Pax Christi verleiht den „Preis für Zivilcourage 2017“

„Für ein neues dialogisches Miteinander in der Kirche“

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Der Diözesanverband der internationalen katholischen Friedensbewegung Pax Christi verlieh diese Woche zum siebten Mal seine Auszeichnung „Einspruch wagen! – Preis für Zivilcourage“. Der mit 1000 Euro dotierte Preis ging an den Kapuzinerpater Clemens Habiger und an den ehemaligen Domspatzen Alexander Probst.

Preisverleihung im Leeren Beutel. Foto: wr

Preisverleihung im Leeren Beutel. Foto: wr

Zwei sehr unterschiedliche Preisträger

„Ich bin stolz hier neben Pater Clemens zu stehen“, sagt Probst bei der Preisverleihung im Leeren Beutel strahlend. Er sei absolut begeistert von Pater Clemens, den er erst einmal zuvor gesehen und ihn dabei gefragt habe: „Wie wird man so ein gütiger Mensch?“ Ein solcher wolle er auch werden. Das Lebensmotto und die Antwort von P. Clemens: „Wenn du etwas gibst, dann gib es von Herzen und du wirst ein gütiger Mensch.“

Dass dies nicht immer einfach umzusetzen ist, wird deutlich, als Clemens Habiger von seiner Lebenskrise erzählt. Von seinem langjährigen Kampf das Klosterleben wieder verlassen und ausnahmsweise privat in der Stadt wohnen zu dürfen. Der 1942 im mährischen Zwittau geborene und 1946 vertriebene junge Clemens besuchte in Eichstätt das musische Gymnasium, trat als 21jähriger in den Kapuzinerorden ein und studierte im Anschluss daran Theologie und Lehramt.

Nach der Priesterweihe im Jahre 1968 wurde ihm das Klosterleben bald zu eng – so der Laudator Dr. Paul Winkler, Mitglied der Preisjury und ehemaliger Leiter der VHS Regensburg. Pater Clemens geriet daraufhin in eine schwere Lebenskrise und bekam erst nach langjährigen Auseinandersetzungen mit seinem Abt und Diözesanbischof Manfred Müller die Erlaubnis, eine städtische Privatwohnung beziehen und als Geistlicher wirken zu dürfen.

Pater Clemens und Alexander Probst. Foto: wr

Pater Clemens und Alexander Probst. Foto: wr

„Als Mensch unter Menschen leben“, ist sein Motto. Da die materielle Unterstützung durch den Orden dadurch entfallen sei, die Diözese aber keine geleistet habe, musste Habiger für seinen Lebensunterhalt selber sorgen. Er habe sein Geld mit Musikunterricht verdient und dadurch seine Freiheit behalten, sagte der Kapuzinerpater in seiner von Witzen gespickten Rede an die etwa 90 Teilnehmer der Preisverleihung.

Pater Clemens: „Ich weiß nicht, ob ich den Preis für Zivilcourage verdient habe.“ Tatsächlich würde er sich selber viel mehr Zivilcourage wünschen. Als 75jähriger habe er im Februar dieses Jahres nach kanonischem Recht seinen Rücktritt von seinen seelsorgerischen Tätigkeiten antreten müssen, was ihm sehr schwer gefallen sei. 

Ein Domspatz, der öffentlich Einspruch erhob

Während Pater Clemens sich jahrzehntelang für die Seelsorge von Strafgefangenen, Obdachlosen und Drogenabhängen einsetzte, wurde Probst 2010 überregional bekannt, weil er seine Misshandlungs- und Missbrauchsgeschichte in die Öffentlichkeit trug und die Aufklärung und Anerkennung der Übergriffe bei den Domspatzen forderte.

Die Laudatio für Alexander Probst stimmt Altoberbürgermeisterin Christa Meier, ebenfalls Mitglied der Preisjury, an. Die ehemalige Bürgermeisterin hangelt sich für ihre Rede am unlängst im Riva-Verlag erschienen Buch des Preisträgers, Von der Kirche missbraucht (2017), entlang. Probst, gebürtig 1960 in Regensburg, kam 1968 an das Vorschulinternat in Etterzhausen und 1970 nach Regensburg ins Schulinternat der Domspatzen. Dort blieb er nur ein Schuljahr und wurde von seinem Vater herausgenommen, nachdem er ihm die sexuellen Übergriffe eines Präfekten anvertraute.

Nach den Darstellungen von Probst konfrontierte sein wütender Vater daraufhin den damaligen Domkapellmeister Georg Ratzinger mit den sexuellen Übergriffen im Domspatzeninternat gegen seinen Sohn Alexander. Probst besuchte daraufhin das Gymnasium in Kelheim und verpflichte sich nach dem Abitur bei der Bundeswehr für eine Offizierslaufbahn als Feldjäger. Heute betreibt er eine Hundeschule im Altmühltal.

Als die sexuellen Übergriffe in kirchlichen Einrichtungen Anfang 2010 in vielen Medien angeprangert wurden, trat Probst als einer der ersten Domspatzen im Fernsehen auf und schilderte seine Leidensgeschichte. Nachdem das Bistum unter Bischof Gerhard Ludwig Müller die Aufklärung verschleppte, gründete Probst 2012 zusammen mit weiteren Mitstreitern die „Gesellschaft gegen das Vergessen“, die bald ein unabhängiges Archiv und die Internetseite www.intern-at.de anlegte.

Änderte den Kurs bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle bei den Domspatzen: Bischof Rudolf Voderholzer. Foto: Archiv

Änderte den Kurs bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle bei den Domspatzen: Bischof Rudolf Voderholzer. Foto: Archiv

Kursänderung unter Bischof Voderholzer

Christa Meier erinnert in ihrer Preisrede auch daran, dass Probst vom damaligen Bischof Gerhard Ludwig Müller als Kirchenfeind „abgekanzelt“ worden sei. Landesweit bekannt wurde Probst als einer der drei Protagonisten in der ARD-Doku „Sünden an den Sängerknaben“ vom Januar 2015. Erst drei Monate später, unter starkem öffentlichen Druck, reagierte der seit Januar 2013 amtierende Bischof Voderholzer, leitete einen Kurswechsel ein und beauftragte den externen Rechtsanwalts Ulrich Weber mit der Aufklärung der Vorfälle. Weber ermittelt nunmehr seit zwei Jahren, sein Abschlussbericht soll demnächst veröffentlicht werden.

In dem von Rechtsanwalt Weber Anfang 2016 initiierten Kuratorium wirkte auch Alexander Probst mit. Die eigentlichen Verhandlungen für das weitere Verfahren fanden allerdings im kleineren Aufarbeitungsgremium statt, dessen einvernehmlich mit dem Bischof erzielten Ergebnisse Alexander Probst im Oktober 2016 auf einer Pressekonferenz mit bekannt gab: Eine unabhängige Anlaufstelle für Betroffene (MIM München); ein unabhängiges Anerkennungsgremium für die materiellen Leistungen (je nach Schwere des Leids Fünf- bis Zwanzigtausend Euro); eine sozialwissenschaftliche und eine historische Studie, die die Hintergründe und Zusammenhänge der Übergriffe erforschen sollen. Der Aufarbeitungsprozess ist also noch lange nicht abgeschlossen, die Studien sollen in zwei Jahren fertiggestellt sein.

Preis stellvertretend für andere Mitstreiter

Alexander Probst habe den Preis von Jury auch stellvertretend für jene Domspatzen bekommen, die den langjährigen Kampf um Anerkennung, Aufklärung und Aufarbeitung von Misshandlungen und Missbrauch in den Einrichtungen des Regensburger Domchors ebenso geführt haben. So der Geschäftsführer von Pax Christi Regensburg Max Hutzler, der zusammen mit  Elisabeth Reinwald  durch die Preisverleihung führte,  gegenüber regensburg-digital.

In seiner kurzen Ansprache anlässlich der Preisverleihung zeigt sich Probst glücklich über die erreichten Ergebnisse und dankt seinen Freunden und Mitstreiter: „Ohne euch hätten wir das Verhandlungsergebnis nicht geschafft“.

Stadtrat Dr. Thomas Burger spricht zu Beginn der Preisverleihung ein Grußwort. Er dankt für das demokratisch-couragierte Wirken der Preisträger und gratuliert im Namen der Stadt. Das ist insofern bemerkenswert, da sich der Stadtrat und die Stadtführung bislang überhaupt nicht zu den sexuellen und körperlichen Übergriffen bei den Domspatzen geäußert haben, der städtische Tourismusverband indes aber in der heißen Phasen der Auseinandersetzungen meinte, eine zweifelhafte Werbung für den angeschlagenen Ruf des Domchors machen zu müssen. Nebenbei: Ein offizieller Vertreter des Domchors oder des Vereins „Freunde des Domchors“ wohnt der Preisverleihung nicht bei.

Frieden schaffen durch Zuhören

Den Festvortrag der Preisverleihung hält die streitbare Theologin Dr. Sabine Demel, die den Regensburger Lehrstuhl für Kirchenrecht innehat. In ihrem bewegenden Vortag „Der betroffene Mensch – oder: wie Zuhören Frieden schafft“ würdigt Demel Pater Clemens als engagierten Seelsorger, der „Menschen ohne Stimme“ und solchen die nie gefragt wurden „ohne Wenn und Aber“ eine Stimme gegeben habe.

Und Alexander Probst als einen, der gegen den Strom schwimme und die Öffentlichkeit mit dem Leid sexuell ausgebeuteter oder gebrochener konfrontiere. Beide Preisträger haben mit ihrem Zuhören, mit Mut und Ausdauer ein Stück Frieden in der Gesellschaft geschaffen. Und zudem Mut „für ein neues dialogisches Miteinander in der Kirche“, fürs Zuhören gemacht, so Demel.

Die beiden Pax-Christi-Preisträger für Zivilcourage. Probst und Clemens Habiger. Foro: wr

Die beiden Pax-Christi-Preisträger für Zivilcourage. Probst und Clemens Habiger. Foro: wr

„Am Opportunismus geht das echte Christentum zugrunde“

Die langjährige Arbeit des Bundesverbandes von Pax Christi ist bedroht, nachdem die Deutsche Bischofskonferenz Anfang dieses Jahres beschlossen hat, seine Bezuschussung, die etwa 20 Prozent des Gesamthaushaltes beträgt, einzustellen. [Hier zur protestierenden Online-Petition]

Pax Christi steht nicht zuletzt mit seiner kritischen Haltung gegenüber dem Episkopat in einer gewissen Tradition mit dem 1919 gegründeten Friedensbund Deutscher Katholiken, der 1933 etwa 40.000 Mitglieder verzeichnete. Nach dem landesweiten Boykott der jüdischen Geschäfte vom 1. April 1933 forderte ein führender Kopf des Friedensbundes, der Dominikaner Franziskus Stratmann, den Münchner Kardinal Faulhaber auf, gegen die antisemitischen Übergriffe zu protestieren.

Stratmann: „Am Opportunismus geht das echte Christentum zugrunde“. Erfolglos. Stattdessen legitimierte der Regensburger Bischof Buchberger den Boykott in einem Hirtenbrief, den er für die bayerischen Bischöfe verfasste. Am 1. Juli 1933 wurde der Friedensbund Deutscher Katholiken von den Nazis verboten, nachdem ihn die deutschen Bischöfe in Stich gelassen haben. Das Engagement von Pax Christi steht so gesehen in einer guten Tradition dieser katholischen Friedensbewegung: Für Einspruch und gegen Opportunismus.

Die Preisverleihung, die von Stefan Schneider am Klavier vorzüglich begleitet wwurde, klang mit einem berühmten Stück der Beatles aus: Let It Be. Für Pater Clemens ein Marienlied, in dem es erlösend heißt, „Mother Mary comes to me“. Der Autor Paul McCartney soll allerdings nur einen aktuellen Traum, in dem seine früh verstorbene Mutter „Mary“ auftauchte, für die Bewältigung der Streiterei bei den Beatles verarbeitet haben.

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Kommentare (33)

  • Angelika Oetken

    |

    „Für ein neues dialogisches Miteinander in der Kirche“

    Wenn man sich vor Augen hält, dass die KirchenfunktionärInnen besonders im Bereich „PR-Sprech“ Meister sind, klingt das ja wie eine Drohung

    „Zuhören“: manche Betroffene freuen sich, wenn ihre Mitmenschen sich bereit erklären, ihnen zuzuhören. Einigen Opfern ist es wichtig, dass Kinder fortan besser geschützt oder TäterInnen gestellt und gestoppt, Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden. Andere fordern den Ersatz der Schäden, die ihnen entstanden sind. Denn die meisten Menschen, die als Kinder und/oder Jugendliche sexuell missbraucht worden sind, hätten davor auf relativ unaufwändige Weise bewahrt werden können. Statt dessen wurden sie geopfert, was der Begriff „Opfer“ schon nahe legt. Oft erschreckend vulgären, manchmal sehr banalen Zwecken. Einige MissbraucherInnen gehen äußerst brutal vor. In der Mehrheit handeln sie aber perfide und verschlagen. Sie verquicken die Bedürfnisse der Kinder nach Nähe und Zuwendung mit ihrer beschädigten Erwachsenensexualität. Dass zutiefst menschliche Regungen so buchstäblich besudelt werden, entfaltet wohl die größte zerstörerische Wirkung auf das weitere Leben junger Missbrauchsopfer.

    Die stinkreiche Katholische Kirche sollte sich im Hinblick auf konkreten Schadenersatz besser nicht lumpen lassen. Sonst kommt noch jemand auf die Idee, auch in anderen Bereichen genauer hinzusehen.

  • Herbert Turetschek

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    Der 1942 im mährischen Zwittau geborene und 1946 vertriebene junge Clemens“
    Lieber Pater Clemens, ich stamme auch aus Zwittau (bzw. meine Vorfahren) ab und würde gerne in einen Dialog mit Ihnen treten (meinetwegen auch mit Bischof Voderholzer, der meinen Brief ja unbeantwortet ließ und an Menschen weitergab, die mir nicht wohlgesonnen sind). Bisher habe ich nur einen Christenmenschen getroffen, Frau Mathilde Vietze, die mit mir ins Gespräch kam, bzw. die mit mir auch wirklich sprechen, wollte und mich nicht abwimmelte: Weder Bischof Voderholzer noch ein anderer will es wirklich, mit mir sprechen, so muss ich mit Erschrecken feststellen). „Für ein neues dialogisches Miteinander in der Kirche“ ist also noch nicht sehr ernst gemeint, leider! Ich bin offen und bereit, wo sind sie, die dialogbereiten Christenmenschen?

  • Angelika Oetken

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    „Am Opportunismus geht das echte Christentum zugrunde“

    Um das zu beurteilen, müsste man sich erstmal darüber einig werden, auf welcher Grundlage beurteilt wird, was das „echte Christentum“ ausmacht und was nicht. Michael von Faulhaber und seine UnterstützerInnen werden mutmaßlich auch für sich beansprucht haben, das „echte Christentum“ zu vertreten:

    ,„Als Vertreter der Bayerischen Kultusgemeinden werden wir nie vergessen, wie Sie, verehrter Herr Kardinal, in den Jahren nach 1933 mit einem Mut sondergleichen die Ethik des Alten Testaments von der Kanzel verteidigten und Tausende jüdischer Menschen vor dem Terror und der Gewalt geschützt haben.“‘
    https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_von_Faulhaber

  • Sir Sonderling

    |

    Werte Frau Oetken,

    ist es wirklich nötig, dass Sie versuchen, jedes Thema hier zu „kapern“ und in den Missbrauchskontext zu stellen?
    Ihre Mission in allen Ehren, aber das Leben besteht trotz allem nicht nur aus Untaten und Leid – und es wäre schön hier auch mal die Kommentare lesen zu können, ohne dass wie immer krampfhaft auf das Missbrauchsthema hingewiesen wird.

    Ich bin konfessionslos und äußerst kirchenkritisch. Nichtsdestoweniger halte ich Pater Clemens für jeder Ehrung würdig.
    Hier einen Zusammenhang zu sexuellem Missbrauch zu konstruieren, ist in meinen Augen grotesk. Und, falls der Zusammenhang nicht existieren sollte: was hat dann der Kommentar dann hier verloren?

    Servus,
    Sir

  • R.B.

    |

    @@Sir Sonderling,
    Ich lese die Texte von Frau Oetken immer wieder sehr gerne, weil sie nicht nur sehr gut geschrieben sind. Ich finde dass ihr Text hier schon ein wenig instrumentalisiert! Auch frage ich mich warum ihr Text eigentlich frei geschaltet wird, wurde.

  • Mathilde Vietze

    |

    Gott sei Dank gibt es auch in der katholischen Kirche nicht
    nur verbohrte Betonköpfe, sondern auch viele, die „über den
    Tellerrand“ hinausschau’n. Das war u.a. ein Grund, weshalb
    ich Mitglied von „pax christi“ wurde. Pater Clemens Habiger
    ist ein vorbildlicher Christ, einer, dessen Christsein sich nach
    der Lehre Jesu richtet und nicht nach dürren Paragraphen und
    Dogmen. Und ebenso hat der mutige Herr Probst die Ehrung
    verdient; das war eine kleine „Wiedergutmachung“ dafür, daß
    er von GLM von der Domkanzel herab diffamiert wurde.

  • Angelika Oetken

    |

    Ich halte das, was das Bistum Regensburg in seinen Presseerklärungen als „Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch und Straftaten körperlicher Gewalt“ bezeichnet und wofür ein Kuratorium gebildet worden ist, in das unter Anderem Alexander Probst berufen wurde, einer der beiden Preisträger, um den es oben im Artikel geht, für eine Inszenierung. Und zwar so lange, bis die Grundvoraussetzungen für seriöse Aufarbeitungsprojekte geschaffen wurden. Unabhängig davon, ob das durch die Diözesanverwaltung geschieht oder durch andere Stellen.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „R.B.:“ – Muß wohl RD erst bei Ihnen nachfragen, was freigeschaltet werden darf
    und was nicht. Das sollten Sie bitte auch künftig dem von mir sehr geschätzten
    Herrn Aigner überlassen. Er macht das ganz korrekt.

  • Herbert Turetschek

    |

    „Gott sei Dank gibt es auch in der katholischen Kirche nicht
    nur verbohrte Betonköpfe, sondern auch viele, die „über den
    Tellerrand“ hinausschau’n. Das war u.a. ein Grund, weshalb
    ich Mitglied von „pax christi“ wurde. Pater Clemens Habiger
    ist ein vorbildlicher Christ, einer, dessen Christsein sich nach
    der Lehre Jesu richtet und nicht nach dürren Paragraphen und
    Dogmen. Und ebenso hat der mutige Herr Probst die Ehrung
    verdient; das war eine kleine „Wiedergutmachung“ dafür, daß
    er von GLM von der Domkanzel herab diffamiert wurde.“
    Muss man da noch was hinzufügen?
    Natürlich ist das auch ein Missbrauchsthema – schließlich wurden wir geehrt!

  • Coffin Corner

    |

    Wie sagte es der Herr Generalvikar neulich: „Jeder hatte die Wahl.“

    Jeder hat die Wahl: Der Kapuzinerpater Habiger, Herr Probst , Bischof Müller, Bischof Voderholzer, die Herren Fuchs und Neck: Sie alle haben die Wahl.

    Einen Hinweis auf diese Ehrung sucht man jedenfalls auf der Internetseite des Bistums vergeblich.

  • Christian Feldmann

    |

    @ Angelika Oetken:

    Man kann natürlich jedem, der sich lernfähig und gesprächswillig zeigt, Steinmeier oder Gysi oder Özdemir oder Martin Walser oder Iris Berben oder, igitt, einem Kirchenmenschen, von vornherein Heuchelei oder tückische Strategien unterstellen – dann gibt es eben keinen Austausch und Dialog und keine Chance, etwas zu verändern und gemeinsam vorwärts zu kommen, und man kann sich misanthropisch-zufrieden zurücklehnen und stolz erklären: „Ich hab´s ja gewusst!“

    Natürlich hat Frau Oetken alles Recht der Welt, ihre Meinung zu haben und zu vertreten. Aber die armen Leser hier, die jetzt zum zweihundertfünfzigsten Mal manisch-obsessiv im unfehlbaren Predigtton erklärt bekommen, dass die Machtstrukturen der katholischen Kirche im allgemeinen und der Umgang mit den „Domspatzen“ im besonderen alle Falschheit und Gemeinheit und Ungerechtigkeit der Erde abbilden und beinhalten, dürfen doch wenigstens e i n m a l entnervt „Genug!!! Es reicht!!!“ schreien. Kaputte, um ein einziges Lebenstrauma kreisende, im eigenen immer gleichen Gedankenwirbel gefangene Seelen gibt es offenbar nicht nur unter missbrauchten Sängern und Seminaristen.

    Das kennen Sie doch? „An allem sind die Juden schuld … Dass der Schnee so furchtbar weiß ist / und dazu, was sagt man, kalt, / dass dagegen Feuer heiß ist / und dass Bäume stehn im Wald, / die Juden sind an allem schuld! / Wieso, warum sind sie dran schuld? / Kind, das verstehst du nicht, sie sind dran schuld!“ Und so weiter. Frei nach dem wunderbaren Chanson von Friedrich Hollaender (1931) wird uns die emsige Frau Oe. in Bälde verklickern, warum die Spargelernte in der Hallertau heuer vermutlich schlecht ausfällt oder der Jahn wieder mal verliert oder Schaidinger der falsche Ehrenbürger ist … Na klar, weil die „RK“ mit ihrem Muff der Jahrhunderte Felder und Fluren vergiftet und den Jahn-Spielern seit frühesten Kindergarten-Jahren das Selbstbewusstsein verkrüppelt hat und „christlichen“ Politikern von Kindesbeinen an Heuchelei und Ellbogengebrauch und Raffke-Mentalität anerzieht, jawohl. „Kind, das verstehst du nicht, sie sind dran schuld!“

  • Mathilde Vietze

    |

    Verehrter Christian Feldmann, Sie haben völlig recht! Nicht nur
    Ihnen und mir, sondern auch vielen anderen stößt die ewig
    gleiche Leier von Frau Oetken auf. Dabei hat sie doch selbst
    gepostet, daß ihre Probleme n i c h t von der Kirche kommen.
    Vielleicht hat die Ärmste im großen Berlin niemanden, mit dem
    sie sich aussprechen kann. Wollen wir beide sie mal unter unsere
    Fittiche nehmen und ihr ein persönliches Forum bieten???

  • Mathilde Vietze

    |

    Sehr verehrter und geschätzter „R.B.“ – Sie haben
    in Ihrem Beitrag d a s erwähnt, was gar nicht
    Gegenstand meines Kommentars war und –
    würden Sie bitte künftig meinen Namen
    r i c h t i g (also Vietze und nicht Fietze) schrei-
    ben). Vielen Dank und auch Ihnen ein Frühlings-
    wochenende mit viel Sonnenschein und geist-
    reichen Einfällen.

  • Angelika Oetken

    |

    @Christian Feldmann,

    warum beweist das Bistum Regensburg die Seriosität seines als Aufarbeitung deklarierten Projektes nicht einfach dadurch, dass es Standards einhält, die auf der Hand liegen?

    „1. Die zu Beauftragenden erklären sich vorab gegenüber ihren AuftraggeberInnen und der Öffentlichkeit zu etwaigen Interessenkonflikten
    2. Der Auftrag wird im Originalwortlaut veröffentlicht
    3. Auftraggeber und Auftragnehmer deklarieren explizit, wie sie den Schutz der Persönlichkeitsrechte der Menschen gewährleisten wollen, deren Daten oder Wissen im Zuge der Untersuchung genutzt werden“
    Quelle: „Kindesmissbrauch aufarbeiten – Von der individuellen zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit einem verbreiteten Unrecht“, Maren Ruden, Jörg-Alexander Heinrich, erschienen in der Zeitschrift „Trauma“, Heft 4/2016, S. 74 – 84, Asanger
    http://www.asanger.de/zeitschriftzppm/themenhefte/2016/heft-4-2016.php

    VG
    Angelika Oetken

  • Angelika Oetken

    |

    Liebe Frau Vietze,

    wie ich dem 2014 auf dieser Plattform erschienenen Artikel „Ich bin doch kein Mimöschen“ entnahm, haben Sie bis zu Ihrem Ruhestand 40 Jahre in der Stadtverwaltung gearbeitet und sich über einen langen Zeitraum in der Politik und bei der Katholischen Kirche ehrenamtlich engagiert. Vielleicht können Sie mir deshalb meine Frage beantworten:

    Wie hoch ist in Regensburg der Anteil Ehemaliger der Domspatzeneinrichtungen und deren Angehöriger bei den kommunal Beschäftigten und politischen Akteuren?

    VG
    Angelika Oetken

  • Nemo Udeis

    |

    Sie tuts schon wieder …
    Frau Oetken, es nervt einfach immer mehr, wenn Sie in Ermangelung Regensburger Orts- und Personenkenntnis immer wieder irgendwelche Querverbindungen konstruieren wollen. Ihre manische Spekuliersucht in dieser Hinsicht kann ich – wie wohl auch ziemlich viele andere in diesem Forum – nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen.

    Nota bene: Man gebe bei einer großen Suchmaschine „Angelika Oetken“ ein, und sehe mit Erstaunen(?) den ersten als Ergänzung angebotenen Ort …

  • Angelika Oetken

    |

    @Nemo Udeis,

    wenn Sie über die notwendigen Orts- und Personenkenntnisse verfügen, dann würde ich mich sehr freuen, wenn Sie die Frage beantworten, die ich an Frau Vietze gerichtet hatte.

    Wie hoch ist in Regensburg der Anteil Ehemaliger der Domspatzeneinrichtungen und deren Angehöriger bei den kommunal Beschäftigten und politischen Akteuren?

    Danke für Ihre Unterstützung!

    VG
    Angelika Oetken

  • hutzelwutzel

    |

    @Christian Feldmann zu Angelika Oetken:
    ————
    Ich stimme Ihnen zu, das sich jemand „lernfähig“ zeigen kann, auch die RKK könnte dies, wenn die denn wollte.
    In der Diözese Regensburg aber wurde bislang nicht besonders viel aufgeklärt, was die Mißbrauchsfälle anbetrifft. Dort gab es in Regensburg selbst diverse Kinder- und Jugendbetreuungseinrichtungen die geistlich-katholisch begleitet aufgefallen waren. Auch gab es kirchliche Wohnheime z. B. in Weiden in der Oberpfalz, die „sang- und klanglos“ (ist doch was Musik betrifft gar nicht die Art der Diözese ;-)) geschlossen wurden, welche aber ebenso von pädokriminellen Geistlichen „besucht“ wurden.

    Frage: War Pater Habiger vor seinem Austritt Mitglied der Kapuziner in Altötting?

  • hutzelwutzel

    |

    @Sir Sonderling | 28. April 2017 um 15:54 | #

    Werte Frau Oetken,

    ist es wirklich nötig, dass Sie versuchen, jedes Thema hier zu „kapern“ und in den Missbrauchskontext zu stellen?
    ——————-
    Habe ich da jetzt etwas nicht ganz verstanden? Bei der Preisverleihung gehts doch auch um den „Mißbrauchskontext“?
    Gegen was hat denn Alexander Probst sonst „Zivilcourage“ bewiesen?

    Ist ja eigentlich schon etwas traurig, dass man die Wahrnehmung berechtigter Interessen gegenüber einer vom Staat getrennten/ fernen Institution – oder sagen wir einem staatsfernen „Unternehmen der Weltanschauungsbranche? – als „zivil couragiertes Verhalten“ bezeichnen muß.

    Regelmässig treten hier bei anderen Unternehmen solche Institutionen wie die Verbraucherschutzverbände, Organisationen gegen den Unlauteren Wettbewerb, oder einfach nur Gewerbeämter auf den Plan.
    Dumm nur, dass in Deutschland Geistliche gleich welcher Couleur scheinbar Alles können, ohne dafür irgendeine Spezialqualifikation zu benötigen.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Angelika Oetken: Ich war 40 Jahre im Dienst der Stadt Regensburg und bin seit
    48 Jahren Mitglied der SPD. In der katholischen Kirche habe ich mich in der Pfarr-
    jugend der Gemeinde St. Albertus-Magnus engagiert. Leider wurde ich dort vom
    Pfarrer hinausgeworfen, weil ich in der SPD bin und dadurch die „Jugend verderbe!“
    Ihre Fragen kann ich leider nicht beantworten, weiß aber auch nicht, an wen Sie
    sie da wenden könnten.

  • MiReg

    |

    @ Angelika Oetken
    Schön zu sehen, dass zunehmend auch andere Poster Ihre Beiträge als entnervend empfinden. Es ist wirklich schwer auszuhalten, dass Sie nicht nur offenbar alles wissen, sondern bezüglich Regensburg auch viel besser wissen müssen. Das Megaphon aus Berlin spricht laut.
    Neulich hätte ich Sie in Regensburg gewünscht. Da hat mir doch glatt jemand die Vorfahrt genommen. Vermutlich ein katholischer Christ., Oetken, übernehmen Sie!

    Ansonsten @ all:
    Allein das hirnlose Thema „ein neues dialogisches Miteinander“ von Pax Christi zeigt doch schon deutlich, dass hier keine vrnüftige Konzeption im Vordergrund stehen konnte.

  • Angelika Oetken

    |

    Danke Frau Vietze!

    Ich bin voller Zuversicht, dass sich schon bald eine Antwort ergeben wird.

    VG
    Angelika Oetken

  • Angelika Oetken

    |

    @MiReg,

    verschiedene Pseudonyme lassen doch nicht automatisch auf unterschiedliche ForistInnen schließen.

    VG
    Angelika Oetken

  • Hanni Jander

    |

    Zu M. Vietze
    -habe ich mich in der Pfarr-jugend der Gemeinde St. Albertus-Magnus engagiert. Leider wurde ich dort vom Pfarrer hinausgeworfen, weil ich in der SPD bin und dadurch die „Jugend verderbe!“-
    Dies ist m.E. schon sehr verkürzt aus ihre Sicht dargestellt. Ich kenne diese Pfarrei trotz aller Probleme als sehr offen und jugendorientiert.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Hanni Jander: Sie haben völlig recht; ich hätte in meinem
    Kommentar mehr ins Detail gehen sollen. Ich bin inzwischen
    76 Jahre alt und die „Aktion“ fand in „grauer Vorzeit“ statt.
    Eine „fromme“ Dame hatte den damaligen Stadtpfarrer so-
    lange „bearbeitet“, bis er zur Tat schritt. Und dann hat die
    Pfarrjugendführerin, ein eingeschrebenes CSU-Mitglied,
    aus Protest über meinen Hinauswurf alles hingeworfen.
    Mit dem jetzigen Pfarrer ist allerdings eine neue Ära ein-
    geläutet worden und man kann sich in der Gemeinde
    wieder wohlfühlen.

  • Herbert Turetschek

    |

    „daß
    er von GLM von der Domkanzel herab diffamiert wurde“

    …und ich werde weiter diffamiert!

  • Angelika Oetken

    |

    „weiter diffamiert“: mögen Sie berichten, wie genau und von wem Herr Turetschek?

    VG
    Angelika Oetken

  • Herbert Turetschek

    |

    Gerne („mögen Sie berichten“),: Das gleiche, das auch Udo K. passiert ist (und wahrscheinlich vielen anderen). Ich habe mich Herrn Dr. Linder offenbart, ich habe mich RA Ulrich Weber offenbart, ich habe mich der MIM (Männerinformationszentrum für Männer in München) offenbart und nun bekomme ich Post von der Diözese Regensburg: „Nicht nachvollziehbar“! Was heißt das: Ich denke mir das alles nur aus, ich habe das aus dem Internet (eine Anschuldigung, die ich mir auch vorher schon so anhören musste), es ist meine Fantasie. Was nicht sein darf, das ist für die katholische Kirche einfach nicht, obwohl mich auch schon ein Domspatz anrief und mir bestätigte, Herr Mosignore hat öfter unter der Dusche Buben beschimpft wie mich: „So wäscht man sich richtig“ und dabei ist viel Seife in meinem Gesicht gelandet und ein Stückchen Seife (war es etwas anderes?!) in meinem Po. Aber es ist alles „nicht nachvollziehbar“ – super – so einfach ist es also für die Diözese Regensburg, für die rechte Hand des Bischofs dort. Ich kämpfe seit dem Jahr 2013 (und ich bin nur ein kleines Lichtlein; nicht sehr schwer misshandelt, und noch nicht lange dabei). Die anderen sind mehr betroffen, aber trotzdem betrifft es mich – wie ist es mit andern, Alexander P., der jahrelanges sexuelles Missbrauchsgebaren ertrug. Respekt vor jedem, der nicht zerbrach! Respekt vor den Kämpfern…

  • Magno Meier

    |

    Die Causa der Regensburger Domspatzen
    Angestoßen von Presseveröffentlichungen, sowie in Ettal und im Canisuis Kolleg sind die Untaten , welche an unschuldigen Kindern begangen wurden zu Tage getreten. Eine Welle der Erschütterung machte sich in der Republik breit. Katholiken, die immer noch die Opfer als Verräter bezeichnen,Andere , die glauben, für sich die Aufarbeitung für sich gepachtet zu haben. Und wieder Andere , die den elitären Filz, der in den Heimen der Domspatzen existierte rühmend in die Aufklärungsarbeit tragen zu müssen, wohl dem Nichts dazu gelernt zu haben und im Innigsten, doch ein ECHTER Domspatz zu sein . Leute, die meinen, nur Ihnen sei es so ergangen und damit gleich mit überworfenen priesterlichen Gewand ihr Cpoyright zu schützen. Menschen , die glauben nur sie haben oder besser nur sie sind die Aufklärung. Zu Betroffenen wird kein Kontakt hergestellt und was aus geheimen Verhandlungen durchsickert ist nur von der Presse zu erfahren. Moralisch gesehen , ein Armutszeugnis. Für den ECHTEN Domspatzen, ein gefüllter Pool des Elitären indem MANN, sich besser wie Cleopatra in Milch, in Ruhme baden kann. Es haben sich Menschen als Leidende hevorgetan, andere Mitleidende werden bei Kontaktaufnahme ignoriert, geschweige deren wird Meinung gehört.Abgelehnt und unerwünscht! Der Kuschelkurs mit der Diözese Regensburg geht weiter, wie es einst war. Plötzlich ein verständnisvoller aufarbeitungswilliger Diözesanbischof und einer Riege des Elitären die über 500 Geschädigte verhandeln. So wurde nie ein Gespräch mit mir gesucht, was ich auch jetzt nicht mehr will sowie ein freudloses Zusammenarbeiten einer Stelle , die neutral sein soll, jedoch die Neutralität damit unter Beweis stellt auf Mails nicht zu antworten. Die Aufarbeitung des Domspatzen -skandals, ein Film der sich in mir bis in die dortige Zeit zurück wirft und mir erkennen lässt, dass es einfach so war und immer so bleiben wird. Nur EINIGE, ehm. Domspatzen- eliten diktieren und die andere halten einfach die Schnauze. So kann ich Frau Oetken nur Recht geben..

  • Angelika Oetken

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    „Und wieder Andere , die den elitären Filz, der in den Heimen der Domspatzen existierte rühmend in die Aufklärungsarbeit tragen zu müssen, wohl dem Nichts dazu gelernt zu haben und im Innigsten, doch ein ECHTER Domspatz zu sein“

    Es wirkt sarkastischer als ich es meine, wenn ich Folgendes anmerke @Magno Meier: einen ECHTEN Domspatzen scheint zu kennzeichnen, dass er den Korpsgeist über alle üblichen Bedenken, Moral und Vernunft stellt. Und deshalb unterscheiden sich die verschiedenen institutionellen Tatorte kaum voneinander. Ettal, Canisiusschule, Aloisiuskolleg, Odenwaldschule, Leistungssport… im Hinblick auf ethische Kosmetik alle gleich.

    VG
    Angelika Oetken

  • Herbert Turetschek

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    „im Hinblick auf ethische Kosmetik alle gleich.“ von Frau Oetken.
    …zuschließen, wäre die logische Konsequenz!

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