Kommentar

Endlich ist er weg!

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Bischof Müller geht

„Na endlich!“, „Hurra, hurra! Halleluja!“ oder einfach ein schlichtes „Yes!“. So oder so ähnlich sahen Reaktionen aus, die bei uns in der Redaktion eintrudelten, seit am Freitag bekannt wurde, dass Papst Franziskus sich Gerhard Ludwig Müllers als Chef der Glaubenskongregation entledigt hat.

Mit den kolportierten Verwerfungen zwischen Papst und Müller rund um Glaubensfragen haben diese Reaktionen aber allenfalls am Rande zu tun. Es geht um Müllers Zeit in Regensburg und die Verwüstungen, die er hier hinterlassen hat.

Vor allem kommen die durchweg hocherfreuten Reaktionen von ehemaligen Domspatzen, die zunächst – als Kinder und Jugendliche – von Gewalt Missbrauch betroffen waren. Später von Müllers Verharmlosungen („Einzelfälle aus alter Zeit“, „Kampagne gegen die Kirche“ etc.), Drohungen und herzlosen Demütigungen.

Das alles geschah unter weitgehendem Schweigen der lokalen Eliten, die Müller auch noch einen fulminanten Abschied aus Regensburg bescherten. Dass es einen Paradigmenwechsel in Regensburg gab – hin zu Aufklärung und Dialog mit den Betroffenen – ist in erster Linie deren Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen, weitgehend ohne prominente Unterstützung, zu verdanken.

Ach Herrjemine, Herr Schmid!

Vor diesem Hintergrund ist es beschämend und heuchlerisch, wenn ein prominenter Vertreter dieser Eliten, der ehemalige Vorsitzende der bayerischen Laienvertretung Albert Schmid, sich nun kritisch über Müllers Entlassung durch Franziskus äußert und dessen Gebaren ob seiner Entscheidung als „autoritär“ bezeichnet. Ach Herrjemine. Angesichts von Müllers Verhalten in der Vergangenheit – als sein Wort durchaus Gewicht gehabt hätte – hatte sch Schmid, so wie viele andere, jedweder Kritik enthalten. Doch offenbar war (und ist) es Schmid wichtiger, einen Spezl im Kardinalspurpur zu haben, der sich auch mal zur Trauung des Töchterchens einfliegen lässt, als Werte wie Aufrichtigkeit Demut und Barmherzigkeit, die er als oberster bayerischer Laienvertreter wie eine Monstranz vor sich hertrug, tatsächlich zu vertreten.

Gelebt werden diese Werte von anderen. Zum Beispiel Alfred Gassner, Mitglied des Vereins Laienverantwortung e.V.., den Müller mit Beschimpfungen und Klagen überzogen hatte. Gassner persönlich zerrte der damalige Regensburger Bischof 2008 wegen eines Leserbriefs in der Mittelbayerischen Zeitung erfolglos bis vors Oberlandesgericht Nürnberg. Gassner schreibt uns in einem längeren Beitrag mit Blick auf Müller unter anderem:

„Nach seiner Pensionierung, aber vielleicht jetzt schon, wird es einsam um ihn werden und das wird ihn schmerzen. G.L. Müller als Seelsorger im Vatikan, wer kann sich das schon vorstellen? Ich meine, wir sollten trotzdem seinen Abgang aus sachlichen Gründen und ohne Schadenfreude feiern.“

Auch unsere Redaktion hat mit Herrn Müller manches Sträußlein ausgefochten. Und ich kann mich den Zuschriften früherer Domspatzen – durchaus schadenfroh – anschließen: Endlich ist er weg!

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Kommentare (122)

  • hutzelwutzel

    |

    Danke an die Redaktion, für diesen Bericht!
    So viel Ehre muß ihm, den „Streiter fürs Schweigen“ doch zuteil werden.
    Hat er doch meiner Meinung nach nur ausgeführt, was ihm von oben – sicher aber nicht von Gott – aufgetragen worden war.
    Filme wie „Spotlight“ (USA, Boston), aber auch die aktuelle Sache „Kardinal Pell“ zeigen, dass das Problem im System, bei der Kath. Kirche an sich zu liegen scheint.
    Ich revidierte sogar meine bisherige Ansicht, dass unser allerliebster ehem. Papst Benedikt XVI. jemals wußte worauf er sich einliess, als man ihm nahe mit dem Fortgang aus Regensburg ins, ihn weitaus weniger liebende München einen künftigen Papst-Posten angetragen haben dürfte.
    Er war der „Bücher-Ratz“, der nicht viel vom Leben der ihm Umgebenden wußte. Schon gar nicht was da in Regensburg bei den „Domspatzen“ und in anderen kirchlichen Heimen getrieben wurde.
    ER war das „Mittel zum Zweck“ die bayerischen Polit- und Kirchenkarrieren zu forcieren. Wer da alles „an die Macht gekommen“ war. Mir wird übel!

    Nun GLM nach Praha (CZ)?
    Nicht unmöglich, wenn man den mit Datum vom 26.04.2018 dem Papst gegenüber zu leistenden Amtsverzicht von Kardinal Duka bedenkt, und auch sieht, dass Müller Ende des Jahres 70 Jahre alt wird, also 2023 selbst auf das Amt des Primas von Böhmen verzichten mußte. Wer kommt dann nach? Vielleicht der dann (knapp) 65 Jahre alte, aktuelle BIschof von Regensburg?

    Wie sinierte schon Bischof Manfred Müller von Regensburg Anfang der 1990er Jahre in einer Maiandacht Brecht zitierend:

    „Am Grund der Moldau da wandeln die Steine … (…) das Große bleibt groß nicht, und klein nicht das Kleine (…)“

  • hutzelwutzel

    |

    Zu MdB a.D., in Personalunion langjährigst BAMF-Präsident muß ich doch noch mal.
    Lasst ihn doch. Er hat doch nur Angst, dass die von GLM gesegnete Ehe seiner Tochter nur mehr halb so viel wert sein könnte, wenn GLM wirklich vom Papst geschasst worden wäre.
    Denkt lieber mal daran, wie lange Deutschland nur mit Zuwanderung im Promillebereich zu kämpfen hatte, als Albert Sch. dafür zuständig war. Ganze Thronsaalbeleuchtungen gehen einem da plötzlich „auf“.
    Wir werden das Kind – von wem auch immer, und egal wie alt – schon schaukeln. ;-)

  • Herbert Turetschek

    |

    …aber Generalvikar Fuchs ist noch da und er bereitet mir arge Schwierigkeiten!

  • Brian

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    Always Look on the Bright Side of Life

  • hutzelwutzel

    |

    @Turetschek:

    Holla, da gibt es wirklich noch jemandem, dem GV Fuchs arge Schwierigketen bereitet?
    Fuchs ist doch ein „Lämmlein“, der nur das tut, was ihm aufgetragen wird. Nicht weniger – das hat man ihm beigebracht – aber auch nicht mehr. Ohne Lizenziat im Kanonischen Recht – Oder hat er das mittlerweile? ;-) – kann er einem richtig leid tun.
    Alle seine früheren Kurskollegen – bis auf einige Ausnahmen, also die Leute die nicht allzu sehr real „zu Kreuze kriechen“ wollten – sind beständig was geworden. Nur der Fuchs in der Fauna ist gefährlich (wenn er Tollwut oder den Fuchsbandwurm hat), nicht der Fuchs in der Niedermünstergasse in Regensburg. ;-)

  • joey

    |

    er war eben nicht so biegsam wie Marx, der erst mit klarer Kante ins Amt kam und nun sehr geschmeidig den neuen Papst umwirbt.

    Die Regensburg connection dürfte damit beendet sein. Wir sind nicht mehr Papst und auch nicht mehr Inquisition.
    GLM ist ja noch jung, vielleicht wird er ja noch was. Als Kardinal kann er ja noch zum Papst gewählt werden und dann endgültig…

  • El

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    A guade Ventilazione !

  • Haimo

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    Um mich Hr. A. Gassner anzuschließen und dabei sachlich zu bleiben, kann ich von vielen Vorfällen berichten, die mir während unserer Ehemaligentreffen zu Ohren kamen. Müller hat sich viel zuviel geleistet und unseren Kampf um Aufarbeitung nach Kräften behindert, aber die Regensburger mussten ihn andauernd ertragen. Jetzt würde mich persönlich interessieren wie sein Nachfolger zu ihm steht, er war ja sein Schüler und hat bis heute noch keine eindeutige Stellungnahme von sich gegeben. Vor allem was Fuchs betrifft, dessen zornig knallrotes Gesicht damals sogar die Farbintensivität seiner Kasperlhaube übertraf, als er das angebotene Flugblatt vor der alten Kapelle ablehnte das ich ihm letztes Jahr entgegenhielt (10. Jahrestag des Papstbesuches). Fast alle Bistumsangehörigen waren anwesend und wir wurden bei der Gelegenheit 40 Flugblätter los. Müller schlich sich damals durch den Hintereingang in den Dom.

  • Mathilde Vietze

    |

    Heiliger Vater, sei gepriesen, Du hast der Kirche einen großen Dienst erwiesen.
    Du hast bei Deiner Entscheidung richtig getickt und Müller in die Wüste geschickt.
    Denn der ist leider ein Kirchenmann, den man nirgendwo brauchen kann.
    Er ist sicher hochgelehrt, aber wegen seiner Arroganz von niemanden begehrt.
    Er hält sich für den Vorgesetzten vom lieben Gott; für andere Meinungen hat er
    nur Hohn und Spott.
    Der Vertreter jeder Diözese spricht: „Der hat schon in Regensburg genug Schaden
    angericht“
    Wenn der wäre in unserer Mitte, hagelte es zu Dutzenden Kirchenaustritte.
    Vielleicht wird für ihn jetzt ein neuer Posten geschaffen oder man tut ihn in den
    Urwald zu den Affen.
    Man könnte ihn auch in eine Bibliothek versetzen, da könnte er nicht mehr den
    Schnabel wetzen,
    sondern den ganzen Tag fromme Bücher studier’n und kein Bistum mehr ruinier’n.
    Zu seiner geistigen Erbauung aber lagert man nebenan ein,
    viele Fässer vom roten Wein.

  • Rosalia Genoveva

    |

    Mei, ich tät dem Gottesspezi Gerhard Ludwig Müller wünschen, dass er im Alter zu die Auersbacher Schwestern dürfte.
    Die haben sich damals mit die Biologiebücher-Gschichten so verdient gemacht für das Gottesreich!

    Wenn man das überall gmacht hätte, die Seiten über die Aufklärung mit Stumpf und Stiel rausreißen, gäbe es keine Missbrauchsprozesse nicht, weil dann wüssten die Opfer keine Worte, für das was mit ihnen geschehn ist, und dann könnten sie keine lästigen am Kleingeldsäckel der Kirche zupfenden Einzelfälle sein…

    Auf dass die echten Kämpfer für die wahre Lehre einander noch finden, so bitte ich dich, Herr! Amen.

  • Coffin Corner

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    Bedarf es der besonderen Erwähnung, daß im Orkus des Bistums Regensburg, respektive der Internetseite des Bistums noch auf der der Domspatzen , das Ereignis vom 30.6. bisher nicht erwähnt wurde ?
    (Und vermutlich auch so schnell nicht erwähnt werden wird.)
    Wenn sich Herr Neck eine Stellungnahme contra GLM herauswürgen würde, wäre das sein berufliches Ende.
    Wenn er sich eine Stellungnahme pro GLM herauswürgen würde, würde er vermutlich damit die Stimmung nur noch anheizen.

  • hutzelwutzel

    |

    Seid Ihr aber wieder gehässig! Einzig Frau Vietze nimmts gelassen mit einem hervorragenden Gedicht.

    Will Euch mal etwas aufklären, dass unter kath.net schon spekuliert wird wann Franziskus zurücktritt: http://www.kath.net/news/60153

    Ist ja schön, wenn sich Alles um die Kirche dreht, aber die Erde dreht sich immer noch um die Sonne. ;-)
    Also diesen aktuellen Papst als Unheil für die RKK zu bezeichnen ist schon beschämend. Er ist/ war Jesuit, und wäre er so dümmlich und machtbesessen wie man ihn hinstellt, hätte er das Militärregime Argentiniens – unter dem er lange Jahre Erzbischof war – nicht einmal eine Woche überlebt.

    Anders als GLM weiß er sich zu beherrschen, doch GLM sollte in Konfrontation mit den „Dumpfbacken in der Oberpfalz“ (O-Ton in einigen Kirchenkreisen ;-) ) zeigen, dass er für höhere Ämter geeignet ist. Hatte er doch gut gemacht, denn ca. 90% der Bevölkerung dieses Bezirks kümmert es noch immer nicht, dass die Mißbrauchsfälle – über Jahrzehnte begangen – noch immer nicht aufgeklärt sind.
    Nun ja, Jahrhunderte über 40 Klöster im Bezirk das prägt scheinbar auf weitere Jahrhunderte.

  • Oleg

    |

    Naja, der Müller hat sich wenigstens nicht verbiegen lassen und kroch jedem in den Arsch. Auch fand ich seine Erwiderungen zum Papst völlig angebracht.
    Er ist ein astreiner Theologe der die „Werte“ der Kirche kennt und verteidigt und das wohl am Besten von allen.

    Dies nur mal so von dieser Seite- völlig abseits von den Domspatzen oder der Glaubensfrage/ Kirche.
    Und nein, ich bin nicht sein Verteidiger, weder gläubig noch kirchlich aktiv, pädophiler oder sonst was- sondern einfach trockener Realist der nur seine letzte Tätigkeit bewertet ohne auch auf seine soziale Kompetenz einzugehen.

  • Lothgaßler

    |

    Ich würde mir wünschen, dass dieser Pseudowissenschaftler keine Geistesergüsse mehr publiziert. Das wird aber leider passieren, und dafür wird er leider wieder seinen Applaus bekommen. Kassiert dieser Kirchenfürst-Müller noch oder wieder Geld aus deutschen Geldbeuteln? Als Atheist wärs mir das arg zuwider.

  • Herbert Turetschek

    |

    „da gibt es wirklich noch jemandem, dem GV Fuchs arge Schwierigkeiten bereitet?“
    @hutzelwutzel
    Immerhin hat Generalvikar Fuchs meine Angaben als „nicht nachvollziehbar“ gebrandmarkt. Das steht nun im Raum und ich muss dagegen kämpfen (gegen was muss ich noch alles kämpfen, wenn einfach Dinge behauptet werden und ich kaum Gehör finde – außer in Regensburg Digital vielleicht).
    Für diese „Mächtigen“ ist es eben leicht und für uns Trostknaben ist es eben schwer, auch wenn es schon viel besser wurde. Aber: Weiter so, denn sie kommen immer weniger durch mit ihren falschen Angaben!

  • r.b.

    |

    Danke an die Redaktion, für diesen Bericht!
    Gott sei Dank ist dieser Kardinal Müller weg vom Fenster!
    http://www.br.de/nachrichten/papst-franziskus-kardinal-mueller-ruhestand-reaktionen-100.html
    @Turescheck
    Ja stimmt , der Herr Generalvikar Fuchs und der Pressesprecher Herr Neck sind immer noch da. Beide haben damals im Frühjahr 2010 mit dem damaligen Bischof Müller diese sogenannten Verzögerungen zum Thema Domspatzenmissbrauch ( Regensburg , Etterzhausen und Pielenhofen ) derart in die Wege geleitet. Jetzt nach 7 ‚Jahren ist das Thema immer noch nicht richtig erledigt und abgearbeitet.
    Auch sind einige viele von Informationen ( Verbindungen ) Betreff dem Fürsten von Thurn und Taxis zu den Regensburger Domspatzen auch immer noch nicht richtig aufgeklärt worden.
    Nicht schaumer mal , sondern der leitende Bischof Voderholzer muss jetzt bitte endlich im Bistum aufräumen und einige Themen auch richtig klar stellen.
    Laut einem Bericht vom Dezember 2016 hällt Herr Müller die Missbrauchsfälle bei dem Domspatzen für aufgeklärt. Wie kann er das jetzt behaupten, wenn es bis heute immer noch keinen Abschlußbericht gibt.

    Missbrauch bei Domspatzen
    Kardinal Müller hält Fälle für aufgeklärt
    Der ehemalige Regensburger Bischof und jetzige Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller hat den Vorwurf zurückgewiesen, die Aufklärung des Missbrauchsskandals bei den Regensburger Domspatzen verschleppt zu haben. Er habe „den Aufklärungsprozess initiiert“.
    http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/missbrauch-domspatzen-regensburg-kardinal-mueller-100.html

  • Angelika Oetken

    |

    @Oleg,
    ich kann die Freude und auch die Häme von Menschen nachvollziehen, denen Gerhard Ludwig Müller zugesetzt hat. Trotzdem möchte ich Ihren Einwand aufgreifen und in die Runde fragen, welchen Auftrag Müller eigentlich bekommen hatte, als er 2002 von Johannes Paul zum Bischof von Regensburg ernannt wurde?
    Wie hat Gerhard Ludwig Müller seine Zeit als Bischof von Regensburg verbracht:
    Als erstes hat er begonnen, die Laienräte zu entmachten, dann sich mit „Wir sind Kirche“ angelegt, Streit mit TheologInnen angefangen, versucht, kirchliche MitarbeiterInnen in ihren gesetzlich garantierten Rechten zu beschneiden, stritt mit der HU, führte Prozesse gegen MedienvertreterInnen, ging wegen eines Rechtsstreits mit einem Schriftsteller bis vor das Bundesverfassungsgericht. Nicht zuletzt: Gerhard Ludwig Müller behinderte die Aufklärung von Missbrauchskriminalität, die unter Verantwortung des Bistums verübt worden war nach Kräften, auf Kosten der vielen Opfer, aber auch der zahlreichen Mitbetroffenen. Die Wut auf diesen Mann kann ich mir erklären, wen ich mir das vor Augen halte. Die Erleichterung, dass er den zweithöchsten Posten im Vatikan nicht mehr inne hat auch.
    So viel Disput, so viel Energie hat GLM in Streitigkeiten investiert. Warum so viel Mühe? Aus Freude an komplexen Auseinandersetzungen größeren Kalibers? Oder hatte das alles einen tieferen Sinn? Was wäre eigentlich passiert, wenn Manfred Müller einen Nachfolger gehabt hätte, der genauso drauf war wie er? Was hätte sich dann für die Kirchenführung in Deutschland und auch in Rom geändert?

    VG
    Angelika Oetken

  • Angelika Oetken

    |

    Ob in Rom jetzt alles besser wird ist fraglich http://www.badische-zeitung.de/kommentare-1/der-belastete-chef-gehilfe–138846867.html

    Gerhard Ludwig Müllers Einsatz in Regensburg bewerte ich so:

    1. Ausgelöst durch den Fall des Eisernen Vorhanges musste der Vatikan Teile seines in Europa, insbesondere in Deutschland, noch genauer Regenburg gehorteten, mittels fragwürdiger Praktiken akquirierten Vermögens in Sicherheit bringen.
    2. Hierzu war es notwendig, den Einfluss von Laien zu beschneiden, Medien zu behindern und die Teile der Behörden vom Bistum fern zu halten, die nicht direkt kirchlichem Einfluss unterstanden.
    3. Dazu war ein Mann nötig, der jede Menge Streit schürt und Streitigkeiten aushält, um so potentielle Widersacher einzuschüchtern, die verschiedenen Gruppierungen zu spalten und so vom Eigentlichen abzulenken.
    4. Durch den Missbrauchstsunami kam die Sache ins Stocken. Nicht etwa, weil die Kirchenfunktionäre die Aufdeckung der Missbrauchsfälle gefürchtet hätten, denn schließlich waren die ein offenes Geheimnis, sondern weil sie entsetzt darüber war, welche öffentliche und politische Aufmerksamkeit und Unterstützung den Opfern zu Teil wurde. Das hätte nicht zuletzt in Regensburg für die Kirche ins Auge gehen könne. Wenn nämlich Behörden die Funktionäre, die Büros, die MitarbeiterInnen und die Banken der Diözese gefilzt hätten.

    In der Situation war GLM genau der richtige Mann. Zum Dank ließen ihn seine feinen Brüder und sein Chef jetzt fallen.

  • Mr. T

    |

    Oleg hat schon recht. Den Job, für den ihn Pepi Ratzinger eingesetzt hat, hat er sicher hervorragend erledigt. Ungefähr so, wie Reichhart sicher auch ein hervorragender Scharfrichter war. Das muss man aus der Sicht des Auftragsgebers und nicht der breiten Öffentlichkeit sehen. Den Job hat er ja nicht vom Bund für Geistesfreiheit bekommen.
    Aber warum sollte jetzt der Rudi aus dem Schatten vom GLM treten? Wenn er das täte, müsste er auch erklären, warum er sich vorher nicht rausgetraut hat. Und dann müsste er auch erklären, wer oder was ihn zuvor davon abgehalten hat. Eine Erleuchtung durch den heiligen Geist nimmt ihm auch in Katholikenkreisen keiner ab.

  • Herbert Turetschek

    |

    @ r.b.
    „Nicht schaumer mal , sondern der leitende Bischof Voderholzer muss jetzt bitte endlich im Bistum aufräumen und einige Themen auch richtig klar stellen.“

    Nicht meine Angaben sind „nicht nachvollziehbar“, sondern es ist nicht nachvollziehbar wie sich Herr Müller und Herr Fuchs verhalten haben (im Hinblick auf eine Versetzung eines Priesters, der auffällig geworden war, meine ich). Es ist eine Verunglimpfung, wenn behauptet wird, das wäre alles nicht nachvollziehbar, was ich bei Dr. Linder, Herrn Weber, bei der MIM in München und bei Herrn Scheulen angegeben habe, denn alles ist Wort für Wort so geschehen, wie ich es erzählte. Und üble Nachrede, ich wäre ein „Rabauke“ gewesen, und Verunglimpfung sind Gewalt und die Gewalt gegen die Trostknaben MUSS beendet werden und zwar sofort. Nicht wir schaden der Kirche, sondern die Kirche schadet mit ihren Verunglimpfungen uns Trostknaben!

  • hutzelwutzel

    |

    @Mr. T:

    Aber warum sollte jetzt der Rudi aus dem Schatten vom GLM treten?
    ————–
    Sie erlauben mit einem breiten Grinsen danach zu fragen, wo hier denn (noch) ein Schatten ist?
    Beide Personen sind „rundherum ausgeleuchtet“. Da ist kein Schatten mehr, nur noch die Frage wer hier eigentlich auf beide bestimmte Dinge projeziert hatte, und zu welchem Zweck dies geschah. ;-)

    Ich gehe mittlerweile wirklich nicht mehr davon aus, dass BXVI. einen der beiden „von Herzen“ in deren Ämter befördert hatte.

  • Angelika Oetken

    |

    Herr Turetschek,

    keine der von Ihnen aufgezählten Personen bzw. Institutionen ist unabhängig genug, um wirklich aufklären zu können, was geschehen ist. Offensichtliche und ggf. bestehende Interessenkonflikte wurden nicht ausgeräumt und das wäre wohl auch angesichts der Abhängigkeiten gar nicht möglich.

    Also wird es weitergehen wie gehabt. Die Betroffenen selbst klären auf, unterstützt von Mitbetroffenen, Whistleblowern, den Medien und der Öffentlichkeit. Und zwar so lange, bis die Verantwortlichen den letzten Rest an Vertrauensvorschuss verzockt haben. Traurig nur, dass es sich beim Projekt „Aufarbeitungssimulation“ nicht um ein Onlinespiel, sondern um bittere Realität handelt.

    VG
    Angelika Oetken

  • hutzelwutzel

    |

    @Herbert Turetschek:

    Träume darf man haben, Wünsche ebenfalls!
    Aber Sie träumen ein wenig viel wenn Sie erwarten, dass Bischof R.V. hier (jetzt) aufklärt. Hat er doch schon getan. Darüber gibt es sogar ein Buch von einem Betroffenen, Alexander Probst.
    Jetzt kommt noch mal in einer PK der Anwalt U.W. zu Wort, und dann ist – wie man in Bayern so schön sagt – „der Käse gegessen“.

    „Laßt die Toten ruhen, schadet Ihnen nicht. Das Geld ist längst im Bunker, verträgt kein Tageslicht!“ ;-)

  • Wolfgang

    |

    Der Vatikan will Müller nicht, die Regensburger und sein Gott auch nicht. Kein Wunder,
    gelle?

  • Rosalia Genoveva

    |

    Griaß Euch!

    Regts euch nicht auf, das ist keine Entlassung im Bösen, nur einige Monate Urlaub, damit er sich erholen und vernetzwerken kann, bevor er zum nächsten Papst gewählt werden soll…

  • Angelika Oetken

    |

    @Rosalia Genoveva,

    dass die Klerikader sich auf ihr Kerngeschäft besinnen wollen, wird ja häufiger gemutmaßt. Müller zum Papst zu wählen, würde den Prozess erheblich beschleunigen. Trump, Kim Jong und er könnten sich dann zum Palaver treffen: aber wer sollte das moderieren? Haben Sie zufällig einen Vorschlag?

    VG
    Angelika Oetken

  • Angelika Oetken

    |

    https://www.domradio.de/themen/vatikan/2017-07-04/jesuit-zollner-zur-rolle-seines-ordens-im-vatikan
    Jesuiten an der Spitze des Vatikan und jetzt gleich zwei. Ungewöhnlich. Der Jesuitenorden gilt nämlich als das MfS des Papstes. D.h. diesen Ordensbrüdern werden Schlapphutmethoden zugeschrieben. Ein Mitstreiter, eines der Opfer des vom Jesuitenorden getragenen Bonner Aloisiuskollegs, bezeichnet sie deshalb als „Helden auf Kreppsohlen“.
    „Jesuiten gelten, nicht zuletzt wegen ihrer exzellenten Ausbildung und ihrer strengen geistlichen Übungen (Exerzitien), als intellektuelle Elite und Avantgarde des Katholizismus“ behauptet Domradio auf derselben website im erläuternden Absatz links. Mir fiel an den Verlautbarungen der Jesuiten als Besonderheit auf, wie sie es schaffen, Seite um Seite zu füllen, aber nichts Greifbares, Überprüfbares und Substantielles zu hinterlassen. Vielleicht bin ich in intellektueller Hinsicht auch nur sehbehindert. Habe selbst lediglich ein Bauerngymnasium besucht und immer wenn ich zu meditieren versuche, schlafe ich gleich ein ;-)

  • hutzelwutzel

    |

    @Rosalia Genoveva:

    Sie meinen wirklich, dass GLM noch Papst werden könnte?
    Grundsätzlich schon, und er wüßte ja von seiner Tätigkeit als „Disziplinarvorgesetzter“ auch jede Menge Dinge über klerikale Dritte.
    Nur sind Sie so sicher, dass man über ihn nicht mindestens ebensoviel weiß, und noch mehr Angst hat was weitere Dritte über ihn wissen und vorteilhaft für sich gegen ihn verwenden könnten?

    So ein Papst wäre wohl der Alptraum für den Vatikan im Sinne der Verwirklichung des dritten Fatimageheimnisses, oder?
    Der Vatikan muß sich mit Sicherheit erst einmal von dem erholen was seit 2005 – einmalig seit Jahrhunderten – über den hereingebrochen war. ;-)

  • hutzelwutzel

    |

    Oder – vielleicht auch nur für die Redaktion und Recherchezwecke – ganz deutlich geschrieben:
    Sogar China, Russland, Saudi-Arabien und die Türkei würden sich GLM als Papst wünschen. ;-)

  • onki

    |

    @Mathilde Vietze
    dass ich von Ihnen einen Beitrag zum Knuddeln finde!
    …und das in diesem Leben, auf diesem Planeten?
    ich bin positiv erschüttert! ;-)

    Schön geschrieben!

  • Herbert Turetschek

    |

    „Regts euch nicht auf, das ist keine Entlassung im Bösen, nur einige Monate Urlaub, damit er sich erholen und vernetzwerken kann, bevor er zum nächsten Papst gewählt werden soll…“
    Mehr Kommentare von Ihnen, liebe Rosalia…
    Und was wird dann Generalvikar Fuchs? Bischof von Regensburg?

  • Rosalia Genoveva

    |

    @Herbert Turetschek
    „Und was wird dann Generalvikar Fuchs? Bischof von Regensburg?“

    Wenn man es logisch anschaugt, müsste er Kardinal für Kirchliche Erneuerungsbewegungen werden, mit einem Ernennungszwischenspiel als Bischof, weil so wie der die Kirche in Regensburg von Vergehen ausfegt, ist der schon einmalig.

    Als neue päpstliche Pressestelle könnte man das niedliche und harmlose kreuz.net oder kath.net nehmen. Da weiß man wo’s langgeht,

  • Rosalia Genoveva

    |

    Der Bonifaz möcht schon wieder was dazu sagen.
    Er weiß, dass der Papst konservative und modernere Bischöfe und Kardinäle in den Ruhestand gehen hat lassen, neulich.
    Also, egal was die denkt haben und wie schnell die noch waren beim Überlegen.

    Gesicherte Quellen haben von Insidern ghört, dass der Heilige Vater die Kurie mit Furie verjüngen will, vom wahrscheinlichen Durchschnittsalter jenseits der 108 Jahre, auf pubertäre 89.

    Ich mein aber, wenn jetzt die Jung-Greise das Reden kriegen, wer verteidigt dann nachher in der Zukunft glaubhaft noch altersstur die negativen Seiten von dem Werkl?

  • Angelika Oetken

    |

    Verstehe ich Sie richtig @Rosalia Genoveva: Sie meinen, hinter der Sache stecke „das Werk“?

    VG
    Angelika Oetken

    P.S. haben Sie schon mal vom Maronitenorden gehört?

  • Coffin Corner

    |

    @Herbert Turetschek
    GV Fuchs wird dann nach kurzem Zwischenspiel als Bischof von Regensburg der Leiter der Glaubenskongregation.
    Dieser Klerus ist ein Netzwerk von Männerfreundschaften geworden: Wie sonst hätte untragbar gewordene Müller jemals nach Rom kommen können ?

  • Herbert Turetschek

    |

    Liebe Rosalia, darf ich Sie zum Essen einladen? Kommen Sie? :) Zum Griechen, zum Italiener oder zum Spanier – köstlich!

  • Mr. T

    |

    CC, sie meinen also, da gäbs auch sowas wie ein conopeum pro cursus honorem? Wundern würds mich nicht …

  • Alois

    |

    Weg ist er, aber seine Bezuege aus den Bischofszeiten nahm er mit, angeblich bekommt er seitdem seine monatl. Bezuege weiter und nat. dann die kleine Beamtenrente sowieso, er war ja fleissig in Staatsdiensten, weiß da jemand näheres?
    Wie ist das wenn ein deutscher Bediensteter (Seelsorger)versetzt wird ins Ausland, kriegt er da Geld weiter vom deutschen Staat? Mir hats ein ehemaliger Pfarrer erzählt, die lügen doch nicht, oder?

  • hutzelwutzel

    |

    @Herbert Turetschek:

    Laden Sie Rosalia doch ins La Gond….ein. Da treffen Sie dann nicht nur Regensburgs SPD-Politprominenz, sondern traditionsgemäss auch Regensburgs kath. Klerikader. ;-)

    Fuchs im Vatikan?
    Das ist der Witz des Tages. ;-)

  • Norbert Steiner

    |

    @Alois:
    Die Bezüge als Kardinal erhält er aus dem Konkordat lebenslang, in etwa B11.
    Die Pension als Hochschullehrer wird ihm derzeit auch nach Rom überwiesen.
    Beihilfe gibt es auch, zusammen mit der LIGA.
    Die 300 qm große Wohnung in Rom ist frei; sie wird von der Kurienverwaltung gestellt.
    Die zwei Schwestern (Mallersdorf) werden -so bekannt- vom Kardinal gezahlt.

  • Vermuter

    |

    @ Norbert Steiner: Gab es beim Wechsel von GLM nach Rom eine Lex Müller? Ich habe in diesem Zusammenhang folgende Umstände beobachtet:

    1. GLM drohten bei seiner Entscheidung, in den Vatikan zu wechseln, erhebliche finanzielle Verluste. Als Präfekt der Glaubenskongregation hätte er aus dem Vatikantopf ohne Ausgleich aus Regensburg wohl geschätzt nur etwa ein Drittel seines Bischofseinkommens in Regensburg erhalten. Auch hätte er wohl verschiedene Sozialleistungen der Diözese (Beihilfe) verloren.

    2. Zunächst war wohl vom Ordinariat angedacht, den ausgleich aus dem Diözesanhaushalt als Ruhestandsbezüge zu deklarieren. Dagegen kam aber wohl aus dem Priesterrat Bedenken, da GLM mit seinem Weggang nach Rom nicht amtlich in den Ruhestand versetzt werden konnte.

    3. Man musste daher eine handfeste rechtliche Rechtsgrundlage schaffen und hat möglicherweise zu diesem Zweck im Amtsblatt 4/2013 (also schon unter der Egide von Bischof Voderholzer) eine neue Priesterbesoldungsordnung verkündet.
    Nach altem Recht (vgl. ABI 1998, 69-72 i.d. F. vom 31.12.2012) durften regulär aus dem Diözesanhaushalt wohl nur Priester Besoldungs- und Sozialleistungen beziehen, die in der Diözese selbst offiziell ordiniert (tätig und ansässig) waren. Aber diese Voraus-setzung konnte GLM mit seinem Umzug nach Rom ebenfalls nicht mehr erfüllen. Er konnte als Amtsträger im Vatikan nicht gleichzeitig Priester der Diözese sein.

    4. Deswegen wurde möglicherweise das Besoldungsrecht der Diözese im April 2013 so angepasst, dass künftig auch ehemalige Priester, die nicht in der Diözese ordiniert sind, dann aus dem Diözesanhaushalt besoldet werden können, wenn sie im Ausland seelsorgerisch tätig sind und ihnen schriftlich Zusatzleistungen zugesagt wurden (vgl. Art.1 Abs.1 Nr.3 der neuen Besoldungsord- nung. Diese Norm erhielt aber erst mit der Verkündung im Amtsblatt April 2013 Rechtskraft, als Müller bereits 9 Monate in Rom tätig war. In den Übergangsregelungen der Art. 24 bis 28 wurden die neuen Regelungen auch auf bestimmte Altfälle für anwendbar erklärt.

    5. Soweit ich sehe, gibt es eine ähnliche Regelung in keiner anderen
    deutschen Diözese.

  • Angelika Oetken

    |

    @Vermuter,

    das mit der Lex Müller würde mal wieder passen.

    In Anbetracht dessen, was der Forist Norbert Steiner über Herrn Müllers Bezüge eingestellt hat und Sie jetzt ausführten, hätte ich ja noch Verständnis für solche Tricksereien, wenn es sich bei Gerhard Ludwig Müller um einen in zweiter Ehe verheirateten bzw. verpartnerten gut vernetzten Senior im Beamtenstatus handelte, der im biografischen Spätfrühling mit der Jahrzehnte jüngeren Partnerin weitere Kinder gezeugt und nun quasi zwei Familien zu versorgen hätte…
    …aber ein Kleriker von Mitte sechzig! So alt war Gerhard Ludwig Müller doch als er wechselte. Was will ein Mann von seinem Stand in so einer Situation mit dem ganzen Geld? Hat er etwa eine Sammelleidenschaft für teure Dinge wie Kollege Mixa und andere?

    Ratlose Grüße von
    Angelika Oetken

  • Coffin Corner

    |

    @Angelika Oetken: Maroniten, sind das Liebhaber von Kastanien ?

  • Hirmer Susanne

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    Die spannende Frage ist doch, wie konnte er so mächtig werden?
    Susanne Hirmer

  • hutzelwutzel

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    @Hirmer Susanne:

    Wie definieren Sie „mächtig“, vor allem in diesem Zusammenhang mit jemandem, der nur das wiedergibt was mittlerweile bestenfalls noch ein Viertel der deutschen Bevölkerung überhaupt interessiert?

    Ansonsten hat zur „Mächtigkeit“ der RKK nicht gering die deutsche Politik, noch mehr die bayerische Politik beigetragen.
    Nachdem WW2 brauchte man jede Menge Persilscheine, damit die Bestimmten wieder Fuß fassen konnten. Die RKK hatte sich trotz Plakatwerbung den Führer zu wählen gut über die Sache „retten können“, und gab mal wieder die moralische Instanz im Lande.

    Politiker_innen bekamen Persilscheine, die RKK ein Fortbestehen des Reichskonkordats.

    In Bayern noch viel schlimmer wie im Bund. Hier wurden gleich ganze Gruppen „gebleicht“. Ein Wunder, dass man die nicht gleich als während des Dritten Reiches gar nicht anwesend eingetragen hatte.

    Dann brauchte man nach der Wiedervereinigung einen bayerisch-deutschen Papst, und danach gleich eine (gekaufte, gewonnene) Fußball-Weltmeisterschaft. Damit war Deutschland – so dachte man – von allen Übeln der Vergangenheit freigesprochen.

    Auf diese Weise wurde schliesslich auch GLM „mächtig“, denn wer’s glaubt wird selig. ;-)

    In Urzeiten glaubten Menschen sogar, dass der Donner eine Gottheit wäre. Nur die alten Griechen – die uns die Demokratie brachten – wußten die Götter auch als Gauner anzusehen.
    Wir scheinen hier in Deutschland einen gewaltigen Schritt in der Vergangenheit, vielleicht sogar hinter den alten Griechen verblieben zu sein. ;-)

  • hutzelwutzel

    |

    Nun noch die Fleißaufgabe ;-)

    Wo blieb Bayern nach dem WW2 sowohl politisch als auch katholisch-kirchlich am Ursprünglichsten „rechtslastig“?

    Wo konnten seltene Pflänzchen mit Braunfärbung auf bayerischem Boden am Besten gedeihen ohne entdeckt zu werden?

    Wo wollte man eines der beiden Vernichtungslager Mitte der 1990er Jahre still und heimlich einer Firma für Mobilfunkprodukte überlassen und damit ausradieren?

    Wo fanden die meisten NSU-Morde statt und geschahen die meisten Aufklärungspannen?

    Wo ist man am Katholischten und schweigt am Meisten?

    ;-)

  • Lothgaßler

    |

    @Norbert Steiner:
    Danke für die Infos, ich hatte auch schon danach gefragt. Wenn es so ist, dann ists ein Unding. Geld für nix, und nicht nur von seiner Kirche sondern auch aus dem Staatsseckel, also auch von mir, einem Atheisten. Es wird allerhöchste Zeit diese Pfründe-Burschenschaft zu beenden. Schluss mit diesen Geldflüssen, ein Punkt für die nächste Koalitionsvereinbarung auf Bundesebene.

  • Angelika Oetken

    |

    @Coffin Corner,

    soweit ich informiert bin, interessierten sich vor einigen Jahren zwei journalistische Rechercheteams für die Frage, was der im Libanon ansässige Maronitenorden, rheinische katholische Hassprediger, die damals ein bekanntes Forum betrieben und deutsche Industrielle und Waffenproduzenten gemeinsam haben könnten. Sie fanden keine Antwort. Aber das war ja auch vor dem Syrienkrieg :(

    Bei der Beantwortung der Frage, was Gottes Wille sein könnte und was nicht, handelt es sich ja letztlich um eine Frage der Interpretation. Ich selbst bin nicht religiös und komme deshalb gar nicht erst in die Versuchung, an Menschen unterschiedliche Maßstäbe anzulegen.

    VG
    Angelika Oetken

  • Angelika Oetken

    |

    GLM führt medial Beschwerde gegen seinen Chef http://www.pnp.de/nachrichten/bayern/2571277_Nach-Entlassung-Kardinal-Mueller-attackiert-Papst-Franziskus.html

    Als Anlass wird der Tod eines prominenten Kirchenfunktionärs genommen. Recht pietätlos für Leute, deren Job es ist Morales zu verkünden, bzw. die vorgeben, in der Lage zu sein, deren Standards zu setzen. Die öffentliche Wirkung dieses ganzen Schmierentheaters scheint sich nicht so zu entfalten, wie PapaFranz und seine Belegschaft es geplant hatten. Anscheinend steuern sie gerade um. Schon um den Effekt von PR-Maßnahmen studieren zu können, bin ich gespannt, wie es weitergeht.
    Übrigens: der Vatikan scheint zu funktionieren wie ein größeres Krankenhaus. Aus meiner Zeit als Angestellte und Mitglied des Betriebsrates eines solchen Hauses heraus: Wenn ich in einem komplexen, intriganten Gefüge als zweithöchste Leitungsfigur nicht rechtzeitig mitbekomme, dass die oberste Pappnase mich im Auftrag der Strippenzieher absägen will, dann gibt es nur drei Möglichkeiten:

    1. ich bin nicht an den Flurfunk angeschlossen, bzw. von ihm abgeschnitten, aus welchen Gründen auch immer
    2. ich bin im Denken und Fühlen zu rigide, um die gefunkten Nachrichten richtig zu interpretieren
    3. bei der Sache mit der Entlassung handelt es sich um eine Inszenierung. In Wirklichkeit will der Vorstand im Windschatten dieses „Skandals“ Dinge implementieren, die ihm selbst nützen, aber der Belegschaft und letztlich den Patienten schaden, weil sie die Kosten dafür tragen

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „Onki“ – Vielen Dank für Ihr Kompliment; ich hoffe,
    daß mein Beitrag nicht das Einzige in Ihrem diesseitigen
    Leben ist, worüber Sie sich freuen können. Meine besten
    Wünsche begleiten Sie!

  • Norbert Steiner

    |

    Zu @ Vermuter – Frau Oetken – Lothgaßler:
    Klarzustellen wäre, dass GLM als Vaticanbürger steuerfrei gestellt ist. Ein Doppelbesteuerungsabkommen ist demnach nicht erforderlich. im übrigen zahlen wir alle als Steuerzahler voll mit, auch die, die keiner Glaubensgemeinschaft angehören.
    Eine sog. lex Müller gab auch nicht, weil die Rec htslage immer (bestens) klar war und keiner etwas zu ändern beabsichtigte. Weshalb auch.
    Noch Fragen??

  • Rosalia Genoveva

    |

    Wenn der Heilige Vater am letzten Tag einer fünfjährigen Amtszeit sogar noch mit dem Mitarbeiter gredt hat, was ist da dran unnett?

    Zur Frage: Sind fünf in Deutschland immer zehn?

    Beim Bier schon, das weiß ich vom Fazi. Der sagt, Weibi, ich trink jetzt nur einen Schluck, und nach fünf Glaseln ölen wir die Schubkarre, weil er nach zehn Mass dringend heim muss.

    Noch eine Frage an den Herrn Kardinal?
    Wie lange dauerte ein zweijähriges befristetes Arbeitsverhältnis eines Untergebenen in seiner Deutschen Diözese?
    Zwanzig Jahre?

  • hutzelwutzel

    |

    @Norbert Steiner:

    Geld/ Besoldung hin oder her. Interessanter wäre, ob GLM – nachdem er von BXVI. mit Eintritt in den Vatikan zum „Erzbischof ad personam“ ernannt wurde, das Kardinalsamt auch mit Austritt behalten kann/ wird.
    Schliesslich haben dieser Ernennung nicht die Mehrheit der Kurienkardinäle zugestimmt, so dass es eigentlich „nur“ ein Arbeitstitel war. ;-)

    Abschiedslied für GLM aus dessen Heimat:

    Ernst Neger – Heile, heile Gänsche, es wird scho wieda gut.
    Das Kätzche hod a Schwänzche, es wird scho wieder gut.
    Heile, heile Mausespeck, in hundert Joahr is allles weg. ;-)

  • Rosalia Genoveva

    |

    Der Bonifaz bleibt mir von an jetzt kasig, in die Sonne darf er nimmer.

    Vorher, wie er sich gebrutzelt hat, hätt er auf einmal verwirrt gmeint, Weibi ich brauche die Arbeitsprozesse, wo sich der Herr Kardinal mit einfache gekündigte Arbeitnehmer solidarisch zeigt hat, oder weil denen ihre befristete Arbeitsverträge geendet haben…

    Da hab ich vor Aufregung gekreischt: „Fazi geh bloß naus in den Schatten, bevorst noch an ärgeren Sonnenstich kriegst, und von am Kardinal phantasierst, der was keine Solidarität zu die Normalleut zeigt hat, die was jung und ohne Broterwerb blieben sind, und der was aber für sich Solidariät verlangt, wenn er im Höheren Alter einen Zusatzjob im Vatikan nicht verlängert kriegt…!“

    Der Fazi hat mich wie ein aufrechter Katholik getröstet: „Nein Weib, nicht mal im Sonnenstich nicht, tät ich einen Kardinal als peinlich egozentrisch verkarikaturieren!“

  • Vermuter

    |

    @ Hutzelwutzel @ Norbert Steiner:
    Eigentlich könnte man ja die Lex Müller in der Priesterbesoldungs-ordnung der Diözese Regensburg wirklich im Raum stehen lassen.
    Aber vergißt man einen wichtigen Punkt: Die Diözese wird den Kardinal ohne Dienstposten weiterhin wie bisher besolden, obwohl die rechtlichen Voraussetzungen möglicherweise nicht mehr vorliegen.
    Für weitere Zuschüsse aus dem Diözesanhaushalt müsste Müller folgenden Voraussetzunen erfüllen:
    1. Er müsste als nicht in der Diözese nicht „inkardinierter“ Weltpriester an seiner aktiven Wirkungsstätte (Rom) Seelsorge im Auftrage der Diözese Regensburg betreiben. Nach eigener Einlassung will er in Rom aber nur wissenschaftlich tätig sein und weiterhin seinen Glauben verkünden (also z. B. Bücher schreiben und Interviews geben, durch die Welt reisen, um seine Glaubenswelt zu erklären). Das ist aber keine klassische Seelsorge, so dass er trotz älterer schriftlicher Zusagen Bischof Voderholzers nicht mehr in den Besosldungsrahmen der Priesterbesoldungsordnung passt.
    Bischof Voderholzer und Generalvikar Fuchs wird das wohl wenig stören, wenn die Öffentlichkeit nicht darauf aufmerksam macht.
    Die Diskussion sollte m. E. diesen Aspekt nicht als uninteressant einfach zur Seite schieben.
    Dahinter steht viel Sprengkraft, zumal wenn man bedenkt, dass der Expräfekt demnächst möglicherweise auch im Regensburger Domspatzenmissbrauchsskandal einiges abbekommt.

  • aucheinehemaliger

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    Ich freue mich schon auf das nächste Interview der Stiftskanone Wachter im Woblablabla ;)

  • Norbert Steiner

    |

    @Vermuter:
    Ganz ruhig: Sie irren, weil ein deutscher Cardinal in Rom, sog. Kuriencardinal, über das bestehende Konkordat besoldet wird. Das mtl. „Gehalt“ kommt hier vom Freistaat Bayern via SMF. Das Bistum Regensburg ist insoweit nicht involviert, schon gar nicht finanziell.

    Als geweihter Priester ist GLM -rein kirchenrechtlich-Priester des Heimatbistums, also Mainz. das bleibt er sein Leben lang.

    Ich glaube, dass Sie sich zurecht Gedanken machen. Aber bitte beenden Sie dies, weil dies nicht bringt.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „aucheinehemaliger“ – Ich hoffe, daß Wachter durch solch ein Interview nicht
    auch noch aufgewertet wird.

  • A. Reik

    |

    Der ehemalige Präfekt dürfe wohl kaum unter die PRIESTERbesoldungsordnung fallen; ihm stehen Pensionsleistungen aus seiner Zeit als C4-Professor in München zu; sodann ein B-gehalt (ich bin nicht sicher, wohl B8) aus Konkordatstöpfen für seine Zeit als Bischof. Als Kardinal bekommt er ein Gehalt vom Vatikan, das mit den beiden Pensionszahlungen verrechnet wird. Das ist im Prinzip so wie bei dem alten Ratzinger Sepp.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „A.Reik“ – Gönnen wir GLM seine Pensionsbezüge und seine schöne Wohnung; die Hauptsache, er kann keinen Schaden mehr anrichten. Und wenn er zetert und wettert,
    interessiert das eh nur die Ober-Konservativen und ein paar einfältige alte Weiber.

  • hutzelwutzel

    |

    Ich weiß jetzt nicht ob es unmittelbar mit dem Abgang von GLM zu tun hat, aber gestern kam im BRF, Kulturformat „Capriccio“ plötzlich wieder mal ein Bericht zur KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Dort zu der Misere, dass man bis 2024 im dortigen Steinbruch ein Abbauunternehmen werkeln lassen will, bis von den Teilen in dem Häftlinge arbeiten mußten, nichts mehr zu sehen ist.
    …………
    Jetzt plötzlich setzt sich – wieder einmal? – der/ ein Bayerischer Kultusminister höchstpersönlich dafür ein, dass die sowieso überwiegend nur noch als Gedächtnispark erlebbare Gedenkstätte nicht weiter unkenntlich gemacht wird.
    …………
    Durchaus vorstellbar, dass hier jemand in der Vergangenheit den Verschweiger*innen nützliche Dienste leistete, dass diese Geschichtsveränderung so geschehen konnte?

  • Angelika Oetken

    |

    Eine Institution hat bei der Sache ganz klar was gewonnen: in der Päpstlichen Kinderschutzkommission arbeiten keine Opfer mehr mit. Verantwortlich erklärt werden dafür zwei Männer, die sich durch ihr Verhalten für die Rolle der Buhmänner ausgiebigst empfohlen haben. Nicht etwa Papst Franziskus, der dieses Gremium einberufen hat und damit verantwortet. Franz und Co. haben damit doch zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen:

    1. Das, was der Vatikan der Öffentlichkeit als „Aufarbeitung“ und „Prävention“ verkaufen will, kann er fortan noch ungestörter fortsetzen

    2. Die Aufmerksamkeit ist ganz weggelenkt vom Thema „Vatikanische Finanzen“. Selbst George Pell wird nicht mehr mit der Umleitung und Klärung schmutziger Geldströme in Verbindung gebracht, sondern nur noch als potentieller Missbrauchstäter und tatsächlicher Vertuscher gesehen. Von Gerhard Ludwig Müller ganz zu Schweigen
    Da hat PapaFranzens Krisen-PR-Stab aber ganze Arbeit geleistet.

  • Norbert Steiner

    |

    @reik:
    Sorry, falsch!

  • R. G.

    |

    Vielleicht fiel der nette Kardinal unter die (fiktive?)Klausel:

    Für jedes mitfühlende Wort mit durch Erzieher oder Priester in einem kirchlichen Kontext missbrauchte Kinder, ein Monat Verlängerung des Vertrags im Vatikan. Für jede Tat, um Betroffenen zu ihrem Recht zu verhelfen, ein Jahr hinzu…

    Und so dürfte er bis ans Ende der Zeiten rund um den Heiligen Stuhl ; ) wandeln…

  • hutzelwutzel

    |

    @R.G.:

    Wer hat den da am Stuhl gesägt? Wars denn wirklich schon so spät? ;-)
    Meiner bescheidenen Meinung nach bekommt Jeder in der Röm.-Kath. Kirche irgendwann genau das, was er verdient.
    Es verwundert nur, dass GLM mittlerweile scheinbar genau auf der Seite keine „Feinde“ mehr hat, die ihm seit er GP war das Leben schwer gemacht hatten.
    Wollte vorgestern und gestern ein paar schöne Kommentare bei kath.net und katholisches.info unterbringen – beides mehr oder weniger erzkonservative Veröffentlichungen. Zumindest bei katholisches.info und der PiusX-Klientel war GLM der VIP-Häretiker.
    Aber keine Chance.
    Nichts Böses über GLM, sondern nur Bitterböses über Papst Franziskus (zugelassen). [Ich hab da mehrere Accounts, mit denen ich die ganze Bandbreite abdecken kann, um der Wahrheit näher zu kommen. ;-)]

    Meine Conclusio: Die Erzkonservativen wollten, obwohl immer gegen GLM opponierend, diesen sogar als künftigen Papst.

  • Angelika Oetken

    |

    „https://www.domradio.de/themen/bist%C3%BCmer/2017-07-07/bistum-regensburg-erwartet-besuche-von-kardinal-mueller“

    „Besuche“, „Visiten“: gibt es denn in der Oberpfalz noch was zu holen?

  • Angelika Oetken

    |

    https://de-de.facebook.com/permalink.php?story_fbid=681403852049800&id=336524363204419

    Da verwundert es doch gar nicht, wenn Herr Müller, sobald es Schwierigkeiten gibt, mit einflussreichen Kollegen telefoniert. So wie gleich nach seiner Abberufung mit dem kürzlich verstorbenen Kardinal Meisner, zwei Tage vor dessen Tod. Behauptete GLM in einem Interview, das heute in der Tagespost veröffentlicht wurde.

  • hutzelwutzel

    |

    @Angelika Oetken:

    Danke für Ihren Hinweis auf den kommenden Besuch von GLM in Regensburg.
    Ich freue mich schon darauf, wie es da im Ordinäriat rund gehen wird. Pardon, man wird sich mit einiger Sicherheit eher auf dem Adlersberg treffen. ;-)
    ————–
    Die Tagesordnung aber kenne ich schon jetzt. ;-)
    In Kürze dazu mehr!

  • Mathilde Vietze

    |

    Eine andere Zeitung als die Tagespest hätte d e m ja auch
    kein Interview gegeben.

  • hutzelwutzel

    |

    @Mathilde Vietze:

    Sie sind aber heute wieder bissig, Frau Vietze! ;-)

    Apropos Interview für Stiftsdekan Wachter. Sie können ihn damit nur noch aufwerten, denn seit seinem Interview für das Bayerische Fernsehen, vor einigen Jahren zum Flaggenskandal bei Fürst – ich erinnere „Ist doch eine Kinderei gewesen“ – ist nur noch Aufwertung möglich. Das mit den „Kindereien“ scheint bei der „Alten Kapelle“ Tradition zu sein, sprach doch auch Stiftsmitglied Georg Ratzinger in einem anderen Zusammenhang einmal von „Kindereien“.

  • Angelika Oetken

    |

    „Der Assistent von Kardinal Coccopalmerio stand laut italienischer Presse vor der Beförderung zum Bischof. Nach den jüngsten Ereignissen ist dieser Karrieresprung aber wenig wahrscheinlich.“
    Dies deutet auf etwas hin, das ich für ein ganz typisches klerikales Rekrutierungs- und Beförderungsmuster halte. Es dient der beständigen Fortführung und Stabilisierung des priesterlichen Korpsgeistes, eines der wichtigsten Machtmittel, über das die Chefetage der Katholischen Kirche verfügt. Slavoj Zizek hatte innerhalb seines Essays „Vom geistigen Tierreich“ bereits auf die eigentliche Bedeutung der Pädophilie für die katholische Priesterschaft hingewiesen. Es ging Zizek um das gemeinschaftliche und Gemeinschaft stiftende Verschweigen und Vertuschen im Klerus. Ich glaube, dass dieser holistische Effekt noch weit darüber hinaus geht, was Zizek anführt.
    Erst anhand dessen, was ich über die Missbrauchskriminalität an den Einrichtungen des Bistums Regensburg erfahren habe, ist mir aufgegangen, dass es sich um ein systemimmanentes Phänomen handeln muss. Priester sind oft schon als Kinder, in sehr jungen Jahren, in das kirchliche Gefüge fest integriert. Manche kommen dort mit sexuell übergriffigen Klerikern in Kontakt, die zu einer Mischung aus Vaterersatz, Mentor und sexuellem Ausbeuter werden. Damit diese Opfer nicht auf die Idee kommen, nach außen zu tragen, was im Verborgenen geschieht, werden sie auf perfide Art noch vor Erreichen des Erwachsenenalters selbst zu Tätern gemacht. Eben auf die Weise, wie sie in dem oben von mir und dem weiter unten von dem Foristen Bruno Schillinger SAFOB verlinkten Artikeln über die „Drogen- und Sexorgie im Vatikan“ beschrieben wird. Man(n) setzt einen sexuell traumatisierten und auf übergriffige Sexualität konditionierten Teenager unter Alkohol und KO-Tropfen, stimuliert ihn mit Pornofilmen oder ganz praktisch, lässt ihn einen wesentlich jüngeren sexuell missbrauchen und hält das Ganze auf Photos oder Filmen fest. Ggf. wird dafür gesorgt, dass es Zeugen gibt. Auf diese Weise können sie den mittels klerikaler Doppelmoral indokrtinierten jungen Mann zu einem willfährigen Apparatschick machen. Es gibt keinen loyaleren Untergebenen als einen, dessen Vergehen und Verbrechen Sie beweisen können, aber vertuschen helfen.
    Die „Kälte“ und die Abwehr, die von so vielen Kirchenfunktionären im Angesicht des Missbrauchstsunamis ausging, wäre so erklärlich. Auch die Verachtung gegenüber den Opfern, die Verharmlosung und Verleugnung des missbräuchlichen Geschehens. Wenn ich von Kindesbeinen an ein Doppeldenk im Hinblick auf Kindesmissbrauch, insbesondere den, welchem ich selbst ausgesetzt war gewöhnt bin, ist es nur folgerichtig, wenn ich so reagiere, wie wir es seit Jahren bei den verantwortlichen Klerikern erleben. Ich kann gar nicht anders. Denn ich habe meine Traumabiografie ja nicht aufgearbeitet, sondern mich in den Priesterberuf geflüchtet und mich am Aufbau und an der Fortführung des Missbrauchssystems beteiligt.

  • MiReg

    |

    @ Mathilde Vietze

    Frau Vietze,
    Sie als selbsternannt gute Katholikin und Vorzeige-SPDlerin werfen hier die ersten Steine auf einem schon am Boden Liegenden. Kardinal Müllers Engagement gegen die neuen Nazis erwähnt hier keiner mehr. Noch als sich die politische Stadtspitze weggeduckt hat, hat GLM Kante gezeigt.

    Und Sie schreiben:
    „Und wenn er zetert und wettert,
    interessiert das eh nur die Ober-Konservativen und ein paar einfältige alte Weiber.“

    Etwas mehr Reflektion möchte auch Ihnen guttun.

  • Westmünsterer

    |

    Lukas 1,51: „Die Hochmütigen zerstreut er wie Sand, die Mächtigen stürzt er vom Thron.“

  • Vermuter

    |

    an alle (oder doch nur die Meisten)
    Was diskutiert ihr denn auf diesem Forum eigentlich noch? Kümmern euch überhaupt noch die Sachfragen, die GLM’s Abgang herbeigeführt haben noch? Wenn ja, dann benennt sie mir bitte. Man kann nicht einerseits Müllers Eitelkeiten kritisieren und die eigenen auf diesem Formum gleichzeitig pflegen. Schwätzchen hin oder her sind manchmal recht lustig. In der Sache helfen sie aber nicht weiter.

  • Bruno Schillinger SAFOB

    |

    @Angelika Oetken
    Vielen Dank, dass Sie die im Artikel anscheinend fehlenden Informationen (Deutungen) nachliefern oder ist das nur schlichtweg ’scripted reality‘ – denn so weit würden wir anhand der dürftigen Fakten niemals gehen.
    Einen Hinweis im Artikel haben Sie aber übersehen: ….Da schwuler Sex in Vatikanstadt legal ist, wird er laut Informationen der italienischen Tageszeitung „Il Fatto Quotidiano“ nur wegen der Drogen belangt……
    Wobei sich die Frage stellt, wieso die Kirche sonst massiv gegen Homosexuelle vorgeht.

    Zum Hauptthema: Es ist zu unterscheiden, ob er tatsächlich entlassen wurde oder ob seine Amtszeit einfach ausgelaufen ist und nicht verlängert wurde. Was die einfachste Lösung, auch in der freien Wirtschaft, ist. Gleichzeitig stellt man der jeweiligen Person damit auch ein indirektes Arbeitszeugnis ‚hat sich stets bemüht‘ (Übersetzung: Nicht mal als Gartenpfosten zu gebrauchen) aus. Wobei das in der Kirche keine Rolle spielt, denn versorgt werden die immer (deutsche Bischöfe werden für die Kirche kostenneutral vom deutschen Staat finanziert, so um die 10.000,- €/Monat plus x – Basis Reichskonkordat mit einem gewissen A.H., dem Kumpan des Duce, der die Gründung des Vatikanstaates erlaubte, nachdem der Papst ihm politisch geholfen hat) und nach dem Peter-Prinzip gibt es halt nur eine einzige, allerhöchste Stelle an die man wegbeförden könnte.

    Unser Fazit zur Kirche hat Vivekaneda definiert (ungefähr): Gott schickte seinen Sohn mit einem wunderbaren Glauben, der auch nach 2.000 Jahren vielen Menschen hilft – doch 5 Minuten später kam der Teufel und gründete die Kirche.

  • Vermuter

    |

    Schlagt nach bei: https://.tz.de/welt/domsptzen-opfer-im-interview
    wenn ihr Müller im Auge behalten wollt. Vielleicht sollten wir, wenn wir Müllers Rolle bei der Aufklärung des Missbrauchsskandals (der ja sicher auch in wichtiger Punkt war, warum er in Rom gegangen wurde) der Diözese Regensburg durch RA Weber auch an Mahnwachen vor dem Dom denken, um an seine Gesamtverant- wortung für den Kirchenruin in Regensburg zu erinnern, den er hier hinterlassen hat und nunmehr als Kardinal ohne Amt und Würden fortsetzen möchte. Nein: Müller wieder in Regensburg ante portas, das wäre für mich persönlich dann doch zuviel an Zumutung!

  • Angelika Oetken

    |

    Warum Gerhard Ludwig Müllers Amtszeit als Chef der Glaubenskongregation nicht verlängert wurde, ist nach wie vor eine gute Frage @Vermuter. Wer auch immer diese Entscheidung letztlich getroffen haben mag, wird uns die Gründe dafür nicht unmittelbar offenbaren. Man kann sie sich also lediglich erschließen, es sei denn mittels whistleblowing wird was durchgestochen, das den Weg in dieses Forum findet.

    Viel wichtiger als Herrn Müllers persönliches Schicksal finde ich aber, dass den Opfern des Bistums, dem er lange vorstand und der Kirche, die diesen Mann in ihr zweithöchstes irdisches Amt hievte, Genugtuung widerfährt. Und das wird durch jegliche sachliche Debatte, die die eigentlichen Zusammenhänge zu Tage fördert, voran getrieben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es schon jetzt so manchen Kirchenfunktionär reut, sich am Vertuschen, Verharmlosen, Verschleppen und an der elenden Feilscherei um Zahlen und Zahlungen beteiligt zu haben.

    Kommt auch nur die Hälfte raus, von dem, was verborgen werden soll, werden sich einige aus ihren Büros so schnell nicht mehr raustrauen.

    VG
    Angelika Oetken

  • R.G.

    |

    @Bruno Schillinger SAFOB
    Ich halte die Rundumschläge der Frau Oetken niemals für Beweise, dass es in der Kirche bei Kardinal Müller so läuft, wie es ihr für Ihren Feldzug praktisch erscheint.

    @Angelika Oetken
    Ich möchte Sie ausrücklich bitten, da es sich hier um einen Thread über Kardinal Müller als Mensch ohne weiteren Arbeitsvertrag im Vatikan handelt, entweder Beweise für homosexuelle Partyvorfälle in seinem privaten Umkreis zu bringen, die mit der Biographie des Kardinals in Beziehung stehen, oder im Falle, dass es solche nicht gibt, Stimmungsmache dieser Art zu unterlassen.

    Hier ist ein Thread über das nicht verlängerte, ohnehin befristet gewesene Arbeitsverhältnis als Kopf der Glaubenkongregation, das der in Regensburg bekannte Kardinal Müller unter der Leitung des nun pensionierten Schattenpastes erhalten und angenommen hatte im guten Glauben, wie bisher üblich, lebenslänglich mit dem hohen Amt ausgestattet zu sein.

    Unter dem neuen Papst gilt der alte Brauch plötzlich nicht mehr.

    Die Gründe, weshalb Papst Franziskus sich von vielen Bischöfen und Kardinälen beruflich trennte, sind eine genauere Betrachtung wert.

    @Vermuter
    Ich bitte um Ihre Ideen, welche Sachfragen zu der Entscheidung geführt haben könnten.

    XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
    Privater Nachtrag:
    Hallo Herr Bruno Schillinger!
    Wegen Ihres Skin Disease hätte ich mich gerne mit Ihnen in Verbindung gesetzt, da ich mehrere Betroffene kenne.
    Es ist mir jedoch aus verständlichen Gründen nicht möglich, dies auf einer Webseite bzw. Adresse zu tun, in der Sie – wenn auch aus verständlicher Verzweiflung – deftige politische Äußerungen tätigen.

    Bitte lösen sie zu Ihrem Vorteil eine völlig neutrale Schilderung Ihrer Lichtempfindlichkeit(ohne Behördenreaktionen) aus dem Ganzen heraus und lassen Sie Kontakt auf der Basis zu.

    Denn nur gemeinsam werdet ihr Betroffenen stärker sein.
    _______________________________________________________________________

    Sehr geehrter Herr Aigner! Bitte um Posten diese privaten Teils, bis Herr Schillinger es registrierte!

  • Angelika Oetken

    |

    Wenn Sie die Meldung mit der exzessiven Party, die der Forist Bruno Schillinger SAFOB eingestellt hat aufmerksam lesen @R.G., werden Sie feststellen, dass es um einen Mitarbeiter der Abteilung von Müllers Kollegen Kardinal Francesco Coccopalmerio geht. Und nicht um die Glaubenskongregation, der Gerhard Ludwig Müller bis vor Kurzem vorstand.

    VG
    Angelika Oetken

  • Angelika Oetken

    |

    „Vielen Dank, dass Sie die im Artikel anscheinend fehlenden Informationen (Deutungen) nachliefern oder ist das nur schlichtweg ’scripted reality‘ – denn so weit würden wir anhand der dürftigen Fakten niemals gehen.“

    Gern geschehen @Bruno Schillinger SAFOB.

    Falls Sie Informationen zur klerikalen Missbrauchskriminalität benötigen, sollten Sie Kontakt zu unabhängigen BetroffenenenvertreterInnen suchen. Es gibt verschiedene Opferorganisationen, die gegenüber den Medien und im Netz sehr offen und mutig geschildert haben, was ihnen in der Kindheit und Jugend angetan wurde und wie es dann weiterging. Bezeichnenderweise eint die verschiedenen Kontexte mehr, als das sie unterscheidet. Weshalb man verschiedene Systematiken identifizieren kann, die auch von Fachleuten beschrieben werden.

    VG
    Angelika Oetken

  • Angelika Oetken

    |

    Gerhard Ludwig Müller hat anscheinend jetzt endgültig das Abo auf den Buhmann
    http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/ich-will-einen-schlussstrich-ziehen

    „Ob die soziologische und historische Studie, das therapeutische Zentrum MIM in München, die Anträge zu den finanziellen Anerkennungsleistungen in Höhe von 5.000 bis 20.000 Euro, über die das Anerkennungsgremium entscheidet – in allen Bereichen wird mit Akribie gearbeitet.“

    Abgesehen davon, dass es im Hinblick auf die Glaubhaftigkeit und wissenschaftliche Verwertbarkeit der Daten sinnvoll gewesen wäre, wenn in den Pressemitteilungen, die zu diesen ganzen Projekten bisher veröffentlicht wurden, genauer zwischen den verschiedenen Gewaltformen differenziert worden wäre, frage ich mich, nach welchen Kriterien die Gelder den Antragstellern zugeordnet werden sollen.

    Wer entscheidet darüber?

  • R.G.

    |

    Es folgt eine Reihe noch ungeordneter Gedanken. Für sachliche Ergänzungen und Berichtigungen danke ich.

    Die große Cäsur für die Österreichische (und in Folge für die Lateinamerikanische) Kirche war aus meiner Sicht, als Bischof Krenn Herrn Pater Morscher samt Gefolge aus weiblichen Ordensfrauen, in die Diözese St. Pölten bat.
    Denn in Auersbach war für dessen Verkündigung,und damit die angeblich von ihm als Exerzitienmeister inspirierte Schwarze Pädagogik, kein Rückhalt mehr.
    http://www.kath.net/news/2749
    https://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/kultur-de-welt/auerbachstpoelten-pater-heinrich-morscher-wird-dioezesanpriester-pater-morscher-in-oesterreich-d41237.html

    Ehemals hatte Morscher in Vorarlberg gewirkt, schon damals beseelt von der gleichen Zucht und Ordnung, die er selbst erfahren hatte. Der Exportartikel kam damit zurück ins Heimatland.

    Meines Wissens nach kann man Herrn Pater Heinrich Morscher und (ein hier nicht näher erwähnter) Pater Fritz Tschol als unermüdlichste Spendenvermittler für die Lateinamerikanische Kirche ansehen.
    Besonders das Werk des Bischofs am Xingu in Brasilien, des aus Österreich stammenden Internats- und Ordenskollegen Fritz Kräutler, wäre ohne diese Unterstützung aus Österreich und Bayern so nicht denkbar gewesen.

    Morscher wie Kräutler sind Missionare Vom Kostbaren Blut, eines Ordens mit einer ihren Provinzen in Bayern. Beide anscheinend im Internat Xaveriushaus in Feldkirch geprägt, wo daneben genügend deutsche Zöglinge waren.

    Es wundert deshalb nicht, dass hohe geistliche Würdenträger aus Bayern in ihren Predigten, wie Bischof Kräutler in seinen Botschaften von der Welt überm Ozean, ein verbal (!) gegenüber der Befreiungstheologie offenes Verhalten zeigten.

    Aussagen in dem Sinne, öffneten die Geldtaschen der kleinen Spender unter den österreichischen und deutschen Katholiken am zuverlässigsten.

    Der alte Papst Benedikt, ein Dogmatiker durch und durch, war selbst in einer ähnlich strengen Pädagogik geprägt, Aussagen seines Bruders lassen das als sicher erscheinen.

    Der neue Papst hatte zur Beurteilung der Österreicher und Bayern wahrscheinlich zuerst nur das Bild, das sie auf ihren Reisen nach den Diözesen in Brasilien bei rührenden Predigten hinterlassen hatten, unterstrichen von der Zusage höherer Spenden.

    Vielleicht gäbe es ohne diese Hilfsgelder gar keinen Lateinamerikaner als Kirchenobersten.

    Nach alten Spielregeln hätte man sicherlich lebenslange Dankbarkeit, in Form von hohen Posten für die Österreicher und Bayern, erwarten können.

    Bischof Kräutlers „Vertrag“ als Bischof in Brasilien wurde nicht verlängert, wie er selbst schrieb, aus gesundheitlichen Gründen.
    Pater Fritz Tschol, Generalvikar am Xingu, starb 2016.

    Pater Heinrich Morscher welit nicht mehr unter den Lebenden, er gilt den konservativsten Kirchenkreisen jedoch als absolute Lichtgestalt. Viele neue rückwärtsgewandte Bewegungen wären ohne ihn nie gegründet worden.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte man Priester gerufen, sich um die Heimatvertriebenen seelsorglich zu bemühen. Es kamen u. a. MIssionare vom Kostbaren Blut, Morscher einer von ihnen. Ehemalige Flüchtlinge sollen sich für diese damalige erste Hilfe heute noch durch Erblassungen und Testamente bedanken.
    Der größere Teil der damals Heimatlosen zog nach Bayern oder nach den beiden Amerika, ein kleinerer verblieb in Österreich.
    Aber diese damalige Generation ist aus demographischen Gründen ausgedünnt.

    Es wird neuer Geldquellen bedürfen, diese werden wieder Einfluss darauf haben, welche Glaubensinhalte man stärker propagiert.

    Wie es für mich aussieht, sind somit alle bisherigen „Sicherheiten“ der österreichischen und deutschen Katholischen Kirche im Vatikan im Wanken. Das drückt sich in der Konsequenz durch die Nichtverlängerung des befristeten Arbeitsvertrages des Kardinals Müller aus.

    Voraussichtlich wird die reichste Kirche, die der vorkonziliär Eingestellten, Kardinal Müller im übertragenen Sinn als Kühlerfigur auf ihre Vehikel heften, um den für sie aufgrund seiner von Herzlichkeit und Spontaneität nicht vereinnahmbaren, deshalb untragbar erscheinenden neuen Papst zu schwächen.

  • Toribio

    |

    Wenn GLM in der RKK oder im BistReg erneut Einfluss gewinnen u. GV Fuchs Bischof werden sollte, wären das für mich zwei Gründe der RKK den Rücken zu kehren und nach “62 Mitglieds-jahren als bekennender Christ“, auszutreten.

    Durch die Mitgliedschaft GLMs in der „Bayerischen Provinz des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem“ sehe ich eine große Gefahr, dass GLM für sich versucht überregional seine Macht zu erweitern und zu manifestieren.
    Als theologischer Gegenpol zu Papst Franziskus, wie er es ja bereits durch seine schriftliche Kritik gezeigt hat, sowie zum Vatikan und der RKK könnte er diesen weltweit schaden und auch wieder mal einen Machtkampf in der RKK anzetteln bis hin zu einer erneuten Spaltung.
    Schlechte Erfahrungen und Folgen diesbezüglich dürften den RKK-Kirchenfürsten seit den vergangenen Reformationen hinlänglich bekannt sein und als eine mögliche substantielle Bedrohung für die Einheit der RKK deshalb nicht ausge-schlossen werden.
    Wehret den Anfängen!
    Nach der bisher gezeigten Vita von GLM und einiger anderer Personen aus dem RKK-Umfeld dieses, wie ich meine, autoritären und skrupellosen Klerikers der übelsten Sorte, wie er in seiner Zeit als Bischof von Regensburg a. m. S. deutlich gezeigt hat, würde ich dies durchaus nicht mehr ausschließen.
    Deshalb wäre Papst Franziskus a. m. S gut beraten, diesem Mann nicht mehr sein Vertrauen zu schenken und ihn aufgrund seines bisherigen Verhaltens ohne Amt und Würden, in den endgültigen Ruhestand als einfacher Priester, in die tiefste Provinz oder als Klostergeistlichen eines Provinzklosters zu versetzen.
    Dort hätte er dann mal genügend Zeit über sein Leben und Wirken als Kleriker in Ruhe, Demut und Reue nachzudenken, sofern er dazu überhaupt in der Lage wäre.
    So könnte er vielleicht seinen persönlichen Frieden mit sich, den Menschen und auch mit GOTT finden.
    Dies würde ich ihm von Herzen gönnen.
    Es tut mir auch leid, Gott möge es mir verzeihen, dass ich für diesen Mann keine besseren Worte finden kann.

  • r.b.

    |

    @Vermuter
    Da stimme ich Ihnen voll und ganz zu!
    Auch schrieb katholisch.de, dass zum Thema anscheinend schon die Wunden zum Thema so richtig heilen. Wie kann man so etwas schreiben? Da wird ein Thema so richtig über den Kamm geschoben , und schon heilen die Wunden zum Thema Domspatzenaufarbeitung? So gehts bitteschön ja doch nicht! Auch bin ich der Meinung , dass ……
    ich denke, keines der Opfer, das in diesem Kuratorium sitzt, hat erfolgreich eine Psychotherapie absolviert. Diese Lobhuddeleien in Richtung Voderholzer und Aufarbeitung tun wirklich weh.

    Wunden heilen, Narben bleiben
    Noch immer werden die sexuellen und gewalttätigen Misshandlungen bei den Regensburger Domspatzen aufgearbeitet. Der neueste Zwischenbericht zeigt: Es waren deutlich mehr, als bislang bekannt.
    Bistum Regensburg | Regensburg – 12.10.2016
    http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/wunden-heilen-narben-bleiben

  • R.G.

    |

    Vom Salzburger Haus der Missionare Vom Kostbaren Blut wurden Seminare zur Heilung angeboten.

    Man solle alle Schmerzen und Leiden (auch aus Missbrauch) Gott auf den Altar legen. So sagte man zu mir bei der Einladung.

    Aber die Ungläubigen gaben ihr Leben immer noch nicht Gott hin, sie halten egoistisch und gottlos an den Verletzungen fest und nehmen die Angebote nicht an…

    Was soll man da noch machen, dass diese Seelen geheilt werden können?

    Ironie off.

  • hutzelwutzel

    |

    @r.b.:
    Die Wunden bei den DS-Opfern müssen heilen, ob die wollen oder nicht. Es muß kirchenpolitisch weitergehen. Auch bei den Hexenverbrennungen hatte niemand weiter gefragt, wo deren Habe geblieben ist.

    @Toribio:

    Lassen Sie GLM doch „aus Bayern heraus überregional seine Macht erweitern“. Eine „Avignon-Situation“ werden wir mit Sicherheit nicht bekommen, und die lieben Ritterchen – zu denen übrigens auch der Bayerische Innenminister, Kardinal Marx und der ehem. vatikan. Chefhistoriker Brandmüller (einer der sog. „Dubia-Kardinäle“) gehören – werden ihm da jetzt auch nicht mehr viel helfen können.

    Denke mal, dass es nur noch eines einzigen Wortes gegen den Papst oder Bemängelung dessen Lehre bedarf, und aus dem Herrn (Noch)Kardinal wird trotz aller bisheriger schriftlicher Verdienste ein einfacher „Wald-und-Wiesen-Pfarrer“.
    Man hat es beim jetzigen Papst nicht grundlos mit einem vormaligen Jesuiten zu tun, die von einem Ex-Soldaten begründet worden, der eigensinnig genug war nicht den Benediktinern beizutreten und sich unterzuordnen. ;-)

  • R.G.

    |

    @r.b.

    Die Messlatte für die Tiefe der Wunden, ist die kirchliche Buchhaltung.

    Führen Missbrauchsvorwürfe zu Kirchenaustritten und Rückgang von Spenden, sieht die Amtskirche die „Wunden der Missbrauchten“.

    Erreicht sie durch die Auftritte, dass sich das Vertrauen der Gläubigen wieder „finanziell“ für die Kirche positiv ausdrückt, spricht man von heilenden Wunden.

    Es ist eine Gegenrechnung von Kosten und Nutzen.

  • Mathilde Vietze

    |

    Müllers Doktorvater hat ihn als „beratungsresistent“
    bezeichnet. Da helfen auch keine Kurse und Therapien
    mehr.

  • R.G.

    |

    Was schreiben Zeitungen aus an Bayern angrenzenden österreichischen Bundesländern über die aktuellen Personalentscheidungen des Papstes?

    Die Bürgerliche OÖN spricht von einem durch den Heiligen Vater gefeuerten Hardliner Kardinal Müller. In einer Diözese, wo nur starke Proteste die Installierung eines sehr harten Hardliners als Würdenträger verhindern hatten können, eine Zuordnung, unter der sich jeder was vorstellen kann.
    http://www.nachrichten.at/nachrichten/weltspiegel/Papst-Franziskus-feuerte-konservativen-Hardliner;art17,2611837

    Die Berufung einer Frau auf einen ranghohen Posten im Vatikan erhält heute einen eigenen Online-Artikel:
    http://www.nachrichten.at/nachrichten/weltspiegel/Papst-berief-Frau-auf-ranghohen-Posten-im-Vatikan;art17,2618151

    In der Tiroler Tageszeitung Online wird auf das Problem mangelnder Missbrauchs-Aufarbeitung Bezug genommen, sowohl in Bezug auf die Haltung des nun entlassenen Kurienkardinals Müller, als auch auf den Papst selbst.
    http://www.tt.com/home/13164969-91/berichte-papst-trennt-sich-von-deutschem-kurienkardinal-m%C3%BCller.csp

    https://kurier.at/chronik/weltchronik/ermittlungen-gegen-australischen-kardinal-koennten-papst-gefaehrlich-werden/272.484.192
    http://www.tt.com/panorama/gesellschaft/13165576-91/papst-franziskus-r%C3%A4umt-auf-im-vatikan.csp

    Die Weigerung des Papstes, einen Mann aus der Vorschlagsliste mit fünf Namen statt üblichen drei, zum Innsbrucker Bischof zu ernennen, deutet an, mit welcher Sorgfalt er jede Entscheidung treffen möchte.

    Linz erhielt den gebürtigen Oberösterreicher Manfred Scheuer als Bischof, der war zuvor in der Funktion in Innsbruck gern gemocht.
    „Bischof Scheuer befürwortet eine Veränderung bei der Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion und verweist auf die Notwendigkeit von entsprechenden Voraussetzungen…….Ein besonderes Augenmerk richtet der österreichische Caritasbischof auf Menschen am Rande der Gesellschaft. Er forciert Gespräche mit Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Tourismus sowie Medien und Wissenschaft. Wichtige Anliegen sind ihm Themen wie Schutz des Lebens, Jugendarbeitslosigkeit, arbeitsfreier Sonntag und sozialer Wohnbau. Religionsfreiheit ist für Scheuer ein besonderes Gut, das er mit deutlichen Worten einfordert, gleichzeitig fordert er die Christen auf, ihre eigene Identität zu stärken.“ Zitate aus Wikipedia

    Diese Entscheidung zu Bischof Scheuer erscheint mir absolut richtungsweisend, da die Diözese Linz, Österreich, in den „kompetentesten“ online Portalen wie kreuz.net und ähnlichen Quellen, bisher von den Postern besonders gescholten wurde, eben weil in der Diözese einzelne Priester konsequent Wiederverheirateten die Kommunion gewährten, Ministrantinnen zuließen, moderne Messen feierten etc.

    Die Salzburger Diözese, sie umfasst einen Teil Tirols mit, erhielt nun ebenfalls einen aus dem dortigen Gebiet stammenden Mann als Bischof. Eine Stärkung der Ortskirche.
    Im Oktober wird in Salzburg Bischof Laun pensionsreif.
    http://www.salzburg.com/nachrichten/salzburg/chronik/sn/artikel/salzburger-weihbischof-laun-vergleicht-schwule-mit-nazis-136551/

    http://religion.orf.at/stories/2837052/

    Bei der Bundespräsidentenwahl äußerte dieser sich wissend, wer der bessere Kandidat sei, der der Rechten:
    http://derstandard.at/2000037585423/RueckantwortLaun-und-die-Gehirnwaesche
    Wie bedroht von Sündern die Spezies der Gerechten Bischöfe ist, machte Laun klar. Man beachte den Seitenhieb, dass Bischof Laun „geerbt“ wurde.
    http://derstandard.at/2000037585423/RueckantwortLaun-und-die-Gehirnwaesche

    Eine ganze Achse an Gesetzestreuen wäre damit ab Spätherbst aus dem Amt. Eine Klare Linie des Papstes.

  • Coffin Corner

    |

    http://www.bistum-regensburg.de/news/kardinal-mueller-im-bistum-regensburg-5548/

    Zitat:
    Am Christkönigssonntag, dem 26. November um 15 Uhr, feiert das Bistum Regensburg mit Kardinal Müller im Regensburger Dom eine Dankesvesper anlässlich des 15. Jahrestags seiner Bischofsweihe. Dabei werden wir auf ein segensreiches Jahrzehnt zurückblicken, in dem Kardinal Müller als Bischof der Diözese Regensburg diente.

    Das Bistum feiert das „segensreiche Wirken“ des Herrn Müller.
    Beratungsresistent ist hier nicht nur ein Kleriker, sondern ganz offenkundig mehrere.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „Coffin Corner“ – Das nennt man Kirchendiplomatie, um
    GLM ruhigzustellen. Aber es kann nicht darüber hinweg-
    täuschen, daß er – Franziskus sei es gedankt – „weg vom
    Fenster“ ist.

  • R.B.

    |

    @ …haimo…
    IHR gesetzter Link ist leider nicht vollständig!
    Richtig:
    http://m.focus.de/regional/regensburg/kriminalitaet-abschlussbericht-zum-missbrauch-bei-domspatzen-am-18-juli_id_7336063.html

    Jetzt wartet man einmal ab was wirklich nicht drinnen stehen wird. Ihre Vermutungen bezüglich Müller & Co wird sich dann die nächste Woche zeigen.
    Zum Thema unabhängige Arbeit möchte ich auch schreiben, dass eigentlich zuerst alle Opfer zum Thema Domspatzenmissbrauch und Gewalt an erster Stelle stehen.
    Zuerst aber berichtete Focus Online heute früh, danach erst bekamen eine Vielzahl von Opfern eine Rundemail zum Thema geschickt – und so gleich dann wird diese Rundmail an die Opfer auf der Domspatzenhomepage veröffentlicht.
    Also gehts noch, wo bleibt denn da zum ThemA der nötige Respekt!
    http://www.domspatzen.de/de/chor/aktuelles/detail/article/abschlussbericht-wird-veroeffentlicht.html
    http://mobil.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/Missbrauch-bei-den-Domspatzen-Sonderermittler-legt-Bericht-vor;art1172,455756

  • Angelika Oetken

    |

    Ob sich jetzt wohl auch die „Würstchendosenaffäre“ aufklären wird?
    http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/Nach-Wuerstchendosen-Affaere-im-Vatikan-Lebt-Kardinal-Mueller-auf-300-Quadratmetern-;art1172,344162

    Habe vorhin mit einem Mitstreiter darüber beraten, warum es der Vatikan nicht nur zugelassen hatte, dass über diese grotesk-lächerliche Angelegenheit in den Medien berichtet wurde, sondern es sogar so aussieht, als sei die als Affäre deklarierte Sache, die Herrn Müller buchstäblich in die Rolle eines Hans Wurst drängte, offensiv von Rom aus in die Medien lanciert worden.

    Zu Würstchendosen fiel uns noch ein: man kann solche Dosenrohlinge zum Selbstbefüllen kaufen. Dazu ist nur ein Gerät nötig, mit dem man eine Falz zwischen Dosenrand und Deckel herstellt und so die Dose verschließen kann. Meine Tante Irmgard hatte sowas und konservierte ihre leckere Rotwurst darin. Es gibt Behältnisse unterschiedlichen Volumens. In ein großes würden locker 250 000 Euronen in großen Scheinen passen. Oder Dokumente oder Pretiosen, oder, oder, oder.

    Ich bin sicherheitstechnisch nicht kundig. Aber die Dosen sind aus Metall. Etiketten, mit denen man sie als Würstchendose tarnt, kann man am Farbkopierer drucken. Bis zu der Zeit, als die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen verschärft wurden, hätte sich ein hoher Kirchenfunktionär unter der Erklärung, er benötige den Inhalt als Reminiszenz an die Heimt und als Trost für die zahlreichen Entbehrungen, die sein Beruf so mit sich bringt, mit seinem Schatz an der Schleuse fast jedes internationalen Flughafens vorbei begeben können.

    Aber vielleicht hatte man im Büro des Vatikanischen Glaubenspräfekten auch wirklich nur ein wenig Trinkgeld für die netten, flinken jungen Pizzaboten in einer leeren Würstchendose aufbewahrt…

  • hutzelwutzel

    |

    @Mathilde Vietze:
    Ihr Wort in Gottes Ohr! ;-) Denke aber, dass GLM in dieser Diözese R. noch die meisten Anhänger unter den höheren Klerikern hat. Schliesslich war R.V. früher dessen Wissenschaftlicher Mitarbeiter und hätte ohne Gründung des Instituts BXVI. keinen Fuß in die Tür zur Bischofsebene erhalten.

    Interessanter ist, dass GLM nach eigener Aussage „im Vatikan bleiben“ will, obwohl der Kardinalstitel ein Ehrentitel ist, und soweit ich weiß „im Vatikan“ nur bleibt, wer dort auch einen Dienst zu verrichten hat.
    Wer es sich aber scheinbar wie er mit dem Chef des Hauses verscherzt hat, weil er u.a. – Zitat Prof. Dr. Wolfgang Beinert „dem Papst sagte, dass er nicht Papst kann“, der dürfte nach dem einminütigen Abschiedsgespräch kaum „im Vatikan“ bleiben dürfen und können. Untergräbt die Moral der Truppe nicht nur weil in einem der Häuser der Präfektur auch eine Orgie abgelaufen sein soll, und zu der Zeit GLM noch Chef der Präfektur war.

    @Haimo:

    Sie glauben echt, dass der Abschlussbericht irgendetwas Wesentliches bringen wird?
    Zu den Domspatzen vielleicht schon, aber keinesfalls zu weiteren Fällen die in anderen Einrichtungen der Diözese vorgefallen sein könnten, ja dürften.
    Es geht um die Nähe zur Bundestagswahl, und da soll Ruhe herrschen weil sonst die immer noch zur Sache schweigenden Abgeordneten gleich welcher Partei(gruppierung) kaum wählbar sein dürften.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „Hutzelwutzel:“ – GLM hat hier noch einige Sympathisanten.
    Soweit ich es aber einschätzen kann, handelt es sich hierbei um
    abgehalterte Prälaten, die nichts mehr zu sagen haben. Und
    meinetweg soll es Müller und auch anderen Geschaßten, „gut
    gehen“, die Hauptsache, sie haben keinen Einfluß mehr.

  • Mathilde Vietze

    |

    Gerhard Ludwig übt sich im Mitleidschinden,
    er sucht Leute, die ihn als bedauernswert finden.
    Hat er doch noch immer nicht kapiert,
    weshalb Papst Franziskus ihn hat abserviert.
    Wo doch Gott selbst ihm die Weisung gab,
    zu befehlen, was jeder zu glauben hab‘.
    Das Dogma hat eifrig er zelebriert,
    für Seelsorge hat er sich noch nie interessiert.
    „Das Gesetz ist für den Menschen“, wie Jesus spricht,
    gilt für ihn natürlich nicht.
    Das Wohl der Kirche war Franziskus Ziel,
    auch wenn Müller das nicht begreifen will.
    Müller ist nicht nur arrogant,
    er ist auch als Narziß bekannt.
    In jeder Pfütze, die die Straße füllt,
    sieht er sogleich sein Spiegelbild.
    Und so er nicht weiterläuft,
    fällt er hinein und ersäuft.
    Doch flehen wir alle im Gebet,
    daß dieser Kelch an ihm vorübergeht.
    Auch die Krokodilstränen, die er medienwirksam vergießt,
    ändern nichts daran, daß er „weg vom Fenster“ ist.
    Es wäre das Beste für die Zukunft der Christenheit,
    der verschwände bald in der Bedeutungslosigkeit.

  • aucheinehemaliger

    |

    Nein, Frau Vietze, es soll ihm und seinen Anhängern überhaupt nicht gut gehen, weder finanziell, noch sonst irgendwie. Wer die schützt, die sich an Wehrlosen vergreifen, dem soll es dreckig gehen. Viel zu vielen geht es wegen ihm und seinen Helfern dreckig. Es soll den Tätern, ihm und seinen Spezln richtig beschissen gehen.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „Aucheinehemaiger“ – Für Müller ist es die schlimmste (und gerechteste)
    Strafe, daß er offiziell nichts mehr zu melden hat. Das ist für ihn schlimmer,
    als wenn man ihn mit Gehaltskürzungen usw. überziehen würde. Außer-
    dem werden sich mit der Zeit – hoffentlich – auch alle Reaktionäre, die ihm
    bisher „die Stange gehalten“ haben, von ihm zurückziehen, bzw. ihn nicht
    mehr öffentlich hofieren.

  • Angelika Oetken

    |

    Wegen der Anerkennungszahlungen: waren es nicht die VertreterInnen der Katholischen Kirche selbst, die nicht wollten, dass die Begriffe „Schadenersatz“ oder „Schmerzensgeld“ fallen? Weil sie juristisch definiert sind und etwas bedeuten würden, was als „Anerkennung einer Rechtspflicht“ bezeichnet wird?

    Und: hat denn überhaupt schon eines der Opfer des Bistums Regensburg mehr als die 5000 Euro Anerkennungszahlung erhalten, die die Deutsche Bischofskonferenz und die Deutsche Oberenkonferenz den Mitgliedern des Runden Tisches Kindesmissbrauch 2011 nannten?

    „3. Materielle und immaterielle Leistungen
    3.1 Bereits am 30. September 2010 hatten die Deutsche Bischofskonferenz und die Deutsche Ordensobernkonferenz dem Runden Tisch „Sexueller Kindesmissbrauch“ der Bundesregierung ein Modell für „Leistungen in Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde“ vorgestellt. Am 2. März 2011 wurde das in der Zwischenzeit präzisierte Modell nach erneuter Vorstellung am Runden Tisch öffentlich bekannt gemacht. Mit dem Leistungspapier wird eine klar geregelte Kostenübernahme für Therapien, einschließlich Paartherapien, zugesagt, soweit diese von den Krankenkassen nicht getragen werden. Darüber hinaus werden materielle Anerkennungszahlung von bis zu 5.000 Euro geleistet. In besonders schweren Fällen sind höhere oder zusätzliche Leistungen möglich. “
    http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/Dossiers/17-DT_Thema-sexueller-Missbrauch.pdf

    Die Höhe dieser Pauschale hatte damals Dr. Hans Langendörfer SJ, Sekretär der DBK festgelegt. Soweit ich informiert bin, ist das mit dem „vorgestellt“ (siehe Zitat, 4. Zeile des Textes) wortwörtlich zu nehmen. Denn eine Verhandlung über die Höhe von Summen war wohl von Seiten der KirchenvertreterInnen nie vorgesehen. Sie wurden diktiert. Lief das bei den Sitzungen, die das Kuratorium des Bistums Regensburg abhielt etwa anders?

  • Angelika Oetken

    |

    „Man kann das nach Jahren nicht mit Geld gutmachen“: sicher nicht. Lebenszeit ist unbezahlbar, der Schaden nicht zu erfassen. Aber da die Hinweise deutlich sind und sich stetig mehren, dass die Katholische Kirche direkt und indirekt am Missbrauch gut verdient hat, liegt es doch sehr nahe, dass sie ihren Opfern etwas von ihrem Vermögen abgibt.

  • aucheinehemaliger

    |

    @ Vietze
    Bei dem Schaden, den er mit seiner klerikalen Clique angerichtet hat ist “nichts mehr zu melden haben“ gar nichts.

  • Mr. T

    |

    Dieses „Deckel drauf und aus der Schusslinie nehmen, Hauptsache es bleibt nicht zu viel an der Institution hängen“ ist ja genau die typische innerkirchliche Bestrafung für Täter gewesen. Wie erfolgreich das war, kann man ja gerne mal zum Beispiel die Opfer von Riekofen fragen. Und genauso darf es nicht reichen, dass Müller einfach nur nichts mehr zu melden hat. Man muss ihm immer wieder öffentlich seine Verfehlungen unter die Nase reiben in der Hoffnung, dass vielleicht mal Einsicht oder Reue einkehrt. Da Müller als Täter zweiten oder dritten Grades wohl kaum gesetzlich zur Rechenschaft gezogen werden kann, muss es es wenigstens gesellschaftlich passieren.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „MiReg“ – Ich bin gläubige (und kritische) Katholikin.
    Ob ich eine „gute Katholikin“ bin, müssen andere be-
    urteilen.

    Zu „Auch ein ehemaliger“ – Sie haben ja recht, aber stellen Sie sich
    mal vor, es würden gegen Müller offiziell Sanktionen verhängt: Die
    gesamte kirchenlichen Reaktionäre samt den reaktionären Medien
    würden aufheulen und GLM würde sich als Märtyrer gebärden.
    Und dieses „Erfolgserlebnis“ hat er ja nun wirklich nicht verdient.
    Es ist wie bei TvE: Über den redet doch heute auch keiner mehr.
    Und so sollte GLM nach einiger Zeit auch in der Versenkung ver-
    schwinden.

  • aucheinehemaliger

    |

    @ Vietze
    Und in der Versenkung macht er sich derweil ein schönes Leben, pflegt seine Kontakte und knüpft neue Verbindungen ( neudeutsch Netzwerk ) und wartet auf die Gelegenheit, aus der Versenkung wieder aufzutauchen. Seine Jünger warten derweil bereits auf die Rückkehr ihres Messias, während die
    von ihm verarschten Opfer von psychischer, körperlicher und sexueller Gewalt weiterhin oft täglich um ihr Überleben kämpfen.
    Und das nennen sie genug gestraft!

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Auch ein Ehemaliger: Nein, ich meine nicht, daß er jetzt
    „genug gestraft“ ist, aber die jetzige Situation tut ihm
    b e s o n d e r s w e h , weil er sich ja zu Unrecht so
    behandelt fühlt. Ich habe allerdings auch kein Patentrezept,
    wie man ihn noch strafen könnte ohne Gefahr zu laufen, daß
    er sich erneut in der Märtyrersolle sonnt.

  • blauäugig

    |

    Ich finde das Märtyrergeschwafel ziemlich deplatziert, sind Märtyrer doch jene, welche für ihre Weltanschauung tatsächlich ihr Leben lassen.
    Und um unsachlich zu werden, bei GLM, dessen Bestrafung lediglich in einer Nichtverlängerung des Status besteht, reicht es nicht mal zum „Eintürer“

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „blauäugig“ – Wissen Sie ein Rezept, wie man verhindern kann, daß
    GLM sich ausgerechnet diesen Schuh anzieht, obwoh genau d e r ihm
    überhauptnicht zusteht?

  • Angelika Oetken

    |

    Was die Aufklärung und Aufarbeitung der Missbrauchskriminalität, die das Bistum Regensburg zu verantworten hat angeht, scheint jetzt Phase 3 eingeläutet worden zu sein. Nachdem die Opfer und Mitbetroffenen die Sache mit Hilfe der Medien angeschoben haben, die institutionell Verantwortlichen mit Leugnen, Tricksen und Täuschen versuchten, die Sache zu behindern und dann – zum Schein – kooperieren, beginnen sie jetzt, aufeinander los zu gehen. Nachdem zuerst Kardinal Müller die Schuld zugeschoben wurde, ging es ja gestern gegen Georg Ratzinger. Jetzt hat Müller zurückgeschossen http://www.sueddeutsche.de/panorama/missbrauch-in-der-katholischen-kirche-kardinal-mueller-fordert-entschuldigung-von-missbrauchsbeauftragtem-des-bundes-1.3595841

    Auch wenn ich mit der Agenda, die Herr Müller und seine Kollegen mutmaßlich verfolgen überhaupt nicht einverstanden bin, so kann ich seine Reaktion doch nachvollziehen. Gerhard Ludwig Müller hat lediglich ausgeführt, was seine Kirche für den Umgang mit Missbrauchsfällen vorsieht. Dass dies eine einzige Missachtung und Verhöhnung von Opfern darstellt und den Kinderschutzgedanken ad absurdum führt, spricht für sich. Liegt aber nicht in der Verantwortung einzelner Personen. Sondern ist deren System geschuldet.

  • Angelika Oetken

    |

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/missbrauchsskandal-eine-geste-der-demut-von-kardinal-mueller-waere-das-mindeste-1.3594712

    Wäre es nicht zielführender, die bisher gewonnenen Erkenntnisse in Verbesserungen einfließen zu lassen, anstatt sich in gegenseitigen Schuldzuweisungen zu ergehen?

    Es gibt genug wichtige Baustellen. 2014 wurde auf dem Hearing „Aufarbeitung“, zu dem der Unabhängige Beauftragte, Johannes-Wilhelm Rörig eingeladen hatte, Wesentliches zum Thema zusammen getragen. Richter Sean Ryan, Vorsitzender der Irischen Untersuchungskommission teilte seine Erfahrungen mit den TeilnehmerInnen https://beauftragter-missbrauch.de/fileadmin/Content/pdf/Der_Beauftragte/Hearings_Dialog_Kindesmissbrauch/3._Hearing/Rede_deutsch_Richter_Sean_Ryan_Hearing_30.04.2013_accessible.pdf
    Seine Schilderungen verdeutlichen, dass es an verbindlichen Standards für Untersuchungs- und Aufarbeitungsprojekten fehlt. Ich würdige die Arbeit von Ulrich Weber und seinem Team. Aber sie kann allenfalls Teil eines umfassenden Aufklärungsprozesses sein. Der große Rest muss unter Aufsicht von Institutionen erfolgen, die unabhängig genug vom Bistum Regensburg bzw. der Katholischen Kirche sind, um die Ursachen der komplexen, systematischen Misshandlung und sexuellen Ausbeutung zu ergründen. Und erfahren genug, um von da aus passgenaue Vorschläge für die Zukunft ableiten zu können.

  • Angelika Oetken

    |

    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/missbrauch-bei-den-regensburger-domspatzen-streit-zwischen-kardinal-mueller-und-johannes-wilhelm-roerig-a-1158872.html

    Ich kann mir gut vorstellen, dass ein persönliches Gespräch zwischen Kardinal Müller und Johannes-Wilhelm Rörig für beide Seiten erhellend wäre. Ein Streit spielt in dieser Angelegenheit nur denen in die Hände, die triftige Gründe haben, immer schön nur oberflächlich schürfen zu lassen und dazu alles daran setzen, vom Eigentlichen abzulenken.

    Nach wie vor ist z.B. unklar, wie viel die Stiftung Etterzhausen mit dem Betrieb der Domspatzenvorschule verdient hat und an wen dieser Gewinn geflossen ist. Wenn das Bistum in einseitiger Manier die Modalitäten für die versprochenen Genugtuungsleistungen festlegt, dann ist das sicherlich in seinem Interesse. Aus der Perspektive der Geschädigten heraus, wären aber andere Berechnungsgrundlagen zur Ermittlung von angemessenen Zahlungen und Hilfen angezeigt.

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