Nachwuchsprobleme mit Folgen

Baustopp! Domspatzen-Gymnasium muss umgeplant werden

Die Nachwuchsprobleme der Regensburger Domspatzen haben Folgen: Das neue Gymnasium wird nur noch zwei- statt dreizügig sein. Bis die Umplanungen fertig sind, steht die Baustelle.

22. April: Feierlicher Spatenstich fürs neue Gymnasium. Jetzt muss umgeplant werden. Foto: pm/ Domspatzen

22. April: Feierlicher Spatenstich fürs neue Gymnasium. Jetzt muss umgeplant werden. Foto: pm/ Domspatzen

Von Robert Werner und Stefan Aigner

Es war ein schöner Termin. Als am 22. April der Spatenstich für das neue Gymnasium der Regensburger Domspatzen gefeiert wurde, schien die Sonne. Oberbürgermeister Joachim Wolbergs freute sich über die 47,5 Millionen Euro, die von der Stiftung des Domchores und dem Bistum „in Bildung, die jungen Menschen zugute kommt“ investiert würden. Regierungspräsident Axel Bartelt brachte den Förderbescheid der Regierung über 12,48 Millionen Euro mit. Und Schuldirektor Berthold Wahl stellte eine kurze Bauzeit in Aussicht. Schon zu Beginn des Schuljahres 2016/17 sollte das neue Gymnasium zur Verfügung stehen. Doch nun ruht die Baustelle seit geraumer Zeit. Und der Hintergrund ist ein schon seit längerem bekanntes Problem: Die Domspatzen plagen Nachwuchssorgen.

Immer weniger Anmeldungen

Anfang der 1960er – als auch der kleine Berthold Wahl zum „Domspatz“ wurde, starteten jährlich noch etwa 75 Schüler am Domgymnasium. Mitte der 1970er war mit 96 Neuzugängen und einer Gesamtschülerschaft von etwa 410 der Höchststand erreicht. Danach sanken die Schülerzahlen. Die späteren geburtenschwachen Jahrgänge verstärkten diese Tendenz. Seit März 2010 dann ehemalige Domspatzen von körperlichen Misshandlungen und sexuellen Übergriffen sprachen und dies erstmals eine breite Öffentlichkeit erreichte, nahm dieser Trend nochmals zu. Im Jahre 2012 berichtete die Süddeutsche Zeitung, dass die angestrebten und wirtschaftlich notwendigen Neuanmeldungen von 70 Schülern bei Weitem nicht erreicht seien. Gut 40 traten damals an. Letztes Jahr waren es lediglich 37 Neulinge und in diesem Jahr nur noch 33 bei insgesamt 360 Schülern.

Nun hat man bei der Stiftung die Reißleine gezogen. Das neue Gymnasium wird umgeplant und soll nunmehr nur noch zwei- statt dreizügig werden. Der Hintergrund: Staatliche Fördergelder fließen nur entsprechend dem tatsächlichen Bedarf und der scheint für ein dreizügiges Gymnasium nicht mehr gegeben.

Zuschüsse werden sinken

Wie uns die Regierung der Oberpfalz am Freitag bestätigt, hat die Stiftung der Regensburger Domspatzen die Behörde „Anfang November 2015 davon in Kenntnis gesetzt, dass das Musikgymnasium nur noch zweizügig geführt werden soll“ und darum gebeten ein darauf „abgestimmtes abstraktes Raumprogramm als Grundlage für die notwendigen Umplanungen zur Verfügung zu stellen“.

Die Flächen werden sich dabei sicher verringern, entsprechend werde auch der staatliche Zuschuss sinken. Genau Zahlen sind laut Regierung bislang noch nicht bekannt, die Umplanungen laufen noch. So lange ruht auch die Baustelle.

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Kommentare (34)

  • Angelika Oetken

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    Wem gehört denn das Grundstück?

  • Nemo Udeis

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    Kleine Korrektur: Noch ruht die Baustelle nicht. Momentan wird der Rohbau fertiggestellt. Der anschließende Innenausbau wird verschoben.
    @AO: Warum ist Ihnen wichtig, wem das Grundstück gehört?

  • Haimo

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    Angelika Oetken
    Wem gehört denn das Grundstück?

    Meines Wissens wurde das Grundstück von der Stadt zur Verfügung gestellt . Natürlich vom Steuerzahler subventioniert wie der gesamte RKK Verein .

  • Rudolph

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    Kommentar gelöscht. Bitte unterlassen Sie unbelegte Vorwürfe und Unterstellungen.

  • Nemo Udeis

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    @Haimo
    Bitte nicht rumspekulieren. Das Grundstück, auf dem gebaut wird, gehört nicht der Stadt. Es gehört dem Haus, an dieser Stelle stand schon ein Trakt, der nicht mehr wirtschaftlich saniert werden konnte.

  • Weber

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    Immer wieder schön zu sehen, wie die Missbrauchs Fälle als aktuell dargestellt werden. Bin selber Domspatz und es ist einfach nur traurig zu sehen wie Dank einiger Medien das so hingestellt wird als ob die Fälle aktuell stattgefunden hätten…
    Das Grundstück ist von den Domspatzen, bis auf eine Wiese vor der Schule, die ist von der Stadt.

  • Wassermann

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    Eigene Sache: An der Domspatzenschule-Baustelle angrenzende, öffentliche (!) Parkplätze werden über Nacht mit Paktverbot-Schildern versehen, da Tags drauf Baustellenfahrzeuge ran müssen. Polizei telefoniert einen morgens um 8.00 Uhr aus dem Bett, mit fast schon Drohung, wenn man nicht sofort (!) kommt, wird Auto abgeschleppt. Kann man das nicht anders regeln und den Bereich unmissverständlich ganz absperren -oder besser (!) – Anwohner vorher (!) informieren. Fühlte mich von Polizei ziemlich schikaniert, inklusive -im ernst – Taschendurchsuchung . Die Baustelle dauert schon ein Jahr und geht noch Zeit! Irgendwo muss man auch in Regensburg parken können – hoffe, das Regelt Stadt und Polizei küftig für Anwohner etwas humaner!!! Bin froh, wenn Baustelle vielleicht nun früher zu Ende geht!!!

  • Lothgaßler

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    Wenigstens der Trend stimmt, wenn auch der staatliche Finanzierungsbeitrag schmerzt und wohl nichts mit der Qualität der Schulbildung zu tun hat, sondern mit dem Kulturgut Knabenchor. In nicht allzu ferner Zeit wird dieses Kleingymnasium seine Pforten schließen, gut so!
    All jene Schulen, die für dringende Sanierungsmaßnahmen an ihren Gebäuden bisher leider kein Geld zur Verfügung hatten, sollten sich nun an die Regierung der Oberpfalz wenden, schließlich stehen 12,5 Mio Euro im Feuer. Holt sie euch, denn eure Bildungsarbeit ist um keinen Deut weniger Wert als die des Domspatzen-Gymnasiums!

  • Angelika Oetken

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    Kommentar gelöscht. Unterlassen Sie haltlose Spekulationen.

  • HutzlWutzl

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    @Lothgassler et Redaktion:

    Wie wäre es mit einer Presseanfrage an die Regierung der Oberpfalz, wo das andere Fördergeld hinfliessen wird, warum es plötzlich nicht mehr so viel Förderung gibt – das mit der mangelnden Schülerzahl weiß man doch schon seit 2010?
    Sind hier analog den Fleischtöpfen irgendwelche Geldtöpfe der Grenzregion nicht mehr anzapfbar, weil diese Töpfe eher einem Pichelsteiner, denn einer ordnungsgemässen Finanzverwaltung gleichen? ;-)
    Ich hätte spätestens nach 1990 in Deutschland für Bayern einen Anti-Revanchisten-Eid analog des vorher mal verpflichtenden Anti-Modernisteneids eingeführt.
    Jetzt haben wir das Problem!

  • Angelika Oetken

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    „@AO: Warum ist Ihnen wichtig, wem das Grundstück gehört?“

    @Nemo Udeis,

    war rein rhetorisch gefragt. In Regensburg gehört doch sowieso fast alles der Katholischen Kirche.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • adlersberger

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    Keep cool! ;-)

    Alle mal herlesen: Kein Grund für Verschwörungstheorien gleich welcher Art. Das Teil wird nicht kleiner (vielleicht ein wenig), dafür aber viel besser! Außerdem ist für genügend Nachwuchs gesorgt. Dieser muß bekanntlich nicht aus Eurer Umgebung oder aus Deutschland kommen.

  • Helga Federer

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    @Angelika Oetken
    ‚war rein rhetorisch gefragt. In Regensburg gehört doch sowieso fast alles der Katholischen Kirche.‘
    Mit solcher dumpfen Rhetorik machen Sie sich nur lächerlich.
    Interessieren sie sich überhaupt für die Themen zu denen sie sich regelmäßig melden. Rein rhetorisch gefragt.

  • Angelika Oetken

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    Kommentar gelöscht. Bleiben Sie beim Thema.

  • Nichtkanoniker

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    Ganz nunabhängig davon, was heute angeblich ist oder nicht ist: Beteuerungen sind das eine, die hört man gern.
    Aber eine Aufarbeitung, eine Entschuldigung, eine wirkliche Geste hat es bisher nicht und nirtgendwo gegeben.
    Alles was das Bistum dazu bisher in Szene gesetzt hat, ist geradezu grotesk: Es sind neue Tritte in die Gesichter der Opfer.
    Die Kirche muss einfach endlich merken, daß sie das, was sie seit 2000 Jahren mit jeder neuen Generation wieder macht, von nun an nicht mehr machen kann.
    Die Eltern, die Ihre Kinder da nicht anmelden, handeln für mich erst einmal verantwortungsbewusst.

  • Johannes

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    @Wassermann:

    Wie kann ich das verstehen, die Polizei hat bei Ihnen eine Taschendurchsuchung durchgeführt im Zuge des Umparkens Ihres Fahrzeugs?

  • Lothgaßler

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    @ adlersberger
    Wenn der „Nachwuchs“ nicht aus Deutschland kommen muss, dann frage ich mich aber schon, weshalb der Staat dann Finanzhilfen geben soll bzw. muss. Auch ein „viel besser“ ist zu hinterfragen, denn es sollten sich etliche Bildungseinrichtungen finden, die ein schlichtes „besser“ nötig hätten. Die Kirche ist reich genug, um ihre Vorzeigeeinrichtung „Domspatzen“ selber herauszuputzen. Wenn sie die Domspatzen nicht mehr will, dann soll sie den Laden zumachen. Die Zersplitterung des Vermögens und der Zuständigkeiten mag dazu führen, dass der katholischen Kirche keine direkte Verantwortung zugewiesen werden kann, tatsächlich ist dies nur eine Verschleierung der Tatsachen. Für den Unterricht der Schüler im Domspatzen-Gymnasium muss der Staat pro Schülernase ohnehin genau so viel zahlen wie für den Unterricht in anderen Gymnasien auch.

  • Angelika Oetken

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    Kommentar gelöscht. Um es mal deutlich zu sagen: Dieses Forum ist nicht Ihre Gerüchteküche.

  • Wassermann

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    @Johannes: Ich begleitete den Fahrzeugbesitzer, war selber nicht betroffen. Polizist wollte meinen Namen wissen. Da die Sache mit mir nichts zu tun hatte, wollte ich den Namen schlichtweg nicht nennen. Ausweis hatte ich nicht dabei, deshalb wurden Gummihandschuhe gezückt … enpfand ich als völlig überzogen.

  • RB

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    Da es auch in Regensburg eine Vielzahl von Schulen gibt , es is klar dass auch diese Institution Domspatzen in Regensburg mit dem Nachwusch derart Sorgen hat,
    müßte man vielleicht auch in Regensburg einige Schulen schließen , da auch die Geburtenrate in den Keller geht.
    Auch verstehe ich nicht , warum die Kirche dieses Bauvorhaben nicht ein wenig mehr unterstützt!

  • adlersberger

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    @Lothgaßler: Bei mir finden Sie mit Ihren Ausführungen nur Zustimmung! Es ist halt so wie dereinst unter Bismarck, der so ich weiß den Kirchen auch nur die Bekenntnisschulen zubilligen wollte, weshalb diese dann sauer waren und – ebenfalls meine Meinung – die Vorbereitungen zum Reichskonkordat von 1933 getroffen hatten. Viele Schülerinnen un Schüler aus Spanien, aber auch den entfernteren Christianisierungsgebieten der Katholischen Kirche freuen sich schon darauf in deutschen Kirchenschulen ausgebildet zu werden, um dann Deutschland und Europa neu missionieren zu können. Oder dachten Sie wirklich, die Katholische Kirche gibt diejenigen Pfründe auf, die man sich hier über Jahrhunderte schuf?

  • adlersberger

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    @Lothgaßler:
    und hören Sie nicht die Chöre der Abgeordneten von Bund und Land, der Landräte und Bürgermeister die gem. dem altbekannten Sprüchlein „Wess Brot ich ess, dess Lied ich sing!“ Kirchenweisen und Psalmen trällern, damit wenigstens deren Nachkommen ein schönes Leben im reichen Deutschland, noch reicherem Bayern und der reichsten Oberpfalz verbeschieden ist?
    Es wurde schon mehrmals – denke auch hier – zitiert, aber gerne das Lied von Reinhard Mey aus dem Jahr 1994 in voller Länge hier http://www.reinhard-mey.de/start/texte/alben/sei-wachsam, denn dieses Liedchen dürfen alle die trällern, die es anders wie oben halten möchten.
    und: „Nur die allergrößten ….“

  • Angelika Oetken

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    „Viele Schülerinnen un Schüler aus Spanien, aber auch den entfernteren Christianisierungsgebieten der Katholischen Kirche freuen sich schon darauf in deutschen Kirchenschulen ausgebildet zu werden, um dann Deutschland und Europa neu missionieren zu können“

    @adlersberger,

    mal so ganz und gar spekulativ: möchten Sie damit andeuten, die Römisch Katholische Kirche wolle mit dem Neubau in Regensburg eine internationale Kaderschmiede für die Neuevangelisierung verlustig gegangenen europäischen Terrains schaffen? Unter Nutzung öffentlicher Fördermittel?!?! Der säkuläre Mensch wird sozusagen ohne dass er es wirklich merkt, spirituell zwangsbeglückt? Ob das im Zusammenhang mit dem Missionierungsaufruf durch Papst Franziskus steht, den der neulich via Medien durch die Welt schallen ließ http://de.catholicnewsagency.com/story/franziskus-die-gesundheit-jeder-gesellschaft-hangt-von-der-gesundheit-ihrer-familien-ab-0229

    Mensch-mein-Schmittchen – soviel Cleverness hätte ich denen aber gar nicht zugetraut ;-) Und ich dachte noch, es ginge „nur“ um Afrika…

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • blauäugig

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    ;-) hin oder her – jetzt spekuliert Frau Oetken schon darüber, was andere spekuliert haben könnten. Bliebe sie bei den Fakten und der Wahrheit, wie langweilig wäre ihre Welt.

  • udo kaiser

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    anlässlich unseres treffen zum 40jährigen, vor nun 8 jahren, bestand herr Wahl, seines zeichens, direktor des domgymnasiums, nach einem wunsch von uns, auf eine persönliche führung durch ihn….warum? als wir von ihm freundlich und kompetent durch das haus unserer, für viele von uns furchtbaren erlebnisse, geführt wurden, waren immer wieder kommentare zu zu hören…wie“hier wurde ich grün blau geschlagen“…aus dem beichtstuhl gewatscht“ und so weiter und so fort…dazu muss ich sagen, dass diese kommentare hauptsächlich meine person und vergangenheit betrafen…als wir zum schluss der führung dann im halbkreis zur verabschiedung standen, musterte uns dieser direktor, vier jahre jünger als wir und verabschiedete uns mit den worten…wenn ich euch so anschau, da sind einige darunter, die mich geschlagen haben!!! ergebnis: ein stillschweigender rückweg ins hotel! dazu 2 anmerkungen: dies sagt ein schulleiter, der bei seiner rückkehr ins domgymnasium folgendes von sich gab: ich kehre nur mit den besten erinnerungen an diese schule zurück!…eine schule, in der zu meiner zeit fast nur lehrer unterrichteten, die dies an staatlichen schulen nicht durften…also hatten wir parteimitglieder und ss-sa-angehörige, denen die kirche uns anvertraute. gerne würde ich es noch erleben, wenn diese schule und ihre leitung, zusammen mit den schülern diese geschichte aufarbeiten würde und nicht abgesprochene und diktierte briefe zu veröffentlichen, die die macher und opfer des filmes…die sünden an den sängerknaben“
    beleidigen und diffamieren. eine 2. anmerkung…das schlagenund prügeln der männerstimmen…eine kopfdrehung nach links und ein bass/bariton schlug zu….eine kopfdrehung nach rechts und ein 1./2. tenor gab eine kopfnuss oder watschn…tradition?
    bis heute hat weder die schule, noch die dompräbende mein angebot angenommen in aller offenheit miteinander zu sprechen und diesen skandal ein für allemal aufzuarbeiten.
    nein, keine reaktion, keine bereitschaft…weiterhin gilt nun seit 6jahren die desvise des verdrängen, verschweigen und vergessen…mehr als meine hand auszustrecken…
    udo e. kaiser, anerkanntes gewaltopfer…nicht anerkanntes missbrauchsopfer der regensburger domspatzen
    p.s.: hätte das haus und die kirche doch diese hand 2010 ergriffen…das canisius-kolleg hat dies getan und steht heute gestärkt und ohne jede einschränkung an schülerzahl und ruf des hauses makellos da. dank der großtat von pater mertes!

  • Angelika Oetken

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    „p.s.: hätte das haus und die kirche doch diese hand 2010 ergriffen…das canisius-kolleg hat dies getan und steht heute gestärkt und ohne jede einschränkung an schülerzahl und ruf des hauses makellos da. dank der großtat von pater mertes!“

    @Udo Kaiser,

    ganz sicher haben die Jesuiten über die Jahrzehnte hinweg ein geschicktes Krisenmanagement betrieben. Wie nachhaltig es auf Dauer sein wird, sei dahin gestellt. Welche Rolle Klaus Mertes dabei spielt(e), wird sich uns wohl erst in Rückschau eröffnen. In der Öffentlichkeit kommt er jedenfalls gut an.

    Schein und Sein weichen oft voneinander ab. Erst recht wenn es um so intime Themen wie Missbrauch geht.
    Das betrifft auch die Jesuiten, damit haben sie sich einen gewissen Ruf erworben. Ein Beispiel: Peter R., der Mann, um dessen mutmaßlichen seriellen Missbrauchsverbrechen es in diesem Beitrage geht (1), war bis zu seiner Laizierung im Jahre 2013 Jesuit (2). Ein anderes: am jesuitischen Aloisiuskolleg gab es über die Jahrzehnte hinweg, bis in die jüngste Zeit hinein mehr als 20 Täter. Es wurde und wird wie an anderen Tatorten auch von Seiten der Verantwortlichen her vertuscht, geleugnet, verdrängt (3).

    Echte Aufklärung, die ja eine unbedingte Voraussetzung der wirksamen Aufarbeitung darstellt, welche wiederum Ausgangspunkt wirksamer Prävention ist, fand bis heute von Seiten des Deutschen Jesuitenordens nicht statt (4). Dafür wurde von den SJ eine dezidierte PR lanciert, die zum Teil auch skurrile Blüten treibt (5). Und was gute Krisenbewältigung angeht: wer sowas schon mal durch hat, weiß, dass man als Institution nur eine Chance erhält. Stellt sich später heraus, dass man seine Einstellungen nicht verändert hat, war es das. Aber wahrscheinlich sind die Jesuiten mit nachhaltiger Aufarbeitung genauso überfordert wie die Domspatzenverantwortlichen.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    (1) http://www.berliner-zeitung.de/berlin/maedchen-bedraengt-canisius–staatsanwaltschaft-wertet-neue-missbrauchsvorwuerfe-aus,10809148,32669274.html
    (2) http://www.eckiger-tisch.de/2014/01/21/vor-vier-jahren-am-28-januar-2010-wurden-die-missbrauchsfaelle-bekannt/
    (3) http://www.eckiger-tisch.de/2010/11/01/60-jahre-sexueller-missbrauch-und-gewalt-am-aloisiuskolleg/
    (4) http://www.eckiger-tisch.de/2013/08/27/100-fragen-einige-antworten-und-immer-noch-viele-offenen-fragen/
    (5) http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_lifestyle/article124690270/Mit-Gott-verheiratet.html

  • Angelika Oetken

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    http://www.mittelbayerische.de/politik-nachrichten/razzia-bei-kardinal-mueller-im-vatikan-21771-art1316878.html

    „Im Bericht heißt es, es handele sich womöglich um Gebühren, die von internationalen Bistümern für die Untersuchung von Missbrauchsfällen entrichtet worden seien.“

    „GEBÜHREN FÜR DIE UNTERSUCHUNG VON MISSBRAUCHSFÄLLEN“?

    Eigentlich nahe liegend, dass der Chef der Glaubenskongregation für solcherlei Arbeiten Gebühren bei den Bistümern erhebt. Warum war ich nur bisher noch nicht darauf gekommen? Hier sind sie aufgelistet https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_r%C3%B6misch-katholischen_Di%C3%B6zesen

    Scheinen eine ganze Menge zu sein. Da könnte an Missbrauchsuntersuchungsgebühren ein schönes Sümmchen zusammen kommen. So viel jedenfalls, dass man ein paar Penunzen hinter einer Dose Wienerle verbunkern kann, ohne dass es groß auffällt.

    Übrigens: ich hoffe, die Ermittler haben diese Dose ihrem kriminaltechnischen Labor übergeben. Wer weiß, was da drin ist.

  • Theo Klauser

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    20000 Euro in der Portokasse? Was solls. Für einen ‚Weltkonzern‘ der Sicherheit für die Ewigkeit anbietet ist das ein lächerlicher Betrag. Jede Lebensversicherung in Deutschland hat wesentlich mehr in der Schublade und die Sicherheit gibt’s es allenfalls nur für wenige Jahrzehnte.

  • Ein Mehltau von Feigheit » Regensburg Digital

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    […] er sich stets zielgenau wieder zu diesem Punkt oder erläutert die neue Werbestrategie, mit der man den sinkenden Schülerzahlen entgegenwirken will. Es fällt auch der altbekannte Satz, dass man die jetzige Aufklärung […]

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