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Minister in der Kritik

„Bankrotterklärung“: Marburger Bund verurteilt Stellenabbau am Uniklinikum Regensburg

Der Plan, bis zu 64 Arztstellen am Universitätsklinikum Regensburg abzubauen, sorgt für Entsetzen bei der Ärztegewerkschaft. Im Fokus der Kritik: Wissenschaftsminister Markus Blume.

Stellenabbau und keine Kommunikation: Bei den Beschäftigten des Universitätsklinikums ist die Stimmung derzeit gedrückt. Foto: UKR/Klaus Völcker

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund Bayern prangert den Plan an, bis zu 64 ärztliche Vollzeitstellen am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) zu streichen. Fast zehn Prozent der gesamten Ärzteschaft. regensburg-digital hatte am Dienstag zunächst exklusiv darüber berichtet.

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Als „inakzeptabel“ bezeichnet der Marburger Bund die Haltung von Wissenschaftsminister Markus Blume. Er hatte die Kürzungen in der Antwort auf eine Anfrage der SPD-Abgeordneten Ruth Waldmann mit Verweis auf das Defizit als „dringend erforderlich“ bezeichnet.Das sei eine „Bankrotterklärung“.

Damit gefährde Blume die Patientenversorgung und untergrabe den Anspruch der Universitätsklinika, Exzellenz in Medizin, Forschung und Lehre zu bieten, so der Marburger Bund.

Stellenkürzung „ohne Plan und Konzept“

Nach Recherchen von regensburg-digital gehen die Pläne zurück auf eine interne Vorstands- und Direktorenklausur am 12. November 2023. Damals präsentierte die Kaufmännische Direktorin den Abbau der 64 Stellen als „Fazit“, um das Defizit am UKR in den Griff zu bekommen.

Seit geraumer Zeit verlängert das UKR befristete Stellen nicht mehr. In den Abteilungen geht laut Berichten aus der Ärzteschaft die Angst um. Vom Vorstand kommt so gut wie keine Kommunikation. Der Abbau erfolge „ohne Plan und Konzept“.

„Auf Kosten der Patientenversorgung.“

Dr. Andreas Botzlar, Landesvorsitzender des Marburger Bundes Bayern, richtet seine Kritik vor allem an Wissenschaftsminister Blume. „Das ist Sparpolitik mit der Rasenmäher-Methode – planlos und kurzsichtig. So agiert ein Krämer, kein zukunftsorientierter Wissenschaftsminister.“

Schon jetzt klagen Ärztinnen und Ärzte über Arbeitsverdichtung, wachsende Bürokratie und Personalmangel, heißt es in einer Erklärung des Marburger Bundes. „Am UKR schaffen viele ihre Aufgaben nur durch tägliche Mehrarbeit.“

Die Streichungen erhöhen den Druck auf die, die bleiben. „Auf Kosten der Patientenversorgung, der Forschung, der Lehre und der Weiterbildung.“

Extensive Befristungen als Grundproblem

Als Grundproblem sieht die Ärztegewerkschaft, dass Fachärztinnen und Fachärzte an bayerischen Universitätsklinika über das Wissenschaftszeitvertragsgesetz oft nur befristet arbeiten. Dieses Gesetz werde „extensiv ausgenutzt“.

Spitzenleistungen in Medizin, Forschung und Lehre vertrügen aber keine dauerhafte berufliche Unsicherheit. „Die angekündigten Nichtverlängerungen am UKR bestätigen die schlimmsten Befürchtungen der Beschäftigten, die diese Praxis seit Jahren kritisieren.“

„Stellenabbau schwächt Wissenschafts- und Gesundheitsstandort Bayern.“

Blume begründete die Kürzungen auch damit, dass die betroffenen Stellen seit 2019 aufgebaut wurden, sich aber ohne Leistungsausweitung nicht refinanzieren ließen. Dazu der Marburger Bund: „Wenn diese Stellen über Jahre hinweg unverzichtbar waren, stellt sich die Frage, warum ihre Finanzierung nie dauerhaft gesichert wurde.“

Universitätskliniken tragen die medizinische Versorgung, die Forschung und die Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses. „Der Stellenabbau am UKR schwächt nicht nur Regensburg, sondern schadet dem Wissenschafts- und Gesundheitsstandort Bayern insgesamt.“

Wissenschaftsminister Blume dürfe die Kürzungen nicht hinnehmen, geschweige denn politisch legitimieren. „Wer die Universitätsmedizin stärken will, muss in ihre Beschäftigten investieren.“

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Kommentare (1)

  • Bernhard Rocksloh

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    Eine alternde Gesellschaft braucht mehr statt weniger Ärzte!

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