Als Großinquisitor nach Rom

Herr Müller ist befördert worden

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Bischof Müller geht nach Rom und das Bistum lädt zur Pressekonferenz. Ähnlich muss es bei einer Audienz von Ludwig XIV. zugegangen sein.

Seit heute befindet sich Regensburg im „Ausnahmezustand“. So nennt Michael Fuchs, ehemals Generalvikar, nun Prälat, die Zeit der „Sedisvakanz“, die Zeit einer Diözese ohne Bischof, das Warten, „bis ein neuer Bischof von der Diözese Besitz ergreift“. Am Montag Mittag ist Gerhard Ludwig Müller vom Papst offiziell zum neuen Großinquisitor („Präfekt der Glaubenskongregation“) ernannt worden. Er geht nach Rom – die Schäfchen in der Diözese sind ohne Hirten.

In den Räumen des Bistums in der Regensburger Maxstraße wartet die Schar der Journalistinnen und Journalisten angespannt, fast andächtig darauf, dass er kommt – Müller – und seinen Wechsel nach Rom persönlich verkündet. Allein: Herr Müller ist bereits am Vortag abgereist. Und so bleibt es Fuchs und Müllers Pressechef Clemens Neck vorbehalten, dem Medienauftrieb Rede und Antwort zu stehen und davon zu berichten, dass Regensburg „einen großen Hirten und leidenschaftlichen Seelsorger“ verliere.

„Herr Generalvikar, pardon Herr Prälat…“

So eine Beförderung bringt einige Titeländerungen mit sich und so kommt es immer wieder vor, dass die Fragesteller sich in der Aufregung verhaspeln, während sie Informationen aus dem um die Wette strahlenden Duo locken wollen. „Herr Generalvikar, pardon Herr Prälat Fuchs, wie hat Bischof Müller, pardon, Erzbischof Müller, die Nachricht denn aufgenommen?“ „… wie läuft so ein Umzug denn praktisch ab?“ „… wie viele Sprachen spricht der Herr Erzbischof eigentlich?“ „… wie läuft so ein Umzug praktisch ab?“ „… wie muss man die Berufung des Herrn Erzbischofs denn theologisch bewerten?“ „Und, nicht wahr, da muss ich jetzt schon dran erinnern, Erzbischof Müller ist ja nicht nur Deutscher, sondern mindestens ein halber Bayer.“

Fragen über Fragen, die die Journalistenherzen da bewegen und die Michael Fuchs Huldigungen gleich entgegen nehmen darf. In der letzten Reihe warten bereits – zunehmend ungeduldig – die Repräsentantinnen und Repräsentantinnen und Repräsentanten der katholischen Laienverbände, um endlich ihre Glückwunschtelegramme für Herrn Müller in die Mikros und Federn plaudern zu können.

„Zeit, dass er weg kommt.“

Dass Müllers Abberufung nach Rom beim Otto-Normal-Katholiken auf der Straße vielfach für Aufatmen sorgt – das kann man zwar zeitgleich zur Pressekonferenz bei einer (nicht repräsentativen) Umfrage im Bayerischen Rundfunk hören („Zeit, dass er weg kommt.“ „Wir sind froh, dass er weg kommt.“ „Ich werd ihn nicht vermissen.“) diesen Umstand vor Ort zu thematisieren, wagt am Montag keiner. Geschweige denn, darüber zu reden, dass wohl kein Bischof kaltherziger mit Missbrauchsopfern umgegangen ist wie der hier Gelobhudelte und sein Führungsstab, der sich da vorne feiern lässt und über Müllers tätige „Caritas“ (Nächstenliebe) schwadroniert. Schnee von gestern. Wie eine Bilanz der zehnjährigen Amtszeit Müllers in Regensburg aussehen könnte, dazu wissen Herr Fuchs und Herr Neck am Montag noch nichts zu sagen. Er habe auf jeden Fall „sehr stark die Nähe zu den Menschen gesucht“, meint Clemens Neck. Ob er sie jemals gefunden hat? In den nächsten Tagen werde man dazu Texte und Bilder zur Verfügung stellen, „bei denen Sie sich gerne bedienen können“.

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Kommentare (55)

  • Veronika

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    Heißa, ich bin die Erste, die hierzu etwas kommentieren darf!
    Herr Aigner & Team: Respekt, denn Sie können es sich jetzt „ins Stammbuch schreiben lassen“ (O-Zitat vom jetzigen Papst und vormaligen Kurienkardinal J. Ratzinger), dass Sie mit einem leibhaftigen Präfekten der Glaubenskongregation vor Gericht gezogen waren, und dies ganz ohne Rauchschwaden wie einstmals bei der Inquisition überlebt haben! ;-)
    Wieso wohl wird der Herr Erzbischof noch als Bischof in aller Herrgottsfrühe das Weite – den Weg nach Rom – gesucht haben, anstatt die Berufung im Kreise seiner Lieben und Vertrauten entgegen zu nehmen? Es wird gemutmasst, dass Prof. Josef Kreiml (geb. in Wolkering) Nachfolger auf dem Regensburger Bischofsstuhl werden soll. Gibt es dazu schon etwas Konkretes! Jubilate Deo!

  • Justus

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    Wir freuen uns auf Gänswein!

  • mkveits

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    Nach unbestätigten Berichten soll das Auf- und Ausatmen der Schäfchen in der Domstadt dazu geführt haben, dass sich das Luftgemisch in der Altstadt nachhaltig verändert haben soll, so dass sich die Frage, wie man richtigerweise mit der (noch fehlenden) Umweltzone umzugehen habe, von alleine in Erinerung ruft.

  • bernd

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    So einen kann man eigentlich nur mit nem Tritt in den Arsch befördern, alles andere wäre unter der Würde der übrigen Menschheit

  • glänzend

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    Juhu Müller geht,
    nein, anders: juhu, der Birnbaum bleibt… jedenfalls großer Jubel in Regensburg.

  • Leberkas

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    „Gott sei Dank“ sind wir diesen geistigen Brandstifter los.

  • Dompropst a. D.

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    Ich gratuliere den RegensburgerInnen und dem Birnbaum von Bischof Senestrey! Zu Jo Kreiml, derzeit scheinbar in St. Pölten fällt mir nur eine verbindende, justiziable Story vom Anfang der 1990er Jahre ein. Damals war ein Prof. Hubert Ritt Geistlicher in Wolkering, und Kreimls Vater Finanzchef der Gemeinde.

  • Sir Sonderling

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    Haha, da jubeln sie, die Katholiken.
    Als ob keiner kapiert, dass so eine Person in noch prominenterer Stellung den Besitzvermehrungsclub der Pfaffen (in dem sie sich als gewinnbringende Schäfchen brav einreihen) noch weiter in Abseits treibt. (Wofür ich ihm durchaus dankbar bin)

    Da wird’s nix mit Eurem Seelenheil, denn Euer Herr Jesus wird schon lange nichts mehr mit Eurer Organisation zu tun haben wollen. Dann heissts: leider aufs falsche Pferd gesetzt – und dank der Weigerung die Augen zu öffnen bis zuletzt dran fest gehalten. Ab nach unten, zum Sparifankerl!

    Es gibt nur eine Rettung: austreten. Dieser Club hat nichts, aber auch gar nichts mit Spiritualität zu tun. Es geht um Macht und Geld, und wer Kirchensteuer zahlt ist Sponsor des Systems und dadurch Mittäter .

  • Luchs

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    Schwierig, eine solche Personalentscheidung zu bewerten. Oder, wie man in Teilen der katholischen Jugendarbeit sagt: “ Man steckt nicht drin…“

  • Bernhard Segerer

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    Also wir sind ihn los – aber ob er da wo er jetzt hinkommt nicht noch viel größeren Schaden anrichten kann, diese Frage drängt sich schon auf. Vielleicht hätten wir zum Wohle der restlichen katholischen Christenheit dieses Kreuz lieber noch ein bisschen länger tragen sollen?

  • Weichserradi

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    Rom – herzlichen Dank – hoffentlich wird es wieder menschlicher im katholischen Regensburg – schon lange nicht mehr so eine gute Nachricht gehört.

  • Frost

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    Gerhard Ludwig Müller zum Präfekt der Glaubenskongregation ernannt.
    Herr Aigner jetzt können sie sich warm anziehen, oder sind Sie ungläubig im Sinne der r.k. Kirche?

  • walter

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    Lest bitte meinen Beitrag in der Rubrik „Ins Genick gewichst“! Heute verfasst

  • Keyser Söze

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    Regensburg atmet auf – der Päderasten-Protektor wird nach Rom abgeschoben! Hat ja schon mal ganz gut geklappt mit dem Erzbischof von München und Freising. Der wurde dann auch erstmal Präfekt der Glaubenskongregation.

  • Alexander Gruber

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    ER WAR MIT ABSTAND DER BESTE BISCHOF, DEN REGENSBURG JE HATTE. Ich bin begeistert, dass er befördert wurde!!! Die Integrität der katholischen Moral ist bis auf weiteres gesichert. Herr Aigner, stellen Sie schon mal den Champagner kalt!

  • Die Beobachterin

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    Herr Müller ist nun befördert worden und hat sich auch schnell aus dem Staub gemacht, also hat er sein Ziel erreicht.

    Nun wünsche ich mir, dass hier in Regensburg wieder menschlicher wird unter den Christen und dass die Missbrauchsopfer – Achtung, Respekt, Aufarbeitung, Klarheit und auch Menschen finden, die ihnen beistehen, so dass die Wunden wirklich heilen können.

    ES wird Zeit, dass da auch wieder Zeichen gesetzt werden, damit sich die Menschen auf der Ebene wieder wohler fühlen.

    Herzliche Grüsse

    Die Beobachterin

  • Rudi Grünwald

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    @Alexander Gruber

    Relativ gesehen, d.h. in Verhältnis gesetzt zu den Bewohner im Gebiet des Bistums in Regensburg:

    Wenn Sie alle lokalen Freunde des neuen „Erz“Bischofs einladen, reicht da ein „Piccolo“, sparen Sie sich den Champagner, denn da bleibt Ihnen zu viel übrig, es wäre schade drum!

  • Veronika

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    @Alexander Gruber:
    Da ist Ihnen insofern zuzustimmen, als sein Vorgänger gleichen Familiennamens – ausser mit der Bischofsgruft und dem Schwimmbad – wirklich nicht besonders aufgefallen war. Allerdings hätte ich mir bei der Klärung der Missbrauchsfälle – ein Abschlussbericht fehlt ja immer noch – mehr Offenheit gewünscht. Wünschen wir S.E. einmal, dass weitere Vatileaks-Dokumente auf sich warten lassen.

  • peter petry

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    Gott sei Dank, ist dieser menschenverachtende Typ weg !!!

  • Gondrino

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    Das haben die Italiener nicht verdient!

  • Hurra! Wir sind Glaubenskongregation!

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    […] gibt es z.B. beim Lokalblog Regensburg Digital (“Herr Müller ist befördert worden”) nicht nur lobenswerte Worte für Herrn Müller (diplomatisch formuliert). Und das liegt sicher […]

  • stefan

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    gott sei dank is der überdtudierte weg und in rgbg kann man wieder ruhigen gewissens in den dom gehen

    hoffentlich wird der nächste bischof ein bischof der bürger und nicht wieder ein überstudierter wie der jetzige es war

  • Andreas Schmal

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    Die Bilanz von Bischof Müller war sicherlich gemischt. Als Atheist oder als „normaler, schlichter“ Kirchengänger hatte man doch eh keine Probleme. Als aktiver Laie, nun ja, da hatte man sich wohl den falschen Verein ausgesucht.

    Schade fand ich, dass Bischof Müller bei der Aufarbeitung der Mißbrauchsfälle versagt hat. Mit klaren Worten hätte er hier kurz und knackig Stellung beziehen können und sich, der Kirche und vor allem den Opfern viel Gutes tun können.

    Nicht vergessen sollte man aber, dass er im Vatikan auch für die Piusbrüder zuständig sein wird und das wird denen wohl keinen Spass machen. Auch gegen Nazis kamen von ihm immer sehr klare und unzweideutige Kommentare (was u.a. die CSU nicht immer gefreut haben dürfte). Er kennt auch die Befreiungstheologie (was vielen im Vatikan nicht gefallen dürfte).

    Und mir gefiel (als Atheist und Nichtbetroffener), dass er ein klarer Dogmatiker war. Das ist eine wohltuende Abwechslung gegenüber dem allgemein verbreiteten Mimimimi Kumbaja Image der katholischen Kirche. Protestanten sind nunmal Heiden :-)))))

  • habemusmamam

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    @Gruber: Das zu beurteilen angesichts Ihrer recht geringen Lebenserfahrung – im Vergleich insbesondere zur Zeit, die das Bistum schon existiert, in meinen Augen Hybris, eine der sieben Totsünden.

  • Wolfgang

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    Nicht vergessen:

    „Die Schweine werden ausgetauscht, der Saustall bleibt der Gleiche!“

  • Dompropst a. D.

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    Ich wollte aufgrund der neuesten Entscheidung für den Diözesanadministrator nur noch einmal darauf hinweisen, dass ich wieder „im Spiel“ bin. Wäre auch noch schöner gewesen, schliesslich weiss mein „alter ego“, der ja lange Zeit GV war, um Ritt, Kreiml, die „Wolkering Ltd.“ und auch ein Kobold (nicht der Schirm oder der Staubsauger) soll aufgefallen sein. Wie sagt Alfons immer: Schwoam ma’s obi!

  • antrax

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    Rache für die EM-Niederlage …. Gerhard Ludwig kommt nach Rom.

    ;-))

  • Alexander Gruber

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    Es stimmt doch: Die Kirche wird mit Dreck beworfen. Da hat Müller schon recht. Ich hätte einen guten Vorschlag für die Nachfolge von Müller in Rgbg: Walter Mixa

  • Mathilde Vietze

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    Alle ernstzunehmenden Katholiken atmen auf, wenn Müller
    endlich weg ist. Professor Küng, einer der größten Theolo-gen unserer Zeit hat ihn als „bornierten Scharfmacher“ be-
    zeichnet. Dem kann ich nur voll zustimmen.
    Und – für den Schaden, den er im Bistum angerichtet hat,
    wird er jetzt von Rom belohnt!

  • Aufklärer

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    @Alexander Gruber
    Wer soviel „Dreck“ öffentlich abgeladen hat wie der ehemalige Bischof Müller, der muß sich nicht wundern, wenn das irgendwann mal wieder zurückgeflogen kommt.

    Im übrigen:
    Jetzt sitzt doch endlich mal der richtige Mann auf dem richtigen Posten. Man muß sich nur die Historie seiner neuen „Behörde“ ansehen. Der neue Name „Glaubenskongregation“ sollte ja nur die schlimmen Taten dieser Einrichtung aus den vergangenen Jahrhunderten vergessen machen. Dem Rechtsverständnis des ehemaligen Bischof Müller kommt beispielsweise ein Verfahren wie es einst gegen Galileo Galilei geführt wurde weitaus mehr entgegen, als seine Vielzahl verlorener Prozesse vor deutschen Gerichten.
    Und den Jublern unter den Kommentatoren noch eins:
    Denkt an das alte Sprichwort „es kommt nix bess’res nach“.
    Immerhin hat Josef Ratzinger jetzt ein Jahr Zeit darüber zu sinnieren, wen er den Regensburgern als Nachfolger vor die Nase setzen wird. Bis dahin … fröhliche Mutmaßungen

  • Alexander Gruber

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    Bischof Manfred Müller hat 2002 seine Diözese in keinem guten Zustand hinterlassen. Es herrschten Zustände wie in Sodom und Gomorrah. Die Priester, der BDKJ, die Lehrstuhlinhaber an der katholischen Fakultät machten, was sie wollten. Der neue Bischof musste mit zugegeben teilweise drastischen Maßnahmen wie der Pfarrgemeinderatsreform versuchen, das Bistum wieder unter bischöfliche Kontrolle zu bringen. Darüber hinaus war der Empfang des neuen Bischofs alles andere als herzlich, um es sehr vorsichtig zu formulieren.
    Es waren 10 selige Jahre der Züchtigung und es bleibt zu hoffen, dass G.L. Müller diese Politik in Rom für die Kirche weltweit fortsetzt.

  • Rudi Grünwald

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    @Alexander Gruber
    >Es stimmt doch: Die Kirche wird mit Dreck beworfen. Da >hat Müller schon recht. Ich hätte einen guten Vorschlag >für die Nachfolge von Müller in Rgbg: Walter Mixa

    Das macht die Kirche schon selber, nur sie sieht es nicht mehr.

    Ist der Vorschlag (Mixa) nun Ihr Sarkasmus, Ihr Zynismus oder Ihr Ernst?

    Was wollen Sie mit so einem Vorschlag erreichen,
    ausser etwa auf einer CSU-Schleimspur nach oben befördert zu werden?

    Nach den 10 Jahren Stillstand, bzw. Rückwärtsgang, hätte Regensburg wirklich einen jungen Bischof verdient, der das Bistum mal wieder vorwärts bringt.

    „Er erwarte, das man sich gemeinsam der Frage zuwende, warum in Regensburg – genauso wie in den Großstädten München – Nürnberg die Menschen den beiden Kirche ZUNEHMEND den Rücken kehrten.“ (Zitat ev. Regional Bischof Hans-Martin Weiss, MZ 03.07.12)

    Herrn Mixa gönne ich und viele Augsburger DEN harterkämpften Ruhestand :-) !

  • Alexander Gruber

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    @ Rudi Grünwald

    Wenn Sie unbedingt einen jungen Bischof haben wollen empfehle ich Franz-Peter Tebartz-van Elst.

  • Rudi Grünwald

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    @Gruber

    >Wenn Sie unbedingt einen jungen Bischof haben wollen >empfehle ich Franz-Peter Tebartz-van Elst.

    Welches Kraut haben Sie den heute geraucht?
    Wollen Sie das nicht mal absetzen?

    Ich kann gerne auf diese Vorschläge aus Ihrer
    Büchse der Pandora verzichten.

    Ein „Beamter Roms“ ist das letzte was Regensburg heute braucht: vgl.:
    http://www.kreuz.net/article.7823.html

    Wie wäre es mit einem Mensch mit Gefühl, lebend
    im Geist Christi, der bekanntlich die Schriftgelehrten aus der Synagoge vertrieb.

    Das ist doch viel besser als jemand, der die Buchstaben klaubt, und nun neuer „Inquistitor“ in Rom wird.

  • Veronika

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    Ihr mögt Euch ja wirklich!!! ;-)
    Gehts noch??? Mixa, Tebartz v. Elst. Noch ein Vorschlag: Den Imkamp von Maria Vesperbild habt Ihr glatt noch vergessen!
    Bei Gelegenheit mal dies
    http://www.kath.net/detail.php?id=37223
    lesen!
    Jetzt scheinen alle meine Mitschwestern und -brüder aber wirklich einen Sprung in der Schüssel zu haben. Ich schreibe nur: „katholiban“.

  • Veronika

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    Mal noch etwas ganz Provokantes:
    Wer sagt eigentlich, dass die Röm.-Kath. Kirche etwas so Besonderes ist, dass Jede/r in Deutschland dieser angehören müsste??? So bedeutsam ist das Ganze nun auch wieder nicht, denn wer nicht glaubt ist auch nicht allein, und wer glaubt, der kann von seiner Röm.-Kath. Kirche mitunter ganz schon „allein gelassen“ werden. Da schweben nämlich nicht nur Engelein rum!!!

  • habemusmamam

    |

    @Veronika: ??? Ihr letzter Kommentar liest sich so, als könne man nur in der rk. Kirche glauben. Das ist nicht provokant, sondern weltfrmd, ignorieren Sie doch andere in Deutschland existierende Glaubensgemeinschaften und diejenigen, welche zum Glauben keine Gemeinschaft brauchen. Bezogen auf ganz Deutschland sind die römischen Katholiken sogar in der Minderheit: lediglich 30,2% der Bevölkerung gehören dieser Glaubensgemeinschaft an!

  • teresa von avila

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    Die römisch-katholische Kirche wird viel zu sehr überbewertet. Diskutieren hilft in einer Hierarchie sowieso nichts. Ignorieren, austreten und weniger Geldmittel aufgrund weniger Kirchensteuerzahler dagegen schon…

  • Veronika

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    @habemusmamam: T’schuldigung, so wollte ich es nicht verstanden wissen, eher im sarkastischen Sinne! Wo kämen wir hin, wenn man nur in der RKK glauben könnte!!! Genau dies ist das Problem, dass dies einige Leute in Deutschland mittlerweile sogar für ganz Europa einführen wollen!

    Ach ja: Willy Imkamp wird als Nachfolger von GLM gehandelt:
    http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Chancen-fuer-Wallfahrtsdirektor-Imkamp-in-Regensburg-id20870711.html
    War dies nicht der, welcher zusammen mit I.D. beim Speisen sass und mit GLM verwechselt wurde, als B XVI. gerade in Berlin das Pontifikalamt zelebrierte?
    Hier: http://www.regensburg-digital.de/%E2%80%9Eden-falschen-dope-angedreht%E2%80%9C/25092011/
    Gegoogelt mit den Suchworten: Spiegel Berlin Papst GLM Wein.
    Ist das Internet nicht herrlich?!

  • PETER

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    Nach dem Kirchentagskommentar Bischof Müllers („parasitäre Existenzen“) hatte ich einen Leserbrief geschrieben (AZ Amberg) ,der mit der Bitte endete, Müller schnellstens nach Rom zu holen – dass meine Bitte so schnell „erhört“ wurde hätte ich nie gedacht. ;-)) – hier nochmal der Brief:

    Papst Benedikt erbarme dich…

    Von allen guten Geistern verlassen schien Bischof Müller während seiner bisherigen Amtszeit schon öfter gewesen zu sein – aber nun hat ihn wohl auch der Heilige Geist endgültig verlassen. Heißt es doch Galater 5, 22 ff: „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.
    Denn wie sollte es sonst zu erklären sein, dass dieser „Seelenhirte“ seinen „verbalen Kreuzzug“ den er seit Jahren gegen seine Kritiker führt, nunmehr nicht weiter tolerierbar eskalieren lässt, indem er sie pauschal als „parasitäre Existenzen“ herabwürdigt.
    Diese menschenverachtende Beleidigung ist ja nicht Müller´s Wortschöpfung, sondern wurde damals und heute von vorwiegend ultra-rechten Gruppierungen verwendet, um Menschen zu diskriminieren. Im 3. Reich waren es bekanntlich die Juden, Zigeuner, usw. die als parasitäre Existenzen galten, als Schmarotzer, die es nur wert sind, dass man sie vernichtet. Vor wenigen Jahren wurde in Pirmasens der Chef der Republikaner wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 3600.- € verurteilt, weil er einer Roma-Familie „parasitäres Verhalten“ vorgeworfen hatte – obwohl er „nur“ ihr Verhalten als parasitär kritisierte, sie aber nicht als „parasitäre Existenzen“ bezeichnet hatte…
    Besonders zynisch erscheint in diesem Zusammenhang Müller´s Begründung, dass sich die Menschen in diesen kirchenkritischen Gruppierungen ja nicht am Gemeindeleben beteiligen, bzw. in Pfarrgemeinderäten tätig waren oder sind – und „vergisst“ dabei wohl, dass ER stets radikal dafür sorgte, dass sie aus den Gremien „entfernt“ oder gar nicht erst hineingewählt werden konnten….
    Austeilen konnte Müller schon immer, aber einstecken wohl nicht, denn würde man ihn wegen seiner Äußerung mit seinem Namensvetter, dem evangelischen Reichsbischof Ludwig Müller (Chef der Deutschen Christen von Hitler´s Gnaden) vergleichen, würde er wohl sofort – wie schon öfter – mit einem Battalion teurer Rechtsanwälte beleidigt dagegen vorgehen…
    Aber solange Herr Müller noch unkritische Schäfchen in seiner Diözese findet, die meinen, sich mit einem demütigen Kuss seines Bischofsringes einen Platz im Himmel sichern zu können oder von seiner „Nähe“ zum niederen Volk beeindruckt sind, die er erst jetzt wieder durch sein Posieren als „Trainingsanzugs-Model“ unter Beweis stellte, wird sich wohl nichts ändern – es sei denn, Papst Benedikt hat Erbarmen mit seinen Katholiken und macht Müller zum Chef der päpstlichen Bibliothek. Dort kann dieser seinen Kampf gegen echte Parasiten in alten Kirchenbüchern fortsetzen ohne kirchenkritische Gläubige permanent zu frustrieren…

  • Müller

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    Eigentlich ist obigen eindeutigen Ausführungen Nicht mehr hinzuzufügen aber gestatten sie auch mir einen Beitrag:
    Er hat es zwar geschafft Kardinal zu werden als Belohnung für seine unermüdliche Vertuschung von Missbrauch hat er der katholischen Kirche Millionen gespart.
    Am Treffendensten hat seine Ernennung der berühmte Theologieprofessor Hans Küng kommentiert:
    „Als Pfräfekt der Glaubenskongregation ist dieser bornierte Scharfmacher fehl am Platz. Eine katastrophale Fehlbesetzung. Konflikte in der von Skandalen geschüttelten Kirche sind mit Müllers Ernennung vorprogrammiert.“
    Papst Benedikt XVI. holt sich den Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller auf den Posten der Glaubenskongregation.
    Als wichtigste Einrichtung im Vatikan ist sie Nachfolgerin der Heiligen Inquisition, die auch zur Zeit der Hexenverfolgung eine maßgebliche Rolle gespielt hat. Millionen unschuldiger Menschen wurden dabei grausam durch Verbrennen bei lebendigem Leibe ermordet. Auch ein Martin Luther stand als Ketzer vor dieser Inquisition.
    Bischof Müller gilt als Hardliner unter den Bischöfen. Selbst im „Münchner Merkur“ konnte man dazu lesen:
    „Grundlegende Reformen in der katholischen Kirche lehnt der 64-Jährige ab. Er ist strikt gegen Frauen im Priesteramt und gegen eine Lockerung des Zölibats. Gegenüber Kritikern nimmt er kein Blatt vor den Mund. Auf dem diesjährigen Katholikentag in Mannheim bezeichnete er Reformgruppen in der katholichen Kirche als „parasitäre Existenzform“, die selbst nichts zustande bringe.“
    Wichtige, innerkirchliche Gremien schaffte Bischof Müller auf dem Höhepunkt seiner bisherigen Karriere kompromisslos ab. Dekanatsräte wurden durch „passendere“ Personen ersetzt und nach seinen Wünschen ausgetauscht. Menschen aus seinem Arbeitsumfeld beschreiben ihn „als schwer berechenbar“. Dazu vermerkt der „Münchner Merkur“ in seiner heutigen Ausgabe:
    „So sieht er anders als viele seiner Bischofskollegen etwa beim Thema sexueller Missbrauch durch Priester keine Verantwortung der Kirche.“ – „Wir haben keinen umfassenden Missbrauchskomplex, sondern wir haben verteilt über Jahrzehnte Einzelfälle.“ (Originalton Bischof Müller)
    Solche Menschen braucht Benedikt jetzt, da er selbst massiv angeschossen ist. (Geldwäschevorwürfe seiner Vatikanbank
    Staatsanwälte ermitteln) Veröffentlichungen vertraulicher Internas etc.
    Wenn ihnen dies Alles zuviel wird, treten sie aus dieser maffiösen Vereinigung aus.
    W.Müller
    Dabei hatte gerade sein eigenes Bistum den Menschen verschwiegen, was im sogenannten „Riekofener Missbrauchsskandal“ unter den Tisch gekehrt werden sollte.

  • Veronika

    |

    @Müller:
    ‚So sieht er anders als viele seiner Bischofskollegen etwa beim Thema sexueller Missbrauch durch Priester keine Verantwortung der Kirche.” – “Wir haben keinen umfassenden Missbrauchskomplex, sondern wir haben verteilt über Jahrzehnte Einzelfälle.” (Originalton Bischof Müller)

    STIMMT! Bei allen diesen Einzelfällen – bei jedem Fall erneut, was mit der strafrechtlichen Vorsatzdefinition die Qualifizierung der Absicht aufsetzen dürfte – haben aber dieselben Leute (allesamt Geistliche!!!) über Jahrzehnte immer wieder geschwiegen. Ein Hirte, der sich für seine Schäflein nicht verantwortlich fühlt, ist doch wohl kein Hirte, oder?

  • Dompropst a. D.

    |

    Gott mit Euch! Keine Sorge, S.E. „Inquisitor“ hat in einer neuen Stellungnahme verkündet, dass Regensburg bald einen neuen Oberhirten bekommen, „die Entscheidung ist ziemlich leicht“. Dann kann endlich die schon lange notwendige „Neuevangelisierung“ beginnen! „Kreuzzüge“ durch Regensburg und ins Umland, um Alle wieder „katholisch“ zu machen.

  • jedermann

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    Ich bin weder Atheist, noch überzeugter Katholik. Aber ich bin, in meinem Sinn, gläubig.

    Den Abgang von GLM empfinde ich persönlich und auch für die Stadt Regensburg als gut.

    Ich werde GLM so wenig vermissen, wie den jetzigen OB, wenn er nach Ablauf seiner Dienstzeit, „Gott sei dank“, nicht mehr gewählt werden darf.

    Regensburg kann durch diese beiden Ereignisse nur profitieren.

    Für die Katholiken dieser Welt wird es aber eher ein Rückschritt sein, wobei ich in diesem Augenblick egoistisch bin.

    Was GLM hier in Regensburg hinterlassen hat, ist traurig genug. Wer ihm „nachweint“, sollte sich mit den Kindern, deren Eltern unterhalten, die von Priestern seiner Diözese mißbraucht worden sind und für die GLM bis heute nicht die den Mut, die Courage aufgebracht hat, sich zumindest zu entschuldigen.

    Ein Dogmatiker mehr in Rom. Schade um die katholische Kirche, der ich mit dem neuen 3ten Mann neben dem Papst noch weniger Chancen einräume.

    Aber, wie gesagt, ich bin an dieser Stelle egoistisch und freue mich, dass wir ihn loshaben.

    Ich bleibe bei meiner Einstellung:

    „Christus ja, Kirche nein!“, insbesondere, wenn Menschen wie GLM sich hinstellen und auf Biegen und Brechen ihre Dogmen „predigen“.

  • Barbara Junghans

    |

    Kurz nach dem Amtsantritt von GLM in Regensburg treffen sich zwei Pilgergruppen in Altötting. Die Regensburger verlassen die Wallfahrtskirche mit glänzenden Augen: „Wir haben dem HERRN gedankt, dass er uns so einen guten Mann als Bischof geschickt hat.“
    Auch die Passauer lachen und strahlen: „Und wir haben dem HERRN gedankt, dass dieser Kelch an uns vorübergegangen ist.“
    Ob der „bornierte Hardliner“, wie ihn Hans Küng nennt, tatsächlich der ehrlichen Überzeugung ist, er sein ein „Guter Hirte“ seiner Herde gewesen? Allein die Ereignisse in Riekofen sprechen denn doch sehr dagegen!

  • Kein Witz: Papst verklagt Titanic | Regensburg Digital

    |

    […] weltliche Gerichte bemühen. Zufall oder Vorsehung – auf jeden Fall weht bereits kurz nach der Ernennung von Gerhard Ludwig Müller zum Großinquisitor im Vatikan ein neuer Wind: Wegen „Verletzung der Persönlichkeitsrechte“ will Papst Benedikt […]

  • Irene Keidel Aparcev

    |

    Eine Ungläubige sagte am 20.11.2012

    Die katholische „Amtskirche“ sollte ohne wenn und aber zum Wohle der Katholiken abgeschafft werden.

    Von diesem Verein weiss doch Gott gar nichts.

    Wenn Jesus am Vatikan anklopfen würde, würde man ihm die Stalltür vor der Nase zuschlagen.

  • Angelika Oetken

    |

    Klaus Mertes meldet sich in den Medien zu Wort:

    „Veränderungen wären vor allem für die Prävention wichtig, umso mehr, als gerade die Kirche in Deutschland für Prävention seit 2010 sehr viel unternommen hat und ein gutes Stück weitergekommen ist.“
    http://www.jesus.de/blickpunkt/detailansicht/ansicht/jesuit-mertes-fordert-ruecktritte-auf-hoechster-ebene203401.html

    Insbesondere zielt Mertes auf Kardinal Müller ab
    http://www.presseportal.de/pm/66749/3264588

    Ob die jetzt wohl erstmal Gerhard Ludwig Müller abschießen wollen, weil man ihn für verzichtbar hält? Die Würstchendosenaffäre neulich wies ja schon in diese Richtung https://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/vermischtes-de-welt/kardinal-gerhard-ludwig-mueller-unter-druck-razzia-im-vatikan-d1076243.html

  • Angelika Oetken

    |

    Hier äußert sich Herr Müller konkret zur Rate an Tätern unter seinen Mitbrüdern
    http://www.br.de/themen/religion/missbrauch-kirche-priester-zoelibat-100.html
    (Bild 3)

    Experten wie Richard Sipe gehen davon aus, dass 6 Prozent der Priester pädokriminell agieren. Macht man sich klar, dass auch unter den in sexueller Hinsicht normalen Priestern nur eine Minderheit keine sexuellen Beziehungen zu anderen Menschen pflegt, kann man den Grad an Erpressbarkeit, den diese Männer besitzen ungefähr erahnen. Kein Wunder also, dass die fast alle dicht halten, wenn es um Missbrauch geht. Auch jene, welche gar nicht beteiligt sind bzw. nie auf die Idee kämen, Kinder oder Jugendliche sexuell auszubeuten.

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