Staatsanwalt erhebt Anklage

Früherer Faschingspräsi muss vor Gericht

Der frühere Lusticania-Präsident Armin O. muss sich wegen Betrugs in fünf Fällen verantworten.

Der im März zurückgetretene Präsident der Lusticania soll etliche Anleger um ihr Geld betrogen haben. Foto: Archiv/ as

Der im März zurückgetretene Präsident der Lusticania soll etliche Anleger um ihr Geld betrogen haben. Foto: Archiv/ as

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat Anklage gegen den früheren Faschingspräsidenten der Lusticania, Armin O., erhoben. Das hat uns Oberstaatsanwalt Theo Ziegler auf Nachfrage bestätigt. Wie bereits im August berichtet, soll O. etliche Geldanleger um ihr Erspartes geprellt haben. Dabei trat er als Versicherungsvertreter auf und versprach fünf Prozent Zinsen bei kurzer Laufzeit.

„Er hat mir beim Leben seiner Kinder geschworen, dass ich das Geld bekomme.“

Recht hartnäckig zog er so Bekannten vom Stammtisch und aus dem Umfeld der Faschingsgesellschaft das Geld aus der Tasche. Sie erhielten dafür eine Quittung und einen formlosen Vertrag und sahen ihr Geld nie wieder. Sobald der Auszahlungstermin anstand, begann O. die Betroffenen zu vertrösten. „Er hat mir beim Leben seiner Kinder geschworen, dass ich das Geld bekomme“, erzählt eine Frau, die bis heute auf die Rückgabe von 7.000 Euro wartet, unserer Redaktion. Am Ende duckte er sich einfach weg und war nicht mehr zu erreichen.

Kein Geld, kein Job und das Haus gehört der Schwiegermutter

Zahlungstitel, die Betroffene gerichtlich erwirkten, nützten ihnen nur wenig. O. hat vor Jahren einen Offenbarungseid geleistet. Demnach verfügt er über kein eigenes Einkommen. Und das mondäne Haus im Landkreis Regensburg, wo er mit seiner Familie wohnt, gehört seit fast 20 Jahren der Schwiegermutter.

Innerhalb der Lusticania, die zum Kolpingverband gehört, schlug die Angelegenheit intern bereits vor den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen erhebliche Wellen. Im März kam es dort zu einem Führungswechsel. Nach 13 Jahren trat Armin O. von seiner Präsidentschaft zurück. Offenbar wollte man mit dem Führungswechsel außerhalb der Faschingssaison vermeiden, dass die Lusticania in einen Skandal hineingezogen wird.

Vorwürfe sind teilweise verjährt

Konkret angeklagt wurde O. nun wegen Betrugs in fünf Fällen – es geht um 37.000 Euro, die er insgesamt fünf Betroffenen für die angebliche Anlage abgeschwatzt haben soll. „Da kann der O. schon sehr überzeugend sein“, sagt ein Betroffener. Wie Oberstaatsanwalt Ziegler erklärt, seien zunächst mehr Fälle im Raum gestanden. „Teilweise sind die Vorwürfe aber schon verjährt.“ Wann der Prozess stattfindet steht noch nicht fest.

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Kommentare (1)

  • Ida Schuhmacher

    |

    I wer narrisch!

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