Fragwürdige Datenerhebungen, hohe Umsätze

Altstadt: Jammern auf hohem Niveau?

Die Mittelbayerische Zeitung nennt sie „schönes Sorgenkind“, Oberbürgermeister Joachim Wolbergs guckt auf seiner „Sommertour“, wo bei ihr „der Schuh drückt“: Die Regensburger Altstadt schwächelt vor sich hin. Zumindest dem Tenor der aktuellen Berichterstattung und der Darstellung der Einzelhändler nach.

Von David Liese

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Wurde in letzter Zeit wieder verstärkt als schwächelnd dargestellt: Die Regensburger Altstadt. Foto: Archiv.

Erst kürzlich hat ein neuer „Frequenzbericht“ das bestätigt, was die Einzelhändler im Regensburger Altstadtgebiet schon lange beklagen: Der Innenstadt laufen die Kunden weg. Besser gesagt: Sie laufen ihr gar nicht mehr zu. Dem Bericht zufolge sind die Passantenzahlen seit 1997 um etwa 23 Prozent zurückgegangen.

Ingo Saar von der Aktionsgemeinschaft Altstadt e.V. betont, diese Entwicklung müsse man „einfach zur Kenntnis nehmen“. Doch der Consulting-Experte gibt sich kämpferisch. „Wir wollen natürlich diesen Trend aufhalten und umkehren.“ Dafür hat Oberbürgermeister Joachim Wolbergs der Aktionsgemeinschaft für die nächsten drei Jahre je 75.000 Euro in Aussicht gestellt.

75.000 Euro pro Jahr für Altstadt-„Manpower“

„Das ist das erste Mal, dass man uns in der Art und Weise die Hand reicht“, lobt Saar. Von dem Geld sollen eineinhalb Stellen geschaffen werden – oder, wie Saar es ausdrückt, die nötige „Manpower“ finanziert –, um das bislang ehrenamtliche Bündnis „zu professionalisieren“. Bedingung für die Finanzspritze ist, dass die Aktionsgemeinschaft neue Mitglieder wirbt. Umgekehrt sieht Saar auch die Stadt in der Pflicht, nämlich bei der Schaffung der richtigen „Rahmenbedingungen“ für den Einzelhandel. „Mobilität, Erreichbarkeit, Infrastrukturmaßnahmen. Wir brauchen einen Gesamtverkehrsplan!“ Die Aktionsgemeinschaft „wolle und könne“ sich „nicht einfach zurücklehnen“.

Position der Händler „teilweise subjektiv“

Anton Sedlmeier vom Amt für Stadtentwicklung sieht die Situation zumindest aus einem anderen Blickwinkel. „Händler haben in der Regel ein schiefes Bild, was die Kunden anbelangt“, sagt er. Gerade, was die Erreichbarkeit angehe, sei ihr Urteil „teilweise subjektiv“. „Die bekommen ja nur mit, wenn sich jemand beschwert.“ Die Kunden, die gut zum Geschäft gefunden haben, gäben darüber selten Rückmeldung.

Den „Frequenzbericht“ (hier abzurufen), der seit 1997 alljährlich von der Immobilienfirma Trummer erstellt wird, kennt Sedlmeier. Sein Amt nutze die gewonnenen Daten auch. Für allzu geeignet, um auf seiner Basis Hiobsbotschaften zu verkünden, hält er das Dokument jedoch nicht.

Ein Frequenzbericht mit fragwürdiger Aussagekraft

In der Tat ist die Aussagekraft des nur eine Seite umfassenden Berichts wohl eher fragwürdig. An zwei Tagen im Juni – einem Dienstag und einem Samstag – wurden an sieben Punkten in der Altstadt jeweils eine Stunde lang Passanten gezählt. Fahrradfahrer, Touristengruppen und Kinder wurden dabei ausgenommen. Die Ergebnisse wurden den Vorjahresdaten gegenübergestellt.

Sedlmeier kritisiert an dem Verfahren, dass dabei nicht auf veränderte „Standortwertigkeiten“ reagiert werde. Damit meint er zum Beispiel, dass an Punkten wie der Ludwigstraße, die in den vergangenen Jahren massiv aufgewertet wurde, überhaupt nicht gezählt wurde. In solchen Straßen habe das Passantenaufkommen aber sogar stark zugenommen. „Vielleicht sind auch gar nicht weniger Leute unterwegs, sondern die laufen nur anders“, bemerkt Sedlmeier weiter. Der Grund dafür könnten zum Beispiel Baustellen sein.

Update 25.08.: Roland Trummer von Trummer Immobilien hat unserer Redaktion zwischenzeitlich aus dem Urlaub mitgeteilt, der Zweck des Berichtes sei, „für uns einen Überblick zu haben, damit wir wissen, was Sache ist.“ Man wolle „keine geschönten, sondern vergleichbare Zahlen.“ Die Firma vermietet Ladenflächen im Altstadtgebiet. Dass der Bericht „statistisch unsauber“ sei, weiß Trummer.

„Die Altstadt zieht Kunden an“

Im vergangenen September hat das Amt für Stadtentwicklung selbst eine Frequenzzählung durchgeführt. Diese war in ihrer Methodik nicht nur wesentlich aufwendiger, sie lieferte auch ein ungleich positiveres Bild. So wurden am Samstag zwischen 11 und 12 Uhr an 10 Messpunkten etwa 25.000 Passanten gezählt, während man in der Trummer-Studie bei sieben Punkten nur auf 10.433 kommt. Veröffentlicht wurde die Studie des Amtes im „Einzelhandelsmonitor“ für die Altstadt, eine Broschüre, die hauptsächlich Investoren und neue Händler anlocken soll. Garniert wurde sie mit Überschriften wie „Die Altstadt zieht Kunden an“.

Zahlen für Regensburg „nicht mehr sehr viel steigerbar“

Sedlmeier gibt weiterhin zu bedenken, dass der Rückgang von Passanten und damit von potentiellen Kunden auch in anderen Städten zu beobachten sei. „Das hat auch mit dem Einkauf im Internet zu tun“, sagt er. Insgesamt betrachtet stehen Regensburg allgemein und auch die Altstadt nämlich nach wie vor hervorragend da: Pro Einwohner wird laut Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) fast 80 Prozent mehr Umsatz im Einzelhandel erzielt als im Bundesdurchschnitt. Die sogenannte „Zentralitätskennziffer“, die das Verhältnis zwischen den Einzelhandels-Umsätzen und der Kaufkraft angibt, liegt bei 158,8, wobei alle Werte über 100 für eine starke Anziehungskraft von Kunden aus dem Umland stehen.

Das sind Zahlen, die laut Sedlmeier „nicht mehr sehr viel steigerbar“ sind. Ingo Saar von der Aktionsgemeinschaft Altstadt hat dazu eine klare Meinung: „Dann muss Regensburg eben in Zukunft noch ein bisschen besser dastehen!“

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Kommentare (31)

  • Lothgaßler

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    Liegt es vielleicht auch daran, dass die ewig gleichen Ladenketten in jeder beliebigen Klein- und Mittelstadt auch zu finden sind?
    Liegt es daran, dass Plätze wie der Arnulfsplatz nach wie vor „zerstört“ sind. Im Augenblick hat der Knei zu, da gibts gleich gar keinen Grund mehr fürn Arnulfsplatz ;-)))
    Liegt es daran, dass die Händler sich selber gerne und besonders der Altstadt Konkurrenz machen (DEZ, Bahnhof, Einkaufszentren entlang Bajuwarenstraße).
    Liegt es daran, dass die vielen Studenten i.d.R. nicht so freudig konsumieren wie gut gelaunte In-die-Stadt-zum-Einkaufen-Fahrende?
    Liegt es daran, dass ewiges Wachstum doch nur ein Fake ist?
    Oder sollte man Einzelhändlern, Konsumforschern und Statistikern von Hause aus nie nicht glauben?

  • Xandi

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    Oder liegt es daran, dass die Regensburger Altstadt an den Touristen ausgerichtet wurde (und weiter wird; siehe Museum der bayerischen Geschichte) und eben nicht an den Bedürfnissen der Bürgern?
    Wer auf das Auto angewiesen ist, der braucht auch Parkplätze. Aber warum sollte man überhaupt in die Stadt fahren? Was gibt es denn da noch interessantes? Kneipen ohne Charakter, Teeläden und Outdoorläden.
    Traurig: Im DEZ ist mehr los als in der Regensburger Altstadt. Vielleicht hat der alte Vielberth auch mehr drauf als die Regensburg Stadtentwickler.

  • H. Müller

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    Rein vom quantitativen Angebot (Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie) sehe ich die Altstadt als prall gefüllt an, auch die Zahl der Menschen in den Straßen und Gassen erscheint mir subjektiv alles andere als rückläufig.

    Was einen davon abhält, für Einkäufe die Innenstadt aufzusuchen, ist neben den oftmals alles verstopfenden Touristengruppen der motorisierte Liefer-, Bus- und Individualverkehr, der zu allen Tageszeiten eine starke Beeinträchtigung darstellt.
    Die Gesandtenstraße stellt sich als nicht verkehrsberuhigt dar; mit kleineren Kindern ist sie zu Fuß nahezu unpassierbar.
    Hier könnten auf jeden Fall die Kaufleute vor der eigenen Türe kehren, indem sie den Lieferverkehr besser koordinieren und organisieren, und alternative Konzepte zur Verringerung dieser Belästigung entwickeln (unmotorisiert), oder nicht länger den unseligen Altstadtbus, zumindest in seiner jetzigen Form und Frequenz einforderten.
    Auch die Logistiker wären hier gefragt, nicht mehrmals täglich jedes Päckchen einzeln mit riesigen Transportern in sämtliche Gassen zu fahren.

    Und warum werden Radfahrer im Frequenzbericht der Altstadtkaufleute eigentlich nicht mitgezählt? Will man die nicht als Kunden?

    Oder wie Lothgaßler schrieb: „Oder sollte man Einzelhändlern, Konsumforschern und Statistikern von Hause aus nie nicht glauben?“
    …vor allem nicht, wenn sie in Personalunion auftreten.

  • Heidi

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    Reich, aber unsexy!

  • Altstadtliebhaber

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    Samstag in Regensburg heißt, „pünktlich“ in die Stadt zu fahren. Spätestens ab 11.30 Uhr sind alle Parkhäuser besetzt. Wir lieben die Altstadt und haben auch kein Problem damit, unsere Tüten weiter als in den Einkaufzentren zu schleppen. ABER diese ewige Parkplatzproblematik verdirbt die Shoppinglaune. Zudem sind es zusätzliche Kosten bzw. Mehrkosten als in den Einkaufszentren. Ja, klar, es gibt den RVV. Tja, wir haben am Samstag ab 16 Uhr nur noch den Stundentakt. So manches Dörfchen hat eine bessere öffentliche Verkehrsanbindung als wir. Was macht somit der genervte Berufstätige, wir kaufen oft und viel, entspannt von der Couch aus im Internet. Stress haben wir in der Arbeit genug, da muss Einkaufen bzw. der Weg dort hin nicht mit Nervfaktor verbunden sein!

  • erik

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    die Geister die man rief, wenden sich nun gegen einen. Wer mit seiner Politik dafür sorgt (siehe Agenda 2010 bzw. Hartz-Reformen) das ganze Bevölkerungsschichten und -gruppen verarmen und verelenden, der darf sich nicht wundern, das die Kaufkraft nachläßt!
    Ich gebe zu, der Kommentar ist ein bischen polemisch, aber das ändert nichts an seinem Wahrheitsgehalt!

  • victor lustig

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    ich stimme h. müller zu:

    der auto- und lkw-verkehr in der fußgängerzone ist unerträglich. mit dem kinderwagen unterwegs wird man regelmäßig von pkws bedrängt und genötigt. von seiten der verkehrsüberwachung werden da alle augen zugedrückt – und gleichzeitig schikanöse radlerkontrollen durchgeführt.

    dass radfahrer nicht als potentielle kunden gesehen werden und erst gar nicht gezählt werden ist nur ärgerlich und äußerst begrenzt.

    langsam geht die saat auf, die in den boomtown-jahren gesäht wurde:
    überteuerte mieten, die altstadt als denkmalschutz-abschreibe-künstler-dorado, die immergleichen franchiseläden… allmählich beginnt da wohl etwas zu kippen.

    die altstadt hat keine gesunde basis mehr, sie ist kein ort mehr zum alltäglichen leben, dafür ist kein raum mehr.

    …und zum einkaufen muss man eh ins einkaufszentrum: mit schuhbeck, swarovski und all den anderen kann man den täglichen bedarf nicht mehr decken.

  • Joachim Datko

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    Es gibt nur wenige Länder, in denen die Versorgungslage der Gesamtbevölkerung so gut ist, wie in Deutschland!

    Zu 21.08.14 – 18:01 – Zitat: „[…] das ganze Bevölkerungsschichten und -gruppen verarmen und verelenden, der darf sich nicht wundern, das die Kaufkraft nachläßt!
    Ich gebe zu, der Kommentar ist ein bischen polemisch, aber das ändert nichts an seinem Wahrheitsgehalt!“

    Es kommen täglich Menschen aus vielen Ländern der Welt nach Deutschland, um hier sesshaft zu werden. Unser Wirtschaftssystem, die Soziale Marktwirtschaft, hat einen sehr guten Ruf. Ich bin gerne bereit, eine Lanze für die Soziale Marktwirtschaft zu brechen.

  • Fahrradfahrer

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    Wenn ich in der Altstadt einkaufen will, fahre ich fast immer mit dem Rad. Die Fa. Trümmer zählt Radfahrer nicht mit. Warum? Darf ich als Radfahrer nicht einkaufen? Dürfen Touristen nicht einkaufen? Welchen Wert soll eine solche Zählung haben, wenn bestimmte Gruppen nicht mitgezählt werden.

  • erik

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    Datko, ob sie mit ihrer Lanze was reissen werden steht auf einem anderen Stern! Ihr Satz müsste lauten:
    Es gibt nur wenige Länder, in denen die Versorgungslage der Politiker so gut ist, wie in Deutschland, siehe Wulff! Den merke, Parteibücher sind sich selbst am nächsten! Übrigens von welcher sozialen Markwirtschaft reden sie? Selbst Heinrich Alt Vize-Chef der Arbeitsagentur meinte, „Nur Lebenskünstler können von 364 Euro leben“. Viele erhalten nicht einmal das, weil ihnen von der Politik keine Ansprüche eingeräumt werden!

  • Joachim Datko

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    Zu 22.08.14 – 10:11 „Selbst Heinrich Alt Vize-Chef der Arbeitsagentur meinte, “Nur Lebenskünstler können von 364 Euro leben”.“

    Für mich zählt der „Wanderungsgewinn“. Es versuchen viel mehr Menschen in Deutschland sesshaft zu werden, als das Land zu verlassen.

    Deutschland hatte 2012 einen Wanderungsgewinn von 270.000 Menschen. Siehe z.B. http://www.tagesschau.de/inland/migrationsbericht110.html

    Ein Großteil des Wanderungsgewinns beruht auf dem Wunsch der Menschen, ihre wirtschaftlichen Verhältnisse zu verbessern.

    Ich bin gerne bereit, auf die Vorteile von Hartz IV ausführlich einzugehen, wenn es wieder einen einschlägigen Artikel dazu auf regensburg-digital.de gibt.

  • erik

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    auch die Titanic imponierte!

  • Doris Kiepling

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    Wenn die rd. 18 000 Einwohner der Innenstadt von über 500 000 Touris ‚überfallen‘ werden, haben natürlich die restlichen potentiellen Regensburger Käufer keine Lust mehr sich mit ihren Einkaufstaschen durch den Menschenpulk und am Altstadtbus vorbei durch die Stadt zu quetschen.
    Das Problem ist von der Stadtverwaltung (Vorgaben) und dem Einzelhandel (Qualität) überwiegend verschuldet. Die Leidtragenden im WKE sind nicht nur die Eingeborenen in
    ‚Old town of Regensburg with Stadtamhof‘
    http://whc.unesco.org/en/list/1155

  • Joachim Datko

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    Zu 12.08.14 – 13:38: „auch die Titanic imponierte!“

    In der Technik haben wir es einfach! Man kann aufgrund von negativen Erfahrungen Verbesserungen vornehmen. Außerdem bringt der technische Fortschritt an einer Stelle automatisch Lösungen für Probleme an anderen Stellen. Heute beobachten unter anderem Satelliten die Wege von Eisbergen.

  • Gyro Gearloose

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    ‚In der Technik haben wir es einfach….‘.
    Genau das ist dieselbe Technik die uns alle über ein 50Euro Smartphone überwacht, aber zu blöd ist die verschollene Passagiermaschine MH370 zu finden.

  • fördefas

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    Zu 23. August 2014 um 09:40 Uhr :

    „Außerdem bringt der technische Fortschritt an einer Stelle automatisch Lösungen für Probleme an anderen Stellen. Heute beobachten unter anderem Satelliten die Wege von Eisbergen.“

    So einen Fortschritt mit automatischen Lösungen anderswo?:
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/navigationssystem-galileo-satelliten-in-falscher-umlaufbahn-a-987668.html

    Und das hier hätte z.B. auch die FDP vor der Bedeutungslosigkeit gerettet:
    „Man kann aufgrund von negativen Erfahrungen Verbesserungen vornehmen.“

  • Dubh

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    Datko: „Heute beobachten unter anderem Satelliten die Wege von Eisbergen.“

    Wer hätte gedacht, dass das Problem der Regensburger Altstadt marodierende Eisberge sind………..

    Gibt es eigentlich auch ne App mit Datko Warnungen?

  • Joachim Datko

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    Zu 23.08.14 – 13:40 „Wer hätte gedacht, dass das Problem der Regensburger Altstadt […]“

    Wenn ich mich richtig erinnere, hat man schon vor Jahrzehnten über Kundenschwund in der Altstadt durch Einkaufsmöglichkeiten am „Stadtrand“, wie z.B. dem Donau-Einkaufszentrum, gejammert.

    Der Altstadt bleiben genug Kunden. Die SPD gibt gerne Geld aus, um Bürokratismus zu fördern, weil sie glaubt, dass auch Bürokratismus den Wohlstand hebt.

    Das bewilligte Geld führt zu zumindest zwei unangenehmen Nebeneffekten:
    a) Marketingarbeitsplätze schaffen keinen Wohlstand, sie verursachen Aufwand.
    b) Die 1,5 „Stellen“ werden wahrscheinlich einen Teil ihrer Zeit damit verbringen, zu versuchen, die zeitlich befristeten Stellen in Dauerstellen umzuwandeln.

    Bürokratismus neigt dazu, zu expandieren!

  • Parkplatzkaufmann im Pelz

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    Es gibt rund um die Altstadt keine Parkplätze für die Kunden, weil diese bereits von den Bewohnern belegt sind. Noch schlimmer wird das Problem, weil auch die Angestellten der Altstadtgeschäfte auf Parkplatzsuche sind. Sie nehmen neben dem Parkplatz ihren Arbeitgebern somit auch noch die Kunden weg. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.
    Eine Lösung des Problems könnte in der Anlage einer Parkhaussiedlung rund um die Altstadt liegen. Denkbar wäre es auch, Parkplätze in und unter den Kellern der Altstadthäuser zu schaffen. Die Versäumnisse der Vergangenheit holen uns nun mit aller Härte und Konsequenz ein. Je eher wir uns nun diesem Problem annehmen, desto wahrscheinlicher wird die Möglichkeit doch noch umsteuern zu können und die Altstadt-Geschäfts-Katastrophe abzuwenden.

  • Joachim Datko

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    Den öffentlichen Nahverkehr nutzen!

    Zu 24.08.14 – 12:22 „Es gibt rund um die Altstadt keine Parkplätze für die Kunden, weil […]“

    Ich bin meist mit dem Bus unterwegs. Für mich gibt es im Stadtbereich nichts Bequemeres, als mit dem Bus zu fahren.

  • Autofahrer

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    Dass Fahrradfahrer in der Erhebung nicht berücksichtigt werden, ist m.E. ein großer Fehler der Erhebung.
    Fahrräder sollten in Städten neben dem öffentlichen Nahverkehr das Fortbewegungsmittel Nummer 1 sein.
    Es ist ein großer Irrtum, dass die wirtschaftliche Einzelhandelssituation in Städten nur von der Autofreundlichkeit abhängt, wie eine Vielzahl anderer europäischer Städte eindrucksvoll beweist.
    Autos zerstören im städtischen Umfeld durch Lärm, Luftverschmutzung und Platzverbrauch mehr Wohlstand als sie ihn schaffen, aber diese Erkenntnis ist noch nicht zu allen Bürgern vorgedrungen.
    Bevor jetzt hier der Sturm losbricht: Ich bin leidenschaftlicher Autofahrer…

  • da_Moartl

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    Tja früher im Mittelalter gab es noch Stadttore und Wächter. Die haben dann kontrolliert, wer hinein darf. Zugegeben: manchmal wäre das auch heute ganz praktisch. Man stelle sich eine Schranke vor am Anfang der Gesandtenstraße beim Bismarckplatz und Kärtchen mit Strichcode für die Anwohner. Wäre das himmlisch – keine Taxifahrer (ja auch die nerven mit ihrem agressiven Fahren), keine Koffer-ins-Hotel-Fahrer, keine Angeber-Cabrio-Fahrer, keine Lieferlaster nach 11 Uhr, keine Riesen-Gelenkbusse mehr! Nur noch ab und zu ein Altstadt-Midi-Bus. Aber dieser Altstadbus würde dann z.B. bis zum Pürklgut fahren, weil dort nämlich ein gescheiter Pendler-Großparkplatz ist, von dem man mit dem Parkticket kostenlos in den Altstadtbus einsteigen kann. Die Stadtregierung hat in dieser Hinsicht über 20 Jahre lang geschlafen; hoffen wir, dass der Regierungswechsel im Rathaus auch in dieser Hinsicht eine Änderung bringt.

  • Rosco Runners

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    Ein großer Nachteil der Altstadt, im Vergleich zu Einkaufs zentren wie den Arcaden etc., sind auch die verschiedenen Ladenöffnungszeiten. Soll heißen, wenn ich unter der Woche um 19 Uhr in das DEZ oder in die Arcaden fahre, weiß ich, dass ich noch alles bekomme, was ich brauche und ich stehe nicht vor verschlossener Ladentür. In unserer zweifelsfrei wunderschönen Altstadt sieht das anders aus. Jeder Altstadtkaufmann/jede Altstadtkauffrau sperrt seinen/ihren Laden zu, wie er/sie lustig ist. Das macht es dem Verbraucher nach einem Arbeitstag nicht gerade einfacher bei der Entscheidung, in der Altstadt einkaufen zu gehen!

  • Kerstin Lange

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    Auch auch die Gefahr eines Shitstorms hin: Ich verstehe das Getue um diese Altstadt nicht. Wenn ich einkaufen will, stehen mir die Arkaden, das DEZ und andere Läden in der Peripherie zur Verfügung. In der Altstadt finde ich kaum Parkmöglichkeiten, um dann in überteuerten Boutiquen irgendwelche Klamotten einkaufen zu können, die ich überall billiger bekomme. Ungestörtes Bummeln, womöglich noch mit Kleinkindern, geht gar nicht, wenn man nicht Opfer der berüchtigten Regensburger Kampfradler werden will. Manche Gegenden z. B. um den Bahnhof herum meidet man besser ganz, aber auch sonst ist man oder v.a. „frau“ nach Einbruch der Nacht nicht mehr sicher, es sei denn sie oder er ist Martial Arts Expertin. Und warum auch dieses Risiko? Das Kulturangebot ist Provinz, die Gastronomie bestenfalls Mittelmaß.
    Was bleibt also? Ein mittelalterliches Ensemble als Welterbe- Magnet für verirrte Touristen, ein paar -zugegeben!- nette Lokale für den Nachmittagskaffe. Ach ja, nicht vergessen: der Dom für alle, die es gern fromm haben.
    Leute: VERGESST DIE REGENSBURGER ALTSTADT.
    Übrigens: Bebra ist auch ganz schön.

  • Norbert E. Wirner

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    @kerstin: nix shitstorm!

    ich leihe ihnen jederzeit meinen schirm, denn sie haben das ganze generell und sowieso sehr treffend um- und beschrieben.

  • Bernd Lauert

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    Ehrlich gesagt ist es auch kein Wunder wenn niemand mehr in die Stadt zum Einkaufen kommt: Es gibt ja auch fast nur noch Friseure und Botiquen. Früher(tm) gabs wenigstens noch eine Mini-Norma, man konnte sich im Kaufhof auch noch einen Radiowecker erstehen. Nun aber muss man dafür in die Einkaufszentren.

  • Altstadtbewohnerin

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    Oh diese Altstadt…. Sie ist sehr schön, könnte aber schöner und attraktiver sein. Mich stören ja folgende Punkte, wohlgemerkt als Bewohnerin (Gesandtenstraße):
    1. Diese Busse! Groß, laut und im 10 Minuten Takt! Wieso gibt es keine kleineren Elektrobusse, ich glaube mich daran erinnern zu können, dass es diese schon einmal gab. Dann können sie auch gerne im 10 Minuten Takt fahren.
    2. Diese Taxis/ Lieferverkehr: Ja irgenwann müssen die Regale befüllt werden und die Taxifahrer haben ja auch ihre Daseinsberechtigung. Aber bitte nicht rund um die Uhr (Lieferverkehr) und nicht mit gefühlt 50 Sachen (Taxis) durch die Straßen brettern. Allerdings wäre ich kein Verfechter der kompletten Fußgängerzone, auch wir wollen den Luxus genießen mit dem Auto vor das Haus zu fahren um Einkäufe abzuladen.
    3. Einkaufen! Man muss da als Bewohner ja prinzipiell unterscheiden zwischen Lebensmittelbeschaffung und sonstiger Wohlstandsschnickschnack. Lebensmittel können die Altstädter im überteuerten Edeka (Galeria Kaufhof), beim Ghetto Netto am Arnulfsplatz oder in einem der zig Bioläden kaufen. Wir kommen damit klar, das ist eigentlich gar nicht so schlimm, sondern mitunter unterhaltsam.
    Aber nun zu den Dingen was ich mal als sonstigen Schnick Schnack bezeichnen würde. Ich fahre wirklich gerne in die Arcaden (mit dem Fahrrad!) weil es dort Läden gibt, die ich mag und nun mal mehr meinem Geschmackk und Geldbeutel entsprechen als diese ganzen Geschäfte in der Altstadt. Boutique hier, Boutique da, dann eine ganze Fülle von Outdoorläden, nicht zu vergessen die Schuhgeschäfte welche sich in der Gesandtenstraße gegenseitig auf die Füße treten. Und da gibt es also neben diesen ganzen hochpreisigen Wohlstandsladys Kleidungsläden die absoluten Ramschläden (besonders in der Maximilianstraße…). Daher wie gesagt, Einkaufen ist so ne Sache, ich bevorzuge da wirklich die Arcaden. Ach ja und natürlich die viel genannten gleichen Öffnungszeiten.
    4. Fahrradfahrer! Dieses Geschimpfe über den 0815 Fahrradfahrer nervt! Die Mehrheit gibt sich wirklich Mühe (ich beobachte das mehrmals täglich bei einer Zigarette am Fenster). Ja ich weiß, es gibt auch schwarze Schafe! Aber die gibts überall. Da wären die Hans – guck – in – die – Luft Fußgänger, die Taxiraser und die schlimmen Fahrradfahrer, aber bitte, die Mehrheit aller genannten Gruppen verhält sich normal, ja quasi zivilisiert! Ansonsten ist Fahrradfahren gesund, leise und umweltfreundlich! Also Bitte.
    5. Überall Steine! Also diese alten Steine sind ja wirklich schön anzuschauen, aber noch schöner wäre es, durch Auflockerungen in flottem Grün oder gerne auch blumigen Arrangements. Am Neupfarrplatz wäre doch noch Platz für etwas mehr Straßenbegleitgrün! Und da mein ich jetzt nicht die halbherzigen Versuche mit Pflanzkübeln, am besten finde ich da die Engelstrompeten, sondern weg mit eine paar Pflastern und Gras, Blumen, Bäume drauf, das muss doch möglich sein? Wenn wir gerade schon dabei sind: Auch die Donaupromenade könnte man noch einladender gestalten, zudem finde ich es schade, dass man nur selten direkt an der Donau in Cafes sitzen kann. Dann eben doch die Variante, die ja viele Jugendliche pflegen: Mit Pizzakarton und einem Erfrischungsgetränk an die Donaulände, aber immer schön den Müll mitnehmen.

    So viel zum Quengeln, aber eigentlich ist sie doch auch so schön, wie sie ist, die Regensburger Altstadt!

    Ich finds übrigens toll, das viele Touristen der selben Meinung sind und sich unsere Stadt anschauen wollen!

  • altstadtkid

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    Die Altstadt wurde leider in den letzten Jahren zu dem gemacht was Sie jetzt ist.
    Der Tag wurde an die Tourissmus AG vergeben, und nachts
    machen wir den ostbayerischen Ballermann.
    Das urbane Leben verschwindet immer mehr, was aber keiner sieht, weil am Tag mit Touristen aufgefüllt wird und Nachts mit ostbayrischen Feierkids, die dann alle für Studenten halten.
    Man meint hier brummt der urbane Bär aber alles ist Staffage.
    Wenn man überregionale Medien betrachtet so haben das in
    der Zwischenzeit sogar schon die Münchner gemerkt.
    Mehr Schein als sein, zumindest für die Regensburger selbst.
    Es rothenburgt ob der Taubert und ballermannt an allen Ecken und Enden.

  • Barbara Blomberg

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    @altstadtkid
    ich kann dir 100% zustimmen. Als erstes müßte man mal ein paar Fallen aufstellen um diese schrecklichen Stadtmäuse in der Altstadt zu reduzieren.
    http://youtu.be/NxwCp7Iskvs

  • semmeldieb

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    bitte nur lebendfallen aufstellen!

    man kann alles fanggut dann im walde oder bei einer verfalleneb scheune aussetzen.

  • altstadtkid

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    Super Idee,

    vielleicht könnte man auch noch ein paar amerikanische Mäuse fangen, die geben Ihnen jetzt, allen ernstes, auf den Kreuzfahrtschiffen Miniräder und weiße Helme aus, mit denen Sie dann wie die bescheuerten in der Gegend rumfahren.
    Teils lebensgefährlich weil Sie dem deutschen Stadtverkehr nicht gewachsen sind.
    Als ob diese unsäglichen Segways-Stadtführungen nicht schon gereicht hätten.
    Oh my God!!!!!!!!!

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