Kampf um E.ON-Standort geht weiter

ver.di Oberpfalz über politische Unterstützung sehr erfreut – Kampf um Standort Regensburg des E.ON CCR geht weiter „Bisher haben wir eine breite politische Unterstützung für unsere Forderung zum Erhalt der Arbeitsplätze beim Competence Center Rechnungswesen am Standort Regensburg (kurz CCR) erhalten. Das bestärkt uns, den Betriebsrat und die Beschäftigten, beim Kampf um den Standort Regensburg nicht aufzugeben!“ bringt es Alexander Gröbner (Geschäftsführer ver.di Bezirk Oberpfalz) auf den Punkt. Gröbner berichtete umfassend in der Sitzung des ver.di-Fachbereichsvorstands Ver- und Entsorgung am Abend des 19. Juni 2012 über die aktuelle Entwicklung im Zusammenhang mit dem Programm E.ON 2.0 und den aktuellen Entwicklungen im E.ON Konzern. Nach der Demonstration vor dem E.ON Gebäude in Regensburg und der Betriebsversammlung des CCR haben uns eine Vielzahl von Rückmeldungen aus der FdP, der CSU und der SPD sowohl aus dem Stadtrat als auch aus dem Bayerischen Landtag erreicht. U. a. habe Bürgermeister Gerhard Weber (in Vertretung des Oberbürgermeisters Schaidinger) aber auch Bürgermeister Joachim Wolbergs, der SPD-Stadtverband und die SPD-Stadtratsfraktion mittlerweile schriftlich gegenüber dem E.ON Konzernvorstand in Düsseldorf schriftlich reagiert. „Auch CSU-Stadtratsfraktionsvorsitzender Christian Schlegl sowie die Oberpfälzer SPD, an der Spitze Franz Schindler (MdL), haben sich unserem gemeinsamen Appell angeschlossen und Unterstützung zugesagt. Das macht uns Mut, nicht aufzugeben und um die Existenzen der Frauen und Männer im CCR sowie deren Familien weiterhin zu ringen!“ bekräftigt Gröbner Am 21. Juni 2012 werde der Bayerische SPD-Vorsitzende Florian Pronold zu einem Treffen mit dem Betriebsratsvorsitzenden Johann Willibald (CCR Regensburg) ab 9.00 Uhr zusammentreffen, um in einem Gespräch mit dem Betriebsrat und ver.di weitere Unterstützungsaktivitäten zu erörtern. Auch der ver.di-Fachbereichsvorstand Ver- und Entsorgung sicherte den E.ON-Beschäftigten ausdrücklich die solidarische Unterstützung der Gewerkschaftsmitglieder der ganzen Oberpfalz zu! Einladung zum Pressegespräch: Wir dürfen Sie am 21. Juni 2012 von 10.00 Uhr bis 10.30 Uhr zu einem kurzen Pressegespräch mit der Möglichkeit zu O-Ton-Aufnahmen vor den Haupteingang des E.ON Gebäudes, Lilienthalstr. 7, Regensburg einladen. Als Gesprächspartner stehen zur Verfügung: Johann Willibald (Betriebsratsvorsitzender des CCR der E.ON Energie AG, Regensburg) Florian Pronold (MdB, SPD-Vorsitzender der Bayern-SPD) Alexander Gröbner (Geschäftsführer ver.di Bezirk Oberpfalz) Hintergrund: Nachdem der Vorstand der E.ON AG den Wirtschaftsausschuss des Konzernbetriebsrats am 24. Mai 2012 informiert hatte, konnten die Beschäftigten im konzernweiten Intranet die Hiobsbotschaft hinsichtlich ihrer Zukunft lesen: E.ON verlagert 1.100 seiner weltweit 3.700 Stellen (davon 2.200 Stellen in Deutschland) im Personal- und Rechnungswesen in zwei neue „Business Service Center“, die in Cluj (Rumänien) und Berlin angesiedelt werden. In Berlin sollen sich 500 Mitarbeiter um die Personalverwaltung kümmern. In Cluj sollen 600 Mitarbeiter einfache Aufgaben des Rechnungswesens (Buchhaltung) erledigen. Zudem will E.ON weitere 1.200 der 3.700 Stellen im Personal- und Rechnungswesen ganz streichen. In ganz Bayern fielen damit verteilt auf verschiedene Standorte insgesamt ca. 460 Stellen weg (CCR und E.ON Personal Direkt (EPD) München ca. 50, EPD Landshut 20, EPD Nürnberg 70). Nachdem E.ON bereits im letzten Jahr die Massenentlassungsanzeige für 368 Beschäftigte der E.ON Energie AG in München bei der Bundesagentur für Arbeit eingereicht hatte (der Standort wird am 30. Juni 2012 endgültig geschlossen), komme die am 24. Mai 2012 vorgestellte Maßnahme einem weiteren Aderlass des Konzerns gleich, erklärt Gröbner „Bedauerlicherweise nähern wir uns tatsächlich mit großen Schritten den rund 2.000 Stellen, die wir bereits im letzten Jahr in Bayern in Gefahr sahen – lieber hätte ich nicht recht behalten!“ so Gröbner Besonders irritierend sei es laut Gröbner, dass die Beschäftigten noch in den letzten Wochen im CCR Regensburg mit Hochdruck an einem Pilotprojekt zur Verschlankung und Effizienzsteigerung von Prozessen (Lean-Projekt) gearbeitet hatten. „Es ist schon sehr ernüchternd, dass Beschäftigte aber auch Führungskräfte vom Konzernvorstand im Dunkeln gelassen werden. „Eiskalt werden hier Kapitalinteressen menschlichen Existenzen vorgezogen – das ist aus meiner Sicht ein wirklicher Skandal! Die wenigsten Beschäftigten werden in der Lage sein, nach Berlin oder Cluj umzuziehen. Außerdem will nach unseren Informationen der Konzernvorstand für Regensburg nicht einmal den kürzlich abgeschlossenen Tarifvertrag mit ver.di zur Anwendung bringen. Das wird unseren entschiedenen Widerstand zur Folge haben!“ kündigt Gröbner an E.ON hatte im August 2011 verkündet, von den weltweit rund 80.000 Arbeitsplätzen rund 11.000 Stellen einzusparen, um bis 2015 insgesamt rund 2,3 Mrd. Euro Kosten einzusparen. Nach ver.di Angaben entfielen rund 6.000 Stellen auf Deutschland und davon ca. 2.000 auf Bayern.

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Kommentare (2)

  • ralph

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    Es darf nicht vergessen werden, dass ein Herr Stoiber damals die bayerischen Energieversorger ohne Not an die E.on verkauft hat. In Zeiten der rgenerativen Energien bräuchten wir das Stromnetz dringend selbst wieder. Das ist eine „zukunftsweisende?!?“ Politik „gewesen“.
    Übrigens, das Vermögen der seinerzeitigen Elektrizitätswerke in Bayern wurde von den Bürgern vor Ort über den Strompreis aufgebracht, der Verkaufserlös floss in die Ballungszentren!

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