Braun, nicht blau!

Sicher! Politikverdrossenheit ist dieser Tage ein weit verbreitetes Übel. Unzufrieden ist man mit den Regierenden, aber auch der Opposition und häufig weiß man gar nicht so recht, was man auf dem Wahlzettelchen nun ankreuzen soll. Schlimm, schlimm. Die Überlegungen, wie man den Wähler wieder zur Urne bringen könnte, sind zahllos. Ob die aktuelle Kampagne einer politischen Splittergruppe von Rechtsaußen wirklich zielführend ist, um dem entgegen zu wirken? „Blau wählen“, lautet eine Empfehlung, die ich nun häufiger auf Plakaten entlang der Regensburger Ausfallstraßen beobachten kann. „Sei schlau, wähl blau“, so eine etwas „peppigere“ Variante des pfiffigen Slogans der REPs. Peppiger Slogan, xenophobes Programm: Die Republikaner.Liebe Republikaner! Wie blau muss man Eurer Meinung nach sein, um Euer xenophobes Wahlprogramm für attraktiv zu halten? Müsste man für jeden blödsinnigen Satz, den Ihr in Eurem Wahlprogramm von Euch gebt, ein Bierchen trinken, würde man es kaum noch bis zum Wahllokal schaffen. Kleine Auswahl: „Kein Adoptionsrecht für Homosexuelle“, „Streichung des Grundrechts auf Asyl“, „Mindestanteil der deutschsprachigen Musiktitel von 50 Prozent in Hörfunksendungen“ … Wie schafft ihr es, bei nahezu jedem Punkt Eures Parteiprogramms einen Großteil dem Thema „Ausländer“ zu widmen? Wie ist es zu verstehen, dass ihr Euch in einem Atemzug von der NPD, Der Linken und den Grünen distanziert? Ist das ein und dasselbe? Wart ihr vielleicht blau, als ihr Euer Programm geschrieben habt? Ganz ehrlich: So blau kann doch kein Mensch sein, um nicht zu merken, dass Ihr braun seid. (Ent)spannende Lektüre!

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Kommentare (4)

  • Uwe Fritz

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    Is doch eh wurst wie blau oder braun die sind. Mehr als zwei Sätze wäre hier zuviel

  • Michel

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    Lieber Herr Aigner,

    Sie sind ganz bestimmt furchtbar politisch korrekt und sind deswegen furchtbar stolz, solch einen Artikel geschrieben zu haben – dreht er sich doch um die pöhsen Republikaner.

    Es verlangt ihrem Demokratie- und Toleranzverständnis vielleicht zu viel ab, aber tatsächlich gibt es in Deutschland rechtskonservative Parteien, die nicht braun sind.

    Sie haben drei „braune“ Forderungen der Republikaner genannt, um klarzustellen, dass man nur blau sein kann um sowas zu fordern.

    Die erste ist „Kein Adoptionsrecht für Homosexuelle“. Wollen Sie damit also sagen, dass die ganze katholische Kirche, inkl. Papst braun sind? Nazis? Faschisten? Herr Aigner, lehnen Sie sich nicht etwas zu weit aus dem Fenster?

    Die zweite „braune“ Forderung ist: Kein Grundrecht auf Asyl. Denken wir nochmal nach. Meinen die Republikaner „Kein Recht auf Asyl“ oder kein GRUNDrecht auf Asyl? Aus zahlreichen Aussagen geht hervor, dass sie sehr wohr Asylbewerber aufnehmen möchten, solange ihnen tatsächlich eine Verfolgung droht. Ein GRUNDrecht deswegen zu verankern, ist völlig unnötig. Wieder bezichtigen Sie Millionen Menschen das Nazitums und Faschismus, so haben die Schweizer z.B. kein Grundrecht auf Asyl.

    Der dritte Punkt ist „Mindestanteil der deutschsprachigen Musiktitel von 50 Prozent in Hörfunksendungen“ – die sogenannte „Quote“ ist in Frankreich schon längst aktiv. Alles böse Nazis dort drüben!

    Sie scheinen unter Naziphobie zu leiden. Wenn es nach Ihnen geht, sind 98 % der Menschen Nazis. Vielleicht sollten Sie sich einen anderen Beruf suchen.

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