Sozialfürsorge in Ost- und Südosteuropa

Neues internationales Netzwerk startet mit Gastvortrag Mit einem öffentlichen Vortrag von Prof. Dr. Paul Weindling von der Oxford Brookes University (Großbritannien) fällt am morgigen Freitag, den 26. Oktober 2012, der Startschuss für das internationale Netzwerk „Sozialfürsorge und Gesundheit in Ost- und Südosteuropa im langen 20. Jahrhundert“. Der renommierte Medizinhistoriker wird um 19.15 Uhr im Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (Landshuter Straße 4, 93047 Regensburg, Raum 319) zum Thema „Life Histories and a Total Population Approach: Victims of Medical Atrocities in Eastern and Southern Europe from the Second World War to 2004” sprechen. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich zum Gastvortrag und zum anschließenden Empfang im Institut für Ost- und Südosteuropastudien eingeladen. Der Eintritt ist frei. Die Geschichte von Sozialfürsorge und Gesundheit ist für den ost- und südosteuropäischen Raum – im Gegensatz zu entsprechenden Forschungen zu Westeuropa – noch weitgehend unerforscht. Wer galt und gilt in den ost- und südosteuropäischen Gesellschaften als krank oder als fürsorgebedürftig? Unterscheiden sich in ost- und südosteuropäischen Gesellschaften die Entwicklungspfade, auf denen moderne Konzepte und Vorstellungen zu Gesundheit und Krankheit, zu Armut und Fürsorge basieren, von denen in west- und mitteleuropäischen Gesellschaften? Zur Beantwortung dieser Fragen finanziert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) das neue wissenschaftliche Netzwerk von 15 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus sechs Nationen. Geleitet wird es von Dr. Heike Karge und Dr. Friederike Kind-Kovacs vom Institut für Geschichte der Universität Regensburg in Kooperation mit Sara Bernasconi von der Universität Zürich. Das Netzwerk untersucht Praktiken und Diskurse zu Gesundheit und Fürsorge in Ost- und Südosteuropa vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die neueste Zeit. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass die um 1900 entstehende moderne Sorge um die Bevölkerung nicht ohne die Betrachtung längerer historischer Entwicklungen und transnationaler Transferprozesse zu verstehen ist. Die ost- und südosteuropäische Geschichte von Gesundheitsvorstellungen und Sozialfürsorge soll dabei als Teil der europäischen Geschichte diskutiert und in ihren lokalen, nationalen und transnationalen Zusammenhängen sichtbar gemacht werden. Weiterführende Informationen unter: http://www.uni-regensburg.de/philosophie-kunst-geschichte-gesellschaft/geschichte-suedost-osteuropa/medien/wissenschaftliches_netzwerk_sozialf__rsorge_und_gesundheit.pdf und http://www.uni-regensburg.de/veranstaltungskalender/kalendereintrag/219731.html

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