Morgen, Regensburg! Durchlaucht ist nicht Tabaluga
„Irgendwo tief in mir bin ich ein Kind geblieben“, ist der wohl bekannteste Satz des Drachen Tabaluga. Und etwas kindlich wirkt es auch, wenn Gloria von Thurn und Taxis Tabaluga-Schöpfer Peter Maffay imitiert. Dessen Statement bei den Schlossfestspielen hat ihr offenbar doch gestunken.
Ist es Ihnen auch aufgefallen? Die Thurn und Taxis Schlossfestspiele verliefen dieses Jahr ohne Skandal. Keine AfD-Größe im Publikum, kein Schwurbel-Barde auf der Bühne, und auch Schirmherrin Gloria hielt sich merklich zurück.
Trotz Kritik, die es auch dieses Jahr von der Bühne gab. Nach Revolverheld 2019 und Vicky Leandros, die letztes Jahr nur unter der Bedingung auftrat, dass AfD-Chefin Alice Weidel – Glorias Ehrengast – nicht im Publikum sitzt, schickte dieses Mal Peter Maffay eine deutliche Botschaft ins Publikum.
In dem Statement, das Maffay auch auf seiner Homepage veröffentlichte, heißt es:
„Hallo Leute, erlaubt mir an dieser Stelle eine Klarstellung zu unserem Konzert heute Abend. Und dem hiesigen Spielort. Er ist, so schön er ist, belastet durch Äußerungen und Haltungen, die wir nicht teilen.
Wir respektieren die demokratischen Spielregeln, unser Grundgesetz, insbesondere den Artikel 1, in dem es heißt: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das gilt ungeachtet seiner Herkunft, Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit. Radikale, rassistische, menschenverachtende Positionierungen lehnen wir ab. Egal, woher sie kommen. Rechts, Mitte oder Links.
Die einzig radikale Position, die wir akzeptieren, ist der Versuch, auf gleicher Augenhöhe und mit Respekt, friedlich und ohne Hass miteinander umzugehen, zum Wohle der Gesellschaft und kommender Generationen.“
Laut Berichten gab es dafür lauten Beifall. Die Schlossherrin sagte dazu nichts, blieb beim Konzert und ließ gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung lediglich verlauten: „Das Konzert war klasse! Das Publikum großartig!“
Das war schon mal anders. Gegen Vicky Leandros ätzte Gloria wenig später beim rechtsradikalen Portal Nius: „Mir hat sie einen Gefallen getan, dass ich die Show nicht angucken musste.“
Hat es vielleicht doch Spuren bei der 66-Jährigen hinterlassen, dass immer mehr Medien ein Augenmerk auf ihre Aussagen und Gäste richten, dass langjährige Sponsoren absprangen und dass der BR ihrer Netzwerkarbeit für die extreme Rechte einen eigenen Podcast gewidmet hat?
Vielleicht. Doch so ganz kann sich Durchlaucht dann doch nicht zurückhalten.
In einem Reel, das ihr Bruder Carl von Schönburg-Glauchau auf Instagram postete, gibt Gloria die Maffay-Imitatorin. „Wir sind für Toleranz, wir sind für Diversität und wir sind für. ..ihr wisst schon“, äfft sie unter viel Gelächter das Statement des Musikers nach.
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Ich muss gestehen, dass ich mich tatsächlich amüsieren kann über diesen schrägen Auftritt der Regensburger Skandaladligen. Zumindest kann ich mich nicht darüber aufregen.
Diese Maffay-Parodie hebt sich wohltuend ab von den rechtsradikalen Weisheiten, die Gloria regelmäßig bei Nius vom Stapel lässt.
Womöglich zeichnet sich ein neuer Weg in Glorias Suche nach Provokation und Aufmerksamkeit ab. Vielleicht sieht man sie in Zukunft weniger bei Julian Reichelt, dem rechtsextremen Compact und Co., sondern bei Dieter Nuhr. Wäre ja schön, wenn das alles nur Satire wäre.
Entspannte Restwoche!
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