"So einfach ist die Welt"

Welterbetag: Künstler Schaidinger verhindert Künstler Friedl

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Künstler, die nicht dankbar sind, werden mit Missachtung und Platzverbot bestraft. Im Fall von Jakob Friedl ließ sich Hans Schaidinger sogar persönlich ein Projekt einfallen, um ihn endgültig vom Ernst-Reuter-Platz zu verbannen.

Ich Oberbürgermeister, Du nix: so einfach kann die Welt sein. Jakob Friedl (li.) und Hans Schaidinger.

Ich Oberbürgermeister, Du nix: so einfach kann die Welt sein. Jakob Friedl (li.) und Hans Schaidinger.

Wer hätte das gedacht – Hans Schaidinger wird auf seine alten Tage noch Künstler. Und nein – es ist nicht der bevorstehende Abschied als Oberbürgermeister, der ihn zu diesem neuen Hobby treibt. Es ist eine ganz persönliche Abneigung gegen einen, wenn man so will, Künstlerkollegen namens Jakob Friedl.

Wir erinnern uns: Friedl hat mehrere Jahre diverse Kunstaktionen am Europabrunnen, genauer gesagt am Europabrunnendeckel, veranstaltet, die bei einigen, vor allem jüngeren Menschen auf Begeisterung, manchen auf Ablehnung und vielen, um nicht zu sagen der übergroßen Mehrheit auf Nichtbeachtung stießen.

Immerhin: Von der „Josef Alzheimer Kulturanstiftung“ erhielt er dafür einen Förderpreis, die Leitung des Burgweintinger Einkaufszentrums (BUZ) stellte Friedl einen Raum zur Verfügung, um auch das BUZ mit Workshops, Konzerten und Ausstellungen zu beglücken und ein seit 16 Jahren existierendes, 300.000 Euro teures Loch am Ernst-Reuter-Platz, das eigentlich mal der Europabrunnen hätte werden sollen, aber nie wurde – fand dank Friedls Aktionismus zumindest irgendeine vorübergehende Bestimmung.

Bodensprenkler sticht „Puplic Crossfader“

Doch damit ist es nun vorbei: Hans Schaidinger hat nämlich eine Idee gehabt. Anfang des Jahres soll er ihm eingefallen sein – der Plan, dort eine Bodensprenkleranlage einrichten zu lassen. Was könnte man sich auch schöneres vorstellen, um den hinter Geranien-Rondells verborgenen Holzdeckel einer neuen Bestimmung zuzuführen?

Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Jakob Friedl mit Fan am Europabrunnendeckel. Fotos: Archiv

Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Jakob Friedl mit Fan am Europabrunnendeckel. Fotos: Archiv

Und Schaidingers Kunstprojekt kam irgendwie genau zum richtigen Zeitpunkt. Verhindert es doch eine weitere Kunstaktion, die Friedl zum Welterbetag am kommenden Wochenende geplant hatte: eine „Puplic Crossfader Installation“ (das sagt Friedl dazu). Ein Künstler aus Nürnberg wollte – in Zusammenarbeit mit dem Publikum – Kulturdebatten aus unterschiedlichen Parlamenten einspielen, überlagern und verformen.

Geht nicht, heißt es nun – nicht, wie man erwarten könnte, vom Kultur- oder Ordnungs-, sondern vom Tiefbauamt. Das ist schließlich zuständig für den Bau von Brunnen oder Bodensprenkleranlagen.

Eine seit 16 Jahren aktive Baustelle…

Das ablehnende Schreiben an Friedl liefert recht „aussagekräftige“ Gründe.

Plötzlich gibt es ernste „Sicherheitsbedenken“, die bei ähnlichen Aktionen in den letzten Jahren keinerlei Rolle gespielt hatten.

Eine Musikanlage, die in der Vergangenheit sogar vom Umweltamt abgenommen und für gut befunden wurde, droht plötzlich zu laut zu sein.

Und nicht zuletzt, so das Tiefbauamt, handle es sich beim Europabrunnendeckel um „eine aktive Baustelle, die künftig weder privat noch öffentlich genutzt werden kann“. Schließlich sei man – nach Schaidingers kunstsinniger Idee – beauftragt worden, die 16 Jahre vorübergehend ruhenden „Arbeiten an der Brunnenanlage zeitnah fortzuführen“.

Tatsächlich ist für eine Umsetzung des Bodensprenklers a la OB ein Beschluss des Stadtrats notwendig. Insofern ist nicht damit zu rechnen, dass bis zum Sonntag erste Rohre und Düsen verlegt werden.

Bei Motzen Liebesentzug: „So einfach ist die Welt.“

Allerdings ist mit der offen vorgeschobenen Begründung ein Ziel erreicht, das Schaidinger bereits 2011 im Stadtrat verkündete. Weil Jakob Friedl sich gegenüber der Stadt „herablassend“ verhalten habe – für eine niedrige vierstellige Summe war er offenbar nicht dankbar genug – sehe er keinerlei Veranlassung mehr, ihn zu unterstützen. Friedl war frech. Dafür setzt es Liebesentzug. Auf Dauer. Und um sich nicht dem Vorwurf des Geschmacksdiktats oder persönlicher Animositäten auszusetzen, kann auch ein OB schnell mal ein eigenes Kunstprojekt entwickeln. Schaidinger damals: „So einfach ist die Welt.“ Das gilt auch heute noch.

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Kommentare (27)

  • Schmindiger und Litt

    |

    Hoch lebe Hans Schaidinger!
    Aber wenn es stimmt, dass der sogenannte Künstler für seinen privaten Kunstzoo auf städtischem Gebiet einen niedrigen vierstelligen Betrag ausgezahlt bekam, dann fragt man sich schon…
    Wir hätten da die fabelhafte Idee, das Verkehrsinsel am Singrün mit Kunst zu bespielen. Für einen nierdrigen vierstelligen Betrag machen wir das gerne… Liebe Stadt, ach bitte, lass uns doch…

  • Sepperl Boys

    |

    Ausgerechnet das Tiefbauamt, das dem Jakob jetzt die Erlaubnis entzieht, war bis vor wenigen Monaten immer das Rückgrat, das er bei der Stadtverwaltung hatte und das ihm die Stange hielt, wenn es Gegenwind gab (siehe unten). Wohl nur so lange, bis eben dort der Amtsleiter in Ruhestand ging und ein Nachfolger eingesetzt wurde.

    Siehe offengelegter Mailverkehr zwischen Tiefbauamt und Ordnungsamt von August 2010:

    „Sehr geehrXXXX XXXXX,
    Herrn Friedl wurde vom Tiefbauamt die Nutzung des Fragments des Europabrunnens für sein Kunstprojekt bis Ende Oktober 2010 gestattet. Die bisherige Zusammenarbeit mit Herrn Friedl war weitgehend problemlos, auch wenn seine Kunstidee nicht von jedermann verstanden wird.
    Da sein Kunstprojekt im öffentlichen Raum auch vom Dialog lebt, sind verschiedene Veranstaltungen vorgesehen, um seiner Kunstidee die notwendige Aufmerksamkeit zu ermöglichen bzw. seine Kunstidee zu vermitteln. Unter diesem künstlerischen Aspekt sind die Veranstaltungen für seine Kunstidee von besonderer Bedeutung. Wenn die Veranstaltungen so zivilisiert wie bisher ablaufen, bestehen seitens des Tiefbauamtes keine Einwände gegen die geplanten Veranstaltungen.
    Mit freundlichen Grüßen
    XXXXX XXXXXXX
    Ltd. Baudirektor
    Leiter Tiefbauamt
    Stadt Regensburg
    Tiefbauamt“
    Quelle: http://jakob-friedl.de/?p=1020

  • erik

    |

    In dieser Handlungsweise meine ich das System CSU zu erkennen. Dieses System sorgt dafür, dass die
    Posten, Aufträge und Anerkennungen an die Personen vergeben werden, die im Umfeld der eigenen Parteibücher, des eigenen Klüngels und einer „geistigen Verwandschaft“ zu finden sind.
    Wer nicht zu diesem Personenkreis gehört, geht leer aus, d.h. bekommt den Posten oder Auftrag nicht und muss sich mit dem begnügen was übrig bleibt bzw. keiner will oder zieht weg, was dem Zirkel ganz gelegen kommt. Nur so konnte diese Partei solange an der Regierung bleiben
    und Skandalen gelassen ins Auge blicken. Eine Krähe hackt der anderen keine Auge aus!
    Gleich und gleich gesellt sich gerne! Man pisst nicht an das Bein, welches einen in den Posten gehoben hat! So würde ich die Wechselwirkungen zwischen Exekutive, Legislative, Judikative und regierungsparteinaher Industrie und Wirtschaft in Bayern zusammenfassen.

  • Geraniengier

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    Ach, der Deckel ist doch ein alter Hut!
    Den sich der OB halt nicht aufsetzen will.
    Lieber ein paar frische Sprenkeltropfen aus der teuer treuen Brunnengrube, die einheimische Passanten und angereiste Welterbetouristen sanft benetzen sollen…

    Das ist in einer Stadt wie Regensburg keine Kunst, sieht aber schön aus.
    Schaidinger ist Meister auf dem gehegt gepflegten Feld der Kunstverdrängung.

    So ist ihm der Künstler samt seines Projekts ein lästiger und allzu aufsässiger Störenfriedl, der in dieser Stadt weder Nährboden noch Nutzbereich erwarten kann.
    Kultiviert werden darf in Regensburg nur, was kopfnickend-desinteressiert gewährt werden kann und nicht kritisch-despektierlich beäugt werden muss.

    Ob es sich dabei um den Ausdruck „einer ganz persönlichen Abneigung“ handelt, sei dahingestellt. Es geht wohl eher um die flächendeckelnde Einhaltung eines alternativkulturfernen Reinheitsgebots…

  • Günter Mühlbauer

    |

    Weil Jakob Friedl sich gegenüber der Stadt „herablassend“ verhalten habe – für eine niedrige vierstellige Summe war er offenbar nicht dankbar genug – sehe er keinerlei Veranlassung mehr, ihn zu unterstützen. ..

    WESSEN BROT DU ISST, DESSEN LIED DU SINGST

  • Twix Raider

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    Was zur Hölle ist eine Bodensprenkleranlage? Von den 6 (!) Google-Hits ist einer irrelevant, 3 beziehen sich auf diesen Artikel und in einer Doublette geht geht es um öffentliche, selbstreinigende Toiletten. Wird das längste Loch der Welt ein Plumpsklo? Bretterbude drauf, UNESCO-Siegel dran, fertig ist das Schaidhaus. Die Benutzung der Attraktion für notdürftige Touristen ist kostenlos, nur das Papier kostet pro Blatt 2,50 €, das spült mit nur einer Rolle einen vierstelligen Betrag für die Bau- & Betriebskosten in die leere Stadtkasse. Was für ein Genie, dieser Hans!

  • Radlertölpel

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    zuerst einmal !!! ZUM THEMA !!!:
    unsere Presseerklärung zum popliken PU(P)LIC CROSSFADER AUSWEICHMANÖVER, das mit 2 x 0,5 W schon jetzt jede Menge Neuigkeiten ans Licht gebracht hat und so wunderbar zum Weltkulturerbetag (350 Jahre Immerwährender Reichstag; mit dem Schwerpunkt urbane Kunstaktionen) passt; (wurde leider erst kurz nach diesem Artikel veröffentlicht).

    http://europabrunnendeckel.de/download/buz/PuplicCrossfaderPresseerklaerung28.5.2013.pdf

    Lage-und Anordnungsplan etc:
    http://jakob-friedl.de/?p=3305#pupliccrossfader

    Am schönsten ist die Begründung, dass der Brunnendeckel zusammenbrechen könnte, wenn 20 Leute darauf Crossfadern, ist er doch für 150 hüpfende Junggesellen ausgelegt.

    Eine Bodensprenkleranlage als Übergangslösung wird übrigens voraussichtlich um die 200 000€ kosten.

    Auch das hat der Pu(p)lic Crossfader von Postwurf.org bereits unfreiwillig ans Licht befördert.
    —————————————————————-
    AUSWEICHMANÖVER:
    Einladung am Sonntag zwischen 10 und 20 Uhr in Burgweinting in der Art BuZZ`l / BuZZClub (Einkaufzentrum im Zentrum des Vororts) dem Puplic Crossfader Ausweichmanöver beizuwohnen und Schokoladenpfannkuchen zu essen..

    Sie können es auch gerne weitersagen, denn an der Grenze zu, Landkreis ist viel Platz und es besteht hier auch keinerlei Gefahr.
    —————————————————————-
    @Aigner:
    Es geht um Kunst, den öffentlichen Raum, die Meinungsfreiheit, demokratische Entscheidungsprozesse, den Kontext und schon wieder um die Kunst!
    Nicht nur um den Schaidinger mit dem ich nichts zu tun habe, auch wenn die Welt so einfach ist.
    —————————————————————–
    @Sepperl Boys:
    Das Europabrunnendeckelprojekt war 2009 und 2010, seitdem gibt es keinen Zwischennutzungsvertrag und kein tägliches Arbeiten vor Ort mehr. 2011 gabs noch ein an eine Podiumsdiskussion angeggliedertes Konzert mit den Tranquillized Housewives („Es gibt ein Leben nach dem Tod“) und im Herbst 2012, 2 Pressetermine zum Europabrunennedeckeldachverband / EBDDV. Der neue Tiefbauamtsleiter, den ich als sehr netten Menschen kennengelernt habe, unterstützte die Deckeldachsanierung finanziell, wohl auch, weil dadurch, wie auch in der Vergangenheit (2009) der Stadt Geld gespart werden konnte. Nun will er sich eben keinen Ärger einhandeln, genausowenig wie das Ordnungsamt oder das Welterbebüro, das meinen Beitrag schon vor Monaten abschmetterte, dabei hätte ich doch so gerne mitgemacht, und ganz ohne diesen Verhinderungsaufstand etwas witziges und inhaltlich interessantes beigesteuert.

    @Schmindiger und Litt
    …es stimmt das Kulturreferat zahlte 2009: 700€
    und 2010: 200€ für das Projekt
    Die Rewagstiftung gab 2009 eine Anfangsfinanzierung von 1000€. Alle Gelder wurden direkt in den Brunenndeckel investiert (Klappe Strom Dach Installation).
    Seit 2009 sind mir übrigens alle Anträge an die REWAG Stiftung abgelehnt worden, 2009 eine Wasseruhr für den Brunnendeckel (200€), aktuell zunächt der Stromzähler (200€) dann der 250qmFußboden (500€) für eine Kunsthalle in Burgweinting.
    (suche auf der Art BuZZ`l Seite:http://jakob-friedl.de/?p=3203)
    Dafür hatte sich Hans Schaidinger jedesmal persönlich eingesetzt. Ich bin ihm dafür nicht beleidigt aber er vielleicht mir, weils doch jedesmal ein schlechtes Licht wirft.
    Kosten des Projektes 2009 und 2010:
    http://europabrunnendeckel.de/?p=222
    Kosten für den EBDDV 2012:
    http://europabrunnendeckel.de/?p=2880
    bzw hier in der Pressemitteilung zum EBDDV:
    http://europabrunnendeckel.de/download/EBDDV_Europabrunnendeckeldachverband.pdf

  • Alles hat seine Zeit

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    Also der Brunnendeckel war ja ein heiteres Projekt, das prominent gelegen jeden erreicht hat. Die Aussage kam dem Passanten jedoch nicht gleich. Die Audioinstallation war vielleicht teilweise zu beängstigend. Problem: Es war von vornherein darauf angelegt, nicht zu bleiben. Gewinn: Es ist was in den Köpfen hängen geblieben – nur was? Die Vergänglichkeit? Zum Brunnendeckel kann man eigentlich nur sagen: Ja! gut – Nein! auch gut

  • Veronika

    |

    SCHADE! Herr SCHAIDINGER, ich bin enttäuscht! Das wäre unter OB Christa Meier wohl nie passiert!

  • Beni

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    Nach dem ich nicht glaube das er eine Beton(Rasen)sprinkleranlage meint, ist wohl eher damit etwas wie einen Brunnen aus ganz vielen kleinen Brunnen im Boden gemeint.

    Sowas in der Richtung:

    http://www.naturbad-altenautal.de/grafik/83.filter_test.JPG

    Das würde auch wunderbar zur schönen Maximilianstr. passen. Ausserdem empfehle ich noch einige Schilder: „Betreten verboten“, „Fahrräder anlehnen verboten“, „Auf den Boden spucken verboten“, „Wasser wegtragen verboten“, „In rauschähnliche Zustände versetzen verboten“

  • Jürgen Huber

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    Sprinklersystem/ Versenkberegnung

    „Komfortable Rasenbewässerung – lassen Sie es regnen!“
    Sie wünschen sich einen satt-grünen Rasen oder einfach nur mehr Komfort und Freizeit? Dann ist die Zeit reif, über ein Sprinklersystem zur komfortablen Bewässerung nachzudenken. Die Versenkregner sind dauerhaft unterirdisch installiert und über ein Leitungssystem mit dem Wasseranschluss verbunden. Wie von Geisterhand heben sich die Regner aus dem Boden, bewässern die gewünschte Fläche und verschwinden nach getaner Arbeit.

    Das ist es vielleicht, was sich unser „OB im Abgang“ dachte und heimlich schon 16 Jahre wünscht! Mal sehen, ob er von der CSUSPD unterstützt wird, bei seinem epochalen Einfall für die Maxstrasse. – Regensburg ist halt doch ein hot-spot, was die Kunst aus und im Rathaus angeht.

  • wolfgang petry

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    Wie lang müssen wir diesen Super OB noch aushalten ???

    Den Namen ,wenn ich nur lese, muss ich mich übergeben !!!

  • pandabaerchen

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    Was ist denn der Grund/Ursache/Auslöser für den Konflikt zwischen Herrn Schaidinger und Herrn Friedl ? Kann mir das bitte jemand objektiv erklären.

  • Eleonore

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    Hmmm – der Vorgarten von Regensburg mit einer repräsentativen Sprinkleranlage__lange genug wurde ja über dem Ei gebrütet, um sowas Geniales zu gebären!__Eigentlich hätte auch Herr Schaidinger das Bayernmuseumsei bebrüten können, da hätte sich die Stadt viel Geld gespart!__fronleichnamige Grüße aus einem trist-grauen-besprinkelten-Regensburg

  • Joachim Bleibtreu

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    Warum gibt man dem Auslaufmodel S. soviel Resonanz?

    Nach fast 1 1/2 dutzend Jahren bleibt mein Eindruck von einem uneinsichtigen Steuergeldvernichter bei der Landesbank. Steuerverschwendung für Jahnstadion. Versagen bei Stadthalle u. Brückentrasse, ÖPNV u. preiswerten Wohnungsbau. Kaputte Strassen und Gehwege in Regensburg .

    S. hinterlässt eine zerrissene Partei und eine bürgerferne Verwaltung.

    S.:“Ich habe Regensburg nicht geschadet“ RD 8.2.2013. Schau ma mal wer das alles ausbaden muss.

    Meine Meinung S. konnte nie Bürgermeister, er war immer nur Schaidinger.

    Seine Ratschläge an Präsidenten der USA bzgl.
    Beitragszahlungen an die Unesco sind abenteuerlich.

    http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/artikel/westtrasse-stadt-wird-kaempfen/915298/westtrasse-stadt-wird-kaempfen.html

  • Radlertölpel

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    Damit der Schaidinger, der Böse Bösewicht, nicht auch noch im Forum von RD die Kunst verdrängt:

    Infos mit Inhalt zur Kunst:
    (Sachliche Informationen für Interessierte mit erhöhter Aufmerksamkeitsspanne)
    http://jakob-friedl.de/?p=3305

    Ausgangspunkt war die Kunstaktion „Puplic Crossfader“, die einen Vorschlag für eine Platzgestaltung des Ernst darstellt, und in Form und Inhalt auf den Weltkulturerbetag zugeschnitten ist. Der Schwerpunkt des Werbetages liegt auf „urbanen Kunstaktionen im öffentlichen Raum“ mit viel „Partizipation“ mit denen das Jahresthema „350 Jahre immerwährender Reichstag“ künstlerisch umgesetzt werden soll. Eine Beteiligung des Fvfu-uüiUF.e.V., der auf die Ausschreibung mit der Konzeption des Public Crossfaders reagierte war jedoch vom Welterbebüro von Anfang an abgeblockt worden, obwohl diese performative Arbeit doch alle Kriterien zu 100% erfüllt.

    In einem 2. Anlauf einige Zeit später stellte sich dann heraus, dass der Europabrunnendeckel bereits jetzt eine Baustelle zu sein vorgibt.
    Auch das hat der Puplic Crossfader ans Licht gebracht.

    ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

    KOMMT ALLE und wohnt dem PUPLIC CROSSFADER AUSWEICHMANÖVER im BuZZClub oder bei schönem Wetter davor BEI:
    So den 2.6. von 10-20 Uhr
    Schmeckermarkt in Burgweinting.
    Handys und mp3 Player u.Ä. mitnehmen.
    Wir haben 1000 Wortbeiträge aus dem Stadtrat.
    Es gibt Schokoladenpfannkuchen für alle.

    Kunstschneiße Burgweinting: Wir machen Regensburg von der Grenze zum Landkreis aus durchlässiger für neue Kunst.
    Wir nehmen dann nochmal Anlauf….

    Besetzung:
    BuZZlwirt & Sockelkunst: Jakob Friedl
    Public Crossfader: Chris Weiß
    Dekonstruktion: Anja Lemke
    Bediener: IHR!
    Wir brauchen noch nen Radler für das Kynicle Solar Sound System!
    :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

    2 SÄULEN MODELL FÜR KUNST AM BAU:

    Für den einen neuen Europabrunnendeckel könnte ich mir ein 2 Säulenmodell vorstellen, wie es z.B. in München gehandhabt wird: Eine Hälfte des Geldes für Kunst am Bau wird immer für davon unabhängige Kunstaktionen ausgegeben… Am neuen Europabrunnendeckel (der auch ganz flach sein könnte) viele beides zusammen:

    z.B.
    Unter einer flachen Glasabdeckung mit Treppe und Lasten-Aufzug befindet sich ein Atelier für Künstler.
    Mit allem Drum und drann: WLAN;Klo;Bastelwerkstatt, Tonstudio…) Oberirdisch gibt es Anschlüsse für Strom und Wasser. Der umliegende Platz wird für Kunstaktionen freigegeben und mit Ankern zum befestigen der Objekte versehen. Dafür wird 100 000€ ausgegeben.
    Weitere 100 000€ werden auf 10 Jahre verteilt für wechselnde Künstler sichgegenseitig einladende Künstler ausgegeben, die für monatlich 1000€ in der unterirdischen Brunnenforschungsstation residieren und sich Kunstvorschläge für die Stadt einfallen lassen.
    Die imaginären Unterhaltskosten (Reinigung, Wartung und Instandhaltung) für ein „Wasserspiel“ am südlichen Tor zur Regensburger Altstadt werden neben dem MC Donalds, dürften relativ hoch sein und können auch verplant werden, z.B. für Material.

    Die „temporäre“ Bodensprenkleranlage kostet 200 000€
    Damit wäre ohne Wettbewerb die Kunst nachhaltig verdrängt.

  • H. Müller

    |

    Das Grande Finale eines als politische Karriere getarnten Lebenswerks:

    Schaidinger outet sich schlussendlich als Künstler, der 18 Jahre lang nur eines im Sinn hatte:

    Alles und alle nass zu machen!

    Geniale Idee eines genialen menschlichen Gesamtkunstwerks.
    Schaidinger hatte sich selbst von Anfang an nur als satirische Allegorie auf den Politikbetrieb konzipiert, um dessen groteske Mechanismen und die Abgründe der Macht aufzuzeigen.
    Dabei stand in seiner Arbeit immer die Frage im Mittelpunkt, wie weit kann man gehen, wo ist die absolute Schmerzgrenze?

    Und er hat niemandem geschadet!

  • Eleonore

    |

    @ H. Müller, denken Sie, er wäre ein ernsthafter Anwärter für den deutschen Kabarettpreis 2013 ?

  • QUADIL

    |

    Für was war denn die „niedrige vierstellige Summe “ und in welcher Form hat sich Hr. Friedl herablassend verhalten ? Gibt’s eine Chronologie der Ereignisse ? Hab das in der Vergangenheit nicht verfolgt, aber jetzt würds mich interessieren…

    Vielleicht antwortet ja der Künstler – ich meine jetzt Herrn Friedl – selbst ?

  • Radlertölpel

    |

    @QUADIL
    …ich bin im Moment äusserst beschäftigt, darum lade ich ersteinmal rundum nach Burgweinting zu einen Musikabend ein (wo u.A. neben dem Public Crossfader auch 20 Plakatmotive für deas Picknick am Samstag begutachtet werden können) und beantworte Dir nachher deine Anfrage … Vielleicht sieht man sich ja:

    ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
    „Totalumbao integriert sich am Donnerstag live im BuZZClub

    “ T O T A L U M B A O “
    (Live Band Dubrocksteady)
    im BuZZClub
    Donnerstag 6.6.13
    Willkommen um 19 Uhr.
    Beginn 20 Uhr.

    Eintritt frei!
    Bier: 1,50€
    Pfannkuchen: 50 Cent

    Adresse: BuZZClub im Art BuZZ`l Schmeckermarkt im Einkaufszentrum BUZ in Burgweinting.
    Bushaltestelle: Friedrich Viehbacher Allee, Linien: 9,11,18
    ..oder mit der Bahn..
    Rückfahrt nach 24 Uhr mit dem Taxi.
    Mit dem Rad schafft es der BuZZLWirt in 8 min zum Rgb Hauptbahnhof Bahnhof.

    Ankündigungsplakat und Rahmenprogramm auf der Webseite:
    http://europabrunnendeckel.de/?p=3305#totalumbao

    Die Regensburger Band „Totalumbao“ ( Dubrocksteady) will dazu beitragen Musik in Burgweinting zu integrieren und sich dabei womöglich auch noch gleich selbst integrieren. Kommt alle und integriert euch an der Grenze zum Landkreis für einen Abend lang in die unglaublich coole Atmosphäre des weit und breit einzigartigen und unvergleichlichen BuZZClubs. Das Konzert ist auf den selbstgemalten Din-A0-Picknickplakaten in allen Burgweintinger Wohnquartieren mit kleinen bunten Papierstreifen beworben! Totalumbao haben den Fvfu-uüiUF.e.V. übrigens schon einmal atmosphärisch unterstützt: 2010 im Brunnenbecken bei der Hirnaufbruchpartie, als wir das Einjährige des Europabrunnendeckelprojekts überirdisch feierten und über 31 Popoabdrücke an einem Abend machten… (http://europabrunnendeckel.de/?p=960)

    Weil wir nicht nur Musik sondern auch Kunst in den Stadtteil integrieren, hat sich der Fvfu-uüiUF.e.V. mit dem partizipativen Art BuZZ`l Projekt, das seit über einem Jahr täglich auf (2x) 250qm Fläche weitergeht für den Aumüller Integrationspreis beworben: http://jakob-friedl.de/?p=3203#kunstindenstadtteilintegrieren
    Konzeptpapier als pdf lesen: http://jakob-friedl.de/download/buz/integrationspreisfuf.pdf

    Kontakt: Förderverein für unter-und überirdische UrbanismusForschung/Fvfu-uüiUF.e.V.
    buzzl@europabrunnendeckel.de
    BuZZ`lWirt: 0941 28015301

    bis bald

    schöne Grüße
    Jakob
    ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

  • QUADIL

    |

    mmmh… ich befürchte, es kommt keine Antwort mehr auf meine Anfrage. Schade !

  • Radlertölpel

    |

    @ Hallo QUADIL,
    Was aktuell tatsächlich interessiert ist der „Public Crossfader“ von Chris Weiß, siehe meine ersten Postings zum Artikel…

    Aber nun gut, extra für Dich ein kleiner Exkurs in die Vergangenheit:

    Das Europabrunnendeckelprojekt (2009/2010) war ein tägliches Experiment im öffentlichen Raum und eine permanente Totaldokumentation und Reflexion der (un)mittelbaren äusseren Umstände. Bei der Audioinstallation „Maulwurfstomper“ arbeite ich mit 1 ½ Jahre mit nur einem Wintermonat Unterbrechung mit Wortbeiträgen (http://jakob-friedl.de/?p=925 ). Ich studierte ebensolange in der unterirdischen Stadtforschungsstation unter dem Skatespot „Ernst“ das Sozialverhalten der verschiedenen Personengruppen, die sich auf allen 4 Seiten des Deckels und darauf setzten und entwickelte so ein intensives Gefühl für den Platz, die Leute und Ihre Vorlieben Wiederkehrendes und atmosphärische Stimmungen des Platzes.

    Ich konnte sehr viel daran lernen – die Stadtverwaltung auch.

    Das Projekt war finanziell äusserst mager ausgestattet, lebte nur vom Idealismus bei der täglichen Arbeit am Zustandsraum und mußte allerlei vereinzelte Beschwerden über sich ergehen lassen, was meiner Meinung nach vor allem daran lagt, dass der Ort nicht mehr annonym sondern künstlerisch betreut war, und durch die Sichtbarkeit der Arbeit stets Angriffsfläche bot, was natürlich vor allem ein Qualitätsmerkmal darstellt. Es gab einen verletzbaren Adressaten und Hoffnung auf Besserung.

    Mit der notdürtigsten finanziellen Ausstattung konnte in unmittelbarer Nachbarschaft zu MC Donalds natürlich keine monumentale Stahl-Glas_Licht und Wasser Ästhetik geschaffen werden der nie gebaute millionenschweren Europabrunnen (ein lückenhaft skizziertes Phantom dessen Energie-Wartungs- und Reinigungskosten locker reichen würden um einen Künstler täglich gut zu zahlen) jedoch hinterfragt und auf künstlerischem Terrain übertrumpft werden. Zwischenmenschliche Kompetenz und Prozesshaftigkeit und Weiterentwicklung ist in der äusseren Form und in der Interaktivität eines Europabrunnens oder einer Bodensprenkleranlage nicht vorgesehen. Diese Modelle können nur permanent Wasser und Licht aber kein Hirnschmalz pumpen.

    Da aus dem Europabrunnen jedoch neben Soundinstallationen auch „Stadtgespräche“ laufen sollten, stellt sich die in den Europabbrunnenplänen nicht behandelte Frage, wie diese denn da hinein kommen sollten… Der gescheiterte und nie gebaute Europabrunnen bietet mit seiner unterirdischen Stadtforschungsstation die einzigartige Chance eines künstlerischen Spielpatzes.
    Siehe z,B. Mein Vortrag in bei der Dokumentaerfilmwoche in Kassel: http://www.interfiction.org/archiv/archiv_2009/abstracts-cv/jakob-friedl/

    Dem Brunnendeckelprojekt wurde im Oktober 2010 ohne sachliche Begründung der Boden entzogen, der damalige Leiter des Tiefbauamt konnte nicht weiter verteidigen; Der Ort sollte wieder vergammeln und mit ihm der Diskurs darüber! Alle weitere Anläufe des Fvfu-uüiUF.e.V. verliefen im Sand: z:B: http://jakob-friedl.de/?p=2249 (mit lesenswertem Antrag als pdf an das Amt für Stadtentwicklung

    Genug der einleitenden Worte:

    Die finanzielle Situation des ProjekteProjekt war wie folgt aus öffentlicher Hand unterstützt:
    Ich mußte in 2 Jahren unbezahlter Arbeit noch den Großteil des Materials selbst zahlen…
    Aus (teil)öffentlicher Hand gab es
    2010 gab es insgesamt 700€ vom Kulturreferat
    2009 gab es insgesamt 200€ vom Kulturreferat und 1000€ von der REWAG Stiftung
    (Seitdem habe ich mich für den Fvfu-uüiUF.e.V.noch 3 mal erfolglos um Unterstützung von der REWAG Stiftung bemüht: 2010 um 200€ für eine Wasseruhr am Europabrunnen, 2012 um 200€ für einen Stromzähler für die Art BuZZ`l Kunsthalle Burgweinting, 2013 um 500€ für den Ankauf von 250qm Holzfußboden für die Kunsthalle Burgweinting
    Wenn die Kunst verarbeitet unter welchen Bedingungen sie existiert wird es eben peinlich:
    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=Q6TedOmb-vk

    Die Finanzen des Europabrunnendeckelprojektes von Juli 2009 bis Oktober 2010 kannst du hier im Blog nachlesen nachlesen:
    „NeuesSponsoring2010, Kostenabrechnung 2009/2010 und Unterstützer2009(-2010)/Nullrunde2011“
    http://europabrunnendeckel.de/?p=222

    Und hier kannst Du alles mehr oder minder chronologisch geordnet nachlesen (das Neuerste ganz unten hinter dem schwarzen Balken) , wenn du die andere Hälfte der Burgermaske mit dem Streusalzhaufen wegklickst und viel Zeit mitbringst…

    http://europabrunnendeckel.de/?cat=4
    bzw
    http://jakob-friedl.de/?cat=4

    Hier noch ein Zuenfunkinterview zum Europabrunendeckeldachverband / EBDDV:
    http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/netz-kultur/regensburg-europabrunnendeckel-100.html

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  • Löcher stopfen mit dem Bürgermeister » Regensburg Digital

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    […] Eine Idee des vormaligen Oberbürgermeisters Hans Schaidinger aus dem Jahr 2013, dort eine Bodensprinkleranlage zu installieren hatte die neue Rathaus-Koalition im vergangenen Jahr als „zu teuer“ verworfen. „Die Priorität für dieses Projekt ist nicht besonders hoch“, hieß es damals aus Koalitionskreisen. Man wollte lieber abwarten, wie sich die neuen Verkehrsplanungen und Stadthallenpläne für den Ernst-Reuter-Platz auf das Areal auswirken, ehe man irgendwelche Tatsachen schaffe, hieß es. Eines gelang Schaidinger allerdings durch diese Planung: Der Künstler Jakob Friedl, der das Loch mehrere Jahre mit verschiedenen Aktionen bespielt hatte, wurde von dort verbannt – aller Protestnoten Friedls zum Trotz. […]

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