Botanischer Garten der Universität öffnet seine Tore

Pressemitteilung der Uni Regensburg

Die Ajan-Küchenschelle (Pulsatilla ajanensis) in der Geografischen Abteilung Asien. Foto: Universität Regensburg

Die Ajan-Küchenschelle (Pulsatilla ajanensis) in der Geografischen Abteilung Asien.
Foto: Universität Regensburg

Regensburg, 15.04.2015

Schachbrettblumen und Kletterschraubenpalmen 

Botanischer Garten der Universität öffnet seine Tore

 

Der Botanische Garten der Universität Regensburg öffnet am kommenden Sonntag, den 19. April 2015, wieder seine Pforten. Zur Saisoneröffnung können auch schon die Gewächshäuser besucht werden.

 

Rechtzeitig zur Eröffnung ist die Frühlingsflora aufgrund der milden Witterung schon weit fortgeschritten und präsentiert sich ausgesprochen vielfältig. Besonders ins Auge sticht derzeit in der  Systematischen Abteilung eine weißblühende Magnoliengruppe, bestehend aus Yulan-Magnolie (Magnolie denudata), Kobushi-Magnolie (Magnolia kobus) und Löbner’s Magnolie (Magnolia x loebneri). Ein weiteres Highlight ist in diesem Jahr die Ajan-Küchenschelle (Pulsatilla ajanensis) in der Geografischen Abteilung Asien. Diese zartviolette und starkbehaarte Art ist in den Küstenregionen des Ochotskischen Meeres in Ostasien heimisch und findet sich in kaum einem anderen Botanischen Garten Deutschlands. Im Revier für bedrohte Arten Bayerns präsentiert sich zudem die sehr seltene Frühlings-Küchenschelle (Pulsatilla vernalis) mit weißen, rosa überhauchten Blüten.

 

An der Westseite des unteren Gartenteils wurden Umbauten vorgenommen und der sogenannte Felsengarten fertiggestellt. Mit 170 eingebrachten neuen Pflanzenarten gehört das neue Revier, bezogen auf die Größe des Reviers, zu den artenreichsten Arealen des Botanischen Gartens. Schon allein wegen ihrer hängenden Blütenkelche stechen hier zwei Schachbrettblumen-Arten (Fritillaria obliqua und Fritillaria caucasica) ins Auge. Die schokoladenbraune Färbung ihrer Blüten mit einem leicht unangenehmen Geruch lassen die Bestäuber dieser Pflanzen – aus der Winterruhe erwachte Wespen-Königinnen – verdorbenes Fleisch vermuten, das als Nahrung dienlich sein könnte. 

 

Ausnahmsweise sind am Sonntag auch die Gewächshäuser geöffnet. Auf alle Besucherinnen und Besucher warten rund 450 qm Gewächshaus-flächen.

 

Die meisten Blütenpflanzen sind in  Haus 1 zu entdecken. Zahlreiche Orchideen zeigen unterschiedliche Blütenformen und Farben. Aber etwas ganz Besonderes entdeckt nur der aufmerksame Besucher: Freycinetia insignis, eine sogenannte Kletterschraubenpalme aus Java. In unorthodoxer Weise produziert die Pflanze an unterschiedlichen Stellen entlang des gesamten Stammes Blüten. Diese sind  wenig auffällig und sitzen in  kleinen Kolben zusammen. Um Bestäuber anzulocken, sind die Blüten jedoch von  großen, fleischigen und ziegelroten Hochblättern umgeben, die wiederum eine unglaubliche Anziehungskraft ausstrahlen.  In ihrer Heimat wird die Kletterschraubenpalme von Fledermäusen bestäubt, denen die Hochblätter als Nahrung dienen. 

 

Begonien stehen inzwischen im Haus 2 in Blüte. Hier kann man entdecken, wie kontrast- und formenreich sich die Natur bei einigen Gattungen zeigt. Während Begonia glabra meterlange hängende Triebe mit weißen Blüten produziert, wartet Begonia maculata mit gut 3 m hohen aufrechten Trieben und roten Blüten auf.  Dazwischen finden sich zwergwüchsige und halbhohe Begonien-Arten in Blüte.

 

Neu im Haus 3 und allgemein im Botanischen Garten ist eine Pflanze mit dem wissenschaftlichen Namen Kohleria warszewiczii. Sie stammt aus Kolumbien und besiedelt dort trockene und offene Hänge. Mit ihrer röhrigen, lavendel-rosagefärbten Blüte, deren vorderes Ende in gelblich-grüne Zipfel übergeht, die wiederum mit purpurnen Punkten bestückt sind, zeigt sich diese Pflanze ausgesprochen dekorativ.

 

Überaus reich blüht auch die Dreifarbige Kapuzinerkresse (Tropaeolum tricolor) aus Chile in Haus 4. Mit ihren zwei bis vier Meter langen Klettertrieben überzieht sie die umliegenden Kletterhilfen. Die Blüte ist kräftig rotgefärbt und geht zum Blütenmund in einen blauschwarzen Streifen über, wobei die Blütenöffnung selbst mit einem kräftigen Gelb lockt. Da können Kolibris nicht wiederstehen und auch der menschliche Betrachter kann sich diesem Reiz kaum entziehen.

 Die Öffnungszeiten des Botanischen Gartens im Überblick:

 

Freilandflächen:

(April bis Mitte Oktober 2015)

Montag bis Mittwoch 7.00-16.00 Uhr

Donnerstag 7.00-15.30 Uhr

Freitag 7.00-14.00 Uhr

Samstag geschlossen

Sonntag und Feiertag 11.00-18.00 Uhr

Dank gebührt dem Verein der Freunde der Universität Regensburg e.V., durch dessen finanzielle Unterstützung die Öffnung des Botanischen Gartens an Sonn- und Feiertagen ermöglicht wird.

 

Gewächshäuser:

Werktags: 7.00-9.15, 9.45-12.00, 12.45-15.30 Uhr

Freitag nur bis 12.00 Uhr

Samstag, Sonntag und Feiertag geschlossen

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