Literatur-Kunstpreis an Barbara Krohn verliehen

„Barbara Krohn ist eine außergewöhnliche Dichterin und Übersetzerin, die in ihrer neuen Heimat Regensburg und weit darüber hinaus hohe Anerkennung findet. Überzeugend sind dabei ihre literarische Vielseitigkeit und ihr unbestritten poetischer Rang.“ So begründet die Jury der Regensburger Kulturstiftung der REWAG die Entscheidung für die Schriftstellerin. Bei einem feierlichen Festakt durfte Barbara Krohn am Montagabend, 22. Oktober, den mit 5.000 Euro dotierten Kunstpreis entgegen nehmen. Im historischen „Stadtgas“-Reinigergebäude der REWAG haben Oberbürgermeister Hans Schaidinger und REWAG-Vorstandsvorsitzender Norbert Breidenbach für das Stiftungskuratorium, zusammen mit Dr. Wolf Peter Schnetz, Laudator und Mitglied der Jury, die Schriftstellerin gewürdigt. Gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Kulturstiftung, Dr. Klaus Schulz, sowie REWAG-Vorstandsmitglied Peter Wolfrum übergaben sie anschließend offiziell den Kunstpreis. 21 Autoren aus der Region hatten sich an der Ausschreibung zum Kunstpreis 2012 beteiligt. Die Begründung der Jury „Ihr literarisches Schaffen ist ebenso umfangreich wie vielseitig. Einen Schwerpunkt bilden die Kriminalromane, die überwiegend in Neapel angesiedelt sind und kritisch das soziale und gesellschaftliche Umfeld der Täter und Opfer beleuchten und kriminelle Strukturen der „normalen“ Alltagswelt aufdecken. Handlungen und Folgen entwickeln sich stets aus einfühlsamen Charakterstudien.“ Der Schriftsteller und Publizist Dr. Wolf Peter Schnetz (Vorsitz), die Schriftstellerin Elfi Hartenstein, die Journalistin und stellvertretenden Leiterin der MZ-Kulturredaktion, Susanne Wiedamann, sowie der freie Journalist Florian Sendtner bildeten die fachkundige Jury. Der Kunstpreis Der Kunstpreis der Regensburger Kulturstiftung der REWAG ist mittlerweile eine feste Größe in der Regensburger Kulturszene. Oberbürgermeister Hans Schaidinger dazu: „Herausragende Künstler verdienen es, gefördert zu werden. Ich freue mich, dass wir das mit dem Kulturpreis tun können!“ REWAG-Vorstandsvorsitzender Norbert Breidenbach ergänzt: „Wir fühlen uns nicht nur verantwortlich für zuverlässige Energie- und Wasserversorgung, sondern sehen uns auch als Förderer kulturellen Lebens und Schaffens für unsere Kunden in der Region.“ Dr. Wolf Peter Schnetz stellte in seiner Laudatio ganz bewusst die Persönlichkeit der Schriftstellerin Barbara Krohn in den Mittelpunkt. Ihre Heimat sei die Sprache, es gäbe kaum einen Raum, den sie nicht auszuforschen versucht hat. Doch das Honorar entspräche nicht der Leistung mit einem erheblichen Aufwand an Zeit und Schreib-Arbeit. „Eine Vielzahl von Publikationen bedeutet keineswegs ein gesichertes Einkommen. Der Kulturstiftung der REWAG sei deshalb gedankt, dass mit dem Kunstpreis nicht nur eine Ehre vergeben wird.“ Zur Kulturstiftung Um die Aktivitäten in der Kulturförderung voranzubringen, zusammen zu fassen und so erheblich wirksamer einzusetzen, hat die REWAG bereits 1997 die „Regensburger Kulturstiftung der REWAG“ gegründet. Außerdem bietet die Stiftung die Möglichkeit, Projekte zu verwirklichen, die es ohne Zuschüsse gar nicht gegeben hätte. Seit 2008 vergibt sie im zweijährigen Turnus den Kunstpreis, jeweils ausgelobt für eine bestimmte Sparte. Vorstandsvorsitzender der Stiftung ist Dr. Klaus Schulz, weiteres Vorstandsmitglied Bürgermeister Joachim Wolbergs. Vita Barbara Krohn Die gebürtige Hamburgerin studierte Germanistik und Italianistik und arbeitete mehrere Jahre als Lektorin in Neapel. Hier veröffentlichte sie auch ihre ersten Kurzgeschichten. Nach ihrer Rückkehr nach Hamburg 1989 entstanden erste literarische Übersetzungen aus dem Italienischen. Barbara Krohn lebt nun seit 20 Jahren mit ihrem Lebensgefährten und den beiden Söhnen in Regensburg und ist hier als Schriftstellerin, literarische Übersetzerin und Dozentin für kreatives Schreiben tätig. Ihr erster Kriminalroman „Der Tote unter der Piazza“ (1998), angesiedelt in Neapel, wurde ebenso wie „Weg vom Fenster“ (1999), Schauplatz Regensburg – für den renommierten Friedrich-Glauser-Preis nominiert. 2002 veröffentlichte Barbara Krohn den Roman „Rosas Rückkehr“, der unter dem Titel „Der Tote am Strand“ vom ZDF verfilmt wurde. Im selben Jahr erhielt die Autorin den Kulturförderpreis der Stadt Regensburg. Ein Jahr später erschienen die Reigenerzählungen „Die Liebe der anderen“ und 2004 der erste Gedichtband „Orte der Liebe“. 2006 startete die gebürtige Hamburgerin eine Neapelkrimiserie um Commissario Gentilini und die Hamburger Journalistin Sonja Zorn. Ansprechpartner: Dr. Klaus Schulz, Regensburger Kulturstiftung der REWAG, Telefon 0941 93248 Ergänzende Informationen: Fachliches Beratungsgremium für den Kunstpreis Dr. Wolf Peter Schnetz, Schriftsteller und Publizist Susanne Wiedamann, stellvertretende Leiterin der MZ-Kulturredaktion Elfi Hartenstein, Schriftstellerin Florian Sendtner, freier Journalist Kuratorium der Stiftung Oberbürgermeister Hans Schaidinger, Kuratoriumsvorsitzender Dipl.-Ing. Norbert Breidenbach, Vorstandsvorsitzender der REWAG und stv. Kuratoriums-vorsitzender Dipl.-Kfm. Peter Wolfrum, REWAG-Vorstandsmitglied Bürgermeister Joachim Wolbergs, Vorstandsmitglied der Kulturstiftung Dr. Thomas Feuerer i.V. für Landrat Herbert Mirbeth Dr. Wilhelm Weidinger, Präsident des Oberpfälzer Kulturbundes Assessor Max Binder, Geschäftsführer der E.ON Bayern Vertrieb GmbH Ludwig Bäuml, 1. Vorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstler Niederbayern/ Oberpfalz Studiendirektor a.D. Udo Gerhard Klotz, Kulturbeirat Dr. Klaus Schulz, Stadtrat a.D.; Vorstandsvorsitzender Begründung und Vita: „Barbara Krohn lebt seit 1992 mit ihrer Familie in Regensburg. In den letzten 20 Jahren hat sie sechs Kriminalromane veröffentlicht sowie Gedichte und Erzählungen. Derzeit arbeitet sie an dem Pilotprojekt einer Regensburger Schülerakademie für Kreatives Schreiben und bietet regelmäßig Schreibwerkstätten für Erwachsene an. Geboren wurde Barbara Krohn 1957 in Hamburg. Sie studierte Germanistik und Italianistik und arbeitete vier Jahre als Lektorin und Übersetzerin an der Universität in Neapel. Ihr literarisches Schaffen ist ebenso umfangreich wie vielseitig. Schwerpunkt bilden die Kriminalromane, die überwiegend in Neapel angesiedelt sind und kritisch das soziale und gesellschaftliche Umfeld der Täter und Opfer beleuchten und kriminelle Strukturen der „normalen“ Alltagswelt aufdecken. Handlungen und ihre Folgen entwickeln sich stets aus einfühlsamen Charakterstudien. Die Bände „Der Tote unter der Piazza“ (1988) und der Regensburg-Krimi (1999) „Weg vom Fenster“ wurden für den angesehenen Friedrich-Glauser-Preis nominiert. „Rosas Rückkehr“ (2002) wurde unter dem Titel „Der Tote am Strand“ von Martin Enlen mit prominenter Besetzung verfilmt: Neben Silke Bodenbender sind Monica Bleibtreu, Birge Schade, Matthias Brandt, Justus von Dohnányi und Stephan Kampwirth in den Hauptrollen zu sehen. ZDF, Arte und andere Sender strahlten ihn mehrfach aus. In ihrer umfangreichen Krimireihe erschien zuletzt „Die achte Todsünde“ (2008) mit über die Region hinausreichendem positivem Echo. Trotz ihrer Erfolge als Krimiautorin beschränkt sich Barbara Krohn nicht auf dieses Genre. Lyrik und poetische Erzählungen wie z.B. die Episodengeschichte „Die Liebe der anderen“ oder der Erzählreigen „Alltagsrettung“ (2010) vervollständigen das bisherige Lebenswerk. Sätze wie: „Den Wellenschlag des Lebens spüren“, „gegen die Gewohnheit leben“ und „die Zeit in der Hand wiegen“ leiten über zu lyrischen Bildern in der Sammlung „Orte der Liebe“ (2004). Im Gedicht sich selbst erfinden gehört zu den poetischen Vorgaben von Barbara Krohn, immer wieder neu und überraschend. „In der Partitur des Lebens lesen und wissen, es bleibt immer nur ein Entwurf“ findet sich als Bekenntnis ebenso wie die Begegnung im anderen in Orten der Liebe. Barbara Krohn ist eine außergewöhnliche Dichterin und Übersetzerin, die in ihrer neuen Heimat Regensburg und weit darüber hinaus hohe Anerkennung findet. Überzeugend sind dabei ihre literarische Vielseitigkeit und ihr unbestrittener poetischer Rang.“ Verfasser im Namen des Beratungsgremiums: Dr. Wolf Peter Schnetz Veröffentlichungen (Auswahl): Diverse Erzählungen und Essays in Anthologien seit 1986 Der Tote unter der Piazza, Kriminalroman, 1998 Weg vom Fenster, Regensburg-Krimi, 1999 Rosas Rückkehr, Kriminalroman, 2002 Die Liebe der anderen, Reigenerzählungen, 2003 Orte der Liebe, Gedichte, 2004 Orte der Liebe, Audio-CD, 2005 Die Toten von Santa Lucia, Kriminalroman, 2006 Was im Dunkeln bleibt, Kriminalroman, 2007 Die achte Todsünde, Kriminalroman, 2008 Alltagsrettung, Prosatexte, 2010“

Bitte unterstützen Sie eine unabhängige Berichterstattung in Regensburg.

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01