„Ein bisschen Schleichwerbung ist ja Sinn der Sache”

Viel, viel Film und viel Musik: Der Startschuss zur Regensburger Kurzfilmwoche 2013 ist gefallen. Fotos: Liese
Weißer Rauch steigt auf
Auch Oberbürgermeister Hans Schaidinger und eine Reihe von Stadträten sind gekommen – keiner will sich später nachsagen lassen, bei der Eröffnungsveranstaltung gefehlt zu haben. Kurz, bevor es dann wirklich losgeht, wird es nochmals so richtig hektisch; fast (kurz-)filmreife Szenen spielen sich ab. Handys klingeln (im Kino!), einer der anwesenden Reporter stürzt beinahe schon fluchtartig aus dem Saal, der Vorsitzende des Arbeitskreises Film Regensburg e.V., Richard Kattan, erhebt sich von seinem Sessel und spricht mit fester Stimme in die Runde: „Habemus Filmum!“ „Weißer Rauch steigt über dem Vatikan auf“, erklärt dann Insa Wiese, die Festivalleiterin, bei ihrer Eröffnungsrede. „Wir wissen alle, was das heißt.“ Ein kurzes, zustimmendes Raunen geht durch den Saal, dann widmet man sich wieder der sympathisch strahlenden Frau, die sichtlich nervös auf dem Podium steht, der die Aufregung und auch die Hektik der vergangenen Wochen und Monate anzumerken ist, und mit der man sich einfach mitfreuen muss, dass nun endlich die acht Tage anbrechen, für die sich der Stress gelohnt hat. Wen interessiert da schon die Papstwahl?„Ein bisschen Schleichwerbung ist Sinn der Sache.“
„Morgen werden wir alle wissen, wer es geworden ist“, hält Wiese fest. Dann kommt sie zurück auf das Thema, über das sie eigentlich sprechen möchte. „Ganz besonders gilt mein Dank natürlich unseren Sponsoren und Partnern. Ich durfte vorhin schon in einem BMW probesitzen. Sehr bequem. Kaufen Sie diese Autos!“ Und mit verschmitztem Seitenblick auf die anwesenden Gäste vom BMW-Werk Regensburg, das die Kurzfilmwoche nicht nur mit einem Preis, sondern auch durch zur Verfügung gestellte Autos unterstützt, entwaffnend ehrlich: „Ein bisschen Schleichwerbung ist ja schließlich Sinn der Sache.“
Sichtlich nervös, aber sympathisch und entwaffnend ehrlich: Festivalleiterin Insa Wiese.
Afghanische Kuratorin erhält kein Visum
Die diesjährige Kurzfilmwoche zeigt eine Auswahl aus fast 4.500 eingesandten Beiträgen in insgesamt vier Wettbewerben und zahlreichen Sonderprogrammen (vor allem die Musik steht im Vordergrund). Auch einen Länderschwerpunkt gibt es in diesem Jahr wieder; er liegt auf Griechenland. Passend dazu ist dem griechischen Künstler Elias Demetriou eine Werkschau gewidmet. Ein besonderes Highlight dürfte auch das von der Kulturmanagerin Mariam Mana kuratierte Programm zum Thema Film in Afghanistan sein.
OB Schaidinger im Gespräch mit Insa Wiese und dem Filmemacher Roland Fischer.

Music For One Apartment And Six Drummers: Das Thema Musik steht dieses Mal besonders im Vordergrund.