SOZIALES SCHAUFENSTER

Betonköpfe müssen bis 14 Uhr entfernt sein

Pressemitteilung des gemeinnützigen Fördervereins für unter- und überirdische UrbanismusForschung/Fvfu-uüiUF.e.V.

Einladung zum Rückbau:

Betonköpfe müssen bis 14 Uhr entfernt sein.

Wie bereits mitgeteilt, wurde gestern Abend am Dachauplatz eine künstlerische Aktion durchgeführt (vgl. dazu die unten angehängte Presseerklärung: „Betonköpfe sollen zum Nachdenken anregen“ ). Zugleich wurden die Stadt Regensburg und alle Stadträte darüber in Kenntnis gesetzt, mit der Bitte, die Installation im Dachauplatzbrunnen in Augenschein zu nehmen.

Leider dürften die Stadträte wie die Bürger der Stadt kaum mehr die Möglichkeit haben, die Installation zu betrachten; denn bereits heute um 9:30 Uhr wurde uns durch den stellvertretenden Leiter des Gartenamtes mitgeteilt, dass er vom OB Wolbergs damit beauftragt worden sei, uns mitzuteilen, dass die Installation auf Kosten des Kunstvereins entfernt würde, falls sie dann nicht bereits abgebaut worden sei.

Das ist bedauerlich und zugleich kurios. Welchen Schaden hat denn die Stadt zu befürchten, wenn der Brunnen am Dachauplatz eine Installation erhält, die ihn mit dem Namen des Platzes enger verbindet? Sollte man der Kunst nicht eine Chance geben, ihre Wirkung erst zu entfalten? Und haben die Verantwortlichen in der Eile, die sie sich auferlegten, solche Überlegungen überhaupt angestellt?


Der Künstler Jakob Friedl sieht sein Vorgehen durch die Freiheit der Kunst gedeckt. Seine Kunstaktion betrachtet er als einen freien Beitrag zum „eingeschränkten“ Kunst-Wettbewerb zur Neugestaltung des Dachauplatzbrunnens. Die Köpfe erregten bereits gestern Aufsehen und positive Resonanz.

 

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Kommentare (8)

  • Coole Idee

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    Ich hab auch noch einigen Schrott in der garage stehen. Spar ich mir die gebühren in haselbach, stelle den einfach auf den dachauplatz und erkläre ihn zur kunst. Danke für die anregung!

  • Radlertölpel

    |

    Hier der link zur ersten Pressemiteilung: “Betonköpfe sollen zum Denken anregen”
    http://europabrunnendeckel.de/download/presserklaerung_dauchauplatzbrunnen_17juni2015.pdf

    “Wie gefährlich kann figürliche Bildhauerei sein?”
    Die Geschichte der Kepf nachlesen (von oben nach unten):
    http://europabrunnendeckel.de/?p=3028#oben

    …hier der link zu der künstlerischen Intervention mit drunter noch den Erklärungen und Fotos von den Kepf im Dachauplatzbrunnen.

    http://europabrunnendeckel.de/?p=3028#dachauplatzbrunnen

  • Wolfgang Friedl

    |

    Über den Witz des coolen Stammtischlers braucht man kein Wort zu verlieren. Eher interessiert doch, was die Stadt Regensburg, angeblich in Person des Oberbürgermeisters, dazu veranlasst hat, die Installation von Jakob Friedl, ohne Zweifel eine Kunstaktion, sofort wieder abbauen zu lassen. Wie lange hat man die geist- und gedankenlose Brunnenanlage am Dachauplatz, an einem Ort also, der für Regensburg ein Ort der sehr konkreten Erinnerung sein müsste, hingenommen und hinnehmen müssen? Es brauchte eben doch den Jakob Friedl, der selbst in dieser Anlage noch Reminiszenzen an Dachau erkennen konnte und diese mit den verketteten Köpfen aus Beton verdeutlichte. Graue Köpfe, die aus einer harmlos beplätscherten Wasserfläche hervorschimmern – ist das nicht ein starkes Bild, das dem Ort plötzlich konkrete Bedeutung verleihen würde?
    Die Stadt hat das Experiment ohne jede Bedenkzeit, die sie sich hätte geben können, beendet. Es ist kein Argument denkbar, das diese Eile gerechtfertigt hätte. Welcher Schaden hätte eintreten können? Den möglichen Nutzen hat sie sich selbst genommen. Ich will nicht hoffen, dass sie so denkt wie jener coole Ideengeber oder wie der prominente Stadtrat, der bei der Aufräumaktion auftauchte und die Sache so kommentierte: Da könnt ja jeder machen, was er will. Das ist die Haltung eines autoritären Patriarchen, aber doch hoffentlich nicht die einer liberalen Stadtverwaltung.
    Wie man hört, wird ihr noch die Gelegenheit gegeben, ihre Haltung zu überdenken und das Geschenk von Jakob Friedl anzunehmen.

  • semmeldieb

    |

    die nehmen seine kunst als unkalkulierbar wahr und denken im grunde sofort daran, was alles passieren könnte.

    jeder öffentliche scheiss ist in diessem land durchreglementiert, zertifizeirungen, brandschutz, fensterbretthöhe, stolpergefahr…

    sofort wird geklagt, wenn einer zu blöd oder zu besoffen ist, um sein gleichgewicht zu halten und an einem winzigen irgendwas, das ihm
    im weg war, hängenbleibt. wer war verantwortlich, welche verwaltung hat das genehmigt oder nicht untersagt – heisst es dann. kopf ab!

    und als extrembeispiel siehe love-parade… es ist nicht vollkommen unbegründet, wenn genau hingeschaut wird.

    so. und dann kommt das bürgerfest und es stehen fahrräder in der ganzen stadt herum und obendrein betonköpfe mit ketten und wer-weis-was sonst noch.

    kann jemand im delirium die dinger als morgensterne umnutzen?

    kann man die werfen, auf strassen legen, ist was spitzes dran, scharfes, gefährliches – was sonst noch im stil des jakob friedel?

    gerade das “sonst noch” assoziiert dann eine verwaltung, deren aufgabe es nicht ist, kunst zu erkennen und zu fördern, mit dem schrott, der da
    mal auf dem brunnendeckel wucherte. und sorry, ja, es war kunst, aber eben auch ein haufen müll.

    der jakob ist unbequem, unberechenbar und inkompatibel mit dem hiesigen breiten kunstverständnis von öffentlichkeit und verwaltung.

    das ist einerseits gut, so einen kontra-punktierer wie ihn braucht gerade regensburg am dringendsten, macht es ihm aber auch entsprechend schwer.

    hoffentlich zerbricht er nicht an den hürden, die sein selbst gewählter weg für ihn bereithält.

  • Radlertölpel

    |

    … Erklärung der künstlerischen Intervention und Bewerbung um eine Ausstellung :

    http://jakob-friedl.de/download/offenerbriefanstadt_Kunst_am_Dachauplatz_21.6.2015.pdf

    ::::::::

    Förderverein für unter- und überirdische Urbanismus-Forschung / Fvfu-uüiUF.e.V.

    Offener Brief an die Stadtverwaltung und den Stadtrat

    21.Juni 2015

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    am 18.6.2015 fand am Dachauplatz eine Kunstaktion statt, für die ich die Verantwortung trage. Dabei wurden schon am Abend des 17.6. anlässlich dieses denkwürdigen Datums 32 in Beton gegossene Portrait-Köpfe („Kep`f“ genannt) im Brunnen am Dachauplatz festgekettet (siehePressemitteilung vom 17.6. „Betonköpfe sollen zum Denken anregen“). Das Kunstwerk spannt auf besondere Weise einen Bogen von klassischer Bildhauerei als Repräsentation von Macht und Karikatur über soziale Plastik bis hin zu „urbaner Guerilla-Kunst“, ohne dabei etwas zu beschädigen (Arbeitstitel von 2012: „Wie gefährlich kann figürliche Bildhauerei sein?“). Deshalb geschah die temporäre Aktion unangemeldet. Vordringliches Ziel der künstlerischen Intervention war es, auf die bevorstehende Neugestaltung des Brunnens in der Art einzuwirken, dass ein interdisziplinärer Dialog mit Rücksicht auf die geschichtliche Relevanz der Widmung des Platzes bestärkt wird.

    Ich hatte gehofft, die Installation wenigstens bis zum Abend, aber auch nicht länger, belassen zu dürfen, um zum Beispiel von den vorher informierten Stadträten selbst in Augenschein genommen werden zu können und als Anregung zu dienen. Dahinter steht die Absicht, die Themensetzung und das Niveau des bevorstehenden künstlerischen Wettbewerbs zu beeinflussen. Ich war mir einer gewissen Übertretung der öffentlichen Ordnung bewusst, wundere mich aber über die Dringlichkeit, mit der die Stadtverwaltung auf eine schnellstmögliche Entfernung des Kunstwerkes hinwirkte und Angebote zum Dialog ausschlug. Während der Kunstaktion hatte ich die Gelegenheit, die Installation unter realen Bedingungen fotografisch zu dokumentieren und bewerbe mich nun auf offiziellem Wege um eine zeitnahe temporäre Ausstellung der Arbeit im Brunnen am Dachauplatz. Dies mag angesichts des Vorgefallenen verwundern, böte aber der Stadt die Möglichkeit, unter Beweis zu stellen, dass sie auch mit unkonventionellen Herangehensweisen konstruktiv umzugehen vermag. Als möglichen Ausstellungsbeginn könnte ich mir den 14.Juli, also den Jahrestag des Sturmes auf die Bastille, vorstellen. Ich liebe diese Stadt.

    Mit herzlichen Grüßen,

    Jakob Friedl

    Weitere Informationen zur Kunstaktion finden sich auf der Website mit der Geschichte der Kep`f:http://europabrunnendeckel.de/?p=3028#dachauplatzbrunnen

    Nachfragen können sie per Email an : verein@europabrunnendeckel.de richten. Für Näheres stehe ich Ihnen gerne auch telefonisch zur Verfügung: Tel. 09841 28015301 und 017697879727

  • semmeldieb

    |

    ok, das ist mal richtig artig und anständig geschrieben.

    himmel!

    jetzts lasst halt den jakob ran! endlich mal!

    der mann ist nicht verkehrt!

    herr bürgermeister! ober-, unter- sonstwas!

    das volk will es!

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