Asyldebatte in Donaustauf: „Zuhören statt Draufhauen“

Die Art der Diskussion um die Unterbringung von Asylsuchenden in Donaustauf in der letzten  Woche war unwürdig für die Region Regensburg, einer Region im Zentrum Europas, einer Hochschulregion mit einer Vielzahl von international agierenden Unternehmen. Zwar liegt die Schuld für die Tonlage in der Diskussion in Donaustauf bei weitem nicht nur an den Vorgängen vor Ort, sondern auch an der landespolitischen Steuerung der  Asylbewerberströme, die wenig transparent ist und bei der auch finanzielle Begehrlichkeiten  geweckt werden. Dennoch ist es beschämend, dass eine gewisse Teilmenge von aufgeregten Bürgern, die vermutlich sonst nur am Stammtisch das große Wort führt, den Verlauf einer Marktgemeinderatssitzung durch lautstarke Präsenz beeinflussen, Unterschriften gegen eine Asylbewerberunterkunft sammeln und Andersdenkende befürchten lassen müssen, niedergebrüllt zu werden. Als Jusos in der Region Regensburg fühlen wir uns dem Menschenrecht auf Asyl verpflichtet, das besonders Deutschen in der Zeit der Nazi-Diktatur das Überleben sicherte. Wir wollen es nicht in pöbelhaftem Geplärr untergehen lassen. Die Unterbringung von verschiedensten Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen auf engem Raum bringt auch Spannungen. Doch diese Konflikte sind im Dialog zu lösen und nicht durch eine Abwehrhaltung, die vor Skepsis nur so trieft. Wir Jusos besuchen deshalb seit 3 Jahren, auch dieses Jahr, am 05. und 06.Dezember Asylbewerberkinder und deren Familien in ihren Unterkünften und bringen als Nikolausaktion kleine Geschenke mit, die uns von Spendern überlassen wurden. Gastfreundschaft und Freude, die uns dafür zukommen, sind überwältigend. Daran sollten die, die Hass sähen wollen, denken. Und den Dialog beginnen. Gerade vor Weihnachten.

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Kommentare (2)

  • Emil

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    Anstatt den dortigen SPD Bürgermeister mal zur Vernunft zu bringen und ihn aufzufordern endlich generell die Abschaffung der Lagerpflicht zu fordern (wie es auch im Grundsatzpapier Integration der SPD steht), schwingt ihr hier schöne Reden. Der Inhalt eures Gefassels ist gleich Null und dort wo er einer ist, ist er mehr als ekelhaft. Wie lieb von euch, dass ihr jedes Jahr einmal die Gnade habt Spenden bei den Flüchtlingskindern vorbeizubringen. Dazu gibts dann einen hübschen Artikel in der Presse und ihr könnt euch gut fühlen. Es ist selten so leicht sich einen positiven Artikel in der Presse zu holen wie bei einer charity Aktion vor Weihnachten.

    Wenn es darauf ankommt sich wirklich für Flüchtlinge einzusetzten seit ihr plötzlich nicht mehr präsent. Besonders deutlich wird dies am Beispiel des Protestcamps im Sommer diesen Jahres in Regensburg. Klar das ihr dort nicht wart, durfte ja auch keine JUSO Fahne geschwungen werden. Null Erwähnung des Protestcamps weder auf eurerr facebook Seite noch auf eurer Internetseite verdeutlicht es. Billiger ekelhafter Wahlkampf und Publicity für die eigene Partei für nicht mehr oder weniger benutzt ihr die Flüchtlinge.

    Ich bin kotzen – ihr ekelt mich an

  • StuhloderSessel

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    Ein Dialog mit Rassisten. „Gerade vor Weihnachten“.
    Ihr habt sie doch nicht alle.

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