Gedenkweg für die Opfer des Faschismus

„Jeder hatte die Wahl“

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Bemerkenswerte Rede von Generalvikar Michael Fuchs beim diesjährigen Gedenkweg für die Opfer des Faschismus. Leider fehlte die letzte Konsequenz.

Michael Fuchs (re.) konnte sich nicht dazu durchringen, auch die Wahl von Bischof Buchberger zu erwähnen. Foto: Werner

Michael Fuchs (re.) konnte sich nicht dazu durchringen, auch die Wahl von Bischof Buchberger zu erwähnen. Foto: Werner

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

Mit dem „Schwur von Buchenwald“, der anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers am 19. April 1945 verlesen wurde, schließt Luise Gutmann am Sonntag auf dem Dachauplatz den diesjährigen „Gedenkweg für die Opfer des Faschismus“. Und es würde die Anwesenden, die im Anschluss Beifall spenden und das „Lied der Moorsoldaten“ singen, wahrscheinlich überraschen, dass sie sich mit dieser Zustimmung ins Visier des Verfassungsschutzes rücken. 

Jener Schwur von Buchenwald stütze sich nämlich, so heißt es in einem Schriftsatz, den die Behörde anlässlich eines Verfahrens gegen ein Mitglied der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) geführt hat, auf die „kommunistische Faschismustheorie“. Und damit, so heißt es in diesem denkwürdigen Schriftsatz weiter, lehne jemand, der sich auf diesen Schwur berufe „also die ‚kapitalistische‘ mithin freiheitlich demokratische Grundordnung ab“.

Auch solche Geisteshaltungen, die immerhin von einer Behörde vertreten werden, die sich als „Verfassungsschutz“ bezeichnet, sind es, die aufzeigen, wie notwendig es ist, sich auch über 70 Jahre nach dem Ende des II. Weltkriegs an die Verbrechen während der Naziherrschaft zu erinnern.

„Der Weg hat das Ziel erreicht.“

Nach über 40 Jahren gespaltenen Gedenkens in Regensburg findet der Gedenkweg in diesem Jahr zum mittlerweile dritten Mal geeint unter Ägide der Stadt Regensburg statt. Mit Teilnehmern aus dem bürgerlichen Lager, die beiden großen Kirchen, über die Jüdische Gemeinde und Gewerkschaften bis hin zu linken Gruppen wie der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) und den Falken.

„Der Weg, einst eher als ‚Weg selbst das Ziel’“, habe nun doch dieses Ziel erreicht, sagt Hans Simon-Pelanda von der ArGe ehemaliges KZ Flossenbürg an der Gedenkstele für die Opfer des KZ-Außenlagers Colosseum in Stadtamhof: „Auch wenn die seit 35 Jahre beharrlich geforderte Erinnerungstafel am Gebäude selbst erst kommen wird, versammeln wir uns doch an einem Gedenkort.“

Warnt vor einem Verfälschen Glattbügeln der Vergangenheit: Hans Simon-Pelanda. Foto: Werner

Warnt vor einem Verfälschen Glattbügeln der Vergangenheit: Hans Simon-Pelanda. Foto: Werner

Gegenüber von jenem Gebäude, das in der kurzen Zeit seines Bestehens eine der höchsten Todesraten unter den Außenstellen des KZ Flossenbürg zu verzeichnen hatte und von dem aus rund 400 Gefangene in der Nacht auf den 23. April 1945 zum Todesmarsch getrieben wurden, warnt Simon-Pelanda aber auch. Die Vergangenheit dürfe nicht glatt gebügelt, relativiert oder gar verfälscht werden:

„Nicht verfälscht von jenen, die unreflektiert viele ‚Auschwitz‘ in der Welt entdeckt haben wollen, oder denen, die nicht müde werden, die vorbildliche Vergangenheitsbewältigung der Deutschen zu belobigen. Der Inhalt und die Lehre dieses Menschheitsverbrechens sollte auch nicht missbraucht werden, indem er ’sanft‘ zurechtgemacht und in uns genehmere Bilder ‚übersetzt‘ wird, ‚positive‘ Seiten anführt. Die Ermordeten und alle, die das Leben in den Lagern retten konnten, haben nie verstanden, warum immer neue Volten geschlagen werden mussten, immer neue Möglichkeiten der Darstellung des Geschehenen nötig sein sollten: Sie haben doch ihr Erbe tausendfach in Schriften, Interviews, Bildern und Kunstwerken an uns übergeben.“

In der bürgerlichen Mitte angekommen

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer versucht unterdessen in ihrer Rede eine Brücke in die Gegenwart zu schlagen, erwähnt die Türkei, die am Sonntag stattfindenden Wahlen in Frankreich und das generelle „Erstarken nationalistischer und ausgrenzender Kräfte“ in Deutschland und Europa. Schweigend verfolgt diese Ausführungen des derzeit amtierenden Stadtoberhaupts auch der derzeit suspendierte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, der ebenfalls zum Gedenkweg gekommen ist, ein paar Hände schüttelt und bis zum Schluss mit marschiert.

Nahm ebenfalls am Gedenkweg teil: Joachim Wolbergs. Foto: Werner

Nahm ebenfalls am Gedenkweg teil: Joachim Wolbergs. Foto: Werner

Eine politisch kontroverse Rede, solche gab es in den zurückliegenden Jahren regelmäßig beim Gedenkweg, muss Wolbergs in diesem Jahr nicht hören. Denn auch wenn es sich nicht in der Teilnehmerzahl widerspiegelt – zwischen 150 und 200 Menschen sind in diesem Jahr bei den einzelnen Stationen dabei: Der Gedenkweg ist in mancherlei Hinsicht in der bürgerlichen Mitte Regensburgs angekommen.

Die Qual der Wahl…

Zu einer durchaus bemerkenswerten Ansprache setzt Generalvikar Michael Fuchs vor dem Westportal des Doms an. „Haben wir eine Wahl?“, lautet die Frage, die er sich und den Anwesenden stellt. Es sei schockierend, wie sich viele Beamte und Bürger während der NS-Zeit verhalten hätten. „Doch sie hatten eine Wahl.“ Und dann erinnert Fuchs an den am 23. April 1945 hingerichteten Domprediger Johann Maier, der – wie alle anderen damals auch – eine Wahl gehabt habe.

"Bauen auf das 'Nie wieder'". Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Ilse Danziger bei der Baustelle für die neue Synagoge. Foto: Werner

„Bauen auf das ‚Nie wieder'“. Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Ilse Danziger bei der Baustelle für die neue Synagoge. Foto: Werner

„Er hat diese Wahl richtig genutzt“, so Fuchs, auch wenn sie für ihn den Tod bedeutet habe. Leider geht der Generalvikar nicht noch einen Schritt weiter und erwähnt auch den damaligen Bischof Michael Buchberger, der es vorgezogen hatte, eine andere Wahl zu treffen. Buchberger, der wie kaum ein anderer Kirchenhierarch das NS-Regime begrüßt hatte, sprang Maier nicht zur Seite, sondern zog es stattdessen vor, sich im Luftschutzbunker zu verstecken. Keinen Monat später instrumentalisierte Buchberger den ermordeten Domprediger, um seine eigenen NS-Verstrickungen zu überdecken.

Ein Gewaltapparat, der vor einer Person zusammenbricht…

Einen Bogen zu den Geflüchteten von heute schlägt DGB-Rednerin Katja Ertl auf dem Neupfarrplatz. Das individuelle Asylrecht sei eine der wichtigsten Lehren, die man aus Verfolgungen und Terror der NS-Herrschaft gezogen habe. Und ebenso wie jene Mitglieder der Neupfarrplatzgruppe sich aus unterschiedlichsten Motiven gegen Terror und Verfolgung gestellt und das zum Teil mit dem Leben bezahlt hätten, gelte es auch heute, menschenverachtende und ausgrenzende Ideologien zu bekämpfen.

Station im Minoritenweg bei der Gedenktafel für den ermordeten Zeugen Jehovas, Wolfgang Waller. Foto: Werner

Station im Minoritenweg bei der Gedenktafel für den ermordeten Zeugen Jehovas, Wolfgang Waller. Foto: Werner

Zu langjährigen Teilnehmern beim Gedenkweg zählen die Zeugen Jehovas. In diesem Jahr organisierte die Gemeinde im Vorfeld eine Ausstellung „Für das Leben“, in der Aquarelle und Zeichnungen der beiden KZ-Überlebenden Zeugen Jehovas Johannes Steyer und Heinz Tetzner gezeigt wurden. Für Hans Simon-Pelanda, Kurator der Ausstellung, ein Anlass, diese Opfergruppe noch intensiver zu erforschen:

„Ein Staat mit Machthabern, die von dem unbedingten Prinzip von Befehl und absolutem Gehorsam ausgehen, muss vor einer Glaubensgemeinschaft in die Knie gehen, die absolut unbestechlich ist, in der jeder einzelne sagt: ´Nein. Ich verweigere den Kriegsdienst. Wenn ich dafür erschossen werden muss, dann erschießt mich.´ In dem Moment ist der gesamte Gewaltapparat zusammengebrochen vor dieser einen Person!”

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Kommentare (12)

  • Mathilde Vietze

    |

    Ungeachtet mancher Unzulänglichkeiten ist doch das Wichtigste,
    daß munmehr alle (Parteien, Kirchen usw.) a n e i n e m S t r a n g
    ziehen und nicht wie in der Vergangenheit, jeder sein eigenes Süpp-
    chen kocht.
    Das war u.a. das Verdienst von Stadtdekan Roman Gerl, dem es
    u m d i e Sache ging und nicht darum, ob da „auch Kommunisten
    mitgehen.“

  • Mr. T

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    Das letzte Zitat ist hervorragend. Leider gab es zu wenig derartige Glaubensgemeinschaften.
    Auch gut, dass der Noch-OB da dabei war und mal wieder seine anständige Seite gezeigt hat.

  • Roland Hornung

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    Danke, Mr. T, auch ich finde es sehr gut, dass – als Privatmann – OB Wolbergs dabei war.

  • Kommentator

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    Dieser Pharisäer Fuchs hat tatsächlich die Chuzpe davon zu sprechen,die Wahl zu haben im Umgang mit seinen Mitmenschen.Er,der so viele Leute fertig gemacht hat,ehemalige Mitarbeiter und Domspatzen zum Heulen gebracht hat,in seiner perfiden und böswilligen Intention und entgegen seiner priesterlichen Berufung Leute regelrecht fertig macht,spielt sich jetzt auf als Hüter der Moral.Das ist ungeheuerlich.

  • joey

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    @Mr. T
    im Hinblick auf die konsequente Wehrdienstverweigerung muß man den ZJs grundsätzlich Anerkennung zollen. Allerdings wünsche ich mir keineswegs mehr Zeugen Jehovas. Deren Inhalte sind nämlich äußerst bedenklich, innerhalb der Sekte jede Menge totalitäres Verhalten.
    Was auch immer man oft der katholischen Kirche vorwerfen kann: bei den ZJs findet man davon noch viel mehr: Kindesmißbrauch, Homophobie, …

  • joey

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    „Jeder hatte die Wahl“
    Theoretisch ja. Man sollte aber (wie bei allen Angeklagten) prüfen, ob mildernde Umstände vorlagen.
    Für aktiven Massenmord gibt es keine mildernden Umstände, bewaffnetes SS KZ Personal war da freiwillig. Es war sicher auch niemand gezwungen, versteckte Leute anzuzeigen. Das betrifft dann die vielen Hausmeister, „aufmerksame“ Nachbarinnen…

    Nehmen wir aber mal einen Wehrpflichtigen, der enge soziale Bindungen hat: ein Familienvater, ein Ehemann, … irgendjemand, der liebt und geliebt wird, der für andere Menschen verantwortlich ist…: soll er sich erschießen lassen, weil er an einem verbrecherischen Krieg nicht teilnehmen kann – und seine Angehörigen in diesem Krieg allein lassen, ggf. unter Sippenhaft?

    Anderes Beispiel: Opposition innerhalb des Systems: Ist Sand im Getriebe nicht wesentlich schädlicher als sich sofort zu offenbaren?
    – Oskar Schindler (anfangs ein Opportunist) konnte so vielen Menschen das Leben retten.
    – Beim Massaker von Sant Anna di Stazzema gab es einen (unbekannten) SS Mann, der Kinder versteckte, statt sie zu erschießen. Diese haben so überlebt und können heute als Zeitzeugen berichten, was passiert ist.
    – der Oberpfälzer/Regensburger Jagdflieger Franz Stigler hatte den Auftrag, einen zurückgefallenen einzeln fliegenden Bomber zu erledigen. Als er sah, daß nur noch Verwundete und Tote an Bord waren, hat er „den Feind“ stattdessen zur Nordsee eskortiert und damit seine eigene Erschießung wegen Befehlsverweigerung etc. riskiert.

    Geschichte ist nur selten schwarz weiß, sondern grau in verschiedenen Schattierungen. Die Deutschen brachten offenbar viel zu wenig Sand ins Getriebe. Franz Stigler gehört aber eine Straße benannt, solche Gesten der Menschlichkeit können großes Beispiel sein. Beispiel für uns heute, die wir es wesentlich leichter haben, irgendwas zu verweigern oder einfach nur eine Meinung zu sagen.

    Übrigens: Johann Maier hat nicht den „Tod gewählt“: er wollte nur diplomatisch vermitteln. Das war mutig, richtig, und vorbildlich, aber keine heroische Selbstopferung. Ja, man soll ihm und vielen anderen gedenken.
    Das Gedenken an die Opfer des NS darf aber nicht benutzt werden, um eigene Positionen anzuhängen und politische Forderungen durchzusetzen. Das deutsche Asylrecht ist eine Reaktion auf die NS Zeit, aber die aktuelle Flüchtlingskrise hat andere Ursachen.

  • Mr. T

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    Klar, joey, die Zeugen sind nur in dieser einen Hinsicht vorbildlich. Ansonsten erspar ich mir jeden Kommentar über diesen Narrenhaufen.
    Irgendwann, hoffe ich, werden die Menschen mal rund um die Welt so weit sein, Militärdienste konsequent zu verweigern. Dann hätte sich der Blödsinn endlich erledigt. Aber dazu muss man erst mal anfangen und die Gegenseite dazu ermuntern, das auch zu erwägen. Costa Rica hat auch keinen Krieg mehr gehabt seit es das Militär abgeschafft hat (wobei es da noch Protektionsmächte gibt).

  • Mr. T

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    Das Heoisieren von Personen, die ein solches System gestützt haben, aber ein oder ein paar mal nicht ihren Mordbefehl umgesetzt haben, finde ich irgendwie daneben. Deswegen ist auch der Nazi Stauffenberg kein Held – Elser ist ein Held. Jeder Kriegsdienstverweigerer war mehr Held als ein Wehrmachtssoldat, der einmal absichtlich daneben geschossen hat. So lange das Verweigern die absolute Ausnahme war, konnte man das auch entsprechend sanktionieren. Hätte sich eine breite Masse geweigert, wäre das auch nicht mehr zwangsweise tödlich gewesen. Aber wieder einmal hätte jemand anfangen müssen und es hätten welche folgen müssen.

  • joey

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    @Mr.T
    San Marino und Vatikan haben auch schon lange keinen Krieg mehr geführt. Sie hatten aber auch keine Kraft, sich dem Faschismus militärisch entgegenzusetzen, mußten dulden, was die deutschen Truppen auf ihrem Staatsgebiet veranstaltet haben.

    Theoretisch haben Sie recht. Praktisch aber war 1939 eine organisierte Friedenskonvention nicht drin, die NS hatten vorher schon jeden verhaftet, der auch nur verdächtig war. Den vielen Uninformierten, Schleimern und Feigen (die es auch heute noch gibt), wurde der Angriff als Verteidigung (Sender Gleiwitz) verkauft. Chamberlain hatte 1938 versucht, einen friedlichen „Ausgleich“ zu finden, indem er die Tschechoslowakei nicht verteidigt/ausgeliefert hat.

    Unterhalten Sie sich mal mit Menschen aus Ex Jugoslawien. Die Ethnien hassen sich immer noch, warten darauf, bei den anderen endlich Rache zu vollstrecken, sie auszurauben, zu … Das Problem existiert noch. (Auch) Deutsche Soldaten mit Waffen sind dort Sicherheitsgarantie und offenbar wirksam.

  • Ronald McDonald

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    @ joey, 25.04.2017, 09:32h

    „San Marino und Vatikan … mußten dulden, was die deutschen Truppen auf ihrem Staatsgebiet veranstaltet haben“.

    Bitte schön, „joey“, was haben denn die „deutschen Truppen auf dem Staatsgebiet des Vatikan“ veranstaltet – vor dem „Unternehmen Alarich“ und während und nach dem „Fall Achse“?

    Damit hier beiderseits vom nämlichen „Staatsgebiet des Vatikan“ geschrieben wird, gucke hier: http://www.vatican.va/roman_curia/secretariat_state/archivio/documents/rc_seg-st_19290211_patti-lateranensi_it.html
    und da: http://www.verfassungen.eu/va/lateranvertrag1929.htm
    und auch da: http://www.vatican.va/news_services/press/documentazione/documents/sp_ss_scv/informazione_generale/extraterritoriale_it.html

    Bei diesen kriegsaktenkundigen „Staatsgebietsveranstaltungen“ auf vatikanischem Territorium ,
    gucke hier: https://de.zenit.org/articles/die-ewige-stadt-im-bombenhagel/
    und hier: https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article121531716/Wer-warf-die-Bomben-auf-den-Vatikan.html ,
    waren es die sonst üblichen Verdächtigen wohl nicht.

    Was weiß hierzu die apocalypsis civitatis vaticanae ioeynis an bislang Verborgenem im wörtlichen Sinn zu enthüllen?
    Oder rekurriert „joey“ auf die „Veranstaltungen deutscher Truppen auf vatikanischem Staatsgebiet“ in 1527?

  • joey

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    @ronaldmcdonald
    gut, da muß ich ein wenig korrigieren, fühle mich aber in der Grundaussage richtig: wer keine Kraft/Macht hat, kann auch nicht das Gute verteidigen.

    Die deutschen Truppen haben zwar das Staatsgebiet des VA nicht offiziell verletzt, aber eindeutig bedroht. Hätte der Papst offiziell Verfolgte aufgenommen, hätte man den Vatikan besetzt? Diese Frage bleibt offen, aber die praktische Wirkung auf die offizielle Politik des Papstes ist klar.
    San Marino hat sich auch nicht getraut, irgendeine Art von Widerstand zu leisten. Wäre ja Selbstmord gewesen.

    Alle „Kleinen“ (incl. Schweiz) haben sich lieber möglichst inaktiv verhalten, … geht schon vorbei, wird schon nicht so schlimm werden und so.

  • Fr. Streng

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    Die eigentlich bemerkenswerte an der Ansprache des Herrn Generalvikar Michael Fuchs ist doch, dass er die Anwesenden mit einer hochpolitischen Rede konfrontierte, die so manch andere in den Schatten stellte. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: eine konservativer Geistlicher liest den vornehmlich (alt)linken und bürgerlichen Teilnehmern die Leviten und übertüncht dabei die braunen Flecken seiner Institution und ihrer Führer (siehe Serie zu Bischof Buchberger). Wenn ich mich nicht getäuscht habe, waren fast keine Teilnehmer aus dem kirchlichen Umfeld auf der Demo, sprich der GV Fuchs nutzte diese, um seine katholische Propaganda für Kirchenferne auszubreiten. Auch eine Art von Gendenken.

    Wenn Fuchs schon von dem staatstragenden Verhalten viele Beamter schockiert ist, wie mag es ihm ergehen, wenn er zur Kenntnis nähme, dass Bischof Buchberger die Zeugen Jehovas schon vor 1933 mit dem Stempel „Kirchenfeinde“ der gesellschaftlichen Ausgrenzung und späteren Vernichtung anheim gegeben hat? Die Zeugen Jehovas waren tatsächlich die Gruppe, die am meisten von der Möglichkeit einer „Wahl“ Gebrauch machten und sich gegen das NS-Regime positionierten (deshalb ist das überhebliche Geläster einiger Foristen auch so unerträglich).

    Der Domprediger Johann Maier tat dies m.E. nicht, er dient Fuchs und der rk Kirche nur als Feigenblatt. Armes Regensburg.

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