Semesterticket: Landrat für Solidarmodell

Neues Tarifsystem darf die Bewohner des Landkreises nicht benachteiligen Regensburg. (RL) Das RVV-Semesterticket ist seit über zehn Jahren ein Erfolgsmodell. Zu einem vergleichsweise günstigen Preis von 49 Euro pro Semester können alle Studenten der Universität und der Hochschule jederzeit alle Verbundverkehrsmittel frei benutzen. „Ziel ist es, dieses System soweit wie möglich zu erhalten oder sogar noch auszubauen“, betont Landrat Herbert Mirbeth. Mirbeth, in diesem Jahr Vorsitzender des Aufsichtsrates des Regensburger Verkehrsverbundes (RVV) und daher auch Sprecher des RVV, bedauerte die veröffentlichte Überlegung eines Modells, das einen Teil der Studenten aus dem Landkreis erheblich benachteiligen würde. Das veränderte Modell sähe vor, dass die Studenten aus der Stadt und einigen Umlandgemeinden (Tarifzonen 1 und 2) weiterhin 49 Euro zahlen würden, die Studierenden aus den weiter entfernten Landkreisgemeinden hingegen wesentlich mehr zahlen müssten. „Wenn es für die Studierenden aus Regensburg keine Preiserhöhung gibt, aber fast alle Studenten, die im Landkreis wohnen, teils kräftige Aufschläge hinnehmen müssen, dann ist dies nicht akzeptabel“, erklärt Mirbeth, der sich für die Beibehaltung des Solidarmodells ausspricht. „Ich könnte mir eine moderate Anhebung des Sockelbeitrags auf 59 Euro für alle Studierenden vorstellen“, so der Landrat. Mirbeth fordert die Geschäftsführung des RVV auf, Alternativvorschläge zu erarbeiten und vorzulegen. Ein neues Tarifsystem dürfe nicht die Bewohner des flachen Landes benachteiligen. Ausgelöst wurde die Diskussion über einen neuen Tarif für das Semesterticket durch die Mehrforderungen der Eisenbahnunternehmen, allen voran der agilis, die einen deutlich höheren Erlös fordern. Die agilis, eine gemeinsame Tochter der Hamburger Hochbahn und eines Kapitalfonds, betreibt seit Ende 2010 den Regionalbahnverkehr auf den vier elektrifizierten Schienenstrecken um Regensburg. „In gewissem Umfang mögen die Mehrforderungen der agilis und der anderen Eisenbahnen berechtigt sein“, erklärt Mirbeth. Der Semesterbeitrag beläuft sich derzeit auf nur 49 Euro, was angesichts der gebotenen Leistung und der stark gestiegenen Nutzungshäufigkeit ein sehr moderater Tarif ist. Seit Beginn im Jahr 1999 ist das RVV-Semesterticket immer nur aus zwei Gründen erhöht worden: Entweder weil es mehr Busse zum Unigelände gab (Abgeltung der zuordenbaren Mehrleistung), oder im Rahmen der allgemeinen Tariferhöhung. Die verdreifachte Nutzungshäufigkeit ist bisher nicht im Tarif berücksichtigt. „Einerseits ist es natürlich bedauerlich, wenn man über Preiserhöhungen reden muss, gerade bei einem so erfolgreichen und beispielhaften Modell wie dem RVV-Semesterticket“, sagt der Landrat. Anderseits wurde aber die Diskussion notwendig, weil das Modell so erfolgreich ist. Durch den günstigen Solidartarif und das gute Leistungsangebot im RVV habe die Nutzung seitens der Studenten stark zugenommen, was letztlich zu einem entsprechend geringeren Ertrag pro Fahrgast und Personenkilometer führt. So sei die Diskussion zwar unangenehm, letztlich aber ein Zeichen des großen Erfolgs des RVV-Semestertickets, so Landrat Mirbeth lobend.

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Kommentare (1)

  • Steht das Semesterticket vor dem Aus? | Regensburg Digital

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    […] Landrat Herbert Mirbeth, der Zustimmung für den 59-Euro-Vorschlag des Studentenwerks signalisiert. „Wenn es für die Studierenden aus Regensburg keine Preiserhöhung gibt, aber fast alle Studenten,… Die Führungsspitze im Aufsichtsrat des RVV ist sich uneins: Vorsitzender ist Landrat Herbert […]

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