Demo: „Occupy“ erreicht Regensburg

„Banken in die Schranken“. Foto: campact.de
Vor zwei Wochen wurde der Aufstand noch verschoben: Weil dem Anmelder „kurzfristig etwas dazwischen gekommen“ war (Zitat in der entsprechenden Facebook-Gruppe), fand eine für den 15. Oktober geplante Demonstration unter dem Motto „Occupy Regensburg“ nicht statt. Am kommenden Freitag soll das nachgeholt werden. „Banken in die Schranken“, fordert die Regensburger Attac-Gruppe zum Weltspartag und ruft zur Demo auf. „Anlass der Aktion sind die Krisensituation in Europa sowie der wachsende Unmut über die Macht und die Machenschaften der Banken“, sagt Attac-Sprecher Harald Klimenta.

„Handlanger einer aggressiven Investmentbank“

Um 14.30 Uhr startet also der Demonstrationszug von der Postbank am Domplatz. Von dort will man unter anderem Filialen von Commerz-, Deutscher und Hypovereinsbank besuchen, um vor deren Toren ein Straßentheater aufzuführen. Konkreter Aufhänger ist die Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank vor einem Jahr. Ohne es zu bemerken, werde der Postbankkunde „zum Handlanger einer Investmentbank, die Rohstoffspekulation betreibt, Kernkraftwerke finanziert, in Steueroasen Zweigstellen betreibt und die Regulierung des Bankensystems durch aggressives Lobbying behindert“, so Klimenta. Trotz internationaler Ächtung ist die Deutsche Bank auch beim Geschäft mit Landminen und Streumunition aktiv. Laut einer Studie der niederländischen NGO „Profundo“ war die Deutsche Bank Group 2010 mit rund 750 Millionen US-Dollar deutscher Spitzenreiter beim Investment in diese Waffensysteme. (http://www.regensburg-digital.de/dreckige-waffen-deutsches-geld/08062010/).

„Krötenwanderung zu anderen Banken“

„An der Malaise in Griechenland verdient die Deutsche Bank großartig“, so Klimenta. „Und wenn doch mal etwas schief läuft, kann sie sich sicher sein, dass sie stets gerettet und geschont wird, egal wie riskant und schädlich ihre Engagements für unsere Gesellschaft sind.“ Attac fordert die Kunden von Post- und Deutscher Bank auf, „mit ihren Kröten zu einer verantwortungsvolleren Bank zu wandern“. Klimenta nennt Sparkassen, VR- und andere genossenschaftliche Banken, „die weder beim internationalen Finanzmonopoly mitmischen, noch mit Milliardensummen gerettet werden müssen“. Motiviert sei die Aktion von der weltweiten Occupy-Bewegung: Laute Demo statt dröger Infostand. Start: Freitag, 14.30 Uhr.

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Kommentare (23)

  • Joachim Datko

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    Ich erinnere mich noch gut an die DDR, die hatten es nicht so mit den Banken, da gab es viel Bürokratismus und staatliche Betriebe. Eines Tages baut man dann einen Zaun um den Sozialismus, damit die Menschen nicht den Verlockungen der sozialen Marktwirtschaft erliegen und mit den Füßen abstimmen.

    Es wäre so einfach mit den Staatsfinanzen, wenn die Politiker nicht mehr ausgeben würden, als der Staat einnimmt. es wäre so einfach mit den Banken, wenn nicht so viele Menschen so viele nutzlose Dinge auf Kredit kaufen würden.

  • Martin Oswald

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    @Joachim Datko: Der erste Absatz erschließt sich mir in diesem Zusammenhang nicht ganz, aber Sie sollten Ihren Lösungsansatz unbedingt an die verantwortlichen Stellen weiterleiten.

    Genau: Diese Politiker da in Berlin und Brüssel sollen einfach nicht mehr ausgeben, als der Staat einnimmt. Und eben: wozu eigentlich Kredite?! Diese nutzlosen Dinge wie Häuser, Autos oder Studium. Braucht doch kein Mensch.

  • Martin Smeets

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    Vom an sich harmlosen Motto „Banken in die Schranken“ zum Sozialismus ist es, gerade bei einer bislang noch mehr oder minder diffusen Bewegung, wie es „Occupy“ nun mal ist, ein ziemlich weiter Weg. Eine noch schlimmere Verkürzung als die ganzen „Die Banken sind an allem schuld“-Rufe..

    „Es wäre so einfach mit den Staatsfinanzen, wenn die Politiker nicht mehr ausgeben würden, als der Staat einnimmt. es wäre so einfach mit den Banken, wenn nicht so viele Menschen so viele nutzlose Dinge auf Kredit kaufen würden.“

    Also sowas..also nein. Wo haben Sie die Jahre 2008-2010 verbracht?

  • Joseph Keusch

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    Herrgott, wirf Hirn herab!
    War die DDR gut?
    Ist Datko intelligent?
    Fragen über Fragen.

  • Joachim Datko

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    Zu „Martin Oswald 26. Oktober 2011 um 17:06 Uhr … wozu eigentlich Kredite?! Diese nutzlosen Dinge wie Häuser, Autos oder Studium. Braucht doch kein Mensch.“

    Kredite sind oft kontraproduktiv. Durch einen Kredit steigen die Kosten, Kosten sind meine Feinde.

    Fangen wir mit dem Studium an, zu meiner Zeit gab es Bafög, das war bei einem bescheidenen Lebenswandel reichlich.

    Ein Auto über Kredit zu finanzieren ist oft ungeschickt, man zahlt in der Regel letztlich wesentlich mehr als bei einer sofortigen Zahlung.

    Bei Häusern kann man bescheiden anfangen, z.B. mit einer Wohnung, falls man nicht so viel Geld auf der hohen Kante hat. Es gab früher die Regel, man solle mindestens 30% der Kosten aus dem finanziellen Bestand tragen können. Ideal wäre es, wenn man einen Großteil des zusätzlichen Bedarfs über großzügige Verwandte aufbringt. Man darf aber auf keinen Fall eine Milchmädchenrechnung machen.

  • frage

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    lol

  • frage

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    doppel lol – Schön das Sie ein zinsloses Darlehen hatten, dass Sie auch nur zur Hälfte subventioniert zurück zahlen mussten (wenn überhaupt). Schade und traurig das Sie allerdings im Studium nichts gelernt haben.

  • victor lustig

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    erstaunlich, wie sich diese „freiheit-statt-sozialismus“ parolen in die hirne eingebrannt haben.

    kaum erhebt sich hierzulande ein wenig kritik an den skandalösen entgleisungen
    der „finanzindustrie“, dann geht sofort die angst vor „dem sozialismus“ um.

    wie bei den pawlowschen hund wenn`s glöckerl läutet.

    OH JEH…

  • Joachim Datko

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    Zitat: „victor lustig 26. Oktober 2011 um 19:26 Uhr … erstaunlich, wie sich diese “freiheit-statt-sozialismus” parolen“

    Ich bin für die soziale Marktwirtschaft.

    Joachim Datko
    Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft – http://www.monopole.de

  • Joachim Datko

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    Zu „26. Oktober 2011 um 18:53 Uhr … Schön das Sie ein zinsloses Darlehen hatten, dass Sie auch nur zur Hälfte subventioniert zurück zahlen mussten (wenn überhaupt). “

    Man kann sich natürlich auch den Lebensunterhalt während des Studiums selbst verdienen, ich habe es für zwei Studiengänge gemacht.

    Allerdings sollte der Staat bei Bedarf grundsätzlich für den Lebensunterhalt beim ersten Studiengang aufkommen, Bafög war zu meiner Zeit für den Lebensunterhalt reichlich bemessen und wurde nur zu einem geringen Teil später wieder zurück gefordert.

  • victor lustig

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    na, da krieg` ich jetzt aber wirklich grosse angst – und auch noch mit mehrheitsbeschluss!

    diese sätze der bayerischen verfassung wurden auch mit mehrheitsbeschluss verabschiedet – nicht von der „linken“ sondern von verfassungsgebenden landesversammlung am 26. oktober 1946.

    „Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl, insbesondere der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle und der allmählichen Erhöhung der Lebenshaltung aller Volksschichten.“

    „Kapitalbildung ist nicht Selbstzweck, sondern Mittel zur Entfaltung der Volkswirtschaft.“

    „Das Geld- und Kreditwesen dient der Werteschaffung und der Befriedigung der Bedürfnisse aller Bewohner.“

    „Für die Allgemeinheit lebenswichtige Produktionsmittel, Großbanken und Versicherungsunternehmen können in Gemeineigentum übergeführt werden, wenn die Rücksicht auf die Gesamtheit es erfordert. Die Überführung erfolgt auf gesetzlicher Grundlage und gegen angemessene Entschädigung.“

  • frage

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    Alles richtig. In der Theorie. Aber wer entscheidet Gemeinwohl? Ich nicht, Sie auch nicht. Und darin liegt das Problem.

  • frage

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    Und irgendwer muss es finanzieren.

  • Josef

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    Oh mei es stimmt schon das es sehr viele Leute gibt die sich Gegenstände finanzieren (wie Autos usw..) die sie sich eigentlich nicht leisten können um beim Beispiel KFz zu bleiben auffällig ist das man beim Händler kaum noch den ganzen Preis für ein Auto erfährt sondern nur noch die Leasingraten zeigt doch schön auf das die Menschen so blöd sind und sich ein Auto zu leasen oder zu finanzieren statt sich einfach ein altes gebrauchtes zu kaufen (ein Beispiel ich bin Student (ohne Bafög mit job und ja ich zahle alles selber nix mami und papi) habe mir letztens einen gebrauchten Wagen einer deutschen Premium Marke gekauft mit schönem V6(5V Kenner wissen warum) Motor Allrad also Vollausstattung der ganze Spaß kostete mich 2500 Euro neu würde dieser Wagen 40-50000 Euro kosten aber mein alter ist genau so gut und funktioniert einwandfrei wären beim Neukauf ca. 45000 euro aus dem Fenster geschmissen) Ich hasse es irgendwas auf Raten zu kaufen es machen aber sehr viele Menschen und die Wirtschaft unterstützt es natürlich weil sie dadurch viel mehr verdient der einzige Sinnvolle Einsatz für Kredite beim normal Bürger ist es um Wohneigentum zu finanzieren und da sollte man min 30-40 % Eigenkapital mitbringen….. wenn wir uns erinnern wie diese tolle Bankenkrise angefangen hat vor zwei Jahren dann eigentlich nur deswegen weil es so viele Amis gab die sich ihr Haus und oder Auto per Kredit finanziert haben und dann ihre Schulden mit ner anderen Kreditkarte abzuzahlen und diese wieder mit einer andern usw…. ergo die Menschen leben über ihre Verhältnisse und die Banken reiben sich die Hände weil es so viel dumme gibt der kleine Mann ist also auch ein bisschen Schuld an dem ganzen…..

  • Andreas Schmal

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    Auch wenn es keinen interessieren wird:
    Ich werde niemals vor einer Bank demonstrieren um dem bösen Finanzkapital zu zeigen, dass es so brav sein soll wie die gute Realwirtschaft.

  • frage

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    So viel ist mal klar: BWL studieren Sie nicht.

  • Neuromancerr

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    Wieder einmal fehlt der „gefällt mir“ Button auf regensburg-digital.

  • Neuromancerr

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    Wo ist der „Gefällt mir“ Button?

  • Patrick K.

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    Man soll sein Geld von den „bösen Banken“ wie Deutsche Bank zu den guten wie der Sparkasse bringen?
    Weg vom „raffenden“ Kapital hin zum „schaffenden“ Kapital?

    Wenn man sich mal die Leute anschaut, die hinter dieser Occupy-Bewegung in Deutschland stehen, bekommt man auch Bauchschmerzen:
    In Frankfurt hat u.a. die NPD aufgerufen an den Occupy-Demonstrationen teilzunehmen. Der rechte „Antikapitalismus“ deckt sich hier wunderbar mit den Forderungen der kleinbürgerlichen „Banken-in-die-Schranken-Schreier“.
    Wenn man sich dann noch die Erklärungen durchliest, merkt man auch ganz schnell: Die bösen Finanzkapitalisten kommen vor allem aus der USA und Israel. Ohne sie, wäre unser „gutes, europäisches“ System nie zusammengebrochen. Na, wunderbar! Dann wissen wir ja, gegen wen wir kämpfen sollen.

    Und noch zur Ergänzung: in den Organisationsgremien sitzen reihenweiße Mitglieder der sog. „Zeitgeist-Bewegung“, einer antisemitischen und spirituellen Sekte.

  • Joachim Datko

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    Zitat: Patrick K. 28. Oktober 2011 um 12:31 Uhr
    „Man soll sein Geld von den “bösen Banken” wie Deutsche Bank zu den guten wie der Sparkasse bringen? …“

    Gut ist aus meiner Sicht als Kunde eine Bank, die für den Kunden gute Konditionen hat. Für den Vergleich der Konditionen gibt es im Internet Portale. Es ist wie beim Erdgas, der Stromversorgung, DSL und vielem mehr, es zählt das bessere Angebot.

  • Immanuel K. Anti

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    Wenn die Rechten darin eine Chance sehen, werden sie sich Haare und Bärte wachsen lassen und in Batikhemden und Birkenstock auf Demos erscheinen. Hier in Regensburg haben sie ja sogar schon Ton, Steine Scherben aus dem Lautsprecherwagen tönen lassen. Denen ist einfach jeder Zug recht, auf den sie aufspringen können. Dass Sie deren Blödsinn hier wiederholen, ist aus dokumentarischen Gründen legitim, über die Gesamtzusammensetzung der occupy-Bewegung sagt es nichts.

    Ich erwarte, dass heute mehrheitlich katholische Menschen vor Banken ziehen, die hauptsächlich von Katholiken und Protestanten geführt werden. Interessiert das jemanden? Ganz klar: kein Bischen.

    Und dass in einem Demonstrationszug, noch dazu in einer jungen, sehr heterogenen Bewegung, auch Leute stecken, mit deren Einstellung man selber nichts am Hut hat, sollte auch klar sein.

  • Roland Hornung

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    @ Patrick

    Natürlich haben Sie – allgemein gesehen – Recht, man darf Ihre Worte nicht einfach so abtun. Wir werden auch ganz besonders darauf achten, dass jene dümmliche antisemitische „Zeitgeist-Sekte“ mit ihrem Nazi- Jargon sich nicht durchsetzt. – hier nicht und auch nicht anderswo und unter keinem „Deckmäntelchen“ !

    Heute und hier in Regensburg habe ich allerdings derartige Entgleisungen nicht erlebt und nicht gesehen – hier waren nur ganz vernünftige Leute dabei, die meisten mir persönlich sehr gut bekannt und viele mit mir be- freundet. Es ist wichtig und richtig, sich gegen die ungezügelte Gier der Banken zu wenden !

    Ihr Roland Hornung

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