Regensburger Gleichstellungsbeauftragte fordert bessere Unterstützung für weibliche Flüchtlinge

PM der Stadt Regensburg

„Flüchtlingsfrauen brauchen besondere Unterstützung!“ war eine der zentralen Forderungen der 23. Bundeskonferenz der kommunalen Gleichstellungs- und Frauenbeauftragten Deutschlands (BuKo) vom 6. bis 8. September 2015 in Rostock Warnemünde. Dieser Forderung schließt sich auch die Leiterin der Regensburger Gleichstellungsstelle, Marga Teufel, an.

Regensburger Gleichstellungsbeauftragte fordert bessere Unterstützung für weibliche Flüchtlinge - Bild 1

Viele Flüchtlinge, die momentan nach Deutschland kommen, mussten in ihren Heimatländern politische Verfolgung, Krieg, Folter und Vertreibung erleiden. Besonders schwer haben es in den Krisengebieten oft Frauen, die in vielen Ländern unterdrückt werden, unter Genitalverstümmelungen leiden, Verbrechen im Namen der „Ehre“ ertragen oder als Teil der Kriegsführung Vergewaltigungen erdulden müssen. Auch auf der Flucht werden Frauen immer wieder Opfer sexueller Gewalt.

Dazu sagte Bundesministerin Manuela Schwesig den Teilnehmerinnen der BuKo: „Ich schätze die Arbeit der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten sehr. Ohne Sie wäre vieles nicht möglich. Aktuell ist die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen eine der größten Herausforderungen vor Ort. Besonders die Frauen und Kinder, die bei uns ankommen und Schutz suchen, sind durch Krieg und Gewalt schwer traumatisiert. Ich begrüße es sehr, dass Sie sich vor Ort dafür stark machen, dass auf die Bedürfnisse dieser Frauen so gut es geht Rücksicht genommen wird. Dazu gehört eine angemessene Unterbringung ebenso wie der Zugang zu speziellen Beratungsangeboten.“

Die Regensburger Gleichstellungsbeauftragte Marga Teufel fordert darum auch für die Stadt Regensburg Bundesmittel zum Einsatz qualifizierten Personals speziell für die Unterstützung von geflüchteten Frauen und Mädchen, um genderspezifische Angebote zielgerichtet und unbürokratisch umsetzen zu können.

Regensburger Gleichstellungsbeauftragte fordert bessere Unterstützung für weibliche Flüchtlinge - Bild 2

„Das Leid, das Flüchtlinge ertragen müssen, ist für uns oft unvorstellbar“, so Teufel. „Noch immer finden aber die besonderen Belastungen, die Frauen aufgrund ihres Geschlechts erfahren, kaum Beachtung.“ Flüchtlingsfrauen, die in Deutschland Zuflucht suchen, bräuchten spezielle Hilfesysteme, um die erlebten Traumata zu bewältigen. Dazu gehören auch Bildungsangebote und Maßnahmen, die ihnen helfen, Sprachbarrieren zu überwinden und ihre beruflichen Fachkenntnisse für das deutsche Berufs- und Bildungssystem kompatibel zu machen, so die Gleichstellungsbeauftragte.

Zudem seien niedrigschwellige Angebote zur Gesundheitsversorgung nötig, die die Besonderheiten des jeweiligen Kulturkreises berücksichtigen. Mädchen und natürlich auch Jungen müssten verlässlich Zugang zu Förderklassen in allen Schularten sowie integrative Maßnahmen und Sprachunterricht bereits im KiTa-Alter erhalten.

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