Ein NS-Profiteur wird zum selbstlosen Judenschützer

Von Verwüstungen, Verleugnungen und Verklärungen bei Theobald Schrems

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Der ehemalige Domkapellmeister Theobald Schrems gilt in Regensburg als sakrosankte Institution. Selbst in der unmittelbaren Nachkriegszeit, als das Engagement des Chors und seines Leiters für Nazigrößen, Nazipartei und Nazireich durch die Kriegsniederlage eben beendet worden war, blieb Schrems weitgehend unbehelligt. Das Umfeld der Domspatzen, maßgeblich Schüler von ihm, arbeitet seit Jahrzehnten an einem geschönten Image des Chorleiters, insbesondere bezüglich seiner Rolle in der Nazizeit. Auch die im Oktober 1945 erstmals lizensierte Mittelbayerische Zeitung trug nicht zur Klärung dieser Rolle bei. Ende 2012 verstieg sich der Journalist Helmut Wanner in der MZ sogar zu der Spekulation, Schrems habe in der NS-Zeit als aktiver Judenschützer gewirkt.

Unverkennbare Nähe: Theobald Schrems 1938 auf dem Obersalzberg im Gespräch mit Adolf Hitler. Foto im "Illustrierten Beobachter" 1938.

Unverkennbare Nähe: Theobald Schrems 1938 auf dem Obersalzberg im Gespräch mit Adolf Hitler. Foto im „Illustrierten Beobachter“ 1938.

Die Mittelbayerische Zeitung gegen die nationalsozialistischen Verwüstungen

Als der Verleger Karl (Friedrich) Esser am 23. Oktober 1945 im Historischen Reichssaal feierlich „die Lizenz Nr. 5“ der amerikanischen Militärregierung erhielt, sollte für die Regensburger Presselandschaft ein neuer Zeitabschnitt beginnen. Karl Esser, der in der Nazizeit als SPD-Funktionär politisch verfolgt und mehrfach im Dachauer Konzentrationslager interniert worden war, galt bei den amerikanischen Militärs als fortschrittlicher Geschäftsmann, der eine demokratische Presse mit aufbauen sollte.

Er nahm diese Aufgabe mit Überzeugung an, wie seine Festrede zeigt: „Wir, die wir von allem Anfang an das Unheil des Nationalsozialismus erkannten und für die die letzten zwölf Jahre ein furchtbarer Alpdruck waren, sehen auch heute klar die Aufgaben, die einer neuen Presse in diesem Land gestellt sind.“ Esser hatte ein sehr schweres Unterfangen für die „Mittelbayerische Zeitung“ vor Augen: „auf moralischem und geistigem Gebiet gilt es, die Verwüstungen zu beseitigen, die die nationalsozialistischen Irrlehren angerichtet haben.“

Der zweite Festredner blies in dasselbe Horn. Oberbürgermeister Gerhard Titze (SPD) bedankte sich bei den amerikanischen Militärs für die Regensburger Lizenz und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Deutschen „nach Durchführung der Denazifikation wieder ein Volk im demokratischen Rat freier Völker“ würden.

Nazi im Priesterrock

Doch nicht alle der Anwesenden gehörten zu dem von Esser beschworenen „Wir“. Nicht für alle der geladenen Festgäste waren die letzten zwölf Jahre ein furchtbarer Alpdruck. Einer stieg in der Nazizeit wie kaum einer anderer seines Standes auf, wurde Professor von Hitlers Gnaden und vertrat auf einer vom „Führer“ persönlich finanzierten Weltreise als kultureller Botschafter das Großdeutsche Nazireich.

Die Rede ist von Theobald Schrems, der die feierliche Vergabe der Presselizenz mit den „Domspatzen“ musikalisch gestaltete. Dies tat der Domkapellmeister ebenso routiniert wie sieben Jahre zuvor, als er den Domchor auf dem Reichsparteitag der NSDAP dirigierte. Das Mittun von Schrems beschränkte sich jedoch nicht auf musikalische Auftritte. Gleich nach der Gründung übernahm er im November 1933 die Ortsleitung des Bayerischen Landeskartells der Musikerschaft in der NS-Reichmusikkammer, welche „deutsche“ Musik(er) durchsetzen und sogenannte „artfremde“ ausschalten sollte. Trotz seiner vielfältigen Tätigkeiten für Partei und NS-Staat musste er sich aber keinem Entnazifizierungs-Verfahren unterziehen, da Geistliche allgemein davon ausgenommen waren.

Wie kam es, dass die Mittelbayerische Zeitung, als vielversprechende „neue Presse“ der Nachkriegsjahre, den Domkapellmeister und Nazi im Priesterrock nicht mit seinem Engagement für das NS-Regime konfrontierte? Landesübliche Verdrängung und Täterschutz? Falsche Rücksichtnahme auf den Stand der Kleriker? Als die Festredner vom Oktober 1945 den expliziten Anspruch nach Entnazifizierung und Beseitigung der Naziirrlehren vortrugen, hatte die Militärregierung bereits einen Großteil der NS-Belasteten aus den öffentlichen Ämtern entfernt. Karl Esser war an diesem Prozess seit Mai 1945 als Ratgeber der Amerikaner maßgeblich beteiligt, zuletzt als Vorsitzender des sogenannten „Denazifizierungsausschuß“ für den Regierungsbezirk Niederbayern/Oberpfalz. Im Fall von Theobald Schrems wurde er, voll im Mainstream schwimmend, diesem Anspruch aber nicht gerecht.

Auftrittsverbot für die Domspatzen

Zum Zeitpunkt der Verleihung der Presselizenz hatte sich das Engagement des Domspatzen-Leiters Schrems für die NSDAP und das NS-Regime noch nicht bis zur Amerikanischen Militärregierung herumgesprochen. Vielmehr durfte er in den ersten Nachkriegsmonaten mit dem Domchor bei den neuen Machthabern auftreten. Die Konfrontation mit der Nazizeit setzte erst ein Jahr später ein, führte daraufhin gegen Ende 1946 zu einem Verbot der öffentlichen Auftritte der Domspatzen außerhalb des kirchlichen Rahmens.

Dieser von US-Offizieren verhängten Sanktion war ein spöttisch-süffisanter Bericht vorausgegangen, der am 9. September 1946 in einer für die deutsche Bevölkerung von der US-Militärregierung herausgegebenen Zeitung, der „Neue Zeitung“, erschien.

Die Spatzen und „Die Neue Zeitung“

Spatz und höhere Tiere Die Neue Zeitung 9 September 1946Unter der Überschrift „Spatzen und höhere Tiere“ wird darin vorsichtig auf den verdienten Ruhm des Knabenchors hingewiesen, um im Anschluss daran auch die schriftstellerischen Fähigkeiten seines Leiters hervorzuheben. Schrems wäre demnach, so der Tenor des Artikels, der gut geeignete Mann, die „Geschichte der Domspatzen“ zu schreiben. Besonders gespannt könne man auf die Schilderung der „Geschicke des Knabenchors im Dritten Reich“ sein. Die Rolle des Domchorleiters in der NS-Zeit endlich öffentlich zu thematisieren, war das Hauptanliegen dieses Zeitungsberichts.

Besonders interessierte sich der nicht namentlich genannte Autor für eine öffentliche Äußerung von 1937 über „die ganze Größe und jugendfrische Lebenskraft der nationalen Bewegung“, die, so Schrems seinerzeit, auch bei den Domspatzen gewirkt habe. Weiter wäre von Interesse, wie Schrems seine musterhaft erfüllte Propagandarolle für das NS-Regime während der Südamerikareise interpretiere. Der Autor des Zeitungsartikel wollte zudem gerne wissen, wie es um die Nähe von Schrems zu Adolf Hitler stand, die unverkennbar in einer Fotografie von den Domspatzen mit Chorleiter nebst „Führer“ auf dem Obersalzberg vom August 1938 zum Ausdruck kommt.

Mit großer Raffinesse wechselt der Text von einem leisen Lob zu akkurat formulierten Vorhalten. So zum Beispiel in Bezug auf das grundsätzliche Bekenntnis von Schrems von 1938, wonach das Führerprinzip mit Recht „auf allen Gebieten neu erwacht und zum Prinzip geworden“ sei. Oder die Schwärmerei, der „gemeinsame Einzug des Chores und der deutschen Truppen in der Rumänischen Hauptstadt Bukarest“ sei ihm, Schrems, unvergesslich. Unmissverständlich schließt der Autor mit der Aufforderung, Schrems möge jedenfalls den Ehrentitel eines Professors, den Hitler ihm aus Gefälligkeit im Jahre 1937 verlieh, nicht mehr tragen. Da Schrems dieser Forderung jedoch nicht folgte, ziert ein „Professor“ seinem Namen auch auf den posthumen Gedenksteinen.

Büste für den Professor von Hitlers Gnaden vor dem Domspatzen-Gymnasium in Regensburg. Foto: Werner

Büste für den Professor von Hitlers Gnaden vor dem Domspatzen-Gymnasium in Regensburg. Foto: Werner

Professor Schrems verleugnet

So brillant der Text der „Neuen Zeitung“ auch aufgebaut war, so wenig Langzeitwirkung hatte er. Wie wir heute wissen, hat sich Schrems so wie die allermeisten NS-Belasteten verhalten und jegliche Verantwortung, ja sogar sein initiatives Mittun in der „nationalen Bewegung“ abgestritten. Er habe nur, so seine weitverbreitete Verteidigungslinie ehemaliger Führungskräfte, unter Lebensgefahr Schlimmeres verhindert. Nämlich die Auflösung des Domchors. Innerlich sei er immer ein Gegner der Nationalsozialisten gewesen.

Zur Aufhebung des Auftrittsverbotes für den Domchor musste Schrems zunächst seinen Leumund wieder herstellen. Das geeignete Mittel dafür waren unter anderem Empfehlungsschreiben, die – ähnlich wie die Persilscheine für die Spruchkammerverfahren zur Denazifizierung – an Bürgermeister Titze und andere hochrangige Politiker gerichtet wurden.

Zum Teil verfassten erwachsene Domspatzen, die mit Schrems vormals das Großdeutsche Reich repräsentierten, solche Schriftstücke. Erbost und mit Seitenhieb auf den Bericht der „Neuen Zeitung“. Und mit Erfolg – im Laufe des Jahres 1947 wurde das Verbot eines außerkirchlichen Auftritts wieder aufgehoben.

Schrems jedoch hat nie öffentlich mit den persönlichen Verwüstungen „auf moralischem und geistigem Gebiet“ (Esser), die sein engagiertes Mittun im NS-Regime auslösten, aufgeräumt. Durch sein Verleugnen hat er eine „Zweite Schuld“ (Ralph Giordano) auf sich und in der weiteren Folge auch auf die Domspatzen-Gemeinde geladen , die größtenteils in den Chor der Verleugnung einstimmte.

Schrems als Überwinder der NS-Gefahren

Als die Leitung der MZ im September 1946 entschied, die Berichterstattung der „Neuen Zeitung“ über das Engagement von Chorleiter Schrems für das NS-Regime überhaupt nicht aufzugreifen, war die allgemeine Stimmung in Sachen Entnazifizierung längst gekippt. Die mittlerweile angelaufenen Spruchkammerverfahren galten nicht mehr als Voraussetzung, sondern als Hindernis für einen Neubeginn. Hinderlich zum Beispiel, um eine wohl funktionierende Stadtverwaltung wieder aufbauen zu können.

Auch Karl Esser schwenkte um und bereits im Sommer 1946 versuchte er, dem ehemaligen Nazi-Bürgermeister, NSDAP- und SS-Mitglied Hans Herrmann mit einem gefälligen Persilschein zu dessen Denazifikation zu verhelfen. In den Berichten der MZ über Herrmanns Spruchkammerverfahren drückte sich dieser Schwenk folgerichtig ebenso aus, kaute man doch die Verteidigungslinie Herrmanns, wonach er Nazigegner gewesen wäre, getreu wieder.

Anfang 1948 veränderte sich dann die Zusammensetzung der Zeitungsredaktion. Jene belasteten Lokalredakteure, die bis zur „Gleichschaltung“ von 1933 für die hiesige katholische Presse gearbeitet und danach in die Nazizeitung „Regensburger Kurier“ gewechselt waren, wurden von US-Offizieren nach Kriegsende zunächst für die Pressearbeit kaltgestellt. Als die Amerikaner dann 1948 die Kontrolle über diese Angelegenheiten allmählich aus der Hand gaben, zogen diese belasteten Journalisten prompt in die Redaktionsstube der MZ ein. Dass solcherart verstrickte Reporter keinerlei Interesse daran hatten, sowohl den Aufstieg der Herrmanns, Schottenheims und Schremsens im NS-Regime als auch die kaum bekannte Mitgliedschaft von Karl Esser in der Deutschen Arbeitsfront (DAF) und der NS-Volkswohlfahrt (NSV) bzw. seine Funktion als „Blockwart des Reichsluftschutzbundes“ kritisch zu thematisieren, liegt auf der Hand.

In der leider nicht gedruckten Magisterarbeit von Michael Bledl, „Die Entstehung der Mittelbayerischen Zeitung“ (1992), werden die entsprechenden historischen Hintergründe wie die Verdienste Essers gekonnt herausgearbeitet.

Als Schrems im Sommer 1949 sein 25jähriges Jubiläum als Kapellmeister feierte, phantasierte die MZ: Ein Verdienst von Schrems sei die „Überwindung der durch das nationalsozialistische Regime heraufbeschworenen Gefahren“ gewesen. Wie der Chorleiter sich hingegen selbst präsentierte, zeigt ein Spätwerk von ihm.

Deutschtümelei in Nazisprache

Ein Jahr vor seinem Tod verfasste Schrems eine kirchenmusikalische Denkschrift für die Nachwelt. Er nennt sie auch einen Mahnruf, der den Titel „Musik und Ethos. Kult und Kultur – Singen und Seelsorge“ (1962) trägt. Als Autorenbezeichnung ließ er, offenbar erfüllt von Eitelkeit, niederschreiben: Domkapellmeister – Prälat – Professor Dr. Theobald Schrems – Apostolischer Protonotar – Leiter der „Regensburger Domspatzen“. Obgleich mittlerweile todkrank, breitet er voller missionarischer Überzeugung und ohne einen Hauch von Zweifel sein ultramontanes Weltbild aus. Sein Mittun in der Nazibewegung bleibt freilich außen vor, es geht ihm um Größeres.

Der Mahnruf behandelt unter anderem die Entstehung der Vokalchöre im Allgemeinen und die Bedeutung der christlichen Kirchenmusik, der lateinischen Messe und der Sängerschulen. Ohne Zaudern und zum Teil in Nazisprache preist er in dem Büchlein seine völkischen Hausrezepte an: Das deutsche Volk sei zwar das musikalischste der Erde. Indes sei „dieser ganze deutsche Volkscharakter … aber heute, weil unser Volk nicht mehr singt, am Schwinden und durch fremdländische Einflüsse gefährdet“. Deutschsprachige Choralstücke, welche anstelle der lateinischen gesungen werden, seien „abstoßend, ganz artfremd und langweilig und damit schon des Gottesdienstes unwürdig“.

Theobald Schrems – ein völkischer Piusbruder?

Ein Hochamt mit einem „völlig verstummten Volk“ und „einem weltlich ausgerichteten Kirchenchor“, so Schrems weiter, habe jedoch ebenso eine Sehnsucht nach Änderung hervorgerufen wie ein Gottesdienst mit neuer „volksfremder ‚Kunst‘, bis zur Atonalität oder gar jazzähnlichen Wesens“. Allerdings steht eine Abkehr von der (jüdischen) Atonalität und dem (amerikanischen) Jazz für Domkapellmeister Schrems noch bevor. Eine Veränderung komme „aber einzig und allein durch Hinwendung zum Heiligen Pius X.“ zustande.

Domkapellmeister Theobald Schrems um 1937. Foto: privat

Domkapellmeister Theobald Schrems um 1937. Foto: privat

Der Chorleiter schwärmt vom konservativen Papst Pius X.. Jenem Pontifex, der 1903 die Errichtung der altkirchlichen Sängerschulen als „verpflichtendes Gesetz“ verordnete, jedoch die Frauenstimmen und alle Instrumente außer der Orgel in der Kirchenmusik verbot und den gesamten Klerus gegen die bürgerlichen Freiheiten und zum „Antimodernisteneid“ verpflichtete. Die Sängerknaben, so Schrems unter Berufung auf Pius X. weiter, „sollen mit allen Mitteln zum liturgischen Gesang erzogen werden.“ [Herv. i. O.]. Für Schrems, der sich mit dieser päpstlichen Legitimation nicht scheute, seine Sängerknaben ohne weiteres blutig bis unters Klavier zu schlagen, ist eine solche Hinwendung zu Pius X. unabdingbar. Sie sei sowohl für die Stärkung des Volksliedes als auch für die richtige Volkserziehung wichtig.

Wenige Tage nach dem Erscheinen der Schremsschen Denkschrift begann in Rom das Zweite Vatikanische Konzil, über dessen Ablehnung sich die „Bruderschaft Pius X.“ gründen sollte. Hätte Schrems das Aufkommen dieser Piusbruderschaft erlebt, sie hätte seine ideologische Heimat und er ihr Vorzeige-Kapellmeister werden können.
Als der MZ-Redakteur Helmut Wanner Ende 2012 in die Tasten griff, nahm er jedoch eine völlig andere Bewertung des Domkapellmeisters vor.

Der engagierte Nazi als Judenschützer

Dass das Engagement von Theobald Schrems in der NS-Zeit irgendwie problematisch gewesen sein könnte, damit mag sich Wanner in seinem Artikel überhaupt nicht abgeben. Sein Interesse liegt offenbar vielmehr darin, den Hitler-Günstling und Nutznießer des NS-Regimes Schrems endlich aus dem anrüchigen Nazi-Dunstkreis zu entfernen. Zu diesem Zweck ersann der Journalist im Nachhinein einen „jüdischen Domspatzen“, der 1938 – so die Überschrift des MZ-Artikels vom 15. Dezember 2012 – auf Hitlers Berghof am Obersalzberg im Chor singen musste.

Im Januar in der MZ: 16seitige Werbebeilage für die Regensburger Domspatzen.

Im Januar in der MZ: 16seitige Werbebeilage für die Regensburger Domspatzen.

Gemeint ist der uneheliche Sohn eines jüdischen Musikers und einer katholischen Sängerin, die die Existenz eines jüdischen Vater sowohl gegenüber dem Knaben als auch den Behörden verheimlichte. Der Domkapellmeister jedoch soll, so Wanner unter Berufung auf den Sohn, von der Mutter eingeweiht worden sein. Ob ein Einweihen tatsächlich auch in diesem Sinne passiert ist, muss jedoch dahingestellt bleiben, dafür gibt es keinerlei Beleg.

Darüber hinaus behauptet Wanner, dass Schrems den besagten Sängerknaben vor den Nazis sogar geschützt haben soll. Eine Benennung konkreter Gefahren, gegen die der Chorleiter seine schützende Hand gehalten haben könnte, bleibt Wanner freilich schuldig. Warum, so die nächste Ungereimtheit, sollte sich die Mutter gerade an Theobald Schrems gewandt haben, der seit der Machtergreifung 1933 kaum eine Gelegenheit verpasst hatte, mit völkischem Sendungsbewusstsein vor Nazigrößen aufzutreten? Wieso gerade an Schrems, der als Akteur der NS-Reichsmusikkammer jüdische Musiker, wie der Vater des Knaben einer war, „ausschalten“ sollte?

Und nicht zuletzt: Mit welcher Definition Wanner den Jungen als „jüdisch“ klassifiziert, etwa unter Anwendung der Nürnberger NS-Gesetze, der jüdischen Religionsgesetze oder anhand einer Selbstbezeichnung des Knaben, dies bleibt sein Geheimnis. Aber so wird der Professor von Hitlers Gnaden zum selbstlosen Judenschützer, der seine Widerstandstaten mit ins Grab genommen hat.

Schrems als politischer Idiot

Als Gewährsmann für die Verklärung des Domchorleiters zum Widerständler hat Wanner unter anderem den ehemaligen Schrems-Schüler Karl Frank ausgewählt. Auch Frank, ein Studienrat i. R., sang 1938 auf dem Obersalzberg als braungekleideter Domspatz vor Hitler und ausgewählten Nazifiguren. „Vor ihren späteren Mördern“, wie Frank sich rückblickend und verdrehend ausdrückt bzw. von Wanner unkommentiert übernommen wird.

Zum hundertjährigen Geburtstag des Chorleiters 1993 hat Karl Frank die NS-Zeit von Schrems in einem Beitrag für eine Gedenkschrift nochmals ausführlich und vor allem positiv bilanziert. Jedoch musste er den Kapellmeister hierfür zum Deppen erklären. Zu einem Idioten, der in „seiner politischen Unbedarftheit“ angeblich nicht gewusst haben soll, mit wem er sich im NS-Regime eingelassen habe.

In lupenreiner geschichtsklitternder Manier unterschlägt oder verleugnet Frank in seiner Arbeit herausragende Auftritte der Schremsschen Domspatzen: wie z.B. den Regensburger NSDAP-Gautag 1933, den Parteitag des Großdeutschen Reichs 1938, private Konzerte für den Kriegsverbrecher Herrmann Göring und den Reichsminister Bernhard Rust. Frank bespricht tendenziös nur das, was ohnehin bekannt ist, und verleugnet das engagierte Mittun seines Chorleiters, wo es irgendwie geht.

Domspatzen-Auftritt in Veit Harlans antikatholischem Propagandafilm „Das unsterbliche Herz“ 1939.

Domspatzen-Auftritt in Veit Harlans antikatholischem Propagandafilm „Das unsterbliche Herz“ 1939.

Die bittere Einsicht, dass Chorleiter Schrems die Sängerknaben – also auch ihn – für den eigenen Aufstieg im Nazireich missbrauchte, fehlt in den Darstellungen von Karl Frank bzw. in Wanners Reportage gänzlich.

Die Verwüstungen „auf moralischem und geistigem Gebiet“ dauern an. Sie wurden nicht, wie die Festredner von Oktober 1945 forderten, beseitigt, sondern via „Zweite Schuld“ an die nächsten Generationen weitergegeben.

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Kommentare (39)

  • Veronika

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    Danke für diesen Artikel, wie übrigens auch für den Bericht über die „Pille danach“ und den aktuell berichteten „Kurswechsel“ im Uni-Klinikum. Wenn es R-Digital.de nicht gäbe, man müsste es erfinden!

  • Erich

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    Mir wurde einmal erzählt dass sich der Schrems in Regensburg umgebracht haben soll.
    Damals gab es schon immer wieder großen Streit mit dem Georg Ratzinger – und dem Domspatzen-Chor. Der Georg Ratzinger , der Bruder vom heutigen Papst , hat dann die Stelle vom Schrems bekommen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Theobald_Schrems

  • Bernhard Segerer

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    Ich schließe mich Veronika an!

  • Stattamhofer

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    Lesenswerter Artikel, jedoch geht Werner dem MZ-Journalist H. Wanner auf den Leim. Denn Wanner ist, so mein Eindruck, der Wahrheitsgehalt seiner Geschichten egal. Dem Wanner braucht man nicht argumentativ zu kommen.

    Wanner war es, der dem Prälaten Wilhelm Schätzler den Gefälligkeitsdienst erwies und das unverkennbar judenfeindliche Hetz-Deckenfresko in St. Kassian in eine Anklage der Judenfeindschaft umlog.
    Wanner war es, der dem Kulturreferenten Unger in großer Not beisprang und dessen Napoleon-ist-Schuld-Propaganda unhinterfragt verbreitete.
    Und nun will Wanner glauben machen, dass T. Schrems im NS ein Judenschützer gewesen sei. Dies dürfte einmalig sein: eine Schutzfunktion zu behaupten, ohne benennen zu können/brauchen, worin der Schutz bestanden habe.

    Wanner schreibt, was die MZ-Leserschaft und seine Auftraggeber lesen wollen. Jede Stadt bekommt die Heimatzeitung, die es verdient. Habe die Ehre!

  • zeitweg

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    Stattamhofer bringts auf den Punkt: Regensburgs Bullshitter haben ihr geeignetes Umdeutungs-Forum!
    Gut, dass RD den Schmerz lindert, – Dank auch an Robert für das unermüdliche Engagement.

  • schorsch

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    toller artikel, zu dem in der unter-ueberschrift hernn wanner von der MZ sei nur darauf verwiesen, das es genau dieser mensnsch war, der „schlechter journalistischer stil“ fuer regensburg deffiniert hat, als er mit unwahren behauptungen stimmungsmache bezueglich kreueze in klassenzimmern betrieb:
    Die MZ hatte am 13. November als erste Zeitung von dem vermeintlichen Skandal am Albertus-Magnus-Gymnasium berichtet und dabei offengelegt, das der betroffene Vater als Wissenschaftler an der Uni Regensburg arbeitet. In der Folge erhielten er und mehrere Kollegen mit ausländisch klingenden Namen beleidigende E-Mails und Anrufe, auch von mindestens einem Kommunalpolitiker.
    aus:
    http://www.regensburg-digital.de/%E2%80%9Ekruzifix-streit%E2%80%9C-kritik-am-schulburgermeister/23112010/

  • Schenkelklopfen von rechts

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    Die SPD-Lichtgestalt Karl Friedrich Esser, der größtmöglichste lokale Widerstandskämpfer in der allerdunkelsten Zeit aller Zeiten dieses Weltkulturerbes, der mehrfach schutzhaftgeschädigte Antifaschist, Vorsitzende im Denazifizierungsausschuß für den Regierungsbezirk Niederbayern/Oberpfalz, Nazis-raus-aus-dem-öffentlichen-Dienst-Aktivist, plipper-plapper, quitschi-quatschi, und dergleichen mehr …: war im DAF, war in der NSV, war Blockwart des Reichsluftschutzbundes?!?
    Nein, niemals, gar nie nicht!
    Das ist übelste Bein-Anpinkelei unter journalistischen Konkurrenzunternehmen.

  • Stattamhofer

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    Wer zahlt schafft an. In der abgebildeten MZ-Werbebroschüre wird ein „Blick Hinter die Kulissen“ bloß versprochen. „Vom großen Abenteuer ein Domspatz zu sein“, ist da die Rede. Leider konnte (kann?) aus dem Abenteuer so manch Höllentrip werden. Vor dem Erscheinen des Werbejournals diesen Januar musste MZ-Wanner letzten Dez. noch einen Weißwaschartikel schreiben, damit niemand auf falsche Ideen kommt, scheint mir.

  • F.J.S

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    Im Artikel heißt es über Helmut Wanner:
    „Zu diesem Zweck ersann der Journalist im Nachhinein einen „jüdischen Domspatzen“ …

    Was soll das anderes heißen als: Wanner manipuliert? Nicht dass ich glauben würde, in der MZ oder anderen Zeitungen stehe nur die Wahrheit geschrieben. Wanners ganze Story hängt aber an dem „jüdischen Domspatzen“, den Schrems angeblich vor den Nazis schützte. Hier sehe ich Klärungsbedarf Herr Wanner – den Artikel haben sie bestimmt schon gelesen, oder.

    Schreiben sie doch auch einmal einen Leserbrief. Ich denke er würde bei RD auch nicht zensuriert werden.

  • Stefan Aigner

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    Anmerkung der Redaktion zum Tod von Hans Schrems

    Hans Schrems (geb. 29.1.1914 in Mitterteich) war ein Neffe von Domkapellmeister Theobald Schrems.

    Er sprang oder fiel am 7.November 1969 von der Nibelungenbrücke in die Donau und ertrank. Die näheren Hintergründe des Todes, insbesondere ob es sich dabei um einen Freitod handelte und/oder ob ein Streit mit dem damaligen Domkapellmeister Georg Ratzinger hierbei eine Rolle spielt, sind öffentlich bislang nicht bekannt geworden. Die Verantwortlichen der Dompräbende sprachen damals von einem Unfall.

  • Erich

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    Da können sich noch viele ehemalige Domspatzen von damals erinnern , dass der Georg Ratzinger sich andauernd mit dem Schrems wegen dem Domspatzen Chor gestritten hat. Viele Jungs waren damals sogar fast immer Live dabei.
    Der Ratzinger hatte am Schrems damals ständig etwas auszusetzen.
    Zu diesen Vorfällen kann sich sogar auch noch
    Wolfgang Blaschka , auch ehemaliger Domspatz von damals erinnern:

    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=15049

    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=15061

  • Daniel Grünenberg

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    Armes Regensburg.
    Während Inge Deutschkron im Bundestag detailliert von sich und dem Schicksal versteckter Juden in der NS-Zeit berichtet, strickt sich in Regensburg ein (Kirchen-?)Redakteur des dortigen Provinzblattes seinerseits eine Judenschutz-Geschichte zusammen, ohne auch nur einen Hauch von den Umständen des Schutzes oder den angeblichen Gefahren berichten zu können.
    Und das Beste daran scheint mir zu sein, dass der Redakteur Wanner genau weiß, auf was die Regensburger Leserschaft steht: Verklärende Weißwasch-Propaganda bezüglich NS-Karrieristen.
    Ich bin stark beeindruckt von der Welterbe-Stadt und – wie es so schön heißt – ihren Verwüstungen „auf moralischem und geistigem Gebiet“.

  • W.Müller

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    @veronika
    Guten Tag Veronika
    Sie haben einen bemerkenswerten Schlusssatz geschrieben, den ich voll unterstütze.
    Damit haben sie eine weitere Frage aufgeworfen: Wie kann man R-D erhalten? Mit Sorge sehe ich den großen Zigarettenkonsum des Herausgebers. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendjemand gibt, der diesen furchtlosen Journalismus, bei dem es ausschließlich um ungefilterte Wahrheitsfindung geht, ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten von Staat und Kirche, künftig weiter betreiben könnte. (Seine hochkarätigen Auszeichnungen sprechen eindeutig dafür) Vor Allem die unzähligen positiven Leserzuschriften lassen erkennen, dass er Themen aufgreift, die andere Zeitungen nicht wagen aufzugreifen.
    Es muss eine große Ehre für diese kleine Zeitung sein, in einem Atemzug mit Süddeutscher Zeitung und Spiegel bei der Aufdeckung von Missbrauch an Kindern genannt zu werden.
    Die freiwilligen finanziellen Unterstützungen seiner Leser bei Prozessen gegen die Kirche, die mit Finanzierung durch die Steuerzahler durch alle Instanzen geht, ist einmalig.
    Vielen Dank
    W.Müller

  • Barbara Junghans

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    Es ist schon erstaunlich, mit welcher unstillbaren Beredsamkeit hier Leute ihre Seelenblähungen abreagieren – auch um den Preis einer Unwahrheit. (Hauptsache man kann seinen eigenen Senf zu den Themen dazugeben. Und das möglichst 4 x am Tag (Veronika).

    Immerhin haben Sie ja den Schmarrn über den angeblichen Freitod von Theobald Schrems korrigiert (Erich).

  • Veronika

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    @Barbara Junghans:

    Danke für die „Lorbeeren“. Schon klar, dass es gewissen Leuten ganz und gar nicht passt, wenn man aus deren Nähkästchen plaudert, wo doch genau diese Nähkästchen möglichst für immer geschlossen bleiben sollten, jetzt da ein neuer Bischof in Landen ist. Aber keine Sorge: Demnächst weht der „Böhmische Wind“, und da ist wieder Platz für sachliche Diskussionen.

  • Ett

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    @ Frau Barbara, Sie schreiben von irgendwelchen Seelenblähungen…..

    Bitte lesen Sie einmal diese neuen Beiträge…

    Ich weiß nicht was dieser Mensch immer möchte.

    Gerhard Ludwig Müller beklagt Pöbeleien
    „Progromstimmung gegen die katholische Kirche“: Erzbischof Gerhard Ludwig Müller kritisiert die Diskreditierung der Institution und Attacken auf Geistliche.

    http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/politik/artikel/gerhard-ludwig-mueller-beklagt-poebeleien/876426/gerhard-ludwig-mueller-beklagt-poebeleien.html

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article113300127/Erzbischof-beklagt-Pogromstimmung-gegen-Priester.html

  • Fr.Streng

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    Helmut Emmeram Wanner stellt sich m.E. aktiv in die Persilschein-Tradition einer MZ, die den SS-General und OB Otto Schottenheim in den 1960ern als einen „Mitläufer“ im Naziregime dargestellt und sogar seine Lebenslügen unkommentiert abgedruckt hat.
    Interessant zu beobachten, wie der ehemalige Ministrant und Spartakist sich zum konservativ-katholischen Geschichtsklitterer entwickelte, der an einem geschönten katholischen Paralleluniversum bastelt, entgegen der Gesetzeslage und mit Herzblut an Schulkreuzen festhält. Da gäbe es einige zu beichten, Herr Redakteur.

  • Eine Bemerkung aus jüdischer Warte

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    Wenn die Informationen aus dem Artikel und den Kommentaren stimmen und der Redakteur Wanner keine weiteren Infos in der Hinterhand hat (was so scheint), versucht Wanner aus dem Domkapellmeister deshalb einen Judenschützer zu machen, weil Schrems sich in diesem Zusammenhang sich schuldig gemacht hat. Als Funktionär der „NS-Reichsmusikkammer“ hätte Schrems eine antisemitische Ausgrenzungs- und Vernichtungspolitik zu verantworten gehabt und Wanner versucht von daher dessen Schuld von ihm zu waschen und ihn endlich als „Judenschützer“ darzustellen.
    Ein bewährtes Schuldabwehr- und Verdrängungsmuster, das in deutsche Lebenslügen mündet(e).

  • Ett

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    @ Eine Bemerkung aus jüdischer Warte

    …..sich in diesem Zusammenhang sich schuldig gemacht hat.

    Also nach meiner Meinung war diese Gechichte von diesem Judenjungen schon bemerkenswert! Ich habe nichts gegen die Juden , im Gegenteil,, denn ein jeder von uns sollte das Buch der Anne Frank lesen! Urplötzlich eben ist die MZ aus Regensburg auch da und postet so eine Geschichte von Herrn Helmut-Emmeram Wanner.

    Und dass jetzt der Herr Müller schon wieder postet und uns etwas unterstellt , finde ich derart!
    Der Begriff “ Pogrom “ stammt aus dem Russischen und bedeutet übersetzt: Verwüstung, Zerstörung, Krawall

    Ich finde das sehr gut , dass unsere Politiker aus Berlin zu diesem Thema auch etwas sagen und Herrn Müller einmal auch richitg die Meinung sagen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Pogrom

    http://www.sueddeutsche.de/politik/nach-klage-der-kirche-ueber-pogromstimmung-leutheusser-schnarrenberger-greift-vatikan-an-1.1589810

  • Eine Bemerkung aus jüdischer Warte

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    @Ett. Ja, „diese Gechichte von diesem Judenjungen schon bemerkenswert“, insbesondere wie Wanner, der bemerkenswerterweise zu jüdischer Gemeinde Regensburgs veröffentlicht hat, zu der Klassifikation von „jüdisch“ kommt.
    Wanner geht mit seiner Begrifflichkeit tatsächlich über die Nürnberger NS-Gesetze hinaus: Nach dem Motto wenn ich, Helmut Wanner, für meine Story einen Juden brauche, bestimme ich eben wer „jüdisch“ ist!

    Und Sie, Herr (?) Ett, reden von „Judenjungen“ und wollen indes – wohl gemerkt – „nichts gegen die Juden“ haben. Jeder mittelmäßige Antisemit leitet seine Rede mit eben dieser Bemerkung ein, um sich dann über die angebliche/tatsächliche Judenfeindschaft der anderen (hier der Russen) oder über Israel im allgemeinen auszulassen.

    Aus ihnen H. Ett, mit Verlaub, spricht der deutsche Schuldkomplex, welcher sich u.a. aus der Verleugnung und Verdrängung der NS-Karrieren eines H.H. Theobald Schrems speist.

  • Schenkelklopfen von rechts

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    Nun ist aber gut!
    Ehe hier der mutmaßlich einzig noch nicht ausschließlich linkshirnrissig denkende Schriftleiter der „MZ“ mit einem sich gutmenschlich verselbständigenden anschwellenden Bocksgesang geschichtkenntnisklitternder Rhapsoden zu einem Adepten einer (vorgeblich) Herrmann Göringscher völkischer Kategorisierung und zu einem gedanklichen Überschreiter Hans J. M. Globkescher Gesetzentwürfe gemacht wird, gilt der Ruf: Alfred Grosser, Henryk Marcin/Modest Broder übernehmen Sie!
    Zu den sich hier entwickelnden Tam-Tam-Tönen (dies ist nicht „Schwarzen“ feindlich gemeint!) kann im Sinne Grossers und Broders Melodie und Textauszug von Frau Doris Nefedov, geborene Treitz, unterlegt werden : „Ein Roma-Junge, Sinti-Junge, er spielte am Feuer Gitarre, tam ta ta ta ta tam tam ta tam tam ta tam …“.

  • Ett

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    @ Eine Bemerkung aus jüdischer Warte..

    Ich distanziere mich hiermit von irgendwelchen schiefen / oder ominösen Meinungen ihrerseits!

    Erzählen Sie das alles Herrn Wanner , ok!

  • F.J.S

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    @Schenkelklopfen von rechts
    Gut gebrüllt, Sie Rechtsaußen-Teppichvorleger.
    Die MZ hat viele Mitarbeiter, die gute Arbeit leisten, das scheint in ihrer verkürzten Weltsicht keinen Platz zu haben. Ich weiß gar nicht, was ich bescheuerter finden soll, ihre rassistisch-verkorksten Anspielungen auf Sinti und Roma, oder ihre NS-affinen Tagträume von einem Schriftleiter? Und klar, ohne den Hass auf Menschen, die sie als „Gutmenschen“ abwerten, können sie in ihrem nazistischen Denken nicht auskommen.
    Und nicht zuletzt: die im Text gelieferte Information, dass Karl Esser in der DAV, der NSV und Blockwart des Reichsluftschutzbundes war, scheint ihnen vor lauter kindisch-schadensfreudiger Geilheit feuchte Hosen beschert zu haben.
    Ein Tipp zuletzt: leichtes Klopfen auf den rechten Hinterkopf, könnte das Denkvermögen verbessern und die Schenkel entlasten.

  • Schenkelklopfen von rechts

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    @ F.J.S 03.02.2013, 22:37h
    „Die MZ hat viele Mitarbeiter, die gute Arbeit leisten“, das ist und bleibt unbestritten: z.B. in der Anzeigenannahme, in der Telefonvermittlung, in der Druckerei, in der Zeitungsverteilung , bei den manuell tätigen AkteurInnen von City-Mail usw., eben überall dort, wo tatsächlich die eigentliche ‚Arbeit der Faust‘ (Extra-Aufreger für F.J.S!) geleistet wird.
    A propos „gute Arbeit in der MZ“: es wird dankend zur Kenntnis genommen, „daß Karl Esser in der DAV … war“. Bitte um Aufklärung in welcher/welchem: Der Audio Vlg., Dt. Aktuarvereinigung, Dt. Alpenverein, Dt. Altphilologenverband, Dt. Anglerverband, Dt. Anwaltsverein, Dt. Apothekenverband, Dt. Apotheker Vlg., Dt. Asphaltverband und dgl. mehr, alles DAVs.
    Unser Karl Friedrich Esser scheint systemübergreifend, dank Ihrer Information, ein ausgesprochen multifunktionäres Arbeitstier als ‚Arbeiter der Stirn‘ (noch ein Zuckerl für F.J.S!) gewesen zu sein: Hut ab, vor dieser Schaffenskraft!

  • F.J.S

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    @Schenkelklopfen von rechts
    Ihre Probleme möchte ich nicht haben: sich an neuen Informationen bzgl. Ihrer politischer Gegener (SPD-Esser) oder den Tippfehlern (DAV) anderer aufgeilen zu müssen, da in sozialer Hinsicht sonst nix los ist.

  • Veronika

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    @Ett: Danke für diese neuesten Meldungen!

    Ich mache mir langsam ernsthaft Sorgen um den Ex-Regensburger Bischof. Dem scheint die Luft „da oben“ nicht so ganz zu bekommen. Ein kath.net-Gastkommentator fordert sogar, dass sich Leutheusser-Schnarrenberger für deren Kritik an GLM entschuldigen soll. Geht’s noch?
    Mir scheint die RKK ist schon so „blind“ geworden, dass diese mittlerweile nicht mehr begreift, dass an erster Stelle der Staat/ das Staatswesen, dann lange nichts, und dann auch einmal die Weltanschauungsgemeinschaften stehen. Niemand braucht es „amtskirchlich katholisch“! Niemand will und braucht in der Bundesrepublik Deutschland einen kath. Glaubensstaat, nur weil der aktuelle Papst Deutscher ist.

  • Ett

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    @ Veronika

    Nach meiner Meinung will der Ex-Regensburger Bischof Müller auch nur das Thema Regensburger Domspatzen in die Länge ziehen, bis ein wenig Gras darüber gewachsen ist.
    Die heutigen Schüleranmeldungen gehen in den Keller und die Verantwortlichen wollen in keister Weise die Themen
    „“ brachiale Gewalt und Missbrauch „“ an kleinen Kindern richtig aufklären. Auch lief da einiges mit dem Datenschutz heute mit den Anrufen dermaßen schief, weil viele viele Daten / Infos der vielen – zahlreichen Opfer , einfach von Frau Böhm ( Missbrauchsbeauftragte) und von Frau Glas-Hoffmann ( Gewaltbeauftragte ) ins Bischöfliche Ordinariat weitergeleitet wurden. Wenn , dann müsste man heute zu diesen Themen ausführlich den neuen und alten Generalvikar Michael Fuchs danach fragen.
    Für mich ist das ein akuter Verstoß gegen den Datenschutz!
    Es kann nicht sein, dass brisante Infos einfach so „ohne Abpsrache “ derart weitergeleitet wurden. Ich fühle mich auch so sehr veräppelt und benutzt von denen. Ich war damals auch in Etterzhausen ein sogenannter Prügelknabe. Die machten uns dort damals kaputt – und heute ist man nicht richtig gewillt das Damalige eben richtig anzusprechen.
    Im Namen des Herrn: Unter dem Schutzmantel der kath. Kirche Regensburg wurden wir damals so erzogen, heute will man diese Vergangenheit nicht mehr so ansprechen und ich finde, dass sich alle Verantwortlichen eben heute zu diesem Thema in Regensburg einmal so richig schämen sollten.
    Der neue Bischof möchte Brücken bauen, ….

    Veronika ,
    glaube , diese große Erbschaft – Gut Elsendorf aus der Hallertau – ( damalige Erbschaft der eigenständigen Stiftung Etterzhausen ) bringt dieser heutigen Institution Regensburger Domspatzen , keinerlei Glück!

    http://www.tv-etterzhausen.de/DOMSPATZ.PDF

    ————

  • hans huber

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    Herr Wanner hat mit seinen Ausführungen vollkommen recht. Der jüdische Junge lebt in Regensburg und ist jetzt 85 Jahre alt. Es ist alles folgerichtig beschrieben und entspricht der Wahrheit.
    Wenn Sie noch mehr wissen wollen, wenden Sie sich an mich, ich bin der Junge.
    Hans Huber
    Rikestrasse 27
    93049 Regensburg.

  • Schenkelklopfen von rechts

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    @ hans huber 05.02.2013, 12:42h
    Nun wollen wir hier gemeinsam auf die Entschuldigungsbitten gegenüber dem „MZ“-Schriftleiter H.-E. Wanner durch die präjudikativen Voll- … äh, -demokraten warten, welche nach dieser Sachlage nun angebracht sind.

  • Erich

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    @Herr Huber

    …habe Ihrer Geschichte auch nichts auszusetzten, aber trotzdem muss hier auch einmal erwähnt werden, dass der Herr E. Wanner anscheinend ein guter Freund von Herrn Generalvikar Fuchs vom Bistum Regensburg ist.

    Bemerkenswert sind eben diese zufälligen Zusammenhänge…eben zu diesem Thema…

    Herr Huber , Sie haben damals auch bestimmt schlimmes erlebt…

  • Veronika

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    @Ett: Ich hoffe, ja ich denke, dass den damals derart Malträtierten schon bald Gerechtigkeit widerfährt. Mir hat da jemand geflüstert – woher auch immer, ich bitte um Verständnis – dass die Sache sowohl dem neuen Bischof, wie auch im Vatikan „höchst bekannt gemacht“ wurde.Da es auch noch andere Organisationen auf der Welt gibt, die genügend Macht und Einfluss. aber auch Finanzmittel besitzen, um solche Dinge zu klären, hoffe ich dass sich die RKK – also beide vorgenannten Stellen – baldmöglichst dazu erklären. Es wäre schade, wenn Organisationen, die nicht unbedingt auf der Seite der RKK stehen, hier sehr umfangreich tätig werden müssten.

  • Schorn1217

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    @ Erich

    „Gut kombiniert!
    Diese Mauscheleien fallen heute eben ausführlich auf.

    Was in absehbahrer Zeit noch alles kommen wird, möchte ich
    heute wirklich nicht beurteilen. Wieviele MZ und oder Wochenblatt-Mitarbeiter eben vielleicht gute Kontakte ins Bischöfliche Ordinariat pflegen, ist eigentlich auch nicht wichtig, aber jetzt fällts halt a bisserl auf!
    Und vielleicht liegt es auch daran, dass ein Verleger von der MZ auch damals bei den Regensburger Domspatzen war , und die heutige MZ aus Regensburg , mit den damaligen Wahrheiten / Geschichten eben auf Bezug „Kirche – Regensburger Domspatzen – eigenständige Stiftung Etterzhausen , Missbrauch , brachiale Gewalt in Etterzhausen, , usw. nicht vielleicht so ausführlich darüber schreiben möchten ….

    Beatus ille, qui procul negotiis

  • Robert Werner

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    In den Artikel „Von Verwüstungen, Verleugnungen und Verklärungen bei Theobald Schrems“ sind neben meinen Forschungen und Archivrecherchen mehrere ausführliche Gespräche mit Hans Huber, auf dessen Wunsch hin allerdings lediglich indirekt, mit eingeflossen. In diesen Unterhaltungen ging es unter anderem um die Frage, ob und wie Chorleiter Theobald Schrems vom jüdischen Vater Hubers gewusst haben und – wenn ja – wie sich dieses Wissen ausgewirkt haben könnte. Auf dieser Grundlage habe ich den MZ-Artikel von Helmut Wanner infrage gestellt.

    Dass Wanner aus Hans Huber im Nachhinein einen „jüdischen Domspatzen“ macht, betrachte ich nach wie vor für bedenklich, da es bis auf die genetische Abstammung des Knaben keinerlei Ansatzpunkte – weder amtliche, persönliche noch religiöse – dazu gibt und man sich folglich auf der anrüchigen Basis der NS-Rassegesetze bewegt.

    Dass Schrems Hans Huber wissentlich vor der Verfolgung durch das NS-Regime schützte, erachte ich als interessensgeleitete Spekulation Wanners, da Maria Huber in der NS-Zeit die Herkunft des Knaben vernünftigerweise verschleierte, was sich anhand von amtlichen Dokumenten belegen lässt. Die Inhalte ihrer angeblichen Unterredungen mit Schrems hingegen nicht.

    Ich werfe folglich erneut die Frage auf: warum hätte Maria Huber ausgerechnet Schrems, der als Akteur der NS-Reichsmusikkammer jüdische Musiker „ausschalten“ sollte und der seit der Machtergreifung 1933 kaum eine Gelegenheit verpasst hatte, mit völkischem Sendungsbewusstsein vor Nazigrößen aufzutreten, in das gut gehütete Geheimnis einweihen sollen? Ich bin der Ansicht, Schrems blendete ohnehin derlei Frage aus und interessierte sich lediglich für den Nutzen, den der außergewöhnlich gute Sängerknabe Hans Huber für seinen Domchor bot.

  • Fr.Streng

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    Ich finde es bezeichnend für die Regensburger Verdrehungen und Verleugnungen, dass sich Helmut Wanner bzw. die Domspatzenfamilie in der historischen Darstellung ihrer NS-Zeit hauptsächlich auf die tendenziöse Arbeit von Karl Frank, der auch auf dem Obersalzberg singen durfte, stützen.

    Frank war vor seiner Pensionierung (Anfang 1990er) Mitarbeiter im Direktorat des Siemensgymnasiums, wo er sich noch nicht als „Verführter“ des Naziregimes zeigte. Frank gäbe ein treffendes Beispiel für das Phänomen „Das gespaltene Bewußtsein“ (Hans Dieter Schäfer) ab, da er seine eigenen NS-Verwicklungen als Sängerknabe nach dem Krieg nur verdrehend und als Opfer des NS-Regime begreifen konnte und nicht davon ausgeht, dass sich die Sängerknaben mit dem NS-Regime und seinem Vernichtungskrieg identifizieren wollten und/oder mussten.

    Weihnachten 1941 sagen die Domspatzen laut Aufführungsbuch in einem Regensburger Lazarett u.a. folgendes Stück von Di Lasso, das zum Propagandastück des andauernden Vernichtungskriegs umgemünzt wurde:

    „Herr, hilf dem Führer streiten, siegen; siegen in diesem Kampf, Feinde zu wehren. Treue schwören, wir die mit ihm kämpfen schützend des Reiches Ehre, kraftvoll und mutig, ohn alle Zagen. Einig lass uns bleiben, gib uns Stärke. Herrscher der Herrscher, den wir alle vertrauend bitten, gläubig hoffend auf Gnade und Segen.“ (Orl. di Lasso)

  • Prügelknabe

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    Am 04.03.2013 um 20.15 Uhr
    kommt auch zum Thema ein
    sehr interessanter Film im ZDF.

    Fernsehfilm „Und alle haben geschwiegen“

    ZDF, 04.03.2013, 20:15 Uhr

    Berger, Habich, von Rittberg, Stoll, Zahavi.

    Drill & Züchtigung im Namen des Herrn

    http://www.tittelbach.tv/programm/fernsehfilm/artikel-2398.html

  • Entschlossene Geschichtsverdrängung | Regensburg Digital

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    […] bzw. von ihm ernannt worden waren, die städtische Albertus-Magnus-Medaille. Neben Domkapellmeister Theobald Schrems, Nazi-Dichter Florian Seidl und Museumsdirektor Walter Boll kamen auch die PTH-Professoren Hans […]

  • Monsignore kirchlich entsorgt » Regensburg Digital

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    […] um die Ecke noch immer das Denkmal für den Vor-Vorgänger des aktuellen Domkapellmeisters, den unseligen Prälaten und Prof. Dr. Theobald Schrems, der sich bei Hitler andiente und seine Knaben nach Strich und Faden zu verdreschen pflegte. Sollte […]

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