"Basisbewegung in der CSU"

Aufbruch nach Rechtsaußen

„Konservativer Aufbruch“ nennt sich die „Basisbewegung“ innerhalb der CSU, die sich vor einem Jahr gegründet hat, um sich gegen den „rot-grünen Zeitgeist“ zu stemmen. Dabei gibt es nur wenig Berührungsängste mit Rechtsaußen-Sektierern. In der Debatte um die Ehe für alle meldet sich diese Gruppierung nun wieder verstärkt zu Wort – auch in Regensburg, wo ein JU-Funktionär nicht möchte, dass Kinder „das unnatürliche als natürlich präsentiert bekommen“.

1980: Franz Josef Strauß will Kanzler werden. Solche Zeiten wünscht sich der "Konservative Aufbruch" zurück und hat einen fragwürdigen Strauß-Helfer auf seiner Seite.

1980: Franz Josef Strauß will Kanzler werden. Solche Zeiten wünscht sich der „Konservative Aufbruch“ zurück und hat einen fragwürdigen Strauß-Helfer auf seiner Seite.

Die doppelte Staatsbürgerschaft wollen sie abschaffen und vom Atomausstieg halten sie nur wenig. Sie einen fordern harten Kurs gegen „Asylanten“ und wollen dafür im Zweifel auch wieder Grenzkontrollen in der EU einführen. Eine Frauenquote wird „strikt abgelehnt“. Mittel für die Gender Mainstreaming-Forschung sollen gestrichen und die Bayernhymne wieder „mit Inbrunst“ gesungen werden. Kurz: Die Begründer des „Konservativen Aufbruchs“ (KA) wünschen sich eine CSU zu Zeiten von Franz Josef Strauß zurück. Damals, als in Bayern die Welt noch in Ordnung und die Schwesterpartei CDU noch nicht „diesem linken und linkslastigen Abwärtstrend“ anheim gefallen war, in den nun auch die CSU zu geraten droht, wie David Bendels, einer der vier Sprecher des „Konservativen Aufbruchs“ befürchtet. Als Werbematerial gibt es denn auch Postkarten mit Strauß-Konterfei oder Socken-Kampagnen von rot über grün bis tiefrot zu erwerben.

„Ehe für alle“ ist eine linksextreme Verschwörung

Denn dem „rot-grünen Zeitgeist“ will sich diese „Basisbewegung“ innerhalb der CSU entgegenstellen. Dieses Ziel haben die vier Sprecher Lars Bergen, Dr. Linda Mergner, David Bendels und Dr. Thomas Jahn ausgegeben, als sie vor einem knappen Jahr in Nürnberg die Gründung verkündet haben. Und zu diesem „rot-grünem Zeitgeist“ zählt selbstverständlich auch die „Ehe für alle“, über die derzeit debattiert wird.

„Nach der Volksabstimmung in Irland wurde erneut das Trommelfeuer linker Agitation gegen unser Grundgesetz und die in Artikel 6 besonders geschützte Ehe und Familie eröffnet“, heißt es dazu in einer aktuellen Pressemitteilung des KA. Hauptziel der scharf formulierten Attacke ist „die aktuelle Bundesratsinitiative des verfassungsfeindlichen, linksextremistischen Ministerpräsidenten Ramelow“ für eine „Ehe für alle“. Der „Konservative Aufbruch“ wittert dahinter eine linksextremistische Verschwörung zur Zerstörung der Familie. „An die Stelle der Eltern und ihres natürlichen Erziehungsrechts sollen ‚Vater Staat‘ und ‚Mutter Gleichstellungsbeauftragte‘ treten“, fabulieren die Verfasser des Pamphlets.

Auch in Regensburg wird aufgebrochen

Das fällt bei manchen auf fruchtbaren Boden, in Regensburg zum Beispiel bei Eduard Gashi, Kandidat bei der letzten Stadtratswahl und vergangene Woche in den Vorstand der Jungen Union gewählt. Der 27jährige Versicherungskaufmann gibt in öffentlichen Facebook-Einträgen immer wieder etwas seltsame Ansichten zum Besten, die er bisweilen auch mit Artikeln der Rechtsaußenpostille „Junge Freiheit“ garniert.

Kandidierte für den Stadtrat, ist jetzt im JU-Vorstand: Eduard Gashi. Foto: pm

Kandidierte für den Stadtrat, ist jetzt im JU-Vorstand: Eduard Gashi. Foto: pm

So schreibt er unter anderem:

„Kriminelle Ausländer – auch, wenn sie hier in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, gehören abgeschoben.“

Zum Tag der deutschen Einheit ließ Gashi den geneigten Leser im vergangenen Jahr wissen:

„Die deutsche Wiedervereinigung ist historisch betrachtet eine Teilvereinigung der deutschen Gebiete, jedoch eine große politische Errungenschaft. Man hat versucht den deutschen die Schuld an den Nazi-Verbrechen aufzuerlegen. Aber das deutsche Volk ist nicht Schuld an den schrecklichen Verbrechen der Nationalsozialisten.“

„…nicht das unnatürliche als natürlich präsentiert bekommen.“

Kürzlich hat der „Manager for international and intercultural leadership skills“ und „Political and Economic Analyst“, wie Gashi sich auf seiner Facebook-Seite bezeichnet, nun sein ganz persönliches Bekenntnis zum „Konservativen Aufbruch“ abgelegt. Unter anderem heißt es darin:

„Ich unterstütze den Konservativen Aufbruch, (…) weil ich will, dass Kinder in einer werteorientierten Umgebung aufwachsen und eine menschliche Erziehung in Kindergarten und Schule genießen und nicht das unnatürliche als natürlich präsentiert bekommen. Die Familie als Basis jeder Gesellschaft muss besonders geschützt und geachtet werden. Die Ehe von Mann und Frau ist nicht nur eine religiös betrachtet schützenswerte Institution. Nein, sondern auch vom Aspekt der Evolution betrachtet die einzige Verbindung die das Überleben und das Fortbestehen sichert. Die Ehe ist besonders zu schützen, da sie den aus ihr entstehenden Kindern und den miteinander vermählten Schutz und Halt sowie einen besonderen Status bildet. “

Ein Statement übrigens, für das Gashi von diversen Mitgliedern der Regensburger JU Zuspruch erfährt – bis hinauf zum JU-Vorsitzenden und CSU-Stadtrat Michael Lehner. Sie belohnen Gashis Ausführungen mit einem „Gefällt mir“-Klick.

Paradiesvögel aus dem erzkonservativen Lager

Betrachtet man indes die prominenten Aushängeschilder und Unterstützer, derer sich der „Konservative Aufbruch“ bedient, zählt der Regensburger fast schon zu den gemäßigten Unterstützern der selbsternannten „Basisbewegung“.

Als Säulenheilige werden vom KA insbesondere Thomas Goppel und Norbert Geis verehrt – zwei, wenn man so will, schillernde Paradiesvögel des erzkatholischen Konservatismus in der CSU.

Ein kleine Auswahl bizarrer Ausfälle:

Thomas Goppel wollte 2012 dem Titanic-Chefredakteur Leo Fischer wegen einer Papst-Karikatur auf dem Titel „die Lizenz zum Schreiben entziehen“. In Regensburg beteiligte sich der CSU-Politiker an einer Hetzkampagne gegen einen Vater, der das Schulkreuz im Klassenzimmer seines Sohnes abhängen ließ. Dem früheren Berliner Oberbürgermeister Klaus Wowereit hielt Goppel wegen dessen Homosexualität vor, „allabendlich der Biologie ein Schnippchen schlagen“

"Die Lizenz zum Schreiben entziehen..." Thomas Goppel gilt als Aushängeschild des "Konservativen Aufbruchs". Foto: Archiv

„Die Lizenz zum Schreiben entziehen…“ Thomas Goppel gilt als Aushängeschild des „Konservativen Aufbruchs“. Foto: Archiv

Opus Dei-Fan Norbert Geis sperrte sich in den 90ern gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe. Etwa zur selben Zeit forderte er ein Auftrittsverbot für Madonna. Geis sah es als angemessen an, „gottlose Menschen“ als „Tätervolk“ zu bezeichnen. Homosexualität ist für ihn „Sünde“ und „nicht naturgemäß“.

Beide, Geis und Goppel, eint zudem ihre Autorenschaft für das Rechtsaußenblatt „Junge Freiheit“.

Überschwängliches Lob von Strauß-Wahlkämpfer

Doch hier scheint der „Konservative Aufbruch“ generell keine Berührungsängste zu haben. Regelmäßig freut man sich auf der Webseite über die Berichterstattung von „Junge Freiheit“ und der neurechten „Preußischen Allgemeinen“. In einem Interview mit der „Jungen Freiheit“ plädiert KA-Sprecher David Bendels unter anderem für eine Partnerschaft mit der AfD, bei der er auch regelmäßig Gastauftritte absolviert.

Das beständigste und regelmäßig überschwängliche Lob fährt der „Konservative Aufbruch“ indes vom früheren Strauß-Wahlkämpfer Peter Helmes („Deutschland ist rot – eine neue ‚DDR’“) und dessen Blog Conservo ein.

„Endlich neuer Schwung in der CSU“, „Konservativer Aufbruch: Wider den Verlust unserer Heimat“, „Kreuth: Ein konservativer Aufbruch“, „Konservativer Aufbruch in der CSU: Nötiger denn je“, „Großer Erfolg: Veranstaltung des Konservativen Aufbruchs“ und dergleichen bekommt man dort in regelmäßigen Abständen zu lesen.

„Deutschland ist Weltmeister – der Selbstbesudelung!“

Ansonsten erscheinen auf Helmes‘ Conservo-Blog Beiträge mit Titeln wie „Deutschland ist Weltmeister – der Selbstbesudelung!“, „Warum linksgrüne Rassisten die schlimmeren Rassisten sind“ oder „Linksgrüne Diktatur – Traktat über die Herrschaft der Minderheiten“.

Neben Helmes selbst schreiben auf Conservo so illustre Gestalten wie Ruth Staiger von der homophoben Hetzplattform CitizenGo, die von der Schill-Partei zur AfD gewechselte Journalistin Karina Weber oder Bernd Stichler, ehemaliger Vorsitzender der „Vereinigung der Opfer des Stalinismus“. Stichler musste sein Amt 2006 niederlegen, nachdem Tonbänder von Sitzungen öffentlich wurden, in denen er unter anderem Juden und Muslime als „Besatzungsmächte“ bezeichnet und angefügt hatte:

„Ein Jude, der neben dir steht, der stinkt nicht, aber ein Kanake stinkt in der U-Bahn, wenn er zwanzig Zentimeter neben dir steht.“ 

Verbandelt mit verurteiltem Volksverhetzer

Helmes selbst gehört zu den Begründern des Vereins „Deutsche Konservative e.V.“., hervorgegangen aus der dubiosen „Bürgeraktion Demokraten für Strauß“. Bereits dort hat er als Geschäftsführer Erfahrung mit fragwürdigen Wahlkampfaktionen gesammelt. 

Der Verfassungsschutz ordnete die „Deutschen Konservativen“ in der Vergangenheit als rechtsextremistisch ein. Auch das undurchsichtige Gebaren beim Spendensammeln wird kritisiert. Bis heute arbeitet Helmes bei den „Deutschen Konservativen“ mit dem Vereinsvorsitzenden Joachim Siegerist zusammen, einem verurteilten und von einem Staatsanwalt als „gewerbsmäßig“ bezeichneten Volksverhetzer, der auch Vorworte für Helmes‘ Büchern verfasst. Daneben veröffentlicht Helmes Beiträge auf dem Hassblog „Politically Incorrect“.

Consulting-Agentur zur Planung politischer Aktionen

Auf dem Facebook-Profil des „Konservativen Aufbruch“ hat er vor kurzem auch seine ganz persönliche Liebeserklärung für die „Basisbewegung“ abgegeben. Selbstverständlich bezieht Helmes sich dabei auf Franz Josef Strauß, bei dessen Wahlkampf er einst (erfolglos) mitgemischt hat. Bei Veranstaltungen des „Konservativen Aufbruchs“ spricht Helmes Grußworte, schreibt auch Gastbeiträge für dessen Internetseite. Ohnehin lesen sich manche der Beiträge von Helmes zum „Konservativen Aufbruch“ teilweise wortgleich mit dessen Pressemitteilungen. Nebenbei betreibt der 72jährige übrigens eine Consulting-Agentur für Lobbyarbeit und berät bei der „Planung, Organisation und Durchführung politischer Aktionen, Kampagnen und Demonstrationen“.

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Kommentare (83)

  • Fabian B

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    Eduard Gashi fährt übrigens zweigleisig national chauvinistisch. DIe Hälfte seiner Facebook Bilder zeigen abstrusesten, pathos geladenen albanischen Nationalkitsch aber in der äußerst nationalistischen Form.

  • Horsti

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    Oje, was für erbärmliche kleine Männlein mit massivem Opfer- und Angstkomplex. Dass dem einem Männlein mit der legendären Reichskriegsflagge im Kinderzimmer das an die goldenen 1940er-Jahre gemahnende, debile Gestammel eines „intercultural leadership skills“-Experten gefällt, überrascht dabei nur bedingt.

  • onki

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    ui, da möchte aber jemand NSDAP spielen und trotzdem „christlich“ wählen…

    „Kriminelle Ausländer – auch, wenn sie hier in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, gehören abgeschoben.“

    Ein „jugoslawischer Ausländer“ der hier geboren ist und seit ca. 30 Jahren hier lebt… wohin gehört der dann nochmal abgeschoben?

    Homosexualität ist heilbar. Derart „erkrankte“ Menschen schickt ma dann in Bayern zum Heilpraktiker.
    Besonders schwere Sündenfälle bekommen dann eine Überweisung zum Dorf-Exorzisten.
    Des dad helfa!
    :o)

  • Mathilde Vietze

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    Und ich dachte immer, daß das Mittelalter längst
    vorbei wäre.

  • Peter

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    Zu dem Grinseonkel mit Adolf-Tolle, Thomas G. Hornauer-Grinsen und Stock im Pöter fällt mir eigentlich nur ein:
    Was ein Analyst genau ist, kann man seit Jahren bei Volker Pispers nachschlagen.

    (Und warum lese ich bei seiner selbstgewählten Tätigkeitsbeschreibung dauernd „interracial“ statt „international“? Vlt. schaue ich die falschen Filme.)

    Bei solchen Typen stelle ich mir genau die gleiche Frage wie Volker: Wenn jetzt von heute auf morgen alle Kranken/Altenpfleger, alle Kindergärtner/innen, alle Feuerwehrleute und alle Polizisten oder alle Investmentbanker, Analysten und Anlageberater verschwinden würden, welchen Teil würde ich wohl eher vermissen?

    Diese sogenannten Konservativen sind in Wahrheit nichts anderes als egomanische, gierige, empathieunfähige, besserwisserische, verklemmte, einsame und seelenlose Erfüllungsgehilfen eines beliebigen Obrigkeitsstaates, der es ihnen mit der Vorbetung einer oder mehrerer Gruppen von Sündenböcken ermöglicht, ihren Hass und ihre Ängste auf weitgehend unschuldige, meist weltoffenere Menschen zu projezieren.

    Das sind v.a. solche, die einen 14jährigen Albaner abschieben möchten, weil er beim Klauen erwischt wurde und danach auf die FCB-Hauptversammlung gehen und Ulli Hoeneß zujubeln. Das sind die, die jahrelang die eigene Ehefrau „beschäftigt“ haben, um dem Staatssäckel, das ihnen zur treuen Aufbewahrung gegeben wurde, in kleptomanischer Gier zu leeren.
    Das sind die, die besoffen Zäune, Laternen, Stromkästen oder am besten gleich Menschen umfahren und sich dann aus dem Staub machen, die anderen Verkehrsteilnehmern nach einem Unfall mit Diazepam im Blut auch noch mit der eigenen Stellung drohen, das sind Menschen, die Homosexualität für eine Krankheit halten und Atomkraftwerke für sicher.

    Arme Kerle.

  • Schariarichter von Dalmatien

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    Der einzige, der hier eine Meinungsdikatatur für sich einfordert, ist der Betreiber dieses Blogs mitsamt seiner wenig begabten Vasallen.
    Schon mal was von Meinungsfreiheit gehört, Aigner?

  • onki

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    @Schariarichter von Dalmatien
    Löblich das Sie sich hier um den Erhalt der Meinungsfreiheit bemühen.

    Nur:
    Der Großteil der reaktionären Visionen marschierender Rechtsaußenkammeraden lässt sich mit vielen Artikeln unseres Grundgesetzes nicht vereinbaren.
    Solche Parolen, dann als „Meinung“ hochzustilisieren ist plumpe Bauernfängerei.

    Wenn den Stechschritt-Kammeraden das geltende Grundgesetz in unserem Land nicht passt – dann liegt doch eigentlich auf der Hand, WEM es frei steht dieses Land zu verlassen!?
    Wie wärs denn mit Ungarn? Da werden derlei „Meinungen“ gehört und auch von hiesiger schmalbärtigen Regierung umgesetzt…

    Servus, Pfia’God und auf Wiedersehen!

  • joey

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    FJS kommt nicht wieder, auch nicht durch ewige Anbetung. Sein Bild ist durch Geschichtsforschung längst differenziert – taugt noch für eine Bilderserie beim Aschermittwoch, aber sicher nicht mehr als Programm.

    Konservative Positionen müssen politisch repräsentiert sein, sonst wachsen Subkulturen – Verbietungen (auf allen Seiten) sind klassische Hilflosigkeit, aber sonst recht kontraproduktiv. Pegida war nur eine flache Sammlung von Überschriftenmüll. Mit passenden Spitzen ist eine Ausprägung von front national ähnlichen Parteien möglich, wenn man dieses Potential nicht in der CSU bindet. Dazu bräuchte die CSU selber eine geistig potente Spitze (weit jenseits der Ausländermaut), die die Gratwanderung a la FJS schafft.

    Mit Homo Adoption haben viele Leute ein Problem, die sonst gern SPD und grün wählen. Das gilt auch für die doppelte Staatsbürgerschaft, die eigentlich nur das türkisch ultranationalistische Staatbürgerrecht mit wischiwaschi in Deutschland besänftigt.

    Zu diesen und anderen Themen hilft nur eine Diskussion ohne Verbote und Hauptkampflinien bzw Mottenkiste, also heutige Demokratie und Rechtsstaat. Die könnte man ruhig weiterentwickeln, inzwischen aber praktisch leben – z.B. in einem offenen Forum wie hier.

    Der Friede sei mit Euch-)

  • Marc Aurel

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    Genau mit solchen Personen wäre das 3. Reich wohl jederzeit wieder möglich. Am liebsten wäre ihnen wohl eine rechtskatholische Scharia für alle unliebsamen Zeitgenossen und Lebensformen…. Christlich ist das nicht, was diese Aufbrüchler denken, schreiben, tun. Herr, bewahre!

  • Veronika

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    Hatte mich gerade eben mit jemandem, der diesen Artikel gelesen hatte, richtig in die Haare bekommen. Ich forderte den Werbeflyer – oder ists ein Plakat – dieses Herrn G. ganz genau zu lesen.

    Er vertritt:
    – Amnesty International
    kümmert sich um: Ministranten einer kath. Gemeinde

    vertritt solche kruden Thesen, und ist immer noch bei AI, in der kath. Gemeinde und bei der CSU????

    Schön, dass bei vielen Politikern der „schwarzen Parteien“ immer mehr der Lack abgeht und sich die Farbe braun frühzeitig zeigt.

  • Bernd Neumann-Henneberg

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    Aleinerziehende passt auf! Ihr seid keine richtige Familie mehr! Diese CSUler werden Euch Eure Kinder wegnehmen!

  • Mathilde Vietze

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    All denen, die immer noch (heimlich) beten „Heiliger Franz
    Josef Strauß, bitte für uns“ sei empfohlen, die beiden Auf-
    klärungsbücher von Dr. Wilhelm Schlötterer zu lesen. Dann
    gehen selbst dem größten Einfaltspinsel die Augen auf.

  • Mr. T

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    Wenns nach den Vollpfosten gänge, dürften wohl auch keine unfruchtbaren Menschen oder Frauen nach den Wechseljahren heiraten. Das sollen sie mal denen in ihrer Anhängerschaft erklären.
    Und unter Meinungsfreiheit verstehen sie wohl, dass auch der dümmsten „Meinung“ nicht widersprochen werden darf. Auch wenn sie wohl zu dumm sind, das irgendwann mal zu wissen, ich versuchs trotzdem: Meinungsfreiheit bedeutet, dass man seine Meinung sagen darf, ohne Angst vor hoheitlichen Repressalien haben zu müssen, solange diese Meinung keine anderen Grundsätze verletzt (Holocaust-Leugnung, Beleidigung, etc.) – und nicht, dass man keinen Widerspruch auf seine Meinung erdulden muss.
    Wahnsinn, was sich da in Mitten dieser Partei bildet. Hoffentlich merken das die anderen noch rechtzeitig und entsorgen diese bewegung in ihren Reihen. Vielleicht sollte mal wieder langsam jemand anfangen, Dossiers zu schreiben…

  • Anna Sollenberger

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    Nach dem Lesen des Artikels (natürlich nicht objektiv geschrieben, sondern recht eindeutige Suggestivberichterstattung, politisch durch und durch gefärbt) und v.a. den Kommentaren darauf läuft es mir eiskalt den Rücken runter!

    Es wird sich über den vermuteten Hass anderer Leute (hier: Konservativer Aufbruch) beschwert und deren politische Willensäußerung mit Dreck beschmissen, da sie ja nicht progressiv, weltoffen, tolerant und liberal genug denken würden…während man sich selbst vollständig intolerant, herablassend, anmaßend und beleidigend zeigt. Pfui Deifl!

    Einige Auszüge aus den Kommentaren:

    „erbärmliche kleine Männlein mit massivem Opfer- und Angstkomplex“ ; „da möchte aber jemand NSDAP spielen“ ; „Grinseonkel mit Adolf-Tolle, Thomas G. Hornauer-Grinsen und Stock im Pöter „; Diese…Konservativen sind in Wahrheit nichts anderes als egomanische, gierige, empathieunfähige, besserwisserische, verklemmte, einsame und seelenlose Erfüllungsgehilfen“ ; „reaktionären Visionen marschierender Rechtsaußenkammeraden“ ; “ Stechschritt-Kammeraden“ ; „Genau mit solchen Personen wäre das 3. Reich wohl jederzeit wieder möglich“; „Vollpfosten“; “ Auch wenn sie wohl zu dumm sind“…; etc.
    —————-

    Unterstellungen, Beleidigungen, Mutmaßungen, Herabwürdigungen, unlautere Vergleiche („würden NSDAP wählen“) und ein alles in allem völlig disrespektierlicher Umgangston, als ob man selbst – und nur selbst – die einzig richtige, wahre Meinung gepachtet hätte! Mir wird schlecht. Aus nahezu jeder Zeile spricht nicht nur politische, sondern menschliche Missachtung und Abneigung.

    Man muss den KA nicht gut finden (ich sehe selbst viel Kritikwürdiges im Programm), aber ihr ach so aufgeklärten, liberalen, progressiv-urbanen, weltoffenen, sich links stehend-sehenden und gebildeten Kommentatoren schreibt selbst das miefigste, eingebildetste, herablassendenste und intoleranteste Geschwurbel, das ich seit längerer Zeit jenseits von einschlägigen Rechtsaußen-Sites gelesen habe. Unsäglich. Selbstverliebter Sermon, sich suhlend im Dreckwerfen auf andere, die vermeintlich dümmer sind als ihr. Praktisch die gleiche Taktik wie die Rechten, nur dass die eben die Ausländer als dümmer betrachten.

    Spielt euch bitte nicht als Verteidiger des Grundgesetzes, der Toleranz und der Demokratie auf, denn hättet ihr das Sagen, würde womöglich schon längst an allen der drei Pfeilern herumgesägt. Denn wenn alle Nichtlinken fast schon „Nazis“ sind, und Nazis bekanntlich „aufs Maul“ gehört, dann braucht man nur noch 1 und 1 zusammenzählen.

    Und diese Annahme erlaube ich mir wenn ich mir die Summe der Submessages der Beiträge ansehe.

  • onki

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    @Anna Sollenberger

    kennen Sie den Satz „Wehret den Anfängen“?

    Haben Sie wirklich den Inhalt gelesen, der hier versucht wird (über das Deckmäntelchen „man wird doch wohl noch sagen dürfen…“) in eine Volkspartei hineinzutragen?

    Sind Sie sich überhaupt nur ansatzweise im Klaren darüber, daß viele Forderungen zur „Sonderbehandlung“ von Ausländern, Homosexuelle, Flüchtlingen, Frauen etc. unser freiheitliches demokratisches Grundgesetz gar nicht zulässt?

    Derartig braun angehauchte Forderungen stehen der Gesetzeswidrigkeit näher als der frei geäußerten „Meinung“.

    Was versuchen Sie hier wehklagend zu verteidigen?
    Braune Stimmungsmache gegen Minderheiten oder geltende Gesetze einer modernen Zivilisation?

    Ich empfehle Ihnen einen Besuch im jüdischen Museum (Berlin oder besser noch New York) – dort kann man chronologisch die vielen Hetzparolen und Propaganda-Kampagnen der NSDAP studieren. Vielleicht kommt Ihnen dann die eine oder andere „Meinung“ bekannt vor.

    Zuallererst sollten Sie zu Akzeptanz von Demokratie und Menschenrechten mahnen, wenn es die Situation erfordert, bevor Sie hier im Forum mit beinahe naiven Argumenten die Beleidigungs-Hausmeisterin spielen.

  • Pirat

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    Find ich witzig,Gashi ist ein ganz klassischer albanischer Nachname,so wie Müller oder Schmidt.
    Erinner mich an diesen Herren hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Safet_Babic

  • Andres F.

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    Echt? Es gibt Albanerdeutsche? Ist das so wie Russlanddeutsche?

  • Max Mustermann

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    F.J.S
    Gott habe ihn selig, und Gott nimmt auch die Sünder auf wenn sie ehrlich bereuen.
    Sich aber gerade bei diesem rechts außen Ruck auf einen verstorbenen zu berufen ist durch nichts zu entschuldigen.
    Wer sucht denn hier eine neue Identität ? Wer sucht denn hier neue Wähler und neue Wählerstimmen?
    Verzweifelte ewig gestrige ! FJS war das nie!
    Verzweifelt weil sie keine Anerkennung bekommen?
    Und diese auch nie bekommen werden.
    Vielleicht dehnt sich diese Bewegung aus wie ein toter Darm der voller unverdautem Abfall ist, und genauso wird diese Bewegung in sich zusammen fallen, mit einem lauten Knall und Gestank oder ganz einfach langsam und leise von keinem wahrgenommen!

  • Peter

    |

    Frau Sollenberger:

    „Die Lizenz zum Schreiben entziehen…” ist keine Meinung, sondern Faschismus.
    Bereits Anfang der 30er Jahre wurde von der herrschenden Faschistenmeute unliebsamen Andersdenkenden das Schreiben verboten. 1933 wurden dann Bücher sogar verbrannt.

    Um es nicht wieder so weit kommen zu lassen, lasse ich mich gerne zu einer mäßigen Portion Hass aufstacheln, wenn erzkonservative Scheuklappenträger es zwar billigen, wenn Pfaffen kleine Kinder f****n, aber nicht ein erwachsener Mann einen anderen erwachsenen Mann.

    Konservative Egomanen sind v.a. mit der Wahrung des eigenen (Meinungs)besitzstandes beschäftigt. Da spielt es dann gar keine Rolle, dass diese Meinung allen erwiesenen Naturgesetzen oder gesellschaftlichen Übereinkünften eklatant wiederspricht.

    Ich finde es zum Kotzen, wenn ein „auf und davon Lerchenberg“ faselt: „Das Schönste ist, wenn man hier vor Ort jemanden ganz konkret helfen kann“ (und das auch noch in einer Schule vor Kindern) und ganz nebenbei die einfachsten Gesetze missachtet (Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, nachdem er besoffen einen Gartenzaun angefahren hatte.)

    Besoffen Autofahren ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen, das jedes Jahr Tausenden von Menschen das Leben kostet und ein vielfaches davon schwer verletzt. Unerlaubtes entfernen vom Unfallort ist keine Meinung, sondern eine schwere Straftat, die bei unterlassener Hilfeleistung das Leben und/oder die Gesundheit von Menschen kosten kann.

    Wer dann auch noch Mitglied eines erzreaktionären Diözesankomitees ist, das von seiner Unfehlbarkeit Bischof Müller installiert wurde, nachdem ihm die liberalen Strömungen in „SEINER“ Kirche zu bunt wurden, vereinigt alles in einem Menschen, das ich von tiefstem Herzen verabscheue. Da gibt es keinen Gesprächsbedarf mehr. Das ist Faschismus. Pur.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Frau Sollenberger: Die Tatsache, daß auf RD manche Leute
    Unausgegorenes posten, darf noch lange nicht dazu führen,
    alle aufgeschlossenen Zeitgenossen in einen Topf zu werfen.
    Und das, was diese rechtslastige neue Gruppe da absondert,
    ist keine „andere Meinung“, sondern grenz schon an Volks-
    verhetzung.

  • Hubertus

    |

    Stefan Aigner, aus welchem tiefen, üblen, linken Loch sind Sie denn und ihre psychotischen Irrläufer, die ihre geistige Diarrhoe hier verbreitet haben, herausgekrochen.

    Den Konservativen Aufbruch mit dem dritten Reich, der NSDAP usw. zu vergleichen bzw. gleichzusetzen, wie es von vielen Kommentatoren nieder gepinselt wurde, zeugt von einer ausgeprägten Paranoia, die unbedingt behandlungsbedürftig ist.

    Sollte sich auf diesem „Blogg“ dennoch ein gesunder Schreiberling befinden, dann bin gerne bereit mit ihm über den Konservativen Aufbruch und seine Inhalte zu diskutieren.
    Aber bei dem hier herrschenden, untersten linken Schubladen-Niveau, wird wohl keine Diskussion stattfinden können.

  • Wotan Bliss

    |

    Nettes Kerlchen, dieser Hubertus ->“der durch Verstand Glänzende“ (althochdeutsch)

  • Mathilde Vietze

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    Zu „Hubertus“ – Ich teile in vielen Dingen die Meinung von
    Stefan Aigner n i c h t und wir fegen uns des öfteren an.
    Ich dulde jedoch nicht, daß er hier in unflätiger Weise
    von Ihnen beschimpft wird. Konstruktive Kritik sieht
    anders aus.

  • Franz Mahler

    |

    @Hubertus
    10. Juni 2015 um 10:25 | #

    „Den Konservativen Aufbruch mit dem dritten Reich, der NSDAP usw. zu vergleichen bzw. gleichzusetzen, wie es von vielen Kommentatoren nieder gepinselt wurde, zeugt von einer ausgeprägten Paranoia … Sollte sich auf diesem „Blogg“ dennoch ein gesunder Schreiberling befinden, dann bin gerne bereit mit ihm über den Konservativen Aufbruch und seine Inhalte zu diskutieren.“

    Abgesehen von dem leichten Schupfen, den ich immer noch habe, bin ich topfit und setze den sog. „Konservativen Aufbruch“ natürlich nicht mit dem Dritten Reich bzw. der NSDAP gleich.

    Wir können also gerne ab Montag, dem 15.06.2015 nach 19:00 Uhr (bis dahin bin ich leider geschäftlich unterwegs), auf wissenschaftlichem Niveau über Antisemitismus, Rassismus, Antiziganismus, autoritäre Unterwürfigkeit und autoritäre Aggression, Führerkult, Chauvinismus, Ausländerfeindlichkeit, Geschichtsrevisionismus bzw. die Verharmlosung der nationalsozialistischen Diktatur und vor allem über sozialdarwinistische Einstellungen diskutieren.

    Auch wenn es manche Bürger heute immer noch nicht glauben wollen, der „Führer“ und die NSDAP sind damals nicht vom Himmel gefallen. Das Dritte Reich hatte – wie der Kommunismus auch – seine geistigen Vordenker und das waren in der Weimarer Republik die Sozialdarwinisten.

    Ich bin schon ganz gespannt auf die Diskussion.

    MfG
    Franz

  • Tom Helmbrecht

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    Die Herrenmenschen sind wieder da. Und ja – Hubertus und Frau Sollenberger dürfen sich gerne angesprochen fühlen. Wie sich immer gleich auf den faschistoiden Rücken geworfen wird, wenn dem völkischen Dreck mit deutlichen Worten entgegengetreten wird. Das macht die NPD und die blaubraune AfD genauso und fordert Toleranz für Menschenhass und Intoleranz. Dass es so nicht funktioniert, hat man euch wohl nie erklärt, hm?
    Was soll ich denn mit jemandem machen, der mich oder meine Familie als „unnatürlich“ bezeichnet? Das gut finden oder wie stellt ihr Pfeiffen euch das vor, hm? Euer Menschenhass muss bekämpft werden, bevor euer braunes Gedankengut wieder Einzug in die Gesellschaft hält und wieder Häuser brennen – vielleicht ja in eurem Wahn diesmal Moscheen und/oder homosexuelle Clubs? Aus der Geschichte gelernt habt ihr jedenfalls nicht. Und daher schrieb bereits jemand: Wehret den Anfängen. Und quatscht mich nicht mit eurem dümmlichen Gelaber von „links“ zu. Ich bin weder links, noch rechts, ich bin Demokrat, aber wer das Gefasel des rechtsextremen Gesockses in der CSU nicht für faschistoid hält, der hat wohl auch längst vergessen, was Demokratie bedeutet bzw. es nie verstanden, was bei einer CSU-Mitgliedschaft höchst wahrscheinlich ist.
    Und ja – vor sowas wie euch und dem „Faschistoiden Ausbruch“ oder wie die rechtsextreme Sekte heißt, gehört das Grundgesetz geschützt. Das gilt nämlich für alle und nicht nur für euch heterosexuelle Herrenmenschen. Und Volksverhetzung ist in diesem Land immer noch keine „Meinung“. Hass auch nicht.

  • Horsti

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    Tja, Frau Sollenberger, da ist sie wieder, die Opferkarte. Vorbildlich, wie Sie das machen!

  • Minotaurus

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    @ Tom Helmbrecht: Sehr gut gesprochen. Genau so ist es. Das Grundgesetz und die Grundrechte, die es garantiert, sind für alle da. Auch für Homosexuelle, Wiederverheiratete, Nicht-Christen, Nicht-CSU-ler.

  • Albert Botha

    |

    Der Konservative Aufbruch ist eine lobenswerte Basisbewegung, die wichtige Themen anspricht, Themen die per linkem Meinungsdiktat fast vollständig von der Bildfläche verschwunden sind und zudem die richtigen und unangenehmen Fragen stellt. Wie richtig der KA liegt, zeigt auch dieser sehr reißerische und hetzende Artikel von Linskaußen. Über die üblichen linken Stereotypen, hohlen Phrasen, Anspielungen und Unterstellungen geht man leider auch nicht hinaus. Nicht neues Linksaußen – Argumente wie immer gänzlich Fehlanzeige. Weiter so :)

  • Albert Botha

    |

    Die Stellungnahme von Eduard Gashi zur Ehe und Familie wäre vor einigen Jahren noch von der Mehrheit der Sozialdemokraten in diesem Land mitgetragen worden. Heute, nach weiteren Jahren einer sich immer weiter beschleunigenden Ideologisierung und Gehirnwäsche, wohl nicht mehr. Es ist schon sehr seltsam zu lesen, wie diese völlig zutreffende und auch gänzlich harmlose Beschreibung hier dargestellt wird. Die üblichen linken Maßnahmen greifen wieder. Kaum hat man keine Argumente außerhalb des bekannten Zirkels linksgrüner Worthülsen, stellt man einen offenen bis unterschwelligen Zusammenhang mit „Rechts“ dar. Dieser, auch andere ähnliche Artikel, zeigen zudem das zunehmende Demokratie- und Toleranzdefizit linksgrüner Gruppen und Personen. Erlaubt ist nur was links ist. Toliert wird nur das dem eigenen Weltbild entspricht.

  • hs

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    jaja, wenn die schwarze Farbe mal nicht mehr glänzt und abbröckelt sieht man den braunen Rotz, sorry Rost, darunter. Also bei Autos zumindestens.

  • onki

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    @Albert Botha
    Es ist wirklich ein Jammer, dass die wirklich konstruktiven „Meinungen“ und „Argumente“ von Gashi, Goppler, Geis & Co. derart intolerant und weltfremd niedergetrampelt werden…

    Zitate wie „stinkende Kanacken“, „Besatzungsmacht aus Juden und Muslimen“, „hier geborene und aufgewachsene gehören bei Straffälligkeit abgeschoben“ oder das oft und gerne strapazierte „Krankheitsbild“ Homosexualität, strotzen geradezu so vor Schlauheit und dringender Anlass zu einer ernsthaften, breiten Diskussion hier im Forum.

    Und wehe es lacht einer – über die Stammtisch-Blödheiten aus der bürgerlichen „Mitte“, für deren Umsetzung wichtige Artikel des Grundgesetzes erst noch umgeschrieben werden müssten…

    Wer Kleingeister dazu ermahnt sich an geltende Gesetze zu halten wird von christlichen Bartlträgern schnell zum Linksradikalen gestempelt. Egal.

  • menschenskind

    |

    Ja, der Thomas Goppel, den kennen wir, das ist ein landbekannter Lügner und Unehremann; hier Belege:
    http://www.gavagai.de/zitat/politik/HHC185.htm#goppel
    http://www.gavagai.de/luegen/HHD22.htm#goppel

    Bayern, die mitreden wollen, über CSU & Co, sollten, wie oben bereits angeregt, zu „Macht und Missbrauch“ bzw. zu „Wahn und Willkür“ von CSU-Rebell Wilhelm Schlötterer greifen. Wer nach dieser Lektüre immer noch CSU wählt oder Strauss verteidigt, kann es nicht gut meinen mit Bayern.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Schl%C3%B6tterer

  • wahon

    |

    Die Leute vom „Konservativen Aufbruch“ können ja gegen Homosexualität sein, aber sie haben sich eindeutig das falsche Vorbild gewählt: Franz Josef Strauß war selbst schwul, konnte sich aber nicht outen, weil er sonst die katholischen Wähler Bayerns und in der Folge alle seine Ämter verloren hätte. Zeit seines Lebens musste er seine homosexuelle Orientierung hinter der Maske des betont „starken Mannes“ verbergen, um politische Karriere machen zu können.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Albert Botha: Ihre Kommentare sind eine
    bodenlose Unverschämtheit!

  • Hans - Peter Dantscher

    |

    Herr Bauer ihre Beweislast ist überwältigend. Sie haben mich überzeugt, ich war blind doch nun kann ich sehen. Werde gleich einen Franz Josef Altar errichten.
    Leider, bin ich wohl einfach nur zu dumm, um die Wahrheiten des konservativen Aufbruchs in der Fülle seiner Argumentation richtig zu verstehen, aber ich werde für diese großartige Sache beten. Habe ja jetzt einen Altar :-)

    Eine Frage habe ich aber dennoch, so als Novize:

    „Kriminelle Ausländer – auch, wenn sie hier in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, gehören abgeschoben.“

    kann ich das abkürzen in „Ausländer raus“ ist irgenwie leichter zu merken, schon oder?

  • Mathilde Vietze

    |

    ….. und wie ist das mit bodenlos dummen und bornierten
    In-Ländern, die Volksverhetzung betreiben? Wohin soll man
    denn dann d i e abschieben?

  • Neutraler Beobachter

    |

    Es ist etwas befremdlich, wie hier aufeinander losgegangen wird. Der linke Artikelschreiber und seine treue Gefolgschaft schlachten die konservativen „Aufbrecher“ der CSU, holen die altbewährte Nazi-Keule raus und machen FJS posthum zum Schwulen. Die andere Seite beschimpft das linksradikale Pack, beschwert sich über einseitige Berichterstattung auf RD und fühlt sich zu Unrecht verfolgt.

    Bemüht um Sachlichkeit möchte ich aus meiner Sicht feststellen: Auch ich finde die genannten Thesen des KA nicht überzeugend. Dennoch bin ich sehr froh in einem Land zu leben, in dem man Derartiges frei aussprechen darf. Gleichermassen ist sachliche (!) Kritik zu ertragen und mindestens genauso zulässig. In diesem Sinne würde ich mir mehr Gelassenheit in der Diskussion und weniger Beleidigungen wünschen. Lassen wir doch den Konservativen ihre Ansichten und den Linken ebenfalls. Und bitte, endlich weg mit der Nazi-Keule, sie nützt sich sonst ab und wirkt bei den echten Problemfällen nicht mehr. Und nein, das ist keine Verharmlosung sondern gelebte Meinungsfreiheit!

  • onki

    |

    @Neutraler Beobachter

    Ihr Bemühen um Neutralität und Sachlichkeit in allen Ehren.
    Aber allen Anschein nach scheinen Sie nicht zu wissen was Sie hier eigentlich verteidigen.
    Haben Sie die Zitate der sauberen Herren im Artikel überhaupt zur Kenntnis genommen? Die wilden Geschichten vom „stinkenden Kanacken“ oder sonderbehandelten Ausländern mögen bei Ihnen daheim wohl offensichtlich als sachliche Meinungsäußerung durchgehen – in öffentlichen Foren jedoch muss solchen verfassungwidrigen Forderungen zwingend entschieden entgegengetreten werden.

    Das ist doch ein billiger Witz!
    Sich als gute, stolze, heimatverbundene Deutsche hinzustellen, aber sich um Verrecken nicht an das hier IN DEUTSCHLAND GELTENDE GRUNDGESETZ halten wollen…

    Unser Grundgesetz = Deutschland

    Einen Menschen ausweisen zu wollen, der hier geboren und aufgewachsen ist, beschreibt im Prinzip eine DEPORTATION aus rassischen Gründen – ein Vergleich mit nationalsozialistischen Methoden ist deshalb legitim und hier durchaus angebracht.

    WER IST DEUTSCH?
    Textauszug vom Bundesministerium des Inneren:
    „Jeder Person, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, stehen in der Bundesrepublik Deutschland die gleichen Rechte und Pflichten zu“

    So, und jetzt?
    Jetzt kommen Sie daher und fordern in einem öffentlichen Forum, dass sachlich und „neutral“ über Gashis gesetzeswidrige Blödheiten diskutiert wird???

    Für die christlichen Stammtischbrüder gilt übrigens ebenso unser Grundgesetz – hier insbesondere der Paragraph 130 (Volksverhetzung).

    Das geht in die Richtung all jener Schreiberlinge, die der „linken Bagage“ hier ununterbrochen mangelnde „Argumente“ attestieren wollen…

    Volksverhetzende Aussagen, die gar von Wahlkandidaten kommen, sind der Nährboden für den Hass auf Minderheiten. Ein Hass der 75 Jahre nach der Reichskristallnacht wieder für brennende Häuser in Deutschland sorgt.

    Da stellt man sich nicht „neutral“ daneben und schaut…
    Da greift man ein… und wenns sein muss auch durch.

    Gruß an die christliche Gemeinde!

  • joey

    |

    ich möchte hier „neutraler Beobachter“ unterstützen – etwas weniger Blitz und Donner ist angebracht.

    Schon der Artikel war in leichter Tendenz zum Rundumschlag, aber in manchen Kommentaren fürchtet man offenbar die Machtergreifung durch Gashi. Lesenswert ist für mich das Gashi Zitat „Teilvereinigung“, weil das beweist, daß man hier nichts „Konservatives“ und ansonsten eher einen Rückfall sehen muß. Zu diesem Textbaustein gab es auch keine Kritik, Korrekturwünsche oder Richtigstellung, das Zitat stimmt also wohl.

    Themen wie Homosexualität würde ich sicherheitshalber bei den älteren Mitgliedern der linkspartei auch nicht ansprechen, ebenso die Meinung zur Ausländerkriminalität. Vielleicht kann man das in verschiedenen Artikeln trennen und auseinanderlegen.

    Ein „konservativer Aufbruch“ bei der CSU ist nur ein Hosenschiß mit Geruchsbelästigung, weil nach rechts eine große Lücke klafft, diese aber von Seehofer, Scheuer etc. philosophisch nicht gefüllt und im Sinne der „Volkspartei“ nicht eingebunden werden kann. Eher was zum Gähnen, vielleicht was zu Lachen. Kein Grund für tiefere Erregung.

  • Neutraler Beobachter

    |

    @ onki:
    Ich würde Sie sehr bitten, keine Mutmaßungen anzustellen, was bei mir „daheim“ als Meinungsäußerung durchgeht oder nicht. Das sind beleidigende und verletzende Unterstellungen, die Ihnen selbstverständlich nicht zustehen.

    Es ist ganz klar, dass der von Ihnen erneut zitierte Ausdruck des „stinkenden Kanaken“ in keinem Zusammenhang tolerabel ist. Der Ausdruck stammt laut Aigners Recherchen allerdings von Bernd Stichler und nicht von einem Vertreter des KA. Den Tatbestand der Volksverhetzung hat nach meiner Einschätzung bislang kein Vertreter des KA (um den geht es doch hier?) erfüllt. Also bitte bei den Fakten bleiben!

    Ferner würde ich im Sinne der Versachlichung auch empfehlen, nicht jeden dumpfen Blödsinn aus der rechten Ecke als Rechtfertigung für den „Aufstand der Anständigen“ zu benutzen. Und im Übrigen sind Sie als einfacher Bürger dieses Landes auch nicht für das „Durchgreifen“ zuständig. Das ist staatlichen Stellen vorbehalten. Private „Durchgreiforganisationen“ hatten wir in diesem Land schon einmal. War nicht so toll…

    Und ganz wichtig: Immer bei den Fakten bleiben! Nicht jeder, der in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, besitzt (dauerhaft) die deutsche Staatsangehörigkeit. Das kann man gut finden oder nicht. Aber es entspricht der aktuell geltenden Rechtslage. Im Rahmen von Wahlen können wir darauf Einfluss nehmen, ob sich hieran etwas ändern soll oder nicht. So läuft das in der Demokratie!

    Erst informieren, dann nachdenken und anschließend – wenn es denn sein muss – lospoltern, aber bitte ohne Beleidigungen. Das sollte auch Ihre Reihenfolge werden, onki.

  • Ewa Mendes

    |

    Es steckt schon eine legendäre Bauernschlauheit dahinter, wenn versucht wird mit dem N-Wort den politischen Gegner zu diffamieren. Es ändert aber nichts daran, dass gerade Grüne und SPD das ‚Große Bayerische Weißwurstabitur ‚ fehlt.

  • onki

    |

    @Neutraler Beobachter
    gut geschriebene Antwort.

    mit Volksverhetzung war der Kanaken-Satz als einziger nicht gemeint.

    ich bin kein „Anständiger“ und ich plane (noch) keinen Aufstand.
    Ein „Durchgreifen“ im Sinne bekannter Bürgerwehren liegt mir fern. Wenn man meinen Text verstehen „will“, sieht man ihn auch im Zusammenhang dieser Forumsdiskussion.
    Soweit zur Wortklauberei.

    Ich bleibe bei den Fakten, keine Sorge.
    Wenn Sie schon das Abstammungsprinzip als Grundlage der Staatszugehörigkeit anreissen, dann bitte gleich richtig:
    „Ein Kind wird mit der Geburt Deutsche oder Deutscher, wenn die Mutter oder der Vater oder beide deutsche Staatsbürger sind.“
    d.h.
    – Hiergeborene aus Mischehen sind automatisch deutsch
    – Hiergeborene aus ausländ. Ehe sind es erst wenn ab 18 die Einbürgerung beantragt wird

    „Der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit gilt grundsätzlich auf Dauer. Der Entzug der deutschen Staatsangehörigkeit ist nach dem Grundgesetz verboten.“

    Die Abschiebungsforderung beträfe also somit den o.g. großen Teil gar nicht.

    Eine Abschiebung generell kann in schwerwiegenden Fällen kriminellen Handelns (dickes Strafregister) in Erwägung gezogen werden.

    Jedoch gilt:
    Urteil des Bundesverfassungsgerichts im August 2007:
    hier wurde eine grundlegende Entscheidung zur Ausweisung von langjährig hier lebenden Ausländern getroffen:
    „faktische Inländer“ können nicht ohne eine individuelle Betrachtung ihres Falles ausgewiesen werden.

    ALLE hier geborenen und aufgewachsenen „Ausländer“ können deshalb bei Straffälligkeit gar nicht ausgewiesen werden und bereits bei der 1. oder geringsten Straftat schon gleich dreimal nicht!
    Alles andere was darum rum oder gegen diese Gesetzmäßigkeit gefordert wird, ist in meinen Augen banale Volksverhetzung gegenüber Deutschen mit Migrationshintergrund.

    Das gleiche gilt für die Forderung Homosexuelle als Kranke zu definieren. Also genau das krasse Gegenteil von Toleranz oder Gleichstellung – eine bewusste Gängelung u. Unterdrückung ganzer Personengruppen. Nicht gesetzeskonform. Was darf danach erst zu erwarten sein?
    Zwangsweise Lohnsteuerklasse 6? Therapiemaßnahmen mit anschließender Wiedereingliederung?

    Diese Forderungen stammen von Gashi, Goppel und Geis – ob auf Facebook oder in der „Jungen Freiheit“. „Zum Glück“ publizieren sie ihre Ergüsse auf allen erdenklichen Plattformen – so wird nach und nach transparent welch Geistes Kind die Akteure hinter KA in Wirklichkeit sind – fernab ihrer blumigen WischiWaschi-Positionspapiere online…

    Ich hoffe, es waren für Sie nun genügend Fakten dabei.
    Noch dazu nahezu frei von schweren Beleidigungen :-)

  • Albert Botha

    |

    Der/die Betreiber diese Seite und seine eifrigen Unterstützer (vll. handelt es sich sogar um die selbe Person?) haben einfach ein grundsätzliches Problem mit Demokratie und Meinungsfreiheit. Genau das ist massenweise in den letzten Jahren im linken politischen Bereich zu beobachten. Akzeptabel und tolerabel ist nur das, was auch dem eigenen Weltbild entspricht. Abweichendes wird brutal und mit jedem nur theoretisch denkbarem Mittel bekämpft. Mir persönlich tun diese Linken einfach leid. Genau wie bei Extremisten der entgegengesetzten Seite und wie auf Knopfdruck kommen die immer gleichen Beleidigungen und Diffamierungen. Um heutzutage von links als „Nazi“ bezeichnet zu werden reicht es schon einfach auszusprechen, man sei nicht links. Nie war man schneller Nazi als heutzutage. Das zeigt einfach eine erschreckende geistige Armut bei den Linken und auch deren große große charakterlichen Schwächen. Demokraten, die ihr grundgesetzliches verbrieftes Recht auf freie Meinungsäußerung ausüben als Nazis oder „Recht“ oder sonst etwas zu bezeichnen, ist unredlich und einfach nur widerwärtig.

  • Stefan Aigner

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    @botha Ich kommentiere bei Bedarf unter meinem Klarnamen. Sparen Sie sich Ihre Unterstellungen.

  • In Dummheit vereint!

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    Die hier auffindbaren Kommentare zeigen es deutlich, dass der linke Rand dem rechten Rand unserer Gesellschaft in nichts nachsteht. Gleich dumm, gleich selbstgefällig und in gleicher Weise autoritär. Keine Seite ist besser als die andere. Der Mittelweg ist wohl doch nicht so ganz verkehrt.

  • menschenskind

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    Die traditionelle Langhalslaute beherrscht unser Herr Gashi jedenfalls, das muss man ihm schon lassen:
    https://www.youtube.com/watch?v=mmBbym6PBhI

    Und eine nette Frau hat er (inzwischen) auch:

    Nur seine Zitate, die belegen, dass er noch einem Menge nachzuholen hat, in deutscher und europäischer Geschichte:

    „Die deutsche Wiedervereinigung ist historisch betrachtet eine Teilvereinigung der deutschen Gebiete, jedoch eine große politische Errungenschaft. Man hat versucht den deutschen die Schuld an den Nazi-Verbrechen aufzuerlegen. Aber das deutsche Volk ist nicht Schuld an den schrecklichen Verbrechen der Nationalsozialisten.“

    Das mit der „Teilvereinigung“ stammt aus dem Patois der rechten Vertriebenenecke, die gerne Schlesien, Pommern und Ostpreußen wieder deutsch hätte, koste es ruhig einen Dritten Weltkrieg. – Ganz untere Schublade, pfui, Herr Gashi.

    „Man hat versucht den deutschen die Schuld an den Nazi-Verbrechen aufzuerlegen…“ – Man hat nicht „versucht“ Deutschland Schuld „aufzuerlegen“, sondern deutsche Täter wurden für ihre Verbrechen vor einem internationalen Tribunal angeklagt und rechtmäßig verurteilt.
    Wer sonst als Deutsche soll denn die Verbrechen begangen haben? Haben sich etwa die sechs Millionen Juden und die 500 000 Sinti und Roma selbst umgebracht? Sind die 3,5 Millionen katholischen Polen von eigener Hand ums Leben gekommen, ebenso die eine Million Serben bzw. die rund 30 Millionen Russen, Weißrussen und Ukrainer? – Nein, natürlich nicht. Wir Deutschen waren es, wir ganz alleine. Und ein Bayer, der Hermann Göring, hat auch noch den Auftrag zum sechsmillionenfachen Völkermord erteilt. So sieht’s aus, Herr Gashi! Ein anderer Bayer, der Heinrich Himmler, initiierte die KZ’s Dachau und Auschwitz, und Dienst in diesen KZ’s taten in erster Linie Deutsche, erst in zweiter Linie, osteuropäische Zwangsarbeiter bzw. Zwangsverpflichtete. Die Verantwortung trugen jedenfalls wir Deutschen.

    Tja, lieber Herr Gashi, vielleicht sollten Sie tatsächlich noch ein paar Geschichtsbücher mehr lesen, ehe Sie Regensburger Kommunalpolitik betreiben und dabei höchst seltsame Zitate absondern.

    Nichts für ungut, Ihre Stubenmusi und Ihre Frau haben mir ehrlich gefallen, aber das steht auf einem anderen Blatt.

  • Joe Kermen

    |

    In Dummheit vereint: Und wer definiert nun diesen Mittelweg? Die linken Spinner, die alles was nicht zu ihnen Gehört mit dem Nazistempel gesehen? Die konservative Mitte, die schon gar nicht mehr merkt das Ihre Forderungen beinahe Identisch sind mit offiziellen Rechten Parteien?
    Wo ist die Mitte geblieben? In Splittergruppen, zerschellt an Ihrer eigenen Demokratie. Und das ist das traurige daran.

  • onki

    |

    @In Dummheit vereint!
    Den Namen hätte ich besser nicht vergeben können…

    Diese Leute sind die allerbesten.
    Gscheid daher reden und inhaltlich rein gar nichts zur Diskussion beitragen. Denn man ist ja der gesunde „Mittelweg“, da brauchts weder eine Meinung noch eine Position.
    Da ist mir jeder Radikale lieber, da weis man woran man ist.

    Brauch i ned, woas i ned, kann i ned…
    aber schimpfa geht allerweil, gell?

    Merkel macht ihn sehr gut vor, den „Mittelweg“.
    Da wo man klare Position beziehen sollte, einfach Augen zu, Mund zu und aussitzen…

    So wurde Deutschland in vielen Bereichen an die Wand gefahren:
    Militär, Sicherheit, Rentensystem, Pflegesystem, Außenpolitik, Einwanderungspolitik, Sozialsystem und und und…
    Der gesunde Mittelweg ist genial.

  • Dieter

    |

    Intoleranz ist keine Meinung, verfassungfeindliche Law & Order Forderungen sind keine Politik.
    Mir ist die Nazikeule auch manchmal nicht sympathisch, aber sie fasst eben vereinfacht antisemitisch, rassistisch, faschistisch etc
    … zusammen. Und wenn der Schuh passt.
    Die KA Unterstützer können sich ihre billige ‚wir sind doch keine Nazis‘, ‚links ist so schlimm wie rechts‘, ‚linksgrüne…‘ oder ‚Meinungsfreiheit gilt für alle‘ Polemik sparen.
    Wer Intoleranz nicht toleriert ist nämlich nicht genauso intolerant und ist auch nicht zwingend links, linksaussen oder linksgrün. Man nennt das Kind nur einfach beim Namen. Das kennt und mag der konservative, neoliberale Wutbürger natürlich nicht.

    PS: ‚Das linke Meinungsdiktat‘ ist ein echter Schenkelklopfer. Mir haben eigentlich nur noch die Gutmenschen- und Mainstreammedienschelte gefehlt.
    Das wird man wohl noch sagen dürfen?

  • Mathilde Vietze

    |

    Es steht jedem frei, die Berichte auf RD nach eigenen
    Ansichten zu bewerten. Es zeugt jedoch von Geschzmack-
    losigkeit und sträflicher Dummheit, wenn einem nichts
    anderes einfällt, als den jeweiigen Autor des Artikels in
    übler Weise anzupöbeln und mit unhaltbaren Unterstel-
    lungen zu überziehen.
    Wer unfähig ist, vernünftig zu kommentieren, soll lieber
    den Mund halten.

  • Peter

    |

    Dieter:

    mir fehlt eigentlich nur noch etwas mit „gendermainstreaming“. Dann müssten die Mitläufernazis doch alle „Argumente“ beinander haben. Mein Bullshitbingozettel glüht schon.

    Und damit die intoleranten, rechtsversifften, ewiggestrigen Naziversteher auch noch was zum Lesen haben:

    http://www.nordbayern.de/region/geplante-moschee-in-bayern-politiker-erhalten-morddrohung-1.4446926

    Das ist die Art, wie verbohrte, hirnlose, feige Bessermenschen mit der Meinung anderer umgehen.

  • onki

    |

    @Mathilde Vietze
    Sie fordern einen vernünftigen Stil ein, dem Sie offensichtlich selbst nicht zur Genüge treu bleiben können, wenn im selben Atemzug Vorwürfe, Beleidigungen und Redeverbote aussprechen („Geschmacklosigkeit“, „Dummheit“, „den Mund halten“).
    Polit-Foren werden wohl nie zu Feng-Shui Oasen für Zartbesaitete, da hilft auch der x-te Aufruf zur Frömmigkeit nicht weiter.

    @Dieter
    ein Bullshitbingozettel ist mal ne vernünftige Maßnahme hier :-)
    Am besten noch ne Klemmleiste fürs Smartphone dazu…

    zum link:
    Das ist genau der Knackpunkt.
    Dieses scheinheilige „Man wird wird doch wohl noch sagen dürfen…“ oder „ich hab nix gegen Ausländer/Schwule, aber…“ ist genau der Nährboden für derartige Aktionen. Dieselben Leute sind es dann auch wieder, die mit der gleichen Scheinheiligkeit Morddrohungen oder brennende Häuser rechtfertigen. Das ungehörte Volk wehrt sich ja schließlich nur…

    Die Bilder der brennenden Asyl Unterkünfte in Rostock mit dem Beifall klatschenden „Volk“ auf der Straße gingen damals um die Welt.
    Sie beschreiben eine zutiefst deutsche Eigenheit, die Simplifizierung und Komprimierung von komplexen Verhältnissen über das Sündenbock-Prinzip – so dass auch jeder Depp es versteht und mitmachen kann.

    Auch Hitler wusste dies zusammen mit Goebbels bewusst zu nutzen in einem ausgeklügelten Propagandakonzept, dass den Weg ebnete für Zwangsenteignungen, Progrome, Deportationen, Massenverhaftungen bis hin zur Auslöschung von Millionen Menschen aus der eigenen Gesellschaft.
    Das ist Massenpsychologie.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „onkl“ Ich würde mir wünschen, daß Sie
    meine Kommentare g a n z lesen, ehe sie
    diese Ihrerseits kommentieren und nicht
    Sätze aus dem Zusammenhang reißen.
    Dann kommt nämlich das heraus, was
    Sie herauslesen wollen.

  • menschenskind

    |

    Der Regensburger Kommunalpolitiker Eduard Gashi, zahlreiche RD-Kommentatoren und noch mehr Bayern bzw. Deutsche verwenden das Wort Nazi häufig und in den verschiedensten Zusammenhängen („Des hant die Nazis gwen, mia Bayan han unschuidi.“, „Verpiss Dich Du Scheißnazi!“, „Echt nazimäßig.“ etc.).

    Aber weiß jemand genau, was ein Nazi ist? – Die Frage ist durchaus ernst gemeint.

    Die klassischen Nachschlagewerke (Lexika) versagen vollständig – keines bietet eine allgemein gültige Definition dieses absoluten Tabuwortes der Deutschen an.

    Darf sich also jeder selbst unter dem Begriff das vorstellen, was er oder sie will?

    Hier hat sich jemand Gedanken gemacht und kam zu interessanten Erkenntnissen:
    http://www.hagalil.com/archiv/2010/01/12/nazi/

  • Albert Botha

    |

    Kommentar gelöscht. Für Diskussionen mit der Redaktion können Sie sich gerne per Mail an uns wenden.

  • menschenskind

    |

    Schau hi! Schau hi!

    Der CSU haben die beiden Verlinkungen, Herr Gashi beim Langhalslautespielen, und Herr Gashis Braut, nicht gefallen. Beide Links wurden inzwischen gesperrt und sind nur noch per Privatzugang erreichbar.

    Hat wohl zu wenig das griabige „echte“ Bayern repräsentiert der Herr Gashi, meint wohl die CSU, die sowieso ois bessa woass!
    Hätt ea (da Gashi) hoid a feschs boarischs Deandl gheirat, hätt ea hoid de Quetschn gspuit und ned des greislige ausländische Ding da – ois wea Paletti gwen, aba so hod de CSU-Zensur wieda zugschlogn, … „für ein besseres Image der Partei“!

    Jede Kuh wählt CSU, Muh!

  • menschenskind

    |

    Bleiben wir bei der CSU und ihrer seltsamen Art und Weise, die Welt zu sehen und zu beschreiben:

    Da gibt es eine Webseite der CSU-Staatsregierung, die die bayerische Geschichte in knappen Worten wiedergibt. Interessant ist dabei die Gewichtung bzw. das Verschweigen von gewissen Ereignissen bzw. Fakten:
    http://www.bayern.de/freistaat/bayerische-geschichte-und-persoenlichkeiten/

    Mittelalter und Neuzeit bis zum 19. Jh. werden geschönt, werden idealisiert, Bayerns Rolle als großartiger wiedergegeben, als sie tatsächlich war („mächtiges Herzogtum“, „zu geistigen und wirtschaftlichen Zentren von europäischer Bedeutung“, „eine bedeutende Rolle in der Politik der Großmächte“, „große kulturelle Blüte“).

    Mit folgendem Satz „Nach der Ermordung Kurt Eisners 1919 rückte Bayern mit der Räterepublik zunächst weit nach links, mit der „Ordnungszelle“ dann weit nach rechts.“ wird vermieden anzuerkennen, dass der NS in Bayern entstanden ist und dass Bayern die unrühmliche Pionierfunktion der „Bewegung“ zufiel.

    Mit folgendem Satz wird sogar das Gegenteil suggeriert, es wird der Eindruck erweckt als seien die Bayern die letzten gewesen, die auf den NS reingefallen wären:
    „1933 aber wurde Bayern als letztes Deutsches Land durch das NS-Regime gleichgeschaltet.“

    Es lohnt sich halt doch ein Buch in die Hand zu nehmen, ja auch eins, das von, vom CSU-Staat bestallten, Historikern stammt, zum Beispiel die Publikation A 95 der Landeszentrale für Polit. Bildung „Die Geschichte des modernen Bayern“ von Peter J. Kock, Franz Menges, Manfred Treml und Wolf V. Weigand, München 2006.

    „In Wirklichkeit wurde Bayern zum Ausgangspunkt der nationalen Bewegung, die Deutschland und die halbe Welt in die Katastrophe führte.“ (S. 161)

    „Die Geschichte Bayerns ist mit der Entwicklung der nationalsozialistischen Partei, der NSDAP, eng verflochten: Hier entstand die ‚Bewegung‘; ihre Führungsspitze rekrutierte sich zu einem erheblichen Anteil aus dem Land.“ (S. 287)

    Leider sind die meisten Bayern furchtbar bequem, sie finden sich mit den Simpelcheninfos auf den diversen, von politischen und wirtschaftlichen Interessen geleiteten Webseiten ab, und bilden sich danach ihr Weltbild. Wie oben deutlich gemacht, verschaffen sie sich aufgrund ihrer Bequemlichkeit aber leider ein unvollständiges, ja falsches Weltbild.

  • onki

    |

    @menschenskind
    sehr starker Beitrag zur Geschichte von „dahoam“ und sehr passend auch zum derzeit trendigen mia-san-mia-kasperle-theater.
    Danke.

  • Mathilde Vietze

    |

    Wir dürfen unser Augenmerk nicht nur auf die
    grölenden Glatzköpfe werfen, sondern vor allem
    auch auf die, die mit „seriösem“ und „bürgerlichem“
    Anstrich daherkommen und weitaus gefährlicher
    sind als Erstgenannte.

  • menschenskind

    |

    @onki
    Gern g’scheh’n, werter Herr Landsmann.

    Zum „mia-san-mia-kasperle-theater“ sollte man auch das Heimatministerium, den Schmarrn, zählen:
    http://www.sueddeutsche.de/bayern/heimatminister-soeder-minister-fuer-eigenlob-1.2363418
    („Dabei geht es nicht um Folklore.“)
    Um was denn sonst, bei so einem Namen?

    http://www.stmflh.bayern.de/ueber_uns/heimatministerium/
    „Gleichwertige Lebensverhältnisse im ganzen Freistaat“ – welch ein Anspruch!

  • Faszinierend

    |

    Potzblitz, ich sehe schon, als Naturwissenschaftler kann man von „Political and Economical Analysts“ so einiges lernen.
    Bisher hing ich dem Glauben an, dass die männlichen Vertreter einer Spezies sich mit möglichst vielen Weibchen paaren wollen, welche sich wiederum die bestmöglichen Partner aussuchen.

    Aber gut, vermutlich hat Hr. Gashi der Evolution seine beeindruckenden Erkenntnisse noch nicht mitgeteilt, so dass diese sich noch nicht anpassen konnte.
    Ich würde deshalb vorschlagen, dass noch ein „Aufbruch zur Anpassung der Evolution“ gegründet wird, um auf diese einwirken zu können.

    Sollte sich diese widerspenstig zeigen, wäre eine Abschiebung angemessen, selbstverständlich mit lebenslanger Einreisesperre.
    Begleitend dazu sollten vorsorglich in der viel gelesenen, hochdekorierten Zeitschrift „Junge Freiheit“ ganzseitige Anzeigen geschaltet werden, um der Evolution mitzuteilen, dass diese sich uns anzupassen habe und nicht umgekehrt.

    Schließlich ist seit Milliarden von Jahren bewiesen, dass die Evolution sich uns unterzuordnen hat.

  • Mr. T

    |

    Ketzer! Die vom Aufbruch verweigern eh die Evolution. Die glauben sicher an eine Schöpfung.

  • Bernd Henneberg

    |

    @ Mr. T: Aber nur an die Geldschöpfung der Verbrecherbanken!

  • Johann

    |

    @menschenskind – vom 26.7.15
    Zitat: „In Wirklichkeit wurde Bayern zum Ausgangspunkt der nationalen Bewegung, die Deutschland und die halbe Welt in die Katastrophe führte.“

    Dies, mein liebes „menschenskind“, ist natürlich richtig – aber nur die Hälfte der Wahrheit, weil sie sich ausschließlich mit der Geschichte Bayerns beschäftigt. Die Geschichte dieses Landes zu verstehen, heißt aber auch dass man an den bayerischen Grenzen nicht Halt machen darf, dass man Bayern und seine stammesgeschichtlichen und kulturellen Verquickungen mit Österreich nicht ausklammern sollte.
    Dann wird klar dass es kein Zufall ist, dass die NS-Bewegung entstehungsgeschichtlich eine süddeutsch-österreichische Entwicklung war. Und das nicht nur, weil Hitler ein Österreicher war.

    Der Versuch Hitler zu verstehen führt uns zwangsläufig ins habsburgische Österreich. Der verlorene erste Weltkrieg fegte eines der dominierenden Imperien Mitteleuropas quasi „von der Landkarte“ – hinein in die geopolitische Bedeutungslosigkeit. Das machte natürlich auch mit den dort lebenden Menschen etwas. Waren bis zu diesem Zeitpunkt die deutschstämmigen Österreicher die Herrenmenschen in einem multikulturellen Imperium, so sahen sie sich danach plötzlich als eine von slavischen Kulturen quasi „bedrohte“ Minderheit – zumindest in ihrem Bewußtsein.

    Was Wunders, dass als Reaktion auf dieses Minderheits-und Minderwertigkeitsgefühl gerade in Österreich die Wurzeln ausgeprägten Höherwertigkeits-und Rassenwahns sich breit machten?! Obskure Gestalten, Okkultisten und Esoteriker wie Guido von List (1848-1919) und Jörg Lanz von Liebenfels (1874-1954 ) gründeten Vereine und Gesellschaften wie die „Armanenschaft“ oder den „Orden der Neuen Templer“ in denen sie offen rassistische und antisemitische Propaganda in okkultistisch-esoterischen Gewand betrieben. Beide waren abgehalfterte, heruntergekommene Versagertypen, Hochstapler die sich selbst in den Adelstand erhoben, mittels gefälschter Stammbäume.
    Hitler´s privater „Magus“ und Astrologe, Karl Maria Willigut (1866-1946), stammte aus Wien. Auch er huldigte einem Höherwertigkeitswahn, behauptete Sproß einer „geheimen Linie deutschem Königtums“ zu entstammen, wie er per Hellseherei ermitteln habe.

    Nicht unerwähnt bleiben sollte auch der österreichische Esoteriker Rudolf Steiner (1861-1925), der ebenfalls mit eingebildeter Hellseherei („Schauungen“) seine Anthroposophie zusammenschusterte, in der auch er offen rassistische Ideologie („Wurzelrassen“) propagierte. (Es ist eine Schande, dass diese Wahnideen erst in jüngster Zeit aus den Lehrbüchern der anthroposophischen Waldorf-Schulen in Deutschland getilgt wurden! – Mal abgesehen von der Schande, dass derart anti-aufklärerische Schulen überhaupt noch existieren dürfen.)

    Die Anthroposophie wiederum ist mitnichten Rudolf Steiners originäre „hellsichtige“ Entwicklung. Vielmehr bediente er sich gerne bei der nicht minder rassistischen Theosophie der (selbstverständlich wiederum „hellsichtigen“) Helena Petrovna Blavatsky, der „Urmutter“ vieler heutiger Esoteriker.

    Helena Blavatsky (1831-1891), Abkömmling einer deutsch-russischen Adelsfamilie, war auch das Urbild einer abgefeimten Lügnerin, Hochstaplerin und Betrügerin. Eine „Lebenskünstlerin“, die es prächtig verstand sich Zeit ihres Lebens nie in den Niederungen eines ehrlichen Broterwebs zu verlieren. Sie fand immer einen finanzkräftigen Mann der es ihr ermöglichte ihrem hochstaplerischen Blendwerk nachzugehen. Obwohl sie ohnehin in Bigamie (zwei Ehen gleichzeitig) lebte, unzählige Liebhaber hatte und einen Sohn zur Welt brachte, behauptete sie auch am Ende ihres Lebens immer noch Jungfrau geblieben zu sein.

    Und das alles versippte und versuppte in Bayern und Deutschland in Form des „Germanenordens“ , des „Reichshammerbundes“ (Leipzig) eines Theodor Fritsch (1852-1933), der „Eddagesellschaft“ und der „Thule-Gesellschaft“ (München) eines Rudolf von Sebottendorf (1875-1945).

    Sebottendorf war ebenfalls ein Hochstapler. Seinen Adelstitel dichtete er sich selbst an. In Wahrheit war er der Sohn eines Lokomotivführers aus Hoyerswerda. Er war ebenfalls Okkultist, Esoteriker und rechtsradikaler Verschwörungstheoretiker, welcher eine vermeintlich jüdische Weltverschwörung mit Gewalt zu bekämpfen wähnte.

    In der Thule-Gesellschaft befand er sich gemeinsam mit Anton Graf Arco auf Valley (diesmal ausnahmsweise echter Adel) welcher 1919 den ersten bayerischen Ministerpräsidenten, Kurt Eisner, ermordete. Graf Arco war kurz vor seinem Mordanschlag auf Eisner aus der Thule-Gesellschaft ausgeschlossen worden, weil er eine jüdische Großmutter hatte.

    In dieser Thule-Gesellschaft war auch ein Karl Harrer, welcher von Sebottendorf beauftragt wurde sich in einem obskuren „Freien Arbeiterausschuß“ zu engagieren. Aus diesem wurde 1919 die Deutsche Arbeiter Partei DAP, in welcher sich – ursprünglich als Polizeispitzel – auch der Österreicher Adolf Hitler engagierte. Ein Jahr später ging aus der DAP die NSDAP unter der Führung Hitlers hervor.

    Etwas arg viel Text, was ich Dir, liebes menschenskind, da heute zumute, gell. Aber wie Du siehst lohnt es sich mal über ein paar Grenzen hinaus zu schauen – über Grenzen von Ländern, aber auch von Weltanschauungen und historischen Schreibweisen. Denn was wir heute im Neonazilager wieder finden sind eben genau diese merkwürdigen, manchmal pathologisch anmutenden Ansichten und abergläubischen Inhalte, welche via Esoterik durchaus überschwappen ins sog. „alternative Lager“ – und auch dort für reichlich Verwirrung sorgen.

    Gerade auch dort huldigt man anti-aufklärerischen, anti-wissenschaftlichen und abergläubischen Ideen, welche zum Teil Überbleibsel aus unseeliger Zeit sind.
    Nur ein Beispiel: Wer weiß heute schon noch dass der Berufsstand der Heilpraktiker sich in Deutschand auf ein Gesetz stützt, welches von einem Kanzler und „Führer des deutschen Volkes“ unterzeichnet worden ist? – Kein Wunder: Es stammt aus einer Zeit in der studierte Mediziner dafür gebraucht und mißbraucht wurden um eine wahnsinnig gewordene Militärmaschine am Laufen zu halten. Um die medizinische Versorgung der Zivilbevölkerung irgendwie doch am Laufen zu halten, erhob man Leute zu einem Berufsstand die man vorher eher als Kurpfuscher und Scharlatane sah. Heute gilt Homöopathie als Quasi-Alternative zur Pharmazie. Und dies obwohl ihre, allen physikalischen Naturgesetzen wiedersprechende, angebliche Wirkweise immer noch nicht unter Beweis gestellt worden ist…

    Gemäß einer Umfrage des Allensbacher Institutes aus dem Jahre 2005 glaubt etwa die Hälfte der Deutschen dass an Astrologie „irgendetwas dran“ sei. 42 % glauben dass ein vierblättriges Kleeblatt Glück bringt. Die gleiche Eigenschaft schreiben 40 % einer Sternschnuppe zu und 36 % einem Schornsteinfeger, wogegen 28 % glauben dass die Zahl 13 Unglück bringe, ebenso wie eine den Weg kreuzende schwarze Katze (25%).

    Wir haben also wenig Grund uns über den Irrsinn, die Irrwege und den Aberglauben unserer Ahnen erhaben zu fühlen. Unsinn und mangelnde Allgemeinbildung feiern mitten unter uns fröhliche Urstände.

    Es wäre dingend an der Zeit für eine neue Aufklärung !

  • Mr. T

    |

    Sehr guter Beitrag, Johann! Danke dafür! Aber ich befürchte, dass eine neue Aufklärung ähnlich erfolglos wäre wie die vergangene.

  • Johann

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    Nachtrag zur Ergänzung:
    Ich habe in meiner Betrachtung der NS-Geschichte leider vergessen ausgerechnet Georg Heinrich Ritter von Schönerer (1842-1921) zu erwähnen. Dabei war es gerade dieser niederösterreichische Gutsherr und Politiker, der als Führer der Deutschnationalen (Alldeutschen) Partei im Wiener Parlament für antisemitische Hetze sorgte und sich von seinen Gefolgsleuten mit „Führer“ titulieren und „Heil“-Rufen begrüßen ließ und auf Hitlers Denken, ebenso wie der bereits erwähnte Guido von List, nachhaltigen Einfluß hatte. Er verband völkisch-germanische Ideologie mit radikalem Antisemitismus. Bereits 1900 forderte er im Wiener Parlament, eine Prämie für jeden „niedergemachten“ Juden auszusetzen.
    Nicht weit entfernt von Schönerers Gutshof im niederösterreichischen Waldviertel, stammt Adolf Hitlers Familie her. Hitler selbst verbrachte dort als Realschüler nur seine Ferien, konnte sich aber sehr wohl für Schönerers obsessive Hassideologie begeistern. Bereits als Linzer Realschüler hefteten sich er und Klassenkammeraden Kornblumen ans Revers und begrüßten sich mit „Heil“-Rufen.
    Otto Henke, NS-Schriftsteller: „Die Ahnenheimat des Führers wurde durch Georg Ritter von Schönerer zur Geistesheimat des erbitterten Kampfes gegen das Judentum“.

  • onki

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    @johann
    alle Achtung. Gutes Hintergrundwissen und sehr interessante Daten –
    fernab vom Bayern-Museum-Mainstream…
    Danke.

  • menschenskind

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    @Johann

    Vergessen Sie bitte nicht im, sicher noch zu erwartenden dritten Teil Ihrer Aufzählung, die anderen schlimmen Vorbilder von uns armen, bemitleidenswerten Bayern, die wir doch gar nicht anders konnten. Als da wären: die furchtbaren Spanier (Inquisition), die elendigen Portugiesen (Judenverfolgungen), die bitterbösen Franzosen (Kreuzzüge), die hässlichen Ukrainer (Verbrecher), die erbärmlichen Russen (Säufer und Killer), die mörderischen Polen, die serbischen Henkersknechte etc.

    Ergibt sicher eine abwechslungsreiche Mischung!

  • Johann

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    @menschenskind
    Was soll das, liebes „Menschenskind“? Mit billiger Polemik kommen wir hier nicht weiter !

    Ich habe keine Ahnung, warum Ihnen so sehr daran gelegen ist Bayern als alleinige Brutstätte des NS festzunageln. Auch habe ich nie in Abrede gestellt, dass die Geschichte Bayerns zum Teil verflochten ist mit der Geschichte der NSDAP, oder dass eine ganze Reihe von Bayern führende Positionen in ihr bekleidet hätten.

    Stattdessen beschäftigte ich mich in meiner Abhandlung mit der Entstehung einer von Rassenwahn, Antisemitismus, Verschwörungstheorien und deutsch-völkischem Größenwahn geprägten Ideologie. Also mit dem Faszinosum der Entstehung eines politischen Massenwahns. Und diesbezüglich ist München nun wirklich nicht die „Hauptstadt der Bewegung“, nicht das Nest dieses Nattergezüchts gewesen – auch wenn Hitler dies so behauptete. Der Kerl verzapfte Mist in Serienproduktion und hatte erhebliche Probleme mit historischen Wahrheiten. Dies ging sogar bis in seinen persönlichsten Bereich: der Geschichte seiner Abstammung, seiner Familiengeschichte.

    Er verbot 1930 seinem Halbbruder Alois und dessen Sohn William Patrick Hitler sich den Medien als seine Verwandten zu präsentieren. 1938 ließ er die Heimatdörfer seiner Eltern und Großeltern, Döllersheim und Strones im niederösterreichischen Waldviertel, zu militärischem Sperrgebiet erklären. 1942 ließ er dort die 7000 Dorfbewohner evakuieren und einen Truppenübungsplatz errichten. Alle Gedenktafeln, die an seine Familie erinnerten wurden entfernt. Selbst das Ehrengrab seiner Großmutter wurde zerstört.

    Richtig ist: Die NSDAP entstand 1920 in München. Da sind wir uns einig. Allerdings hatte sie Vorläufer. Und die sie tragende Ideologie ist auch deutlich älter, nicht originär bayerischer Natur und noch nicht einmal eine Erfindung Hitlers, der „lediglich“ ein bestialisches Konglomerat aus längst durch diverse Köpfe vagabundierenden paranoiden Wahnkonstrukten destillierte.

  • Fr.Streng

    |

    Die hier zu lesende Debatte wird den jeweiligen Protagonisten viel zu eng und dogmatisch geführt. Wer soll hier überzeugt werden? Die jeweiligen Akteure treten, zugespitzt gesagt, als Inhaber einer alles erklärenden, aber reichlich unterkomplexen, Theorie auf. Mehr Bescheidenheit täte da gut!

    Auch wenn man eine Bayerische oder eine Bayerische-Österreichische Besonderheit konstatieren kann, ist damit bei weitem nicht alles erklärt. In den 1980-er hat ein namhafter Holocaust-Forscher die These vertreten, dass die NS-Täter im Wesentlichen aus Preußischen Militaristen gestanden hätten – heute sagt dies niemand mehr.

    Auch wenn München (oder von mir aus Bayern) mal die Hauptstadt der Bewegung gewesen sein soll, ist doch festzustellen, dass es dem NS-Regime nirgendwo im deutschsprachigen Raum an Zustimmung und Bystanders gemangelt hat – die jüdischen Leute und andere Verfolgte (ebenso die faschistischen Staaten auf der nationalen Ebene der Verbündeten) mal weggelassen.

    Ebenso gab es hinsichtlich der Täter nie einen Mangel an Soldaten, Zivilen, SS-lern und anderen Akteuren für das NS-System, das auf Vernichtung zielenden Antisemitismus, Antiziganismus, Antislawismus und einer „rassenhygienischen“ Behindertenfeindschaft beruht und nicht nur von Österreichern oder (Münchner) Bayern getragen werden konnte.

  • menschenskind

    |

    „Auch wenn München (oder von mir aus Bayern) mal die Hauptstadt der Bewegung gewesen sein soll, ist doch festzustellen, dass es dem NS-Regime nirgendwo im deutschsprachigen Raum an Zustimmung und Bystanders gemangelt hat“ (Fr.Streng)

    In einer Gerichtsverhandlung, sagen wir mal bei einer Wirtshausschlägerei, fragt der Richter stets danach, wer angefangen hat. Dazu ist er verpflichtet. Entsprechend bestraft er den Auslöser der folgenreichen Auseinandersetzung gewöhnlich strenger als den Mittäter, Mitmacher, Mitläufer.

    Nicht anders ist es mit uns Bayern. Auf keinem anderen deutschen Volksstamm lastet mehr Verantwortung als auf uns, weil wir in den letzten 1000 Jahren so oft beim Schlechten ganz weit vorn dran waren.

    Die Gegenreformation ging von uns aus (Folge: Millionen Tote und Geschändete).

    Keiner hat länger als wir „Hexen“ verbrannt (zuletzt 1754 in Landshut und 1776 in Memmingen).

    Keiner hat eine schlimmere Intoleranzgeschichte gegenüber Juden und „Zigeunern“ aufzuweisen als wie wir (christliche wie jüdische Autoren und Nachschlagewerke haben dies bereits lange vor Hitler festgestellt).

    Keiner hat sich der Einigung der deutschen Einzelstaaten derart lang, und mit derart schädlichen Folgen für alle Deutschen, entgegengestellt wie wir Bayern (bayerischer Partikularismus).

    Bei uns in Bayern entstanden nahezu sämtliche NS-Organisationen: NSDAP, SA, SS, HJ und sie hatten bis 1933 ihre jeweiligen Zentralen in München…

    Der erste Mann des Dritten Reiches, Adolf Hitler war kein gebürtiger Bayer, aber dafür die Nummer Zwo, Hermann Göring (gab den Mord an 6 Millionen Juden in Auftrag), die Nummer Drei, Heinrich Himmler (der Initiator des KZ Dachau, des KZ Auschwitz und von rd. 2000 weiteren Lagern), ferner der höchst wirksame Einpeitscher für Antisemitismus in NS-Deutschland, Julius Streicher (Herausgeber des Antijudenblattes „Der Stürmer“), dann der Autor des schlimmsten aller NS-Romane, Hans Zöberlein („Der Befehl des Gewissens“, 1937, Auflage fast eine halbe Million Expl.e), der SA-Chef Ernst Röhm, die als Verantwortliche für furchtbarste Massaker berüchtigten Wehrmachtsgeneräle Dirlewanger, Dietl, Dietrich, Rudolf, Gustav Maria Benno Freiherr von Mauchenheim genannt Bechtolsheim sowie viele mehr.

    Das bayerische KZ Dachau existierte länger als jedes andere KZ des Dritten Reiches und es war das Musterlager für Auschwitz sowie rd. 2000 weitere Lager.

    Überdurchschnittlich viele Bayern taten bei der KZ-SS Dienst, wie eine inoffizielle Auswertung von rd. 4000 relevanten Personalakten ergeben hat.

    In Bayern wurde die letzte Teufelsaustreibung (mit Todesfolge) auf deutschem Boden durchgeführt (Anneliese Michel, 1976).

    In Bayern entstanden in den 1980ern mit den Republikanern (REP) und der DVU, die neben der NPD bedeutendsten rechtsextremen Parteien Nachkriegsdeutschlands.

    Lange Jahre über zählte die NPD ihre meisten Mitglieder in Bayern.

    Gemäß Umfragen der angesehenen Friedrich Ebert Stiftung war Bayern 2006, 2008 und 2010 das deutsche Bundesland mit den meisten Antisemiten, den meisten Verharmlosern des NS und besonders vielen Fremdenfeinden (zwei von fünf Bayern outeten sich als fremdenfeindlich).

    Ein Geschichtsbuch, das von der bayerischen Staatsregierung (CSU) herausgegeben wird (Manfred Treml, Die Geschichte des Modernen Bayern, (Hg.) Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, München 2006, 3. neu bearbeitete Auflage) bringt es eindeutig und klar auf den Punkt:
    „In Wirklichkeit wurde Bayern zum Ausgangspunkt der nationalen Bewegung, die Deutschland und die halbe Welt in die Katastrophe führte.“ (S. 161)

    Also, nicht Westfalen, nicht Holstein, nicht Ostpreußen, nicht Pommern, nicht Hessen oder Sachsen, nein, Bayern stürzte die halbe Welt in eine Katastrophe. Geht es noch deutlicher?

    Ja, es geht:

    „Die Geschichte Bayerns ist mit der Entwicklung der nationalsozialistischen Partei, der NSDAP, eng verflochten: Hier entstand die ‚Bewegung‘; ihre Führungsspitze rekrutierte sich zu einem erheblichen Anteil aus dem Land.“ (S. 287)

    Na, jetzt alles klar?!?

  • Johann

    |

    @menschenskind
    Ach so läuft bei Ihnen der Hase !
    Sie reden beständig von „uns Bayern“, vom „WIR in Bayern“, von „unserem Bayern“ und reagieren recht ärgerlich, wenn man Ihnen nahelegt mal über den bayerischen Tellerrand hinaus zu blicken.
    WIR Bayern haben dies und das getan… WIR ??? – Wirklich WIR ???

    Mit Verlaub: Ich bin gebürtiger Bayer aber dieses WIR möchte ich mir schon nachhaltig verbieten ! Ich für meinen Teil, war an keinem der von Ihnen geschilderten Greuel beteiligt. Und von Ihnen nehme ich das einfach auch mal an.
    Ich war auch nie Papst – auch wenn die BILD bei der Wahl Ratzingers das Gegenteil behauptete („WIR SIND PAPST !“) Ich war auch noch nie Fußball-Weltmeister obwohl ich Deutscher bin – Ich habe nämlich nie mitgespielt. Und von „unserem“ Bayern gehört mir kein einziger Quadratmeter – folglich kann es auch nicht „mein“ Bayern sein.
    Im Übrigen juble ich auch nicht dem FC Bayern zu, kollektiven Massenbesäufnissen (Oktoberfest) gehe ich im weiten Bogen aus dem Weg, weigere mich nachhaltig Lederhosen anzuziehen und von Blechmusik krieg ich Kopfschmerzen. Bin ich jetzt kein Bayer mehr ? Ich könnts verkraften!

    Tja, liebes „Menschenkind“, Sie sitzen in der Patriotismus-Falle! Kein Wunder dass Sie sich deshalb so sehr auf Bayern kaprizieren, weil Sie es wohl zu sehr lieben. Da kann man die braunen Schmutzflecken auf dem weißblauen Gewand natürlich umso weniger ertragen.
    Es ist ja vieles auch richtig von dem was sie hier aufzählen, aber halt auch ein bisserl „Betriebsblind“, weil zu sehr auf Bayern fixiert.
    Die letzte Hexenverbrennung fand übrigens nicht in Bayern, sondern 1796 in Südpreußen statt, 1836 wurde die letzte „Hexe“ per Wasserprobe auf der Insel Hela (Polen) getötet und der letzte Hexenprozess fand 1944 in Schottland statt.

    Mit etwas weniger Leidenschaft in der Betrachtung wäre Ihnen sicher auch nicht entgangen, dass ich von den historischen Wurzeln einer Ideologie sprach, während sie andauernd auf eine Partei (NSDAP) fixiert sind. Ich sprach von der Vorgeschichte der dieser Partei, bzw. der Entstehung ihrer ideologischen Grundlagen.

    Es ist halt nun mal so: So ein Irrsinn entsteht nicht spontan, quasi aus dem Stand heraus. Der beste Sähmann und das beste Korn sind zum Scheitern verurteilt, wenn sie über keinen vorbereiteten und fruchtbaren Boden verfügen !

  • menschenskind

    |

    @Johann
    Worum es mir geht, ist die historische Wahrheit. Warum können wir unsere bayerische Geschichte nicht in jedem Geschichtsbuch nachlesen? Warum finden wir in bayerischen Geschichtsbüchern fast nur Schmus und Schmeichelhaftes? Warum muss man erst selbst Dutzende Bücher und wissenschaftliche Aufsätze durchgehen, um zum Kern zu gelangen? Warum wird der Bürger in diesem Land um seine eigene Geschichte belogen und betrogen? Warum vertraut der CSU-Staat uns doch offensichtlich so wenig, dass er uns unsere Geschichte nicht zumuten mag? Ist es nicht eine Beleidigung des mündigen, volljährigen, verantwortungsbewussten Bürgers, wenn man ihn auf Kinderniveau runterstuft und ihm seine Geschichte schönt, klittert, idealisiert, und somit vorenthält?

    Ja, Johann, Sie haben recht, ich liebe meine bayerische Heimat. Und weil ich sie liebe, mag ich keine weißen Stellen (auf alten Karten üblicherweise noch unerforschtes Terrain). Wir leben im 21. Jh., im Zeitalter der Informationsgesellschaft, in einer Zeit, in der es noch nie für den einfachen Bürger so einfach war an Information heranzukommen. Dennoch halten uns unsere staatlichen Historiker für dumm, glauben sie uns weiterhin Bären aufbinden, bzw. uns belügen zu können.
    Dagegen bin ich allergisch.

    Danke, dass Sie zu den Hexen noch Infos nachgeliefert haben. Ich verließ mich auf die Angaben bei Behringer; demnach war nach den beiden bayerischen Todesurteilen nur noch eine Hexenverbrennung in Schlesien angegeben. Da Schlesien aber nicht mehr deutsch ist, ging ich davon aus, dass die beiden letzten Fälle in Bayern stattfanden.

    Sie haben recht, so ein Irrsinn ensteht nicht aus dem Stand, sondern baut auf Vorbilder und Muster auf. Nur waren eben bei uns die Menschen im Mittelalter und in der Neuzeit ganz besonders leicht entflammbar für Propaganda, egal ob von Kirchenseite, von Seiten der Herzöge und Fürsten, oder vom Führer. Grund ist unsere so furchtbare bayerische Gleichgültigkeit, und eine Besserung zeichnet sich leider weiterhin nicht ab. Weiterführende Bücher zu unserer Geschichte liest nur eine Minderheit. Fußball und Wellness erfreuen sich eindeutig höherer Beliebtheit.

    Ich hatte mich bemüht hier Erkenntnisse zusammenzutragen, die ich im Laufe vieler Jahre gesammelt hatte, in der Hoffnung den Einen oder die Andere aus der Lethargie zu wecken und für das Eigene aufnahmebereiter zu machen. Es lag mir fern Gefühle zu verletzen, oder zu provozieren. Sollte das so ‚rübergekommen sein, bitte ich um Verzeihung.

  • Johann

    |

    Ach, wissen Sie, liebes „Menschenskind“, die Fragen die Sie beschäftigen sind für mich schon länger abgehakt. Geschichte schrieben halt bislang immer die Mächtigen. Das hat erst mit dem Internet begonnen sich auch im größerem Stil zu verändern.

    Mich dagegen bewegen viel mehr die Fragen nach dem Grund der Dinge.
    Z.Bsp: Rassismus – Wieso bildet sich ein Weißer ein er wäre etwas Besseres als ein Schwarzer ? Eigentlich müßte doch langsam jeder wissen, dass Intelligenz und Fähigkeiten nichts mit Hautfarben zu tun haben.
    Wieso glauben Leute an irgend eine besondere Wirkung des Vollmonds ? Dabei müßte doch eigentlich jeder wissen dass der Mond immer voll da ist. Da beißt keiner ein Stück ab. Wir sehen ihn halt wegen des Erdschattens nicht immer zur Gänze.
    Ich mein: Wie kommt Jemand zu derartig irrationalen Vorstellungen ? Da wirds für mich erst so richtig interessant!

    Naja, wenn ich mal wieder nach Regensburg komme, dann können wir ja mal in nem Biergarten weiter ratschen. Sie werden mich erkennen! Ich bin der Kerl der fluchtartig das Feld räumt, weil Sie im Dirndl anmarschieren.

  • Max

    |

    Anna Sollenberger, 9. Juni 2015 um 22:16
    Vielen Dank, das war einer der besten Kommentare, die ich hier bisher gelesen hatte.

    „onki“: Der Satz „Wehret den Anfängen“ sollte gegen jede Form von Extremismus verstanden werden (denke ich). Oder finden sie nur gegen rechts gut, nicht gegen andere Extremisten?
    Mao, Stalin, Phnom Penh waren auch nicht besser als Hitler, Mussolini und Franco. Und was die IS macht, entspricht genau diesen irren Fanatikern (nur mal zur Info, was aktuell los ist).
    Erinnerung ist zwar wichtig, aber kommen wir mal ins 21 Jahrhundert. Wenn man nur in eine Richtung blickt, erkennt man nichts anderes mehr. Das scheint in dieser Zeitung
    ein Problem zu sein. Wie auch nach rechts, kann man ebenso in alle andere (extr.) Richtungen in einen (unmenschlichen) Abgrund fallen, wenn man zu weit geht…
    … oder das zulässt.

  • menschenskind

    |

    Wie CDU/CSU dazu beitrugen, ein Klima zu schaffen, in dem der Rechtsextremismus auch noch zu Beginn des Dritten Jahrtausends gedeihen kann…

    Anstatt die Menschen über die wahren Zusammenhänge und über die Verantwortung für Hitler und Holocaust aufzuklären, riet der Gottvater der deutschen „Christlich“-Konservativen, Konrad Adenauer, zum Vertuschen („…und darum schweigt man am besten.“) auf. Unten wiedergegebener Brief enthält auch interessante Angaben zur Schuld der Kirchen an der Katastrophe des 20. Jahrhunderts:

    23. Februar 1946: Brief an Bernhard Custodis, Bonn
    Bernhard Custodis (1867-1951), Dr. jur. can., ab 1910 Pfarrer an der Elisabeth-Kirche Bonn.
    Lieber Custodis!
    Von der Mutter Werhahn erhielt ich den anliegenden Artikel des Paters Pribilla mit der Bitte um Beurteilung. Da ich die Adresse des Paters Pribilla nicht habe und die Mutter Werhahn mir mitteilte, dass sie den Artikel durch Dich bekommen habe, sende ich ihn anbei mit der Bitte zurück, ihn an Pater Pribilla zurückgelangen zu lassen. Ich würde den Artikel nicht erscheinen lassen. Nach meiner Meinung trägt das deutsche Volk und tragen auch die Bischöfe und der Klerus eine große Schuld an den Vorgängen in den Konzentrationslagern. Richtig ist, dass nach­her vielleicht nicht viel mehr zu machen war. Die Schuld liegt früher. Das deutsche Volk, auch Bischöfe und Klerus zum großen Teil, sind auf die nationalsozialistische Agitation eingegangen. Es hat sich fast widerstandslos, ja zum Teil mit Begeisterung auf all den in dem Aufsatz gekennzeichneten Gebieten gleichschalten lassen. Darin liegt seine Schuld. Im übrigen hat man aber auch gewusst – wenn man auch die Vorgänge in den Lagern nicht in ihrem ganzen Ausmaße gekannt hat -, dass die persönliche Freiheit, alle Rechtsgrundsätze, mit Füßen getreten wur­den, dass in den Konzentrationslagern große Grausam­keiten verübt wurden, dass die Gestapo, unsere SS und zum Teil auch unsere Truppen in Polen und Russland mit beispiellosen Grausamkeiten gegen die Zivilbevölkerung vorgingen. Die Judenpogrome 1933 und 1938 geschahen in aller Öffentlichkeit. Die Geiselmorde in Frankreich wurden von uns offiziell bekanntgegeben. Man kann also wirklich nicht behaupten, dass die Öffentlichkeit nicht gewusst habe, dass die nationalsozialistische Regierung und die Heeresleitung ständig aus Grundsatz gegen das Naturrecht, gegen die Haager Konvention und gegen die einfachsten Gebote der Menschlichkeit verstießen. Ich glaube, dass, wenn die Bischöfe alle miteinander an einem bestimmten Tage öffentlich von den Kanzeln aus dagegen Stellung genommen hätten, sie vieles hätten verhüten können. Das ist nicht geschehen und dafür gibt es keine Entschuldigung. Wenn die Bischöfe dadurch ins Gefäng­nis oder in Konzentrationslager gekommen wären, so wäre das kein Schade, im Gegenteil. Alles das ist nicht geschehen und darum schweigt man am besten. Ich weiß bestimmt, dass der verstorbene Papst mit meinem Urteil genau übereinstimmte. Wie der jetzige Papst denkt, weiß ich nicht.
    Vielen Dank für die Beförderung und herzliche Grüße
    Dein
    (Adenauer)
    [P.S.] Jedenfalls würde der nicht dem Nationalsozialismus direkt verfallene Teil des Deutschen Volkes, insbesondere auch die kath. Kirche in Deutschland, vor dem Ausland und insbesondere vor der Nachwelt gerechtfertigter daste­hen, als es jetzt der Fall sein wird.
    Quelle: Konrad Adenauer: Briefe über Deutschland 1945-1955. Eingeleitet und ausgewählt von Hans Peter Mensing aus der Rhöndorfer Ausgabe der Briefe. München 1999, S. 40-42.

    Besonders dieser Satz hat es in sich:
    „Wenn die Bischöfe dadurch ins Gefäng­nis oder in Konzentrationslager gekommen wären, so wäre das kein Schade, im Gegenteil.“

    Tatsächlich, kein einziger bayerischer Bischof sass je im KZ. Preysing nicht, Faulhaber nicht, Buchberger nicht, all die anderen auch nicht. Sie ordneten sich vielmehr dem „System“ mehr oder weniger gut unter, speisten bis 1945 besser und mehr als der Durchschnitt der Deutschen und wurde schließlich mit allen Ehren bestattet. In Lexika und „angesehenen Fachbüchern“ wurden sie später als wackere NS-Gegner und brave Widerständler gefeiert…

    Schande! Schande! Schande!

  • Franz Mahler

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    betr. Max, 21. Juli 2015 um 18:28 „Der Satz … sollte gegen jede Form von Extremismus verstanden werden … Mao, Stalin, Phnom Penh waren auch nicht besser als Hitler, Mussolini und Franco.“

    Das ist historisch gesehen zweifelsohne richtig. Darüber gibt es auch überhaupt nichts zu diskutieren. Nur Revisionisten und Geschichtsklitterer werfen immer die Frage auf, welcher Diktator nun mehr Menschen hat umbringen lassen: Stalin oder Hitler. Und es gibt selbstverständlich auch Schnittpunkte bzw. strukturelle Übereinstimmungen zwischen linken und rechten Diktatoren.

    Aber es geht um das hier und das heute und wo bitteschön gibt hier bei uns in Deutschland heute Tendenzen zu einer kommunistischen Diktatur? Es sei denn, man würde die griechischen Politiker Tsipras, Varoufakis usw. als „kommunistische Diktatoren“ auf eine Stufe stellen mit Mao, Stalin oder Phnom Penh, die in Deutschland die Planwirtschaft einführen wollen.

    Was ist z. B. mit den Mordanschlägen von Mölln und Solingen? Schon wieder vergessen? Was ist mit der „NSU“ und Marwa El-Sherbini? Wer? Marwa El-Sherbini? Kenn ich nicht. Hab ich noch nie was davon gehört. Laut BMI (Bundesinnenministerium) wurden in diesem „christlichen“ Land seit 1990 insgesamt 75 Personen bei 69 Anschlägen mit rechtsextremem Hintergrund ermordet. Das sind allerdings nur die offiziellen Zahlen. Dass es dabei eine gewaltige Dunkelziffer gibt, sollte jedem Menschen mit etwas Verstand klar sein. Welche Zeitungen, „christlichen“ Politiker, Strafverfolgungsbehörden usw. interessieren sich schon dafür, wenn irgendwo in Deutschland ein Obdachloser oder Homosexueller von Neonazis erschlagen wird?

    Wer bei der Debatte um sogenannte konservative Werte mit kommunistischen Diktatoren argumentiert, will nur eines, nämlich davon ablenken, wie weit die Bundesrepublik Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 nach rechts gerückt ist. Für manche eben immer noch nicht rechts genug. Denn über eine Diktatur reden Konservative und Rechte nie. Über die Diktatur des Kapitals reden Konservative und Rechte nie.

    MfG
    Franz Mahler

  • Strammrechte Opportunisten » Regensburg Digital

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    […] mittlerweile mit Slogans wie „Schärfstes Asylrecht aller Zeiten“ oder „Zustrom begrenzen“. Mit dem „Konservativen Aufbruch“ hat sich innerhalb der CSU eine Pressure Group entwickelt, die … Generalsekretär Andreas Scheuer baute mit der fiktiven Zahl von 60 Millionen Flüchtlingen, die an […]

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