe. „Wenn Sie noch Fragen haben, dann…“ Begeisterter Applaus schneidet Al Mahmoud das Wort ab. Und ebenso begeistert werden seine Parolen aufgegriffen.

Saad Al-Mahmoud: "Der bestintegrierte Iraker Bayerns". Fotos: as

Saad Al-Mahmoud: „Der bestintegrierte Iraker Bayerns“. Fotos: as

Das sei mal einer, der die Wahrheit sage, meldet sich ein Mann zu Wort. So etwas solle die Presse mal schreiben, er meine ja schon irgendwie, dass da zensiert werde. Und wenn man mal was sage, werde man gleich in die rechte Ecke gestellt. Er komme gerade aus der Sauna und da höre man von allen diese Unzufriedenheit. „Wie wird das erst werden, wenn man dauernd Asylanten auf der Straße sieht.“

„So einen Scheiß hab ich ja noch nie gehört.“

So geht es bei der Fragerunde weiter. Das mit den Flüchtlingen sei doch gesteuert, damit Deutschland muslimisch werde, meint einer. Im 16. Jahrhundert, da habe man die Moslems noch zurückgeschlagen. „Jetzt sind sie da.“ Man müsse das so regeln, dass alle Flüchtlinge „dass Grundgesetz unterschreiben müssen und wenn sie drei Mal dagegen verstoßen, abgeschoben werden“, sagt ein anderer. Putin brauche man, um das Problem zu lösen, ergänzt jemand.

Er sei als „Präsident von EPCOM“ in Zürich, meldet sich ein weiterer Mann zu Wort. Die Schweizer verstünden gar nicht, was mit den Deutschen los sei. „Die sagen, wenn man den Flüchtlingen kein Geld gibt, dann stehen statt 7.000 nur noch sieben an der Grenze.“ Außerdem sei ja auch in Deutschland nach dem Krieg niemand abgehauen. „Wir haben unser Land wieder aufgebaut“, ergänzt er und bemüht den Trümmerfrauen-Mythos.

Von der Dorfjugend regt sich derweil zunehmend Widerspruch. „So einen Scheiß hab ich ja noch nie gehört“, ruft eine junge Frau dazwischen. „Lassen Sie mich ausreden“, gibt der EPCOM-Präsident zurück.

„Wir werden von einer irren Kaiserin regiert.“

War Emilia Müller keine Hilfe: Franz Rieger.

War Emilia Müller keine Hilfe: Franz Rieger.

Emilia Müller versucht derweil von Podium aus die Wogen zu glätten – mit Informationen, Korrekturen von Al Mahmouds Behauptungen, aber auch mit dem Hinweis, dass Horst Seehofer doch für strengere Regeln kämpfe. Doch sie wird unterbrochen. „So ein Quatsch! Das kann man sich nicht anhören“, brüllt ein Mann sie an. „Wir werden im Chaos enden. Wer soll das alles bezahlen? Wir werden von einer irren Kaiserin regiert.“

Franz Rieger ist Müller kaum eine Hilfe. „Wir sind ja Ihrer Meinung“, sagt er zu dem Zwischenrufer. Aber es seien ja erst in zwei Jahren Wahlen. Mit dem Rest Europas ließe sich auch nichts anfangen. „Die nehmen keine Flüchtlinge mehr auf.“ In Deutschland dagegen zerfalle der Rechtsstaat und man habe „ein zunehmendes Zahlenproblem“.

„Ich möchte eine Frage ans Publikum stellen“, wirft sich ein Mann im roten Hemd in Positur. „Wer ist dafür, dass wir noch Flüchtlinge aufnehmen sollen?“ Nur wenige Hände gehen nach oben, unter anderem die der jungen Leute im Hintergrund. „Sehen Sie“, sagt der Mann an Müller gewandt. Weit mehr als 95 Prozent seien gegen die weitere Aufnahme. Nun müsse die Politik handeln. „Wenn man einen Wasserrohrbruch hat und der Keller vollgelaufen ist, dann überlegt man ja auch nicht, ob man das Wasser zum Abspülen oder für die Waschmaschine verwendet. Dann stopft man das Leck und schaut, dass man das Wasser geordnet rausbringt.“ Applaus.

Koch, der „Volksverräter“

Als Bürgermeister Koch dem besagte Fragesteller später entgegenhält, dass das „schon etwas dümmlich“ gewesen sei, zischt er ihm ein aggressives „Volksverräter“ entgegen. Am nächsten Tag erhält Koch im Rathaus böse Anrufe, „warum er für die Einschleusung weiterer fünf Millionen Islamisten gestimmt habe“.

DSCF4959

Die Veranstaltung geht zu Ende. Ein altgedientes Mitglied der CSU Regensburg meldet sich zu Wort. Auch wenn er manche Sorgen teile – es bringe doch nichts, nur dagegen zu sein, sagt er. „Es ist unsere Aufgabe als Bürger und Mitglieder einer christlichen Partei, dass wir die vielen Fremden in Regensburg integrieren.“ „Wenn sich nur jeder zehnte um einen kümmert, dann ist das doch zu schaffen.“ Ein Mann brüllt dazwischen: „Die können doch unsere Sprache gar nicht. Die wollen das gar nicht.“ Doch der Redner lässt sich nicht beirren. „Wir müssen die Ängste ablegen und selbst zupacken.“ Der Politik allein könne man das nicht überlassen. Er bleibt, neben Müller, eine der wenigen Stimmen der Vernunft.

Ein vermeintlich Kompetenter gibt den Scharfmacher

Mit Saad Al Mahmoud hat sich die CSU keinen Giganten aufs Podium geholt, sondern jemanden, der sich in der Rolle des Kompetenten wähnt, aber eher den Scharfmacher gibt. Ob Al Mahmoud das selbst bewusst ist, lässt sich angesichts seiner stellenweise etwas wirren Ausführungen, die erkennbar auch auf sprachliche Probleme zurückzuführen sind, nicht wirklich erkennen. Er freut sich einfach über den Zuspruch, den er hier heute erntet und hofft auf einen Berater-Posten „für Regensburg, aber nicht in Regensburg“.

Bitte unterstützen Sie eine unabhängige Berichterstattung in Regensburg.

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (38)

  • Roland Hornung

    |

    Ich kenne Sa’ad von unserer gemeinsamen Arbeit beim a.a.a. (=Arbeitskreis für ausländische Mitarbeiter). Ich gab dort Mathe-Nachhilfe, und er meines Wissens Deutsch-Nachhilfe und Deutsch-Kurse? Er war eigentlich nett und moderat und freute sich, dass ich ein wenig „small talk“ in arabisch (das ich kaum kann) mit ihm machte. Ich habe ihn längere Zeit nicht gesehen und bin etwas erstaunt über seine Äußerungen bei jener Veranstaltung der CSU. Noch mehr bin ich „verwundert“ über die recht pauschalen und stark „vereinfachenden“ Aussagen der dort Anwesenden. Weil ich ja selbst immer wieder Studierende aus verschiedenen arabischen Ländern (und auch anderen muslimischen Ländern) hatte, kann ich den pauschalen Aussagen, die dort gefallen sein sollen, keineswegs zustimmen. Mein Eindruck ist ein völlig anderer.

  • Armin Seidl

    |

    Einfach peinlich diese CSU Podiumsdiskussion zur Flüchtlingspolitik in Regensburg.Die Veranstalter Gugau und CSU Chef Franz Rieger fallen immer tiefer in einem Schwarzen Sumpf wo sie sich befinden einfach traurig.So weit sind wir schon in Bayern!!Kein wunder das Bora Ataman der ehemaliger CSU Integrationsbeauftragter der Stadt Regensburg bei dieser Podiumsdiskussion zur Flüchtlingspolitik hier sich nicht beteiligt finde ich gut.

  • Tobias

    |

    Einiges deckt sich schon mit dem, was ich damals in der Hans-Herrman-/Willi-Ulfig-Schule mitbekommen habe. Nach dem Wechsel der Grundschule in einem Vorort mit genau einem Ausländer direkt in eine Klasse mit 50% Muslimen. Gerade im Ethikunterricht war das Ganze mehr oder weniger .. „interessant“. Gut, als Kind hat mich das nicht interessiert, aber es lässt auch auf das Elternhaus schließen, was ihren Sprösslingen mitgegeben wird.

    Ansonsten ist das mit der Sprache WIRKLICH ein Problem. Es gibt genug Augenzeugen und sogar eine Doku (ARD: „Vier Wochen Asyl“), die zeigen, dass Deutschunterricht nicht interessiert und viele wirklich mit dem Ankommen zu meinen, es sei alles getan. Vollversorgung und Taschengeld für lau. Klar, das wäre auch für mich geil. Aber auch auf Arbeit haben wir Leute vom Dönerstand, die sprechen nach über 10 Jahren immer noch sehr schlechtes Deutsch. Ich wüsste nicht, warum „Wir“ da „anpacken“ sollten? Ich bin ja kein Pädagoge und ich habe sie nicht eingeladen.

  • Ulf

    |

    „ich habe sie nicht eingeladen“ – ach, Tobias, warum sollte man auch für Menschen wie Sie deutsch lernen?

  • Eduard Gashi

    |

    Wir dürfen bei der ganzen Diskussion im Flüchtlinge nicht vergessen, dass wir es hier mit Menschen und Schicksalen zu tun haben. Menschen haben es verdient, dass sie Menschenwürdig behandelt werden. Und durch meinen Besuch in einem Wohnheim hier in Regensburg – aufgrund meiner Tätigkeit als ehrenamtlicher Übersetzer für albanische (Kosovo, Albanien, Serbien, Mazedonien) Flüchtlinge – weiß ich, dass die Unterbringung und Verpflegung der Asylanten gut ist. Dies haben mir auch die Asylanten gesagt – zumindest die albanischen. Auch sind die Leistungen die ihnen entgegengebracht werden gut. So wird auch an medizinische Untersuchungen nicht gespart, ich habe selber eine Dame zum Arzt begleitet und das Amt war auch sehr offen und hilfsbereit. Ich glaube wir können nur wenigen Bürgern vorwerfen nicht helfen zu wollen oder absolut gegen Flüchtlinge zu sein. Aber, wenn man Geschichten hört wie von Frau Müller, dass Flüchtlinge kein Brot annahmen, nur weil dieses Brot von einer Frau geschnitten wurde. Dann frage ich mich, was würde ein solcher Mensch machen, wenn eine Frau ihn direkt Anweisungen erteilt? Das die ganze Situation schwer ist, sieht jeder! Das wir eine gute und langfristige Lösung brauchen ist auch offenkundig. Wir brauchen eine Lösung die auch für das einheimische Volk akzeptabel ist, denn ich sehe es teilweise auch so, dass viele sich nur heimlich trauen über deren Ängste zu sprechen, weil sie nicht in eine Ecke gesteckt werden wollen, in der sie nichts zu suchen haben.
    Dass der Orient und die Menschen aus dem Orient anders als „wir“ ticken ist klar und logisch. Wir dürfen nicht vergessen, dass diese Bevölkerung von einer Unterdrückung und Diktatur in eine andere geraten ist. Das spielt eine erhebliche Rolle in der Entwicklung eines Volkes über verschiedene Generationen. Der Orient hat keine Aufklärung wie die westliche Welt erfahren oder aber der Islam eine Reformbewegung wie das Christentum durch Martin Luther und andere Reformatoren. Die Menschen aus dieser Gegend sind es gewohnt ihre Ansichten von früheren Generation zu übernehmen und zu leben. Ohne selbst diese kritisch zu hinterfragen. Wir in Europa waren auch eine lange Zeit Mitläufer und nicht denkende nur ausführende Wesen. Was wir also brauchen ist Bildung. Wir müssen die Flüchtlinge bilden.
    Die zu integrierenden müssen die Integration auch als einen Vorteil für sich verstehen. Das ist menschlich! Jeder Mensch wird nach dem streben indem er einen Vorteil, einen Nutzen, für sich sieht. Wenn der Integrationswillige nur auch Vorurteile stößt, wird er von seinem Vorhaben loslassen und sich denken „ob ich es versuche oder nicht, spielt keine Rolle…..ich bleibe wie ich bin, ich werde eh nicht akzeptiert“ Wir dürfen die Leute nicht in die Ecke drängen, aber wir dürfen bei der Integration auch nicht den Fehler machen, dass wir in Aussicht stellen, wir würden uns auch irgendwo integrieren. Gleichzeitig wäre es fatal zu glauben, dass eine Gesellschaft durch neue Einwohner fremder Kulturen unberührt bliebe. Wir erleben dieses Phänomen beim Autokorso. Diese Aktion ist auch etwas, was nicht typisch deutsch ist, sondern von den Gastarbeitern – die nicht nur Arbeiter waren sondern auch Menschen – nach Deutschland kam.
    Alles in allem, denke ich, dass Deutschland an seinem Wertekanon festhalten muss. Dies ist das was wir alle wollen. Wir wollen eigentlich uns nicht in Richtung Orient oder sonst wo kulturell verändern. Alles neue kreiert Angst, die Angst muss erkannt werden und kann nur durch sachliche Betrachtung entweder bestätigt oder als unbegründet betrachtet werden.
    All diejenigen die nicht Integrationsbereit bzw. willig sind, muss man sagen, dass es nach einer gewissen Zeit und bei Frieden in deren Herkunftsland zurück geht. Das dies in der Praxis schwieriger ist als in der Theorie steht außer Frage. Aber eines ist klar, Flüchtlinge sind keine Programme die wir jetzt deinstallieren können. Man ist auch kein Volksverräter, wenn man anders denkt als eine regierende Partei, das hat der Pluralismus so an sich. Man mag ein gemeinsames Ziel haben aber verschiedene Ansichten wie man das erreichen will.
    Wir brauchen mehr miteinander und weniger nebeneinander.
    Ein gegenseitiges akzeptieren und kein aufgeben, auch keinen Seiten. Viele haben Angst, dass sie entwurzelt werden durch die Integration, dem ist nicht so. Ich sehe einen Migranten wie einen Baum. Ein Baum braucht starke Wurzeln aber er muss auch gute Frucht auf dem Boden bringen auf dem er steht. Meiner Meinung nach, muss man eben nicht katholisch sein um integriert zu sein, denn dann frage ich mich, was ist mit den Protestanten und Atheisten in Bayern, die hier geboren sind oder wie einige sagen „die Urbevölkerung stellen“? Integration ist doch ein leben und leben lassen, das zu schaffen ist nicht leicht und erfordert viel Arbeit aber wir müssen es schaffen, uns und unserem Land zu liebe.

  • Matthias Beth

    |

    Wo war der ehemalige Integrationsbeauftragte der CSU Regensburg-Stadt Bora Ataman? Er wäre sicherlich bei der Diskussion eine Bereicherung gewesen mit seinen Beiträgen!
    Interessant wäre doch die Antwort auf die Frage, warum nehmen die sunitischen Staaten um Syrien herum, Die Emirate, Saudi Arabien, Oman, Quatar, ihre muslimischen Glaubensschwestern und Glaubensbrüder nicht auf, sondern lassen diese in das ungläubige Europa wandern bzw. ausreisen?

  • joey

    |

    von unterschiedlichen Kulturen und den aus dem Lanz Yogeshwar TV bekannten syrischen Ärzten:

    In eigener Erfahrung mit Kunden mußte ich feststellen, daß in der Familie eines „Dr. med Ya…“ die Frau/Mutter mit mir als „Fremden“ nicht sprechen durfte. Nehmen wir mal an, diese durchaus gut und modern europäisch gestylte Dame fügt sich freiwillig in die Rolle des Heimchens: so müssen wir diesen freien Willen respektieren. Die darf das.

    Es bleibt eine Art von Ratlosigkeit zurück, wo offenbar nicht einmal die klassischen Emanzipationsbewegungen klare Haltungen haben (wollen). Ich selbst fühle mich dann als Mann wegen meines Geschlechts diskriminiert. Es ging hier um die Frage, wo das Spülbecken in der Küche hin kommen soll. Bei sowas habe ich noch keine europäische Frau erlebt, die dazu nichts zu sagen hatte.
    Es gibt keine EU Richtlinie, welche die Mitwirkung von Frauengremien bei der Anordnung von Spülbecken vorschreibt. Die Belanglosigkeit des Details kontrastiert aber das große Problem.

    Begriffe wie „Leitkultur“ kann man als Überschrift ohne Lösungsansatz bezeichnen, rechtsradikal sind aber Themen wie Gleichberechtigung sicher nicht. Die Menschen, die hierher kommen, müssen wir mit ihrer Religion und Tradition respektieren, wir haben hier keine Umerziehungslager. Aber die „Hoheit“ über das alte Mitteleuropa ist vielen ansässigen Menschen wichtig. Weil das ihre Heimat ist, „ihr Land“, ihre Freiheit.

    Die Prohibition in den USA wurde von einer religiösen Partei mit unter 10 Prozent durchgesetzt, das Zünglein an der Waage. „Überfremdung“ braucht keine rechnerische Mehrheit, das Szenario von Houellebecq ist leider nicht undenkbar.

    Wir müssen in einer Demokratie darüber reden. Dabei kommen auch sicher einige Deppen zu Wort oder einfach nur Menschen, die nicht den richtigen Ausdruck finden: es ist eben nicht jeder ein ZDF Standardphilosoph.
    Wenn jeder was dazu sagen darf, ohne wegen irgendwas gekeult zu werden, dann regt sich auch der Ton etwas ab.
    Wir brauchen Lösungen in der Gesellschaft und in den Parlamenten. Denn die Steinmeier Merkelei hat bisher keine Perspektive veröffentlicht und Seehofer weiß jede Woche was Neues. Lösungen in Demokratien werden sowieso nicht von irgendeinem Papst verkündet, man versucht sich hier normalerweise mit Gruppenintelligenz.

    Auf die (Rede-) Freiheit.

  • Roland Hornung

    |

    @ Matthias Beth

    Sehr geehrter Herr Beth,

    das ist nur teilweise richtig: Richtig ist, dass Quatar, Saudiarabien, Emirate keinen, wohl keinen einzigen, ihrer sunnitischen Glaubensbrüder als Flüchtling aufnehmen, Das ist traurig und völlig unverständlich, zumal diee Länder wahrlich auch sehr reich sind. Richtig ist aber auch, dass Libanon und Jordanien immens viele Flüchtlinge aufnehmen, im Millionenbereich. Umgerechnet auf deren Einwohnerzahl etwa das 15-fache dessen, was „wir“ hier aufnehmen. Und das ist bewundernswert und sehr beeindruckend.

  • Georg Raab

    |

    Warum ist der ehemalige CSU Integrationsbeauftragter Bora Ataman nicht bei dieser Podiumsdiskussion zur Flüchtlingspolitik nicht gekommen,wäre besser gewesen in der Veranstaltung als dieser Saad Al-Mahmoud.

  • Silvia Gross

    |

    Die unter anderem männlichen muslimischen Flüchtlinge, die ich betreue, geben mir sowohl die Hand und nehmen auch Waren zum Essen aus meiner Hand an. Aus meiner Betreuungspraxis heraus kann ich die Aussagen Saad Al Mahmouds überhaupt nicht bestätigen. Ich kenne auch Syrer, die nach nur wenigen Monaten Aufenthalt hier schon Deutsch sprechen und schreiben. Islamische Mütter gehen z.B. auch mit ihren Kindern, die im Kindergarten sind, zum christlichen Martinszug, z.B die syrische muslimische Mutter aus Damaskus mit ihrer 4jährigen Tochter, für die ich Flüchtlingspaten bin. Herr Mahmoud macht sich sträflicher Verallgemeinerungen schuldig. Er hält Menschen aus Syrien, Iran, Irak für nicht integrierbar. Da darf gefragt werden, wie er als gebürtiger Iraker es denn geschafft hat…..?

  • Paul

    |

    „Ich kenne auch Syrer, die nach nur wenigen Monaten Aufenthalt hier schon Deutsch sprechen und schreiben.“

    Ich kenne auch solche Fälle, richtig. Aber ich kenne auch genügend Fälle, wo’s nicht so ist. Will man eine SACHLICHE Debatte, sollte man schon a) erstmal objektiv ermitteln, ob das die Regel oder die Ausnahme ist und b) die so erhaltenen Zahlen auch offen und ohne Nazikeule diskutieren dürfen. Right? Einzelfälle sind Anekdoten ohne Aussagekraft, das gilt in der Medizin genauso wie in der Flüchtlingsdebatte, und es wird ja nun offensichtlich immer deutlicher, dass der top-gebildete syrische Oberarzt, der perfekt englisch/deutsch spricht und mit Freude mit jüdischen Kollegen zusammenarbeitet, wohl eher nicht die Regel ist, nicht wahr?

    Islamische Mütter gehen z.B. auch mit ihren Kindern, die im Kindergarten sind, zum christlichen Martinszug, z.B die syrische muslimische Mutter aus Damaskus mit ihrer 4jährigen Tochter, für die ich Flüchtlingspaten bin.

    Stimmt, hab ich in unserem Kindergarten auch erlebt, und es hat mich zunächst gewundert und positiv überrascht. Meine Freude war dann aber schnell zu Ende, als die Aussage kam: Es sei immer noch besser, in einem christlichen Kindergarten zu sein als in einem – Igitt!! – städtischen, wo offenbar als Atheisten verkleidete Teufel herumlaufen (um’s mal überspitzt auszudrücken). Die Toleranz gegenüber Fremdreligionen ist bei SEHR vielen Moslems ganz schnell zu Ende, wenn’s um Juden oder Atheisten geht. Da sind Christen offenbar das kleinere Übel (ja: Übel). Und das ist für mich schon was ganz anderes als echte, verinnerlichte Toleranz.

    Herr Mahmoud macht sich sträflicher Verallgemeinerungen schuldig.

    Ja, klar, der macht sich wichtig, um mal in der Zeitung zu stehen. Hat er damit ja auch ganz gut geschafft. Aber ein Teil von dem, was er – natürlich übertrieben und verzerrt – sagt, stimmt leider.

  • erich

    |

    das ist die von einer Seite herbeigesehnte und von der anderen Seite verteufelte Zukunft Deutschlands, nämlich aufgrund der von der Politik gewollten Diversifizierung der Bevölkerung wird es sich keine Partei mehr leisten können den Islam unbeachtet zu lassen, selbst wenn sie christlich in ihrem Namen trägt.

  • Silvia Gross

    |

    Genau. Einzelfâlle sind Anekdoten . Auch im Negativbereich. Oder gelten Negativbeispiele als objektiver? Mir geht es darum, zu zeigen, dass Integration möglich ist, wenn wir uns ohne Scheu und Berührungsängste mit einbringen. Ich jedenfalls empfinde das Engagement als sinnvoll, mehr jedenfalls, als zu jammern oder sich von vornherein zu fürchten oder nichts zu tun. Diejenigen, die gar nichts tun, aber sich fleiśig vor allem Fremden fürchten, tragen definitiv nichts zur Integration bei.

  • Roland Hornung

    |

    Ich kann Frau Silvia Gross in Vielem bestätigen und zustimmen. Ich habe allerdings ein anderes Klientel: Studierende. Auch aus arabischen Ländern.

  • H. Müller

    |

    „Wenn Du das nicht innerhalb einer Minute zugibst, dann wirst Du sofort abgeschoben.“

    „Die Araber und Moslems, dazu zähle ich auch die Türkei, die verstehen das nicht mit der Demokratie.“

    Betrachtet man diese Zitate Al Mahmouds aus dem Artikel, liegt der Verdacht nahe, er schließt da eher von sich auf andere.

    Frei nach Gerhart Polt: Wofür brauchen wir Menschenrechte, wir sind doch schon eine Demokratie.

  • N.N.

    |

    Kommentar gelöscht. Wenn Sie einem der dort anwesenden Politiker irgendwelche Beleidigungen an den Kopf werfen wollen, dann tun Sie es – wenn Sie meinen – persönlich, aber nicht hier.

  • Johann Pielmeier

    |

    Die einzige Frage, die ich mir stelle ist:
    Wer hat eigentlich diesen Artikel diktiert ? SPD, Grüne oder Linke ??
    Unglaublich, wie man mit Hilfe von Kommentaren einiger „Besucher“ die ganze Veranstaltung kaputt redet und schreibt und dann der CSU anlastet.
    Wann stellen sich eigentlich die anderen Parteien der Bevölkerung ?
    Was hier geschrieben wird, ist respektlos Herrn Al Mahmoud gegenüber.
    Ich habe großen Respekt.

  • Petra Freising

    |

    Wer braunes Gedankengut verbreitet, muss sich nicht wundern wenn es nach Scheiße stinkt.

  • Anwesender

    |

    Ich kann den Eindruck, der in diesem Artikel wiedergegeben wird, weitgehend bestätigen. Emilia Müller hat sehr viel Informationen geliefert und hat auch aus dem Nähkästchen geplaudert. Es gab aber noch zwei oder drei Wortmeldungen, die ganz i.O. waren, z.B. zu den Kriegsursachen, aber die meisten waren so wie oben beschrieben. Herr Al Mahmoud hat zum Teil recht wirres Zeug geredet und ständig verallgemeinert. Der will einfach eine Aufgabe. Ich glaube aber nicht, dass er mit Absicht hetzten will. Am Schlimmsten war Franz Rieger. Der hat, wenn er was gesagt hat, nur Luftblasen von sich gegeben und die Staatsministerin im Regen stehen lassen.

  • joey

    |

    „Einzelfälle sind Anekdoten“
    Ja. Aber mit Anekdoten kann man bestimmte Probleme anschaulich darstellen. Wer dabei als erster „alle“ sagt, hetzt.

  • Totenhosen

    |

    Kommentar gelöscht. Bleiben Sie bei einem Pseudonym. Alle weiteren Kommentare von dieser IP werden gesperrt.

  • Lothgaßler

    |

    Geht es um Religion oder um Kultur? Die Zugereisten (egal ob sie nun bleiben oder wieder gehen) werden einen Teil ihrer alten Kultur behalten und einen Teil unserer Kultur übernehmen. Mir ist da nicht bange, denn die Menschen zeigen gerade sehr deutlich welcher Kultur sie im Zweifel den Vorzug geben. Vielleicht tun sich die Älteren schwer, aber Kinder, Jugendliche und Frauen werden die hier im Lande geltenden Freiheiten und sich bietenden Möglichkeiten sehr schnell nicht mehr missen wollen.
    Problematischer sind jene, die Religion über Kultur stellen. Im Grunde ist das christlich-jüdisch-islamische Religions-Gezänk zum Lachen: Meine Religion ist besser als die deine, auch wenn mein Gott der selbe ist wie deiner! Noch absurder sind die inner-religiösen Feindschaften. Da hilft nur religiöse Ferne oder gänzliche Abstinenz. An dieser Stelle möchte ich an die in jeder Kultur gültigen 10 Gebote erinnern, an stinknormale Erziehung und gewöhnlichen Anstand. Die Dorfjugend scheint wohl erzogen und anständig zu sein. Wir Bayern kennen noch ein 11. Gebot: Leben und leben lassen! Die CSU (wie auch andere Parteien) sollte sich und ihre Parteiangehörigen daran erinnern und dieses Gebot auch vorleben. Im Augenblick ist zuviel „mia san mia“ Politik im Spiel, die reicht bloß von Ortsschild zu Ortsschild.
    Wir brauchen Mitbürger die sprachlich wie kulturell vermitteln, aber wir müssen hinterfragen wer sich dafür anbietet. Vermittler mit Vorurteilen sind eine denkbar schlechte Wahl. Gut ist dann, wenn sich diese Menschen wie hier geschehen outen.

  • Hans Schmid

    |

    Ich muss Stefan Aigner loben, dass er die Stimmungen und Wortmeldungen wiedergegeben hat, wie sie auch waren. Liest man die MZ zum gleichen Thema, fragt man sich, ob diese Frau Hafner auf einer anderen Veranstaltung war. Da liegt die Meinung des Mannes nahe, dass hier eine Zensur statt findet. Nur nicht anecken, nicht das schreiben, was die Bevölkerung wirklich denkt oder sagt. Anderseits finde ich es schade, dass Saad Al Mahmoud schlecht geredet wird. Im Ostbayern Kurier habe ich bereits im Oktober die gleichen Aussagen wie diesmal von Saad Al Mahmoud getätigt gelesen. Welche Beweggründe er wirklich hat, erschließt sich mir nicht. Ich denke, dass der 73-jährige bei vielen Aussagen Recht hat und es ihm aufgrund seiner Deutschkenntnisse nicht immer bewusst ist, was er sagt. Fakt ist für mich, dass bisher viele Leute noch nicht im Thema sind, weil sie noch nicht betroffen sind bzw. Einschnitte erlebt haben. Dieses wird sich in absehbarer Zeit ändern, dann bekommen wir ein ganz anderes Niveau bei solchen Veranstaltungen. Momentan sind öffentliche Schönredner, wie bei der Bürgerinformationsveranstaltung zum Erstaufnahmelager in der Gemeindehalle in Lappersdorf noch in der Überzahl, kritisch denkende Menschen wurden damals regelrecht ausgebuht. Hoffentlich ist es dann noch nicht zu spät, wenn die ersten Autos brennen. Für mich ist die Planlosigkeit und das Fehlen von wirklichen Lösungen der Ministerin Müller am schlimmsten, denn wer sonst soll die Probleme am Ende auf die Reihe bringen, wenn nicht die Politik.

  • Hans

    |

    Keiner der Kommentatoren hier hat anscheinend schon mal längere Zeit im Ausland gelebt. Ich habe, in einem südost-europäischen EU Land, geringe Sprachkenntnisse. Man sucht automatisch die paar Deutschen außen herum, denn nur mit ihnen kann man sich über alles unterhalten, man versteht die Sprache mit ihren Feinheiten, kann über Witze lachen etc.
    Warum sollten die Migranten sich unbedingt integrieren wollen, sie haben doch genügend Personen aus ihrem Kulturkreis um sie herum. Für ihren Aufenthalt ist finanziell gesorgt, überall können sie ihr bevorzugtes Essen einkaufen etc.
    Es wird, wie in anderen europäischen Ländern, auf eine „Zweit-Kultur“ hinaus laufen, mit all ihren Problemen.
    Wenn sich in Syrien und im Irak Sunniten und Schiiten nicht mögen, warum soll sich das hier in Deutschland ändern?
    Bei vielen Kommentatoren hier habe ich das Gefühl, sie glauben auch noch an den Weihnachtsmann und an den Osterhasen.

  • Mr. T

    |

    Mir scheint der Herr Al-Mahmoud etwas überintegriert. Ich kenn da auch den einen oder anderen Zuwanderer, der mittlerweile deutscher ist als die meisten Deutschen. Das ist meist ganz lustig anzusehen.
    Hier wollte er wohl nur seinen schwarzen Freunden als Kronzeuge dienen, um weiter Ängste zu schüren. Aussagen wie „In Syrien da gäbe es „so etwas wie Fachkräfte überhaupt nicht“, genau wie in der gesamten arabisch-islamischen Welt.“ sind eigentlich eindeutig als Hetze zu entlarven. Schade, dass er sich da so vor einen Karren spannen lässt. Ist nicht zum Beispiel er selber als Fachkraft nach Deutschland gekommen?

  • Felix Sommerer

    |

    @Mr T
    Eine Fachkraft ist allgemein eine Person, die eine gewerbliche, kaufmännische oder sonstige Berufsausbildung erfolgreich absolviert hat. Personen mit akademischem Grad werden seltener als Fachkraft bezeichnet.wiki
    Eine duale Ausbildung wie es hier im allgm. erfolgreich praktiziert wird, ist in den meisten Ländern unbekannt.

  • Jürgen

    |

    Die gute Emilia Müller lässt sich gerne vor fremde Karren spannen. Ich erinnere nur an den polarisierenden Wahlkampf 1999. Ist schon eine Weile her, aber es zeigt deutlich wie die Frau Müller tickt. Damals hat die CD(S)U versucht wieder politisch Land zu gewinnen und hat die doppelte Staatsbürgerschaft zum Wahlkampfthema gemacht. Die Frau Müller hat auch bei jeder Veranstaltung gegen das geplante Gesetz gewettert. Na das erwartet man ja auch von einer CSU’lerin, oder? Nur komisch, dass ihre eigenen Kinder eben genau diese doppelte Staatsbürgerschaft haben. Was soll ich von einer Politikerin halten die so agiert? Sie ist halt ein Parteipferdchen (ich habe nicht Esel gesagt!) und zieht jeden Karren durch jede dreckige Pfütze.
    Ob es die Brotgeschichte in Tirschenreuth wirklich gab ist daher zu bezweifeln. Wenn es sie wirklich gab, ist erst mal abzuwägen ob sie stellvertretend für alle Flüchtlinge (bitte den Begriff nicht mit Asylanten verwechseln!) sein kann, dass ich als Politikerin dies bei solchen Diskussionen anbringen kann. Eine ganz schöne Anbiederung an die dort vorherrschende Zuhörerschaft. Der Rieger kann das, wie man gesehen hat, aber besser.
    Das mit den angeblich nicht vorhandenen Fachkräften in der arabischen Welt ist, m. E. auch nicht richtig. Wer kennt nicht die vielen persischen Ärzte die Ende der 70er aus dem Iran zu uns kamen? Ja noch eines, man sollte immer abwägen wer über wen lästert. Kann es sein, dass ein Iraker einfach die Syrer nicht leiden kann und deshalb so über sie herzieht?

  • Matthias Beth

    |

    Sehr geehrter Hr. Hornung,
    danke für Ihre Ausführungen und der Feststellung, dass kein sunnitischer Staat um Syrien herum keinen einzuigen syrischen Flüchtling bisher aufgenommen hat. Die Staaten Libanon und Jordanien sind keine Staaten mit ausschließlich sunitischer Bevölkerung, aus diesem Grund, habe ich diese in meiner Aufzählung nicht erwähnt.
    Es gibt im Libanon 18 anerkannte Religionsgemeinschaften, die größten davon sind maronitische Christen, schiitische und sunnitische Muslime. Daneben gibt es Drusen, rum-orthodoxe Christen, melkitische griechisch-katholische Christen, armenisch-apostolische Christen, alawitische Muslime, armenisch-katholische Christen und protestantische Christen sowie koptische Christen und wenige Juden.

    Libanon:
    Sie bevölkerung setzt sich Christen, ca. 39%, Sunniten ??%, Schiitten ??% und Drusen ??% zusammen.

    Jordanien:
    93 % bekennen sich zum sunnitischen Islam.
    Verschiedene christliche Konfessionen stellen etwa 5% Prozent der Bevölkerung.
    2% entfallen auf sonstige Religionen.

  • Lothgaßler

    |

    @Hans:
    Wenn die Zuwandernden unter sich bleiben wollen, dann werden sie sich ausschließen. Diese Leute werden Probleme kriegen und Probleme machen. Außer Hilfsdienste in der Logistik, im Gastgewerbe und im Gemüsehandel ist dann nix zu wollen, und damit werden Träume i.d.R. nicht wahr. Die meisten werden aber sehr schnell kapieren, dass ein gutes Leben nur zu haben ist, wenn sie sich dem neuen Umfeld anpassen. Wer im Ausland lebt sucht und findet natürlich die heimatländische Community, aber auf Dauer muss man Kontakte darüber hinaus knüpfen, sonst geht man unter. Ob Flüchtlinge überhaupt auf Dauer bleiben wollen ist eh ein eigenes Thema. Wer nach dem Krieg sofort wieder gehen will, der wird sich wohl eher in seiner Community verstecken. Probleme erwarte ich aus diesem Kreis aber keine, denn die wollen hier nur einen „sicheren Hafen“. Diejenigen die bleiben wollen, die wollen ein neues und besseres Leben. Fix und fertige Fachkräfte (in unserem Sinne mit passender Ausbildung) sind nur wenige zu erwarten, aber dümmer und unbegabter sind diese Zuwanderer im Durchschnitt auch nicht.
    Mit Sicherheit werden viele Träume platzen und Enttäuschte ein Ventil suchen. Was wir mit denen machen weiß ich nicht, vermutlich abschieben ins Nichts. Alle Einheimischen mit Angstzuständen können sich beruhigen: Jeder Flüchtling/ Asylsuchende hat auf Jahre hinaus deutlich schlechtere Karten als jeder Einheimische.

  • Thomas

    |

    @ Hans: Ich habe schon mehrmals über längere Zeit (insgesamt 2,5 Jahre) im Ausland gelebt und nie groß das Bedürfnis gehabt, mich mit Leuten aus meiner Kultur zusammenzurotten. Sie haben schon recht, viele Expats suchen den Kontakt zu Landsleuten oder Menschen mit ähnlicher Kultur. Aber deswegen schotten sie sich doch nicht von der einheimischen Kultur ab. Meistens ist es so, dass nach ein paar Jahren die Unterschiede immer mehr verschwinden und man sich am Ende eher fremd im Heimatland als in der neuen Heimat fühlt. Und die, die unter sich bleiben wollen, sollen das machen. Spätestens Ihre Kinder oder Enkel werden diese Grenzen verwischen. Dass ein 40- oder 50-jähriger Ausländer, der nach Deutschland kommt, lieber in einem Viertel wohnt, in dem es ein bisschen so wie zuhause ist, ist in meinen Augen völlig verständlich. Es ist ja nicht die Lebensweise vor der er geflohen ist, sondern Krieg und Hunger. Warum soll er plötzlich anders essen, trinken oder mit seiner Frau leben? Solange er sich an die sozialen und gesetzlichen Vorgaben hält, steht es ihm doch frei, wie er seinen Alltag gestaltet. Das ist doch die Freiheit, die wir uns auf die Fahnen schreiben, dachte ich. Dass jeder so sein darf, wie er möchte, solange er damit andere nicht beeinträchtigt.

  • Der Sultan

    |

    Warum hat der Dr. Franz Rieger den Herrn Bora Ataman nicht eingeladen? Er hatte ihn doch zum Integrationsbeauftragten gemacht oder irre ich mich. Bora Ataman hat sich selbst hervorragend integriert (er isst sogar Schweinsbraten und trinkt Bier). Außerdem hat Bora sein Ohr am Volk und kennt die Bedürfnisse der Schwachen und Entrechteten.

  • Mr. T

    |

    Ataman ist nicht unbedingt hervorragend integriert, er ist auch eher überintegriert. Ich weiß auch nicht, ob Schweinsbraten-Essen ein aussagekräftiges Beispiel für gute Integration ist. Genauso wenig wie in Ausländerfragen die meisten Deutschen rechts zu überholen und mit der Petry ins Bett zu steigen.
    Neubürger dürfen gerne weiter essen, anziehen und anbeten, was ihnen gefällt. Und wenn sie am Sonntag in Lederhosen und DIrndl in die katholische Kirche gehen, bevor sie dann im Wirtshaus ihr Schweiners essen, ist das OK, aber unwichtig.

  • joey

    |

    @thomas
    spätestens ihre Kinder oder Enkel werden diese Grenzen verwischen.
    Ja. Das ist bei vielen Menschen mit Migrationshintergrund so, z.B. bei meiner Familie: bereits die zweite Generation verheiratet sich mit Altansässigen. Ich bin die dritte Generation… und die 4. Generation ist garantiert keiner Kultur oder Ethnie zuzuordnen. Es bleibt bei mir nur der Name, ein Teil meiner Verwandten hat noch so dunkle Haare… keiner spricht mehr diese Sprache und keiner kann mehr ethnisch traditionelle Gerichte kochen.

    Wenn man aber viele bereits existierende Migrationsprobleme betrachtet, dann fällt das eine oder andere auf. Und wir sagen sicher nicht „alle“ und „immer“. Bestimmte Probleme von vielen Migranten aus dem „Gebiet des ehem. osmanischen Reiches“ sind bekannt und sprengen hier den Platz.

    Tatsache ist: es gibt kein Gesetz, das irgendwelche Integrationsbemühungen fordert. Ich wüßte auch nicht, was man in ein solches konkret hineinschreiben sollte. Es bleibt also möglich, daß eine Frau grundsätzlich nicht mit „fremden Männern“ sprechen will und es steht einem Mann in Tirschenreuth oder sonstwo tatsächlich frei, Brot abzulehnen, das von Frauen geschnitten wurde. Vielleicht könnte man was mit dem Antidiskriminierungszeug drehen, wenn sich denn irgendein Richter für geschnittenes Brot … und welche Sanktion hätte ein Gericht gegen einen Asylbewerber ohne höheres Einkommen?

  • Hans

    |

    @Thomas
    Es ist etwas anderes, wenn man in einem fremden Land für einige Zeit arbeitet, mit den Einheimischen in Kontakt kommt und damit auch mit deren Kultur.
    Es ist wieder etwas anderes, wenn man in einem sozialen Netz lebt und es deshalb nicht zwingend notwendig ist, sich mit einer vollkommen anderen Sprache und Kultur auseinander zu setzen.
    Und genau das Wollen zweifle ich bei vielen der Migranten an, denn es ist für sie nicht notwendig zum Überleben.
    Meine ganz persönliche Meinung: die 80% jungen Männer möchten ihre Familien in das soziale Netz nachholen und vielleicht eines Tages, wenn fremde Soldaten irgendwann diese Länder „bereinigt“ haben, wieder zurück gehen. Warum kämpfen diese hunderttausende jungen Männer nicht selber gegen ein paar zehntausende IS-Kämpfer, die Peschmerga tun es doch auch?
    Man könnte stattdessen nur den Frauen und Kindern ein vorübergehendes Asyl anbieten.

  • Heinz

    |

    Alle reden und reden und haben Angst und wissen dies und dort passierte jenes….
    Ich habe ein kleines Experiment gestartet und habe mich jetzt seit 2 Monaten jeglicher kommerzieller Informationsquelle entzogen. Fernsehen schaue ich sowieso nicht, weil ich seit Jahren keinen habe. Und mein Ergebnis: Ich habe keine Angst und kein fundiertes Gerüchte-Wissen. Ich sehe hier nur Menschen. Obwohl neben meiner Haustür angeblich etwas ganz anderes wohnen sollte. Kommt mal alle wieder runte. Mein Respekt, Allen ehrenamtlichen Helfern!

  • Ziander

    |

    Der Aufruf zum unbegrenzten Zuzug hat inzwischen seine SchuLdigkeit getan:
    Der deutschen Industrie wird billiges,williges Frischfleisch zugeführt,das die Negierung des Mindeslohns u.a. sozialer Gratifikationen erlaubt.
    Das Konkurrenzverhältnis sowohl auf den Arbeits ,als auch auf den Wohnungsmarkt wird stärker stimuliert.
    Syrien..als Land wird stärker ausgeblutet u.seiner intellektuellen Kapazitäten beraubt,während man nun unter den Deckmantel der IS-Bekämpfung selber dort am Krieg teinehmen kann um einen Regime Change zu erzwingen.Wie in einen Mosaik fügt sich eine Gesamtstrategie zusammen.
    Letzte Stufe ist der Casus Belli mit Rußland,der mit den abschuß eines russischen Jets durch die Türkei schon mal geprobt wurde.Die Ouvertüre zum 3.Weltkrieg.Und unsere Provinzheinis debattieren immer noch über die Integration von Moslems.Während die sich einen schönen Lenz machen sollen unsere Soldaten dort kämpfen.Einfach unglaublich.Wieviele Refugees Welcome Typen gehen jetzt gegen den Kriegseinsatz auf die Straße?

  • CSU lehnt Asylunterkunft ab » Regensburg Digital

    |

    […] hatte man den Kurs von Wolbergs mitgetragen und blieb auch in der Wortwahl moderat, wenn man von einer Veranstaltung des Kreisvorsitzenden Franz Rieger in Keilberg einmal absieht. Seit Donnerstag scheint sich der Wind nun zu […]

Kommentare sind deaktiviert