Die CSU stellt Fragen

„Keine Flüchtlinge oder Asylanten, sondern ganz was anderes“

Schäden in der früheren Notfallunterkunft Michlstift rufen die CSU auf den Plan. Alles Vandalen, oder was? Die Fragen werden beantwortet. Doch diverse Unterstellungen sorgten am Dienstag im Stadtrat für heftige Empörung.

Fragen und Unterstellungen: CSU-Stadtrat Hans Renter. Foto: Archiv/ Staudinger

Fragen und Unterstellungen: CSU-Stadtrat Hans Renter. Foto: Archiv/ Staudinger

„Das ist ein krasser Widerspruch zu der öffentlichen Darstellung des Verhaltens von Flüchtlingen und Asylanten durch den Oberbürgermeister. Die haben da ja quasi ein Haus platt gemacht. Da könnte man ja meinen, dass da keine Flüchtlinge und Asylanten drin waren, sondern was ganz was anderes. Wie soll man das dem Steuerzahler noch erklären können?“

Hans Renter teilt ziemlich aus. Bevor der altgediente CSU-Stadtrat eine Reihe von Fragen stellt, lässt er in der, für seine Verhältnisse ungewöhnlich langen Wortmeldung kaum einen Zweifel daran, was er von den – zwischenzeitlich bereits ausgezogenen – früheren Bewohnern des Michlstifts hält. „Keine Flüchtlinge oder Asylanten, sondern ganz was anderes“ eben.

Wie enstehen Schäden im sechsstelligen Bereich?

Dienstag, Sitzung des Sozialausschusses im Regensburger Stadtrat. Auf der Tagesordnung steht der Nachtragshaushalt für die Katholische Bruderhausstiftung, der das frühere Seniorenheim in der Regensburger Altstadt gehört. Wie berichtet wird das Gebäude zu einem Kinderschutzhaus umgebaut. Doch bis vor kurzem wurde es als Notfallunterkunft für Flüchtlinge genutzt.

Fast 300 Menschen – 200 Erwachsene und 85 unbegleitete Minderjährige waren ab Oktober 2015 in dem Gebäude, das zuvor für 100 Seniorinnen und Senioren ausgelegt war, untergebracht. Und nun sind Schäden entstanden, die es zu beheben gilt. Mit insgesamt 335.000 Euro schlagen die Reparaturen zu Buche. Wie kann das sein? Alles Vandalen? Undankbare? „Keine Flüchtlinge oder Asylanten, sondern ganz was anderes“?

Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer: "Die Schäden wurden nicht durch Böswilligkeit verursacht."  Foto: Archiv

Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer: „Die Schäden wurden nicht durch Böswilligkeit verursacht.“ Foto: Archiv

Trotz der scharfen Formulierungen Renters reagiert Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer ruhig auf die Anfrage. „Das freut uns auch nicht, aber es war von vorneherein klar, dass diese Nutzung nicht ohne Schäden abgehen wird. Wir befanden uns im Notfallmodus und mussten schnell 300 Menschen in einem Gebäude unterbringen, das dafür gar nicht ausgelegt ist.“ Die Schäden seien „nicht böswillig verursacht“ worden, so Maltz-Schwarzfischer. „Das lag einfach an der Übernutzung.“

Dreifache Überbelegung

Das Bürgerstift St. Michael bot insgesamt 100 Plätze und wurde über Monate mit 300 Menschen belegt. Foto: Johanning/ Wikimedia Commons

Das Bürgerstift St. Michael bot insgesamt 100 Plätze und wurde über Monate mit 300 Menschen belegt. Foto: Johanning/ Wikimedia Commons

Zimmer, die zuvor mit zwei Personen belegt waren, wurden in den acht Monaten, während das Gebäude als Notunterkunft genutzt wurde, von vier bis sechs Menschen bewohnt. Ein Großteil der Reparaturen ist der Bürgermeisterin zufolge vor allem auf die Übernutzung der sanitären Einrichtungen zurückzuführen. Während die größtenteils bettlägrigen Senioren meist gebadet worden seien und die Duschen kaum benutzt hätten, sei es nun so gewesen, dass einige Bewohner zum Teil mehrmals täglich geduscht hätten. Schäden durch Feuchtigkeit und Schimmel, kaputte Duschköpfe oder -türen seien darauf zurückzuführen.

Schaden an Wandfresken, Boden oder Geländer seien häufig durch Kinder verursacht worden. „Im Winter konnte man nicht nach draußen. Da wurde am Geländer geturnt, mit dem Bobbycar übers Parkett gefahren oder es wurde in den Gängen Ball gespielt“, sagt der für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen zuständige Jugendamtsleiter Günter Tischler. Bei normaler Belegung und wenn man im Vorfeld genug Zeit und Personal habe, um für hauptamtliche Betreuung zu sorgen, komme so etwas nicht vor.

„Es ging um ganz elementare Dinge.“

Bei der kurzfristig organisierten Betreuung im Michlstift – für die unter anderem Mitarbeiter der Stadtverwaltung von anderen Aufgaben freigestellt wurden – sei man zudem mit ganz anderen Problemen konfrontiert gewesen, als Kinder und Jugendlich dauernd zu überwachen. „Da ging es um ganz elementare Dinge wie Betreuung von Schwerstbehinderten oder Gespräche via Dolmetscher über Zimmerbelegung, Erkrankungen und Arzttermine“, so die Bürgermeisterin.

Ihr Fazit: Die Schäden an einem Wandfresko hätte man unter Umständen vermeiden können, wenn man es vorab verschalt hätte, aber in Anbetracht des Zeitdrucks und der räumlichen Enge habe man die Situation gut gemeistert. „Mittlerweile haben wir in Regensburg keine Notunterkünfte mehr und die Schäden werden jetzt reguliert.“

„Blanker Populismus“

Für Empörung sorgt Renters Wortmeldung bei den Stadträten. Dem Steuerzahler könne man das Ganze sehr wohl erklären, wenn man es denn ehrlich meine, sagt etwa Tobias Hammerl (SPD). Renter gehe es dagegen um „blanken Populismus“. Astrid Lamby (ÖDP), die selbst mit der Betreuung von Flüchtlingen zu tun hat, sagt: „Ich bin zunächst auch über diese Summe gestolpert, aber als ich die Zahl der untergebrachten Menschen gelesen habe, war mir klar: Das hat zwingend so passieren müssen.“ Man dürfe durchaus Fragen stellen, sagt Margit Kunc (Grüne), aber die Art und Weise wie Renter hier von vorneherein ein Pauschalurteil gefällt habe, sei unerträglich.

Richard Spieß: "Die CSU betreibt Brandstiftung." Foto: Archiv/ Stadt Regensburg

Richard Spieß: „Die CSU betreibt Brandstiftung.“ Foto: Archiv/ Stadt Regensburg

Richard Spieß (Linke) bezeichnet Renters Wortmeldung als „ein typischer Fall von ‚Das wird man ja noch sagen dürfen’“. Er sei überzeugt, dass „außer der Regensburger CSU ein jeder in Regensburg stolz darauf ist, dass wir den Menschen geholfen haben“. Was Renter und die CSU bereits seit längerem betrieben sei „Brandstiftung auf einem Niveau von Parteien, die weitaus weiter rechts stehen als Ihre Partei“.

„Wir stellen doch nur Fragen…“

Renter allerdings kann die Aufregung nicht verstehen. „Wir haben doch den städtischen Mitarbeitern überhaupt keinen Vorwurf gemacht.“ Es gehe ihm auch nicht um Polemik. „Aber wenn diese Kosten der Öffentlichkeit bekannt werden, dann muss man das doch irgendwie rechtfertigen.“ Man stelle doch nur Fragen. Und außerdem, auch wenn das vielleicht nicht hierher gehöre, wolle er noch wissen: „Welche Schäden sind denn in den städtischen Turnhallen durch die Notfallunterbringung entstanden?“

Die letzte Frage wird wohl in einem anderen Ausschuss beantwortet werden. Schriftlich wird die CSU Auskunft darüber erhalten, wie viele und welche Betreuer in der Notfallunterkunft eingesetzt waren.

Kosten übernimmt zum Großteil die Regierung

Kerstin Radler (Freie Wähler) nimmt Renter seine Motivation, doch nur ganz harmlos gefragt zu haben, nicht ab. „Tun Sie doch nicht so, als hätten Sie hier nur ganz normale Fragen gestellt. Sie wollen sticheln und den Eindruck erwecken, das wären alles Vandalen.“ Sie könne sich dem was Linken-Stadtrat Spieß gesagt habe in vollem Umfang anschließen. „Was Sie hier treiben ist unterirdisch.“

Abseits der Empörung bleibt noch zu erwähnen, dass die Katholische Bruderhausstiftung keinen Cent der 335.000 Euro wird tragen müssen. Den überwiegenden Teil der Kosten – 286.000 Euro – übernimmt die Regierung der Oberpfalz, die für die Notfallunterkünfte zuständig ist, der Rest der Schäden wird von der Stadt Regensburg übernommen, in deren Verantwortung die Unterbringung der unbegleiteten Minderjährigen liegt. Die entsprechende Verwaltungsvorlage, der all das zu entnehmen ist, lag den Stadträten übrigens ebenfalls vor.

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Kommentare (31)

  • Tobias

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    Sind die Kasernen, die häufig mit weitaus mehr Personen belegt wurden, auch ständig und in kürzester Zeit im sechstelligen Bereich sanierungsbedürftig gewesen? Zerstörte Treppengeländer durch Kinder habe ich weder in 50 Jahre alten Wohngebäuden, noch in 40 Jahre alten Schulen gesehen. Sorry, aber ich habe es an der Altmühlstraße gesehen, dass die „Flüchtlinge“ nicht zimperlich mit dem Material umgehen. Oder sie, wie aktuell in den Nachrichten, auch gerne mal anzünden, wenn es Catering (!) während des Ramadan gibt. Oder anzünden, weil sie Wohnungen wollen.

  • blauäugig

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    Stellen Lehner und nun auch Renter nur Fragen, um von ihrem Egoismus abzulenken? Was anderes fällt mir nicht ein, wenn die beiden eine Verlängerung der Schallschutzwand nur an der östlichen Seite der Nibelungenbrücke fordern, wo sie wohnen, und nicht etwa auch auf der westlichen Seite, wo neuer Wohnraum entsteht.
    http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/CSU-fordert-Verlaengerung-der-glaesernen-Laermschutzwand-auf-der-Nibelungenbruecke;art1172,368221
    Pfui, Lehner, pfui, Renter!

  • EinRegensburger

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    Wohl ein weiterer Versuch der regensburger CSU durch schrilles Auftreten das (selbstverursachte) Abdriften in die politische Bedeutungslosigkeit abzuwenden. Wer mit Inhalten nicht mehr Punkten kann, der versucht es eben mit Polemik.

  • Oleg

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    335000€ SCHADEN bei 285 Leuten in ca. einem halben Jahr ist einfach nur Krass.
    Schullandheim ohne Aufsicht ist da schon ein passender Ausdruck.

  • Lothgaßler

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    So ganz erklärt sind die Schäden nicht, denn die Unterkunft wird seit Beginn der Belegung bewacht, dafür stand also sofort Manpower und Geld zur Verfügung. Diese „Ordnungskräfte“ sind aber scheinbar nicht für das Innenleben der Unterkunft zuständig, bzw. in diesem Bereich nicht kompetent. Statt die Euros für überreichlich Security auszugeben, hätten ein paar der dafür verprassten Euros in einen besseren Hausmeisterdienst investiert werden können. Die freigestellten Städtischen scheinen keinen Hausmeisterdienst wahrgenommen zu haben. Gab es dort überhaupt jemanden der mögliche Schäden oder „Übernutzungen“ rechtzeitig gemanagt hat? Schimmel in intensiv genutzten Sanitärräumen, was ein Wunder, und noch dazu mit Zwangsbelüftung (d.h. nicht mal mehr moderner Technik) zu vermeiden. Für Läufer auf empfindlichen Böden hat es dann auch nicht mehr gereicht. Wenn die Zeit vor dem Einzug der ersten Gestrandeten nicht ausreichend für kompetente Vorbereitung war, dann hätte immer noch eine zügige Nachbesserung erfolgen können.
    Es ist vollkommen klar, dass die Räume nach einer gewissen Zeit neu gestrichen und die Böden u.U. saniert werden müssen, das ist auch bei Otto-Normal-Deutschen so.
    Die oben genannte Summe ist dennoch bemerkenswert, denn mir scheint es hier eher so, als hätten die städtischen Kräfte schon sehr früh darauf spekuliert, dass der Zahlmeister die Regierung der Oberpfalz ist. Für mich liegt der „Skandal“ also darin, dass die Schäden in diesem Umfang scheinbar ohne rechtzeitiges Gegensteuern entstanden sind. Ich stehe zu meiner Kritik, auch wenn nun ein paar Städtische in ihrer Ehre gekränkt sein sollten.

  • Bertl

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    Irgendwie kommt mir diese Art von Populismus mittlerweile sehr bekannt vor…. Einfach mal auf die Kacke hauen…. danach taucht schon eine Erklaerung auf und man kann ja mal noch Fragen stellen duerfen… 335000 ist kein Pappenstiel sondern jede Menge Geld. Was hier aber an Unterstellung und Traeumereien abgeht…. obwohl keiner von uns tatsaechlich einen Einblick hat… ist der Erfolgsnachweis von absichtlich gestreuter, nicht belegbarer Propaganda! Erstaunlich, dass diese Methode noch immer Ihre Opfer findet… und traurig!

  • Paul2

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    300 Personen, 6 Monate –> 335.000 Euro Schaden.
    Hm.
    Jetzt würde mich aber schon mal interessieren, ob z.B. in einer ganz normalen Regensburger Grundschule (belegt mit 400-500 Personen, die ebenfalls nicht gerade „handzahm“ mit dem Mobiliar umgehen) auch alljährlich für knapp 700.000 Euro renoviert werden muss. Na?
    Schlussfolgerung: Im Michlstift waren offenbar wirklich rücksichtslose Vandalen untergebracht. Oder ist es jetzt schon normal, dass man sich als Gast so aufführt?

  • erinnering

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    Schon vergessen? Das michl Stift war bereits vor der Belegung mit Flüchtlingen wegen Sanierungsbeduerftigkeit als Altersheim aufgegeben worden. Und nein ,es war keine Zeit für die Betreuer,in einer dreifach uberbelegten Unterkunft,vor allem Familien, den Flüchtlingen auch noch beizubringen, wie wohnt man schonend im Winter unter den klimatischen Bedingungen von Deutschland.bereitet Stadtrat renter mit seinem Wortschatz die Verschmelzung von CSU und afd vor? Nein, er folgt nur dem Aufruf von seehofer,dass rechts von der CSU keine Partei hochkommen darf. Wozu Merkel konterte: ja, aber nicht um den Preis der Aufgabe der eigenen Prinzipien! Hat eine rechtspopulistische Partei wie die CSU noch Prinzipien ausser dem macherhalt?

  • Franz

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    Man, man, man: Das Michelsstift-Gebäude mit einer Turnhalle oder einer Schule zu vergleichen, deren Bausubstanz und Materialien auf enorme Belastungen hin ausgelegt sind.
    Die Kosten einer Sanierung sind dabei auch nicht nur durch qm-Zahl-Vergleich zu ziehen. Beispiel Handlauf: Das eine geht mit Lagerware, das andere bedeutet Handarbeit. Die Kosten steigen da ganz schnell!
    Aber sehet und entspannet Euch: Es ist ein kleines Konjunkturprogramm für den Handwerker, den Schreiner, Maler, Spengler, Installateur, Gerüstbauer, Restaurator…

  • Regensburger

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    Hey Leute, diese Diskussion bringt nichts.
    Handelt es sich um „Renovierungskosten“ oder um
    Kosten für Beseitigung von Vandalismus?
    Wenn um Vandalismus geht, so haften die „Verantwortlichen
    Politiker“ wie die Eltern für seine Kinder haften müssen.
    Das Geld fällt nicht von Himmel, sondern es handelt sich um
    unser Geld, Geld das wir mit unser Steuer bezahlt haben.
    Es ist egal WELCHER Stadtrat, oder WELCHE politische Partei
    diese Schweinerei und diese Vandalismus auf die Öffentlichkeit gebracht hat.
    Hört endlich auf die Menschen Spuken, die sein Mund öffnen.
    Solche Schaden und diese politische Großzügigkeit müssen immer
    nur die Steuerzahler bezahlen. Nicht die Regierung oder die Stadt „verdient“ das Geld. Es sollten endlich einmal auch die Verantwortlichen zu Kasse gebeten, die so leichtsinnig unser Geld verschwenden.
    Keine zivilisierte Menschen aber auch keine Kinder machen mein Boot kaputt, wenn ich sie aus dem Wasser retten will.

  • Kontrovers

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    Ob der Zahlmeister nun die Regierung oder die Stadt ist – das Geld kommt immer noch vom Steuerzahler…

    Ich bin auch kein Fan der CSU-Spezlwirtschaft und kann „Lothgaßler“ nur zustimmen. Darf man so was in einer Stadtratsitzung tatsächlich nicht (mehr) fragen? Oder ist nicht vielmehr der Vorwurf an die CSU Polemik/Propaganda? Geht es hier um die inhaltlichen Fragen oder darum, dass die CSU die Frage gestellt hat? Aus meiner Sicht ist die Frage nach dem Zustandekommen der Schäden, auch im Vergleich zu anderen Einrichtungen, durchaus gerechtfertigt und auch Aufgabe des Stadtrats. Egal von welcher Partei. Wie „Bertl“ richtig schreibt: „obwohl keiner von uns tatsaechlich einen Einblick hat“. Daraus könnte man zumindest Rückschlüsse ziehen, was anderswo besser läuft bzw. beim nächsten Mal besser gemacht werden muss.

    @ Franz: meines Wissens können „die Handwerker“ grad nicht über mangelnde Arbeit klagen. Das mit dem Konjunkturprogramm waren die Milchbauern :-) Um bei der Polemik zu bleiben: beim Großteil der Flüchtlinge soll es sich doch um qualifizierte Arbeiter und Fachkräfte handeln. Vielleicht können die Verursacher die Schäden ja gleich selbst beheben, wenn man ihnen das erforderliche Material zur Verfügung stellt?

  • Franz

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    @Kontrovers: Ich weiß, ich weiß. Vielleicht schulen die Übersubventionierten Diplomaggrarindustrie-Unternehmer ja um und wandeln ihre Massenstallungen in annehmbare Unterkünfte für die nächsten Wellen um?
    Und noch einen polemisch-zynischen Ausruf hinterher: Man muss nur ein Kamerateam hinschicken, die die Schadensbehebung durch die Flüchtlinge inszeniert…

    Nun, die gut ausgebildeten Fachkräfte sind wahrscheinlich nicht die unbegleiteten Minderjährigen / Jugendlichen. Mist. Und die anderen haben es schwer, dass ihre fachliche Qualifikation anerkannt wird. Egal ob gut ausgebildet oder nur gebildet…

    Zuletzt geht es nicht um die Tatsache, dass Schäden entstanden sind, denn darüber waren nach diesem Artikel wohl alle zunächst erstaunt. Konnten es aber dann nachvollziehen und daraus hoffentlich eine Lehre für zukünftige Fälle ziehen. Lernen durch Analyse und Beobachtung.
    Vielmehr ist es die nicht mehr zeitgemäße Haudrauf-Rhetorik, die an den Tag gelegt wurde. Das ist bei Politikern ebenso verwerflich, wie bei den Kommentatoren.

  • Paul2

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    Mein lieber erinnering („Das michl Stift war bereits vor der Belegung mit Flüchtlingen wegen Sanierungsbeduerftigkeit als Altersheim aufgegeben worden.“)
    — das stimmt, aber nicht, weil die alten Leute dort alles kaputt gemacht hätten oder das Gebäude eine Bruchbude gewesen wäre. Keineswegs. Nein, vielmehr entsprach das Gebäude nicht mehr den behördlichen Bestimmungen (Brandschutz, wenn mich nicht alles täuscht). Kaputt gemacht wurde das Gebäude, wie im Artikel beschrieben und von Herrn Renter beanstandet, erst in den letzten 6 Monaten…

    Und , mein lieber Franz — man kann das Michelsstift-Gebäude SEHR WOHL mit einer Turnhalle oder einer Schule vergleichen. Da gibt’s Wände, Böden, Türen und sanitäre Einrichtungen – und die sind problemlos zu schonen oder eben auch zu zerstören.
    Kinder z.B. schaffen es prinzipiell in kürzester Zeit, auch aus einer Schule eine abrissreife Ruine zu machen. Das sieht man wunderbar in Bundesländern oder Städten, in denen derlei toleriert oder mangels Geld nicht mehr repariert wird. Aber man muss derlei eben verhindern bzw. darf es nicht tolerieren. Man muss (als Lehrer, als Verantwortlicher, etc.) sagen: STOP, SO GEHT’s ABER NICHT! Darum geht’s. – Einfach wegschauen bzw. alles rosarot reden ist jedenfalls nicht gerade der optimale Weg…

  • da_Moartl

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    @Tobias: Sie sind der gleiche rassistische geistige Brandstifter wie es die CSU in Regensburg derzeit ist. Wer von „Catering“ spricht, argumentiert genauso unterirdisch wie die CSU mit ihrem „oder ganz was anderes“.
    Wer das Michlstift noch als Altenheim kennt, weiß, dass das Gebäude schon vor dem Einzug der Flüchtlinge in die Jahre gekommen war. Es war ohnehin klar, dass hier erheblicher Sanierungsbedarf besteht. Und wer nur ein einziges Mal im öffentlichen Bereich mit all seinen Vergabe- und Denkmalpflegevorschriften mit Bautätigkeit zu tun hatte, der weiß, wie schnell da solch ein Betrag entsteht – mal ganz davon abgesehen, dass es nur 281-tausend sind, weil der Rest als Mehrwertsteuer drauf geht. Zum Betrieb ist nur zu sagen: Security ist angesichts der vielen Brandanschläge auf Unterkünfte leider notwendig; ich jedenfalls bin dankbar dafür und für alle andere Überwachung. Seien wir lieber froh, dass es in Regensburg noch nicht gebrannt hat. Und ganz besonders ziehe ich meinen Hut vor allen städtischen Mitarbeitenden, die sich in dem Chaos des letzten Jahres mit unglaublichem Engagement in die Hallen und Unterkünfte gestürzt haben; mir ist tausend mal lieber, sie kümmern sich um medizinische Probleme und Traumata sowie um die Kinder als um irgendwelche Treppengeländer oder Läufer in den Gängen.

  • Ronald McDonald

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    Kommentar gelöscht. Kein Rassismus.

  • Franz

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    @Paul2 Sie irren sich, man kann die Architektur eben nicht vergleichen: Weder sind die Bodenbeläge, noch sind die Wandfarben zu vergleichen. Wie dem Artikel auch zu entnehmen ist, wurden die sanitären Anlagen wesentlich stärker genutzt, als zu Zeiten des Altenstifts. Da kommt halt auch eine Lüftung an ihre Grenzen und abgesehen eines normalen jugendlichen Überschwangs oder eines Trauma-bedingten Austickens, ist das ein ganz normaler Prozess.

    Wie auch da_Moartl richtig betont, ist die Security nicht zum Schutze der Gemäuer da, sondern zum Schutz der Flüchtlinge notwendig (gewesen). Schlimm genug und immerhin hier besser, als an anderen Orten. Von Krieg und Flucht traumatisierte Menschen agieren nicht immer rational. Und eine sofortige psychologische Hilfe, wie sie angemessen gewesen wäre, konnte nicht umgeserzt werden. Sei es aus Unwillen, sei es aus Personalmangel (Dolmetscher lassen sich ja nicht bei Amazon bestellen…). Insofern haben die freiwilligen und die von der Stadt bereitgestellten Helfer sehr viel leisten müssen, für was sie eigentlich keine Kompetenz haben. Ein austickender 16jähriger, der Trauma-bedingt Amok läuft und dabei Personen schädigt, ist mir nicht bekannt. Sehr wohl aber kenne ich von Helfern vor Ort, wie viel Einsatz das gekostet hat. Das rechne ich ihnen sehr hoch an!

    Wie wurscht sollte uns doch da eine zu erneuernde Duschkabine sein!

  • Paul2

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    Ich würde ja gerne antworten, aber mein Beitrag zu Bränden in Flüchtlingsheimen – durchaus sachlich und zum Thema bzw. obigen Kommentaren passend – wurde grundlos gelöscht. Wohl, damit die politische Tendenz dieses Forums gewahrt bleibt. Schade.

  • Mr. T

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    Franz +

  • Stefan Aigner

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    @Paul2 Ihr Kommentar ist hier nicht aufgetaucht. Wenn ich ihn gelöscht hätte, dann offen. Sorry.

  • semmeldieb

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    ich war damals sehr für einen erhalt des schönen, zentralen und traditionsreichen altenheimes an ort und stelle, das beliebt war.

    es wurde u.a. damit argumentiert, der brandschutz sei nur durch enorme, denkmalschutzrechtlich und finanziell nicht darstellbare maßnahmen zu gewährleisten, schwerstbehinderte patienten könnten im notfall z.b. nicht gerettet werden. das war für mich am ende schwer, aber zähneknirschend nachvollziehbar.

    als ziemlich frühzeitig dann durchsickerte, dass flüchtlinge dort untergebracht werden, sobald „die alten weg sind“, fand ich das ungeschickt bis fahrlässig, denn die zeitnahe verkündung, sorgte für erheblichen unmut und für wut, die bis heute in privatkreisen artikuliert wird.

    man sagte mir, dass aber im sinne des integrationsgedankens dies dort ideal wäre, zumal es sich ja um gesunde gäste handeln werden würde und nicht um kranke, alte und behinderte – weshalb das mit dem brandschutz in dem falle „etwas anderes“ sei.

    jetzt muss ich aber schon stutzen dürfen, wenn ich oben lese, dass eine der elementaren aufgaben in dem mit plötzlich der dreifachen personenzahl belegten gebäude die betreuung schwerstbehinderter migranten war.

    für die haltung von senioren zu teuer und zu gefährlich – für gelungene integration und die bewältigung allerlei elementarer aufgaben rund um dreimal so viele menschen gerade recht und billig.

    vielleicht kann es mir jemand erklären – ich verstehe es einmal wieder nicht.

  • Lothgaßler

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    @viele:
    Ob die Schäden nun den Untergebrachten pauschal, oder einzelnen Gedanlenlosen bis Absichtsvollen zugeschrieben werden muss, dass kann aus der Berichterstattung niemand erschließen. Deshalb kann ich niemanden der Untergebrachten als Vandalen bezeichnen.
    Was aber deutlich wird, das ist das fehlende Management, das Kümmern zur rechten Zeit bevor der Schaden groß wird. Das Tun, um weiteren Schaden zu vermeiden. Ich habe nicht gefordert gänzlich auf Security zu verzichten. Aber als einer, der fast täglich vorbeiradelt und die zum Teil regelrecht fetten Security-Kräfte sehen darf, überkommt mich das Bedürfnis gegen die Ausreden zu ätzen. Wenn ich ein Gebäude unterhalte und darin 300 Personen unterbringe, dann muss ich eine funktionierende Hausverwaltung installieren, und dazu gehört ein Hausmeister alter Schule, einer der sich kümmert und mit Verstand auch vor dem Eintritt eines Schadens das Notwendige in die Wege leitet. Auf eine von vielen Security-Kräfte zu verzichten und dafür einen „Hausmeister“ zu beauftragen, das hätte niemanden gefährdet, aber viel genutzt.
    Die Omerta zugunsten der Verwaltung, d.h. das Vermeiden jeglicher Kritik an der Verwaltung, unterstütze ich ausdrücklich nicht. Wer so etwas in der freien Wirtschaft abliefern, der muss sich erklären. Wenn er/sie gute Gründe vorweisen kann, dann ok, aber mit Wischiwaschi kommt dabei niemand durch! Das Statement der Stadt ist Wischiwaschi. Fakt ist, die Stadt kümmern die Schäden wenig, weil eine andere Steuerzahler-Tasche zahlen muss. Das ist einfach nur toll!

  • Paul2

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    Hallo Herr Aigner,
    ja mei, dann hat ihn das www verschluckt. Egal, Schwamm drüber – sooo relevant war mein Beitrag jetzt auch nicht. MfG P.
    PS: Was Semmeldieb anmerkt, hat was… was wäre denn gewesen, meine Damen und Herren Stadträte, wenn – ob extern oder intern, ist ja egal – das Stift angezündet hätte? „Brandschutz“ einmal als Grund, jahrzehntelang dort lebende Greise kurz vor dem Ableben nochmal zu verpflanzen – und dann plötzlich ist’s total wurscht mit dem Brandschutz, auch wenn 300 statt 100 vor dem Feuer flüchtende Leute die Gänge verstopfen… das ist Regensburg. Äh, Schilda.

  • Bertl

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    Ohje… was waere wenn Fragen zu stellen bringt gerade relativ wenig. 280000 Euronen dafuer, dass knapp 300 Fluechtlinge Untergekommen sind. Die Situation mit einem Schulhaus zu vergleichen ist (gelinde gesagt) ein Schmarrn! Mal davon abgesehen, dass die wenigsten Schueler ueber Echthozparkett laufen, rate ich dringend mal zu einem Gespraech mit aktiven Schulhausmeistern…. Einen Zusammenhang zwischen den Fluechtlingen und der Sanierungsbeduerftigkeit herstellen zu wollen ist auch sehr kreativ! Ungefaehr auf selben Niveau, wie die Anzahl der Verkehrsunfaelle mit der Jahn Aufstiegsfeier in Verbindung zu bringen!
    Es wird derart viel Kohle in Regensburg aus dem Fenster geschmissen, dass es mal richtig gut tut Kohle einem vernuenftigen Zweck zukommen zu lassen! Sachliche Kritik ist ja absolut BERECHTIGT!! Es geht ja auch nicht darum diese Abzuwuergen oder als laecherlich Abzutun! Allerdings habe ich von den wenigsten hier ein Statement zu anderen Themen gelesen… vernommen, wenn es um eindeutige Verschwendung von Steuergeldern geht!
    Manche lesen das Wort Fluechtling… Michlstift (war mir vorher uebrigens nicht wirklich ein Begriff!) und schwups… Zaubert ein selbsternannter Pseudo Robin Hood und Waechter von Steuergeldern (todlach) Empoerung aus dem Hut! Nochmal…. billiger, alberner und trauriger geht’s nimmer. Achja und wenn der Michlstift jetzt tatsaechlich abgebrannt waere…. der Brandschutz und die Kosten… die Verantwortlichkeit haetten sicherlich den geringsten Teil an Problemen aufgeworfen!
    Robin Hood haette sicherlich schnell jemanden aus seinem Hut gezaubert… Wahrscheinlich einen Schuldigen!

  • joey

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    Unterschied Brandschutz von (Quasi-) Pflegeheim und Flüchtlingsheim:
    die Flüchtlinge können laufen, die Senioren nicht. Man kann eine große Menge Personen in Rollstühlen und Krankenbetten nicht über Feuerleitern abseilen. In den letzten Jahren hat sich im Brandschutz einiges getan – Folge von Bad Reichenhall und LoveParade. Einige haben sich noch mit Sondererlaubnissen verzögert, aber irgendwann ist Ende, wenn man keine Brandabschnitte bilden kann.

    Security ist nicht gegen Nazis da, sowas ist ein Fall für die Polizei. Security ist zur Einhaltung der Hausordnung bestellt, rein innerhalb des Geländes. Der Erfolg von Security Systemen ist aber nicht immer gesichert, siehe Düsseldorf (Tobias: Catering Ramadan…). Mißstände darf es nicht geben (das fördert sonst „Rechts“), deswegen werden einfach keine gemeldet, der Security kriegt sein Geld auch so…. oder sogar leichter so, wenn rein offiziell gar nie nix passiert ist.

  • Milli

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    Die Fresken hatten ja wahrscheinlich christlichen Inhalt – noch Fragen warum sie zerstört wurden? Für wie dumm will man uns hier verkaufen.

  • Regensburgerin

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    Es ist doch logisch, wenn jemand anderer zahlt – dann ist die Rechnung höher! Mich wundert es, dass es manche wundert. Die Regierung schafft es schon und fragt nicht mal nach, ob die Rechnung angemessen war! Vor allem wenn da vorher Flüchtlinge waren – dann wird jede Abnutzung akzeptiert und verstanden.
    Was vielleicht positiv ist: hoffentlich wird es mit Qualität renoviert und nicht mit Billigmaterialien!
    Am Bau gibt es ein eigener Mindestlohn, also man kann es nicht für 8,50 pro Stunde renovieren.

  • bürni

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    Also, meine Steuern können sehr gerne verwendet werden! ;)

  • David

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    Jetzt regt euch doch über die paar Euros nicht so auf. In einer anderen Stadt wurden in einer Flüchtlingsunterkunft mutwillig 10 Millionen versenkt durch Abbrennen der Unterkunft.

  • Ronald McDonald

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    @ David 24.06.2016, 17:26h

    Hat diese „andere Stadt“ auch einen Namen?

  • Ronald McDonald

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    @ Google hilft 25.06.2016, 11:16h

    Der mutmaßliche Anstifter der Brandstifter von Düsseldorf heißt, laut FOCUS, Mohammed B. – eine eher ungewöhnliche Benamung für einen refugee-unwilligen Volksdeutschen.
    Er, der Herr Mohammed B., soll u. a. wegen der Qualität des Essens nicht zufrieden gewesen sein.
    Das ist doch durchaus verständlich, wenn man bedenkt, welche unbeschreiblichen Belastungen dieser arme Mensch auf seiner Flucht hierher erlitten haben muß. Da darf er doch zu Recht etwas unwirsch werden, wenn es vielleicht z. B. mit der Halal-Qualität des angelieferten Essens nicht so recht gestimmt haben könnte.
    Andere Presseberichte sagen, Herrn Mohammed B. habe es nach mehr Pudding gelüstet. Falls das so gewesen sein sollte, wurde denn geprüft, ob in den in Minderzahl angelieferten Puddings auch nicht die Spur von Schweinegelatine enthalten war? Wohl eher nicht … das schafft noch mehr Frust und bringt das Frustfaß zum berechtigten Überlaufen.
    Da müssen wir „helldeutsche“ (Bundes-Gauck) weiß- und buntrassigen Mitbürger mit und ohne Migrationshintergrund ein Stück weit mehr Sensibilität für diesen armen traumatisierten Asylbeantragungsmitbürger mit sehr wohl begründetem Frustationshintergrund aufbringen; ja, wenn das ein „dunkeldeutscher“ (Bundes-Gauck) nur weißrassiger Mitbürger ohne Migrationshintergrund, aber dafür mit Glatze (selbstredend ohne Hirn darunter!) und Bierflasche, gewesen wäre, vielleicht gar noch einer, der von der Regensburger CSU-Stadtratsfraktion mit üblem „Die-Rgbg.er-CSU-Stadtratsfraktion-stellt-Fragen-Gebräu“ abgefüllt worden wäre (in jener Bierflasche), ja dann – unsäglich …

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