Kulturverdrängung in Regensburg

Ist Kultur überhaupt erwünscht?

„Liebe Regensburger, kämpft um eure freie Kultur!“, heißt es in einem Beitrag des Bayerischen Rundfunks. Leider geschieht das kulturelle Ausbluten der Stadt nicht abrupt, sondern schleichend, schon seit Jahren. Und hat mehr Gründe als ein paar böse Regionalpolitiker.

Von Thomas Spitzer

Kulturverdrängung - oder Unerwünschtheit von Kultur? Foto: Thomas Spitzer.

Kulturverdrängung – oder Unerwünschtheit von Kultur? Foto: Thomas Spitzer.

Am 28. Februar wurde im Bayerischen Rundfunk ein Beitrag zum Thema Kultur in Regensburg ausgestrahlt, welcher letzte Woche bei facebook die Runde machte. In dem siebenminütigen Clip „Regensburg: Kultur muss draußen bleiben?“ geht es um Gentrifizierung, das Verbot von Kulturveranstaltungen durch das Ordnungsamt und die Schließung studentischer Kneipen und Kulturstätten.

In einer emotionalen Szene wird Achim Hofbauer, der Betreiber des Ostentorkinos, welches in einem Jahr schließen muss, mit Tränen in den Augen gezeigt. Es heißt, Regensburg habe eine schöne Altstadt. „Doch unter der Oberfläche brodelt es gewaltig.“ „Die junge Kultur hält die Stadt lebendig.“ Und schließlich: „Liebe Regensburger, kämpft um eure freie Kultur!“

Der Poetry Slammer Stefan Dörsing im W1 - Zentrum für junge Kultur. Foto: Consuela Codrin.

Der Poetry Slammer Stefan Dörsing im W1 – Zentrum für junge Kultur. Foto: Consuela Codrin.

Natürlich ist das alles relativ schade. Jedoch wäre es falsch, die Gründe für das kulturelle Ausbluten der Stadt ausschließlich bei bösen Reichen, korrupten Regionalpolitikern und fiesen Spießbürgern zu suchen. Tatsächlich gibt es im Hinblick auf junge Kultur viel mehr Probleme als es dem Regensburger lieb sein kann. Im Folgenden sollen fünf genannt werden.

1. Kultur ist nichts wert – vor allem Studierenden

Vielen Studierenden sind schon 8 Euro für einen Theaterbesuch zu viel. Aber wenn der Kumpel ein Gitarrenkonzert gibt, versuchen sie sich mit allen Mitteln, um die 4 Euro Eintritt zu drücken. („Kannst du mich auf die Gästeliste schreiben?“) Nach dem Motto: Der kann ja froh sein, dass überhaupt jemand kommt.

In Berlin oder Köln ist es eine Frage der Ehre, befreundete Kulturschaffende mit einer Aufwandsentschädigung zu entlohnen. Es gibt Poetry Slams, bei denen der Eintritt bei 12 Euro liegt. (Wieso auch nicht? Ein Kinobesuch im 3D-Film mit Popcorn und Cola kostet mittlerweile etwa 20 Euro.) In Regensburg herrscht da eine teils unerträgliche Knauserigkeit. (Auch in dem im Beitrag vertretenen ArtClub hatten Musiker zwar eine Möglichkeit zu spielen, mussten danach aber einen Klingelbeutel herum reichen. Kulturelle Förderung sieht anders aus.)

Foto: Thomas Spitzer.

Foto: Thomas Spitzer.

Kostenlose Kultur-Events wie der Science Slam im Audimax (zuletzt mit weit über tausend Besuchern) und das Campusfest der FH hingegen können sich vor einem Ansturm kaum retten.

2. Auf den Bühnen fehlt der Nachwuchs

Nicht nur Sport-, sondern auch Musikvereine beklagen zunehmend einen Mangel an gutem Nachwuchs. Schuld daran sind wohl das G8-System und die geringe Freizeit.

Das hohe bayerische Bildungsniveau tut sein Übriges. In anderen Städten wie Marburg oder Kiel gibt es zum Beispiel eine große U20-Poetry-Slam-Szene. In meiner Heimatstadt Ulm gab es vor zehn Jahren über 40 regelmäßig spielende Schul-, vor allem Metal-Bands. Ich behaupte jetzt mal, dass es in Regensburg auch junge Wilde gibt, die unbedingt auf die Bühne wollen… Nur wo?

3. Auch im Publikum fehlt der Nachwuchs

Heutzutage empfiehlt man seinen Freunden nicht mehr Kinofilme, sondern online gestreamte HBO-Serien. Der Kneipenbesuch wich einer Übungseinheit im Fitnessstudio. Ein Drittel aller Paare lernt sich im Internet kennen. Nur wenige Studierende hören in ihrer Freizeit Jazz und klassische Musik. Kurz: Die Zeiten haben sich geändert.

In anderen Städten versucht man, dieser Entwicklung gezielt entgegenzuwirken. Zum Beispiel mit einer Theater-Flatrate in Bochum für 1 Euro pro Semester. In Regensburg scheint man sich vielerorts mit einem immer älter werdenden Publikum abgefunden zu haben.

4. Kaum ein Austausch mit anderen Städten

Kleinkünstler und Musiker, die in Regensburg auftreten wollen, müssen die Stadt gezielt ansteuern. Ein Zwischenstopp auf einer Durchreise ist kaum möglich. Und die nächsten Städte Passau, Ingolstadt, Straubing und Landshut gelten auch nicht gerade als kulturelle Epizentren.

Die geografische Lage begünstigt kleine Kulturveranstaltungen also nicht. Ganz zu schweigen von der Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel. Wenn ich in Köln wohne und in Wuppertal auftrete, komme ich auch nachts um zwei noch nach Hause. Und muss für die Fahrt (als Student, der in ganz NRW kostenlos Regionalbahn fahren kann) nicht einmal etwas bezahlen. Das macht einen Riesenunterschied. Vor allem, wenn es vor Ort kaum eine Szene für junge Kultur gibt (siehe Punkt 2) und man nicht bereit ist, eine gewisse Summe für eine Kulturveranstaltung (mit entsprechender Anreise und Unterkunft) auszugeben (siehe Punkt 1). Kultureller Inzest ist da beinahe die logische Konsequenz.

5. In einer kapitalistischen Welt ist auch junge Kultur den Gesetzen des Kapitalismus unterworfen

Das ist traurig. Aber die Wahrheit. Auch junge Kultur muss – sofern nicht gefördert – sich finanziell rechnen. Oder zumindest möglich sein. Hier gibt und gab es – auch in Regensburg – Positivbeispiele: Die Loop-Sessions und der Poetry Slam in der alten Mälzerei, bei denen monatlich 50 Besucher weggeschickt werden müssen. Überregional bekannte Electro-Trash- und Dubstep-Abende in der SCALA. Oder Konzerte in der ehemaligen Heimat. Auch das Theater an der Uni mit seinen über zwanzig Gruppen erfreut sich eines großen Publikums.

Ebenfalls eine Kulturinstitution in Regensburg: Das Theater an der Uni. Foto: Alexander Urban.

Ebenfalls eine Kulturinstitution in Regensburg: Das Theater an der Uni. Foto: Alexander Urban.

Wenn ein Pachtvertrag ausläuft und der Pächter nicht verlängern will oder wenn ein anderer Mieter mehr Geld bietet, ist nun mal Schluss. Bei jedem Startup-Unternehmen oder Großraumbüro in der Innenstadt würde man sagen: Pech. Und bei Kulturstätten soll es gleich Hochverrat sein?!

Versteht mich nicht falsch. Natürlich läuft es auch mir kalt den Rücken herunter, wenn Oberbürgermeister Hans Schaidinger inbrünstig, fast beschwörend sagt: „Das Problem ist nicht, dass es bei uns zu viel Reiche gibt.“

Aber das Problem ist eben auch nicht nur der Mangel an Auftrittsmöglichkeiten. Es ist ein Mix aus mangelnden Auftrittsmöglichkeiten, mangelndem Interesse und mangelnder Zahlungsbereitschaft. Und der ausbleibende Nachwuchs verbunden mit der Abgeschiedenheit Regensburgs erleichtert die Situation nicht gerade. Also: 1. Mehr Geld für junge Kultur ausgeben. 2. Den Nachwuchs suchen und fördern. 3. Offen bleiben, auch was Hochkultur anbelangt. 4. Auftretenden entgegenkommen, zum Beispiel indem man Musiker privat unterbringt. (Das Angebot von Hostels und Herbergen in der Innenstadt ist denkbar schlecht.)

5. Optimistisch bleiben. Die Aussage, die ehemalige Alte Filmbühne würde ab jetzt als Fahrradkeller genutzt werden, ist zum Beispiel schlichtweg falsch. Und im W1 – Zentrum für junge Kultur gibt es nach wie vor die Möglichkeit, sich im Herzen der Innenstadt vor einem kleinen Publikum auszuprobieren.

Kultur ist nicht etwas, das vom Himmel fällt. Jeder Bürger kann die Szene aktiv mitgestalten. Und wenn es eine große, wilde Szene gibt, die zusammenhält, wird diese kein Ordnungsamt der Welt aufhalten können. Eine Sperrstunde ist nervig, keine Frage. Genau wie die GEMA. Oder manchmal das Wetter. Aber trotzdem noch keine Bücherverbrennung. Und wenn illegale Underground-Partys die einzige Möglichkeit für Jugendliche sind, sich kulturell auszutoben, dann ist das eben so. In anderen Städten hat man sich längst damit abgefunden. Leider.

Der Autor

Thomas Spitzer studierte Mathematik an der Universität Regensburg. Seit 2009 tritt er erfolgreich bei Poetry Slams auf. Sein Buch „bunt und kühl“ erschien im April 2013 beim ConBrio-Verlag. Am 12.3. geht seine Lesebühne „Irgendwas mit Slam“ im W1 in die nächste Runde. Alle Infos: facebook.com/thomasespitzer

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Kommentare (9)

  • genau

    |

    Eine sehr gute Analyse der Situation!

    Nicht nur der aktuellen – vieles war früher schon so, z.B. Punkt 1

    Ich habe vor ca. 20 Jahren öfter Konzerte im Mälzekeller gemacht – damals war das noch easy möglich. Man bezahlte 1 Mark je zahlenden Gast, im Laufe der Jahre wurde die Miete proportional zu den steigenden Subventionen der Stadt immer höher :-D

    damals schon so: Verlangte man 5 Mark Eintritt, kam die Frage ob’s nicht auch für 3 geht, verlangte man 3, kam die Frage ob’s nicht auch gratis geht.

    Und dann hat man sich so gedacht, es gibt 10.000 Studenten, da sollten sich doch ein paar für laute Gitarrenmusik interessieren.

    Wären es nur 1,5%, wäre der Keller mit 150 Personen gut gefüllt – aber nee, bei den Feiern an der Uni dagegen, wo es nur um’s Saufen (OK, auch um’s abschleppen) ging, dagegen 80% der Studis anwesend.

    Das soll nicht heissen, dass die Konzerte alle Reinfälle waren – im Gegenteil. Oft war es gerade da, wo man dachte „das interessiert leider weniger Leute“ die Bude voll, bei „sicheren Dingern“ kam kaum einer – Publikum ist halt auch irgendwo unberechenbar, das ist auch heute noch so.

    Insg. stimme ich auch zu, dass ein großer Teil der Probleme hausgemacht ist. Da gibt’s einfach zu viele, die sich auf „ging schon immer so“ verlassen, und nicht mitbekommen (wollen), dass sich Gewohnheiten und Interessen beim Weggehen auch ändern.

    Oder meinen, sie können sich erlauben was sie wollen, weil sie ja die tollen großartigen „Szene-Wirte“ sind. Die Filmbühne (schon wieder dieses Thema) musste nicht primär raus wegen nem Fahradkeller, sondern weil die Uni halt _diesen_ Mieter raus haben wollte. Das ist nicht das einzige Beispiel in der Art.

    Und was ist das Ergebnis – die Kneipe ist halt umgezogen, so wie früher schon mal, so wie 90% aller Regensburger Kneipen, mit Kultur hat die eh‘ schon lange nix mehr am Hut.

    Aber gerade die, die an ihrer „Misere“ nicht so ganz selbst unschuldig sind, reißen dann das Maul am weitesten auf und bestimmen die Diskussion.

    „Auch junge Kultur muss – sofern nicht gefördert – sich finanziell rechnen. Oder zumindest möglich sein.“ – Hier ist mehr als oft genug das Problem, dass in die Rechnung auch gleich der Lebensunterhalt des Betroffenen einbezogen wird, da wird’s natürlich schwierig.

    Siehe Sachen wie „Bunkermannstipendium“, wären ja „nur 200.000 im Jahr für die Stadt“, dass ein „Künstler“ seinem persönlichen Spaß nachgehen kann. Ist doch klar, dass der das niemals bekommt, das wäre ein Prezedenzfall, dann müsste jeder von der Stadt Kohle bekommen, der „irgendwas mit Kunst“ macht.

    Sowas hat z.B. D. Liese auf dieser Diskussionsrunde (wo es ja leider 90% der Zeit nicht um die eigentlichen Probleme ging, sondern nur „wer bekommt wie viel Kohle, ich will auch“) in der Heimat gefordert, jeder, der sich selbst als Künstler bezeichnet, soll ungeprüft Geld von der Stadt bekommen.

    Im „Musikbusiness“ nicht viel besser – da gibt es leider auch zu viele, die gleich nen Haufen Kohle wollen, nur weil sie ne Gitarre richtig rum halten können. Und sich dann wundern, warum sie keiner bucht, oder keiner 6 Euro Eintritt für ihr Konzert zahlt.

    gibt da so ne Zweiteilung, manche machen einfach was, eher im verborgenen, und freuen sich, wenn sie zumindest auf ihre Kosten kommen (erwarten das z.T. auber nicht mal)

    und bei anderen besteht die Haupttätigkeit darin, sich in der Öffentlichkeit als Künstler zu profilieren und Geld zu fordern und „abzugreifen“.

  • Radlertölpel

    |

    @genau
    überleg Dir mal was Du für einen Müll verzapfst und dann nennst du dich noch „genau“ hahahaha:

    „Siehe Sachen wie “Bunkermannstipendium”, wären ja “nur 200.000 im Jahr für die Stadt”, dass ein “Künstler” seinem persönlichen Spaß nachgehen kann. Ist doch klar, dass der das niemals bekommt, das wäre ein Prezedenzfall, dann müsste jeder von der Stadt Kohle bekommen, der “irgendwas mit Kunst” macht.“

    hier der Text zum Bunkermannstipendium zum Lesen:
    „http://europabrunnendeckel.de/download/hirn/petitionstext_2013_Europabrunnendeckelprojekt.pdf“

    Also mein Gestaltungsvorschlag für den Europabrunnendeckel, wo seit 2010 ohne inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Ort (zudem es für die Stadtverwaltung seit ehedem ein Denkverbot gibt*) oder einem Projekt ein Kunstverbot durchgesetzt wurde, besteht darin äquivalent zu den Kosten des Baus und des Betriebs eines konventionellen Brunnens die Gelder an wechselnde Künstler zu verteilen, die die Arbeit am Ort gemeinsam mit weiteren Beteiligten und Interessierten fortschreiben und weiterentwickeln. Pro Jahr habe ich 46666, 66 € veranschlagt über deren Verwendung bei einem öffentlichen Plenum entschieden werden sollte. Diese Gelder würden auch zur Instandsetzung und zum Umbau des Ortes dienen.
    *einen Handlungsspielraum für Aktionskunst hat man seitens des Planungsamtes stattdessen seit 2010 in der Größe eines Tennisplatzes am Donaumarkt eingezeichnet, dort kann dann wenn alles fertig gebaut ist etwas stattfinden…

    Gerne arbeite ich zusammen mit anderen auch umsonst an der Weiterentwicklung eines so interessanten und einmaligen Ortes, so wie 2009/2010. Für diese besondere Situation gibt es keine bessere Nutzungsmöglichkeit und keinen vergleichbaren Ort um die Stadt zu erforschen!

    Leider gilt der Brunennedeckel für den es seit 2010 keinen Zwischennutzungsvertrag mehr gibt nun seit Juni 2013 endgültig als Baustelle, bei der letzten Protestaktion (Puplic Crossfader) durften wir mit der Veranstaltung den Deckel nichteinmal betreten….

    Jetzt wird dort also ohne Wettbewerb durch das als federführend beauftragte Tiefbauamt eine Bodensprenkleranlage auf den Weg gebracht und die einmaligen Qualitäten des Ortes zubetoniert. Geld spielt hier keine Rolle.

    Seit 2009 mache ich Eingaben bei der Stadtverwaltung, z.B. beim Amt für Stadtentwicklung, dem Stadtplanungsamt, dem Kulturreferat oder der Kommission Kunst und Bauen sich mit dem Ort zu Beschäftigen* und Künstler zu ermutigen dies auch zu tun. Denn auch hier liegt das Problem: Niemand traut sich hier aktiv zu werden!

    Am Europabrunnendeckel ging es beispielhaft darum, die einmalige räumliche Situation für lebendige Kunst zu nutzen anstat sie zu zubetonieren. Aber manche Leute kommen eben nicht weiter als: „Da kerart sich ein Brunnen hin.“ Aha.

    Also es geht hier ja gerade um das Gegenteil von viel Geld für Kunst am Bau auf einmal verbuddeln: Ich möchte an dieser Stelle auch einmal daran errinnern, dass die Maulwurfstomperinstallation, die 1 1/2 Jahre Sprache sammelte und sortierte, die einzige interaktive Installation war, die den Content verwertet, die überhaupt in der Stadt lief….frei nach dem Motto: „Man soll die Technik nicht über den Menschen stellen“.

    :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

    Im Vorfeld des Wahlkampfes wurde die Art BuZZ`l in Burgweinting gleich noch mit beseitigt, denn wo Kunst im öffentlichen Raum präsenter und wirkungsmächtiger ist als „Politik“, kann sich diese nicht mehr mit billiger Wahlwerbung aufspielen…. Die Parteien haben also auch ein Interesse an der Trostlosigkeit. Das macht die Bauernfängerei einfacher.
    „Da kerat sich eine Metzgerei eini“ (Zitat Hartl)
    Art BuZZ`l siehe: http://jakob-friedl.de/?p=3402
    Tja und auch worum es inhaltlich bei der Art BuZZ`l ging sollte man mal LESEN.

    IST KUNST ÜBERHAUPT ERWÜNSCHT?

    -Kunstprojekte im öffentlichen Raum sollen immer temporär sein? : …man hofft wohl auf temporären Erkenntnisgewinn? (vergleiche Bunkermannstipendiumstext „Gedächtnis und Hirn des Ortes“)

    -Die Kulturstiftung der REWAG hat seit 2010 alle 5 Anträge von mir abgelehnt. Es ging jeweils um Beträge von 150 – 500€,
    z.B. Übernahme der Stromkosten für das Europabrunnendeckelprojekt….150€ für eine Wasseruhr am Brunnendeckel (um weitere Wasserkünstler anzulocken), dem standen 5000€ Arbeit durch einen Installateur gegenüber. …. oder eine Stromuhr im LIDL unter der Kunst halle im BUZ, ein Installateur hätte für ca 6000€ die Halle ehrenamtlich und umsonst elektrifiziert, 500€ für 250 qm Holzfußboden im Wert von mehreren tausend €… Es geht hier nicht ums Geld sondern darum, das neben der Eon unsere Bürgermeister und der BBK (BundBildender Künstler) in der Stiftung sitzen und so ihre Zustimmung signalisieren können, z.B. gegenüber dem BUZ_Einkaufszentrum, wo jetzt ein halbes Jahr später übrigens ein Kunstprojekt in der Rohbauhalle eingezeichnet ist…
    -….

    ach was soll.

  • Oskar Siebert

    |

    Vier vollen Jahren habe ich mit einem Lehrer der auch ein aktiver Musiker ist, den Wahlfach Film ehrenamtlich getragen. Mit den Schülern der Realschule PINDL e.V. haben wir 5 Kurzfilme und Spots gedreht. Die Interesse und dieser Fach war sehr groß. Mit einer kleine Gruppe von Schüler waren wir zu dem „Schüler Filmfestival – Die Sonne“ nach Ústi nad Orlici in Tschechien eingeladen. Der Tschechische Veranstalter (das Tschechische Kultusministerium) hat uns alles (Hotel und Verpfegung natürlich außer der Fahrt) bezahlt. Zu einem Austausch der Schüler ist leider nicht gekommen. Es fehlte einfach das Geld.
    Ein Jahr später waren wir mit der ganzen Filmgruppe der PINDL Realschule zu dem Schüler – Filmfestival wieder eingeladen. Ein paar Tagen vor dem Festival musste ich unser Teilnahme absagen. Der Schulverein PINDL e.V. hat kein Geld für den Transport von 4 Schülern gehabt. Der Schulleiter der dieses Wahlfach auch unterstützt hat, wurde auch später gekündigt. Nicht nur die Stadt Regensburg mit seiner Kulturpolitik aber auch die Förderer und selbst die Schulen vernichten jede kulturelle Aktivität jungen Menschen.
    Armes Deutschland.

  • Radlertölpel

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    ganzgenau:“wo jetzt ein halbes Jahr später“ am ende meines letzten Kommentar muß heißen: „jetzt über ein Jahr später“!
    Aber was solls ist eh alles dokumentiert…

  • Ein falsches Verständnis der Kulturverdrängung | Regensburg Digital

    |

    […] „Thomas Spitzer spielt eher denjenigen in die Hände, die Kultur in erster Linie als Konsumgut betrachten, das nur zu rechtfertigen sei, wenn es sich rechne.“ Eine Replik auf Thomas Spitzers Beitrag „Ist Kultur überhaupt erwünscht?“ […]

  • genau

    |

    @Radlertölpel: Genau sowas meinte ich zum Beispiel.

    Egal was man hier (und anderswo) von Dir liest, es geht immer nur um Kohle, Kohle, Kohle.

  • Musikszene

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    Leider kann ich Punkt #2 in Sachen Musik nicht zustimmen …

    In Regensburg gibt es Genug Bands z.B. aus der Metal Szene die gerne in Regensburg ihre Musik darbieten wollen und würden … Das Problem an der Sache liegt eher daran das es keine sinnvolle Location dafür gibt. Manche dieser Bands ziehen hier 100 – 200 Leute ( selbst schon erlebt bei einen selber organisierten Konzert in Regensburg ).

    Die einzige noch halbwegs passende Location dafür ist die Alte Mälzerei, die aber durch ihre Rahmenbedingungen es unmöglich macht hier häufiger Konzerte zu veranstalten.
    Bei durchschnittlichen Unkosten von 600€ ( davon die Hälfte in etwa Raummiete ) die man hat, wenn man dort ein Konzert im Club veranstaltet, wird es schwer überhaupt den zu spielenden Bands ein Spritgeld zu bezahlen ….

    Kurz und knapp … es gibt genug Bands / Privatpersonen die gerne etwas veranstalten wollen in Regensburg… aber es gibt keine passende bzw faire Location dafür …

  • Radlertölpel

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    @genau,
    muß ich mich nun ein zweites mal kaputtlachen?

    ich dokumentiere seit 2009 die Ideen und Rahmenbedingungen und den Verlauf der gemeinschaftlichen und prozessorientierten Kunstprojekte der Fvfu-uüiUF.e.V. in öffentlichen Räumen.

    Auf der Europabrunnendeckel.de website kann, einiges an Hintergrundinformationen, Beweggründen, Konzepten, deren Umsetzung und eben auch finanzielles nachgelesen werden. Einfach der Bedienungsanleitung folgen.

    Kann schon sein, das Dir das nicht schmeckt, denn das ist ja alles zusammengenommen ein Feld, das gerne ausgeblendet wird….

    Ps: wo hast du denn das herzitiert?
    „wären ja “nur 200.000 im Jahr für die Stadt”“

    ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
    und:

    Ich verlasse mich auch ungern auf irgendein undefinierbares Konzertpublikum sondern arbeite, wenn möglich, täglich in nicht ganz alltäglichen Situationen an einem selbstbestimmten Rahmen für Kunst… mit ganz normalen Leuten jeden Alters, denn das abgehoben-geschmäcklerische in der Kunst bleibt mir entschieden zu sehr an der Oberfläche. (Nichts gegen Humor)

    Eintritt ist nichts für die gemeinschaftliche Aneignung von öffentlichen Räumen – bin ja kein Konzertveranstalter.

    Ich verstehe übrigens auch nicht wo das Problem darin liegt, wenn „in die Rechnung auch gleich der Lebensunterhalt des Betroffenen einbezogen wird, da wird’s natürlich schwierig.“ – Ja wie??? Wo liegt das Problem? In einer Aufwandsentschädigung für tägliche künstlerische Sozial und Stadtteilarbeit? Während der 1 1/2 Jahre Art BuZZ`l blieb da nichts über für Lebensunterhalt… vom Europabrunnendeckelprojekt ganz zu schweigen.
    Da wirds natürlich nicht schwierig, auch gleich an der Daseinsberechtigung für Kunst zu sägen.

    Auch was solls, jetzt rede ich aufgrund deines ignoranten Kommentars über Geld und nicht über Inhalt, aber mit dem kannst Du ja bestimmt schon 3mal nichts anfangen oder?

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