Hochwasserschutz sehr, sehr ernst genommen

In Erwartung reißender Fluten

Wenn die Polarkappen einmal abgeschmolzen sind, Hochwasser und starke Regenfälle unser Land heimsuchen und auch die komplette Oberpfalz vom Absaufen bedroht ist, dann bleibt als letzter Fluchtpunkt nur noch eines: auf nach Lappersdorf. Keine Gemeinde in der Oberpfalz scheint derart gut gegen Hochwasser gewappnet zu sein.

Das Bächlein Rodau: Sieht harmlos aus, kann aber sehr gefährlich werden, befindet das Hochwasserschutzkonzept der Gemeinde Lappersdorf. Fotos: Aigner

Den Hochwasserschutz nimmt man im Freistaat Bayern ernst. Sehr ernst. Um seine Städte und Gemeinden gegen bedrohliche Fluten zu wappnen, fördert man den Bau entsprechender Maßnahmen mit bis zu 75 Prozent. Das gilt für große Städte wie Regensburg, aber auch kleine Gemeinden in der Nachbarschaft, wie eben Lappersdorf. Wurde der Ort beim Augusthochwasser 2002 noch von den Fluten des Regens überschwemmt, so war beim Frühjahrshochwasser 2011 davon nichts mehr zu spüren: Eigens gebaute Pumpwerke und ein Damm hielten die Wassermassen fern. Was für große Flüsse wie den Regen gilt, gilt auch für kleiner Bachläufe und Bächlein, so genannte Gewässer III. Ordnung. Weil diese bei Schneeschmelze oder Starkregen sehr stark anschwellen können, werden auch hier Schutzmaßnahmen gefördert, in Form so genannter Hochwasserrückhaltebecken. Bei einem Hundertjährigen Hochwasserereignis können eventuelle Fluten etwa für eine Stunde in einem solchen Becken aufgefangen bzw. deren Abfluss verzögert werden. Eine feine Sache.

Elf Becken in der Oberpfalz, fünf in Lappersdorf

In der Oberpfalz wurden vom dafür zuständigen Wasserwirtschaftsamt bislang elf solcher Becken genehmigt und bezuschusst. In der Marktgemeinde Lappersdorf, die flächenmäßig gerade mal ein Prozent der Oberpfalz ausmacht, sind es derer fünf. Fünf von elf? Ist Lappersdorf von einer naturgewaltigen und hochwasseranfälligen Landschaft umzingelt oder gar existenziell bedroht?

Kreativ gestaltet. Das Hochwasserrückhaltebecken in Hainsacker.

Das erste Becken wurde bereits 2008 in der Flur Am Steinbuckel im Ortsteil Hainsacker errichtet. Die nächsten Jahre folgte je eines in Lorenzen (Lorenzer Graben), Kareth (Rehtal), Lappersdorf (Metzenbach) und demnächst in Pielmühle (Rodau). Bislang wurden, bezuschusst vom Freistaat, rund 1,3 Millionen Euro in Becken in Lappersdorf investiert. Dabei wurde jeder größere Gemeindeteil paritätisch mit einem HRB bedacht. Landschaftlich sind die Becken zum Teil durchaus recht reizvoll, auch wenn die Bedrohungslage auf den ersten Blick nicht wirklich auszumachen ist. Im Fall Hainsacker scheint sie so gering zu sein, dass dieses Becken – wie aus dem Wasserwirtschaftsamt zu vernehmen war – mittlerweile nicht einmal mehr förderungsfähig wäre. Die Gefahr für Pielmühle besteht in einem Rinnsal, das seit eh und je aus dem Rodau-Tal heraus fließt. Bei Starkregen ergießt sich da bisweilen kurzzeitig ein Wasserlauf über die Straßen und Gärten hinunter in den Fluss Regen. Das Lappersdorfer Metzenbachtal hingegen endet bei einem Café Hahn direkt neben dem geplanten Standort für die 2011 per Bürgerentscheid abgelehnte „Neue Mitte“. Dieses vorerst gescheiterte Prestigeprojekt war wohl ein wesentlicher Grund für den Beckenbau am Metzenbach. Ebenfalls sind – in den letzten Jahrzehnten – für die einst potentiell bedrohten und nun geschützten Flächen keine größere Schadens- oder Hochwasserereignisse in den Lappersdorfer Annalen verzeichnet. Wieso also die Bauwut?

„Nichts bauen, wenn es keinen Sinn macht.“

Der Lappersdorfer Bürgermeister Erich Dollinger meinte 2010 auf einer Bürgerversammlung sinngemäß, das beste Mittel gegen die grassierende Wirtschaftskrise seien Investitionen und deshalb würde Gemeinde Hochwasser-Rückhaltebecken errichten lassen, die zudem gut wären für den Schutz der Gebäude.

Größte Baumaßnahme: Becken im Rehtal.

Das alles will man bei der Marktgemeinde so nicht stehen lassen. „Es kann sein, dass wir so lange wir leben kein solches Hochwasser miterleben werden“, heißt es vom Bauamt. Logisch: Die Becken wurden schließlich für ein hundertjährliches Hochwasser-Ereignis ausgelegt. „Wir würden doch nichts bauen, wenn es keinen Sinn macht.“ Ebenso würde das Wasserwirtschaftsamt keine Fördergelder für unnötige Schutzmaßnahmen verteilen. Jede Gemeindeverwaltung muss nämlich zunächst ein Hochwasserschutzkonzept vorlegen, um in den Genuss von Fördergeldern zu kommen. Schön gestaltet: Hochwasserschutz im Metzenbachtal.

Konzept, Bauleitung, Gutachter: Alles aus einer Hand

Dieses Konzept wurde für den Markt Lappersdorf von einem Echinger Ingenieur-Büro erstellt. Diese Firma hat in Regensburg praktischerweise eine Dependance, die die Konzept- und Planungsarbeiten für die Gemeinde Lappersdorf abwickelt. Und darüber hinaus tritt der dafür zuständige Ingenieur auch in Personalunion als Bauleiter und Gutachter bei baurechtlichen Einwänden auf. Beim Rückhaltebecken in Lorenzen hatte er kein gutes Händchen. Im Vorfeld gab es umfangreiche Modellrechnungen, um die Größe dieses Beckens zu bestimmen. Auf der Grundlage von zwei ausgemachten bzw. größeren Wasserzuläufen, einer im Westen und einer im Süden des Beckens, kam ein stattliches Volumen von 2.500 Kubikmetern heraus. Doch als es 2007 um die planerisch-bauliche Umsetzung der Simulationsrechnung ging, wollte man einen der eigens berechneten Wasserzuläufe nicht ins Becken leiteten, sondern an diesem vorbei in den Regenwasserkanal. Das wurde zwar mittlerweile korrigiert, aber es ist doch etwas kurios, einen Bach nicht in ein Becken leiten zu wollen, wegen dem es doch eigentlich gebaut wurde.

Nicht genehmigt: Das Becken in Lorenzen.

Dem nicht genug, gab und gibt es in Lorenzen massive Probleme beim Bau eines Notüberlaufs, den jedes Hochwasser-Rückhaltebecken besitzen muss. Da die Besitzerin des einzig dafür in Frage kommenden Grundstücks, dieses nicht für den Notüberlauf freigeben wollte, verzichtete die Bauleitung kurzerhand auf die ordnungsgemäße Errichtung dieser Sicherheitseinrichtung. Man baute einfach ohne Notüberlauf. Nach Protesten anderer Anwohner, die ihr Anwesen dadurch gefährdet sahen, ließ die zuständige Bauabteilung den Notüberlauf nachträglich herstellen, das jedoch wieder ohne Einverständnis der Grundstückeigentümerin. Wegen falscher Höhenangaben, die zwar mehrfach korrigiert wurden, aber irgendwie doch immer wieder falsch waren, zog das Landratsamt die Baugenehmigung schließlich im Herbst 2010 zurück. Eine Gefährdung von Anwohnern könne nicht ausgeschlossen werden, so die Begründung für diesen ungewöhnlichen Schritt. Seitdem steht das Becken unverändert ohne Baugenehmigung von 2008 da und wartet auf das Hundertjährige Hochwasser, wegen dem es angeblich gebaut wurde.

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Kommentare (23)

  • die Stimme aus dem Off

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    Ansich keine schlechte Idee, find ich. Klar, da wird halt geschachert was das Zeug hält .. aber vom biologischen Standpunkt her, hat es für die Natur Vorteile, wenn man es auch dabei belässt, und nicht weitere Beschäftigungsmassnahmen einleitet. Das Gelände ist damit der kommerziellen Nutzung jedweder Art entzogen und gibt Insekten, Amphibien, etc. die Möglichkeit , sich ungestört entwickeln zu können. Insofern, hätt ich mir gewünscht, dass dieser Aspekt auch im Rahmen der Landschaftgestaltung eine höhere Gewichtung bekommt. ( siehe Holzer´sche Permakultur, als Beispiel )

  • Joachim Datko

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    Rückhaltebecken in Burgweinting mit Augenmaß

    Ohne nähere Details, wie zu erwartende Wassermengen, zu kennen, scheint mir das Rückhaltebecken in Burgweinting mit Augenmaß erstellt worden zu sein. Ich erinnere mich noch an die lange öffentliche Diskussion über die notwendige Größe des Rückhaltebeckens. Vorsorge zu tragen ist eine geistige Leistung, man sollte nicht erst durch Schaden klug werden.

  • Kernel

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    Die EU zahlt ja – und wenn es noch so unsinnig ist – das Geld bekommt dann die heimische Wirtschaft bzw. die Wirtschaftsfreunde der regierenden Politiker. So läufts aber auch in vielen anderen Kommunen und Städten – nicht nur in Lappersdorf.

  • Lappersdorfer

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    Der Bau von Hochwasserrückhaltebecken für Gewässer Dritter Ordnung soll eigentlich bestehende Häuser und Siedlungen vor Wasserschäden schützen. Nur so gibt es – offiziell – Fördermittel des Freistaats Bayern. Tolle Sache.
    In Lorenzen sind den noch lebenden Generationen keine Hochwasserschäden durch den Wasserlauf Lorenzer Graber bekannt. Im Gegenteil, die Gemeinde hat direkt neben dem Hochwasserrückhaltebecken ein kleines Baugebiet erschließen lassen und dabei selbst Baugrundstücke verkauft.
    Den Auftrag für das sog. Hochwasserschutzkonzept, zur Planung und Abwicklung der fünf Rückhaltebecken bekam ein Spezl des Bürgermeisters Dollinger. Was ganz bestimmt nichts mit Spezl-Wirtschaft zu tun hat, sondern mit der Wirtschaftsförderung in Krisenzeiten von der der Bürgermeister sprach.

  • Joachim Strauß

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    Man sollte hierzu auch einmal bei den betroffenen Anwohnern nachfragen wie es ist, wenn Schlamm und Wasser in ihren Kellern stehen oder die Straßen unpassierbar machen. Sowohl in Hainsacker, als auch am Rodauer Weg und auch in Lappersdorf-Mitte und Kareth war das in der Vergangenheit regelmäßig bei Starkregen und Schneeschmelze der Fall. Dies habe ich als aktiver Feuerwehrmann in den letzten 10 Jahren des öfteren selbst miterlebt. Diese Anwohner sind dankbar für diese Investitionen. Leider wird das immer schnell vergessen, wenn aufgrund dieser Rückhaltebecken keine Überflutungen mehr eintreffen.
    Der Markt Lappersdorf hat aufgrund seiner topografischen Lage mehrerer solcher Zuläufe zum Fluß Regen. Aus diesem Grund wurden die Hochwasserschutzmaßnahmen durchgeführt und sowohl von den zuständigen Gremien als auch von der Bevölkerung einstimmig begrüßt.
    Eine Belebung der Wirtschaft war nicht der Grund für die Maßnahmen, sondern lediglich ein positiver Nebeneffekt.
    Dies sollte schon auch erwähnt werden!

    Joachim Strauß
    1. Vorsitzender
    FF Lappersdorf

  • mkveits

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    „Wo die Kunst, Ökonomie, Ökologie und Soziales auszubalancieren an Grenzen stößt“ – Mit viel Wohlwollen könnte man die Projekte mit dem Hochschultag für Ökologie und Soziales in Verbindung bringen (näheres auf meiner Website – Globalmarshallplan). Jedenfalls bestünde für das Rehtal doch die Möglichkeit, dort der Entwicklung von Biotopen etc. etwas nachzuhelfen … Im Übrigen war der Kessel dort in der Vergangenheit durchaus geeignet, erhebliche Sturzbäche Richtung Wohnbebauung zu leiten, wovon ich mir von Jahr und Tag selbst ein Bild machen konnte.

  • schorsch

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    und wieder einmal der nothilfefonds für notleidende bauträger und arechitekten in voller aktion
    (und natürlich wird solange gewartet,bis eventuelle regressansprüche wegen fehlplanung -bezüglich falscher höhenangaben- hinreichend verjährt sind

  • Sepp M.

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    @Joachim Strauß, hat Sie Bgm. Dollinger vorgeschickt oder verteidigen Sie sich hier als CSU-Marktrat, der die Nebeneffekt-Wirtschaftsförderung mitgetragen hat?

    Die Becken können bislang gar keine Überflutung verhindert haben, da sie erst die letzten Jahre errichtet wurden und seitdem keine Hochwasserereignisse auftraten (das letzte wurde durch den Fluss Regen verursachte)! Die topographische Lage von Lappersdorf ist nichts Besonderes in der Oberpfalz, dergleichen gibt es oft. Schön bei der Wahrheit bleiben.
    Für meinen Geschmack riecht das Ganze nach Verschwendung von öffentlichen Geldern bzw. Spezl-Wirtschaft. Wen es stimmt, was man so aus Lorenzen hört, wird sich mit der Sache demnächst die Justiz beschäftigen müssen.

  • frage

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    @Sepp

    „Schön bei der Wahrheit bleiben.“

    wie ist denn die wahrheit? sind bilder die bei strahlendem sonnenschein gemacht wurden die wahrheit? wo ist die journalistische einstellung bei platzregen und trockenem boden mal die gleichen gebiete aufzusuchen? wäre das der wahrheit abträglich? wäre es wahrheitsverindernd zu recherchieren anstatt einen bericht zu schreiben der so einfach (wieder mal) nicht stimmt? wo sind die stimmen der anwohner? wo sind die stimmen der feuerwehr oder des thw?

    oder ist die wahrheit immer die, die man grade für toll hält weil man dann draufhauen kann?

    schlechter (weil nicht recherchierter bericht) und bislang, bis auf einen feuerwehrmann, durchwegs schlechte kommentare.

  • Bert

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    @frage

    Was stimmt denn in dem Bericht nicht?

  • corazondemelon

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    Hallo „frage“,

    die Frage musst Du Dir dann aber doch gefallen lassen:
    Wen meintest Du mit „durchwegs schlechte kommentare“ – und, hast Du Deine eigenen Ergüsse der letzten Wochen hier im Forum gelesen, bevor Du sie abgeschickt hast?

    Nix für ungut, aber da sind mir sogar Datko und die Schornsteinfeger noch lieber als mit frage blind durch die Nacht.

  • frage

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    @bert

    der beitrag zielt nur darauf ab, zu das gebaute und die leute dahinter zu denunzieren. es wird nicht auf die problematik eingegangen und grundsätzlich verurteilt. ich habe die ereignisse in lappersdorf mitbekommen, kenne den vorher und den nachher zustand. es wird mit keinem wort darauf eingegangen, dass sich eine erhbeliche verbesserung eingestellt hat. das mag nicht für alle bereiche gelten, für lappersdorf mitte kann ich das aber ohne vorbehalt bestätigen. die ausführungen hängen sich an den aussagen zum hundertjährigen hochwasser auf. das aber beim entscheid zum bau eine wesentlich breitere diskussion stattgefunden hat (vorallem durch kurzfristige überschwemmungen bei unwettern) wird komplett ausgeklammert. es wird von fördergeldern gesprochen, ohne aber darauf hinzuweisen, dass wenn diese nicht in anspruch genommen werden, diese verfallen und die gemeinde den schutz (der notwendig war) selbst zu 100% tragen muss. es wird durch den beitrag suggeriert (so zumindest mein eindruck), dass hier baumassnahmen stattgefunden haben unter dem deckmantel der vetternwirtschaft. dies wird aber weder konkret belegt, noch ist auf die ausschreibungen hingewiesen worden. es wird einfach mal unterstellt.

    wissen sie bert, es nervt mich einfach, wenn man uns lesern einfach irgend was hinwirft und sagt: so ist das! der leser der sich damit nicht auseinander gesetzt hat, wird das erst mal so glauben und man baut eine protestwand auf. die anderen müssen es jetzt wiederlegen. sagen die nichts dazu, unterstellt man erst mal böses. das kann es doch nicht sein. das hat nichts mit journalismus zu tun.

    wenn sie mir nicht glauben, gehen sie beim nächsten starkregen mal in dieses gebiet und sehen sich an, was die becken tatsächlich kurzfristig leisten. dann wäre es eine sinnvolle und weiterführende diskussion.

  • frage

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    @corazondemelon

    kommentare sind meist nur so gut wie die beiträge. und ich melde mich auch nur bei themen, wo ich mich auskenne bzw. hintergrundwissen habe. daher erkenne ich schrott bzw. auch gute kommentare bzw. beiträge. queerlesen schadet nicht. und hier ist es schon fast wie bei der bildzeitung: man wird gezwungen queerzulesen.

  • kareth

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    Frage hat recht!

    Ich unterstelle jetzt mal, der Ersteller dieses Artikels hat halt mal wieder nur in eine Richtung recheriert. Wahrscheinlich hat er in irgendeinem Biergarten oder Kneipe einen kennengelernt, der die Meinung, die in diesem Artikel suggeriert wird, vertritt und hat ihm leichtsinnigerweise versprochen, darüber zu berichten…

  • Hans

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    Der Kommentar wurde gelöscht.

  • Sepp M.

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    @ frage: ich habe dein Eindruck, dass du wie ein verzogenes Kind Aufmerksamkeit auf dich ziehen willst, und sachlich aber nicht informiert bist. Nicht einmal der von dir behauptete Sonnenschein auf den Fotos stimmt.

    Du behauptest weiter, dass der Markt keine Fördermittel bezogen habe. Richtig ist, dass im Lappersdorfer Mitteilungsblatt mehrfach von einer Förderung für die Rückhaltebecken die Rede war.
    Für Lappersdorf-Mitte – wo du dich angeblich auskennst – kann man noch gar keine erhebliche Verbesserung feststellen, da das dortige Becken erst letztes Jahr gebaut wurde.

    Eine große Verbesserung für Lappersdorf brachten die zwei Schöpf-Werke in Pielmühle und in Mitte Lappersdorf (beim Cafe Hahn), die ggf. das Hochwasser des Flusses Regen zurückpumpen. Diese Pumpstationen haben aber nichts mit den Rückhaltebecken zu tun.

    Gut finde ich deinen Vorschlag, auch einmal bei Starkregen über die Rückhaltebecken zu berichten.

  • frage

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    @sepp

    sie schliessen sich nahtlos dem trauerspiel an. ich sagte, wenn man die fördermittel nicht in anspruch nimmt, verfallen diese und die gemeinde müsste den schutz dann aus der eigenen tasche bezahlen. sie wären doch der erste, der der politik dann versagen vorwerfen würde. daher ist das aus ihrer argumentation auch raus.

    ich sagte bei weiterem (können sie nicht lesen???), dass ich nicht jede baumassnahme beurteilen kann, es für den bereich lappersdorf mitte aber eine erhebliche verbesserung gegeben hat. das ist ein istzustand. man kann durchaus auch recherchieren, wie es vorher war und das dagegen stellen in seiner beurteilung. das bemängele ich. und das ist auch, was ich sehr schade finde an rd, dass der gute journalismus, der noch vor ein paar jahren hier geherrscht hat, mittlerweile abgelöst wird von unterstellungen, halbwahrheiten und polemik. man sieht am alexa ranking sehr gut, dass ich diesen anschein nicht alleine habe, weil das ranking seit monaten nur nach unten zeigt. das muss ja irgendwo her kommen. und ich für meinen teil glaube, dass dies an den artikeln liegt. die waren früher durch die bank einfach besser. mehr information und weniger persönliche rückschlüsse.

    sie dürfen alles glauben was hier steht und auch draufhauen wenn sie meinen. sie dürfen auch gerne argumente bringen und damit den beitrag aufwerten. höre ich mir gerne an und wir können diskutieren. aber spielen sie bitte nicht gleich die beleidigte leberwurst und werden ausfällig, wenn man sagt, dass etwas nicht stimmt.

  • grace

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    was bei der diskussion unberücksichtigt blieb, und viel bedrohlicher ist für Gärten, Freisitze und Keller:

    DIE GEFAHR EINES METEORITENEINSCHLAGES!!!

    brandgefährlich, diese bösen meteoriten, sie lauern überall und die ganz besonders hinterfotzigen-hört man- im weltall gleich über lappersdorf.
    stellt euch vor:
    ihr gebt euch feierabends grade die kante, und da werdet ihr vom meteoriten erschlagen, das schöne bier!!!

    ich fordere deshalb eine betonhülle „marke tschernobyl“ für ganz Lappersdorf, um auch das klitzekleinste Risiko auszuschliessen.
    Ich wüsst auch schon eine Firma, die Firma Betonkopf!
    Die hat noch jedes kommunale image-problem gelöst!

    UND ERST DIE GEMEINEN ASTEROIDEN!!!

  • frage

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    @grace

    sie bestätigen meine theorie

  • Sepp M.

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    @ FRAGE – Mensch warum tust du dir eigentlich das Lesen von Regensburg-Digital an. Wieso dieser Zwang, lass es doch einfach sein, wenn du unzufrieden bist mit dieser Art von Journalismus. Du glaubst doch nicht wirklich, dass du mit deinem Gejammer und Dampfgeplauder etwas veränderst. Mach doch selber den guten Journalismus von dem du anscheinend träumst, dann lese ich dich vielleicht ab und an (so wie R-Dig).

  • frage

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    @sepp

    sei doch mal ehrlich: wann hast du das letzte mal rd gelesen wegen eines berichts? das interessante sind doch die kommentare. weil das nehm ich nicht mal dir ab, dass du das alles glaubst was hier steht.

  • schorsch

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    ist aber komisch, das immer wenns drauf angekommen ist, rd recht hatte.
    wenn irgendwas nicht stimmig gewesen wäre, hätte rd wohl mehr gegendarstellungen bringen müssen

  • R.W.

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    Als Anwohner und Betroffener des Hochwasserrückhaltebeckens (HRB) Lorenzen möchte ich zum o. g. Artikel, den ich begrüße, folgendermaßen Stellung nehmen.

    Der Lorenzer Graben ist ein kleiner Bauchlauf, der auf seinem Weg in den Fluss Regen bislang keine Hochwasser-Schäden verursachte. Trotzdem beschloss die Marktverwaltung den Bau eines HRB und beantragte Fördergelder für die Ausführung. Als „Beleg“ für die Gefahrenlage legte sie dem Antrag beim Landratsamt ein Foto bei, das lediglich einen verstopften Schacht zur Straßenentwässerung zeigt, der mit ca. 10-15 cm (!) tiefem „Hochwasser“ bedeckt ist.
    Der eigentliche Grund für die Errichtung eines HRB liegt m.E. in der Ausweisung eines kleinen Baugebiets und zwar in dem Bereich, wo der Lorenzer Graben in Betonrohren in der Straße verschwindet. Der Mark Lappersdorf bzw. die Verwaltung hatte ein wirtschaftliches Interesse an der Sache, da ihm eines der neuen Baugrundstücke gehörte und der Bachlauf für die Erschließung verlegt werden musste. Bereits an dieser Stelle würde ich von Missbrauch öffentlicher Gelder sprechen, da der Zuschuss für den Bau von Rückhaltebecken nur für die Gefahrenabwehr an bestehenden Gebäuden gedacht ist und nicht im Zuge einer Neuerschließung von Baugrund verwendet werden darf.

    Das Baugebiet und Rohre für den Ablauf des Hochwasserrückhaltebeckens errichtete man bereits 2007, das eigentliche Becken im Mai 2009. Nach seiner Fertigstellung wurde zum Einen bekannt, dass die Besitzerin meines Nachbargrundstückes der Gemeinde keine Genehmigung für die Trasse eines gesetzlich vorgeschriebenen Notüberlaufs erteilte und zum Anderen, dass für das Gelände dieses Überlaufs gar keine Höhenmessungen vorgenommen wurden. Die in den Plangenehmigungsunterlagen eingetragenen Höhen entsprachen zwar den wohlfeilen Behauptungen des Planers, aber nicht den faktischen Verhältnissen. Vielmehr würde ein anfallendes Überlaufwasser, bei mir in den Garten fließen und nicht über das geplante Gelände. Das Landratsamt genehmigte im Februar 2010die Tektur-Planung trotz alledem, meine mehrfachen Einwände wegen der gravierenden Versäumnisse in Planung und Bauausführung wurden ignoriert.

    Was ich ausgesprochen ausgeschämt finde ist, dass sich Bürgermeister Dollinger – u.a. auf Bürgerversammlungen (so im März 2010 und erneut 2012, als ich mich öffentlich über den o.g. Sachverhalt beschwerte und Abhilfe forderte) – auf den wahrheitswidrigen Standpunkt stellte, es ginge ja bloß um einige Zentimeter in der Höhe des Geländes, ansonsten sei alles in Ordnung. Ich könne ja vor Gericht ziehen. Rechtmäßiges Handeln einer Verwaltung sieht m. E. anders aus!

    Nachdem ich ein Jahr lang auf eine Höhenmessung drängte, Wasserwirtschafts- und Landratsamt mehrfach um Überprüfung bat, erhob ich im März 2010 Klage beim VG Regensburg. Im Oktober 2010 nahm das Landratsamt den Baubescheid schließlich zurück. Begründung: die Gefährdung meines Grundstücks sei nicht auszuschließen, da keine Höhenmessungen vorgenommen wurden.
    Dies ist der Stand der Dinge; die Baugenehmigung für das HRB Lorenzen steht seit drei Jahren aus und es gibt z.B. immer noch rätselhafte Planungsdetails, wie die drei unterschiedlichen Höhenangaben für das Niveau eines bestimmten Ablaufs. Da mich die Marktverwaltung Lappersdorf – entgegen der gültigen Satzung! – im Zuge der o.g. Erschließung bzw. der Verlegung der Ablaufrohre zu Beiträgen heranziehen will, werde ich wohl abermals Justizbehörden aufsuchen müssen.

    Bürgermeister Dollinger bemüht bei jeder Gelegenheit die Floskel von der „Wohlfühlgemeinde Lappersdorf“. Angesichts der o.g. Vorgänge würde ich es passender finden, von der „Willkür-Gemeinde Lappersdorf“ zu sprechen.
    R.W. Lorenzen 27.4.2012

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