SprecherInnenrat fordert Lohnerhöhung für studentische Hilfskräfte

Universität muss soziale Verantwortung anerkennen und ihr gerecht werden: SprecherInnenrat der Universität Regensburg fordert Lohnerhöhung für studentische Hilfskräfte und HilfswissenschaftlerInnen Die Löhne von studentischen Hilfskräften und HilfswissenschaftlerInnen sind in Bayern drastisch niedriger als in anderen Bundesländern. Im Gegensatz zu Berlin etwa besteht hier kein einheitlicher Tarifvertrag, der die Lohnabstufungen regelt. Stattdessen entscheidet jede Universität und jede Hochschule selbst über die Höhe des Gehalts. Im Schnitt verdienen Studierende bei ihrem Einsatz in Lehre und Forschung lediglich 7 Euro pro Stunde – an anderen bayrischen Universitäten sind die Gehälter ähnlich gering oder noch niedriger. Auch mit abgeschlossenem Bachelorstudium verbessert sich die Situation kaum. „Durch die geringe Stundenzahl und den niedrigen Stundenlohn liegen die Monatslöhne Studentischer Hilfskräfte stets deutlich unter dem BAFöG-Höchstsatz. Vor allem durch die finanzielle Belastung durch steigende Mietpreise und Studiengebühren sind viele Studierende aber auf den Nebenjob an der Universität angewiesen“, sagt Stefan Christoph, studentischer Sprecher der Universität Regensburg, „Wir fordern deshalb eine Lohnerhöhung aller studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte um zwei Euro pro Stunde.“ Viele Bereiche der Hochschulen sind auf die studentischen Hilfskräfte und -wissenschaftlerInnen angewiesen – sie halten beispielsweise Tutorien ab, bereiten Vorlesungen vor oder arbeiten in den Bibliotheken. Gerade deshalb besteht aber auch ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis: So absolvieren Studierende beispielsweise oft Prüfungen bei Dozierenden, bei denen sie am Lehrstuhl tätig sind. „Angesichts der Relevanz der Arbeit, die von den Studierenden geleistet wird, ist eine Lohnerhöhung unumgänglich“, so Franziska Hilbrandt, Referentin für Hochschulpolitik im studentischen SprecherInnenrat. Zudem müsse sich die Universität endlich ihrer sozialen Verantwortung bewusst werden.

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Kommentare (1)

  • Manfred Hellwig

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    Erfreulich, dass jetzt auch der SprecherInnenrat der Uni Regensburg die miesen Löhne für studentische Hilfskräfte und Hilfswissenschaftler kritisiert und nun in einer Presseerklärung ebenfalls eine seit 2010/11 bestehende ver.di-Forderung aus dem Jahre unterstützt!
    Hierzu wurde Anfang 2011 auch das Ergebnis einer Befragung an der Uni Regensburg veröffentlicht (siehe https://jugend-oberpfalz.verdi.de/studierende).
    Tarifverträge fallen aber leider in der Regel nicht vom Himmel sondern sind das Ergebnis einer „Machtauseinandersetzung“.

    Macht hat nichts mit „möchten“ zu tun, auch nichts mit „guten Gesprächen“ sondern mit Verhandlungen auf „Augenhöhe“. Denn: welcher Arbeitgeber zahlt schon freiwillig mehr!

    Ohne Streikähnliche Maßnahmen (und wer ist da bisher streikbereit/-fähig) war in Bayern bisher kein akzeptabler Tarifvertrag für SHK durchsetzbar. Deshalb: schließt Euch über die gewerkschaftliche Hochschulgruppe an der Uni zusammen, dann steigen Eure Chancen auf einen bayernweiten Tarifvertrag, der zumindest den allgemein geforderten gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 € sichert. Darunter sind Tarifverträge sinnlos..

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