ARMENHAUSREICH. Hütten für die Künste

Joseph Beuyss gilt als der Erfinder der „Sozialen Plastik“ und hat damit die Kunst in und um den sozialen Raum erweitert. Angewandte Kunst, wie Architektur und Stadtplanung sind wichtige Felder heutiger künstlerischer Auseinandersetzung. Ästhetische Konzepte und Visionen waren immer schon Grundlage für politische Vorgaben und Gesetze, bestimmen unser Leben und prägen unsere Umwelt. Welche Werte sind wie entstanden und haben sich warum verfestigt? Wie soll unser Leben sein? Nach nicht weniger frägt der KunstvereinGRAZ in seiner Jubiläumsausstellung ARMENHAUSREICH. Wir haben einfach gebastelte Hütte bauen lassen, die Armut symbolisieren, die aber nicht schlecht sein müssen, nicht öde, nicht uninspiriert, ganz im Gegenteil, wir denken an die bemalten Häuser in südafrikanischen Townships oder in südamerikanischen Favellas oder in den Plattenbausiedlungen von Kiew und Odessa. Denn auch arme Menschen haben Würde, Geist, Ästhetik. Die Hütten sind unser GRAZ-Beitrag. In die Hütten haben wir KünstlerInnen eingeladen zur Thematik Reichtum : Armut etwas auszustellen, dichte Arbeiten. Oder die Hütte ist schon alles in einem. Es geht in dieser Ausstellung um Glasscherben-Viertel, um Bildung, verarmende Scheidungen, arme Materialien, gebasteltes Design und immer auch um Geborgenheit – um Nester. ARMENHAUSREICH ist eine „shop in shop“ – Ausstellung: Es geht um den Gegensatz Reichtum : Armut, was sagen KünstlerInnen dazu? Wer ist überhaupt reich? Wer muss als arm gelten? Macht nur in Geldwert Messbares glücklich? Ist Verantwortung (Nachhaltigkeit) im Spiel? Ist Kunst per se schon Reichtum? Kann Kunst in Hütten hängen? Oder kommt Kunst nur für Reiche in ihren Villen am Seeufer in Frage? Kann man sich vorstellen in Favellas Kunst an der Wand oder im öffentlichen Raum zu haben? Ist geistige Nahrung, ist Bildung gleich wichtig, wie „food“. Oder sogar wichtiger? Ab wann darf jemand als reich gelten? Mit dickem Bankkonto? Mit Zugang zu Kunst, Musik, Literatur, Internet? Wie kann Kunst aussehen, die wir uns in einer Hütte vorstellen? Muss es sakrale Kunst sein (der Herrgottswinkel) oder kann es auch aufgeklärt sein, ironisch, zynisch? Üppig oder karg? Goldrahmen oder Pappe? Billig für die Armen, elaboriert für die Reichen? Künstler: Rayk Amelang Renate Christin mit Gloria Zoitl Albert Plank mit Joseph Berlinger, Anka Draugelatis, Manfred Schimmchen, Jürgen Huber Jörg Haala mit Lady B Andreas Müller Christian Havlicek Jürgen Huber Eröffnung der Ausstellung ARMENHAUSREICH am 15. 6. 2012 um 20 Uhr Kurator und Einführung: Jürgen Huber Dauer: jeweils Fr. und Sa. von 16 bis 19 Uhr und vom 15. 6. bis 14. 7. 2012 Literturperformance: Das Automobil für Jedermann gilt als Wohlstandssymbol Nummer eins. Für die Wirtschaftswunderzeit der 50er und 60er Jahre, aber auch heute noch. Peter Geiger hat eine bunte, kulturgeschichtliche Litaraturperfomance Modell Auto (Modellauto) vorbereitet. Keine wohlfeile Kritik, sondern die Frage nach dem Reichtum. Literaturperformance: Modell Auto von und mit Peter Geiger am 22. 6. 2012 um 20 Uhr, Eintritt 6,- / 8,- Euro Die Ausstellung wird von BMW Werk Regensburg als Jahresausstellung gefördert.

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